Das große Reppa Münzen-Lexikon
L
133 Beiträge in dieser Lexikon KategorieL (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der französischen Münzstätte Bayonne von der Mitte des 16. Jh.s bis 1837.
Laari
Münzeinheit der Malediven, dem Inselstaat im Indischen Ozean, südlich von Sri Lanka. 100 Laari (früher Lariat) = 1 Rufiyaa (Malediven-Rupie). Zur Ableitung der Bezeichnung siehe unter Larin .
Labarum
Christliches Feldzeichen der Römer, das aus einem Schaft besteht, an dem eine rote Fahne durch eine Querstange befestigt war, auf der Spitze erschien das Christogramm. Konstantin der Große führte das Labarum als Heereszeichen ein. Nach der Legende verhieß ihm vor der Schlacht an der Milvischen Brücke 312 v. Chr. ein Traum, dass er unter diesem Zeichen siegen werde (lat.: in hoc signo vinces). Das Zeichen wurde von den römischen und byzantinischen Nachfolgern beibe...
Laetitia
Römische Personifikation der Freude, die auf römischen Münzen der Kaiserzeit als weibliche Person mit den Attributen Kranz und Zepter vorkommt.
Darstellung der Laetitia auf einem As der Crispina (gest. 183)
Lafayette-Dollar
Gedenkmünze der Vereinigten Staaten von Amerika, die zum 100. Todestag von George Washington, dem ersten Präsidenten der USA, am 14.12.1899 geprägt wurde. Die Silbermünze zeigt auf der Vs. die Büsten von George Washington und Marie Joseph Marquis de Lafayette, einem französischen Adligen, der seit 1777 den Unabhängigkeitskampf Nordamerikas gegen Großbritannien unterstützte. Die Darstellung auf der Münzrückseite zeigt das Reiterstandbild Lafayettes, das 1900 in Paris aufgestellt wurde....
Lagerlisten
Angebotslisten von Münzhändlern über Münzen, die zu festgesetzten Preisen verkauft werden und im Lager des Münzhändlers vorrätig sind oder die er in Kommission hat.
Lammdukaten
Bezeichnung für eine Reihe von Dukaten, auch für Teil- und Mehrfachstücke, der Freien Reichsstadt Nürnberg, die als Münzbild ein Lamm zeigen. Sie wurden seit 1832 als Nürnberger Friedenswunschdukaten (auch doppelte) geprägt. Die Lammdukaten von 1649 auf den Frieden von Westfalen gibt es auch als Dreifachstücke in Form von Klippen. Das Lamm steht meist auf einer Erdkugel oder einer Bibel und trägt ein Banner mit der Aufschrift PAX. Auf den Beginn des 18. Jh.s wurden dann 1700 eine große...
Lampsakener
Bezeichnung der Statere von Lampsakos, einer griechischen Stadt am Hellespont. Die Nachbarstadt von Kyzikos prägte in der ersten Hälfte des 5. Jh.s Münzen aus Elektron. Sie zeigen auf der Vs. das Vorderteil eines Pegasos (geflügeltes Pferd), manchmal im Weinlaubkranz mit Buchstaben darunter, auf der Rs. das Quadratum incusum. Zwischen 390 und 330 v. Chr. gab die Münzstätte Lampsakos eine Reihe von prächtigen Goldmünzen heraus: Das Motiv des Vorderteils de...
Landgraf
Seit dem 12. Jh. Titel des Vorsitzenden eines Landesfriedensbezirks im Deutschen Reich. Seit dem 13. Jh. waren die Landgrafen von Ober- und Unterelsass, im Breisgau oder von Stühlingen mit der Landgrafschaft direkt vom König belehnt. In Thüringen ersetzten die Landgrafen praktisch das Stammesherzogtum und standen über den anderen Grafen. Diese Fürstenstellung, die die Wettiner zwischen 1130 und 1247 innehatten, schloss auch die Berechtigung zur Münzprägung ein....
Landmünzen
Bezeichnung für Münzen, die nicht nach dem Reichsmünzfuß, sondern in geringerer Legierung geprägt wurden und deshalb nur im Geltungsbereich des jeweils prägenden Münzherrn zum vollen Nennwert umliefen. Nach der Kipper- und Wipperzeit in der ersten Hälfte des 17. Jh.s begann die massenhafte Ausprägung von Landmünzen, kleinen Nominale, meist im Wert von 2 bis 6 Kreuzern, die häufig die Aufschrift LANDMÜNZ o.ä. tragen. Ihre Prägung hielt sich bis ins frühe 19. Jh. Die in Städten gep...
