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Miliarense

Auch Miliaresia, bezeichnet eine Silbermünze aus der späten römischen Kaiserzeit, die unter Konstantin dem Großen um 320 v. Chr. zum ersten Mal gemünzt wurde. Eigentlich handelt es sich um zwei Münzen: Neben den am häufigsten ausgegebenen Leicht-Miliarense, im Gewicht von ca. 4,55 g kamen auch sog. Schwer-Miliarense im Gewicht von etwa 5,5 g vor. Ursprünglich bedeutet Miliarense wohl 1/1000 des römischen Goldpfundes, auf das 72 Solidi gehen. Daraus ergibt sich: 1 Solidus = 14 Schwer-Miliarense = 18 Leicht-Miliarense = 24 Siliquae. Seit dem Edikt von 397 v. Chr. gehen offenbar nur noch 12 Miliaresien auf den Solidus, so dass sie Doppelstücke der Siliqua darstellen. Die Typen zeigen häufig auf der Vs. die drapierten oder gepanzerten Büsten der Herrscher mit Diadem. Auf den Rs.n erscheinen verschiedene Typen: In der Frühzeit häufig Virtus als stehende Ganzfigur mit Schild und Lanze, später das Christogramm und Standarte, in der Umschrift VIRTUS EXERCITVS. Der Rückseitentyp GLORIA ROMANORUM (Umschrift) mit der Darstellung des Kaisers als Ganzfigur wurde von den oströmischen (byzantinischen) Kaisern übernommen. Nach Regling wurde das Amt zur Verrechnung des gemünzten Silbers, lat. scrinium a miliarensibus, nach der Münze benannt.
Die griechisch auch Miliaresion genannte Silbermünze wurde im Byzantinischen Reich übernommen und unter Kaiser Herakleios (610-641 v. Chr.) durch das schwerere Hexagrammon ersetzt. Kaiser Leo III. (717-741) führte um 720 v. Chr. Miliaresien im Gewicht von 2 bis 3 g ein, die bis ins ausgehende 11. Jh. v. Chr. geprägt wurden. Sie waren vom arabischen Dirhem beeinflusst, es gibt Beispiele für Überprägungen des Dirhem zum byzantinischen Miliaresion. Die Rückseitendarstellungen dieser langlebigen Silbermünze zeigen zuerst meist ein Kreuz, später Christus oder Maria. Auf eine goldene Nomisma gingen 12 silberne Miliaresien, es wurden auch Halbstücke ausgegeben. Im 11. Jh. wurden sie zur Scheidemünze, das Gewicht der Silbermünze fiel auf 1,4 g, der Feingehalt von über 90 auf 70 %, es wurden auch Drittel- und Zweidrittelstücke geprägt.

    

Miliarense des Gratianus (367-383 n Chr.), Prägestätte Trier