Das große Reppa Münzen-Lexikon
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122 Beiträge in dieser Lexikon KategorieT (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der französischen Münzstätte St. Ménéhould (1538-1551), danach von Nantes (1791). Auf Münzen für Deutsch-Ostafrika für Tabora.
Tabakgeld
Aus der Tabakpflanze bestehendes Naturalgeld, das früher in verschiedenen Teilen der Erde (Amerika, Afrika, Indonesien, Melanesien) als Zahlungsmittel verbreitet war. Tabak hatte zugleich die Funktion als Zahlungs- und als Genussmittel. Das Tabakgeld wurde meist von europäischen Händlern und Kolonisten eingeführt und kam in verschiedenen Formen vor, u.a. zu Strängen gedreht oder in Stangen gepresst. Zum besseren Schutz waren sie oft mit Schnüren umwickelt, wie z.B....
Taboranotmünzen
Als Deutsch-Ostafrika während des 1. Weltkriegs vom Mutterland abgeschnitten war und das Münzgeld knapp wurde, ordnete die koloniale Verwaltung an, im Ausbesserungswerk des Eisenbahnknotenpunkts Tabora (heute Regionshauptstadt im Nordwesten von Tansania) eine provisorische Münzstätte einzurichten und mit der Prägung von Münzen zu beginnen. Aus Patronenhülsen, Kartuschen, Schiffsblechen und anderen Altmaterialien wurden Messing und Kupfer gewonnen, die 1916 zur Prägung von 5- und 10-Helle...
Tackoe
Seltene silberne Handelsmünze im Wert von 1/8 Ackey, die nur 1796 von der britischen Handelsgesellschaft African Company of Merchants für die afrikanische Goldküste (Ghana) hergestellt wurde. Es gab Stücke zu 1, 2 und 4 Tackoe.
Tael
Das Tael, auch als Liang bezeichnet, war eine in Ostasien übliche Gewichtseinheit für Edelmetall sowie eine Recheneinheit, die abhängig von Ort und Zeit starken Schwankungen unterworfen war. Die Bezeichnung Tael kann über das Portugiesische von dem malaiischen Wort tahil hergeleitet werden, das sinngemäß übersetzt „Gewicht“ bedeutet. In einigen ostasiatischen Ländern wird das Tael heute noch als Gewichtseinheit verwendet.
Der historische Wert des Taels
Theoretisch sollten dem Tael 10...
Tafuli'ae
Fura
Auf der zu den Salomonen gehörenden Südseeinsel Malaita werden aus rund geschliffenen weißen und roten Muschelschalen noch heute lange Ketten gefertigt, die in der Sprache der Eingeborenen Tafuli'ae genannt werden. Manchmal finden auch rote Schnecken Verwendung. Die Schalen werden mit einem Stößel auf einem Stein zerkleinert, mit einem Drillbohrer aus Holz mittig durchbohrt, auf eine Schnur aufgezogen und auf einem Balken rundgeschliffen. Die Herstellung einer etwa 2,5 m langen Tafuli'...
Taka
Währungseinheit von Bangladesch, die nach der Unabhängigkeit des Landes (Dezember 1971) im Januar 1972 eingeführt wurde: 1 Taka (1 Pakistanische Rupie) = 100 Poisha. Die Taka wurde seit 1975 aus Kupfernickel geprägt. Sie zeigt auf der Vs. als Staatswappen die Nationalblume Schapla über Wellenlinien zwischen Padiähren, überhöht von Teeblättern und vier Sternen, die Rs. zeigt eine vierköpfige Familie (Emblem der Familienplanung).
Tala
Samoanische Bezeichnung des Dollars, die auf den Währungsmünzen von Westsamoa und den Tokelau-Inseln vorkommt.
Talar
Polnische Bezeichnung für den Taler allgemein. Zwischen 1811 und 1814 wurden unter Friedrich August I. im Großherzogtum Warschau Talermünzen im Wert von 6 Gulden (Zloty) geprägt, die mit der Aufschrift TALAR versehen waren. Es gab auch Groschen mit der Wertbezeichnung 1/6 TALARA und 3-Gulden-Stücke (1/3 TALARA).
Talari
Name des Maria-Theresien-Talers in Ost- und Nordostafrika, der dort bis ins 20. Jh. als beliebte Handelsmünze kursierte. Davon abgeleitet war die in Talergröße unter Kaiser Menelik II. (1889-1913) 1893 eingeführte äthiopische Silbermünze, die in der Landessprache einfach Birr (Silber) genannt wurde. Es gab auch Teilstücke. 1 Talari = 16 Gersch, seit 1933 100 Matonas.
Talent
Oberste Gewichtseinheit der Antike in verschiedenem Gewicht, abhängig von Zeit und Ort. Nach dem Gewicht des Talents war der Münzfuß ausgerichtet. Das Gewicht des äginäischen Talent war 37,2 kg. Am wichtigsten war das attische Talent im Gewicht von 26,196 kg, das in 60 Minen bzw. 6000 Drachmen unterteilt war. Große Summen wurden in der Antike in Talenten angegeben.
Taler
Oberbegriff für eine Reihe von Großsilbermünzen, die seit dem ausgehenden 15. Jh. ausgegeben wurden. Neben einer Zunahme des Handels in Europa hatte im ausgehenden 15. Jh. auch die Silbergewinnung zugenommen. In der zweiten Hälfte des 15. Jh.s genügte die Ausmünzung des Golds in Form der Florene (im Römisch-Deutschen Reich Goldgulden) den gestiegenen Anforderungen des Handels nicht mehr, zumal das Gold im Römisch-Deutschen Reich erst eingeführt werden musste. Da aber in Tirol, Böhmen u...
Taler Gold
Rechnungsmünze der Hansestadt Bremen, nach dem Louis d'or (Pistole) zu 5 Talern. Nachdem der Louis d'or in Frankreich zu Beginn des 18. Jh.s abgewertet worden war, strömten die französischen Goldmünzen vermehrt nach Deutschland. Die Handelsstadt Bremen, die seit 1747 selbst kein Gold mehr prägte, benutzte den Louis d'or für eine Goldwährung, die sie als einziger deutscher Staat bis 1871 aufrecht erhielt. Die Silbermünzen hatten keine feste Relation zum Taler Gold. Im Umlauf entsprachen d...
Talirion
Neugriechisch für Taler und Beiname des modernen 5-Drachmen-Stücks nach Errichtung des Königreichs Griechenland.
