Das große Reppa Münzen-Lexikon
C
202 Beiträge in dieser Lexikon KategorieC (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe für die Münzstätte Kleve (Cleve) auf preußischen Münzen (1751-1767) und Frankfurt am Main auf preußischen Münzen (1866-1879) und auf deutschen Reichsmünzen (1872-1879); für Clausthal-Zellerfeld auf Münzen für die Königreiche Westphalen (1808-1813) und Hannover (18. Jh.).Das C steht auf Münzen der Habsburger für die Münzen Carlsburg (1762-1764) und Prag (1766-1851), auf französischen Münzen für St. Lô (1540-1693), Caen (1694-1772), Castelsarrasin (1914, 1943-1946)...
Cadiere
Silbermünze der französischen Provinz Dauphiné, die unter Karl V. und Karl VI. zwischen 1365 und 1422 geprägt wurde. Die Vs. zeigt den von zwei Delphinen umgebenen Herrscher, den Dauphin. Im Jahr 1349 schloss sich das Fürstentum Dauphiné unter der Bedingung an das Königreich Frankreich an, dass alle künftigen französischen Thronfolger den Namen Dauphin tragen.
Cadiere d'or
Bretonische Goldmünze aus dem Jahr 1498, die Herzogin Anna von der Bretagne, Witwe des französischen Königs Karl VIII., in Rennes und Nantes schlagen ließ. Der Cadière d'or ist die erste Münze in Frankreich, die mit der Angabe einer Jahreszahl geprägt wurde.
Caduceus
Merkurstab
Herolds- oder Botenstab des römischen Gottes Merkur (entspricht dem griech. Gott Hermes), die griechische Entsprechung lautet Kerykeion. Es handelt sich um einen kurzen Stab, der oben 8-förmig verziert ist, später auch in Form einer Schlange gewunden oder mit Schlangenkopf, darunter oft mit Flügeln versehen. Auf griechischen und römischen Münzen kommt der Stab häufig als Attribut des Götterboten vor, aber er findet sich gelegentlich auch bei anderen Göttern, z.B. bei Pax und ...
Caesar
Ursprünglich Beiname des römischen Geschlechts der Julier. Von dem berühmten Gaius Julius Caesar auf seinen Adoptivsohn Octavian, den späteren Kaiser Augustus, übertragen und von diesem und den nachfolgenden römischen Kaisern und ihren Angehörigen als Titel geführt. Seit Nero wurde er zum Ehrennamen, seit Hadrian bezeichnet er den oder die designierten Thronfolger, Sohn oder Enkel, seit der Tetrarchie Diokletians die Unterkaiser. Auf Münzen erscheinen die Abkürzungen C, CAES und bei me...
Cagliarese
Kleinmünze der Stadt Cagliari (Sardinien), die unter Ferdinand dem Katholischen zu Beginn des 16. Jh.s als Billonmünze eingeführt wurde. 300 Cagliarese = 50 Soldi = 10 Real = 1 Scudo. Von 1668 an wurden die Cagliarese nur noch in Kupfer ausgebracht, meist als 3-Cagliarese-Stücke.
Calderilla
Spanische Billonmünze, die ab der Münzreform 1497 unter Ferdinand dem Katholischen von Aragon (1479-1516) und seiner Gemahlin Isabella von Kastilien (1474-1504) in Werten von 1 Blanca, 2 und 4 Maravedi ausgebracht wurde. Die beiden Letztgenannten stellen auf ihren Münzbildern die Wappen von Kastilien (Kastell) und von Aragon (Löwe) dar, die Blanca sind mit den Initialen F und Y (Ysabella) versehen. Unter Philipp IV. (1621-1665) wurden die Calderilla, die schon zuvor zu Kupfermünzen abgefal...
Calvario
Beiname des portugiesischen goldenen Cruzado, der zum Ende der Regierungszeit Johanns III. (1521-1557) zu 400 Reis geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung des Kalvarienkreuzes, dem Wahrzeichen der Inquisition, auf der Rs. der Münze ab.
Camelio
Eigentlich Vittore Gambello, war ein vielseitiger Renaissancekünstler, der als Medailleur, Stempelschneider, Gold- und Waffenschmied arbeitete. Seit 1484 war er „Meister der Stempel“ an der Münze in Venedig (Zecca). Er verließ Venedig um 1510 und fand an der päpstlichen Münze in Rom sein Auskommen, die von den Fuggern gepachtet war. Ab 1516 war er wiederum in Venedig tätig. Seine Gussmedaillen zeigen u.a. die Porträts des Papstes Julius II. (1503-1513) und der venezianischen Maler Gen...
Candareen
Kandarin
Englische Bezeichnung für eine kleine chinesische Münz- und Gewichtseinheit, chinesisch Fen genannt. 100 Candareens (Fen) = 10 Mace (Ch'ien) = 1 Tael (Liang). Die englischen Bezeichnungen traten seit dem Ende des 19. Jh.s als Gewichtsangabe auf chinesischen Münzen auf. So war z.B. der chinesische Dollar (Yuan) im Gewicht von 27,1 g mit der Angabe 7 Mace, 2 Candareens versehen.
Candida
Der Medaillenkünstler entstammte einer neapolitanischen Adelsfamilie und betätigte sich beruflich als Diplomat. In den 70er Jahren war er Sekretär Karls des Kühnen von Burgund, ehe er 1480 nach Frankreich ging. Neben Medaillen auf Persönlichkeiten des burgundischen und französischen Hofes schuf er auch eine Medaille mit Selbstporträt. In seiner burgundischen Schaffenszeit fertigte er eine Medaille auf die Hochzeit zwischen Maria von Burgund und dem späteren Kaiser Maximilian I. im Jahr 1...
Canello
Beiname der Silberbarren von Portugiesisch-Mosambik, die 1843 aufgrund des Geldmangels im Wert von 6 Cruzados ausgegeben wurden(Barinha).
Capellone
Bezeichnung einer Silbermünze, die 1750/51 unter Herzog Franz III. von Modena zu 6 Bolognini und 8 Denari geprägt wurde. Der Capellone stellte den Gegenwert einer Drittel-Lira di Modena bzw. einer Halb-Lira di Reggio dar. Der Name leitet sich von dem Bildnis des Herzogs auf der Vs. ab, der mit langem Haar (capello) dargestellt wurde.
Capis
Römisches Pontifikalgerät in Form einer Schale mit großem Henkel, das bei Opferungen benutzt wurde und manchmal als Attribut auf römischen Münzen erscheint.
Capucia
Lateinische Bezeichnung des ältesten Typs des Follaro der Stadt Ragusa, der seit dem ausgehenden 13. Jh. geschlagen wurde. Die Vs. zeigt ein Brustbild mit kaiserlichem Diadem und Togaüberwurf, eine Nachahmung des antiken Stils römischer Münzen. Die Rs. zeigt im zeitgenössischen gotischen Stil des Mittelalters ein R zwischen vier Sternen. Die Kupfermünze wurde nach der Vorderseitendarstellung der Kopfbedeckung benannt, die einer Capucia (dt.: Kapuze) ähnelt.
Caradosso
Bedeutender Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider der italienischen Renaissance. Seit etwa 1474 stand der Künstler in Diensten des Hauses Sforza und des französischen Besatzers König Louis' XII. in Mailand, kurzzeitig war er in Mantua und an der päpstlichen Münze in Rom beschäftigt. Für Herzog Ludovico Moro schuf er neben einigen Medaillen (Einzug Ludovicos in Genua, 1588) die Stempel schöner Testone und Dukaten, die teilweise auf Entwürfe Leonardo da Vincis zurückgehen sollen. ...
Carambole
Ecu de bourgogne
Beiname des silbernen Ecu blanc im Wert von 4 Livres bzw. 80 Sols, der in Frankreich zwischen 1685 und 1705 unter Ludwig (Louis) XIV. (1661-1715) vorwiegend in der Münzstätte Lille für die eroberten Gebiete Flanderns und des Artois geschlagen wurde. Die Caramboles hatten mit 37,29 g ein höheres Raugewicht als die normalen Ecus blancs, waren aber nur 858/1000 fein, weil sie aus dem Silber eingeschmolzener spanischer Münzen geprägt wurden. Ihr charakteristisches Münzbild be...
Cardecii
Verkürzte Bezeichnung für die französischen Quarts d'écu, die Viertel-Ecu-Stücke.
Carlin d'or
Beiname einer mittelalterlichen Goldmünze, die 1278 bis 1305 unter der Regierung von Karl I. von Anjou und seinem Nachfolger Karl II. in Neapel, Messina und Brindisi als Feingoldmünze geschlagen wurde. Nach der Verordnung von 1278 sollte sie 24-karätig (also 1000/1000 fein) sein, erreichte tatsächlich jedoch eine Feinheit von 998/1000 bei einem Raugewicht von 4,4 g. Das Münzbild zeigt die Verkündigung Mariä, einen Maria grüßenden Engel, der auf folgende Umschrift zeigt: AVE GRATIA PLENA...
Carlino
Silbermünze des Königreichs Neapel nach dem Vorbild des französischen Gros tournois. Sie wurde unter Karl II. (1285-1309) im Jahr 1303 im Wert eines halben Goldtari geprägt. Nach der Darstellung des Lilienkreuzes auf der Rückseite wurde der Typ auch Gigliato (giglio = Lilie) genannt und er hielt sich in Süditalien bis zum Beginn des 19. Jh.s. Die Groschenmünze wurde in verschiedenen Typen (z.B. Alfonsino, Coronato) bis in die Mitte des 19. Jh.s im Mittelmeerraum nachgeahmt, vor allem in S...
Carolin
Carl d'or
1. Rare schwedische Goldmünze im Wert von 16 Mark (= 4 Riksdaler), die unter Karl IX. (1604-1611) in Stockholm geschlagen wurde. Sie wiegt 4,96 g (979/1000 fein).2. Schwedische Handelsgoldmünze, die unter Karl XV. (1859-1872) in Anlehnung an das 10-Francs-Stück der Lateinischen Münzunion geprägt wurde. Auf der Umschrift war ihr Wert in beiden Währungen angegeben: 1 Carolin und 10 Francs.3. Das schwedische 2-Mark-Stück zu 16 Öre, das unter König Karl XI. (1660-1697) und seinem ...