Lanzen- und Speerspitzengeld
In Teilen Afrikas, vor allem in Zentral- und Südostafrika, waren Lanzen-, Speer-, und Pfeilspitzengeld als Zahlungsmittel oder Brautpreis verbreitet. Es wurden auch zum Gebrauch geeignete Speer- oder Lanzenspitzen als Geld verwendet, wie z.B. die feingeschmiedeten Lanzenspitzen der Mobenge. In der Mehrzahl waren für den Handel und Zahlungsverkehr aber Kümmerformen in Gebrauch, die nicht gespitzt und geschärft waren, vor allem die Mischformen zwischen Speer- und Pfeilspitzenge...
Large Cent
Bezeichnung der frühen kupfernen Cent-Stücke der Vereinigten Staaten, die auf breiten Schrötlingen (Durchmesser 26-29 mm) zwischen 1793 und 1857 (mit Ausnahme des Jahres 1815) geprägt wurden. Sie tragen das Kopfbild oder die Büste der Liberty auf den Vs.n und die Wertbezeichnung auf den Rs.n. Die Typen werden nach den verschiedenen Darstellungen der Liberty eingeteilt: Die ersten beiden Typen Flowing Hair (mit wehenden Haaren) von 1793 und Liberty Cap (mit Freiheitsmütze) von 1793 bis 1796...
Larin
oder Lari ist ein Gerätegeld, das im 16./17. bis ins beginnende 18. Jh. bei den Küstenvölkern Südostasiens entlang des Persischen Golfs, des Arabischen Meers und des Indischen Ozeans, vor allem am Golf von Bengalen, als bevorzugtes Handelsgeld und Zahlungsmittel diente. Es besteht aus einem mehr oder weniger gebogenen Silberdraht von etwa 2 mm Dicke im durchschnittlichen Gewicht von 4,5 g, das aber nach unten und oben schwanken konnte. Aufgrund seiner Form wird das Zahlungsmittel auch Angelh...
Lat money
Bezeichnung des Barrengelds des Königreichs Lanchang (Laos) am Fluss Mekong, das in Form des silbernen Tigerzungengelds und des bronzenen Kanugelds vom 17. bis ins 19. Jh. umlief.
Lateinische Münzunion
Die Lateinische Münzunion bezeichnet den zwischen Frankreich, Belgien, Italien und der Schweiz am 23.12.1865 in Paris gegründeten Münzbund. Die offizielle Bezeichnung dieser Währungsunion war ursprünglich Convention Monétaire (Münzvereinbarung). Da aber die Sprachen aller Gründungsstaaten auf dem lateinischen Sprachstamm beruhen, bürgerte sich die Benennung Lateinische Münzunion (frz.: Union Latine) ein.
Die Ziele der europäischen Vereinigung waren zunächst
die Erleichterung des Zah...
Lats
Währungseinheit Lettlands seit 1993. 100 Santimu = 1 Lats (Mehrzahl Lati). Damit ließ Lettland die Währungsbezeichnung aufleben, die schon während der ersten Phase der Unabhängigkeit zwischen 1918 und 1940 galt.
Laubtaler
Auch Lorbeer- oder Franztaler, wurde in Deutschland der französische Ecu au lauriers, ein Typ des Ecu blanc, genannt, der in Südwestdeutschland die Haupthandelsmünze des 18. Jh.s war und auch in Preußen bis in die Mitte des 18. Jh.s zirkulierte. Die Bezeichnung leitet sich vom Münzbild ab, den Zweigen, die das Lilienwappen umgeben.
Lauer, Ludwig Christoph
Nürnberger Medailleur, der die von seinem Großvater Ernst Ludwig Lauer (1762-1845) im Jahr 1790 eröffnete Nürnberger Medaillenmünze von seinem Vater Johann Jakob (1790-1865) übernahm. Nach deren technischer Erneuerung gründete er im Jahr 1860 die Münzprägeanstalt Ludwig Christoph Lauer, die unter seinen Söhnen Johann, Ludwig und Wolfgang die größte Bedeutung erlangte. Aus der Münzprägeanstalt Lauer stammen Tausende Jetons, M...
Lauffer, Caspar Gottlieb
Geburts- und Todesjahr unbekannt. Nürnberger Münzmeister, Medailleur und Münzwardein des Fränkischen Kreises (um 1700 bis 1745). Der große 1742 veröffentlichte Verkaufskatalog (Lauffersches Medaillen-Cabinet) bietet neben eigenen Arbeiten u.a. auch Stücke seines Vaters Lazarus Gottlieb Lauffer sowie Stücke von Friedrich Kleinert und Philipp Heinrich Müller Die Gepräge zeigen z.B. die historischen Begebenheiten seit 1679 und die "vollkommene Reihe der Römischen Päpste".
Laureate Head
Ein prägendes Münzporträt der römischen Kaiserzeit
Der Laureate Head, zu Deutsch „Lorbeerkranz-Kopf“, ist ein charakteristisches Münzporträt, das in der römischen Kaiserzeit weit verbreitet war. Diese Darstellungsform zeigt den Kopf des Kaisers im Profil, geschmückt mit einem Lorbeerkranz. Der Laureate Head wurde zu einem der wichtigsten ikonografischen Elemente auf römischen Münzen und symbolisierte die Macht und Autorität des Herrschers.
