Das große Reppa Münzen-Lexikon
P
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Münzzeichen der Münze Dijon auf französischen Münzen vom 16. Jh. bis 1772, Le Puy (1590-1592), Pesaro auf Geprägen des Herzogtums Urbino (Italien) seit dem 16. Jh., Perugia auf päpstlichen Münzen und Prägungen zur Zeit der Römischen Republik, Poznan (Posen, auch CP) seit dem 14. Jh. bis 1601, Porto (seit dem 17. Jh.) für portugiesische Prägungen, Palma de Mallorca (1808-1837), Perth auf englischen Sovereigns 1871 bis 1931, Philadelphia auf 5-Cent-Stücken der USA und Prägungen für d...
Pa'anga
Bezeichnung der Währungseinheit des Königreichs Tonga seit der Einführung des Dezimalsystems 1967. Der Pa'anga (Tonga-Dollar) der polynesischen Inselgruppe steht in Währungsparität zum Australischen Dollar. 1 Pa'anga = 100 Seniti, 100 Pa'anga = 1 Hau. Es gibt interessante rechteckige Stücke (mit abgerundeten Ecken), die für den FAO-Plan herausgegeben wurden.
Pacifico
Bezeichnung einer Goldmünze von Barcelona (Katalonien), die Pedro von Portugal (1464-1466) im Jahr 1465 einführte. Sie zeigt auf der Vs. die Büste des Herrschers von vorn, auf der Rs. den Wappenschild. Es gab auch Halbstücke. Renatus von Anjou (1467-1470) führte die Prägung des Pacifico fort, und gab neben Halbstücken auch Viertelpacificos aus. Der Pacifico wurde in der Münzstätte Barcelona geprägt.
Packsattelgeld
Silberbarren in Form eines Packsattels, die bis zum 19. Jh. in Südchina, Birma und Thailand im Verkehr waren und der Bezahlung größerer Beträge dienten. Sie wurden meist in fast reinem Silber gegossen und entsprachen im Gewicht (meist mehrfach) dem Tael (chin. Gewichtseinheit). Sie zählen zu dem Sycee-Silber, das als Handelsbarren in weiten Teilen Chinas und Indochinas umlief.
Paduaner
Nachahmungen antiker Münzen, die im 16. Jh. vorwiegend in Padua hergestellt wurden, vorwiegend Sesterze und bronzene Medaillons. Es gibt Stücke, die sich eng an das Original halten, sowie frei erfundene Münzen von Kaisern, unter denen das Nominal gar nicht geprägt wurde. Die eigentlichen oder "echten" Paduaner gehen auf die Zusammenarbeit des Gelehrten A. Bassiano mit dem Stempelschneider G. Cavino zurück. Wie viele Fälscher argumentierten sie, den Sammlern Ersatz für schwer zu beschaffe...
Pagament
Zeitgenössische Bezeichnung für das aus alten Münzen geschmolzene Silber, das als Münzmetall zur Münzprägung wiederverwendet wurde. Bei fehlender oder zu geringer Silberausbeute des Bergbaus und steigendem Geldbedarf behalfen sich die Münzstätten damit, das zur Neuprägung notwendige Münzmetall aus dem Einschmelzen von alten Münzen, Edelmetallabfällen oder -geräten zu gewinnen. Die Konsequenz dieser Maßnahme war eine Verminder...
Pagoda
Alte Goldmünze Südindiens, die schon unter der Chanukya-Dynastie im 6. bis 12. Jh. umlief, charakteristisch war die Darstellung des Ebers als Münzbild. Die Pavallas der Tamil-Staaten (im äußersten Süden) gaben Pagodas aus, die einen Löwen als Motiv zeigen. Sie wurden im 11. Jh. in Kaschmir nachgeahmt, ein Fisch ist auf Pagodas der Pandyas dargestellt. Später (10.-13. Jh.) erschienen Nachprägungen, aber auch Tiger-Motive. Seit dem 9. Jh. gab es unter den Chera-Königen in Orissa Pagodas ...
Pahlewi
Bezeichnung der iranischen Herrscher-Dynastie (1925-1979) und der gleichnamigen iranischen Goldmünze, die nach dem Vorbild des früheren Toman zur Regierungszeit der beiden Schahs dieser Dynastie ausgegeben wurde. Der Begründer der Dynastie, Schah Riza Pahlewi, ließ den persischen Kalender während seiner Regierungszeit (1925-1941) auf das Sonnenjahr umstellen. Sein Sohn Mohammed Riza Pahlewi änderte die Datierung 1976 abermals auf das monarchische System (MS): Das Jahr 1355 nach der Hidschr...
Paisa
Die im 18./19. Jh. von einigen Kleinstaaten Indiens und der englischen Kolonialmacht geprägten Kupfermünzen wurden Paisa (Mehrzahl Paise) oder Pice (Pices) genannt: 64 Paise (Pices) = 1 Rupee (Rupie). Als die junge Republik Indien im Jahr 1957 die Dezimalwährung einführte, wurde die Bezeichnung Naya Paisa (Neue Paisa) für die 1/100-Unterteilung der Rupienwährung gewählt, um sie von der nicht-dezimalen Paisa zu unterscheiden:100 Naye Paise = 1 Rupee. Nach s...
Palästina-Pfund
Bezeichnung der Währungseinheit des zwischen 1918 und 1948 unter britischer Mandatsverwaltung stehenden Palästina. 1 Palästina-£ = 1000 Mils. Es wurden Münzen mit den Werten 1 Mil, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Mils ausgegeben, die beiden letzteren als Silbermünzen (720/1000 fein). Besonders gesucht ist das 1-Mil-Stück von 1947, das nur in fünf Exemplaren bekannt und dementsprechend teuer ist. Die Vs. zeigt den Landesnamen in Englisch (Palestine), Arabisch (Filistin) oder Hebräisch (Eretz Ji...
Palladium
Chem. Zeichen Pd, ein zur Gruppe der Platinmetalle gehörendes Edelmetall, das neuerdings gelegentlich als Münzmetall verwendet wird (Bahamas, China, Frankreich, Isle of Man, Russland, Tonga); teilweise mit Ruthenium legiert (Pd-Ru).
Pallastaler
Bezeichnung einer Talermünze von Sachsen-Weimar, die auf der Vs. die behelmte Göttin Pallas mit Lanze und Schild zeigt. Die Jahreszahl darüber (1622 bzw. 1623) wird vom Helm geteilt. Es gibt Varianten mit und ohne Kranz im Münzfeld. Die Rs.n zeigen behelmte Speere bzw. das behelmte Wappen mit der Umschrift NACH DEM ALTEN SCHROT UND KORN, zur Unterscheidung des vollwertigen Pallastalers von den minderwertigen Prägungen der Kipper- und Wipperzeit.
Pallium
Ursprünglich lat. Bezeichnung für den Tuchmantel, der in der Antike um beide Schultern bzw. um die linke Schulter des Mannes gelegt wurde, sodass die rechte Schulter frei blieb. Im Mittelalter eigentlich der Krönungsmantel des Königs bzw. Kaisers. In Bezug auf die kath. Kirche bezeichnet der Pallium einen weißwollenen Schulterstreifen, der mit sechs Kreuzen bestickt ist. Er diente seit dem 4. Laterankonzil 1215 als Zeichen der Gewalt der erzbischöflichen Rechtsprec...
Palmbaumtaler
Talermünzen, die eine Palme als Münzbild zeigen. Die Bedeutung des Palmzweigs als Sieges- und Friedenssymbol geht auf die Antike zurück. In der Neuzeit gilt der Palmbaum als Zeichen der Stärke und Widerstandskraft. Die Münzen von Waldeck und Pyrmont zeigen eine mit einem Stein beschwerte Palme mit dem Wahlspruch der Fürsten in der Umschrift: PALMA SUB PONDERE CRESCIT (Die Palme wächst unter dem Gewicht). Ähnlich sind die Palmbaumtaler der Abtei Fulda unter Abt Bernhard Gustav von Baden-D...
Paludamentum
Feldherren- und Soldatenmantel, mit dem die römischen Kaiser häufig auf Münzen dargestellt sind.
Pan
Ursprünglich griechischer Naturgott, besonders in Arkadien Gott der Hirten und Herden, daher oft halb als Ziegenbock gestaltet (Hörner, Tierohren, Bocksfüße, Ziegenbart, kleines Schwänzchen). Seine Attribute sind oft Pedum, Hase und Bock. Ein Typ der goldenen Lampsakener aus dem 4. Jh. v. Chr. zeigt Pan mit Ziegenhörnern. Die Verwandlung der Nymphe Syrinx in eine Schilfstaude ist auf Münzen von Thelpusa dargestellt. Als Mitglied des Thiasos (Kreises) von Kontorniaten dargestellt. Berühmt...
Panama-Pille
Volkstümliche Bezeichnung des 2 1/2-Centesimos-Stücks der Republik Panama von 1904, das in seiner Form an eine Pille erinnert. Die winzige Silbermünze wiegt 1,25 g (900/1000 fein) und ist wegen ihres geringen Umfangs in Sammlerkreisen inzwischen sehr beliebt und relativ teuer geworden. Sie zeigt auf der Vs. das Brustbild des spanischen Eroberers Vasco Nuñez de Balboa, auf der Rs. das Staatswappen.
Pano
Bezeichnung für eine kupferne Kolonialmünze Portugals zu 5 Reis im 18. Jh. Sie stellt ein Zehntel der Macuta dar.
Paolo
Päpstlicher Grosso zu 10 Baiocchi, der meist den stehenden Apostel Paulus (Paolo) als Münzbild zeigt. Er wurde zum ersten Mal unter Papst Paul III. (1534-1550) ausgeprägt und galt - ebenso wie der öfter geprägte Giulio - ein Zehntel des silbernen Scudo.
Papadopoli, Nicolo
Italienischer Numismatiker, dessen Katalog "Le Monete di Venezia" (3 Bde., 1893-1919) noch heute als Standardwerk über die Münzen der Venezianischen Republik gilt.
Papageientaler
Spottbezeichnung für einen preußischen Probetaler, den König Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) im Jahr 1788 schlagen ließ. Die rückseitige Darstellung des preußischen Adlers auf einer Erdkugel im ovalen Schild wurde als Papagei auf einer Schaukel verspottet.
Papetto
Quinto di Scudo
Bezeichnung einer päpstlichen Silbermünze zu 20 Baiocchi, die unter den Päpsten Gregor XVI. (1831-1846) und Pius IX. (1846-1878) geprägt wurde. Sie stellte praktisch das Doppelstück des Giulio dar. Da 5 Papetti einen Scudo galten, wird sie auch als Quinto di Scudo (Fünftel-Scudo) bezeichnet.
Papiergeld
Zahlungsmittel in Form von bedrucktem Papier, dessen Wert vom Staat (Staatsnote), von der ausgebenden Bank (Banknote) oder einer anderen befugten Institution garantiert wird. Das erste Papiergeld zirkulierte in China wohl schon seit dem 7. Jh. v. Chr., in Europa entwickelte es sich zur Zeit der Metallwährungen neben dem Münzgeld. Das erste europäische Papiergeld wurde 1661 in Schweden herausgegeben, bald darauf in England und im beginnenden 18. Jh. in Frankreich. Die nach der älteren Geldthe...
Papphan
Volkstümliche Bezeichnung für die silbernen 4-Schilling-Stücke, die Johann Albrecht II. (1611-1636) von Mecklenburg-Güstrow im Jahr 1616 schlagen ließ. Die Benennung entstand als Verballhornung von "Papageienhahn", nach der spöttischen Bezeichnung für den Reichsadler, den die Stücke auf der Vs. zeigen. Später ging der Name auch auf weitere Silbermünzen über, auch wenn sie andere Münzbilder zeigten: die Schreckenberger der Kipper- und W...
Papst
Vom lat. "papa" (Vater) abgeleitet, ist ursprünglich der Titel für den Nachfolger des Apostels Petrus als Bischof von Rom, der schon in konstantinischer Zeit die Vormachtstellung vor allen anderen Bischöfen beanspruchen konnte. Im Westteil des Römischen Reichs entstandenen Machtvakuum behauptete sich Leo I. (440-461) als "heimlicher weströmischer Kaiser". Er war nicht nur Bischof von Rom, sondern der erste eigentliche Papst und Begründer des römischen Primats. Andererseits entwickelte sic...
Para
Türkisches Nominal im Wert von 1/40 Piaster ( Kurush). Der Para wurde als Silbermünze unter Murad IV. (1623-1640) im Osmanischen Reich eingeführt. Bei fallendem Gewicht und Feingehalt wurden im 17./18. Jh. viele silberne Mehrfachstücke des Para geprägt: der Besparalik (5 Para), Onluk (10), Yirmilik (20) und Zolata (30). Seit der Münzreform unter Abdul Megid wurden die Para und die genannten Multipla in Kupfer, später in Nickel ausgeprägt, zuletzt kam 1922 ...
Parallelwährung
Simultanwährung
Auch Simultanwährung, ist die Bezeichnung eines Währungssystems, bei dem Gold- und Silbermünzen nebeneinander umlauffähig waren, was bis ins 19. Jh. durchaus üblich war. Im Gegensatz zur Doppelwährung bestand bei der Parallelwährung kein gesetzlich festgelegtes Wertverhältnis zwischen den Münzen der verschiedenen Edelmetalle. Der Kurs untereinander war nicht starr festgelegt, der Kurs des anderen Metalls schwankte je nach Marktwert. Bei Steuern und Warenpreisen war meis...
Parazonium
Bezeichnung für das römische Kurzschwert, das als Attribut des Mars, der Virtus, der Roma oder der römischen Kaiser häufig auf Münzbildern antiker Münzen vorkommt.
Parisis d'or
Bezeichnung einer Goldmünze im gotischen Stil, die der französische König Philipp VI. (1328-1350) im Jahr 1329 schlagen ließ. Sie zeigt auf der Vs. den König auf einem verzierten Thron mit Zepter und Fleur de lis in Händen, auf der Rs. das Blumenkreuz im Vierpass mit vier Lilien in den inneren und vier Kronen in den äußeren Winkeln. Das 24-karätige Goldstück wiegt 7,42 g und hatte den Gegenwert eines Livre parisis bzw. 25 Sous tournois.
Parität
Das Verhältnis, in dem sich die Währung eines Landes zu der eines anderen Landes befindet. Im Mittelalter übernahmen in vielen Städten lokale Wechsler die Rolle, auswärtige Münzen oder Barren von Kaufleuten gegen einheimisches Geld zu tauschen. Die Parität wurde nach dem Silbergehalt der beteiligten Münzen berechnet und in Rechengeld ausgedrückt. Die Münzherren bestimmten nicht nur, welche Münzen in ihrem Gebiet umlauffähig waren, sondern legten auch den Kurs fest, zu dem fremde Mün...