Carolus
Auch Carolus-Dollar oder Carolus-Piaster genannt, bezeichnet die 8-Reales-Stücke, die unter dem spanischen König Karl III. (1759-1788) und seinem Nachfolger Karl IV. (1788-1808) geprägt wurden.
Carolus d'argent
Die erste Talermünze der Niederlande, die in der Regierungszeit von Kaiser Karl V. 1543 als Silbermünze im gleichen Wert (Äquivalent) wie der goldene Carolus d'or eingeführt wurde. 1 Carolus d'argent = 1 Carolus d'or = 20 Patards = 20 Stuiver = 40 Groot. Die beiden äquivalenten Rechnungsmünzen wurden auch Karolusgulden genannt. Die Vs. zeigt das Brustbild des Kaisers, die Rs. das spanische Wappenschild auf einem Blumenkreuz.
Carolus d'or
Niederländischer Goldgulden, der unter Kaiser Karl V. 1517 mit einem Feingewicht von 2,12 g eingeführt wurde, das aber schnell auf 1,71 g gesenkt wurde. Durch die Absenkung wurde er zu einer der schlechtesten Goldmünzen seiner Zeit und im Wert dem späteren Carolus d'argent gleichgestellt. Die Vs. zeigt den knienden Kaiser, die Rückseite Reichsadler und Wappen.
Carrara-Medaillen
Zwei Medaillen mit den Porträts von Francesco I. und Francesco II. da Carrara auf die Rückgewinnung der Stadt Padua um 1390. Die Porträt-Darstellung der beiden Herrscher auf den Vs.n im Stil römischer Cäsaren (kurz geschorene Haare und glatt rasiert) ist stilistisch an die klassischen römischen Großbronzen angelehnt. Die Rs.n mit dem heraldisch stilisierten Wappen der Carrara (Carra) und gotischer Umschrift sind noch vollständig mit mittelalterlichen Vorstellungen verbunden. Die beiden M...
Carrareso
Groschenmünze (Grosso) von Padua im Wert von zwei Carrarini aus der Regierungszeit der Carrara-Dynastie im 14. Jh.
Carrarino
Der Halbgroschen von Padua im Wert von 4 Soldi. Der Name ist nach dem Diminutiv (Verkleinerungsform) von Carrareso gebildet, dessen Halbstück die Silbermünze darstellt. Der kleine Grosso von Padua wurde unter Jacobino da Carrara (1350-1355) und seinen Nachfolgern geprägt.
Cartwheel
Volkstümliche Bezeichnung für schwere englische Kupferstücke zu einem Penny und zwei Pence von 1797. Die in der Soho Mint geprägten Stücke sollten in ihrem Materialwert mit dem Nominalwert zusammenfallen. Daher musste für das 2-Pence-Stück 28,7 g Kupfer verprägt werden, bei einem Durchmesser von ca. 41 mm. Der breite Streifen am Rand verlieh den Münzen das Aussehen eines Wagenrads (engl. cartwheel).
Carzia
Garzia
Auch in der Schreibweise Garzia, ist eine venezianische Billonmünze, die für den Umlauf (der venezianischen Besitzung) in Zypern geprägt wurde. Seit 1515 wurde sie nach den jeweils herrschenden Dogen von Venedig benannt. Ab 1569 wurden vierfache Nominale geprägt, die Sixains genannt wurden. 48 Carzia galten 1 Bézant.
Casa di San Giorgio
Eine der ältesten öffentlichen Banken Europas, die 1408 durch den Zusammenschluss von Gläubigern des Stadtstaates Genua gegründet wurde. Durch die Kriege mit Venedig musste der Stadtstaat Zwangsanleihen bei reichen Bürgern aufnehmen, die von der Bank verwaltet wurden. Die Casa nahm Einlagen an und tätigte Überweisungen. Sie verzichtete sogar auf Zinsen und nahm stattdessen Steuern auf Genueser Besitzungen an oder nahm die Territorien sogar als Pfand. So kam es zeitweilig dazu, dass Korsik...
Cash
1. Englisches Wort für verschiedene geringwertige Münzen aus dem ostasiatischen Raum, abgeleitet aus dem sanskritischen „karsha“ (kleine Münze mit bestimmtem Gewicht) und dem tamilischen "kasu" (kleines Geldstück). Zu Beginn des 19. Jh.s erschien Cash auf Kleinmünzen des südwestindischen Staates Trawankur (1 Fanam = 64 Cash). Ausgangs des 19. Jh.s bezeichnete Cash eine chinesische Bronzemünze. Siehe auch Ch'ien.
2. Moderne Bezeichnung für Barzahlung (von engl. cash = Kasse), oft im S...
Cassathaler
1. Bezeichnung für eine Talermünze aus dem Kurfürstentum Hannover, die im Leipziger Münzfuß (12-Taler-Fuß) im Jahre 1801 in geringen Mengen geprägt wurde. Sie zählte zum "Cassengeld", dem einzigen Geld, das die Staatskassen 1801 akzeptierten. Schon 1802 sollte der Konventionsfuß (10-Taler-Fuß) eingeführt werden, was jedoch wegen der napoleonischen Kriege (Koalitionskriege) zunächst scheiterte. 2. Bezeichnung für den Bergischen Kassentaler.
Cassiuspfennig
Großpfennig des Erzbistums Köln zwischen 1324 und 1349, der als Vorbote des Übergangs von der mittelalterlichen Pfennig- zur Groschenprägung angesehen werden könnte. Die Rs. zeigt das Bonner Münster mit der lat. Umschrift SIGN(um) ECC(lesiae) S(an)C(t)I CASII BVNEN(sis), was in etwa Wahrzeichen der Kirche des heiligen Cassius von Bonn heißt. Der Märtyrer Cassius hat seine Gedächtnisstätte unter dem nach ihm benannten Münster zu Bonn, das zu Beginn des 14. Jh.s Residenz und Münzstätt...
Castellano
Beiname der Halbstücke der kastilischen Goldmünze Dobla. Der Name leitet sich von dem Motiv, einem Kastell (lat. castellum) ab, das als redendes Wappen auf vielen kastilischen Typen des Dobla dargestellt ist.
Castruccino
Halbgroschen aus der Regierungszeit des Großkapitäns und späteren Herzogs der Stadt Lucca (Toskana), Castruccio Castracani degli Antelminelli (1316-1328). Nach ihm ist die Silbermünze auch benannt.
Cauri
Münzeinheit der westafrikanischen Republik Guinea von 1972 bis 1985. Der Name wurde vermutlich von dem in Westafrika früher gängigen vormünzlichen Kaurigeld abgeleitet, das aus dem Gehäuse der Kaurischnecke gefertigt wurde. 100 Cauris = 1 Syli. Das 1971 aus Aluminium geprägte 50-Cauri-Stück zeigt auf der Vs. eine Kaurischnecke (Cypraea moneta), auf der Rs. den Wert.
Cavalier
1. Französische Bezeichnung für niederländische Groschenmünzen (Rijders) aus dem Spätmittelalter, die einen Reiter (frz. cavalier, ndl. Rijder) zeigen. Sie stammen von einem Petit Gros au Cavalier (Kleiner Groschen mit Reiter), den Margarete von Konstantinopel (1244-1280) im Hennegau schlagen ließ. Aus diesem Münztyp entwickelte sich eine ganze Palette von Beischlägen, u.a. der Antwerpener Cavalier aus der Regierungszeit Johanns II. von Brabant (1294-1308) oder der Aloster Beischlag Robe...
Cavallina
Billonmünze von 1571 bis 1573, die der damalige venezianische Befehlshaber General Marino Cavalli im Wert von 10 Perpeti auf Candia (Kreta) schlagen und sofort wieder einziehen ließ. Die Vs. zeigt den venezianischen Löwen, die Rs. die Aufschrift AES ARGENTI.
Cavallino
Beiname einer sizilianischen Goldmünze aus der Regierungszeit Karls von Anjou (1266-1285), die als Tari oder deren Vielfache geschlagen wurden. Der Name leitet sich aus der Darstellung eines Pferdes mit Reiter auf der Vs. ab.
Cavallo
Kupfermünze zu 1/12 Grano bzw. 1/6 Tornese, die König Ferdinand (Ferdinando) von Aragon 1472 im Königreich Neapel und Sizilien einführte. Die Vs. zeigt die Büste des Königs, die Rückseite ein Pferd (ital. cavallo), wonach die Münze benannt wurde. Auch als das Motiv des Pferdes nicht mehr auf der Münze dargestellt wurde, behielt sie den Namen bei. Die Kleinmünze wurde auch von anderen italienischen Staaten nachgeahmt und hielt sich bis zum Ende des 18.Jh.s.
Cavallotto
Bezeichnung für eine ganze Reihe italienischer und schweizerischer Groschenmünzen, die vom 16. bis zum 18. Jh. geprägt wurden. Die ersten Cavallotti ließ der französische König Ludwig XII. (1498-1515) während der Besetzung Norditaliens in Asti prägen. Auf der Münzrückseite trägt der auf einem Pferd sitzende Stadtheilige Secundus ein Kirchenmodell. Dieser Typus diente dann als Vorbild für viele Beischläge italienischer Städte, die als Reiter den jeweiligen Schutzheiligen der Stadt d...
Cavino
Berühmter Stempelschneider aus Padua. Mit dem Gelehrten Bassiano "erfand" er eine Menge antiker römischer Münzen. Seine Paduaner sind aber keine Fälschungen im engeren Sinn, denn in der Renaissance waren seine Phantasieprägungen eine Spielart der sehr beliebten Kunstauffassung, freie Variationen auf antike Kunstoriginale herzustellen. Bedenklich scheinen da eher seine variantenreichen "Nachahmungen" aus dem 17. und 18. Jh., die in großer Anzahl nachgegossen wurden. Mittlerweile soll es meh...
CC
Münzbuchstabe für die Münzstätte Carson City (Nevada), der auf US-amerikanischen Prägungen von 1870 bis 1893 erscheint
Cedi
Währungseinheit von Ghana seit dem 19. Juli 1965. Der Name ist abgeleitet von dem Wort "sedie" (Kauri), dem von den Küstenstämmen benutzten vormünzlichen Kaurigeld. 1 Cedi = 100 Pesewas.
