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Münzlexikon

Wörterbuch der Münzkunde, das in alphabetischer Reihenfolge numismatische Ausdrücke und Begriffe definiert, beschreibt oder erläutert. Solche lexikalischen Werke gab es seit dem 18. Jh., sowohl in Form von umfangreichen mehrbändigen Werken mit durchaus enzyklopädischem Anspruch, bis zu kleinen Bändchen, die nur dürftige Informationen gaben. Ein wertvolles und heute noch verwendetes Münzlexikon ist das 1930 von Friedrich Freiherr von Schrötter herausgegebene „Wörterbuch der Münzkunde“, obwohl wichtige Grundlagen fehlen und einige Erkenntnisse durch die Entwicklung der Numismatik bereits überholt sind. Inzwischen sind verschiedene Lexika mit verschiedenen Schwerpunkten entstanden, denn es ist schwierig, auf dem uferlosen Gebiet der Numismatik auch nur die wesentlichsten Begriffe zu erklären. Manche Lexika streifen auch die der Münzkunde verwandten Gebiete wie Papiergeld oder Medaillen und beschreiben auch die vormünzlichen Zahlungsmittel. Zudem steht es den Herausgebern der Lexika frei, ihren Schwerpunkt eher auf die Münztechnik und Münzmetalle zu legen. Die meisten neueren Lexika legen ihren Schwerpunkt auf die Neuzeit und beziehen nur Grundsätzliches aus Antike und Mittelalter in das Lexikon mit ein. Die Ausdehnung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bietet die Möglichkeit, die niederländischen, schweizerischen und österreichischen Gebiete stärker einzubeziehen.

Auf jeden Fall sollte ein Münzlexikon die wichtigsten numismatischen Daten der europäischen Länder erwähnen, soweit sie weltweite Bedeutung erlangten oder Einfluss auf die geldgeschichtliche Entwicklung wichtiger deutscher Nominale hatten. Neuere Lexika sollten auch auf die steigende Bedeutung der geldgeschichtlichen Forschung eingehen und einige Grundbegriffe der amerikanischen Numismatik erklären. Ferner sollten die Geschichte des Bankwesens oder die Edelmetallflüsse im Lexikon erläutert werden. Die Namen bedeutender Numismatiker, Medailleure und Münztechniker sollten Erwähnung finden, ebenso die Kennbuchstaben der Münzstätten. Die Aufführung von Sammlerbezeichnungen und die Benennung der gängigsten volkstümlichen Münzbezeichnungen sollten selbstverständlich sein. Ein Münzlexikon kann heute nur noch eine Einführung in die Numismatik bieten und grundsätzliches Basiswissen aufarbeiten.