Parpagliola
Bezeichnung für Groschenmünzen, die seit dem 14. Jh. in verschiedenen nord- und mittelitalienischen Staaten ausgemünzt wurden. Die Parpagliola wurde seit der Mitte des 15. Jh.s vor allem von den Herzögen von Savoyen ausgegeben. Bei fallendem Silbergehalt wurde die Parpagliola schließlich im 16./17. Jh. zur Billonmünze. Neben kleineren Staaten, wie Bozzolo, Casale (1661-1683), Castelione delle Stivere oder Compiano, beteiligten sich auch Genua und Mailand an der Gro...
Passiergewicht
Bezeichnung des Mindestgewichts, das eine Edelmetallmünze besitzen musste, um noch als vollwertig zu gelten. Wenn das Gewicht über dem Passiergewicht lag, konnte die Münze "passieren", lag sie darunter, konnte sie zurückgewiesen werden. Das Passiergewicht war leichter als das durch den Münzfuß vorgeschriebene Normgewicht (abzüglich Remedium), da der umlaufbedingte Abrieb der Münze berücksichtigt wurde. In der Regel lag das Passiergewicht 1/4 bis 1/2% unter dem vorgeschriebenen Normgewic...
Pataca
Ursprünglich Bezeichnung portugiesischer Kolonialmünzen, seit 1953 Münzeinheit der portugiesischen Provinz Macao, seit 1999 wieder China gehörig. 1 Pataca = 100 Avos.
Pataco
Bezeichnung der portugiesischen Bronzemünzen im Wert von 40 Reis, die seit 1811 unter Joao VI. und seinen Nachfolgern in Portugal ausgegeben wurden. Sie zeigen auf der Vs. die Büste des Königs, auf der Rs. den bekrönten Globus mit portugiesischem Schild, darunter die Wertzahl (in Reis); seit 1829 auf der Vs. den bekrönten portugiesischen Schild, auf der Rs. die Wertzahl im Kranz.
Patagon
Spanische Bezeichnung für den Albertustaler, die sich international durchgesetzt hat. Die Großsilbermünze wurde in den Spanischen Niederlanden zwischen 1612 unter den Gouverneuren Albert und Isabella eingeführt und in großen Mengen bis 1712 nahezu unverändert mit einem Feingewicht von 24,54 g geprägt. Ihr ursprünglicher Wert von 48 Stuiver wurde im Lauf der Prägung mehrfach angehoben. Nach der Darstellung des (burgundischen) Andreaskreuzes wurde die Silbermünze auch Kreuztaler genannt....
Pater Patriae
Wörtlich "Vater des Vaterlands", ist ein Titel, den zuerst Augustus im Jahr 2 v. Chr. annahm und der später von vielen römischen Kaisern übernommen wurde. Auf römischen Münzen erscheint er mit PP abgekürzt.
Patera
Römisches Kultgerät in Form eines flachen, tellerartigen Opfergefäßes mit einer buckelartigen Erhebung in der Mitte. Es war wohl das wichtigste Pontifikalgerät der Römer und setzte die Tradition der griechischen Phiale fort. Die Patera kommt auf römischen Münzen - oftmals zusammen mit anderen Opfergeräten - als Attribut von Göttern und göttlichen Personifikationen vor, häufig bei Darstellungen von Göttermahlen.
Patina
„Patina“ ist die Bezeichnung des Belags, der sich im Lauf der Zeit unter äußerer Einwirkung auf Oberflächen von Metallen bildet. Der Oberflächenbelag entsteht durch Einwirkung von Säuren, Salzen oder Gasen aus Luft, Wasser oder Erde auf das Münzmaterial über einen längeren Zeitraum – dieser Effekt ist auch auf antiken Statuen zu sehen. Ein weiterer Einflussfaktor sind Temperaturschwankungen, wie es am deutlichsten bei der rötlichen Brandpatina gegeben ist.
Wenn die Umwelteinflüss...
Patrize
Der Ausdruck leitet sich vom lat. pater (Vater) ab. Im Gegensatz zur Matrize (von lat. mater = Mutter) zeigt sich das Relief der späteren Münzseite in der Patrize erhaben (positiv), wie auch bei den Münzen. In der Antike und im Mittelalter, als jeder Prägestempel für sich negativ geschnitten wurde, war eine Patrize nicht notwendig. Erst der Massenbedarf an Münzen in der Neuzeit machte die Anfertigung von Patrizen sinnvoll. Man stellt Patrizen her, indem man die Hartkopie eines Modells mitt...
Patrona
Lateinischer Ausdruck für Schutzherrin, im europäischen Kulturkreis ist seit dem Mittelalter meist die Heilige Mutter Gottes (lat. Sancta Maria Mater Dei) gemeint. In Bayern und Ungarn wurde die Madonna zur Schutzheiligen des Landes. Auf Münzen dieser beiden Länder wurde seit der Reformation die Darstellung der Madonna zum Hauptmotiv (Madonnentaler). Umschriftlich wurde in der Regel die Schrift PATRONA HUNGARIAE bzw. PATRONA BAVARIAE verwendet. Im 18. Jh. wurde auf Münzen des Bistums Würzb...
Paulusmünzen
Im weiteren Sinn Bezeichnung für alle Münzen, die das Bildnis des Apostels Paulus tragen. Im Deutsch-Römischen Reich ließen vor allem die Bischöfe und das Domkapitel von Münster Paulustaler (17. Jh.), im 17./18. Jh. auch Doppelschillinge (1/4-Taler) und Pfennigwerte schlagen, die den Schutzpatron des Bistums Münster/Westfalen meist mit Schwert und Bibel in Händen darstellen. Die Doppelschillinge wurden zeitgenössisch auch als Pauliner bezeichnet, ebe...
Pavillon d'or
Seltene französische Goldmünze zu 30 Sols, die König Philipp VI. (1328-1350) vom Juni 1339 bis zum Februar 1340 schlagen ließ. Die Benennung der 24-karätigen Goldmünze bezieht sich auf die Vs., die den König (sitzend) unter einem reich verzierten Baldachin zeigt. Die Rs. zeigt ein Blumenkreuz im Vierpass mit Kronen in den Winkeln. Der Sohn des englischen Königs Eduards III., der "Schwarze Prinz" (1355-1375), ließ den Pavillon d'or (auch Halbstü...
Pax
Römische Personifikation des Friedens als weibliche Gestalt. Sie erscheint zum ersten Mal auf einer Münze Caesars im Jahr 44 v. Chr. Seit der im Zeichen der Pax Augusta (Rechtssicherheit, Frieden und Wohlstand) stehenden 40-jährigen Regierungszeit von Augustus erscheinen viele römische Münzen der Kaiserzeit mit der Verkörperung der Friedensgöttin oder entsprechender Beschriftung. Die Vorstellung einer Vergöttlichung des Friedens entspricht durchaus römischem Empfinden, wenn auch die Pax...
Peace Dollar
Bezeichnung eines Silberdollar-Typs der Vereinigten Staaten, der nach dem Ersten Weltkrieg zwischen 1921 und 1928 und 1934/35 geprägt wurde. Der Peace Dollar geht auf eine Resolution (1920) der American Numismatic Association zurück, den Silberdollar im Gedenken an den Friedensschluss zwischen den USA und Deutschland zu prägen. Nach einer bedeutenden Ausgabe des Morgan Dollars 1921 wurde noch im selben Jahr dem Wunsch der ANA entsprochen, aber der gewählte Entwurf zeigte kein...
Pearl Black Crown
Bezeichnung einer Gedenkmünze der Isle of Man, die im Jahr 1990 zum 150. Geburtstag der "Penny Black"-Briefmarke ausgegeben wurde. Die "Penny Black" (wörtlich: Schwarzer Pfennig) war (abgesehen von Gebührenzetteln) die erste Briefmarke der Welt, die von der englischen Post am 6. 5. 1840 eingeführt wurde. Für die Darstellung der Briefmarke auf der Rs. entwickelte die Pobjoy-Mint speziell eine perlschwarze Färbung, die zum ersten Mal für eine Münze benutzt w...
Peca
Bezeichnung einer portugiesischen Goldmünze zu 4 Escudos, die König Johann (João) V. (1706-1750) im Jahr 1722 einführte. Sie zeigt das Kopfbild des Königs auf der Vs. und das portugiesische Wappen auf der Rs. Das Design der Wappen wechselte zwischen 1722 und 1720 jährlich. Sie stellte die halbe Dobra (3) dar und wurde ursprünglich mit 6400 Reis (später höher) bewertet. Es gab Halb- (2 Escudos), Viertel- (1 Escudo) und Achtelstücke (1/2 Escudo). Als 1822 die anderen Goldmünzen eingesch...
Pecunia
Lateinisches Wort für Geld allgemein, auch Eigentum ,Vermögen. Ursprünglich möglicherweise von pecus (Vieh, Kleinvieh) abgeleitet, deutet diese nicht unumstrittene Lesart auf die Herkunft der altitalischen Währung als Viehgeld hin. In der spätrömischen Kaiserzeit verschiebt sich die Bedeutung von Pecunia auf Kleingeld.
Pedum
In der Antike bezeichnete das Pedum einen kleinen, knorrigen, am Ende gekrümmten Knotenstock der Hirten, der dem griechischen Gott Pan und einigen Lokalgottheiten als Attribut beigegeben war. Daraus entwickelte sich im Mittelalter der Abts- und Bischofsstab als Symbol des christlichen Hirten.
Peelsche Bankakte
Die nach Robert Peel, Premierminister von England, benannte Peelsche Bankakte (engl. Peel's Act) von 1844 ist ein Gesetz, das vordergründig die Organisationsstruktur der Bank of England reformierte und zur Grundlage des Goldstandards sowie zum Vorbild der Währungsgesetzgebung des 19. Jh.s wurde. Das Gesetz beendete mit der Wiedereinführung der Goldwährung eine einmalige Experimentier- und Reformphase in der englischen Währungspolitik und richtete sich an den Forderungen ...
Peerdeke
Bezeichnung einer Silbermünze zu 1/4 Snapphaan, die wohl von Herzog Karel van Egmond (1492-1538) zu Beginn des 16. Jh.s in Gelderland eingeführt wurde. Die Benennung Peerdeke (Pferdchen) leitet sich von der Vs. ab, die einen Fürsten zu Pferd zeigt. Die Rs. zeigt ein Langkreuz, das mit einem Schild belegt ist. Die Peerdeken wurden von den Städten Nimwegen, Roermond und von Willem IV. van den Berg (1546-1586) in der Grafschaft s'-Heerenberg beigeschlagen. Das Gewicht der Sil...
Pegasos
Nach antiken Sagen wurde das geflügelte Ross von Poseidon und der Gorgone Medusa gezeugt und entsprang - bei der Tötung Medusas durch Perseus - dem Rumpf der Gorgone. Hauptsächlich stand Pegasos im Dienst von Zeus, wurde aber von Bellerophon gezähmt und bei der Tötung der Chimäre geritten. Der Pegosos steht in besonderer Beziehung zu Korinth, denn er soll durch Scharren mit dem Huf auf dem Felsen von Akrokorinth die Quelle der Peirene geöffnet haben. Das geflügelte Ross ist auf Gold-, Si...
Pegasosstatere
Bezeichnung der antiken Silbermünzen, die in Korinth und einigen Kolonien nach korinthischem Münzfuß geschlagen wurden. Sie wurden früher volkstümlich Pegasos (Pferdchen) genannt, nach dem Motiv des Pegasos auf der Vs. der Münzen. Der korinthische Stater entsprach im Gewicht etwa der Didrachme nach attischem Münzfuß (ca. 8,5 g) und zerfiel in drei Drachmen (Tridrachme). Die Pegasosstatere wurden seit archaischer Zeit (vermutlich um 575 v. Chr. oder früher) geprägt, ursprünglich mit de...
Pehlewi
Mittelpersische (iranische) Schriftsprache, die sich im Zeitraum zwischen den Feldzügen Alexanders des Großen bis zu den arabischen Eroberungen im 7. Jh. v. Chr. auf Münzen im Gebiet der Persis findet. Dazu zählen vor allem die Münzen der späten Arsakiden und der Sassaniden.
Pei
Siamesische (thailändische) Porzellannotmünzen, die als Kleingeldersatz seit 1770 in großen Mengen ausgegeben wurden. Es gibt über tausend verschiedene Arten in verschiedenen Werten. Sie wurden von der Regierung im frühen 19. Jh. als Zahlungsmittel anerkannt oder zumindest geduldet und 1873 verboten, verblieben aber bis etwa 1880 im Umlauf. Die meisten Porzellan-Token wurden in China gefertigt und nach Thailand exportiert, wo sie von Spielhäusern und Geldwechslern...
Pelanor
Bezeichnung der fladenförmigen Barren (Eisengeld) aus Sparta. Aufgrund eines Fundstücks nahm man in der Forschung früher als Münzfuß des Eisengeldes das ungefähre Gewicht der Mine aus Aigina ( äginäischer Münzfuß) an. Jedoch zeigten die weiteren Funde, dass die Eisenstücke im Gewicht so sehr schwankten, dass man wieder von der Annahme des äginäischen Münzfußes abrückte.
Pele
Geldschnur aus unzähligen winzigen, fein geschliffenen Scheibchen von Schneckengehäusen oder Muschelschalen, die in der Mitte mit einem Loch durchbohrt sind. Das mit einem großen Aufwand hergestellte Pele wirkt durch die weißen, violetten und orangefarbenen Scheibchen äußerlich sehr attraktiv und wurde bis ins 20. Jh. im Gebiet des St. George-Kanals (Bismarck-Archipel bei Neuguina) als hoher Wertgegenstand betrachtet. Es wurde vor allem von Insulanern auf dem s&u...
Pelekys
Griechische Bezeichnung der Doppelaxt oder des zweischneidigen Beils, das in prähistorischer und archaischer Zeit neben seinem Gebrauchswert (als Waffe und Opfergerät) auch als Tausch- und Zahlungsmittel Verwendung fand. Dieses Beilgeld gehört zum Gerätegeld (Waffengeld). Unsicher ist die Deutung von Steinbeilen aus Hortfunden prähistorischer Zeit, gesichert ist die Geldfunktion metallischer einschneidiger( Hemipelekon) und zweischneidiger Äxte in homerischer Zeit(Beilgeld). Die Pelekys wi...
Pelikantaler
Patriotentaler
Schaumünze des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1589-1613). Der Pelikantaler erschien im Jahr 1599 und wurde in den Münzstätten Goslar und Osterode in mehreren Varianten geprägt. Der Typ ist nach der Darstellung auf der Rs. benannt: Sie zeigt einen Pelikan, der seine Jungen mit dem eigenen Blut aus seiner Brust nährt, als Sinnbild der Opferbereitschaft des Herzogs für sein Land. Der Zusammenhang wird durch den Wahlspruch in der Umschrift deutlicher: PR...