Ceitil
Erste Kupfermünze Portugals, die als erste Kupfermünze des modernen Europa überhaupt gilt. Ihre Benennung leitet sich von der Festung Ceuta (Marokko) her, mit deren Eroberung (1415) die portugiesische Invasion in Afrika begann. Nach der Eroberung Ceutas ließ König João (Johann) I. (1385-1433) die Kupfermünzen in Portugal einführen. Ihr Wert betrug 1/6 des portugiesischen Real. Die Prägung der Ceitil in den Münzstätten Lissabon, Porto und Ceuta setzte sich bis in die Mitte des 16. Jh.s...
Cella
Neapolitanische Silbermünze, die erstmals unter Königin Johanna II. von Neapel (1414-1435) in der Stadt Aquila geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung eines bekrönten Adlers auf der Vs. ab, der als Vogel (ital. uccella) verspottet wurde. Die Bewertung von 1/4 Carlino gab der Münze auch den Namen Quartarola, der Wert von 30 Denaren die Benennung Trentina.
Cellini, Benvenuto
Der am 3. November 1500 geborene italienische Goldschmied, Bildhauer und Medailleur der Spätrenaissance führte ein abenteuerliches Künstlerleben, das er in einer Autobiographie verarbeitete. Sie wurde von Goethe ins Deutsche übersetzt und bildete die Vorlage für die Oper von Berlioz. Als Medailleur und Stempelschneider arbeitete er hauptsächlich für die Päpste Clemens VII. (1523-1534) und Paul III. (1534-1549). Im Jahr 1540 ging er an den Hof des französischen Königs Franz I. (1515-154...
Cent
Kleines Münznominal der USA seit 1793, 100 Cent = 1 Dollar (lat. centum = hundert). Die Bezeichnung Cent wurde in den Währungsgebieten des Dollars als dessen Hundertstel übernommen, z.B. in Kanada, Australien und Neuseeland, wie auch in vielen Ländern des Sterlingblocks. Seit 1816 galt in den Niederlanden 100 Cents = 1 Gulden und der Cent wurde seitdem in den Währungsgebieten des Gulden übernommen. Cent bezeichnet auch die Unterteilung der künftigen europäischen Währung EURO (1 EURO = 1...
Centas
Kleine Münzeinheit (lat. centum = 100) in Litauen zwischen 1925 und 1940 und wieder seit 1993. 100 Centu = 1 Litas.
Centavo
Kleine Münzeinheit (lat. centum = 100) in Portugal (seit 1911) und den meisten portugiesischen Kolonien und häufig in deren Nachfolgestaaten. 100 Centavos = 1 Escudo.
Centecimo
Kleine Kupfermünze aus Bolivien, die nur 1864 als 1- und 2-Centecimo-Stück geprägt wurde. 100 Centecimos = 1 Boliviano.
Centen
Doblon de Isabel
Spanische Bezeichnung für verschiedene Goldmünzen, die im 100-fachen Wert einer Münzeinheit geschlagen wurden: 1. Beiname der sehr seltenen, riesengroßen 100-Escudos-Goldstücke, die Philipp III. (1598-1621) in den Jahren 1609 und 1618 ausgeben ließ. Auch sein Nachfolger Philipp IV. vergab den Auftrag zur Herstellung der "Riesen" im Gewicht bis zu etwa 338 g in den Jahren 1623/ 31/ 33/ 38/ 59 und 61 an die Münze in Segovia. Sie dienten wohl zu Geschenkzwecken an Gesan...
Centenionalis
Centenionalis sind spätrömische Bronzemünze aus der Kaiserzeit, die im Zuge der Münzreform (346-350 v. Chr.) von Constans (337-350) und Constantius II. (337-361) eingeführt wurden. Die beiden römischen Kaiser versuchten damit den sinkenden Wert des zuvor gebräuchlichen Follis auszugleichen.
Motive der Münze
Diese Münzen aus der Spätantike weisen einen Durchmesser von 17 bis 19 mm auf und zeigen auf der Vorderseite meist eine Prägung des Kopfbildes des Kaisers Constantius II. Das Bildm...
Centesimo
Kleine italienische Münzeinheit, die 1805 im Zuge der napoleonischen Reformen - nach dem Vorbild des französischen Centime - als dezimale Unterteilung der Lira-Währung eingeführt wurde. 100 Centesimi = 1 Lira. Die Ausprägung begann 1806 unter der Schwester Napoleons, Elisa Bonaparte und ihrem Mann Felix Baciocchi im Fürstentum Lucca und Piombino, ab 1807 im napoleonischen Königreich Italien und ab 1813 im Fürstentum beider Sizilien unter Joachim Murat. Seit 1826 wurden Centesimi als Silb...
Centième
Kleine Scheidemünze in den Kolonien Französisch-Indochina (Kambodscha, Kotschin-China, Laos und Tongking) zwischen 1896 und 1943. 100 Centièmes = 1 Piastre.
Centime
Zunächst von der Nationalversammlung als kleinste Recheneinheit des neuen Dezimalsystems 1793 in Frankreich beschlossen: 100 Centimes = 10 Décime = 1 Livre. Nach einigen frühen (nicht ganz konsequent durchgeführten) Ansätzen in Russland war Frankreich das erste europäische Land, in dem das Dezimalsystem im Münzwesen eingeführt wurde. Nach der Ablösung des Livre durch den Franc zwei Jahre später wurde die kleine Münzeinheit zum ersten Mal ausgemünzt, und zwar in Form von bronzenen 1- ...
Céntimo
Kleine Münzeinheit, die in Spanien unter Isabella II. (1833-1868) seit 1854 als 5-, 10- und 25-Céntimos-Stücke eingeführt wurde: 100 Céntimos = 1 Real. Elf Jahre später wurden Medio- (1/2), 1-, 2 1/2-, 5-, 10-, 20- und 40-Centimos-Stücke als Unterteilungen des Escudo ausgemünzt (100 Centimos = 1 Escudo). Mit der Einführung der Peseta-Währung 1868 galten 100 Centimos = 1 Peseta, seit 1984 galt nur noch die Peseta. In Paraguay, Peru, Venezuela und Costa Rica gilt der Céntimo als Hundert...
Cerbara
Die Brüder Giuseppe (1770-1856) und Niccolo (1793-1869) Cerbara waren beide an der päpstlichen Münze in Rom beschäftigt und schufen eine Reihe von Medaillen. Der ältere Bruder, der mit vollem Namen oder mit G. C. signierte, war seit 1812 Mitglied der Schönen Künste San Lucca in Rom. Der jüngere Bruder (Signaturen: N. C., Nic. C. oder Nic. Cerbara) schnitt u.a. die Stempel für den Scudo von 1830 und die Testoni von 1834 und 1837. Zu seinen schönsten Medaillen zählen die Porträtmedaill...
Ceres
Römische Göttin der Landwirtschaft, die auf Münzen häufig mit den Attributen Zepter und Ähren dargestellt wurde. Sie entspricht der griechischen Göttin Demeter.
Cesati Alessandro
Gemmenschneider der Spätrenaissance, der außerdem auch Stempel für Münzen, Medaillen und Siegel schnitt. Der aus Zypern stammende Künstler hatte den Beinamen „Il grechetto“, seine genauen Lebensdaten sind nicht bekannt. Zwischen 1540 und 1561 war „der Grieche“ ständig an der päpstlichen Münze in Rom beschäftigt und erhielt höchstes Lob von Vasari, der Michelangelo mit der Bemerkung „höher kann die Kunst nicht steigen“ zitiert, als dieser eine Medaille Cesatis beurteilte. N...
CFA-Franc
Währungseinheit der ehemaligen schwarzafrikanischen Kolonien Frankreichs (Colonies Françaises d'Afrique). Nach der Unabhängigkeit der westafrikanischen Kolonien 1960 bildeten die Staaten Dahome (Benin), Obervolta (Burkina Faso), Elfenbeinküste, Mali, Mauretanien, Niger, Togo und der Senegal die Westafrikanische Währungsunion mit der Währungseinheit 1 C(ommunauté) F(inancière) A(fricaine)-Franc = 100 Centimes. Die zentralafrikanischen Staaten (früher Äquatorial-Afrika) Äquatorialguinea...
CFP-Franc
Die Abkürzung CFP stand früher für C(olonies) F(rançaises) du P(acifique) und ist heute noch in Verbindung mit Franc als Währungssymbol der französischen Überseegebiete im Pazifik gebräuchlich. Der CFP-Franc gilt in Neukaledonien, der Insel nordwestlich von Neuseeland, das mit der Loyalty- und anderen kleinen Inseln von einem Gouverneur verwaltet wird, und in dem eingeschränkt selbstverwalteten Französisch-Polynesien (frühere Kolonie Französisch-Ozeanien). Die Hauptinseln Französisc...
Ch'ien
Chinesische Bronze- oder Messingmünzen mit einem Loch in der Mitte, seit dem 19. Jh. von den Engländern Cash, von den Franzosen Cache und hierzulande Käsch genannt. Nach Schrötter ist der Ausdruck auf das Wort „Ch'üan“, nach anderer Transkription „Tsüan“, mit der BedeutungRundmünzen zurückzuführen.
Der genaue Zeitpunkt der Entstehung solcher Rundmünzen ist strittig und wird im Zeitraum zwischen 500 und 450 v. Chr. angenommen. Gesichert ist, dass die Rundmünzen zuerst mit einem...
Chaise d'or
Chalkus
Französische und niederländische Goldmünze in gotischem Stil. Die erste Chaise d'or wurde 1303 unter dem französischen König Philipp IV. (1285-1314) im Wert von 62 1/2 Sols tournois geschaffen. Die Vs. zeigt den König auf einem verzierten gotischen Thron sitzend, mit Zepter und Lilie in Händen, die Rs. das Blumenkreuz im Vierpass mit 4 Kronen in den Winkeln. Die Darstellung des Throns gab der Münze den Namen (frz. chaise = Stuhl). Im Jahr 1346 ließ Philipp VI. (1328-1350) einen ...
Chalmers, John
Amerikanischer Goldschmied, der 1783 eine Reihe von Tokens in Annapolis (Maryland) schlug. Es handelt sich um Threepences, Sixpences und Shillings, die auf den Vs.n seinen Namen und den Prägeort und auf den Rs.n Wertbezeichnung und Datum als Umschrift zeigen. Es gibt verschiedene Typen, als Motive dominieren zwei verschlungene Hände, Kreis, Kreuz oder zwei Tauben, die sich um einen Wurm streiten. Selten ist der Shilling-Typ, der als Symbol für die damals dreizehn Vereinigten Staaten auf der R...