Beispiele hierfür sind etwa die Silberm
Laurel
Englische Goldmünze zu 20 Shilling, die 1619-1625 unter König Jakob (James) I. im Raugewicht von ca. 9 g (ca. 917/1000 fein) geprägt wurde. Sie ist nach dem Lorbeerkranz (engl.: laurel) benannt, der den Kopf der Königsbüste auf der Vs. ziert, die Rs. zeigt ein Langkreuz über dem gevierten Wappenschild. Man unterscheidet fünf Hauptvarianten, die (neben einigen anderen Details) hauptsächlich durch die Bindung des Lorbeerkranzes am Hinterkopf des Königs...
Laurentiusgoldgulden
Lorenzgulden
Goldgulden der Stadt Nürnberg, die vom 15. bis 17. Jh. mit dem Bild des stehenden Märtyrers Laurentius mit Feuerrost in der linken Hand geprägt wurden. Die anderen Münzseiten zeigen einen Adler oder einen ovalen Schild, manchmal mit einem N (für Nürnberg) darauf. Der Laurentiusgulden ist nach einem leichteren Guldenfuß (ca. 800/1000 fein) geschlagen als der Sebaldusgoldgulden, (924/1000 fein), der zur selben Zeit in Nürnberg gemünzt wurde.
Der 1469-...
Law, John
Nationalökonom, Geldtheoretiker und Finanzfachmann schottischer Abkunft, eine der schillerndsten Figuren seiner Zeit. Nach seinem Studium und längeren Aufenthalten in den Niederlanden und Italien fand Law 1716 in Frankreich Gelegenheit zur Umsetzung seiner visionären Theorien, die er in "Mémoire sur les banques" (1715) skizziert hatte. Die Geldtheorie Laws ist eine Geldwirkungslehre, die den Handel, die Produktion und damit den Reichtum und die Macht eines Staates immer in...
Leberecht, Karl
Russischer Medailleur, Münzgraveur und Gemmenschneider deutscher Abstammung, der die meiste Zeit seines Lebens an der St. Petersburger Münze arbeitete. Er war Mitglied der dortigen Akademie der Künste und Ehrenmitglied der Stockholmer und Berliner Akademie der Künste. Er schuf Medaillen auf historische Persönlichkeiten und Ereignisse seiner Zeit, z.B. auf die Eröffnung der neuen Börse in St. Petersburg (1805), auf die Krönungen der Zaren Paul (1796-1801) und Alexander (1801-1825).
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Leder
1. Leder ist schon in archaischer Zeit als Tauschmittel vorgekommen. Es gilt als gesichert, dass im alten Rom vor dem schweren Bronzegeld gestempelte Lederhäute als Zahlungsmittel umliefen.
2. Geld aus dem Material Leder findet sich gelegentlich als Zahlungsanweisung in Notzeiten im Mittelalter. Suhle datiert die Ausgabe von Ledergeld durch den byzantinischen Kaiser Konstantin V. (741-775) während einer Belagerung auf das Jahr 743 n. Chr. Auch der Doge Domenico Michieli soll 1122 in Venedig Le...
Legende
Numismatische Bezeichnung für die Aufschrift auf Münzen. Unterschieden wird die Randschrift, die Umschrift und die Inschrift. Die Legenden auf Münzen sind in der Regel abgekürzt um das Kopfbild des Monarchen oder Herrschers angebracht. Im Gegensatz zum Motto (religiöser oder patriotischer Sinnspruch) bezeichnet die Legende Titel und Name des Herrschers, dessen Territorium (Staat oder Stadt) und seine Herrschaftslegitimität (Gottesgnadentum). Aus Platzmangel werden die Legenden in der Regel...
Legierung
Eine Legierung beschreibt einen Werkstoff aus zwei oder mehreren Bestandteilen, wovon mindestens einer ein Metall ist. Man unterscheidet den Hauptbestandteil (Grundmetall) von den Nebenbestandteilen (Zusätzen). Das Legieren verändert die Eigenschaften des Werkstoffs. Die Herstellung von Legierungen geschieht meist durch Zusammenschmelzen der Bestandteile, das Sintern pulverförmiger Bestandteile oder das Eindiffundieren von Zusätzen. Manchmal werden geringfügige Zusätze unter anderem Kohlen...
Legpenninge
Niederländische Bezeichnung (niederdeutsch auch Werppenninge) für numismatische Objekte, die vergleichbar mit den deutschen Rechenpfennigen oder den französischen Jetons sind.