Talisman
In der Magie werden Talismane zur Abwehr von bösen Kräften oder Unheil verwendet. Auch Münzen und Medaillen mit christlichen Motiven wurden als Talismane zur Abwehr von Tod und Unheil getragen.
Tallero
Von Taler abgeleitete italienische Bezeichnung für Talermünzen allgemein. Seit dem ausgehenden 16. Jh. prägten oberitalienische Staaten deutsche, österreichische und auch niederländische Taler nach. Aus dieser Zeit stammen die Talleri und Piastrae (Nachprägungen des Peso), die in der Toskana für den Levantehandel gemünzt wurden. In Mantua, Messerano und auch Florenz wurden an den deutschen Taler angelehnte Talleri geschlagen. In Modena wurden seit der Mitte des 17. Jh.s an den niederlän...
Talmi
Als Talmi wird Falschgold oder allgemein unedler Modeschmuck bezeichnet. Der Begriff leitet sich ab vom französischen Wort Tallois-demi-or, welches wiederum auf den Erfinder dieser Art Falschgold – ein Pariser Fabrikant namens Tallois – zurückgeht. Tallois stellte im 19. Jahrhundert erstmals Falschgold aus einer Kupfer-Zink-Legierung her, die er mit Blattgold überzog.
Das auf diese Weise optisch veredelte Messingblech wurde hauptsächlich für die Fertigung von Schmuck eingesetzt – es l...
Tam-bac-tron
Runde Silbermünze des Königreichs Annam (heute Vietnam) im Gewicht von 27 g (707/1000), ihr Halbstück wiegt 13,5 g. Nach den auf ihr abgebildeten Drachen werden die zwischen 1820 und 1883 hergestellten Stücke auch als Philong (Flugdrachen) oder als Silberdrachenmünzen bezeichnet. Bei vielen Stücken wird der Münzcharakter und die Echtheit angezweifelt.
Tam-vang-tron
Runde Goldmünze im Gewicht von 24,242 g (772/1000), die gleichzeitig mit dem silbernen Tam-bac-tron im Königreich Annam (heute Vietnam) geprägt wurde.
Tambala
Kleine Münzeinheit von Malawi seit 1971. 100 Tambala (in der Chichewa-Sprache Hahn) = 1 Kwacha (Morgendämmerung, Freiheit). Die Tambala und ihre Mehrfachstücke zeigen alle auf den Vs.n das Kopfbild von Dr. Hastings Kamuzu Banda. Die Rs.n zeigen folgende Tiere und Pflanzen: Haushahn auf dem Einfachstück, Spitzschwanz-Paradieswitwe auf dem Doppelstück, Purpurreiher auf dem 5-fachen Tambala, Maiskolben auf dem 10-fach-Stück, Afrikanische Elefanten auf dem 20-fach-St&uu...
Tamlung
Bezeichnung des 4-fachen Tikal oder Baht im Königreich Siam (Thailand). Der Tamlung in Ringform( Ka-Kim) hielt sich bis ins beginnende 19. Jh. im Umlauf.
Tanga
Kolonialmünze Portugiesisch-Indiens (Goa, Diu), die seit 1615 als Silbermünze im Gewicht von knapp über 3 g in Goa geprägt wurde, seit 1765 als Kupfermünze. Die Vs. zeigt meist das portugiesische Wappen mit einem Kreuz, die Rs. ein Monogramm. 10 Atia = 1 Tanga, 5 Tanga = 1 Xerafim.
Tangka
Silbermünze von Tibet, die 1 1/2 Sho oder 15 Skar bewertet wurde. 3 Tangkas gingen auf eine Rupie, die in der ersten Hälfte des 20. Jh.s auch in Tibet geprägt wurde. Die meisten Münzen sind aus minderwertigem Silber und Billon, ihr Gewicht liegt etwa zwischen 3 und 6 g. Die frühesten Silbermünzen, die seit der 2. Hälfte des 16. Jh.s in Tibet umliefen, stammten aus dem benachbarten Nepal. Spezifisch tibetische Symbole tauchten seit dem ausgehenden 17. Jh., nac...
Tanka
Auch Tankah, bezeichnet spätmittelalterliche Gold- und Silbermünzen aus Indien. Ursprünglich war der Tanka eine spätmittelalterliche Silbermünze, zuerst im Wert von 8 Dirhem, später von schwankendem Wert, da auch bronzene Tankas ausgegeben wurde. Seit dem frühen 13. Jh. war der Tanka die Goldmünze des Sultanats von Delhi bis in die Mitte des 16. Jh.s. Ein früher Typ zeigt ursprünglich einen Reiter (Herrscher zu Pferd ?), kurz darauf aber immer arabische Legenden. Es sind meist runde Go...
Tari
1. Auch Taro oder Tareno, ist eine kleine Goldmünze im Gewicht von 0,8 bis 1 g (Feingehalt von 16 2/3 Karat), die in Sizilien unter der Herrschaft der Araber (Fatimiden) um die Mitte des 10. Jh.s eingeführt wurde. Die Tari wurden von den Normannen in Sizilien und Süditalien übernommen, zunächst noch unter Beibehaltung kufischer Inschriften. Das änderte sich im ausgehenden 12. Jh. unter den Staufern, deren Tari Kreuze, Adler, fünf Kugeln oder das Brustbild des Herrschers zeigen. Trotz des ...
Taschenwerk
Bezeichnung für eine Münzprägemaschine, die als Weiterentwicklung des Walzenwerks entstand. Im Gegensatz zu den in die Walzen eingeschnittenen Stempeln beim Walzenprägewerk wurden beim Taschenwerk die pilzförmigen Stempel mit gewölbten Oberflächen in den "Taschen" der Walzen befestigt. Dies hatte den Vorteil, dass nicht die gesamten Walzen ausgetauscht werden mussten, wenn die Stempel abgenutzt waren. Bei der Taschenprägung wurden die ausgeschnittenen Schr...
Tauftaler
Tauftaler – heute auch häufig als Geburtstaler bezeichnet – sind medaillenartige Gepräge im Talergewicht, die insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert in sächsischen Münzstätten wie beispielsweise in Gotha und in Zellerfeld hergestellt wurden. Wie der Name bereits verrät, dienten sie als Taufgeschenke. Die Taler werden meist von Darstellungen der Taufe wie beispielsweise der Taufe Christi im Jordan oder Taufzeremonien in der Kirche geziert.
Heutzutage sind die klassischen Taler als Tauf...