Champagnertaler
Volkstümliche Bezeichnung für den zwischen 1838 und 1871 geprägten doppelten Vereinstaler. Er wurde als Vereinsmünze der Mitgliedsstaaten des Zollvereins durch den Dresdner Münzvertrag vom 30. Juni 1838 geschaffen und war in allen nord- und süddeutschen Zollvereinsstaaten gültig. Mit dem hohen Gewicht von 37,1 g Gewicht (Feingewicht: 33,4 g Silber) und einem Durchmesser von 41 mm war die Münze wegen ihrer Unhandlichkeit beim Volk eher unbeliebt. Die Benennung soll in Offizierskreisen ent...
Chanukka-Münzen
Spezielle israelische Prägungen auf das achttägige Lichterfest, das die Juden alljährlich zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem durch Judas Makkabäus im Jahre 165 v. Chr. feiern. Jedes Jahr erscheinen zu diesem Fest Münzen mit der Darstellung der schönsten 8-flammigen Chanukka-Leuchter. Viele der auf den Chanukka-Münzen abgebildeten Leuchter stammen aus früheren Jahrhunderten. Die Originale sind in verschiedenen Ländern (Italien, Russland, Mesopotamien, Damasku...
Chaplain
Einer der führenden französischen Stempelschneider und Medailleure des Jugendstils, seit 1881 Mitglied der Academie des Beaux Arts in Paris. Chaplain machte sich vor allem um die künstlerische Erneuerung der gegossenen Medaille und der Plakette verdient. Neben einem umfangreichen Medaillenwerk schuf er die Stempel für die neue Serie von Goldmünzen zu 10 und 20 Francs von 1899, die auf der Vs. das Kopfbild der Marianne, auf der Rs. den gallischen Hahn zeigen.
Châtel tournois
Bezeichnung des tempel- oder burgähnlichen Münzbildes, das auf dem Denier tournois und auf dem Gros tournois(Turnosegroschen) zu sehen ist. Die ursprüngliche Darstellung des Châtel tournois ist ein Kompromiss zwischen dem Stadttor von Tours und der Abteikirche.
Chelone
Volkstümlicher Name für eine Münze von Aigina, die als eine der frühesten Silbermünzen Europas gilt. Der Name leitet sich aus der Darstellung einer Schildkröte (griech. chelys) auf der Münze ab. Eine Erklärungsmöglichkeit für das eigentümliche Münzbild wird darin gesehen, dass in vormünzlicher Zeit umlaufende Silberbarren (in Gestalt von leicht gießbaren Halbkügelchen) aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einer Schildkröte vom Volk so benannt worden sein könnten. Deshalb könnten die...
Chetrum
Kleine Münzeinheit im Königreich Bhutan von 1974 bis 1979. Die Bezeichnung Chetrum (Phyed Tam = "halbe Münze") geht auf die Narayani Rupie von Cooch Behar zurück. Sie wurde ursprünglich im Wert einer halben Rupie ausgeprägt, sank aber zu einer Kupfermünze im Wert von ca. einer Paisa herab. Mit der Einführung der Dezimalwährung 1957 wurde die Rupie in 100 Naye Paisa unterteilt. Nachfolger wurde 1974 der Ngultrum in Währungsparität mit der Indischen Rupie, der in 100 Chetrum (Paisa) unt...
Chevronperlen
Eine besondere Form der Glashandelsperlen stellen die Chevronperlen dar. Einzelne Stücke der zylindrischen und eiförmigen Perlen können so groß wie Taubeneier ausfallen. Sie zeigen um die Bohrung eine gezackte, sternförmige Musterung in blau-weiß-roter Farbe. Die meisten wurden in Europa hergestellt und als Handelsperlen nach Afrika exportiert.
Chhertum
Bezeichnung der kleinen Münzeinheit des im östlichen Himalaja gelegenen Königreichs Bhutan seit 1979. Sie löst das Chetrum ab, die 1/100 Unterteilung des Ngultrum.
Chi-Rho-Symbol
Aus den griechischen Buchstaben Chi und Rho gebildetes Monogramm, das als christliches Symbol zum ersten Mal auf Münzen der konstantinischen Ära erscheint. Siehe auch Christogramm.
Chiao
Bezeichnung für das seit Ende des 19. Jh.s in China ausgeprägte 10-Cent-Stück. In Hongkong wird die Münze auch Hao genannt. Die Volksrepublik China prägte 1990/91 Stücke mit der Bezeichnung Jiao. 10 Chiao = 1 Yuan (Dollar).
Chimäre
Ein Ungeheuer der griech. Sage, das aus Löwe, Ziege und Drache zusammengesetzt ist. Nach der griechischen Mythologie wurde die Chimäre von dem auf Pegasus reitenden Held Bellerophon getötet. Die Chimäre ist mit und ohne ihren Bezwinger auf einigen antiken Geprägen dargestellt worden, u.a. auf Münzen von Korinth, Leukas und Lykien.
Satirische Medaille auf den Beginn des Ersten Weltkrieges mit der Darstellung einer Chimäre.
China-Dukaten
Dänische Goldmünzen aus dem Jahr 1746, die aus chinesischem Gold geprägt wurden. Dies wird durch die lateinische Inschrift im Abschnitt der Münzrückseite bezeugt: EX AVRO SINICO (dt.: aus chinesischem Gold). Es gibt zwei Rückseitentypen: Einer zeigt ein gekröntes Wappen, auf dem anderen ist ein antikes Segelschiff dargestellt. Die Vs. zeigt das Brustbild König Frederiks V. (1746-1766).
Chinfram
Volkstümliche Bezeichnung für eine portugiesische Münze zu 12 Dinheiros, die ab 1472 unter Alfons V. (1438-1481) geschlagen wurde. Die Münzbezeichnung soll von dem portugiesischen Wort "chifrar" (dt.: abschaben) hergeleitet sein und auf die Geringwertigkeit der Münze anspielen.
Chipkarte
In der Entwicklung begriffenes modernes Zahlungsmittel. Auf der Chipkarte werden mittels elektronischer Chips Daten (z.B. über den Wert) als digitale Information gespeichert. Das bekannteste Beispiel für eine Chipkarte ist die Telefonkarte, auf der ein Guthaben gespeichert ist, das durch kostenpflichtige Benutzung aufgebraucht wird. Auch bei anderen Zahlungsvorgängen wird die Chipkarte zukünftig möglicherweise die heute weit verbreitete Kreditkarte ablösen, denn sie soll (nach derzeitigem ...
Chlamys
Ursprünglich antiker Schultermantel für Krieger und Reisende im 6. Jh. v. Chr., der gewöhnlich auf der rechten Schulter befestigt wurde. Das Bekleidungsstück ist z.B. auf den Schultern des sonst unbekleidet dargestellten Gottes Poseidon auf Stateren der Stadt Poseidonia aus dem 6. Jh. dargestellt. Später ging die Bezeichnung auf ein langes scharlachrotes Gewand der byzantinischen Kaiser über, das mit einer Agraffe ebenfalls über der rechten Schulter befestigt wurde. Es symbolisierte das p...
Cho Gin
Brotlaibförmige Silberbarren aus der Feudalzeit Japans, die vom 16. bis in die Mitte des 19. Jh.s. gebräuchlich waren. Nach Schrötter wurden sie ursprünglich von den Shogunen als Belohnung für besondere Dienste verteilt, bevor sie später als Zahlungsmittel dienten. Ihre Länge betrug ca. 90 mm bei schwankendem Gewicht, das bei Bedarf abgewogen wurde.
Chon
oder Tschon ist die Bezeichnung für die kleine koreanische Münzeinheit, die 1902-1904 zuerst nach russischem Stil (Wappenadler), danach nach japanischem Vorbild (Drachen) ausgegeben wurde. Die Münzeinheit wurde nach 1948 sowohl von Süd- als auch von Nordkorea in das Münzsystem übernommen. 100 Chon = 1 Won.
Chop marks
Kleine chinesische Gegenstempel in Form von dünnen Schriftzeichen und kleinen Einschlägen, die ab Mitte des 18. Jh.s von privaten Händlern und Wechslern an europäischen, indischen, japanischen, amerikanischen, mexikanischen und auch chinesischen Silbermünzen und an Barren angebracht wurden. Sie sollten die Güte des Edelmetalls verbürgen. Meist wurden Münzen in Dollargröße (z.B. 8-Reales-Stücke) mit Chop marks versehen. Manche sind so mit den Zeichen übersät, dass das Münzbild unken...
Christfest-Taler
1. Im allgemeinen Sinn Sammelbegriff für alle talerförmigen Münzen und Medaillen, deren Prägung sich in Schrift oder Bild auf die Geburt Christi bezieht. Ein Beispiel ist der Gedenktaler des Bistums Münster, der auf Veranlassung Ferdinands von Bayern (1612-1615) das Motiv der Anbetung Christi zeigt.
2. Im engeren Sinn werden damit die silbernen Gedenkmünzen bezeichnet, die der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1611-1656) zu Weihnachten 1617 zu Ehren seiner Mutter Sophia prägen ließ...
Christian d'or
Dänische Goldmünze (Pistole), die unter König Christian VII. (1766-1808) 1771 in kleinen Mengen (207 Exemplare) eingeführt wurde. Im Jahr 1775 ließ der dänische König 22.721 Stücke der Goldmünze ausprägen, die er zur Ausgleichszahlung bei dem Gebietstausch der Grafschaft Oldenburg gegen einen Teil von Holstein benötigte. Das Münzbild zeigt auf der Vs. die Büste des Königs, auf der Rs. drei gekrönte Monogramme (zwei spiegelverkehrt gegeneinander angeordnete C 7) um ein Dreieck in d...
Christinchen
Deutsche Bezeichnung für die schwedischen 4-Mark-Stücke, die während der Regierungszeit der Königin Christina von Schweden (1632-1654) zwischen 1638 und 1649 geschlagen wurden. Sie wurden in Schweden Kristinkje genannt. Es wird auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die zwischen 1634 und 1654 ausgegebenen 1-Mark-Stücke Christinchen genannt wurden.