Leicester Rijksdaalder
Talermünze auf der Grundlage des ersten einheitlichen Münzgesetzes der niederländischen Generalstaaten. Königin Elisabeth I. (1558-1603) von England schickte zur Unterstützung der protestantischen Provinzen eine Streitmacht in die Niederlande, die von ihrem Günstling Robert Dudley, Earl of Leicester, befehligt wurde. Obwohl der Earl of Leicester keinen Sieg erringen konnte, ehrten ihn die sechs (später sieben) Provinzen der Generalstaaten, indem sie ihre erste ...
Leipziger Fuß
Bezeichnung des Münzfußes, der in der Leipziger Münzkonvention im Jahr 1690 von Brandenburg, Sachsen und Braunschweig-Lüneburg angenommen wurde. Das silberarme Kurfürstentum Brandenburg prägte schon seit 1687 nicht mehr nach dem alten Zinnaischen Münzfuß (10 1/2-Talerfuß), den die kleineren Münzstätten der deutschen Kleinstaaten und die illegalen Heckenmünzen ohnehin mit geringwertigen Prägungen unterliefen. Zur Bezahlung der erst vor kurzem reformierten Armee war aber eine zuverlä...
Leitmotiv
Aus der Musik entlehnter Begriff für ein Hauptmotiv, das sich immer wieder auf Münzen bestimmter Staaten findet. Beispiele sind das Ahornblatt als Leitmotiv auf Münzen Kanadas, das Känguru auf Münzen Australiens oder die Harfe auf Münzen Irlands.
Leitmünze
Der Begriff Leitmünze wird in der Numismatik in zwei verschiedenen Zusammenhängen gebraucht.1. Eine Münze, die im überregionalen Zahlungsverkehr, also über den eigenen Geltungsbereich hinaus, Münz- oder Recheneinheit ist. Im Mittelalter konnten sich aus Münzen mit stabilem Edelmetallgehalt Leitmünzen entwickeln wie der Sterling, der Turnosegroschen oder der Prager Groschen. Auch Goldmünzen wie der florentinische Fiorino und der venezianische Zecchino waren Leitmünzen mit stabilem Gewic...
Leitwährung
Im 17. Jh. übernahmen Währungen nordwesteuropäischer Finanzplätze im gesamten europäischen Zahlungsverkehr die Funktion von Leitwährungen. Im gesamten Ostseeraum wurde im 17./18. Jh. nicht nach Gulden gerechnet, sondern es wurden auch Wechsel ausgestellt und die Buchhaltung in Guldenwährung geführt. Im 18. Jh. trat das Pfund Sterling hinzu, das als Leitwährung im 19. Jh. nicht nur in Ostasien und Lateinamerika, sondern zeitweise sogar über weite Teile der Welt verbreitet war. Hinzu kam...
Leitzmann, Johann Jakob
Deutscher Pfarrer und Numismatiker, der seit 1834 die erste numismatische Zeitung in Deutschland mit dem Titel "Numismatische Zeitung" herausgab. Zusätzlich betätigte er sich noch als Sammler und Autor der Werke: Abriss einer Geschichte der gesamten Münzkunde, Erfurt 1828; Wegweiser auf dem Gebiete der deutschen Münzkunde, 3 Teile, Weißensee i. Th. 1865-1869; Bibliotheca Numaria, Weißensee 1867. Letztgenannter Titel ist eine Bibliographie sämtlicher numismati...
Lek
Albanische Währungseinheit seit 1925. 100 Quindar Leku = 1 Lek. 5 Lek = 1 Franka Ar (Franken Gold). Zwischen 1947 und 1964 ließ die Sozialistische Volksrepublik Albanien nur Lekë (Mehrzahl von Lek) ausprägen. Seit 1964 gilt: 100 Quindarka = 1 Lek.
Lempira
Währungseinheit des mittelamerikanischen Staats Honduras zu 100 Centavos de Lempira seit der Münzreform vom 3. April 1926. Die Benennung leitet sich von dem Indianerhäuptling Lempira ab, der gegen die ersten spanischen Eroberer Widerstand leistete. Die Rs.n der silbernen Lempiras, die erstmals 1931 im Gewicht von 12,5 g (900/1000 fein) ausgeprägt wurden, zeigen das Porträt des Indianers mit Federkopfschmuck.
Leonardo da Vinci
Obwohl Leonardo selbst nie Stempel schnitt oder Münzen anfertigte, entwarf das Universalgenie während seiner Schaffenszeit am Hofe des Herzogs Ludovico Sforza in Mailand (1482-1499) eine Reihe von Münzen, deren Stempel Cristofano Caradosso schnitt. Darüber hinaus beschäftigte er sich mit der Münztechnik und erstellte Pläne für eine Maschine zum Ausschneiden von regelmäßigen, runden Schrötlingen, deren Originalzeichnungen noch erhalten sind. Nach ihnen wurde eine Rekonstruktion gebaut,...
Leone
Münzeinheit der westafrikanischen Republik Sierra Leone (Löwengebirge) zu 100 Cents seit 1964. 50 Leones = 1 Golde.