Taula di Cambi
Auch Canvi, sind Wechselbanken, die im Königreich Aragon seit dem frühen 15. Jh. entstanden. Sie nahmen Einlagen an, tätigten Überweisungen, vergaben aber keine Kredite. Die 1401 gegründete Taula di Cambi in Barcelona gilt als erste öffentliche Bank der Welt. Weitere Gründungen von Wechselbanken in aragonischen Städten folgten, wie z.B. in Valencia (1408/09), Gerona und Lerida. Sie überlebten aber die Edelmetallknappheit des 15. Jh.s nicht. Erst im 16...
Tauschwert
Der Tauschwert von Münzen
Münzen sind seit Jahrtausenden ein faszinierender Teil unserer Wirtschaftsgeschichte. Ihr Tauschwert hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle für Sammler und Investoren.
Was genau ist der Tauschwert?
Der Tauschwert bezeichnet den Wert eines Gutes oder einer Ware in Relation zu anderen Gütern oder Waren. Er wird durch die Menge an Waren oder Dienstleistungen definiert, die im Austausch für die Münze erhalten werden k...
Teegeld
Teegeld aus zu Ziegeln gepressten, mehr oder weniger pulverisierten Teeblättern, deshalb auch Teeziegelgeld genannt. Das zum Naturalgeld zählende Zahlungsmittel war teilweise bis ins 20. Jh. in Südchina, Tibet, Birma, der Mongolei und in Südsibirien als Zahlungsmittel im Umlauf und galt auch als Wertobjekt. Zuletzt wurde nach 1949 das Genussmittel in China unter den kommunistischen Machthabern als Geld genutzt. Zur Herstellung der etwa 1 bis 2 kg schweren Teeziegel wurden Tee...
Tempelmünzen
Kein Geld, sondern Amulette und Medaillen, die in Ostasien und Indonesien zu religiösen und zeremoniellen Zwecken verwendet wurden. Sie ähneln Käschmünzen (Ch'ien) mit einem Loch in der Mitte, sind aber meist etwas größer im Durchmesser.
Templeton Reid
Der Juwelier und Waffenschmied Templeton Reid war einer der ersten, der in den USA privat Goldmünzen schlug. Er schlug bereits im Sommer 1830 in Gainesville (Georgia) Stücke zu 2,50, 5 und 10 Dollars, deren innerer Wert aber darunter lag. Deshalb verlor er das Vertrauen der Öffentlichkeit und beendete seine Goldmünzenproduktion bereits nach der Herstellung von etwa 1600 Goldstücken. Sie zeigen den Wert im Feld, umschriftlich GEORGIA GOLD und TEMPLETON REID und die Jahres...
Ternar
Urkundliche Bezeichnung verschiedener Münzen im Wert von drei Pfennigen( Dreilinge), abgeleitet vom lat. "ternarius". Insbesondere wird der seit dem ausgehenden 14. Jh. unter König Kasimir Jagiello (1386-1434) geprägte polnische Trzeciak im Wert von drei Denaren als Ternar bezeichnet. Im 18. Jh. ging der Name auf kupferne Dreigröscher aus Polen über.
Territorial Gold
Die von Bergleuten, Bankern oder Goldschmieden aus den Goldvorkommen der USA geschlagenen Goldmünzen oder Barren werden in den USA als Private oder Territorial Gold bezeichnet. Die im 19. Jh. in bestimmten abgelegenen Gebieten oder Territorien als Zahlungsmittel umlaufenden Goldmünzen wurden mit eigenen Prägewerkzeugen geschlagen und trugen dazu bei, die Münzknappheit zu beheben. Zu den "Privatmünzern" zählte der Gold- und Waffenschmied Templeton Reid, der 1830 im Staat Georgia Goldstücke...
Teruncius
Selten verwendete Bezeichnung für die altitalische Bronzemünze zu 3 Unciae, auch Quadrans genannt.
Tessarae
Lateinische Bezeichnung für Marken des Römischen Reichs, die wohl als Eintrittsmarken für Theater, Bäder und ähnliche Zwecke benutzt wurden. Die Mehrzahl der Tessarae sind aus Bronze oder Blei. Ihre Gepräge zeigen meist Zahlen, Symbole, Tiere oder gegenständliche Darstellungen, einige sogar die Büste des Kaisers. Auch die von Sammlern gesuchten Spintriae zählen zu den römischen Tessarae.
Teston
Französische Münze nach dem Vorbild der italienischen Testone. Der französische König Ludwig XII. (1498-1515) übernahm für die von ihm beherrschten Gebiete Mailand, Genua und Asti die Prägung der ursprünglich aus Mailand stammenden Testoni und brachte auch in Frankreich erste französische Testons im Wert von 10 Sols aus. Ihr Wert erhöhte sich schrittweise im Lauf des 15. Jh.s auf 12 Sols. Vor allem die französischen Könige Franz I. (1515-1547) und Heinrich II. (1547-1559) ließen fra...
Testone
Italienische Silbermünze, die nach dem Vorbild der venezianischen Lira Tron erstmals in Mailand unter Herzog Galleazo Maria Sforza 1474 geprägt wurde. Sie zeigt das Porträt des Herzogs und hatte ein Feingewicht von 9,28 g. Der Name Testone leitet sich von ital. "testa" (Kopf) ab, nach der Darstellung des Kopfbilds des Herrschers auf der Vs. Bald ließen auch andere Fürsten in den Renaissance-Münzstätten Italiens (u.a. Ferrara, Florenz, Mantua, Messerano, Neapel, Savoyen) Testoni prägen, d...
Testoon
1. Englische Silbermünze im Wert von 12 Pence (1 Shilling), die nach dem Vorbild des italienischen Testone bzw. des französischen Teston von den englischen Königen Heinrich VII. (1485-1509) und seinem Sohn Heinrich VIII. (1509-1547) geprägt wurde. Die unter Edward VI. (1547-1553) geprägten Stücke werden bereits als Shilling bezeichnet. 2. Schottische Silbermünze, die zur Zeit Maria Stuarts (1542-1567) geprägt wurde. Der erste Typ mit dem Prägejahr 1553 im Wert von 4 Shillings zeigt...
Tetartemorion
Auch Tartemorion, ist ein antikes griechisches Münznominal zu 1/4 Obolos, nach attischem Münzfuß im Gewicht von 0,18 g. Das Tetartemorion wurde im kleinasiatisch-griechischen Raum als winzige Silbermünze öfter ausgeprägt, besonders in Athen. Im täglichen Umlauf ging die winzige Kleinsilbermünze öfter verloren und wurde im 3. Jh. v. Chr. durch größere Bronzestücke ersetzt. Als Wertangabe fungiert eine Mondsichel.