Christiner
Bezeichnung des schwedischen 8-Mark-Stücks, das (laut Wilcke) nach der Münzordnung von 1649 geprägt worden ist. Thomas Lautz stellte fest, dass von diesen Stempeln keine Abschläge im 8-Mark-Gewicht existieren, sondern nur rare Abschläge in den Gewichten eines 1 1/2-fachen und doppelten Riksdalers. Diese Stücke sind in Münzkatalogen aufgeführt. Die Vs. zeigt das Brustbild der Königin Christina n. rechts, die Rs. den reich verzierten, ovalen, viergeteilten schwedischen Landesschild von zw...
Christodoulossche Fälschungen
Der aus Zypern stammende Fälscher Constantin Christodoulos ahmte vor allem seltene antike griechische Münzen nach und betrog dadurch eine Menge von Sammlern. Seine Technik bestand darin, sich Abdrücke von Originalmünzen zu besorgen, von denen er im Gussverfahren bronzene Stempel herstellte. Da der Guss nicht scharf genug war, musste er die Stempel retuschieren, um sie dann für seine Prägungen zu benutzen. Die Fälschungen wurden dann häufig noch nachgraviert und patiniert. Die Retuschen, ...
Christogramm
Chrisma
Die griechischen Buchstaben P (Rho) und X (Chi) ergeben ineinander gesetzt das Monogramm Christi, auch Chrisma genannt. Es sind die beiden Anfangsbuchstaben für das griechische Wort "Christus". Das Christogramm wurde von den frühen Christen als Erkennungssymbol der Anhänger des christlichen Glaubens verwendet. Auf einem reduzierten Follis-Typ Konstantins des Großen (307-337) aus dem Jahr 318 v. Chr. erscheint das Christogramm erstmals auf einer Münze. Die Vs. zeigt die Büste des Ka...
Christophgroschen
Groschenmünzen aus 8 1/2-lötigem Silber, die nach dem Münzvertrag der Norddeutschen Städte 1501 von der Stadt Hildesheim und im Jahr 1502 in Braunschweig geprägt wurden. Der Name geht auf das Münzbild zurück, das den hl. Christophorus mit dem Christuskind bei der Durchquerung eines Gewässers zeigt. 24 Christophgroschen = 1 Goldgulden.
Christophstaler
1. Sammelbezeichnung für württembergische Talermünzen aus dem 16.-18. Jh., die auf ihrem Münzbild die Darstellung des Christophorus zeigen. Die Prägungen setzten 1573 unter Herzog Ludwig von Württemberg (1568-1593) ein und endeten 1740 unter Herzog Karl Friedrich (1738-1744). Teilweise gehören die Münzen zu den Ausbeutetalern der Grube St. Christophstal in der Nähe von Freudenstadt.
2. Böhmische Talermünze aus dem Jahr 1587, die in Reichenstein mit dem Motiv des hl. Christophorus mit ...
Christusgulden
Goldgulden des Utrechter Bistums, die während der Amtszeit Davids von Burgund (1456-1496) eingeführt und häufig nachgeahmt wurden, z.B. in Köln und Trier.
Christusklippe
Keine Münze, sondern eine württembergische Medaille in Klippenform aus dem Jahr 1626, die in der Regierungszeit von Herzog Johann Friedrich (1608-1628) im Gewicht eines Vierteltalers geprägt wurde. Die Vs. zeigt das Brustbild Christi mit dem lat. Bibelzitat EGO SVM VIA VERITAS & VIT (Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben) in der Umschrift. Die Mitte der Rs. ist mit einem hebräischen Schriftzug (Jehova) versehen, darum die Symbole der vier Evangelisten mit württembergischen Wappens...
Chromstahl
Hochwertiger Stahl, dem 13-19% Chrom zugesetzt wird, womit eine größere Härte und Verschleißfestigkeit erzielt wird. Dieser Werkstoff wurde auch für Prägewerkzeuge verwendet. In Verbindung mit Nickel (ca. 10%) ist die Legierung auch noch korrosionsbeständig. Trotz aller Vorteile wurden diese Verbindungen sehr selten zur Münzherstellung genutzt, da durch die hohen Presskräfte die Prägewerkzeuge zu schnell abgenutzt worden wären.
Chronogramm
In Beschriftungen auf Medaillen und Münzen sind manchmal einzelne Buchstaben vergrößert hervorgehoben. Diese Buchstaben sind zugleich Ziffern in lateinischer Schreibweise (I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500, M = 1000), die zusammengezählt eine Jahreszahl ergeben. Diese Jahreszahl kann sich u.a. auf das Prägejahr, ein geschichtliches Ereignis oder Geburts- bzw. Todesjahr beziehen, kurz auf alles, was thematisch im Zusammenhang mit der Münze stehen könnte. Einzigartig sind die S...
Chrysus
Von „golden“ abgeleitete Bezeichnung bestimmter antiker Goldmünzen (Stater). Das Wort war meist mit einem Beiwort verbunden, das sich auf die Herkunft der Goldmünzen bezieht. Es handelt sich um Didrachmen attischen Münzfußes im Gewicht von ca. 8,6 g und deren Stückelungen. Zu den Chrysi zählen z.B. die Goldmünzen von Athen (406/7 und 4. Jh. v. Chr.), der makedonischen Könige Philipp und Alexander der Große und Statere des Lysimachos von Thrakien. Auch in Tarent und im ptolemäischen...
Chukram
Kleine indische Kupfermünze des Teilstaats Travancore bis 1945. Es gab auch silberne Doppel- und Vierfach-Stücke, letztere im Wert von 1 Fanam. 1 Chukram = 16 Cash.
Churchill Crown
Britische Gedenkmünze zu 5 Shillings aus dem Jahr 1965 auf den Tod Sir Winston Churchills (1874-1965) im Jahr 1965. Die Vs. zeigt das Kopfbild Königin Elisabeths II., die Rs. das Kopfbild des englischen Staatsmanns, der sich im 2. Weltkrieg als Verteidigungs- und Premierminister (1940-1945) große Verdienste um Großbritannien erwarb. Damit billigte es die Monarchin zum ersten Mal in der englischen Geschichte, dass eine Person auf einer Crown porträtiert wurde, die nicht zum Königshaus gehö...
Cianfrone
1. Italienische Bezeichnung für Belagerungsmünzen, die in der Engelsburg in Rom 1527 während der Belagerung, Plünderung und Brandschatzung der Stadt (Sacco di Roma) sowie ein Jahr später in Neapel während der Belagerung durch die kaiserlichen Truppen geschlagen wurden. Die Bezeichnung soll sich aus dem ital. "cianfrusaglia" (Kleinkram) ableiten.2. Bezeichnung eines im 17. Jh. geprägten Halbstücks des neapolitanischen Ducato d'argento.
Ciffert
Ostfriesischer Halbstüber vom 16. bis ins ausgehende 18. Jh. Der Name leitet sich wohl vom ostfriesischen "cijfferen" (rechnen) ab und wurde schon im frühen 16. Jh. als Kurzname der "Cifferten Flemsche" für den zum Kurs von 6 Witten ausgegebenen Groninger Stüber benutzt, umgerechnet in "Olde Flemsche" (alte flämische Stüber). Aus dem ersten Teil der Bezeichnung entstand dann der Name für den ostfriesischen Halbstüber, der später auch als Syf(f)ert oder Zyfert bezeichnet wurde. Das Münz...
Cigoische Fälschungen
Luigi Cigoi (1811-1875) aus Udine war ein geschickter Fälscher, vor allem spätrömischer Münzen aus der Kaiserzeit. Er stellte Abschläge von selbstverfertigten Stempeln her, die er dann nachgravierte. Seine spezielle Technik bestand darin, echte gewöhnliche Münzen in seltene Stücke umzugravieren.
Cincinnati Mining & Trading Company
Die Gesellschaft münzte 1849 in San Francisco aus kalifornischem Gold 5- und 10-Dollar-Stücke, die auf der Vs. die Büste eines Indianers zeigen und mit dem Firmennamen beschriftet sind. Die Rs.n der seltenen Golddollars zeigen einen fliegenden Adler über der Jahreszahl und die Wertangabe.
Cincuentin
Die Benennung leitet sich von dem Wert der größten spanischen Silbermünze zu 50 Reales ab. Die "Riesen" mit einem Durchmesser bis zu 73 mm und einem Gewicht bis zu 172 g wurden zwischen 1609 und 1659 in der mechanisierten Münze zu Segovia hergestellt. Die in der Regierungszeit des spanischen Königs Philipp III. (1598-1621) und seines Nachfolgers Philipp IV. (1621-1665) geprägten Großmünzen waren wohl - wie ihre goldenen Gegenstücke (Centen) – als Geschenkgaben, nicht als Umlaufmünzen...
Cinquén
Kupfermünze aus Ibiza zu 5 Dineros aus dem Jahr 1686, die auf den Balearen zirkulierte.
Cinquina
Italienische Bezeichnung einer Reihe von Münzen mit dem Nominalwert 5. In Neapel ließ König Ferdinand I. von Aragon (1458-1494) ein silbernes 5-Tornesi-Stück prägen, das als Cinquina bezeichnet wurde, aber durch Münzverschlechterung 1497 auf 2 Tornesi herabgesetzt wurde. Auf Malta war die Cinquina ein kupfernes 5-Grana-Stück, das zur Zeit des Johanniterordens zwischen der 2. Hälfte des 16. Jh.s und dem Ende des 18. Jh.s als wichtige Scheidemünze umlief. Auch auf Korsika soll unter Köni...
Cinquinho
Kleine portugiesische Silbermünze aus der Regierungszeit des Königs João II. (1481-1495). Ihr Name leitet sich aus ihrem Wert von 5 Reis ab.
Civil War Token
Sammelbegriff für die Token (Notgeld), die während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1864) ausgegeben wurde. Die Notmünzen wurden in verschiedenen Nominalen, meist als 1-Cent-Stücke, in Kupfer, Messing, Zinn, selten in Silber ausgegeben. Die ca. 10.000 verschiedenen Typen aus der Zeit des Bürgerkriegs bilden ein beliebtes Sammelgebiet in den USA.
CL
Münzzeichen für die in der Münzstätte Genua geprägten Münzen für Frankreich (1811-1814).
