Das große Reppa Münzen-Lexikon
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46 Beiträge in dieser Lexikon KategorieIchi-Bu Gin
Itsi-Bu Gin
Auch Itsi-Bu Gin ist eine rechteckige Münze in Silber (jap.: Gin) im Wert eines Bu, die in Japan seit der Tempo-Ära von 1837 bis in die Kwaheishi-Ära 1869 im Gewicht von etwa 8,66 g geprägt wurde.
IHS
Griechische Abkürzung für Jesus, volkstümlich als "Jesus, Heiland, Seligmacher" gedeutet. Das Christusmonogramm findet sich auf vielen Münzbeschriftungen seit dem 15. Jh.
Ikilik
Türkische Bezeichnung des 2-fachen Ghurush (doppelter Piaster), nach dem türkischen Zahlwort iki (zwei).
Imadi Riyal
Silbermünze in Dollargröße aus dem Mutawakkilitischen Königreich (Jemen) aus der Regierungszeit des Imams Yahya Bin Mohammed (1904-1948). Sie wurde 1948 durch den Ahmadi Riyal ersetzt.
Imhoof-Blumer
Schweizer Sammler und Numismatiker, der die Stempel-Sequenzen alter griechischer Münzen erforschte. Darauf beruht die moderne chronologische Einteilung der antiken Münzen Griechenlands. Seine umfangreiche Sammlung griechischer Münzen (ca. 20.000 Exemplare) schenkte er 1900 dem Berliner Münzkabinett, seine Sammlung schweizerischer Münzen und Medaillen ging durch Schenkung 1871 an seine Heimatstadt Winterthur. Er veröffentlichte u.a. "Porträtköpfe auf Mü...
Imitativprägungen
Barbarisierende Nachahmungen von Münzen, oft mit Verfremdung bekannter Münzbilder, wie z.B. die Imitativprägungen langobardischer Herrscher von byzantinischen Münzen.
Immobilisierter Typ
Erstarrtes Gepräge
Bezeichnung für ein Münzbild, das über einen längeren Zeitraum nahezu unverändert beibehalten wurde, wie z.B. die vier Haupttypen der mittelalterlichen Otto-Adelheid-Pfennige oder der Haupttyp des venezianischen Zecchino, der über mehr als 500 Jahre konstant blieb. Der Ausdruck ist an die französische Bezeichnung "type immobilisé" angelehnt, manchmal wird im Deutschen auch der Ausdruck "erstarrtes Gepräge" benutzt. Dazu können auch postume Münzen zählen, wenn Bild...
Immobilisierung
Beibehaltung eines beliebten Münzgepräges (Bild und/oder Schrift) über einen langen Zeitraum, wie im Fall der karolingischen Münzen nach Karl dem Großen.
Imperator
Seit dem 2. Jh. v. Chr. in der römischen Republik Ehrentitel der siegreichen (obersten) Feldherren, die auf Initiative der Soldaten, seltener des Senats, zum Imperator ausgerufen wurden. Der Kaiser kann mehrmals - jeweils nach militärischen Siegen - zum Imperator ausgerufen werden, auf Münzen mit IMP abgekürzt. Mehrfache Akklamationen wurden mit einer Iterationszahl versehen, z.B. IMP II, IMP III. Bei Caesar wurde der Titel Imperator jedoch als Namensbestandteil angesehen und...
Imperial
Bezeichnung der russischen Goldmünze zu 10 Rubel, die seit 1755 unter Zarin Elisabeth (1741-1762) geprägt wurde. Sie zeigt auf der Vs. die Büste der Herrscherin, auf der Rs. ein aus 5 Schilden gebildetes Kreuz mit der Jahreszahl in den Winkeln. Unter Zar Nikolaus II. (1894-1917) erschienen von 1895-1897 auch Stücke mit der Schrift Imperial bzw. Poluimperial, letztere für die Halbstücke (5 Rubel). Es handelte sich um Muster in geringen Stückzahlen, die nicht in ...
Impfmedaillen
Zweig des Sammelgebiets Medicina inNummis, das mit dem Aufkommen der Pockenimpfung in der Mitte des 18. Jh.s entstand. Es gibt Gepräge auf Ärzte, die sich besonders für die Impfung eingesetzt haben, einige Medaillen zeigen z.B. den Entdecker der Vaccination, Edward Jenner, der am 14. März 1796 zum ersten Mal die Pockenimpfung verabreichte. Auch Mütter, die ihre Kinder impfen ließen, erhielten Medaillen als Prämie. Sie sollten wohl vor allem zu Werbezwecken f&...