Pelzgeld
Fellgeld
Vormünzliches Geld in Form von Tierfellen, das vor allem in den Polarländern (u.a. Sibirien, Kanada, Alaska) als Tausch- und Zahlungsmittel im Handel Verwendung fand. Das Pelzgeld wird zum Naturalgeld gerechnet.
Pence
Plural numeralis für Penny, der für die Vielfachstücke der Münze benutzt wird, z.B. Two- (2), Three- (3), Six- (6)- oder Tenpence (10). Die Mehrzahl des einfachen (bzw. halben) Pennystückes wird im Engl. mit Pennies (bzw. Halfpennies) ausgedrückt. Das Teilstück zu 1/4 Penny wird als Farthing bezeichnet.
Pengö
Ungarische Währungsmünze, die 1926 unter dem Reichsverweser Miklos Horthy zum ersten Mal ausgeprägt wurde. 100 Filler = 1 Pengö. Aufgrund der inflationären Entwicklung wurde der Pengö nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs mit der Währungsreform vom 1. 8. 1946 durch den Forint ersetzt.
Penni
Bezeichnung des finnischen Pfennigs, der im Jahr 1860 im damaligen Großfürstentum Finnland gesetzlich eingeführt und 1864 zum ersten Mal ausgeprägt wurde. 100 Penniä = 1 Markka.
Penning
Altenglischer, niederdeutscher und (bis heute) skandinavischer Ausdruck für die Pfennigmünze (Denar). In Skandinavien wurde der Penning nach dem Vorbild des englischen Penny und des lübischen Pfennigs geschlagen und war bis ins 14. Jh. die Hauptmünze. In Schweden wurde der Silverpenning (Silberpfennig) zum letzten Mal im Jahr 1548 geprägt: 8 Penning = 1 Örtug. In Dänemark wurde der Penning zuletzt 1602 in Kupfer geschlagen: 3 Penning = 1 Dreiling, 4 Penning = 1 Hvid, 6 Penning = 1 Søslin...
Penny
Der Penny entwickelte sich im angelsächsischen England nach dem Vorbild des karolingischen Denars. Seit etwa 765 v. Chr. begann im Königreich Kent die Ablösung der leichten Sceattas durch schwerere Silberstücke, die sich in Gewicht und Feingehalt an den karolingischen Pfennigen auf dem Festland orientierten, wie sie Pippin seit etwa 755 v. Chr. im Frankenreich schlagen ließ. Von einer Penny-Prägung wird eigentlich erst gesprochen, als unter König Offa von Mercia (757-796) seit 783/4 erstm...
Pennyweight
Das englisch-amerikanische Pfenniggewicht (abgekürzt dwt) ist eine Unterteilung der Gewichtseinheit Troy Pound (Troy Pfund): 1 Troy Pound = 20 Troy Ounces (oz) = 240 Pennyweights (1 oz = 20 dwt). Das Pennyweight selbst wurde seit 1280 in 24 Grains (je 0,0648 g) unterteilt. Angaben in Pennyweight finden sich auf vielen englischen Münzgewichten.
Pentadrachmen
Bezeichnung der goldenen Fünfdrachmenstücke im Gewicht von etwa 17,8 g, die von den ersten Königen der Ptolemäer in der ersten Hälfte des 3. Jh.s v. Chr. geschlagen wurden. Die Pentadrachme wurde auch Trichrysus genannt, da sie dem Silberwert von 60 (phönizischen) Drachmen entsprach und damit drei Stateren gleichkam (Chrysus). Andere literarisch bezeugte Pentadrachmen konnten numismatisch nicht nachgewiesen werden.
Pentagramm
Das Pentagramm (von altgriechisch: pentágrammos „Fünf Linien“) ist ein Symbol, welches in der heutigen Zeit besonders mit den Themenbereichen Okkultismus, Satanismus, Esoterik und Freimaurerei in Verbindung gebracht wird. Aufgrund seiner Form, die aus fünf sich sternzackig überkreuzenden Linien besteht, ist es unverwechselbar. Die Zacken des Pentagramms sind gleichschenklige Dreiecke und die fünf Spitzen bilden als Verbindungspunkte ein Fünfeck. Andere Bezeichnungen sind unter anderem:...
Pentalitron
Bezeichnung des Fünffachstücks der Litra, wie sie als Silbermünze von etwa 4,3 g im sizilischen Akragas vorkommt. Ihr Wert entsprach etwa einer attischen Drachme oder einem halben korinthischen Silberstater.
Pentanummion
Bezeichnung einer kleinen byzantinischen Kupfermünze zu 5 Nummi (1/8-Follis). Die von Kaiser Anastasios I. (491-518) eingeführte Münzsorte hielt sich bis in die zweite Hälfte des 7. Jh.s. Die Stücke tragen als Zahlwert (5) auf den Rs.n ein griechisches E oder ein lateinisches V, letzteres auf Prägungen westlicher Münzstätten.
Pentekontadrachme
Selten geprägtes Goldstück im Wert einer goldenen Tetradrachme, die 50 Silberdrachmen entsprach. Das Nominal wurde gelegentlich unter den Ptolemäern in Ägypten ausgeprägt.
Pentekontalitron
In Sizilien wurde die Dekadrachme (10-Drachmen-Stück) auch als Pentekontalitron (50 sizilischen Litrae) bezeichnet. Sie wurde als Silbermünze in Syrakus geprägt.
Pentobolon
Fünffachstück des Obolos, wie es als Silbermünze z.B. im 4. Jh. v. Chr. in Athen geprägt wurde.
Pentonkion
Das antike sizilisch-unteritalische Fünfunzenstück (lat. Quincunx) kommt als kleine Silbermünze in Leontinoi (Sizilien) mit fünf Kugeln als Wertbezeichnung vor. In Rhegion und Katane wurde das Pentonkion als Bronzemünze geprägt. Das bronzene Pentonkion von Himera aus der 2. Hälfte des 5. Jh.s v. Chr. zeigt auf der Vs. den Kopf der Medusa (Gorgoneion), die Rs. fünf Kugeln.
Pepiones
Mittelalterliche kastilische Pfennige, die unter Alfonso X. (Alfons der Weiße, 1252-1284) von Kastilien und Leon im Wert eines halben Denars (von Burgos) geprägt wurden. Das Münzbild zeigt auf der Vs. das Kastell (Kastilien) mit der Umschrift ALF REX CASTELLE und auf der Rs. den Löwen (Leon), Umschrift EX LEGIONE. Auch im Namen von Enrique (Heinrich dem Kind) und Fernando IV. (1295-1312) wurden Pepiones ausgegeben, letztere zeigen das Kastell in verschiedenen Varianten.
Perfecit
Lat. Ausdruck ("hat fertiggestellt") findet sich meist abgekürzt (perf.) gelegentlich auf Medaillen, nie auf Münzen, denn der Ausdruck bezieht sichauf die Abformung (Guss), nicht auf den Stempelschnitt.
Periodisierung
Die Einteilung des Geschichtsablaufs in Zeitabschnitte (Epochen) ist wissenschaftlich umstritten und hängt mit unterschiedlichen Vorstellungen vom Gang der Weltgeschichte zusammen. Die älteste Periodisierung nach altbabylonischer Vorstellung (Weltaltermythos) geht von einem ursprünglich Goldenen Zeitalter der Menschheit aus, das in drei Weltjahreszeiten allmählich verfällt. Die zeitliche Einteilung wird nach den Stufen der Dekadenz gemäß dem abfallenden Wert der Metalle als das silberne, ...
Perlkreis
Auch Perlreif oder Perlrand, fasst einen (oder beide) Münzseiten mit einem aus perlförmigen Punkten zusammengesetzten, geschlossenen Kreis ein. Er war schon in der Antike auf griechischen, römischen und byzantinischen Münzen sehr beliebt, daneben gab es Strichelungen, (glatte) Kreise, Blätter und Kränze. Oft kommt der Perlkreis auch als zweiter Kreis zwischen Stäbchen undMünzfeld auf modernen Münzen vor. Schmuckränder dienten nicht nur der Verzie...
Perper
Die Bezeichnung Perper erinnert an die byzantinische Münzbezeichnung Hyperpyron. Der Perper wurde Rechnungseinheit im östlichen Mittelmeerraum. Zur Ausprägung kam der Perper zwischen 1683 und 1750 und 1801 bis 1803 in der dalmatischen See- und Handelsstadt Ragusa (heute Dubrovnik), die zur Abwicklung ihres Handels nach außen hin die italienische Sprache benutzte. Die Billonmünze zu 12 Grossetti zeigt auf der Vs. den hl. Blasius, den Patron der Handelsstadt, auf der Rs. Christus. Schließlic...
Perra chica
Volkstümliche Bezeichnung des spanischen 5-Centimo-Stücks von 1870 nach dem Münzbild eines aufgerichteten Löwen (auf Wappen gestützt), der als "kleine Hündin" verspottet wurde. Das 10-Centimo-Stück wurde Perra gorda (dicke Hündin) genannt. Die Bezeichnung hielt sich bis ins 20. Jh.
Persephone
Persephone, auch unter dem lateinischen Namen Proserpina bekannt, ist eine herausragende Figur der griechischen Mythologie. Ihr Mythos verwebt die Elemente der Fruchtbarkeit, des Lebenszyklus und der Unterwelt in einer faszinierenden Erzählung. Sie wird als die Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter und Zeus betrachtet. Ihre Geschichte nimmt eine tragische Wendung, als sie von Hades, dem Gott der Unterwelt, entführt wird. Dieser Akt des Raubs führt zu ihrem Dasein als Göttin der Unterwelt...
Perseus
Sagenhafter griechischer Held, Sohn des Zeus, der sich in Gestalt eines Goldregens der Mutter Danae näherte. Unter Zuhilfenahme von Sichelschwert, Flügelschuhen und -helm tötete er die Gorgone Medusa, befreite die angekettete Andromeda von einem Meeresungeheuer (Harpa) und nahm sie zur Gattin. Perseus-Darstellungen finden sich auf Kyzikenern und Lampsakenern (Kopfbild mit geflügeltem Helm), auf makedonischen und kilikischen Münzen sowie auf Münzen von Ioppe, Argos und vielen anderen Städt...
Personalunion
Verbindung zweier Staaten durch die Person eines Herrschers. Im Gegensatz zur Realunion bleibt die Selbstständigkeit der einzelnen Staaten unberührt, wie z.B. bei den Personalunionen von Hannover-Großbritannien (1714-1837), Schweden-Norwegen (1814-1905) und Niederlande-Luxemburg (1815-1819).
Personenmedaillen
Ohne besonderen Anlass gegossene oder geprägte Medaillen, Gedenk- oder Schaumünzen auf Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft und Politik, im Gegensatz zu Ereignismedaillen und Gelegenheitsmedaillen. Anders als die Medaillen italienischer Künstler der Renaissance, die in der Regel Adlige und Aristokraten porträtierten, widmete sich die Gussmedaille deutscher Künstler im 16. Jh. (z.B. Hagenauer und Gebel) der Porträtierung von Persönlichkeiten aus dem wohlhabenden Bürgertum. Die Darste...
Personifikation
Verkörperung von abstrakten Begriffen, von Überindividuellem (allegorische, symbolische Personifikationen) und unbelebten Gegenständen, vor allem von Staaten, Landschaften, Flüssen und Städten (geographische Personifikationen). Die Personifikation in der Religion und Kunst entspringt bei den Griechen mythischem Denken und erscheint schon früharchaisch in der bildenden Kunst, gemäß dem bildhaften Sehen der Griechen. Auf griechischen Münzen erscheinen in klassischer Zeit Eirene, Nike und ...
Perücken-Achtschilling
Dänische Acht-Schilling-Münze (Parykotteskilling), die auf der Vs. das Porträt des Königs Frederik IV. (1699-1730) mit Allongeperücke, auf der Rs. die Königskrone zeigt. Ein Teil der Silberstücke wurde zu Knöpfen für Trachten umgearbeitet.
Pesete
Bei der Pesete handelt es sich um die ehemalige Währung Spaniens. Peseten waren bis zur Euroeinführung im Jahr 2002 gültige Zahlungsmittel in Spanien. Im Spanischen wurden die Geldstücke als pesetas bezeichnet. Auch in Andorra galten Peseten als gültige Zahlungsmittel.
Die Eckdaten der Peseten
Merkmal
Beschreibung
Zeitraum
1808 bis 2002
Abkürzung
Pts, pta
ISO-4217-Code
ESP, EDP
Staaten
Spanien und Andorra
Wechselkurs (fix)
1 EUR = 166,386 ESP100 ESP = 0,601012 EUR
Untereinhe...
Peso
Kurzform für den Peso de a ocho, d.h. Gewicht von acht, wobei Real zu ergänzen ist, also das Stück im Gewicht von acht Reales. Das spanische Acht-Reales-Stück (und sein Halbstück zu 4 Reales) wurde von dem Königspaar Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien und Leon gemäß der Münzordnung von Medina del Campo (1497) zum ersten Mal gemünzt, aber nur in geringer Anzahl. Kaiser Karl V., der in Spanien als König Karl I. (1516-1556) mit seiner Mutter Johanna herrschte, nahm die Präg...
Pestilentia in Nummis
Lateinische Bezeichnung eines Sammelgebiets von Münzen und Medaillen, dessen Motive sich auf Seuchen (Pest, Cholera, Blattern u.a.) und deren Bekämpfung beziehen. Das Sammelgebiet hat sich als Zweig des breiten Sammelgebiets Medicina in Nummis (mit medizinischen Motiven) gebildet.
Pesttaler
Allgemein Bezeichnung für Medaillen und Münzen in Talerform, die sich bildlich oder schriftlich mit dem Thema Pest beschäftigen und einen Teil des Sammelgebiets Pestilentia in Nummis ausmachen. Im Besonderen ist damit die ein Typ der Joachimstaler Medaillen aus den Münzstätten des Erzgebirges gemeint, der auf der Vs. die Anbetung der ehernen Schlange des Moses, auf der Rs. die Kreuzigung Christi zeigt. Der Typ wurde in vielen Varianten im 16./17. Jh. aufgrund seiner Beliebtheit oft geprägt...
Petasos
Breitkrempiger Schlapphut, der zur Chlamys getragen wurde und als Attribut von Hermes auf antiken Münzen auftaucht. Auch der Kopf des stierjagenden Jünglings auf thessalischen Münzen ist mit dem Petasos bedeckt.
Petermännchen
Bezeichnung des Albus (Weißpfennigs) aus dem Kurfürstentum Trier nach der Kipper- und Wipperzeit (seit 1625). Die Bezeichnung leitet sich von der Darstellung des hl. Peter (Petrus) ab, der auf der Rs. mit Schlüssel und Buch dargestellt ist (Vs. Wappen). In der moselfränkischen Mundart wurden die Stücke auch "Petermenger" oder "Petermengen" genannt. Die Silber-Scheidemünzen wurden mit 8 Pfennigen oder 2 Kreuzern bewertet. Aufgrund der hohen Prägezahl verbreiteten sie sich schnell über den...