Clark Gruber & Co.
Die US-amerikanische Firma eröffnete während des Goldrauschs in Denver im Bundesstaat Colorado neben einer Bank auch eine Prägeanstalt. Letztere münzte Nominale zu 2 1/2, 5, 10 und 20 Dollars aus, die mit den Jahreszahlen 1860, 1861 und 1863 versehen sind. Die 10- und 20-Dollarstücke von 1860 zeigen über der Wertbezeichnung auf der Vs. die Darstellung des 4500 m hohen Bergs Pikes Peak, aus dessen Umgebung der Großteil des Colorado-Goldes stammt, darunter die Schrift DENVER und die Wertang...
Clementia
Römische Verkörperung der kaiserlichen Tugenden Milde und Gnade, die auf Münzen aus der römischen Kaiserzeit als weibliche Gestalt mit den Attributen Zepter und Zweig dargestellt wurde.
Clinkaert
Niederländische Bezeichnung für die goldenen Chaised'ors, die unter Wilhelm V. (1350-1389) von Bayern-Holland und seinen Nachfolgern geprägt wurden. Wilhelm VI. (1404-1414) ließ auch Drittel-, Halb- und Doppel-Clinkaert schlagen. Die letzte Ausprägung erfolgte 1433 unter Philipp dem Guten von Burgund (1419-1467).
Coadjutor
Wenn Bischöfe oder Erzbischöfe durch Krankheit, Gebrechlichkeit oder sonstige Umstände an der Ausübung ihres Amtes verhindert waren, konnte das Domkapitel einen Coadjutor wählen, der die episkopalen Aufgaben übernahm. Diese Praxis war vor allem im Spätmittelalter gebräuchlich, meist war der Coadjutor auch der designierte Nachfolger für den Bischofsstuhl. Beispielsweise übernahm Erzbischof Kuno von Trier (1362-1388) noch zu Lebzeiten des Kölner Erzbischofs Engelbert 1366 für zwei Jahr...
Cob
Englische Bezeichnung für roh geprägte, meist ausgefranste und eckige Gold- und Silberstücke, die zwischen dem 16. und 18. Jh. in sehr einfach ausgerüsteten spanisch-amerikanischen, meist mexikanischen Münzstätten hergestellt und mit der sog. spanischen Silberflotte verschifft wurden. Dabei handelte es sich meist um Stücke zu 1, 2, 4 und 8 Reales (Silber) bzw. Escudos (Gold), die in Europa und Asien aber nach Gewicht gehandelt wurden oder den Münzstätten als Ausgangsmaterial für die ei...
Coburger Heller
Kleine Kupfermünzen zu einem halben Pfennig, die 1640 in der Regierungszeit Friedrich Wilhelms II. von Sachsen-Coburg-Altenburg eingeführt und von seinen Nachfolgern bis zum Ende des Jh.s in großen Stückzahlen geprägt wurden. Die Kupferstücke waren zunächst nur einseitig, später auch doppelseitig beprägt. Laut Steinhilber waren sie vor allem für die Ausfuhr nach Kursachsen und in die anderen Nachbarstaaten bestimmt.
Colombina
Beiname des Mailänder Groschens (Grosso) aus der 2. Hälfte des 15. Jh.s, der nach dem Münzbild einer kleinen Taube (ital.: colombina) benannt wurde. Im 16. Jh. wurde der halbe Ambrosino als Colombina bezeichnet.
Colón
Seit 1896 Währungseinheit in Costa Rica. 1 Costa-Rica-Colón = 100 Céntimos (Centavos). Seit 1919 als Nachfolger des Pesos Währungseinheit in El Salvador. 1 El-Salvador-Colón = 100 Centavos. Der Name Colón ist die spanische Bezeichnung für den Entdecker Kolumbus.
Colonial Bills
Papiergeldemissionen der britischen Kolonien von Nordamerika ab 1690 (Massachusetts). Der Mangel an Kurantgeld führte zur hemmungslosen Ausgabe von Papiergeld, was wiederholte Entwertungen bedingte. Schließlich wurden die Colonial Bills 1773 außer Kurs gesetzt.
Colonnato
Italienischer Beiname des weit verbreiteten Typs des Acht-Reales-Stücks, der die Säulen (ital. Colonnato) des Herkules im Münzbild zeigt. Die spanische Silbermünze war als Handelsmünze im Mittelmeerraum weit verbreitet. Die deutsche Entsprechung des Namens lautet Säulenpiaster, englisch PillarDollar, spanisch Colunnario.
Conceição
Seltene portugiesische Gold- und Silbermünze, die in der Mitte des 17. Jh.s unter João IV. (1640-1656) eingeführt wurde. Der Name Conceição (Heilige Empfängnis) leitet sich von den Münzbildern ab, der stehenden Madonna, die zur Patronin Portugals erklärt wurde. Die Goldmünze wog etwa 41,96 g und wurde mit 12.000 Reis bewertet. Das Silberstück zu 600 Reis wog etwa 28,68 g.
Concordia
Römische Göttin der Eintracht, die auf römischen Münzen sitzend oder stehend mit den Attributen Füllhorn und Schale dargestellt wird, seltener mit Blume, Ährenbündel, Zweig, Zepter oder Caduceus. Sie ist seltener auf Denaren aus der Republikzeit, häufig jedoch auf Münzen aus der Kaiserzeit zu sehen. Die erwünschte Eintracht wird dabei häufig auf die Personen der Kaiserfamilien und das Verhältnis des Kaisers zum Militär bezogen. In ...
Conder Tokens
Englische Marken (Token), die 1787-1802 privat in fast allen englischen Städten produziert wurden, um die Kleingeldknappheit in England abzumildern. Dabei handelt es sich um Nominale zwischen 2 Pence und dem Viertelpenny(Farthing). Mit der Aufnahme der regulären Prägung von Kleinmünzen(Cartwheels) wurden die Tokens 1797 für illegal erklärt. Sie sind nach Rev. James Conder benannt, der die Stücke klassifizierte und katalogisierte.
Condor
1. Münznominal in Chile zwischen 1851 und 1959. Es handelt sich um das 10-Pesos-Stück, das ursprünglich in Gold, 1956-1959 in Aluminium ausgebracht wurde. Die Wertbezeichnungen sind sowohl in Pesos, als auch in Condor angegeben. Das Münzbild zeigt den Anden-Kondor, den größten Vogel des südamerikanischen Kontinents.2. Rechnungseinheit in Ecuador zu 25 Sucres, die nur einmal im Jahr 1928 als Goldmünze mit dem Gewicht von 8,36 g (900/1000) ausgeprägt wurde.
Avers einer 10-Condores-...
Consecrationsmünzen
Konsekrationsmünzen
Münzen aus der Antike, die auf die "Erhebung" (lat. consecratio) herausragender Verstorbener zu Göttern geprägt wurden. Die Vorstellung der Vergöttlichung(Apotheose) hervorragender Menschen war schon zu archaischer Zeit in der Heroenverehrung der Griechen und im orientalischen Herrscherkult lebendig. Alexander der Große und die Diadochenkönige ließen sich schon zu Lebzeiten als Nachfolger orientalischer gottgedachter Könige auf Münzgeprägen verewigen. Auf der Grund...
Constantia
Römische Verkörperung der Tugend Standhaftigkeit, die auf Münzen des Kaisers Claudius (41-54 v. Chr.) und seiner Mutter Antonia erscheint.
Constantin d'or
Bezeichnung des Straßburger Typs Goldmünze, die der Straßburger Bischof Louis Constantin de Rohan (1756-1779) herausbrachte. Die Goldmünze zeigt auf der Vs. das Brustbild des Bischofs, auf der Rs. den Wappenschild. Es gab auch Halb- und Doppelstücke, alle sind selten.
Constantinopolis
Weibliche Personifikation der Stadt Konstantinopel (heute Istanbul), die von der antiken griechischen Stadt Byzantion ihren Ausgang nahm. Kaiser Konstantin der Große erweiterte die Stadt auf das Fünffache ihrer vorherigen Größe und erhob sie unter dem Namen "Nova Roma" 330 v. Chr. zum Regierungssitz. Die zu Ehren Konstantins Constantinopolis genannte Stadt war seit 395 v. Chr. Residenz des Oströmischen, später des Byzantinischen Reichs, bis sie 1453 von den Osmanen erobert wurde.Bereits mi...
Constitutionnel
Bezeichnung eines französischen Münztyps, der aus der Übergangszeit der Französischen Revolution stammt, als der König noch anerkannt oder zumindest am Leben war und das Münzsystem des Ancien Regime noch Geltung hatte. Numismatisch gesehen wirkten sich die Veränderungen, die die neuen Ideen mit sich brachten, zuerst auf die Gestaltung der Münzen aus. Als letzter Typ des Ecu blanc vor der Umstellung auf die dezimale Franc-Währung wurde 1795 der Ecu de ...
Consul
Auch in der Schreibweise Konsul, bezeichnet den höchsten Staatsbeamten der römischen Republik. Zur Republikzeit stellten zwei gleichberechtigte Consuln die Oberhäupter des römischen Staates dar. In der Kaiserzeit verringerte sich die Bedeutung dieses Amtes, die Kaiser designierten sich meist selbst zu Consuln. Da das Konsulat auf ein Jahr begrenzt am 1. Januar angetreten wurde und nach den Consuln benannt war, lassen bestimmte Legenden auf römischen Münzen Rückschlüsse auf die Datierung ...
Consular-Münzen
Veralteter numismatischer Begriff für Münzen aus der Zeit der römischen Republik, im Unterschied zu Münzen aus der Kaiserzeit.
Continental Bills
Aufgrund des Beschlusses des Continental Congress vom 10. Mai 1775 herausgegebenes Papiergeld zur Finanzierung des Unabhängigkeitskriegs (1775-1783) der 13 nordamerikanischen Staaten gegen Großbritannien. Dem Besitzer des Papiers wurde eine Auszahlung in "Spanish milled Dollars" zugesichert. Die massenhafte Ausgabe des Papiergelds führte schnell zu einer Entwertung des Papiergelds gegenüber dem Münzgeld. Obwohl die Continental Bills zum gesetzlichen Zahlungsmittel erkl&...