Inchiquin Money
Bezeichnung für die irischen Crowns, Halfcrowns, Shillings, Ninepence, Sixpence und Groats, die während der Rebellion 1642 ausgegeben wurden. Das Notgeld ist nach Lord Inchiquin benannt, der die protestantische Armee der Provinz Munster befehligte. Die Silberstücke sind sehr unregelmäßig, Aufstempelungen geben das Gewicht der Münze an.
Indian Head Cent
Der fünf Jahrzehnte lang (von 1859 bis 1909) geprägte Typ des US-amerikanischen 1-Cent-Stücks (small cent) zeigt auf der Vs. eine federgeschmückte, aber „unechte” Indianerin. Als Vorlage des Entwurfs soll James B. Longacre das Porträt seiner Tochter Sarah gedient haben. Die Rs. zeigt die Wertbezeichnung ONE/CENT im Kranz, der 1860 modifiziert und oben mit einem Wappenschild versehen wurde. Zuerst wurden die Stücke in Kupfernickel (88% Kupfer, 12% Nickel) geprägt, was ihnen ein helles ...
Indio
Portugiesische Silbermünze zu 33 (kupfernen) Reis, die um 1500 in der Regierungszeit Manuels I. (1495-1521) eingeführt wurde. Die Vs. zeigt den gekrönten Wappenschild, die Rs. ein Kreuz.
Indossament
Bezeichnung für einen auf der Rückseite (ital.: in dosso) eines Wechsels oder Orderpapiers geschriebenen Vermerk, der die auf dem Papier geforderte Leistung auf eine bis dato unbeteiligte Person überträgt. Das Indossament wurde wohl im beginnenden 15. Jh. in Genua entwickelt. Bedeutung im internationalen Zahlungsverkehr erlangte das Indossament in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s an der Neuen Börse in Antwerpen.
Indulgentia
Römische Personifikation der Gnade und Nachsicht, die auf Münzen der röm. Kaiserzeit seit Hadrian (117-138 v. Chr.) erscheint.
Darstellung der Indulgentia auf einem Doppeldupondius desAntonius Pius
Inflation
Ein Prozess anhaltender allgemeiner Preissteigerung, gemessen an einem bestimmten Preisindex, z.B. Lebenshaltungskosten, Bruttosozialprodukt usw. Nach der Höhe der Preissteigerung unterscheidet man zwischen schleichender, trabender oder galoppierender (auch Hyper-) Inflation, letztere kommt meist in Verbindung mit allgemeinen Währungskrisen vor. Ein Sonderfall war die verdeckte oder aufgestaute Inflation während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, wobei die Preissteigerung dur...
Inflationsgeld
Inflationsgeld, auch bekannt als Notgeld aus Zeiten extremer Geldentwertung, bezeichnet Banknoten oder Münzen, die während einer starken Inflation ausgegeben wurden. Insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte die Welt mehrere Phasen von Hyperinflation, bei denen das Vertrauen in die offizielle Währung stark schwand und alternative Zahlungsmittel eingeführt wurden.
Definition und Ursachen von Inflationsgeld
Inflationsgeld wird ausgegeben, wenn der Wert der offiziellen Wä...
Infula
Bezeichnung eines Geflechts aus weißen und scharlachroten Wollflocken, das von römischen Priestern und Priesterinnen - meist in Verbindung mit einer Vitta - um den Kopf getragen wurde. Das Tragen der Infula zeigte an, dass der Kopf des Trägers einer Gottheit geweiht war. Bei Opferungen konnte auch der Kopf des Opfertiers mit einer Infula geschmückt werden.
Inhaberpapiere
Wertpapiere, deren verbriefte Rechte grundsätzlich vom Inhaber geltend gemacht werden können. Der Name des Berechtigten ist nicht genannt, so kann das Papier ohne Formalität den Eigentümer wechseln. Sie werden rechtlich wie bewegliche Sachen behandelt und haben deshalb eine hohe Umlauffähigkeit. Beispiele sind z.B. Inhaberaktien, Inhaberschecks und Inhaberschuldverschreibungen.
Initialmarke
Gelegentlich verwendeter Ausdruck für eine Münzort- oder Offizinmarke, wenn sie vor der Inschrift steht, auch Initialzeichen.