Tetarteron
Oder Tetarteron nomisma, bezeichnet eine byzantinische Goldmünze, die mit der etwas schwereren Stamenon nomisma unter Kaiser Nikephoros Phokas (936-969 n. Chr.) als Nachfolger des Solidus eingeführt wurde. Zu Beginn der Prägung war das um 1/12 leichtere Tetarteron (etwa 409 g) nur im Gewicht vom Stamina unterscheidbar, die Typen ähnelten sich sehr. Zu Beginn des 11. Jh.s wurde das Stamenon allerdings auf einem breiten schüsselförmigen Schrötling ausgebracht, während das Tetarteron weiter...
Tetradrachmen
Die 4-Drachmenstücke waren die bedeutendsten Großsilbermünzen der antiken griechischen Welt, die vom 6. Jh. v. Chr. bis in die römische Kaiserzeit geprägt wurden. Sie wurden in attischem, phönizischem und rhodischem Münzfuß, jedoch nicht nach persischem und aginäischem Münzfuß ausgegeben. Ihr Gewicht schwankte zwischen etwa 14 und 17,5 g, je nachdem, in welchem Münzfuß sie ausgebracht wurden. Tetradrachmen wurden in vielen von Griechen gegründeten Städten und Staaten von Sizilien ...
Tetrobol
Das antike griechische 4-Obolenstück im Wert von einer 2/3 Drachme oder 1/6 Tetradrachme wurde von vielen griechischen Städten und Königreichen geprägt.
Teuerungsmedaillen
Klage- oder Spottmedaillen auf das Ansteigen der Preise, vor allem von Lebensmitteln, auf Hungersnöte und Missernten. Teuerungsmedaillen entstanden vor allem in Not- und Kriegszeiten, im Dreißigjährigen Krieg, im 1. Weltkrieg und danach in den frühen 20er Jahren zur Zeit der Inflation. Teilweise sind sie mit Anspielungen auf Wucher und Ausbeutung oder mit Preisangaben für Lebensmittel versehen. Die meisten Teuerungsmedaillen sind aus unedlen Metallen geprägt und fallen in das Gebiet der Vo...
Theorika
Bezeichnung für antike Schauspielgeldzuschüsse, das sind staatliche Zahlungen für arme Bürger Athens, um ihnen ursprünglich den Theaterbesuch zu ermöglichen. Theorika-Zahlungen wurden später auch auf andere Gelegenheiten ausgedehnt. Im 4. Jh. v. Chr. wurden alle Überschüsse der Staatskasse der Theorika zugeführt, so dass die Verwalter dieser Kasse die Kontrolle über die gesamte Finanzverwaltung Athens erhielten.
Thistle Crown
Englische Goldmünze, die König Jakob I. im Jahr 1604 im Wert von 10 Shillings einführte. Der Name rührt von der Rückseitendarstellung einer bekrönten Distel her (engl. thistle), die Vs. zeigt die bekrönte englische Rose. Die Umschrift TVEATVR VNITA DEVS (Gott schütze unsere Einheit) bezieht sich auf die Personalunion zwischen England und Schottland (seit 1603). Der Wert der Goldmünze wurde 1611 um 10% erhöht, ihre Prägung aber im folgenden J...
Thistle Dollar
Bezeichnung des silbernen schottischen 2-Merk-Stücks im Wert von 28 Shillings 8 Pence (schottisch), die König Jakob VI. von Schottland zwischen 1578 und 1580 prägen ließ. Sie ist nach dem schottischen Nationalemblem, der Thistle (Distel) benannt, die auf der Rs. groß abgebildet ist.
Thistle Merk
Schottische Silbermünze mit einer Distel auf der Rs., die König Jakob VI. zwischen 1601 und 1604 prägen ließ.
Thistle Noble
Stattliche schottische Goldmünze im Gewicht von 7,6 g (975 /1000 fein), die König Jakob I. nach dem Vorbild des englischen Rosenoble zwischen 1588 und 1590 im Wert von 11 Merk oder 146 Shillings 8 Pence (schottisch) prägen ließ. Sie zeigt auf der Vs. auf einem Schiff den schottischen Löwenschild, auf der Rs. Disteln unter Rosen, verziert mit Zeptern, Kronen und Löwen.
Thonnelier, Pierre Antoine
Französischer Münztechniker und Ingenieur, der in Frankreich das Prinzip des von Uhlhorn erfundenen Kniehebelprägewerks aufnahm und teilweise noch verbesserte (Randprägungen). Nach seinen Plänen wurde in den 30er Jahren des 19. Jh.s die Münzstätte in Paris ausgerüstet. Es gibt auch seltene Probestücke mit dem Namen Thonneliers.
Threefarthing
Manchmal auch als Threehalfpence bezeichnet, ist ein britisches Münznominal im Wert von 3 Farthings bzw. 1 1/2 Pence, das seltener ausgegeben wurde. Die Threefarthing wurden erstmals unter Eduard VI. nur im Jahr 1547 aus schlechtem Silber für Irland geprägt. Ihre Vs.n zeigen noch das Porträt Heinrichs VIII. Unter Königin Elisabeth I. wurde zwischen 1561 und 1581 eine relativ regelmäßige Prägung vollwertiger Threefarthings für England geprägt. De...
Threepence
Englische Silbermünze im Wert von 3 Pennys oder 1/4 Shilling, wurde im Jahr 1551 eingeführt. Nach einer Prägephase zwischen 1561 und 1582 unter Königin Elisabeth I. trat eine Prägepause ein, bis im Bürgerkrieg 1642 erstmals wieder Threepence in Bristol, Oxford und York geprägt wurden. Nach 1670 wurde der Threepence wieder regelmäßiger geprägt (bis zu Georg III.). Unter Georg IV. erschien das 3-Pence-Stück nur in den Reihen des Maundy Money ...
Tiara
Bezeichnung für verschiedene Kronen. In der Antike wurde die Krone der persischen Könige der Achämeniden und der Herrscher der Parther sowie der Armenier als Tiara bezeichnet. Später ging die Bezeichnung auf die Kopfbedeckung der Päpste von Rom über. Die zu den Insignien des Papstes gehörige Tiara wurde in ihrer Form mehrmals verändert und ist oft auf Münzen des Kirchenstaats und des Vatikans zu sehen.