Continental Dollar
Die erste Silbermünze in Dollargröße, die 1776 für die Konföderation der Vereinigten Staaten vorgeschlagen wurde. Es handelt sich um seltene Probestücke in Silber, Messing und Zinn, die wahrscheinlich nicht in den allgemeinen Geldumlauf kamen. Sie zeigen auf der Vs. eine Sonne, deren Strahlen auf eine Sonnenuhr scheinen, darunter MIND YOUR BUSINESS (Denk an deine Aufgabe). Links neben der Sonne im Kreis das lat. FUGIO (gemeint ist: Die Zeit vergeht schnell), umschr...
Contrefait
Zeitgenössischer Ausdruck aus dem 16. Jh. für Münzen und Medaillen mit Porträts auf dem Gepräge. Die Porträtisten wurden früher "Konterfetter" genannt. In dem veralteten Wort Konterfei (für Porträt) ist noch etwas von dieser Wortbildung erhalten.
Conusschneckengeld
Auch Conusgeld, sind Geldschnüre, die als Zahlungsmittel früher auf den Admiralitätsinseln in Gebrauch waren. Die sich konisch windenden Gehäuse der kleinen Conusschnecken wurden von den Frauen der kleinen Koralleninseln Sori und Ponam sowohl zu Geldschnüren verarbeitet wie auch zu Schmuckzwecken u.a. auf Schürzen hergestellt. Neben ihrer kulturellen und geldwirtschaftlichen Bedeutung fungieren die Conusketten auf vielen Inseln im Distrikt Manus noch heute zu sakral...
Convention Monétaire
Ursprünglich die offizielle franz. Bezeichnung der LateinischenMünzunion, ins Dt. übersetzt etwa "Münzvereinbarung".
Conway, J. J. & Co.
Die in Georgia Gulch/Colorado ansässige Bankgesellschaft brachte 1861 undatierte Stücke zu 2 1/2, 5 und 10 Dollars aus Goldfunden in den Rocky Mountains zur Ausprägung. Die Vs.n sind mit dem Namen der Gesellschaft, gelegentlich mit dem Zusatz BANKERS beschriftet. Die Rs.n sind mit der Wertzahl, Wertangabe und mit PIKES PEAK beschriftet, dem Namen des Berges, aus dessen Umgebung das vermünzte Gold stammte.
Copperheads
Volkstümliche Bezeichnung für Kupferstücke, die zu den Civil War Tokens zählen. Sie wurden 1862/63 während des Bürgerkriegs in den nordamerikanischen Staaten geprägt. Die meisten Gepräge zeigten wie die regulären Cent-Stücke einen Indianerkopf (Indian Head), daher wohl der Name Copperheads (Kupferköpfe). Ihr Umlauf wurde bereits 1863 wieder verboten.
Coquibus
Volkstümlicher Name für das Halbstück des Denier Tournois, das als Billonmünze unter Guido von Cambrai (1296-1306) in der nordfranzösischen Stadt Cambrai geprägt und in der benachbarten Umgebung nachgeahmt wurde. Es ist ungeklärt, ob die Bezeichnung auf den Münzmeister de Haen zurückgeht (frz. coq = Hahn) oder die Adlerdarstellung auf dem Münzbild verspottet.
Córdoba
Währungseinheit in Nicaragua seit 1912. 1 Córdoba = 100 Centavos. Im August 1990 wurde als Zweitwährung der Córdoba d'oro im Wert eines US-Dollars eingeführt, der im März 1991 in Währungsparität zum Dollar trat. Im Mai 1991 wurde der Gold-Córdoba schließlich Währungseinheit. 1 Córdoba d'oro = 100 Centavos. Der Kurs von 1991 war nicht zu halten, denn 1994 lag der Dollar schon bei 6 1/2 Córdoba d'oro.
Cornabo
Nach Suhle eine volkstümliche Bezeichnung einer Silbermünze aus dem 16. Jh., die in mehreren kleinen italienischen Münzstätten geprägt wurde. Der Name leitet sich von der Darstellung der Flügel eines Adlerhelms ab, die als Hörner (lat. cornua) gesehen wurden. Siehe auch Cornuto.
Cornucopia
Cornucopia ist die lateinische Bezeichnung für Füllhorn (lateinisch: Cornu (Horn) copiae (Fülle/Reichtum), welches allgemein als Symbol für Reichtum, Überfluss, Freigiebigkeit, Fruchtbarkeit und Glück steht. Besonders in der römischen Symbolik nimmt die Cornucopia eine herausragende Stellung ein, dient sie doch als Attribut diverser Gottheiten, darunter:
Concordia, Göttin der Eintracht
Fecunditas, Göttin der weiblichen Fruchtbarkeit
Fortuna, Göttin des Glücks und Zufalls
Abundantia, ...
Cornuto
Volkstümliche Bezeichnung einer savoyisch-piemontesischen Silbermünze zu 5 Grossi aus der ersten Hälfte des 15. Jh.s. Der Name leitet sich von den Adlerflügeln auf dem Helm ab, die über dem Wappenschild auf der Vs. dargestellt wurden. In den Flügeln sah man Hörner (lat. cornua). Die Münze wurde auch Cavallotto genannt, weil sie auf der Rückseite den hl. Mauritius zu Pferd zeigt.
Cornuto von Carmonola, geprägt unter Michele Antonio diSaluzzo
Coroa d'ouro
Goldene portugiesische Krone, die mit dem gleichen Münzbild wie die Corõa de prata 1838 zu 5000 Reis eingeführt wurde. Sie wog 9,56 g (898/1000). Nach Einführung der Goldwährung 1854 wog sie 17,735 g (917/1000) und wurde mit 10.000 Reis = 10 Milreis bewertet. Die Goldkrone wurde bis 1889 auch in Teilstücken (1/2, 1/5, 1/10) geprägt. Es soll auch eine sehr rare Probe aus dem Jahr 1895 existieren, die einzige Goldmünze, die unter dem letzten portugiesischen König Carlos I. (1889-1908) gep...
Corõa de prata
Bezeichnung der portugiesischen Silberkrone zu 1000 Reis, die 1835 mit der Dezimalwährung eingeführt wurde und 29,61 g wog (916/1000 fein). Sie zeigt auf der Vs. das Brustbild der Kaiserin Maria II. (1834-1853), auf der Rs. das Landeswappen. Die Silbermünze wurde nur bis zur Einführung der Goldwährung 1854 ausgeprägt.
Coróin
Bezeichnung der Crown in gälischer Sprache. Das Halbstück der Krone zu 2 Shillings 6 Pence wurde in Irland von 1928 bis zur Umstellung auf die Dezimalwährung 1971 ausgegeben, zuerst als Silbermünze, seit 1951 in Kupfer-Nickel. Der Typ zeigt auf der Vs. die irische Harfe und die Landesbezeichnung EIREANN (Irischer Freistaat), seit 1939 EIRE (Irische Republik), auf der Rs. ein irisches Jagdpferd (Hunter), die Wertbezeichnung LEAT COROIN (Half Crown) in gälischer Schrift u...
Corona
1. Lateinische Bezeichnung der Krone. In der entsprechenden Landessprache auch Münzbezeichnung, z.B. Crown (engl.), Corõa (port.), Couronne (frz.), Krona (schwed.).2. Wertbezeichnung der Goldmünzen der österreich-ungarischen Kronenwährung von 1892 bis 1924. 1 Corona = 100 Heller bzw. Fillér.3. Neapolitanische Silbermünze, die in der Regierungszeit Roberts von Anjou (1309-1343) eingeführt wurde. Sie war die Vorläuferin des Coronato und verdankt den Namen der Darstellung einer großen Kro...
Corona Danica
Silberne Krone aus Dänemark, die 1618 unter Christian IV. (1596-1648) im Wert von 1 1/2 Speciestaler eingeführt wurde. Die innere Umschrift auf der Rs. gab der Münze den Namen. Im Vergleich zum anderthalbfachen Speciesdaler mit einem Feingewicht von 38,7 g enthielt die Corona Danica aber nur 32,5 g Silber. Dies führte 1625 zu einer Herabsetzung des Werts auf 1 1/3 Speciesdaler. Danach wurde das Stück nur noch selten ausgemünzt, aber ihr Halbstück im Wert von 2/...
Coronato
1. Billonmünze im Wert von 1 1/2 Dineros aus der Regierungszeit Sanchos IV. von Kastilien und Leon (1284-1295) mit der gekrönten Büste des Herrschers auf der Vs. Später ließen auch Heinrich III. (1390-1406) und Johann II. (1406-1454) Coronatos folgen.2. Ein Typ des neapolitanischen Carlino, der auf seiner Vorderseite die Krönung des Königs Ferdinand I. (Ferrante, 1458-1594) durch den päpstlichen Legaten in Barletta zeigt. Auch sein Thronnachfolger Alfonso II. (1485-1495) ließ Coronati a...
Coronilla
Beiname des Halbstücks des spanischen Gold-Escudos im Wert von 10 silbernen Reales aus dem 18./19. Jh. Coronilla ist die spanische Verkleinerungsform von Corona (Krone), also in der Bedeutung "Krönchen", nach der Rückseitendarstellung der Krone über dem spanischen Wappen. Das goldene Halbstück des Escudo wird auch als Escudillo bezeichnet.
Corpus Nummorum Italicorum
Ein 20-bändiger Katalog italienischer Münzen, abgekürzt CNI, das Standardwerk der italienischen Numismatik.
Cosel-Dukat
Sammlerbezeichnung für goldene Spielmarken, die Kurfürst Friedrich August I. (der Starke) von Sachsen (1694-1733) prägen ließ. Die Stücke zeigen eine allegorische erotische Darstellung, z. B. Hahn und Henne oder Taubenpärchen. Sie wurden nach der Mätresse des Kurfürsten, Gräfin Anna Constanze von Cosel benannt. Es gab auch Silberabschläge.
Cosel-Gulden
Volkstümliche Bezeichnung für Zwei- und Eindritteltaler (Silber-Gulden und Halbgulden) aus den Jahren 1706/07, die August der Starke (1694-1733), Kurfürst von Sachsen und König von Polen, in Dresden prägen ließ. Das Münzbild zeigt zwei Wappenschilde, die sich so überschneiden, dass die Begrenzungslinien ein Spitzoval um einen Zentrierpunkt bilden, der als Vagina der langjährigen Mätresse Augusts, Gräfin Anna Constanze von Cosel, gedeutet we...