Leoni, Leone
Italienischer Bildhauer, Goldschmied und Medailleur der Renaissance. Der Konkurrent von Benvenuto Cellini wurde 1537 an die päpstliche Münzstätte in Rom berufen, arbeitete aber vor allem für die spanischen Habsburger unter Karl (Carlo) V. (1534-1556) und Philipp (Filippo) II. (1556-1598) in Mailand. Seine Reisen nach Spanien, in die Niederlande und nach Deutschland (Augsburg) beeinflussten die dortige Metallkunst nachhaltig. Leoni schnitt die berühmte Medaille mit dem Porträt des greisen M...
Leopard
Sehr seltene Goldmünze Englands, die unter König Edward III. im Jahr 1344 im Wert eines halben Florin ausgegeben wurde. Die Darstellung der Vs. zeigt einen gekrönten Leoparden (heraldisch) mit Banner, die Rs. das Blumenkreuz im Vierpass, mit einem Leoparden in jedem Winkel. Das noch seltenere Doppelstück im Wert eines Florin zeigt bei ähnlicher Rückseitendarstellung auf der Vs. den Herrscher auf einem gotischen Thron unter einem Baldachin, daneben Leopardenköpf...
Léopard d'or
Anglo-gallische Goldmünze, die Edward III. (1317-1355) in seinen südfranzösischen Besitzungen (Aquitanien) ausgeben ließ. Die Vs. zeigt den gekrönten Leoparden (nach links schreitend, hersehend) im Zehnpass, die Rs. das verzierte Kurzkreuz mit vier Leoparden in den Winkeln im Spitzvierpass. Sein Sohn Edward, der Schwarze Prinz (1355-1375) genannt, ließ den goldenen Leopard zu einem höheren Gewicht in Südfrankreich noch einmal münzen, bevor er endg&u...
Leopold d'or
Sehr seltene lothringische Goldmünze, die Herzog Leopold I. Joseph von Lothringen (1697-1729) als Pistole nach dem Vorbild des französischen Louis d'or ausgeben ließ. Es gibt fünf verschiedene Rückseitendarstellungen, die Vs. zeigt immer das Kopfbild des Herzogs nach rechts. Außerdem gibt es Doppelstücke.
Leopold d'or 1719 mit dem Lothringer Wappen
Lepton
Ursprünglich hat möglicherweise ein Gewichtsmaß Lepton o.ä. im antiken Griechenland existiert. Bezeichnung der alten Griechen für die kleinste Münze einer Serie, unabhängig davon, welches Metall verwendet wurde. Zur Zeit der römischen Besetzung wurden Lokalausgaben kleiner Kupfermünzen im Ostteil des Römischen Reichs Lepton genannt. Nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg Griechenlands bezeichnete der seit 1828 ausgeprägte Lepton a...
Leu
Währungseinheit Rumäniens seit 1866. 100 Bani = 1 Leu. Im Jahr 1870 wurde der Leu als Silbermünze in Entsprechung zum Franc der Lateinischen Münzunion zum ersten Mal geprägt. Im Jahr 1881 wurde das aus den Fürstentümern Walachei und Moldau vereinigte Fürstentum zum Königreich proklamiert. Die zum 40. Regierungsjubiläum 1906 geprägten 1- und 5-Lei-Stücke aus Silber und 20-, 50- und 100-Lei-Stücke aus Gold zeigen den Monarchen auf de...
Levantetaler
Im weitesten Sinne alle Talermünzen, die durch die Handelsbeziehungen von Europa in die Levante flossen. Dazu zählen neben dem Reichstaler Großsilbermünzen einflussreicher italienischer Staaten, vor allem venezianische Großsilbermünzen. Die Levante, hierzulande auch Morgenland oder Orient genannt, umfasst die Küstengebiete rund um das östliche Mittelmeer, von Kleinasien über Syrien bis nach Ägypten und die Insel Zypern.Im engeren Sinn bezeichnet Levantetaler die eigens für den Handel ...
Levok
Russische Bezeichnung des niederländischen Löwentalers. Dem entsprach die Bezeichnung "levkovoe serebro" für die Legierung des Löwentalers (750/1000).
Lew
Bulgarische Währungseinheit seit 1880. 100 Stotinki = 1 Lewa. Die ersten Lewa wurden als Silbermünzen nach dem Vorbild des französischen Franc geprägt. Die Legenden der bulgarischen Münzen sind in kyrillischer Schrift abgefasst.
Liang
Alte chinesische Gewichtseinheit, die früher etwa 6,3 g wog. Der Liang diente auch als Basisgewicht für Silber im Handel.