Peterspfennige
Keine Münzen, sondern die Bezeichnung für Abgaben oder Kirchensteuern, die von den christlichen Ländern England, Irland, Skandinavien, Polen und Ungarn im Mittelalter erhoben und an den Papst abgeführt wurden. Die Abgaben in England werden zurückgeführt auf eine Schenkung des Königs Offa von Mercia im Jahr 787 für die Armen und den Erhalt der Kirchenlichter in Rom. Daraus entwickelte sich im 10. Jh. eine Herd- oder Haussteuer, wobei die Bischöfe im Na...
Petit(e)
Französisch für klein, gering, wurde in Frankreich im Zusammenhang mit Münzsortenbezeichnungen als vorstehender Wortbestandteil zur Bezeichnung von Halbstücken verwendet (neben Demi), wie z.B. bei Petit Blanc, Petit Tournois, Petit Ecu (siehe unter den einzelnen Münzsorten). Die Halbstücke des Franc wurde jedoch als Demi-Francs bezeichnet.
Petition Crown
Bezeichnung des wohl berühmtesten Probestücks Englands, das ThomasSimon im Jahr 1663 mit der Spindelpresse anfertigte. Nachdem 1660 König Karl II. aus dem Exil zurückgekehrt war und die Monarchie wieder errichtet war, verlor Simon seinen Posten als Chefgraveur an der Londoner Münze an die Söhne des Antwerpener Goldschmieds Roettiers, der den König im Exil finanziell unterstützt hatte. Als Gegenwehr kündigte Simon einen Wettbewerb an und modellierte eine genaue Nachahmung der roettiersc...
Petschafte
Siegelstempel oder -schnitte. Sie sind technisch und entwicklungsgeschichtlich mit den Münzstempeln verwandt. Petschafte wurden - wie die Prägeeisen für Münzen - spiegelbildlich geschnitten. Petschafte zählen, wie Siegel und Bullen zum Gegenstand der Sphragistik (Siegelkunde), die sich auf manchen Gebieten mit der Numismatik überschneidet. Sprachlich wird die Verwandtschaft zwischen Münzkunde und Siegelkunde im russischen Ausdruck „Petschat“ deutlich, der sowohl Stempel wie auch Siege...
Pewter Money
Bezeichnung des irischen Notgelds, das der englische König Jakob II. nach seiner Flucht aus England aus Weißkupfer (geringe Silberanteile haltendes Billon) in den Jahren 1689/90 prägen ließ. Es handelt sich um die Nominale Halfpenny, Penny, Groat (4-Pence) und Crown, die neben dem Gun Money zur Finanzierung der geplanten Rückeroberung der Königskrone dienen sollten. Das Münzbild zeigt auf der Vs. das Kopfbild Jakobs II. nach links, auf der Rs. die gekrönte irische Harfe, mit Ausnahme der...
Pezetta
Groschenmünze der Fürsten von Monaco zu drei Sols, die von 1648 bis 1735 geprägt wurde. Die etwa 4,5 g schweren Billonmünzen zeigen auf der Vs. das jeweilige Porträt des Fürsten. Die verschiedenen Rückseitentypen stellen das Wappen oder Kreuze (manchmal aus dem Anfangsbuchstaben gebildet) dar, oft bekrönt und mit Rauten in den Winkeln. Es gab auch Halbstücke im Wert von 1 1/2 Sols.
Pezza della Rosa
Livornina, Rosina
Gold- und Silbermünzen des Großherzogtums Toskana, die zwischen 1665 und 1721 unter den Medici geprägt wurden. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Rückseitendarstellung, einem aus zwei Rosenstöcken bestehenden Rosenbusch. Darunter LIBVRNI (Livorno), danach auch Livornina genannt. Das Goldstück (Pezza d'oro della Rosa) stellt eine Doppia dar und wird auch als Rosina bezeichnet. Die Vs.n des Typs zeigen das gekrönte Wappen der Medici; es gibt Varianten.Der Typ wurde von F...
Pfaffenfeindtaler
Der Pfaffenfeindtaler war eine Talermünze, welche zum einen als Zahlungsmittel und vor allem als Bezahlung für die Soldaten der Truppen des protestantischen Herzogs Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel diente. Zum anderen war die Münze jedoch auch ein Kommunikationsmittel, welches die katholische Seite verspottete.
Das Material des Pfaffenfeindtalers
Das Metall für den Pfaffenfeindtaler stammte vorwiegend aus dem Liborius-Schrein des Paderborner Doms. Denn während der Kriegszüge des Dr...
Pfalz
Der Name geht aus dem lat. "palatium" (Palast) hervor und findet sich auch in der Bezeichnung "Palatin" (lat. mons Palatinus), einer der sieben Hügel Roms (Kernsiedlungsgebiet), der die Residenz der römischen Kaiser (später die Unterkünfte der deutsch-römischen Kaiser bis zu Otto III.) beherbergte. Ursprünglich waren die Pfalzen große Wirtschaftshöfe, die befestigt und zu burgähnlichen Anlagen mit Palas (Repräsentationssaal) und Kapelle ausgebaut wurden. Sie boten dem umherreisenden He...
Pfalzgraf
Der Pfalzgraf (lat. comes palatinus) entwickelte sich im Fränkischen Königreich aus dem Hofbeamtentum: zunächst als Beisitzer, dann als Vertreter des Königs beim Königsgericht und Vorsteher der Gerichtsschreiber. Schließlich wurden die Pfalzgrafen Vorsitzende des sich abspaltenden Pfalzgerichts. Otto der Große (962-973) setzte die Pfalzgrafen als Vertreter der königlichen Rechte und somit als Gegengewicht zu den Herzögen in territoriale Rechte ein. ...
Pfandbrief
Festverzinsliches Inhaberpapier (selten Namenspapiere), das der Finanzierung von Krediten dient. Pfandbriefe werden als Teilschuldverschreibungen gestückelter Anleihen von privaten Hypothekenbanken, öffentlich-rechtlichen Kreditanstalten und Schiffspfandbriefbanken ausgegeben. Die speziellen Vorschriften zur Ausgabe und Deckung von Pfandbriefen sind im Hypothekenbankgesetz (für Hypothekenbanken), im öffentlichen Pfandbriefgesetz (für öffentlich-rechtliche Kreditanst...
Pfeilspitzengeld
Nadelgeld
Vormünzliches Zahlungsmittel in Form von Pfeilspitzen, das vor allem in Afrika in Umlauf war. Der Großteil des Waffengelds lag allerdings in Kümmerformen vor, das für die kriegerische Verwendung unbrauchbar war. Die stumpfen und ungehärteten Pfeilspitzen aus Eisen waren in Yaunde bis 1914 im Markthandel das gebräuchlichste Zahlungsmittel. Auch im Kongogebiet lief Eisengeld um, das u.a. an die Form von Speerspitzen erinnert. Das Geld der Pangwe (Fang) aus Südkamerun war so weit v...
Pfennig
Die Münzbezeichnung Pfennig besitzt eine lange Tradition und entstand bereits im 8./ 9. Jahrhundert im germanischen Sprachbereich. Der eigentliche Wortursprung ist jedoch ungeklärt.
Anfänge der Pfennige im Mittelalter
Der Ausgangspunkt der europäischen Pfennigprägung bildete der karolingische Silberpfennig, auch Denar genannt. Möglich wurde diese Münze durch die Münzreform unter dem Karolinger Pippin (751 bis 768), welche unter seinem Sohn Karl dem Großen (768 bis 814) beendet wurde. Au...
Pfennigzeit
Numismatische Bezeichnung der mittelalterlichen Epoche, in der die Pfennige als Währungsmünzen Geltung hatten. Die Pfennigzeit beginnt im 9. Jh. und wird um die Wende vom 13. zum 14. Jh. durch die Groschenzeit abgelöst.
Pfund
Aus dem Lat. "pondus" (Gewicht) entwickelte sich über das mhd. "phunt" die Bezeichnung Pfund. Das römische Pfund, die Libra im Gewicht von 327,45 g, bildete im Römischen Reich die Basis, nach der die Münzen ausgerichtet wurden. Die in 12 Unciae (Unzen) eingeteilte Libra, nach der die bis 1970 geltende englische Währung "Pfund Sterling" mit £ abgekürzt wird, bestand auch im frühen Mittelalter als Grundlage des Münzgewichtssystems fort. Karl der Große schuf mit dem im Gewicht höheren Ka...
Pfund Sterling
Pound Sterling
Das Pfund Sterling, bekannt unter der Abkürzung GBP (Great Britain Pound), ist die älteste noch existierende Währung der Welt, die noch in Gebrauch ist. Das Pfund Sterling, kurz auch „englisches Pfund“ genannt, ist die offizielle Währung …
des Vereinigten Königreichs,
der Isle of Man
und der Kanalinseln.
Die Währung hat ihre Wurzeln in der Zeit der Angelsachsen, als der Penny als grundlegende Währungseinheit eingeführt wurde. Historisch basierte das Pfund bis zur E...
Pfundner
Tiroler Silbermünze zu 1/5 Goldgulden oder 12 Kreuzern, die Herzog (später Erzherzog) Sigismund der Münzreiche (1446-1490) etwa um 1483 einführte. Das auch "Großer Groschen" genannte Stück zählt nicht nur zu den ersten größeren Silbermünzen (Raugewicht: 6,35 g; Silbergehalt: etwa 6 g), sondern zeigt auch die erste Porträtbüste nördlich der Alpen. Wenn auch die Linienführung noch etwas grob ausfiel, zählt sie damit wohl zu den ersten im Stil der Renaissance geprägten Silbermünzen...
Phalerae
Lateinischer Ausdruck für kreisförmige Metallbeschläge, die als Stirn- und Brustschmuck am Zaumzeug der Pferde befestigt waren. Sie stellten begehrte Beutestücke dar. Seit dem 2. Jh. v. Chr. wurden die Phalerae als militärische Auszeichnung an Soldaten verliehen, die sie am Riemen auf der Brust trugen. Schließlich finden sich Phalerae in Form von runden Zierscheiben auf römischen Feldzeichen (siehe auch Signum).
Phantasieprägungen
Bezeichnung für Medaillen (private Prägungen), die sich den Anschein geben, offizielle staatliche Münzen zu sein. Sie geben vor, aus realen oder erdichteten Staaten zu stammen. Ebenso beziehen sich die Münzbezeichnungen auf bestehende oder erdachte Währungen. Phantasieprägungen sind z.B. die 2-Francs-Prägungen des 19. Jh.s aus dem Dorf Moresnet (südwestlich von Aachen), das seit 1816 neutrales Gebiet zwischen Belgien und Preußen war.
Philippeios
Bezeichnung des Goldstaters Philipps II. von Makedonien (359-336 v. Chr.) nach inschriftlichen und literarischen Quellen. Die früheste griechische Massenprägung stammt aus der Ausbeute der Goldminen des Pangaiongebirges und wurde in vielen Münzorten ausgegeben. Der Philippeios stellt ein Didrachmon nach attischem Münzfuß (8,6 g) dar und zeigt auf der Vs. den Kopf Apollons, auf der Rs. ein Zweigespann (Biga), das sich auf den Wagensieg Philipps in Olympia beziehen soll. Nach einer delphische...
Philippstaler
1. Auch Königstaler, bezeichnet die Silbermünzen, die König Philipp II. von Spanien (1555-1598) seit 1557 in seinen niederländischen Besitzungen ausbringen ließ. Die Vs. zeigt das Brustbild Philipps, die Rs. das gekrönte spanische Wappen auf dem Andreaskreuz. Die niederländisch Philipsdaalder genannte schwere Talermünze im Wert eines halben Gold-Real enthielt 28,1 g Silber. Es wurden auch Teilstücke zu verschiedenen Werten geschlagen. Der Großteil des Edelmetalls stammte aus Importen d...
Phokäische Elektronmünzen
Die Statere aus Elektron der Stadt Phokaia (Kleinasien) zählen zu den frühesten Prägungen der Antike. Sie sind in der Regel an dem Seehund (phoca), dem (redenden) Wappen der ionischen Stadt, zu erkennen. In früher Zeit zeigen die Statere und ihre Teilstücke auf der Vs. entweder die Darstellung des Seehundes oder den Kopf des Tieres, auf der Rs. das Quadratum incusum. Nach 550 v. Chr. wird der Seehund meist als Beizeichen zu verschiedenen Darstellungen von Göttern u...
Phönix
Heiliger Vogel der Ägypter in reiherähnlicher Gestalt als Erscheinungsform des Re und des Osiris. Nach griechischer Vorstellung verbrennt Phönix sich selbst und ersteht aus der Asche verjüngt wieder; daher symbolisiert er Ewigkeit und Auferstehung. In der Spätantike erscheint der Phönix auf alexandrinischen und konstantinischen Bronzen mit einem Strahlennimbus umgeben, auf einem Globus oder als Beizeichen auf der Hand der Aeternitas. In der Neuzeit gab König Karl III. von Sizilien (1720-1...
Phrygische Mütze
Die phrygische Mütze, eine auffällige Kopfbedeckung aus dem antiken Land Phrygien in Kleinasien, ist durch ihre hohe, kugelförmige Form und die nach vorn gelegte, abgeknickte Spitze gekennzeichnet. Dadurch unterscheidet sie sich vom römischen Pileus, der zwar ähnlich ist, aber nicht die charakteristische nach vorn abgeknickte Spitze aufweist.
Symbolische Bedeutung in der Geschichte
Historisch gesehen war die phrygische Mütze mehr als nur ein Kleidungsstück: Sie entwickelte sich zu einem s...
Pi
Frühere chinesische Bezeichnung für Geld, insofern es aus Metall hergestellt wurde. So wurde Ameisennasengeld als "I Pi", Messergeld als "Tao Pi", Spatengeld als "Ch'an Pi" und die Brückenmünzen als "Kiao Pi" bezeichnet.
Piaster
Piaster war ursprünglich die in europäischen Ländern übliche Bezeichnung des Acht-Reales-Stück – einer spanischen Großsilbermünze, die auch Peso genannt wurde. Durch Handelsbeziehungen verbreitete sich die Münze und ihre Bezeichnung auch in anderen Ländern, besonders in Nordafrika und dem arabischen Mittelmeerraum. Dort setzte sich der Piaster als Bezeichnung für diverse Münz-Untereinheiten durch, so etwa in der Türkei, Ägypten und Marokko.
Die Bedeutung des Piasters für internat...