Tiegel
Der Tiegel oder Schmelztiegel dient zum Schmelzen der Metalle. Die in den Münzstätten verwendeten Tiegel müssen aus feuerfestem Material sein, das die hohen Temperaturen aushalten kann, die bei der Metallschmelze entstehen. Früher war das meist ungebrannter Ton, auch gebrannter Ton mit entsprechenden Zusätzen kam zur Anwendung. Die Größe der Tiegel richtete sich nach der Menge des zu schmelzenden Metalls. Nach dem Schmelzvorgang wurde das flüssige Metall ...
Tiegelprobe
Die Zusammensetzung der Metalle war vor der Prägung der Münzen vorgeschrieben. Nach dieser Vorschrift wurden die zuvor errechneten Bestandteile der benötigten Metalle im Tiegel zur gewünschten Legierung eingeschmolzen. Das zum Gießen in die Zainformen bereite, geschmolzene Metall musste einer Tiegelprobe unterzogen werden, d.h. noch einmal auf die Richtigkeit seiner Zusammensetzung hin überprüft werden. Dazu wurde ein kleiner Teil des geschmolzenen Metalls (P...
Tigerzungengeld
Kleine Silberbarren aus dem Königreich Lanchang, das sich entlang des Mekong auf dem Gebiet des heutigen Laos und Ostthailands erstreckte. Charakteristisch für die vom ausgehenden 16. bis ins beginnende 18. Jh. als Zahlungsmittel gebräuchlichen zungenförmigen Barren ist ihre warzenähnliche Oberfläche, von Sammlern deshalb Tigerzungen genannt. Bei einer Länge von 100 bis 125 cm schwankte ihr Gewicht zwischen 70 und 100 g, der Feingehalt war uneinheitlich. Die gl...
Tikal
Gewichtseinheit eines Gewichtssystems im Gewicht von etwa 15,4 g im Gebiet von Hinterindien (Burma, Thailand, Kambodscha). In Burma und Thailand wurde der Tikal zur Silbermünzeinheit. In Siam (Thailand) hatte man schon vor Jahrhunderten Barrenwährungen entwickelt, die sich von den Währungen anderer Kulturen unterscheiden (Kanugeld, Tigerzungengeld, Blumengeld und Tok money). Die im Gewicht stark standardisierten vielförmigen Silberbarren basieren auf dem Tikal (Ka-Kim). In Bezug auf die Mün...
Tilla
Bezeichnung der Goldmünzen der Khane von Buchara, Kaschgar, Khiwa und Khokand im ausgehenden 18. und im 19. Jh. Die frühen Goldstücke wogen etwa 4,5 g, die späteren nur noch etwa 3,5 g. Es gab auch Halbstücke, alle zeigen arabische Schriften. Die persischen Goldmünzen der Safiwiden wurden Tilla genannt, auch in Afghanistan war die Bezeichnung gebräuchlich.
Timmin
Bezeichnung des italienischen Luigino in der Türkei und Nordafrika. Er galt ursprünglich ein Sechstel, aufgrund der vielen minderwertigen Beischläge bald ein Achtel des Altun.
Tinkturen
Nach den Regeln der Heraldik waren zur Gestaltung der Wappen nur sechs Tinkturen zugelassen: Die vier Farben rot, blau, grün und schwarz und die beiden als Metalle bezeichneten Tinkturen silber (weiß) und gold (gelb). In der frühen Heraldik galt die Regel, dass nur eine Farbe und ein Metall für ein Wappen verwendet werden sollte, sodass die Stammwappen des Uradels meist zweifarbig sind. Später kamen auch mehrfarbige Wappen auf. Für Helmzier und Beiwerk war die Farbe purpur zugelassen. Seit...
Tippelgroschen
Unterwertige Groschenmünze des Deutschen Ordens aus den Jahren 1520/21, die der Finanzierung des Kriegs gegen Polen diente. Nach dem Krieg wurde sie im Wert herabgesetzt und 1528 verboten. Der Name rührt von 2 Punkten (Tippel) her, die im Feld der Münze zu sehen sind.
Tischlivierer
Vierpfennigstücke der Stadt Bern, die nach einem alten Brauch jedes Jahr am Ostermontag an Kinder verteilt wurden. Der Name geht auf einen Brauch zurück, der mit den jährlich zu Ostern abgehaltenen Wahlen zusammenhängt. Der Stadtrat zog am Ostermontag, der auch Tischlitag genannt wurde, feierlich auf und verteilte die neuen Münzen (ursprünglich 5-, später 4-Pfennig-Stücke) an die Kinder der Stadt, die sich hinter einem schmucken Tischchen ("Tischli") aufge...
Toea
Münze in Papua-Neuguinea, die mit der Unabhängigkeit 1975 eingeführt wurde. Die Währung ist nach dem Dezimalsystem unterteilt. 100 Toea = 1Kina.
Toison d'or
Niederländische Goldmünze, die von Philipp dem Schönen 1489 eingeführt wurde. Sie zeigt auf der Vs. den burgundischen Wappenschild mit Löwen als Schildhalter, auf der Rs. ein Blumenkreuz im Vierpass. Die etwa 4,5 g schwere Goldmünze wurde aus fast reinem Gold geprägt und galt 96 Gros flandre (flandrische Groschen). Sie wurde in den Niederlanden Gouden Vliesen, in Deutschland Goldenes Vlies genannt.
Tok money
Bezeichnung des Barrengelds der Städte Nan und Chiengmai im Norden Thailands, das bis ins 19. Jh. in Gebrauch war und vor allem als Brautgeld und zum Kauf von Land diente. Die meist silberhaltigen, runden Barren sind an den Unterseiten flach und an den Oberseiten gewölbt, die hohlen Wölbungen sind oft beschädigt (aufgebrochen). Sie haben einen Durchmesser zwischen 15 und 50 mm. Man unterscheidet vier Typen: 1. Als Tok Nan werden die massiven Barren bezeichnet, die aus Br...
Token
Marke mit Geldwert, von Privatleuten und Firmen ausgegeben, die im Umlauf akzeptiert und von den staatlichen Behörden als Zahlungsmittel geduldet wurde. Es gab sie in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Zeiten, eine große Vielfalt ging von England aus, mit Einschränkung auch von Irland und Schottland. Es handelte sich meist um kleine Werte wie Farthings oder Halfpennnies, die aus unedlen Metallen (u.a. Kupfer, Messing) geprägt wurden, aber auch silberne Tokens (Bank Tokens) und (sehr sel...