Liard
Französische Billon-, später Kupfermünze im Wert von 3 Denier tournois, unter König Ludwig (Louis) XI. (1461-1483) 1467 in ganz Frankreich eingeführt. Ebenso wie der zu gleichem Wert und zur selben Zeit im gesamten Königreich Frankreich eingeführte Hardi, der aus der Provinz Guyenne stammt, wurde der Liard aus der Provinz Dauphiné als königliche Münze für das gesamte Königreich Frankreich übernommen. Die Übernahme der beiden Provinzialprägungen in die königliche Prägung wird als...
Libella
Verkleinerungsform von Libra, also kleines Pfund, ursprünglich 1/10 des römisch-kampanesischen Didrachmon, dann 1/10 des Denars. Die kleine Silbermünze der römischen Republik trug als Münzbild Mars- und Pferdekopf. Später wird sie als Zehntel des Sesterz in Bronze geprägt, mit der Darstellung des Sol mit Mond und Sternen und einer Kugel als Symbol der Welt.
Liberalitas
Römische Personifikation der persönlichen Freigebigkeit, die auf römischen Münzen der Kaiserzeit seit Kaiser Hadrian (117-138) gelegentlich als stehende Figur, die Cornucopia entleerend, oder mit den Attributen Cornucopia und Kelch erscheint. Meist ist sie im Rahmen einer Verteilungsszene mit Kaiser und Gefolge dargestellt.
Darstellung der Liberalitas auf einem Sesterz des Nerva
Libertas
Die römische Personifikation der (persönlichen und politischen) Freiheit wurde schon zur Republikzeit als Göttin verehrt. Schon im späten 3. Jh. v. Chr. war ihr ein eigener Tempel auf dem Aventin geweiht. Sie erscheint auf republikanischen Münzen als Brustbild (Cassius und Brutus) oder auf einer Quadriga. Auf Münzen der Kaiserzeit trägt die als sitzende und stehende Figur dargestellte Libertas Zepter oder Pileus, in der Hand manchmal eine Palme.
Libertas auf einer...
Liberty
Die Personifikation der Freiheit (engl. Liberty) erscheint als Münzbild auf vielen Serien der offiziellen US-Münzprägung von Beginn an. George Washington selbst soll die Verwendung seines Porträts auf Münzen missbilligt haben, sodass man die allegorische Darstellung der Freiheit als Motiv der Hauptseite der US-Münzen wählte. Ähnlich wie im republikanischen Frankreich das Münzbild der Marianne (Personifikation der Republik) oder die Herkulesgruppe ist die Liberty Sinnbild der Republik au...
Liberty Head Nickel
Typ des US-amerikanischen 5-Cent-Stückes (Nickel 2), das 1883 bis 1912 in Kupfer (75%) und Nickel (25%) ausgegeben wurde. Die nach einem Entwurf von Charles E. Barber gestaltete Münze zeigt auf der Vs. den Kopf der Liberty nach links, darum 13 Sterne, darunter die Jahreszahl. Die Rs. ist mit der römischen Wertzahl V im Kranz versehen. Auf der ersten Ausgabe stand anfangs darunter der Spruch E PLURIBUS UNUM, der auf den folgenden Ausgaben durch die Nominalbezeichnung ersetzt wurde. Viele der ...
Libongo
Vormünzliches Stoffgeld, das bei vielen Stämmen Westafrikas (Königreich Kongo) - neben Kaurigeld und Katangakreuzen - als universelles Zahlungsmittel diente. Es handelt sich um Textilstücke aus der Faser von Palmen, später auch aus Baumwolle, die auch nach der Einführung von europäischen Münzen durch die Kolonialstaaten noch bis ins 19. Jh. als Zahlungsmittel umliefen.
Libra
Bezeichnung der Gewichts- und Rechnungseinheit der Römer seit dem Beginn der römischen Prägung, das sog. Römische Pfund. Die Einheit der schweren Bronzestücke( Aes grave) beruhte auf dem As, das eine Libra wog (librales As). Mit dem Beginn der Silberprägung verlor dasAes grave die Rolle als Wertmesser, die neue Libra der Silberprägung wurde auf 327,45 g festgelegt. Die Ansetzung dieses Gewichts ist dann auch als sog. Römisches Pfund in die Geschichte eingegangen. Zwar schwankte das Gewic...
Libralfuß
Bezeichnung des Münzfußes, bei dem das As noch voll dem Gewicht der Libra (zu 327,4 oder vermindert 272,9 g) entsprochen hat. Dies war der Fall zur Zeit der Römischen Republik.
Lichttaler
Talermünze des Herzogs Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel von 1569 bis 1588. Die verschiedenen Typen sind nach der ihnen gemeinsamen Darstellung benannt, die den Wilden Mann mit einem Leuchter mit brennendem Licht in der Hand zeigt. Die Bedeutung des Motivs ist nicht ganz geklärt. Die vielleicht gelungenste Interpretation bezieht das Bild auf den Wahlspruch in der lat. Umschrift: ALIIS INSERVIENDO CONSUMOR (im Dienst der Anderen verzehre ich mich) - wie das Licht im Leuchter die Kerze verze...