Piastra
Bezeichnung für die schweren Silbermünzen, die in vielen italienischen Staaten in verschiedenen Gewichten und Silbergehalten im 17./18.Jh. geprägt wurden. Neben kleineren Staaten, wie Castiglione delle Stivere und Piombino, gaben vor allem das Herzogtum Toskana, der Kirchenstaat, das Königreich Neapel sowie Sizilien und Genua (Ligurische Republik) Piastre aus, die häufig als Handelsmünzen geprägt wurden.
Königreich Neapel und Sizilien, Piastra 1772 auf die Geburt...
Piastre de Commerce
Nach dem Vorbild des Trade-Dollar gab Frankreich für den Handel in Französisch-Indochina seit 1885 eine Handelsmünze in Silber aus, den Piastre de Commerce. Dieser Piastre de Commerce war in den ersten zehn Jahren 27,215 g, später 27 g schwer (900/1000 fein) und zeigt auf der Vs. eine Allegorie der Republik Frankreich (sitzend) mit Liktorenbündel und Reispflanze, im Abschnitt die Jahreszahl. Die Rs. trägt die Wertbezeichnung PIASTRE/DE/COMMERCE im Kranz, in der Ums...
Piatatschok
Russische Bezeichnung des 5-Kopeken-Stücks, das mit den Münzreformen des Zaren Peter der Große (1689-1725) als Silbermünze eingeführt und bereits seit 1723 abwechselnd in Kupfer und Silber ausgegeben wurde.
Piatyaltynny
Bezeichnung des nach den Münzreformen des Zaren Peter der Große (1689-1725) eingeführten silbernen 15-Kopeken-Stücks.
Piccolo
Bezeichnung des leichten Denaro Oberitaliens, im Gegensatz zum schweren Grosso. Der früher auch "Picciolo" genannte leichte Silberpfennig entwickelte sich aus dem Berner von Verona. Der Piccolo wurde bereits im ausgehenden 12. Jh. geschlagen, vor allem in Venedig. Von dort verbreitete sich die später auch Bagattino genannte Silbermünze in verschiedenen italienischen Staaten. Bald wurden Piccoli in vielen Münzorten geprägt, u.a. in Bologna, Savoyen, Ravenna, Rom und Neapel. In der Mitte des ...
Pice
Bezeichnung der Paisa im alten Indien, die als kleines kupfernes Teilstücke der Rupie ausgegeben wurde: 1 Rupie = 16 Annas = 64 Pice. Beteiligt an der Pice-Prägung war die mit staatlichen Machtbefugnissen ausgestattete britische Handelsgesellschaft (British East India Company) und nach Beschneidung und Übertragung der Rechte im 19. Jh. auch die englische Krone. Es wurden häufig auch halbe Pice ausgemünzt. Als die Republik Indien 1959 das Dezimalsystem einführte, wurde die nun Paisa genannt...
Pidyon Haben
Religiöse Zeremonie der Juden, die auf die Bibel zurückgeht. Einem alten Brauch entsprechend erlöst der Vater seinen erstgeborenen Sohn vom Tempeldienst durch symbolische Zahlung von 5 Schekel oder 100 g Silber, die in der gängigen Währung zu leisten sind. Die Zahlung hat 31 Tage nach der Geburt des Sohnes zu erfolgen, es sei denn, der "Pidyon Haben" fällt auf einen Sabbat oder einen Festtag. Zwischen 1970 und 1977 gab Israel jährlich spezielle Pidyon-Haben-M&u...
Pie
Das kleinste Nominal Indiens, das im 19. und 20. Jh. in einigen indischen Fürstentümern und von der britischen Kolonialmacht als Kupfermünze - gelegentlich auch als Bronzemünze - geprägt wurde. 12 Pies (Pai) = 4 Paise (Pice) = 1 Anna. Es gab auch Doppelstücke (Haiderabad). Mit der Unabhängigkeit des Subkontinents verschwanden die Pies.
Piécetten
In der Schweiz auch volkstümlich Piecli, Biesli oder Biesle genannte Kleinsilbermünzen im Wert von 6 bzw. 7 Kreuzern. Im Einzelnen sind dies:1. Die 7-Kreuzer-Stücke (1786-1797) des Kantons Freiburg (Fribourg), die in entsprechenden Kreuzer-Werten auch als doppelte (1787-1789), vierfache (1793, 1798) und achtfache (1796/7) Piécetten umliefen. 7 Kreuzer = 5 französische Sols = 1/8 Gulden = 1/24 Laubtaler (zu 6 Livres). Sie zeigen auf den Vs.n die Kantonswappen, auf den Rs.n vier gekrönte aus...
Piéfort
Auch Piedforts, werden die französischen Dickabschläge genannt, die auf dickeren Schrötlingen ausgeführt werden als die reguläre Münzprägung, meist finden Schrötlinge von doppelter Dicke Verwendung. Im Gegensatz zu den Essais oder Proben werden die Piéforts in der Regel mit den Stempeln geprägt, die auch für die reguläre Emission vorgesehen sind. Die französischen Piéforts wurden seit dem ausgehenden 15. Jh. sporadisch, ...
Pietas
Römische Göttin der Frömmigkeit und Ehrfurcht, die in Rom seit 181 v. Chr. in einem eigenen Tempel verehrt wurde. Für die Römer personifizierte die Pietas eine oft beschworene Tugend, das angemessene, ehrfürchtige Verhalten gegenüber Göttern, Eltern, Verwandten und Bekannten. Die Pietas kommt schon auf Münzen der Republikzeit vor, meist mit einem Storch als Attribut. Häufig findet sich das Motiv auf Münzen der Kaiserzeit von Kaiser Tiberius bis in die konstantinische Zeit, besonders o...
Pieter d'argent
Brabantische Groschenmünze aus den Jahren 1430/1, die auf der Vs. Sankt Peter mit Buch und Schlüssel in Händen über dem Schild von Brabant-Burgund, auf der Rs. das Blumenkreuz zeigt. Sie enthielt etwa 1,21 g Silber, bei einem Raugewicht von ca. 2,68 g. 32 Stück gingen auf einen goldenen Pieter d'or. Es gab auch Halb- und Viertelstücke.
Pieter d'or
Goldmünze von Brabant, die zwischen 1375 und 1432 geschlagen wurde. Sie zeigt auf der Vs. das nimbierte Brustbild des hl. Petrus mit Buch und Schlüssel in Händen, darunter den Schild von Brabant-Burgund, auf der Rs. das Blumenkreuz. Der Pieter d'or wurde im Gewicht von knapp über 4 g aus fast reinem Gold von Johanna und Wenzeslaus eingeführt und vom Bischof von Lüttich in Maastricht nachgeahmt. Später prägte man in Löwen 22-karätige Pieter d'ors im Raugewicht von ca. 3,6 g.
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Pileus
Römische Filzmütze, die traditionell von Fischern, Handwerkern (Schmieden) und Reisenden getragen wurde. Das Aufsetzen der runden, eng am Kopf anliegenden Mütze (pileus libertatis) gehörte zur Zeremonie bei der Freilassung von Sklaven und ist darum auch als Attribut der Libertas (Freiheitsgöttin) auf römischen Münzen zu finden. Auf Silbermünzen des Brutus erscheint der Pileus zwischen zwei Dolchen.
Pilgerpfennige
Keine Münzen, sondern Marken und Zeichen, die seit dem Mittelalter in Wallfahrtsorten an Pilger verkauft wurden. Sie dienten als Verehrungsgegenstände, Andenken oder Belege der unternommenen Wallfahrt. Ursprünglich wurden sie am Pilgerhut, später an Ketten und Bändern getragen. Es gibt sie aus verschiedenen Metallen und in vielfältigen Formen.
Pillar Dollar
Englischsprachige Bezeichnung des Säulenpiasters. Das Wort Pillar (Säule) bezieht sich auf die Rückseitendarstellung der beiden Herkulessäulen des spanisch-mexikanischen Acht-Reales-Stückes. Das Acht-Reales-Stück war im Geldumlauf Nordamerikas zur Kolonialzeit die vorherrschende Großsilbermünze und wurde auch als Spanish milled Dollar bezeichnet.
Piloncito
Kugelförmige Goldmünzen auf den Philippinen der vorkolonialen Zeit. Die etwa 1,5 bis 2 g schweren Goldklümpchen (etwa 915/1000 fein) liefen einige hundert Jahre (bis ins 16. Jh.) in einem großen Gebiet der philippinischen Inselwelt um. Die Piloncitos sind heute sehr selten, vermutlich wurden viele eingeschmolzen.
Pine-Tree-Münzen
Letzte Folge des Massachusettsgelds, das zwischen 1667 und 1682 in der nordamerikanischen Kolonie geprägt wurde. Die Münzen wurden zuerst (nach ihrer Herkunft) als Bay- oder Boston Coinage bezeichnet, seit etwa 1680 bürgerte sich dann der heute gebräuchliche Name ein, nach der Darstellung des Kiefernbaums (engl.: Pine Tree) auf der Vs. benannt. Die ersten Ausgaben unterscheiden sich gestalterisch nur in der Wahl des Baumtyps von ihren verwandten Vorläufern, den Willow Tree- (Weide) und Oak ...
Pingin
Bezeichnung des (Penny) in der irischen Landessprache, der seit 1928 im Irischen Freistaat und in der 1937 gegründeten Irischen Republik geprägt wurde. Bis 1971 galten 12 Pingin (Pence) = 1 Scilling (Shilling). Es gab Stücke zu 1/4 Pingin (irisch Feorling, engl. Farthing genannt), zu 1/2 Pingin (irisch Leat Pingin, engl. Halfpenny), 1 Pingin (engl. Penny), 3 Pingin (irisch Leat Reul, engl. Threepence) und 6 Pingin (irisch Reul, engl. Sixpence). Die Stücke zeigen auf den Vs.n immer die Brian-...
Pisano, Antonio
Berühmter italienischer Maler, Zeichner und Medailleur, genannt Pisanello (der kleine Pisaner). Er gilt als Erfinder der Medaille und führte sie gleich zu einem Höhepunkt. Die im Jahr 1438 entstandene Gussmedaille auf den Paläologenkaiser Johannes VIII. (1435-1448) gilt als erste Medaille im Sinne einer bis heute ununterbrochenen Entwicklung der Medaillenkunst. Sie zeigt auf der Vs. die Büste des Kaisers im Profil mit hohem Hut, auf der Rs. den Kaiser und seinen Pagen zu Pferd vor felsiger ...
Pistole
Volkstümliche Bezeichnung für eine weit verzweigte und wichtige Familie von Goldmünzen, die sich neben den Dukaten bildete. Die Herkunft der Bezeichnung Pistole ist nicht geklärt, man vermutet eine Ableitung von "pistola" oder "piastra" (Münzplättchen). Ausgangspunkt der Pistole ist das Doppelstück des Escudo de oro, die Dublone, die in Spanien unter Philipp II. (1556-1598) seit 1566 in großen Mengen ausgeprägt wurde. Grundlage waren die Goldfunde in den spanischen Kolonien Mittel- und ...
Pistrucci, Benedetto
Pistrucci Crown
Italienischer Gemmenschneider, Münzgraveur und Medailleur, der sich mit Kameen und Gemmen in Pisa, Florenz und Rom einen Namen machte. Im Jahr 1814 kam der Künstler nach Paris, wo er ein Wachsmodell von Napoleon Bonaparte anfertigte. Nach der Niederlage Napoleons floh der Künstler noch vor der Ankunft der Alliierten in Paris (1815) nach London. Als gelernter Gemmenschneider war es Pistrucci gewohnt, künstlerische Entwürfe sofort in Stein zu schneiden. Diese Fähigkeit wurde ...
Pite
In verschiedenen Gebieten Frankreichs übliche Bezeichnung für den mittelalterlichen Viertelpfennig. In Südfrankreich war eher der Ausdruck Pougeoise gebräuchlich.
Pitis
Auch Pitjis oder Pitjes, Bezeichnung für Münzen, die aus Zinnlegierungen gegossen sind. Sie liefen zwischen dem 17. und der Mitte des 19. Jh.s in Gebieten der malaiischen Halbinsel (Malaysia) und der benachbarten Inselwelt (Sumatra, Borneo, Bangka, Java u.a.) um. Die Münzen sind verschieden groß und schwer, rund, sechs- oder achteckig, es gab gelochte und ungelochte Stücke. Ihre Beschriftung ist arabisch oder chinesisch, gelegentlich auch zweisprachig. Mit dem Aufkommen...
Pius
1. Lat. "pius" bedeutet fromm oder der Fromme. Ehrenname römischer Kaiser seitAntoninus Pius (138-161 v. Chr.), später durch "felix" (glücklich) erweitert, wie z.B. bei Umschriften der Kaiser Caracalla und Elagabal ( ANTONINVS PIVS FEL(IX) AVG). Bei Gordianus III. (GORDIANUS PIUS FEL AVG) gehört Pius zum Namen. Die Ehrenbezeichnung wird auch im Byzantinischen Reich verwendet.2. Papstname (seit dem 2. Jh. v. Chr.), den bisher 12 Päpste trugen, zuletzt Pius XII. (1939-1958).
Pjäs
Schwedische Bezeichnung für das silberne 5-Öre-Stück des 18.Jh.s. Das 10-Öre-Stück wurde Dubbel-pjäs genannt.
Plak
Auch Plack, bezeichnet verschiedene niederländische Groschen- und Billonmünzen. Die Benennung ist vom frz. "plaque" (dünnes Metallplättchen) abgeleitet. Dementsprechend wurden Münzen, die auf dünnen Schrötlingen geprägt wurden, als Plakken (Placken) bezeichnet. Im 14./15. Jh. war dies der niederländische Botdrager, seit dem ausgehenden 15. Jh. eine overijsselsche Billonmünze, die in Deventer, Campen, Zwolle und Groningen bis ins 17. Jh. geprä...
Plaketten
Kunsthistorisch versteht man unter Plaketten einseitige Metallreliefs, die aus einem Modell aus Holz, Stein oder Schiefer geschnitten, in Wachs und Gips geformt oder nach einer Treibarbeit gegossen sind und ihrerseits selbst als Modell oder Vorlage dienen. Zumindest trifft diese Rolle als Zwischenmodell für die Renaissance- und frühe Barock-Plakette zu. Man bezeichnet aber nicht nur Reliefmodelle als Plaketten, sondern auch einseitige Metallreliefs, die medaillenartigen Charakter haben...
Plancustaler
Bezeichnung einer medaillenförmigen Talermünze von Basel aus dem Jahr 1623, jedoch ohne Jahresangabe, die den römischen Politiker und Feldherrn Lucius Munatius Plancus als Standfigur zeigt. Als römischer Statthalter der Provinz Gallia Comata um etwa 44/43 v. Chr. gründete Plancus - neben Lugdunum (Lyon) - die Colonia Raurica (Augusta) auf dem Gebiet von Basel. Der gleiche Typ soll auch auf Vierteltalern und Klippen der Stadt zu finden sein.