Inkunabeltaler
Zeitgenössische Bezeichnung für die ersten Talermünzen und Guldengroschen, die bis zu den 20er Jahren des 16. Jh.s entstanden sind. Das Wort ist aus der Buchdruckerkunst entlehnt, wo es die ersten Wiegendrucke (lat.: incunabula, "Windel, Wiege") bezeichnet, die um 1500 noch in Anlehnung an die alten Handschriften entstanden sind und sich der Mönchsschrift (Fraktur und Ligatur) bedienen. Auch die frühen Joachimstaler, Klappmützentaler, Ursulataler, Guldiner und Gul...
inkuse Münzen
Bezeichnung für Münzen, deren erhabenes Relief der Vs. sich auf der Rs. negativ vertieft zeigt. Insbesondere werden die verhältnismäßig großen Silbermünzen der griechischen Städte Unteritaliens aus der archaischen Zeit zwischen 550 und 480 v. Chr. lat. als Incusi (die Bearbeiteten, die Geschmiedeten) bezeichnet. Sie kommen als Statere und ihre Teilstücke vor, die aus Caulonia, Croton, Laus, Metapont, Poseidonia, Rhegion, Siris, Sybaris, Tarent und dem sizilischen Messana stammen. Der R
Inngold-Dukaten
Dukaten aus dem Waschgold des Flusses Inn, die vom Kurfürstentum bzw. Königreich Bayern zwischen 1756 und 1830 geprägt wurden.
Inschrift
Im Gegensatz zur Umschrift, die längs des Randes auf der Vs. oder Rs. der Münze angebracht ist, befindet sich die Inschrift im Bereich des Münzfeldes.
Insignien
Symbolische Kennzeichen der Macht, Würde oder Amtsgewalt, die seit der Antike auf Münzen erscheinen. Dazu gehören Diadem, Krone oder Fasces (Stabbündel). Zu den Reichsinsignien der Römisch-Deutschen Kaiser zählen Krone, Zepter und Reichsapfel.
Interimstaler
Bezeichnung einiger Münzen in Talergröße, die in verschiedenen Varianten zum Spott auf das Augsburger Interim von 1548 gemünzt wurden. Obwohl Theologen beider Konfessionen an dem von Karl V. erlassenen Reichsgesetz mitgearbeitet hatten, wurde die bis zum Augsburger Religionsfrieden (1555) geltende Übergangslösung vor allem in den norddeutschen Territorien abgelehnt. Die Interimstaler aus Magdeburg zeigen Christus, ein Ungeheuer beschwörend, das als Sinnbild f&...
Interregnum
Zeit zwischen dem Ende der Regierungszeit des alten und dem Beginn der Regierungszeit des neuen Herrschers. In Deutschland wird die kaiserlose Zeit zwischen dem Tod Konrad IV. im Jahr 1254 und der Wahl Rudolfs I. 1273 als Interregnum bezeichnet.
Inti
Münzeinheit der Republik Peru von 1985 bis 1991, benannt nach dem Sonnengott der Inka. 100 Céntimos = 1 Inti. Zwischen 1985 und 1988 wurden 1- und 5-Inti-Stücke aus Neusilber ausgemünzt, die auf der Vs. das peruanische Staatswappen, auf der Rs. den Großadmiral Miguel Grau zeigen. Interessant ist der halbe Inti aus Silber von 1989 mit einem Gewicht von 16,81 g (925/1000 fein), der als Versuchsprägung auch in Kupfernickel vorkommt. Die Vs. zeigt das Liktorenbü...
invenit
Meist mit inv. abgekürzte lat. Bezeichnung (er hat erfunden) für den Designer, den Hersteller des zeichnerischen Entwurfs einer Medaille, im Gegensatz zum fecit des Stempelschneiders.
Iridium
Iridium ist ein Edelmetall mit dem chemischen Zeichen Ir und gehört zu der Gruppe der Platin-Metalle. Der Schmelzpunkt des sehr harten und spröden, silbrig-weiß glänzenden Edelmetalls liegt bei 2454 °C. Mit einer Dichte von 22,56 g/cm³ gehört Iridium zu den schweren Metallen und besitzt die höchste Dichte. Das korrosionsbeständige Edelmetall wurde 1803 in London entdeckt. Wichtige Vorkommen liegen in Südafrika, im Ural, in Nord- und Südamerika, Tasmanien, Japan und Borneo. Es ist selt...
Irisches Pfund
Bei dem Irischen Pfund handelt es sich um die ehemalige Währung Irlands, die bis zum 31. Dezember 2001 das offizielle irische Zahlungsmittel war. Das von der irischen Zentralbank ausgegebene Geld wird auf Irisch als punt Éireannach und auf Englisch als Irish pound bezeichnet. Unterteilt war das Irische Pfund in 100 Pence, die im Irischen als pingin bezeichnet wurden.
Eckdaten des Irischen Pfunds
Merkmal
Beschreibung
Abkürzung
IEP (ISO 4217) oder Ir£
Wechselkurs (fix)
1 EUR = 0,787564 ...
Isabella
Beiname der spanischen Dublone aus der Regierungszeit der Königin Isabella II. (1833-1868).