Tolar
Beim Tolar handelt es sich um die ehemalige Währung Sloweniens. Der Tolar war von Beginn der durch eine Volksabstimmung ausgelösten slowenischen Unabhängigkeit von Jugoslawien im Jahr 1991 bis zur Einführung des Euros am 1. Januar 2007 im Umlauf. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name der ehemaligen Währung Sloweniens „Taler“. Es galt: 1 Tolar = 100 Stotinov – es handelte sich also um eine Dezimalwährung.
Eckdaten des slowenischen Tolars
Merkmal
Beschreibung
Zeitraum
1991 bis...
Toman
Persische Goldeinheit, die Aka Mohammed Khan (1794-1797) im Jahr 1209 AH (1794 v. Chr.) im Gewicht von 8,2 g einführte. Der Toman war schon Rechnungsmünze, als noch der indische Mohur in Persien als Goldmünze umlief. Der Toman wurde bis 1924 regelmäßig geprägt, allerdings lag sein Gewicht zu diesem Zeitpunkt nur noch bei 3,2 g. Es gab Teilstücke bis zu 1/5 Toman und Mehrfachstücke bis zu 25 Toman (71 g).
Tombak
Legierung von goldähnlicher Farbe, die in der Neuzeit verschiedentlich für die Münzprägung verwendet wurde. Tombak ist mit Messing verwandt, besitzt aber einen höheren Kupferanteil; es ähnelt dem Aurichalkum, das die Römer zur Prägung der Sesterze verwendeten. Die kanadischen 5-Cent-Stücke von 1942/43 sind aus Tombak geprägt, die 5- und 10-Pfennig-Stücke der Bundesrepublik Deutschland sind mit Tombak plattiert. In der Medaillenprägung ...
Tormarken
Als die Städte früher noch durch Mauern und Tore gesichert waren, haben verschiedene Städte Tormarken ausgegeben, um die Ein- und Ausgänge zu überwachen. Die Tormarken hatten je nach Ort und Zeit verschiedenen Charakter. Manche Marken waren an Personen gebunden und gewährten ihren Inhabern freien Durchlass, wie z.B. in Nürnberg. Die Frankfurter Tormarken waren für Gespanne mit einer Gebühr für die Nutzung der städtischen Straßen verbunden.
Tornese
Italienische Bezeichnung für den Grostournois, der in Deutschland Turnosegroschen oder Turnose genannt wurde. Die italienischen Nachahmungen der französischen Silbermünze kamen erst im späten 15. Jh. auf und hatten kaum Ähnlichkeit mit ihrem Vorbild. Sie waren meist nur aus schlechtem Billon geprägt. In Neapel bezeichnete man ein Kupfernominal als Tornese. Ein Tornese galt 6 Cavalli, es gab auch Mehrfachstücke bis zu 10 Tornesi. Die letzten Stücke wurden 1859 geschlagen.
Tornesello
Venezianische Billonmünze, die im 14. Jh. speziell für die Besitzungen der Republik Venetia in Dalmatien und Griechenland geprägt wurde.
Tornez
Portugiesische Groschenmünze des 14. Jh.s nach dem Vorbild des französischen Gros tournois.
Tornowsche Groschen
Unterwertige brandenburgische Groschen, die auf Veranlassung des Kammerrats Dr. Tornow (1651-1661) in Berlin geschlagen wurden. Der Zweck der sehr minderwertigen Prägung war es, die Kasse des sich in Geldnot befindenden Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) aufzubessern. Eine Krise des brandenburgischen Münzwesens führte aber dazu, dass 1660 die Turnowschen Groschen und ihre Doppelstücke sowie die ebenfalls schlechten 1-, 6-, und 32-Pfennig-Stücke auf die Hä...
Torques
Ein nicht geschlossener Ring mit verdickten Enden, den die Kelten in Gallien früher als eine Art Halsring trugen. Auf keltischen Münzen ist der Torques häufig dargestellt, sowohl als Beizeichen wie auch am Hals und an der Hand der dargestellten Personen. Man vermutet, dass es sich um Schmuckgegenstände der Kelten handelt, sie dienten auch dazu, Kleidungsstücke zusammen zu halten. Nach Siegen über die Kelten stellten die Römer die Torques als Beutestücke und Siegessymbole aus. Deshalb lie...
Tostão
Portugiesische Silbermünze im Gewicht von ca. 9,96 g, die König Manuel (1495-1521) einführte. Im Gewicht gleicht sie dem italienischen Testone, zeigt aber nicht das für die Renaissancemünzen typische Porträt auf der Vs., sondern das portugiesische Wappen.
Totengeld
Geld, das man den Toten mit ins Grab legte, kam in vielen Kulturen vor. Der Begriff umfasst nicht nur Münzen, sondern auch vormünzliche Zahlungsmittel. Das Totengeld hat in China große Bedeutung, wo neben dem Geld, das für den Umlauf vorgesehen und den Toten mitgegeben wurde, auch speziell Totengeld hergestellt wurde und bis heute noch angefertigt wird. Chinesisches Totengeld gibt es als Münzen, als Sycee-Silber und seit dem Beginn des 20. Jh.s auch als Papiergeld, das ...
Tournay Groat
Unter dem englischen König Heinrich VIII. zur Zeit der Besetzung der französischen Stadt Tournay (1513-1518) geprägter Groat. Die Silbermünze gibt es in zwei Typen, ersterer mit der Büste des Königs auf der Vs. und dem Wappen auf der Rs., letzterer mit dem gekrönten Wappen auf der Vs. und der Initiale H zwischen Löwen und Lilien. Es war die letzte Prägung englischer Könige auf französischem Boden. Der Tournay Groat ist heute sehr selten.
Trade Dollar
Für den Ostasienhandel von den USA, Japan und Großbritannien geprägte Handelsmünze. Im 18. Jh. drangen in den ostasiatischen Raum spanisch-mexikanische Pesos als Handelsmünzen ein, die im 19. Jh. zu begehrten und unabdingbaren Zahlungsmitteln wurden. Die USA, die an dem Geschäft teilhaben wollten, prägten von 1873 bis 1885 speziell für dieses Gebiet Trade Dollars, ebenso Japan von 1874 bis 1877 und Großbritannien (1895-1935). Die amerikanischen und ...
Trambiyo
Indische Kupfermünze, die vom 18. Jh. bis zur Unabhängigkeit Indiens 1947 in einigen Fürstentümern (u.a. Bhaunagar, Dschunagadh, Katsch) im nordwestlichen Indien geprägt wurde. 2 Trambiyo = 1 Dokdo, 48 Trambiyo = 1 Kori.