Planetenzeichen
Die Astrologie schrieb schon in vorgeschichtlicher Zeit den Gestirnen große Bedeutung für das Schicksal von einzelnen Menschen und ganzen Völkern sowie für den Ablauf von Tagen, Monaten und Jahren zu. Die Symbole für die Planeten, die unsere Sonne umkreisen, wurden seit der Renaissance auf Münzen und Medaillen abgebildet. Im Einzelnen sind dies folgende Symbole (ausgenommen Pluto, der erst 1930 entdeckt wurde):
Merkur
Venus
Erde
Mars
Jupiter
Saturn
Neptun
Uranus
...
Plantagen-Token
Münzähnliche Marken, die von Plantagenbesitzern in Süd- und Südostasien zur Bezahlung ihrer Arbeiter ausgegeben wurden. Diese Token liefen in Indien, Indonesien, auf Ceylon, Java und Hawaii unter verschiedenen Kolonialherren um. Sie behoben in den abgelegenen ländlichen Agrargebieten den Kleingeldmangel. Das Privatgeld lautete meist auf kleine Nominale, manchmal sogar auf Warenwerte (z.B. Reis). Da die Token oft nur in den Warenverkaufsstellen einlösbar waren, die auch in Händen der Groß...
Plapparte
1. Auch Plapperte oder Blafferte, bezeichnen schweizerische und süddeutsche Groschenmünzen aus dem 15. Jh., die nichts mit den norddeutschen Blafferten (Hohlpfennigen) zu tun haben. Die Herkunft der Benennung ist nicht gesichert, möglicherweise vom frz. "blafard" (bleich), nach der matten Farbe der Billonmünzen. Erstmalig werden Plapparte in Konstanz 1388 erwähnt. In Bern werden schon in der 2. Hälfte des 14. Jh.s Schillinge zu 12 Pfennigen geprägt, aber erst 1421 folgen Plapparte genannt...
Plaquette
Billonmünze aus der 2. Hälfte des 18. Jh.s, die in den Österreichischen Niederlanden im Wert von 14 Liards geprägt wurde. Sie zeigt auf der Vs. die Wertzahl, auf der Rs. den Doppeladler. Auch die Bischöfe von Lüttich prägten zur gleichen Zeit Plaquettes.
Platin
Ein hellgrau-silberglänzendes, zähes, äußerst beständiges, nicht sehr hartes Edelmetall, Hauptvertreter der Gruppe der Platinmetalle, chem. Zeichen Pt. Platin wird im Ural, Südafrika, Kanada und Kolumbien abgebaut und vorwiegend zur Herstellung von Schmuck, medizinischen Geräten und in der chemischen Industrie genutzt. Das Urmeter und das Urkilogramm in Paris sind aus einer extrem harten und beständigen Platin-Iridium-Legierung hergestellt. Das seltene und teuere Platin diente nur selten...
Platinabschläge
Abschläge von Münzen aus Platin tauchen gelegentlich seit dem 19. Jh. auf. Dabei handelt es nicht um Proben, sondern um vereinzelte Gefälligkeitsprägungen, die auf Veranlassung von Münzsammlern, Händlern oder Liebhabern geschlagen wurden.
Platinmünzen
Platinmünzen als regelrechte Zahlungsmittel wurden nur in Russland unter Zar Nikolaj Pavlovic (1825-1855) geprägt. Es handelt sich um Stücke im Nennwert von 3 (seit 1828), 6 (seit 1829) und 12 Rubel (seit 1830). Ihre Vs.n zeigen den bekrönten, russischen Doppeladler mit Zepter und Globus, die Rs.n die Jahres- und Wertzahl und kyrillische Schrift (u.a. das Münzzeichen von St. Petersburg). Das aus den reichen Funden des Ural stammende Platin wurde eigentlich nur als Ersatz...
Plåtmynt
Plattenmünzen, Kupferplattenmünzen
Schwedische Bezeichnung für die großen und schweren Kupferplattenmünzen (engl. Plate money), die das Königreich Schweden zwischen 1644 und 1768 (mit Unterbrechungen) ausgab. Es handelt sich um rohe, rechteckige Kupferplatten, die gewöhnlich in der Mitte einen und an den Ecken vier Stempel tragen. Der mittlere Stempel ist mit Wertangabe (in Daler), der Bezeichnung SOLFF:MYNT oder SILF:MYNT und dem Münzzeichen versehen. Die vier äußeren Stempel sollten ...
Plektron
Schlagstäbchen oder -plättchen aus Holz, Elfenbein oder Metall mit blattförmiger Spitze, das zum Anreißen der Saiten der Kithara diente. Das Plektron kommt auf einigen antiken Münzen im Zusammenhang mit der Darstellung der Leier vor, z.B. auf römischen Münzen des Brutus.
Plenersche Bankakte
Bezeichnung der nach dem damaligen österreichischen Finanzminister Plener benannten Vorschrift, die 1862 ein zweistufiges Deckungssystem für die Banknoten der Privilegierten Österreichischen Nationalbank vorsah. Der Versuch, die Napoleonischen Kriege durch die vermehrte Ausgabe von Staatspapiergeld (Bankozettel) zu finanzieren, führte 1811 zum Staatsbankrott Österreichs. Die Bankozettel wurden durch sog. Emissionsscheine ersetzt, deren Wert allerdings auf ein Fünftel reduziert war. Nach de...
Plutos
Griechischer Gott des Reichtums, Sohn der Eirene, auf griechischen Münzen gelegentlich in Gestalt eines kleinen Knaben an die Seite seiner Mutter gestellt.
Poesia in Nummis
Bezeichnung einer Motivsammlung von Münzen und Medaillen, die thematisch auf Dichter und Schriftsteller und ihre Werke Bezug nehmen. Dazu gehören z.B. Gedenkmünzen zu Ehren von Joseph von Eichendorff (5 DM, BRD 1957 zum 100. Todestag), Theodor Fontane (5 DM, BRD 1969), Johann Wolfgang Goethe (3 und 5 RM, Weimarer Republik 1932; 20 M, DDR 1969 und 1982; 5 DM BRD 1982), H.J. Christoph Grimmelshausen (5 DM, BRD 1976 zum 300. Todestag), Heinrich Heine (10 M, DDR 1972; 10 DM, BRD 1997...
Pogh
Kleine Kupfermünze des Königreichs Armenien von etwa 1080 bis zur Unterwerfung durch die Osmanen 1375. Der häufigste Typ zeigt auf der Vs. den König sitzend, ein Kreuz haltend, die Rs. ein Langkreuz zwischen zwei Löwen.
Points secrets
Französische Bezeichnung (geheime Punkte) für die Münzzeichen, die im spätmittelalterlichen Frankreich unter bestimmten Buchstaben in der Umschrift angebracht wurden. Die Punkte veränderten ihre Position, je nachdem, von welcher Münzstätte sie stammten. Die Münzen der Pariser Münzstätte waren z.B. mit einem Punkt (seit 1411 ein Kringel) unter dem 18. Buchstaben gekennzeichnet. Das Kennungssystem wurde bewusst geheim gehalten, um eine effektivere ...
Poisha
Bengalischer Ausdruck für Paisa, Bezeichnung für die kleine Münzeinheit des Staates Bangladesch seit 1972, nachdem sich der durch Indien getrennte Ostteil Pakistans (Ostbengalen) von Pakistan 1971 unabhängig gemacht hatte: 100 Poisha = 1 Taka.
Poitevin
Bezeichnung der französischen Denare, die im Mittelalter in Poitiers geschlagen wurden. Poitiers war die Hauptstadt der Grafschaft Poitou. Im Jahr 1265 war beispielsweise Alphonse, der Bruder des französischen Königs Louis IX., mit den Grafschaften Poitou und Toulouse belehnt. Er ließ Poitevins mit der Inschrift COMES PICTAVIE. ET. THOL. (Graf von Poitou und Toulouse) schlagen.
Pojköre
Seltenes schwedisches Örestück von 1772, das auf größerem Schrötling als das normale Örestück geprägt wurde. Die Benennung soll auf „pojke“ (Junge) zurückgehen, denn ein Junge soll – beim Versuch das Örestück zu fälschen – einen besseren Stempel als den des Originals geschnitten haben. Deshalb soll er nicht bestraft, sondern an der Münze angestellt worden sein.
Polarbär
Bezeichnung der bimetallenen 2-Dollar-Münze, die 1996 in Kanada den 2-Dollar-Schein ablöste, nach dem Rückseitenmotiv benannt, das einen Eisbär auf einer Eisscholle zeigt.
Pölchen
Bezeichnung der Nachahmungen der polnischen Halbgroschen von Sigismund I. (siehe auch Pulken und Kwartnik) durch Ludwig I. von Böhmen und Ungarn, die zwischen 1517 und 1526 in großen Mengen nach Polen und Preußen eingeschleust wurden. Erst als Sigismund in der Münzreform von 1526 neue Münztypen (Groschen, Drei- und Sechsgröscher) schuf, konnte die Einfuhr gestoppt werden.
Polierte Platte
Der Ausdruck „Polierte Platte“ bezeichnet ein Verfahren der Münzherstellung: Die auch kurz als „PP-Münzen“ bezeichneten Sammelstücke sind unter Verwendung polierter Stempel sowie polierter Ronden (Rohlinge) hergestellt. Das Polieren des Prägewerkzeugs ist deshalb möglich, weil die erhabenen Stellen des Münzbildes auf dem Stempel als Vertiefungen erscheinen. Zudem werden die Stücke einzeln in die Prägemaschine gelegt, von Hand entnommen und einzeln verpackt. Unter Sammlern zählen...
Polletter
Auch Boletten, ist die Mehrzahl von Polett, das sich vermutlich vom ital. "bolla" (Siegel) ableitet. Es handelt sich um private Marken aus Schweden, die seit dem 17. Jh. als Quittung für geleistete Arbeiten, gelieferte Waren oder bezahlte Steuern und als Passiermarken für Brücken und Privatwege umliefen. Später liefen Polletter auch lokal als Ersatz für mangelndes Kleingeld um, vor allem im Bereich großer Bergwerksbetreiber in Mittelschweden. Dort wurden sie von Be...
Poltina, Poltinnik
Halbrubel
Russische Bezeichnung für den halben Rubel. Die Poltina als Zahlungsmittel war im 13. Jh. die Hälfte eines als Rubel bezeichneten Silberbarrens. Diese Barrenhälfte hatte etwa das Gewicht von 100 g (ca. 850/1000 fein). Als Recheneinheit wurde sie in 50 Kopeken oder 5 Grivna unterteilt. Unter Zar Alexej Michailowitsch (1645-1676) wurde die Poltinnik im Jahr 1654 zum ersten Mal als Münze aus Kupfer ausgeprägt, aber bereits 1663 zusammen mit den anderen neuen russischen Münzen wieder...
Poltura
Ungarische Bezeichnung für den Dreipölker, den die ungarischen Malkontenten während ihres Aufstands gegen die Habsburger zwischen 1704 und 1707 prägen ließen (siehe auch Malkontentenmünzen). Die Poltura galt 1 1/2 Krajczar (Kreuzer), es gab Stücke zu 1, 4, 10 und 20 Poltura. Sie zeigen meist auf der Vs. den bekrönten Landesschild Ungarns, auf der Rs. die Madonna mit Kind auf einer Mondsichel. Die Polturen sind meist mit Wertangabe, Jahreszahl und Mü...
Poludenga
Auch Poluschka, ist die Bezeichnung des Halbstücks der russischen Denga, die seit dem ausgehenden 14. Jh. als Silbermünze im Gewicht von etwa 0,45 g geprägt wurde. Seit dem 16. Jh. entsprach sie einer Viertelkopeke, seit der Münzreform Peters des Großen (1682-1725) wurde sie in Kupfer ausgebracht.
Polupoltina
oder Polupoltinnik, ist die Bezeichnung für das alte russische Viertelstück des Rubels (25 Kopeken), wörtlich eigentlich das Halbstück (Polu) der Poltina (1/2 Rubel). Die Bezeichnung Polupoltina wurde in der 1. Hälfte des 19. Jh.s durch den Ausdruck Tschetwertak (Viertelstück) ersetzt.
Polupoluschka
Der kleinste Teilwert der russischen Denga. Der Ausdruck bedeutet 1/2 Poluschka oder 1/2 Poludenga, entsprach also 1/4 Denga. Im 16. Jh. war die Polupoluschka eine Recheneinheit. Unter Peter dem Großen wurde sie als kupferne 1/8-Kopeke ausgegeben und stellt damit das kleinste Nominal dar, das jemals in Russland ausgeprägt wurde. Ihre Vs. zeigt den russischen Doppeladler, die Rs. die Wertangabe.
Pond
Währungsbezeichnung des Burenstaates Südafrikanische Republik (Transvaal). Das Pond zu 20 Shillings wurde nach britischem Vorbild zum ersten Mal unter dem Präsidenten Thomas François Burgers (1872-1877) im Jahr 1874 in Gold (916/1000) ausgeprägt, allerdings nur in einer Auflage von 837 Exemplaren. Die Stücke zeigen den Präsidenten mit Bart und das Wappen. Die Hauptprägezeit des Pond war zwischen 1892 und 1900 unter Präsident Krüger. Es gab auch Halbs...
Ponscarme, François Joseph Hubert
Französischer Medailleur und Stempelschneider sowie Professor an der Ecole des Beaux Arts (Schule der Schönen Künste) in Paris, u.a. Lehrer von Roty. Zahlreiche Medaillen stammen von seiner Hand.
Pontifex Maximus
Der Titel Pontifex Maximus (lateinisch: „Oberster Brückenbauer“) wurde im Laufe der Zeit unterschiedlichen Würdenträgern zuerkannt. Zunächst bezeichnete er den obersten Priester und Wächter über die Zeremonien des altrömischen Götterkults. Später ging der Titel auf die römischen Kaiser über und benannte ab dem 5. Jahrhundert schließlich den Bischof von Rom, den Papst.
Der Pontifex Maximus im alten Rom
Im Römischen Reich war der Pontifex Maximus als höchster geistlicher Würdent...
Pontifikalgeräte
Bezeichnung für die Opfergeräte und priesterlichen Insignien, die den Römern zu Opferzwecken und als Abzeichen der Priesterwürde dienten; gelegentlich sind sie als Attribute von Göttern auf römischen Münzen abgebildet, wie z.B. die Patera. Die einzelnen Pontifikalgegenstände sind unter den folgenden Stichpunkten zu finden: Albogalerus, Apex, Aspergillum, Capis, Dreifuß, Galerus, Lituus, Patera, Secespita, Securis, Simpuvium, Urceus und Vitta.
Popolino
Bezeichnung italienischer Silbermünzen, so der Popolino di Firenze (von Florenz) zu 2 Soldi von 1305, der im Durchmesser und Typ dem silbernen Fiorino entspricht. Der Popolino di Roma (von Rom) soll 1/12 des Grosso Romanino gegolten haben.