Isargold-Dukaten
Aus dem Flussgold der Isar hergestellte Dukaten (1756-1830) der Kurfürsten und Könige (seit 1806) von Bayern. Sie zeigen auf der Vs. den Kopf des herrschenden Landesherrn, die Rs. zeigt den in der Isar sitzenden Flussgott mit Gefäßen zum Auswaschen des Goldes, im Hintergrund die Liebfrauenkirche von München. Im Abschnitt die Jahreszahl (lateinisch), die Umschrift lautet: EX AURO ISARAE.
Isargold-Dukat 1780
Ishu-Gin
Japanische Silbermünze zu 1 Shu, die im 19. Jh. in den Epochen Bunsei (1818-1830) und Kaei (1853-1860) ausgegeben wurde.
Isis
Ägyptische Göttin, Gattin des Osiris, Mutter von Horus und Harpokrates. Die ursprünglich ägyptische Göttin entwickelte sich zu einer der führenden Gottheiten des Mittelmeerraums in hellenistischer Zeit. Seit dem 2. Jh. v. Chr. erscheint sie auf zahlreichen Münzen, besonders häufig auf Alexandrinern. Häufig ist sie mit einem Hund, Harpokrates stillend oder als Schlange mit Krone und Brüsten dargestellt. Ihre Attribute sind die Isiskrone, das Sistrum (Klapper) und die Situla (Henkeleimer...
Isiskrone
Der Kopfschmuck der Göttin Isis besteht aus einer Sonnenscheibe zwischen zwei Hörnern des Rindes, manchmal mit Straußenfedern oder Uräusschlangen verziert. Sie findet sich auf dem Haupt der Göttin Isis, aber auch allein auf Münzen Ägyptens, Numidiens, Syriens, Kleinasiens und Griechenlands.
Italienische Lira
Die italienische Lira (Plural: Lire) war von 1861 bis 2001 die offizielle Währung Italiens sowie des Staates San Marino und des Vatikans. Abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung Libra für „Pfund“ war die Geschichte der italienischen Lira durch Instabilität und Wertverlust geprägt. Bis zur Einführung des Euro im Jahr 2001 folgte eine Inflation der nächsten, sodass Italien Ende der 1990er Jahren sehr erpicht darauf war, mit der neuen europäischen Währung an wirtschaftlicher Stabili...
Italma
Aluminium-Magnesium
In Italien entwickelte Aluminiumlegierung, die sich für die Münzprägung besser eignet als das sonst für Münzen gebräuchliche Aluminium. Die Legierung besteht aus 96,2% Aluminium (Al), 3,5% Magnesium (Mg) und 0,3% Mangan (Mn).
Iterationszahl
Zahl, die die Wiederholung der Erneuerung einer Amtszeit angibt und zur Datierung von Münzen der römischen Kaiserzeit wichtig ist. Aufgrund der Ämterhäufung der Kaiser seit Augustus wird die Datierung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nach den Ämtern der Kaiser vorgenommen. Das Amt des Volkstribunen (POT, TR. P) muss jährlich erneuert (iteriert) werden, seit Kaiser Nerva vom 10. Dezember eines Jahres bis zum 9. Dezember des nächsten Jahres. Wenn also das Amt &u...
Ius in nummis
Sammelgebiet von Münzen, Medaillen und Marken, die sich mit thematischen Darstellungen von Recht, Gerechtigkeit, Gesetzen, rechtlichen Bestimmungen usw. beschäftigen. Schon seit der römischen Republikzeit gibt es eine ganze Reihe von Münzen, die sich auf Recht (lat. ius) und Gesetz (lat. lex) beziehen. Zu dem Sammelgebiet zählen auch Darstellungen der Göttinnen Aequitas und Iustitia. Der Großteil des Sammelgebiets stammt aus der Neuzeit und stellt staats-, gesellschafts- und strafrechtlic...
Iustitia
Justitia
Römische Personifikation der Gerechtigkeit, erscheint selten auf Münzen der römischen Kaiserzeit. Ein bronzener Dupondius zeigt die Büste von Livia Drusilla, der Frau des Kaisers Augustus und Mutter des Kaisers Tiberius (14-37 v. Chr.), darunter die Schrift IVSTITIA. Später ist ihre Darstellung mit den Attributen Waage, Ölzweig, Zepter und Patera auf Münzen Hadrians zu sehen. Auf der Mehrzahl der Münzen ist Aequitas als ausgleichende Gerechtigkeit dargestellt. In der Neuzeit fin...
Iuventas
Römische Personifikation der Jugend, die nur selten auf römischen Münzen erscheint.