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Methuen-Vertrag

Der am 27. Dezember 1703 zwischen Portugal und England abgeschlossene Vertrag ist nach dem englischen Diplomaten John Methuen benannt. Der Vertrag erlaubte eine zollgünstige Einfuhr von portugiesischem Wein (Portwein, Sherry) gegen eine Bevorzugung englischer Textilien. Die gegenseitigen Vereinbarungen waren ursprünglich gegen die französische Wirtschaft gerichtet. Die Konsequenzen des Vertrags waren weitreichend: Wirtschaftlich wurde Portugal (Agrarstaat) von dem Industriestaat England abhängig. Die ständig negative Handelsbilanz Portugals musste mit Edelmetall ausgeglichen werden. Das führte zum Abfluss der in der Provinz Minas Gerais (portugiesische Kolonie Brasilien) 1694 entdeckten Goldvorkommen - die bedeutendsten der damaligen Zeit - nach England. Die Goldmengen sorgten dafür, dass in England schon früh faktisch eine Goldwährung herrschte. Damit war die Goldprägung Englands gesichert, aber die Silber- und Kupferprägung war nicht mehr lohnend; jahrzehntelang kam der Staat seiner Verpflichtung, für einen ordentlichen Geldumlauf zu sorgen, nicht mehr nach. Die Unterversorgung konnte mit spanisch-amerikanischen Pesos, einigen privaten Silberprägungen (Silber-Token), Papiergeld privater Notenbanken und mit privaten Prägungen von Scheidemünzen (Kupfer-Token) nur mühsam in Grenzen gehalten werden. Zudem zerrütteten der Unabhängigkeitskrieg Nordamerikas und die Kriege in der Folge der französischen Revolution das Münzwesen der reichen und fortgeschrittenen Industrienation. Die Münzreform von 1816 führte nun auch förmlich die Goldwährung in Form des in riesigen Mengen geprägten Sovereigns (auf Basis des englischen Pfund Sterling) ein, der zur bedeutendsten Weltmünze des 19. Jh.s wurde.

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