Portcullis money
Bezeichnung für eine Serie englischer Silbermünzen, die nur 1600/01 geprägt wurden und ein Fallgitter (portcullis) auf der Rs. zeigen. Die Münzen wurden auf Anordnung der Königin Elisabeth I. für die East India Company (Ostindische Gesellschaft) geprägt, konnten sich aber nicht durchsetzen. Ihr Münzfuß wich von den in England umlaufenden Silbermünzen ab, das größte Stück entsprach dem spanischen Acht-Reales-Stück. Man kann d...
Porträtmedaillen
Bezeichnung für eine Gruppe von Medaillen, die das Porträt einer bestimmten Person zeigen, keine Allegorien. Dabei kann es sich um Porträts von Herrschern, Adligen und ihren Familienangehörigen handeln oder um bürgerliche Personen( Personenmedaillen) wie Kaufleute, Maler, Musiker oder Dichter. Bei Porträtmedaillen handelt es sich nicht immer um realistische Darstellungen, oft sind die Persönlichkeiten nach den Vorstellungen des Medailleurs idealisiert dargestel...
Portugaleser
Auch Portugalöser, ist die Bezeichnung des Portuguez und seiner Nachahmungen, die in der 2. Hälfte des 16. und im 17. Jh. in Norddeutschland und Skandinavien entstanden. Die meisten Nachahmungen der portugiesischen Goldmünze stammen aus Hamburg, das zwischen 1553 und 1673 Ein-, Halb- und Viertel-Portugaleser-Stücke „nach Portugalis Schrot und Korn“ prägte, wie es in der (inneren) Umschrift heißt. Sie zeigen meist auf der Vs. das Hamburger Stadttor, auf der Rs. das Doppelkreuz. Auf die ...
Portugiesischer Escudo
Beim portugiesischen Escudo handelt es sich um die ehemalige Währung Portugals. Die Währung ersetzte mit der Einführung der Republik 1910 die Währung des Reals und wurde schließlich selbst am 01. Januar 2002 durch den heute präsenten Euro abgelöst. Ein portugiesischer Escudo war unterteilt in 100 Centavos.
Eckdaten des portugiesischen Escudos
Merkmal
Beschreibung
Zeitraum
1911 - 2002
Abkürzung
PTE (ISO-4217-Code)
Wechselkurs (fix)
1 EUR = 200,482 PTE1 PTE = 0,498798 EUR
Untere...
Portuguez
Schwere portugiesische Goldmünze im Wert von 10 Cruzados deouro, die König Manuel I. (1495-1521) um 1499 aus fast reinem Gold in Portugal einführte. Die Vs. zeigt den Wappenschild mit zum Teil doppelseitigen Inschriften, die sich auf erfolgreiche portugiesische Eroberungen und Entdeckungen der Zeit beziehen. Die Rs. zeigt das gleichschenklige Kreuz des portugiesischen Christusordens, dessen Großmeister der König war und die Umschrift IN HOC SIGNO VINCES (unter diesem Z...
Porzellannotmünzen
1. Deutsches Notgeld
Der Ausdruck Porzellannotgeld beschreibt ein deutsches Notgeld (2), welches aus Porzellan oder Steingut gefertigt wurde in den Jahren von 1920 bis 1922. Die überwiegend aus der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen stammenden Porzellanmünzen sind aus weißem Biskuit-Porzellan oder braunem Böttger-Steingut hergestellt, wobei das Steingut sich besser für den allgemeinen Geldumlauf eignete, da es sich gegenüber Verschmutzungen unempfindlich erwies. Allerdings kam ein
Poseidon
Griechischer Gott des Erdbebens und Beherrscher des Meeres, aber nicht verstanden als Beschützer der Seefahrt, sondern eher als grollender Erreger des Sturmes und des tobenden Meeres, das er mit seinem Attribut, dem Dreizack aufwühlt und bändigt. Auf antiken Münzen der griechischen Welt erscheint er gewöhnlich bärtig und nackt mit Dreizack, Delfin oder dem Bug einer Galeere, manchmal auch mit Seewesen im Gefolge. Gelegentlich erscheint der Dreizack auch allein als S...
Possidierende Fürsten
Nach dem Tod von Johann Wilhelm, dem letzten Herzog von Jülich-Kleve-Berg, begann 1609 der Streit um die Erbfolge. Mehrere Parteien beanspruchten das Erbe: Kaiser Rudolf II. und Matthias (offiziell Kaiser seit 1612) für das Haus Habsburg, die ältere Schwester des verstorbenen Herzogs, Eleonore (Ehefrau von Kurfürst Albrecht Friedrich von Preußen) für ihren Schwiegersohn Johann Sigismund von Brandenburg und seine zweite Schwester Anna (verheiratet mit dem Pfalzgrafe...
Postage Currency
Bezeichnung der ersten offiziellen Ausgabe von Kleingeldscheinen der USA, die im Bürgerkrieg (1861-1865) vom 21. August 1862 bis zum 27. Mai 1863 in Werten zu 5, 10, 25 und 50 Cents ausgegeben wurden. Sie zeigen 5- und 10-Cent-Briefmarken, manche haben perforierte Ränder (wie Briefmarken). Die Emission des Postage-Currency wurde erst nachträglich (am 3. März 1863) vom Kongress legalisiert und gleichzeitig die weitere Ausgabe von Kleingeldscheinen beschlossen, die in vier Emissionen (bis 1876...
Postulatsgulden
Bezeichnung unterwertiger Goldgulden, die Graf Rudolph von Diepholz (1426-1433, Bischof 1433-1455) als Postulatus, d.h. nicht geweihter Anwärter auf den Bischofsstuhl von Utrecht, prägen ließ. Da diese Münzen kaum mehr als die Hälfte des für den Goldgulden vorgeschriebenen Feingoldgewichts enthielten, wurden sie nur für 12 1/2 (statt 20) Stuiver gerechnet. Der Kölner Erzbischof Friedrich von Moers versuchte sich 1558 in betrügerischer Absicht an der Prägung von Postulatsgulden. Sein Ve...
Postume Münzen
Bezeichnung für Münzen, die nach dem Tod (postum) des Münzherrn noch mit dessen Bildnis und unter seinem Namen weiter geprägt wurden. Nach dem Tod seines Vorgängers führte der neue Münzherr gewöhnlich für eine kurze Übergangszeit dessen Prägung fort, bis neue Prägestempel mit seinem Bildnis und Namen zur Verfügung standen. Manchmal wurde eine Münze mit unverändertem Münzbild auch über eine längere Periode weitergeführt oder wieder aufgenommen, wenn es sich um eine gut eingefü...
Potin
Französische Bezeichnung einer zinnreichen Bronzelegierung, die die Kelten vorwiegend in Gallien zum Gießen von Münzen verwendeten. Die keltischen Potinmünzen enthalten immer einen relativ hohen Zinnanteil. Den Legierungen ist in wechselnden Zusammensetzungen neben Zinn auch Kupfer, Blei, Silber und Spuren anderer Metalle beigemischt. Die Kelten glichen meist ihre Nominale aus Gold (Stater) und Silber (Tetradrachme, Drachme, Quinar) den griechischen, makedonischen und römischen Nominalen ge...
Potlatchobjekte
Indianerstämme an der Nordwestküste Nordamerikas verschenkten während sog. Potlatchfeste Decken, Kleidung und andere Dinge an ihre Gäste oder zerstörten im Rahmen dieses Ritus Kupferplatten, Kanus, Häuser und andere Gegenstände, die als Zahlungsmittel, Besitz- oder Wertgegenstände fungierten. Solche Potlatchfeste, die auch von Tänzen, Gesängen und Reden begleitet waren, wurden bei Heirat, Volljährigkeit oder Herausforderung eines Rivalen ver...
Pougeoise
Bezeichnung des mittelalterlichen Vierteldenars in Südfrankreich, der in der Stadt Le Puy geprägt wurde. Der Denier von Le Puy zählt zu den französischen Feudalmünzen. Sein Wert sank durch Münzverschlechterungen auf ein Viertel ab, was sich durchaus als praktisch für den Geldverkehr erwies; denn somit war es im täglichen Geldverkehr nicht mehr nötig, den vollwertigen Denier zu vierteln, den Obol zu halbieren oder einen Restbetrag mit Naturalien auszu...
PP
1. Abkürzung auf Münzen der Römerzeit. In der Mehrzahl der Fälle kommt die Abkürzung in der Bedeutung Pater Patriae vor, ein Titel, den sich viele römische Kaiser auf Münzen zulegten. In einzelnen Fällen kommt die Abkürzung auch in den Bedeutungen "perpetuus" (andauernd, beständig,) "praepositus" (Vorgesetzter, Stadthalter) oder "permissu proconsulis" (mit Genehmigung des Prokonsuls) vor.2. Abkürzung für Polierte Platte.
Prägemedaillen
Bezeichnung für Medaillen, die im Prägeverfahren hergestellt sind (wie das Gros der Münzen) im Gegensatz zu Gussmedaillen (Gussverfahren) oder Gravurmedaillen (graviert). Das Bild und die Schrift der Prägemedaille wird mit einem Stempelpaar auf einen Schrötling (Platte) geprägt.
Prägequote
Die auferlegte Menge (Minimum oder Maximum) der an einer Münzprägung beteiligten Münzstände bzw. Münzstätten. Prägequoten wurden schon seit dem ausgehenden Mittelalter von den Münzvereinen getroffen. Die Prägequote von Münzvereinigungen wurde nach verschiedenen Kriterien vergeben. Im Münchener Münzvertrag von 1837 wurde die Prägequote für Gulden und halbe Gulden nach den Anteilen am Zollaufkommen der beteiligten süddeutschen Staaten festgelegt. Der Wiener Münzvertrag von 1857 ver...
Prager Groschen
Prager Groschen oder böhmischer Groschen sind Bezeichnungen für die Groschen, die König Wenzel II. von Böhmen mithilfe florentinischer Finanzberater nach dem Vorbild des französischen Gros tournois in der neu geschaffenen Münzstätte Kuttenberg um 1300 zum ersten Mal prägen ließ. Die Silbermünze ist durch ihr charakteristisches Prägemotiv leicht wiederzuerkennen:
Die Vorderseite des Groschens zeigt die böhmische Krone. Der Name und Titel des Königs kreist die Krone dabei in doppelter...
Prägering
Ringförmiges Prägewerkzeug aus Stahl, das die Münzplättchen während des Prägevorgangs an den Seiten umschließt. Die genau zylindrische angeordneten Innenwandungen sind gehärtet, um dem hohen Druck standzuhalten, der bei der Prägung entsteht. Der Innendurchmesser entspricht genau dem der zu prägenden Münzen. Um die Münzplättchen leichter in den Prägering einführen zu können, ist der Prägering etwas grö&szli...
Prägewerkzeuge
Die Werkzeuge zum Prägen von Münzen, Medaillen und Marken sind im Wesentlichen Prägering, Rändelbacken, die Stempel oder Matrizen und im weiteren Sinn auch die Patrizen, die zur Herstellung der Stempel verwendet werden.
Prägung
In der Münztechnik bezeichnet man mit Prägevorgang die Herstellung von Münzen aus Plättchen (Schrötlingen), indem das Metall im Prägestock (zwischen zwei Prägestempeln und dem Prägering) durch hohen Druck (Stoß, Schlag) verformt wird. Früher wurden die Münzen durch Schlag mit dem Hammer per Hand (Hammerprägung) hergestellt. Zwischen dem 16. und 18. Jh. erfolgten Neuerungen in der Prägetechnik (Klippwerk, Rosswerk, Walzenwerk, Spindelprägewerk), deren Einführung man wegen des Wider...
Prämienmedaillen und -münzen
Gepräge mit oder ohne Geldcharakter, die als Anerkennung, Auszeichnung oder Belohnung für bestimmte Leistungen vor allem im Zeitraum zwischen dem 17. und 19. Jh. vergeben wurden, auch in Klippenform. Man spricht von Prämientalern und - je nach Wert bzw. Größe - auch von Prämiendoppeltalern, -halbtalern und -zweidritteltalern usw. Sie tragen häufig Beschriftungen, die sich auf den Anlass der Auszeichnung beziehen. Besonders bekannt sind die Schieß- oder Schützentaler und -medaillen und d...
Präsenzzeichen
Marken, die bei Versammlungen u.ä. an die Anwesenden verteilt wurden und zum Empfang einer Gratifikation berechtigten. Dazu gehören z.B. die Ratsmarken, die vor allem von Städten im Rheinland zum Zeichen der Anwesenheit bei Ratsversammlungen an Mitglieder des Stadtrats ausgegeben wurden.
Preismedaillen
Medaillen, die bei Wettbewerben an die Sieger und/oder nächstplatzierten Teilnehmer vergeben werden, wie z.B. bei Sportveranstaltungen. Bei den Olympischen Spielen werden an die drei erstplatzierten Wettkämpfer Medaillen verliehen, je nach Platzierung gestaffelt in Gold, Silber und Bronze. Bekannt sind auch Medaillen, die Firmen bei Ausstellungen oder auf Messen als Preis oder Prämie für ihre Waren oder Produkte erhalten und die manchmal zu Werbezwecken abgebildet sind. Auch für Zuchterfolg...
Preußischer Taler
Amtliche Bezeichnung des preußischen Reichstalers nach dem Graumannschen Münzfuß seit dem "Gesetz über die Münzverfassung in den preußischen Staaten" von 1821.
Primitivgeld
Andere Bezeichnung für vormünzliche Zahlungsmittel bzw. ursprüngliche oder traditionelle Geldformen, manchmal auch für Frühformen der Münze verwendet. Der Ausdruck ist zumindest unglücklich gewählt, da er mit der Bezeichnung "Primitive" für Angehörige anderer Kulturen korrespondiert, die in ethischer und kultureller Hinsicht den europäischen "Missionaren" zumindest ebenbürtig waren. Darüber hinaus schließt der Terminus eine Wertung anderer Kulturen nach den Maßstäben unserer Kult...
Princeps
Aus dem Lat. "primus" (der Erste) und "capere"(einnehmen) zusammengesetzt, also "der die erste Stelle einnimmt", der Fürst oder Herrscher. Der Ausdruck erscheint auf Münzen gelegentlich im Mittelalter als Titel der Herzöge von Savoyen und der Fürsten von Oranien. Die deutschen Kurfürsten zogen in der Regel den Titel Elector vor. Im Erbfolgestreit um das vakante Herzogtum Jülich-Kleve-Berg nannten sich die possidierenden Fürsten "principes", auf den Münzen abgekürzt mit PRIN. oder PRINCI...