Tranquillitas
Weibliche Personifikation der Ruhe, die auf Münzen der römischen Kaiserzeit mit den Attributen Ähren, Steuerruder und Zepter unter den Kaisern Hadrian, Antoninus Pius und Philippus erscheint. Mit der Tranquillitas verbanden die Römer die Vorstellung einer friedvollen Zeit ohne Kriege, Mord und Totschlag.
Transportation Tokens
Englischsprachige Bezeichnung für Token (Marken), die als Geldersatzmittel für Bus, Eisenbahn, Straßenbahn, Schifffahrt und ähnliche Formen der Personenbeförderung dienen. Der Ausdruck ist in den USA gebräuchlich, in Europa werden sie als Fahrmarken gesammelt.
Trauerrubel
Russische Rubelmünze aus dem Todesjahr des Zaren Peter I. (1725), auf der Zarin Katharina I. (1725-1727) ohne Krone und andere Herrschaftsinsignien dargestellt ist.
Tremissis
Spätrömische Goldmünze im Wert von einem Drittel des Solidus, irrtümlich oft als Triens (Drittel-As) bezeichnet. Der Tremissis wurde im 4. Jh. v. Chr. nur gelegentlich geprägt, im 5. Jh. aber regelmäßig und immer häufiger. Die Byzantiner übernahmen ihn und prägten ihn weiter. Auch die germanischen Könige, die während der Völkerwanderungszeit mit den Römern und Byzantinern in Berührung kamen, ließen den Tremissis nach deren Vorbild schlagen. Die germanischen Nachahmungen des Tremi...
Treseta
Kupfermünze der Insel Mallorca (Balearen) im Wert von 6 Dineros, die von 1722 bis 1724 geschlagen wurde.
Tressis
Bezeichnung für die römische Münze zu 3 Asses. Das Wort ist zusammengesetzt aus dem lat. tres (drei) und As. Der Tressis kommt beim frühen altitalisch-römischen Schwergeld( Aes grave) vor. Außerdem taucht die Bezeichnung gelegentlich für spätrömische Provinzial- und Kolonialmünzen im Wert von 3 Assaria( Assarion) auf.
Trezain
Anglo-gallische Billonmünze, die König Heinrich VI. von England (1422-1461) seit 1422 für seine französischen Besitzungen prägte. Ihr Wert von drei Denier tournois ist in der lat. Umschrift TURONIS TRIPLEX ausgedrückt.
Tridacna-Geld
Muschelgeld aus der Schale der Riesen-Mördermuschel (Tridacna gigas), die bis zu mehreren Zentnern schwer werden kann. Auf den Salomon-Inseln (Südsee) und im Norden Neuguineas waren früher die bis zu mehreren Kilogramm schweren Geldringe begehrt, die aus der Schale dieser Riesenmuschel gefertigt wurden. Sie dienten als Zahlungsmittel, Brautpreis, Geschenkgabe und zur Sühne für Getötete. Auf der Insel Yap, die um die Jahrhundertwende Schutzgebiet des deutschen K...
Tridrachme
Eigentlich Tridrachmon, antike griechische Münze zu 3 Drachmen. Das Stück wurde aber nur selten geprägt. Nach dem korinthischen Münzfuß, der auf der Dreiteilung des Staters basiert, stellt die Tridrachme den silbernen Stater dar. Außerdem entsprach die Didrachme nach äginäischem Münzfuß einer Tridrachme im rhodischen Fuß.
Triens
Antike Bronzemünze der Römischen Republik im Wert von einem 1/3 As oder von 4 Unciae, die sowohl in den Reihen des gegossenen Aes grave vorkam wie auch später in den gewichtsreduzierten Serien der geprägten AE-Münzen. Irrtümlich wird die Bezeichnung Triens oft auch für eine römische Goldmünze (den Drittelsolidus) verwendet, die Tremissis benannt ist.
Triens um 225-217 v. Chr.
Trihemiobol
Kleine antike griechische Silbermünze zu 1 1/2 Oboloi. Das Nominal wurde in Athen und Zentralgriechenland ausgeprägt und galt eine Vierteldrachme.
Eion (Makedonien), Trihemiobol aus dem 5. Jh. v. Chr.
Trillina
Auch Terlina, eine oberitalienische Billonmünze im Wert von 3 Denari, die zwischen dem 15. und 17. Jh. v. Chr. geprägt wurde.
Triobol
Antike griechische Silbermünze zu 3 Oboloi, die dem Wert einer halben Drachme( Hemidrachme) entsprach. Das Nominal wurde fast in der gesamten antiken griechischen Welt häufig gemünzt.
Chersonesos (Thrakien), Triobol um 400-350 v. Chr.
Triskeles
Dreibein
Griech. Wort für Dreibein, ein Emblem, das auf antiken Münzen häufig vorkommt. Es besteht aus drei angewinkelten menschlichen Beinen, die in der Art eines Sonnenrades geformt sind. Das Dreibein wird ursprünglich naturalistisch, später in abstrakter Form (statt der Beine sind nur noch Haken und Bögen zu sehen) dargestellt. Auf den alten Athener Wappenmünzen ist das Dreibein als Münzbild und als Beizeichen auf Geprägen von Syrakus, Korinth, Aspendos und Selge zu sehen. In abstrak...
Tritetartemorion
Auch Tritemorion, bezeichnet eine kleine griechische Silbermünze zu 3/4 Obol.
Tropaeum
Ein aus Lanzen, Brustpanzern, Helmen und Feldzeichen zusammengestelltes Denkmal, Symbol des Sieges nach einer Schlacht. Auf einer Reihe antiker griechischer und römischer Münzen ist das Tropaeum dargestellt. Meist sind noch Nike oder Victoria dabei, auf Münzen der römischen Kaiserzeit sitzen oft niedergeschlagene oder gefesselte Gefangene daneben. Auf der Rückseite einer römischen Silbermünze der Republikzeit gehört die Darstellung der Victoria mit Tropaeum zum Münztyp, der danach Vict...
Tropfkopeke
Sammlerbezeichnung für russische Münzen, die tropfenförmig aussehen. Die Tropfenform rührt von der Machart der Schrötlinge her, die aus einem plattgeschlagenen Silberdraht gefertigt wurden. Deshalb ist die Bezeichnung Drahtkopeke zutreffender.
Troy Ounce
International bedeutendes Edelmetallgewicht, das 31,1035 g wiegt. 1 Troy Ounce = 20 Pennyweights = 480 Grains. 12 Troy Ounces = 1 Troy Pound (siehe dort).