Liebesmedaillen
Medaillen mit Darstellungen des Themas Liebe. Die Mehrzahl der Liebesmedaillen sind im Stil des Barock gefertigt. Ihre Gepräge zeigen häufig sehr detailreiche Darstellungen. Solche Details haben meist religiös-symbolische Bedeutung. Die Darstellungen zeigen Allegorien auf die ewig währende Treue, wie z.B. eine Medaille von Kittel aus Breslau (1740): Sonnenstrahlen werden durch einen Brennspiegel auf zwei entflammende Herzen geleitet, umschriftlich "Das kommt von oben", die Rs...
Ligatur
Die Ligatur, in der Schriftgestaltung oft eingesetzt, bezeichnet die Verbindung meist zweier, selten mehrerer Buchstaben zu einer Einheit. Diese Praxis findet in verschiedenen Schriftsystemen und Schriftarten Anwendung und erfüllt sowohl ästhetische als auch praktische Zwecke. In der Typografie werden Ligaturen verwendet, um die Lesbarkeit zu verbessern und ein harmonischeres Schriftbild zu schaffen. Ein klassisches Beispiel ist die Verbindung von 'f' und 'i' in lateinbasierten Schriftsystemen...
Liguria
Weibliche Personifikation der Ligurischen Republik der norditalienischen Region, die 1798-1805 auf Goldmünzen erscheint. Napoleon Bonaparte hatte 1797 die Republik Ligurien als französischen Vasallenstaat errichtet, größtenteils auf dem Gebiet der ehemaligen Republik Genua. Die Liguria erscheint auf der Vs. der Goldmünzen gekrönt und sitzend, den linken Arm auf das Genueser Wappen gestützt. Die Rs. zeigt ein Liktorenbündel( Fasces) mit Freiheitsmütze...
Ligurino
Billonmünze Genuas für den Levantehandel (ebenso wie die Luigini der oberitalienischen Münzstände), die nach dem Vorbild der französischen 5-Sol-Stücke im 17. Jh. geprägt wurde. Die Bezeichnung leitet sich von Ligurien ab, der historischen Landschaft um den Golf von Genua.
Lilangeni
Münzeinheit von Swasiland seit 1968, die aber erst am 6. September 1974 als Währungseinheit des Königreichs Swasiland eingeführt wurde. Der 1968 geprägte Gold-Lilangeni hatte nur Symbolcharakter. 100 Cents = 1 Lilangeni (Plural: Emalangeni). Der Lilangeni ist paritätisch zum südafrikanischen Rand, der bis 1986 noch als gesetzliches Zahlungsmittel in Swasiland umlief.
Lilienblüte
Bezeichnung für die stilisierte heraldische Darstellung der Blüte einer Lilie, die mit dem Aussehen der realen Lilie nur eine entfernte Ähnlichkeit hat. Die Lilienblüte erscheint häufig auf florentinischen Geprägen (z.B. Fiorino und Gigliato sowie deren Beischläge) und als Hoheitszeichen auf französischen Münzen( Fleur de lis). Als Sinnbild der Verehrung der Jungfrau Maria hat die heraldische Lilienblüte für Frankreich große Bedeutun...
Lima
1. Die Bezeichnung LIMA taucht auf englischen Münzen von 1745/46 unter der Büste des Königs Georg II. auf. Es handelt sich um goldene 1/2- und 5-Guinea-Stücke und Silbermünzen (vom Sixpence bis zur Crown), die aus der gekaperten Beute spanischer Schiffe stammten. Im Handelskrieg mit Spanien schickte England Admiral Anson auf einen Beutezug durch die Meere. Aus Teilen der reichen Beute, die u.a. aus der spanischen Kolonie Peru stammte, wurden die LIMA-Münzen geprägt. 2. Bedeutende und...
Lincoln Cent
Bezeichnung eines Typs des US-amerikanischen Cents nach einem Entwurf von Victor D. Brenner (Initialen: VDB). Der nach der Vorderseitendarstellung des 1809 geborenen Präsidenten Abraham Lincoln (gest. 1865 nach dem Attentat eines fanatischen Südstaatlers) benannte Cent wurde ursprünglich zum Gedenken an den 100. Geburtstag im Jahr 1909 ausgegeben und anschließend als Umlaufmünze übernommen. Er löste damit den Indian Head Cent ab.
Die Vs. des Lincoln-Cent zeigt das Brustbild des 16. ...