Principat
Bezeichnung der spanischen Goldmünzen, die Ferdinand (Fernando II., der V. von Spanien) der Katholische (1479-1516) 1493 in Barcelona und Perpignan schlagen ließ. Sie wurden im Feingehalt der venezianischen Dukaten und nach den Typen der Dukaten von Barcelona geprägt. Sie zeigen auf der Vs. die gekrönte Büste des Herrschers, auf der Rs. das Wappen. Unter Ferdinand gab es auch halbe, doppelte und vierfache Principaten, unter Karl (Carlos) und Johanna (Juana) (1516-1555)...
Prinzendaalder
Bezeichnung einer niederländischen Talermünze nach dem Münzfuß des Rijksdaalders. Die aus dem Jahr 1581 stammende Silbermünze zeigt das Brustbild Wilhelms von Oranien. Sie wurde in der holländischen Stadt Dordrecht geprägt, die der Mittelpunkt des Befreiungskampfes der Vereinigten (nördlichen) Niederlande gegen die Spanier war. Der auf der Münze abgebildete Prinz Wilhelm von Oranien führte den Unabhängigkeitskampf gegen König Philipp I...
Private Münzen und Münzstätten
Münzen, die nicht von staatlichen Münzstätten, sondern von Privatleuten, Unternehmern oder Gesellschaften ausgegeben wurden. Die Frage, ob die ersten Münzen aus Elektron, die aus dem Gebiet Lydien-Ionien stammen, private oder staatliche Ausgaben sind, ist bisher nicht geklärt. Die zentralistische und straffe Organisation im Römischen und Byzantinischen Reich ließ jedenfalls keine privaten Geldprägungen zu. Die merowingischen Münzen im frühen Mittelalter wurden von umherziehenden Münze...
Privatsammlungen
Münzsammlungen, die von Privatpersonen zusammengetragen wurden, im Gegensatz zu öffentlichen Sammlungen.
Privileg des Quentchens
Kaiser Karl V. verfügte am 10. März 1524, dass Münzen für Österreich nicht nach der Esslinger Reichsmünzordnung (8 Reichsguldiner auf die Kölner Mark) geprägt werden sollten, sondern nach dem von Erzherzog Ferdinand am 15. Februar in Nürnberg instruierten Münzfuß (8 1/8 Guldiner auf die Kölner Mark). Da der Guldiner 8 Quentchen wog, von den österreichischen Guldinern aber 1/8 mehr auf die Kölner (raue) Mark gingen, betrug das...
Privy Mark
Geheimzeichen mit besonderer Bedeutung für Münzsammler
Ein Privy Mark, oft auch als Geheimzeichen oder Münzmarkierung bezeichnet, ist ein faszinierendes Element in der Welt der Numismatik. Ursprünglich als reines Identifikationsmerkmal gedacht, hat sich die Bedeutung des Privy Marks im Laufe der Zeit gewandelt und spielt heute eine wichtige Rolle für Sammler und Anleger gleichermaßen.
Geschichte und Ursprung des Privy Mark
Das Privy Mark hat seinen Ursprung in der praktischen Notwendigkeit...
Probekörner
Bezeichnung der nach der Kupellenprobe verbleibenden Körner chemisch reinen Silbers.
Probemünzen
Auch Probeabschläge oder Proben sind Münzen, die zu Probezwecken vor der geplanten Ausführung der Prägung geschlagen werden. Als Unterscheidungsmerkmale der Proben von den regulären Stücken gelten z.B. unterschiedliches Aussehen, die Verwendung (meist billigeren) Materials, die einseitige Beprägung oder die Ausführung der Proben auf breiteren bzw. dickeren Ronden. Manchmal ist die Probe auch an ihrer Aufschrift zu erkennen, wie in Frankreich in der Regel die Essais. Sie können auch wäh...
Probiergewichte
Die Probiergewichte waren ideelle Gewichte, die der Untersuchung (Probierung) von Erzen dienten. Sowohl ihre Benennung wie auch ihre Stückelung unterschied sich von den Warengewichten und schwankte regional. So wog der sog. Probierzentner in Westfalen 3 g, in Sachsen 3,75 g, in Österreich 4,375 g und im Oberharz 5 g.Nach den Probiergewichten bestimmte man auch die Edelmetalle Gold und Silber in den Legierungen. Beim Silber wurde früher die Kölner Mark in 16 Lot = 64 Quentchen = 256 Richtpfen...
Probierordnung
In der Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 erließ Kaiser Ferdinand I. die Probierordnung, die Verwaltung und Aufsicht über das Münzwesen im Römisch-Deutschen Reich (bis 1806) regeln sollte. Dabei wurde der Versuch unternommen, bereits bestehende Gebräuche - wie den Kreisprobationstag – auf das gesamte Römisch-Deutsche Reich auszuweiten, was durchschlagend erst um 1570 gelang. Das Münzwesen des „Alten Reichs“ wurde getragen von den Reichskreisen. Zur Prägung von Großsilbermünze...
Proconsul
Römischer Titel, der sich auf ein Amt mit vorwiegend militärischem Charakter in der Provinz bezog. Gelegentlich nahm auch der römische Kaiser diesen Titel an. Auf Münzen findet sich der Titel abgekürzt (PROCOS) seit der Regierungszeit des Geschlechts der Severer, wenn auch selten.
Proklamationsgeld
Bezeichnung von speziellen Münzen und Medaillen, die zur Ausrufung (Proklamation) der spanischen Könige anlässlich ihres Regierungsantritts zwischen 1701 (Felipe V.) und 1808 (Fernando VII.) in den Münzstätten der spanischen Kolonien in Süd- und Mittelamerika (vor allem Mexiko) ausgegeben wurden. Auch spanische Münzstätten (vor allem Madrid) beteiligten sich an der Prägung der Proklamationsmünzen. Es gibt Proklamationsgeld aus Kupfer, Silber und ...
Pronkdaalder
Niederländische Bezeichnung (Prunktaler) einer ca. 61,2 g schweren Talermünze im Wert von zwei Philippstalern, die der spanische König Philipp II. (1556-1598) als Herzog von Geldern als Geschenk vergab. Die Vs. der silbernen Donativprägung zeigt das Brustbild des Königs, die Rs. das spanische Wappen, umgeben von 18 Wappenschilden von Ländern und Provinzen, die der Herrscher aus der spanischen Linie der Habsburger beherrschte.
proof
Englische Bezeichnung für die Spezialanfertigung PoliertePlatte, der Ausdruck proof-like entspricht in etwa dem deutschen "Spiegelglanz".
proof sets
Englische Bezeichnung für Sätze von Münzen in der Spezialanfertigung Polierte Platte, die speziell für Sammelzwecke von vielen Ländern hergestellt werden. Das Geschäft mit Münzsätzen in Polierter Platte boomte seit den 60er Jahren des 20. Jh.s, als kleine Inselstaaten proof sets mit exotischen Motiven verkauften, die geldgeschichtlich unbedeutend sind (siehe auch Pseudomünzen). Mittlerweile haben sich die Wogen der stürmischen Marktentwicklung wi...
Prora
Griechische und lateinische Bezeichnung für den Bug (Vorderteil) größerer Schiffe. Die Prora kommt als Symbol für ganze Schiffe auf verschiedenen griechischen und römischen Münzen der Antike vor. Die Prora läuft in zwei Enden aus, einem spitzen, unter Wasser liegenden Rammsporn und einem nach oben gebogenen Schnabel, der aus dem Wasser ragt. Die antiken Proradarstellungen laufen oft in einer Tierdarstellung aus (Vogelkopf, Delfin oder Seepferd). Eine der fr&uu...
Proserpina
Römische Göttin (Tochter der Ceres), die der griechischen Göttin Persephone entspricht.
Providentia
Römische Vergöttlichung der göttlichen Vorsehung (Providentia deorum) und der voraussichtigen Fürsorge des Kaisers (Providentia Augusti) für Thron und Reich. Ihre Darstellung erscheint auf römischen Münzen aus der Kaiserzeit als stehende (später auch sitzende) Gestalt mit ausgestreckten Händen, mit kurzem Stab oder langem Zepter in den Händen und Globus zu ihren Füßen. Ein seltener Denartyp des Kaisers Pertinax, der sich nur von Januar bis März 193 v. Chr. an der Macht halten konnte...
Prunkwaffen
In Afrika dienten Waffen - in Form von Messern, Beilen, Lanzen, Speer- oder Pfeilspitzen - immer auch als Wertobjekte, sei es als Brautpreis, als Ablösung bei Vergehen gegen die gesellschaftlichen Bräuche, als Entgelt für soziale Dienstleistungen oder als Grabbeigabe der Verstorbenen. Als Prunkwaffen werden besonders schöne, mit Ornamenten gearbeitete Waffen bezeichnet, die für solche Zwecke (besonders im Kongogebiet) hergestellt wurden. Dabei kann es sich um Nachbildung...
Pruta
Auch Prutah, bezeichnet sowohl antike Bronzemünzen des Königreichs Judäa als auch die kleinen Münzen des modernen Israel zwischen 1949 und 1959 (Plural Prutot): 1000 Prutot = 1 Israelische Lira (Pfund). Die modernen Prutot sind nach den Vorbildern der antiken Makkabäer-Münzen gestaltet: Sie zeigen wie ihre antiken Vorbilder als beidseitige Randbegrenzung eine Perlenkette und auf den Vs.n Münzbilder wie Anker (1 Pruta), vierseitige Lyra (5 Prutot), Amphora (10 Prutot), dreiteilige Weintrau...
Pseudolegenden
Unleserliche oder unverständliche Legenden, die auf Münzen des Altertums, der Völkerwanderungszeit und des Mittelalters erschienen. Pseudolegenden tauchen vor allem auf Münzen von Völkern oder Stämmen auf, die keine oder eine unterentwickelte Schriftkultur besitzen, wie auf barbarischen Nachprägungen verschiedener keltischer Stämme, die griechische und römische Münzen nachahmten. In Unkenntnis oder mangelnder Kenntnis der Schrift versahen die keltischen Münzer ihre Prägungen oft mit ...
Pseudomünzen
Bezeichnung von Münzen, die in Wirklichkeit nicht als Geld dienen, da sie nicht für den Geldumlauf eines Staates geprägt wurden. Dabei bedienen sich die Regierungen der verschiedenen Ausgabe-Staaten (Entwicklungsländer, kleine Inselstaaten) einiger Tricks: Entweder wird der Nennwert so hoch angesetzt, dass die Münzen als Zahlungsmittel im Land ungeeignet sind. Manchmal werden Goldmünzen in Ländern ausgegeben, deren Regierung den Besitz von Gold verboten haben. ...
Ptolemäer
Ursprünglich aus Makedonien stammendes Herrschergeschlecht, das nach Ptolemaios, einem engen Freund, Leibwächter und General Alexander des Großen, benannt ist. Nach Lagos, einem makedonischen Adligen und dem Vater des Ptolemaios, wird die Dynastie auch als "Lagiden" bezeichnet; seine Mutter Arsinoë entstammte einer Seitenlinie des Argeadengeschlechts, das seine Abstammung von Herakles und Zeus ableitete. Nach dem Tod Alexander des Großen (323 v. Chr.) fiel die ägyptische Satrapie an Ptolem...
Pudicitia
Römische Personifikation der Züchtigkeit, Schamhaftigkeit und Keuschheit. Sie kommt auf römischen Münzen der Kaiserzeit vorwiegend als sitzende (seltener stehende) Frauengestalt mit Schleier vor. Meist ist sie auf Münzen von Kaiserinnen dargestellt, auch wenn deren Lebenswandel alles andere als keusch zu nennen war. Einen sitzenden Pudicitia-Typ zeigen z.B. die Rs.n eines Silber-Denars und Bronze-Asses der Lucilla, der Gemahlin des Kaisers Lucius Verus (161-169 n. Chr.). Sie soll sich schon...
Pul
Kupfermünze der Goldenen Horde zwischen dem 13. und 15. Jh. in schwankendem Gewicht (1 bis 2 g). Die Münzbilder beziehen sich häufig auf Sternbilder, Tiere oder geometrische Figuren. In Russland wurde im 15. und zu Anfang des 16. Jh.s der kupferne Pulo nach dem Vorbild des Pul geschlagen. Bei den Tataren und Turkmenen wurde die Bezeichnung Pul für Geld allgemein verwendet. Im Jahr 1926 wurde in Afghanistan mit der Umstellung des Gewichtssystems (auf Gramm) und der Währun...
Pulken
Bezeichnung für die polnischen Halbgroschen (polnisch: Polki), die seit Kasimir IV. (1444-1494) bis zur Münzreform unter König Sigismund I. (1506-1548) im Jahr 1526 die wichtigsten Umlaufmünzen in Polen waren. Ihre Vs.n zeigen den polnischen Adler, ihre Rs.n eine Krone. Das Gewicht lag bei ca. 0,4 g.
Pulo
Bezeichnung einer seltenen russischen Münze, die nach dem Vorbild des (tatarischen) Pul im 15. und zu Beginn des 16. Jh.s geprägt wurde. Die Kupfermünzen liefen eher in Twer um, seltener in Moskau oder Nowgorod (Lokalmünze). In welchem Wertverhältnis der Pulo zu den zeitgenössischen Silbermünzen Russlands stand, ist nicht bekannt.
Pumphosenkrone
Spöttische Bezeichnung der dänischen Silberkrone von 1665. Der Name geht auf die Vorderseitendarstellung zurück, die König Frederik III. (1648-1670) als Ganzfigur (stehend) in auffällig weiten Hosen zeigt.
Punktvarianten
Abweichungen der Münzstempel in der Interpunktion, die bei Kleinmünzen zwischen dem 16. und 18. Jh. besonders häufig vorkommen. Sie sind für Numismatiker wichtig, die über die Stempelanalyse (Feststellung der Stempelkopplungen) Aussagen z.B. über die Emissionsfrequenz oder über die Chronologie machen.
Punzen
Punzen sind kleine Stempel (Positive), die das Bild oder die Schrift erhaben tragen. Aus vielen kleinen Punzen könnte man eine Patrize zusammensetzen. In der Technik der Vorpunzierung werden die erhabenen Grundbilder oder -schriften in Form von Stahlstäben in den Stempel eingesenkt oder früher mit dem Hammer in den Stempel geschlagen und dann nachgearbeitet. Die Vorpunzierung wurde wahrscheinlich schon seit der Antike (zumindest gelegentlich) in der Münztechnik genutzt. Vermutlich handelte e...
Purimtaler
Sammlerbezeichnung für eine Talermünze von Erfurt aus dem Jahr 1632, die im Dreißigjährigen Krieg unter schwedischer Besatzung geschlagen wurde. Sie zeigt auf der Vs. oben "Jehova" in hebräischer Schrift in einem strahlenden Oval. Die Rs. ist mit einer 12-zeiligen Schrift in lateinischer Sprache versehen, eine Huldigung an den schwedischen König Gustav II. Adolf, den Oberbefehlshaber des protestantischen Heeres und dessen letzte siegreiche Schlacht (bei Leipzig). D...