Troy Pound
Traditionelle Gewichtseinheit für Edelmetalle in England vom Mittelalter bis heute, die sich auch in anderen Ländern durchgesetzt hat. Ursprünglich handelt es sich um das Pfund der französischen Stadt Troyes, das die Engländer schon im Mittelalter übernahmen. Das Troy Pound wiegt 373,242 g und ist unterteilt in 12 Troy Ounces (Unzen) zu je 31,1035 g und in 240 Pennyweights zu je 1,555 g und in 5760 Grains zu je 64,8 mg.
Trugschriften
Unlesbare, sinnlose oder entstellte Münzaufschriften, die meist bei der Münzprägung kulturell unterentwickelter Völker entstanden, die in Berührung mit Hochkulturen kamen. Meist waren die betreffenden Münzer Analphabeten und ahmten die ihnen unbekannten Schriftzeichen mehr oder weniger getreu nach oder brachten sie in Verbindung mit ihnen bekannten Zeichen einer anderen Ordnung (z.B. magische Zeichen, Runen etc.). So gibt es keltische Münzen, die ihre griechisc...
Tscherwonetz
Russische Bezeichnung für westeuropäische Goldmünzen, vor allem Dukaten. Der russische Ausdruck bedeutet etwa "Rote Münze". Die 1923 ausgeprägte russische Goldmünze zu 10 Rubel wird auch als Tscherwonetz bezeichnet. Die von der Sowjetunion 1975 ausgeprägte goldene Tscherwonetz war nur zum Verkauf ins Ausland gedacht und sollte Devisengewinne einbringen.
Tscherwonetz = 10 Rubel 1923
Tschetwertak
Bezeichnung des russischen 25-Kopekenstücks im Wert von 1/4 Rubel, zuvor Polupoltina und Polupoltinik genannt. Der Ausdruck Tschetwertak (abgeleitet von Tschetwerka = ein Viertel) kam im 19. Jh. in Gebrauch.
Tschetwertina
In Russland wurden 1654 europäische Talermünzen in vier Teile zerschnitten und überprägt. Sie wurden aufgrund ihres Wertes zu 1/4 Rubel als Tschetwertina bezeichnet (Tschetwerka = ein Viertel). Die Viertelstücke sollten als Übergangsmünzen dienen, ihre Ausgabe wurde aber gestoppt, weil sie gegenüber dem Rechenrubel erheblich unterwertig waren. Sie zeigen auf den Vs.n den Zaren zu Pferd und die Wertangabe, auf den Rs.n Name und Titel des Zaren und die kyril...
Tughra
Kunstvoll kalligraphisch verschlüsseltes arabisches Herrschersymbol, das Name und Titel des Herrschers sowie seines Vaters enthält. Die Seldschuken führten die Tughra ein, die auf die asiatische Bogen-Pfeil-Symbolik zurückgehen soll, aber auch als Abdruck der geöffneten Hand (Handsiegel) gedeutet wird. Ihre endgültige Form entwickelte die Tughra bei den Osmanen. Die Wurzel der Tughra wird von unten nach oben gelesen und bleibt lebenslang immer gleich. Mit der Tughra konnte der Sultan seine...
Tugrik
Auch Tukhrik oder Togrok, bezeichnet die Währungsmünze der Mongolei. 1 Tugrik = 100 Mongo. Kennzeichen der Gepräge der Mongolei (seit 1925) auf den Vs.n ist das Soyombo-Emblem, ein altes Symbol der Mongolei. Es zeigt oben eine Flamme als Zeichen des Wohlstands, darunter Sonne und Mond als Symbol für ewiges Leben der Nation, zwei Dreiecke als Zeichen der Bedrohung der Feinde mit dem Tod. Die beiden waagrechten Balken stehen für Ehrbarkeit, die beiden senkrechten Balken (a...
Turmtaler
Der Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587-1612) ließ im Jahr 1593 in Hall (Tirol) eine Talermünze prägen, die auf der Rs. einen von Wellen umtosten Turm zeigt. Die Vs. zeigt den Stiftsheiligen St. Rudpertus über dem Wappen. Die Turmtaler sind in Erinnerung an die Türkenkriege geschlagen, zu denen die erzbischöflichen Truppen allerdings nicht viel beigetragen haben sollen. Es gibt verschiedene Stempelvarianten, Doppel-, Halb- und Viertelstücke sowie Goldabschläge.
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Turner
Schottische Kupfermünze zu 2 Pence, die zwischen 1604 und 1697 häufig ausgegeben wurde. Die Vs. zeigt die Krone über gekreuzten Schwertern, die Rs. gekrönte Disteln. 1642 erhielt die Münze den Beinamen Bodle.
Turnose
Auch Turnosegroschen oder Turnos, ist eine Bezeichnung für den franz. Gros tournois und seine Nachahmungen und Beischläge von deutschen und niederländischen Münzständen. Seit dem ausgehenden 13. Jh. wurden Nachahmungen der französischen Groschenmünze geprägt, die sich zunächst noch weitgehend an das Münzbild des Vorbilds (Chatel tournois im beschrifteten Doppelrand) hielten. Die franz. Groschenmünzen und ihre Nachahmungen liefen zunächst im niederländischen, westdeutschen und südwe...
Twopence
Englische Münze zu 2 Pence, die meist in Silber, selten in Kupfer (wie der Cartwheel) geprägt wurde. Das Nominal ist besser bekannt als Half Groat (halber Groat) und wurde von Königin Viktoria durch den Threepence verdrängt, im Maundy money allerdings beibehalten.
Tyche
Tyche ist die griechische Göttin des Schicksals, des Glücks und des Zufalls, und wird mit der römischen Fortuna gleichgesetzt. Ursprünglich eine Göttin und Glücksbringerin der Seefahrer, wurde sie später an vielen Orten der griechischen Welt als Stadtgöttin mit großzügigen Tempeln verehrt, etwa in Alexandria und Antiochia.
Wichtige Attribute der Tyche
Als Göttin, die sowohl glückliche als auch böse Fügungen bewirken kann, ist Tyche von zwiespältigem und unberechenbarem Charakter. ...
Tympf
Geringhaltiger polnischer Ort (Vierteltaler), der nach dem Münzpächter Andreas Tympf benannt ist, der die Silbermünze nach 1654 auf 1/5 Taler verschlechterte. Die auch Achtzehngröscher genannte Münze erfuhr weitere Verschlechterungen. Sie wurde auch in Preußen geprägt.