Cotrim
Portugiesische Billonmünze aus der Regierungszeit König Alfons' V. (1438-1481), die ein gekröntes A und fünf ins Kreuz gestellte Schilde im Vierpass zeigt.
Couronne d'or
1. Rare französische Goldmünze aus dem Jahr 1340, die König Philipp VI. von Valois (1328-1350) schlagen ließ. Ihren Namen erhielt sie von ihrem Vorderseitenbild, einer von sechs Lilien umgebenen Krone (frz.: couronne). Die Rs. zeigt ein Blumenkreuz im Achtpass, das in den Winkeln von vier Lilien bekrönt ist. Nach Schrötter wog die 24-karätige Goldmünze ca. 5,44 g und wurde mit 40 Sol tournois bewertet.
2. Beinamen zweier Typen der französischen Goldmünze Ecu d'or; erstens: des Ecu à l...
Crazia
Billonmünze im Wert von 5 Quattrini aus der Toskana (Italien), die zwischen dem 16. und 19. Jh. ausgemünzt wurde, zuletzt 1830 im Wert einer Zwölftel-Lira. Ihr Name leitet sich nach Suhle vom deutschen Kreuzer her.
Croat
Groschenmünze aus Barcelona nach dem Vorbild des englischen Groat. Die Münze wurde in der Regierungszeit Peters (Pedros) III. von Aragon (1276-1285) eingeführt und bis zum Ende des 15. Jh.s nahezu unverändert ausgeprägt, was sie zu einer wichtigen Umlaufmünze im westlichen Mittelmeerraum machte.
Crockard
Zeitgenössischer englischer Ausdruck für minderwertige Beischläge des Sterling aus dem 13./14. Jh. Durch den Handel Englands mit dem europäischen Kontinent kamen die minderwertigen Nachahmungen des Sterling (vor allem aus dem Raum Belgien, Niederlande und Luxemburg) auf die britische Insel. Der Name könnte sich aus dem engl. crocket (Locke) ableiten, denn die Gepräge zeigten häufig die lockige Haartracht der Herrscher, im Gegensatz zu den Darstellungen bekrönter Könige auf dem englische...
Croisette
Veraltete numismatische Bezeichnung für die Münzen, die im Zuge des dritten und letzten Abschnitts der Münzreformen des französischen Königs Franz I. (1515-1547) zwischen 1541 und 1547 geprägt wurden. Die Benennung leitet sich vom frz. croisette (kleinen Kreuz) ab, das in Form eines kleinen, gleichschenkligen Kreuzchens auf den Rs.n der betreffenden Münzen erscheint.
Cromwell Crown
Sammlerbezeichnung für die seltene englische Silber-Krone (Probe) von 1658 mit dem Brustbild des Lordprotektors Oliver Cromwell (1653-1658), das zu den besten englischen Münzporträts zählt. Aufgrund des frühen Todes Cromwells noch im selben Jahr (1658) und der baldigen Wiederherstellung der Monarchie (1660) wurden nur wenige Stücke hergestellt, die kaum in den regulären Münzumlauf gelangten. Die Cromwell Crown ist rar, und in guter Erhaltung erfreut sie sich bei Sammlern großer Beliebth...
Crookston-Dollar
Zeitgenössische Bezeichnung für die nach der Heirat zwischen Maria Stuart (1542, abgesetzt 1567) und Henry Darnley (1545, ermordet 1567) zwischen 1565 und 1567 herausgegebenen schottischen silbernen Ryals (Taler) zu 30 Shillings. Nach einer Anekdote soll die Werbung Darnleys um die Hand der schottischen Königin unter einer riesigen Eibe im Park von Crookston Castle stattgefunden haben. Die Deutung des Münzbildes, die an einer Palme hochkletternde Schildkröte mit der Inschrift DAT GLORIA VIR...
Crosazzo
Große Silbermünze aus der italienischen Stadt Genua, die sich im 17. Jh. europaweit großer Beliebtheit erfreute, denn ihr Feingehalt (985/1000) galt als einer der höchsten ihrer Zeit. Die Benennung leitet sich von einem großen Kreuz auf ihrer Rs. ab. Es gibt auch Doppel- und Vierfach-Stücke.
Crown
1. Englische Goldkrone, die im Jahr 1526 unter König Heinrich (Henry) VIII. (1509-1547) eingeführt wurde. Sie wurde nach ihrem Rückseitenbild - einer gekrönten Rose (Crown of the Rose) - benannt und mit 4 1/2 Shillings bewertet. Schon nach wenigen Monaten wurde sie von der Crown of the Double Rose abgelöst, die nach der Darstellung zweier übereinandergelegter Rosen, dem Zeichen des Hauses Tudor, benannt ist. Eine Besonderheit sind die drei Varianten der Initialen auf der Vs. der Münze: H ...
Cruzadinho
Das Diminutiv (Verkleinerungsform) von Cruzado bezeichnet den portugiesischen Cruzado Novo, als dieser im 17./18. Jh. im Gewicht auf ca. 1 g abgesunken war. Nach dem Gesetz vom 4. August 1688 wurde die mit der Wertangabe 400 Reis versehene Goldmünze im Umlauf mit 480 Reis bewertet und auch Pinto genannt.
Cruzado
Brasilianische Währungseinheit vom 1. März 1986 bis zum 15. März 1990. 1 Cruzado = 100 Centavos. Bei der Währungsreform am 16. Januar 1989 wurden 1000 Cruzados auf einen Neuen Cruzado gesetzt, so dass die Währungsmünze bis zum März 1990 Cruzado Novo hieß.
Cruzado de ouro
Portugiesische Goldmünze, die 1457 unter Alfons „dem Afrikaner“ (Alfonso V., 1438-1481) eingeführt wurde, deshalb auch Alfonso de ouro (ouro = Gold) genannt. Die Herkunft des Namens Cruzado wurde bisher meist aus dem Georgskreuz auf der Münzrückseite abgeleitet, könnte aber auch von dem ersten Wort auf seiner Umschrift, CRVZATVS (Kreuzfahrer), hergeleitet sein. Die Entstehung der Goldmünze könnte demnach im Zusammenhang mit den Kreuzzugsplänen des Papstes Calixtus III. (1455-1458) ge...
Cruzado de prata
Portugiesische Silbermünze, die unter König João IV. (1640-1656) 1643 im Wert von 400 Reis eingeführt wurde. Ursprünglich wog der Silbercruzado 22,95 g (916/1000 fein) und entsprach somit dem mitteleuropäischen Taler. 1663 wurde der Wert der Münze zur Finanzierung des spanischen Kriegs auf 500 Reis erhöht, obwohl Gewicht und Silbergehalt in der Regierungszeit Alfonsos VI. (1656-1667) auf 18,36 g (872/1000 fein) fielen. Nach dem Gesetz von 1688 wurde die jetzt auch Cruzado Novo genannte T...
Cruzeiro
Brasilianische Währungseinheit, die 1942 als Nachfolger des Milreis eingeführt wurde. 1 Cruzeiro = 100 Centavos. Eine Besonderheit ist die ausschließliche Ausprägung der Cruzeiros zwischen 1964 und 1967. Die Inflation zwang 1967 zu einer Währungsreform. Man führte den Cruzeiro Novo zu 1000 Cruzeiros ein, der zwischen 1970 und 1986 wieder Cruzeiro hieß. Bei der Währungsreform am 1. März 1990 löste der Cruzeiro den zwischenzeitlich eingefüh...
Cuartilla
Auch Quartilla, Quartino, Cuartino oder Cuartono sind diminutive Ausdrücke für den Cuarto und bezeichnen den spanisch-amerikanischen Viertelreal. Die Billon- und Kupfermünzen wurden im 19. Jh. in großen Mengen in Mexiko, Guatemala, Nicaragua, Venezuela, Kolumbien und anderen südamerikanischen Staaten geprägt.
Cuartillo
Spanische Billonmünze im Wert von 8 1/2 Maravedis, also das Viertelstück des Real, aber nur zu 8 Maravedis gerechnet. Aufgrund der spanischen Vellon-Inflation im 17. Jh. wurden die Münzen häufig mit Gegenstempeln versehen, um den Wert der Münzen zu erhöhen oder herabzusetzen.
Cuarto
1. Bezeichnung für den spanischen Viertelreal, der im Zuge der Münzreformen (Abschluss der Pragmatica am 13. Juni 1497) des spanischen Königspaars Ferdinand und Isabella (1474-1504) als Silbermünze zum ersten Mal geschlagen wurde. Die Wertangabe wird auch in der Schreibweise Quarto angegeben.2. Seit dem 18. Jh. Bezeichnung für das Viertelrealstück aus den spanisch-amerikanischen Münzstätten; nach deren Unabhängigkeit dort für das eigene Münz...
Cuatro
Bezeichnung für das Halbstück des Acht-Reales-Stückes, das in der Republik Bolivien zwischen 1830 und 1860 in großen Mengen ausgemünzt wurde.
Cuneus
Lateinischer Ausdruck für den Münzstempel, bedeutete ursprünglich Keil. Daraus lässt sich die Bezeichnung coin ableiten, die im Französischen "Münzstempel", im Englischen "Münze" bedeutet.
Currency
Der Ausdruck bezeichnet in England und Amerika die umlaufenden gesetzlichen Zahlungsmittel (Währung).
Currency-Theorie
Eine Geldtheorie, die sich im beginnenden 19. Jh. als besondere Ausprägung der Quantitätstheorie in England entwickelte. Die Benennung geht auf die Definition der Banknote als Currency zurück. Die Theorie entstand vor dem Hintergrund der stark ansteigenden Preise und der Verschlechterung des Wechselkurses des englischen Pfunds während der napoleonischen Kriege. Walter Boyd sah den Grund für diese Entwicklung in der zuvor erfolgten Befreiung der Goldeinlösungspflicht von Banknoten für die ...
Cut money
Sammelbegriff für die zerschnittenen und ausgestanzten spanisch-amerikanischen Silbermünzen, meist Acht-Reales-Stücke, die in Britisch-Westindien (= Karibische Inseln), teilweise sogar in Südamerika, im 18./19. Jh. umliefen. Die englische Bezeichnung bedeutet wörtlich "beschnittenes Geld". Siehe auch unter Bit, Gourde, Holey Dollar und Moco.