Lindberg
1. Johan Adolf Lindberg (1839-1916) schuf eine Vielzahl von Medaillen auf Ereignisse und Persönlichkeiten seiner Zeit. Nach seiner Ausbildung bei Lea Ahlborg (1856-1863) an der Kunstakademie in Stockholm (1859-1868) und zwischenzeitlichen Aufenthalten in Kopenhagen und Paris (u.a. bei Eugène André Oudiné) war Lindbergh 1876 Mitglied der Kunstakademie. Seit 1898 arbeitete er als Graveur an der Königlichen Münze in Stockholm. Seine Medaillen sind teilweise auf Ereignisse des schwedischen K
Linsendukaten
Bezeichnung für winzige Goldmünzen in Linsengröße aus dem 18. Jh. im Wert von 1/16, 1/24 und 1/32 Dukaten. Sie zeigen in der Regel das Münzbild des entsprechenden 1-Dukaten-Stücks. Es gab Linsendukaten aus Nürnberg (als Lammdukaten oder Lämmleindukaten, auch in Klippenform), Regensburg (gekreuzte Schlüssel / gekröntes R oder Doppeladler) und aus der Grafschaft Stolberg (Initialen / Hirsch und Säule). Sie dienten in der Regel zu Geschenk- un...
Lion
Schottische Goldmünze im Wert von 5 Shillings, die König Robert III. (1390-1406) einführte. Die Vs. zeigt das gekrönte Wappenschild mit Löwen, die Rs. den hl. Andreas am Kreuz. Das seltene Halbstück, der Demy-Lion, zeigt nur das Andreaskreuz. Auch die nachfolgenden Könige James (Jakob) I. (1406-1437), James II. (1437-1460), James IV. (1488-1513) und Königin Maria Stuart (1542-1567) gaben Lions aus. Unter Königin Maria Stuart geprägte Lions hatten...
Lion d'or
1. Französische Goldmünze, die König Philippe VI. (1328-1350) 1388 einführte. Sie zeigt auf der Vs. den König auf gotischem Thron mit Zepter und Fleur de lis in Händen und einem Löwen zu Füßen, auf der Rs. das Blumenkreuz im Vierpass mit Kronen in den Winkeln.2. Seltene burgundische Goldmünze, die Anton von Brabant (1406-1415) auch als Halbstück prägen ließ. Sie zeigt auf der Vs. den Wappenschild von Löwen gehalten, auf der ...
Lion Noble
Schottische Goldmünze, die König James (Jakob) VI. (1567-1625) in den Jahren 1584-1588 ausgab. Sie zeigt auf der Vs. den heraldischen Löwen, sitzend und erhoben, Schwert und Zepter haltend, auf der Rs. vier aus den gekrönten Buchstaben I und R (Iacobus Rex) zusammengesetzte Monogramme ins Kreuz gestellt.
Lipa
Nach der Münzreform vom 30. Mai 1994 wird die Kuna des unabhängigen Kroatien in 100 Lipe (Pluralform von Lipa) unterteilt. Lipa bedeutet "Linde", hinter der Wertbezeichnung der Lipa-Prägungen sind Lindenblätter zu sehen, die Rs.n zeigen folgende Darstellungen aus dem Pflanzenreich: Maiskolben (1 Lipa), Weinrebe (2 Lipe), Eichenzweig (5 Lipe), blühende Tabakpflanze (10 Lipe), Olivenzweig (20 Lipa) und die Velebit-Degenia (50 Lipe). Die slowakischen Lipa sind Privatpr&aum...
Lira Austriaca
Bezeichnung der Lira, die im Königreich Lombardei-Venetien unter österreichischer Herrschaft geprägt wurde. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde aus der Lombardei und Venetien ein Königreich gebildet. Als König von Lombardei-Venetien wurde Kaiser Franz I. von Österreich (1815-1835) eingesetzt. In diesem neu gebildeten Königreich unter österreichischer Herrschaft wurde die Lira Austriaca (Österreichische Lira) im Wert von 20 Soldi bzw. 20 öste...
Lira Moceniga
Mocenigo
Die unter dem Dogen Pietro Mocenigo (1474-1476) in Venedig geprägte Lira löste die Lira Tron ab. Bei gleichem Gewicht und Feingehalt zeigt sie auf der Vs. den vor dem hl. Markus knienden Dogen, auf der Rs. den stehenden Christus. Der ursprüngliche Wert der Silbermünze von 20 Soldi wurde 1518 auf 21, 1525 auf 24 Soldi erhöht. Die Prägung dauerte bis 1575 an. Sie wurde zwar in Mantua und Modena nachgeahmt, konnte sich aber nicht gegen den schwereren Mailänder Testone durchsetzen.
Lira Pontificia
Papst Pius IX. (1846-1870) führte am 18. Juni 1866 die Lira als Münzeinheit der Dezimalwährung ein, in Entsprechung zur Lira-Währung des Königreichs Italien und der Lateinischen Münzunion. Nach der Besetzung Roms durch italienische Truppen am 20. September 1870 prägte die Münzstätte des Vatikans keine Münzen bis zu den Lateranverträgen von 1929. Danach ließ Papst Pius XI. (1922-1939) wieder Lire zu 100 Centesimi ausprägen(Vatikanmünzen).
Lira Tron
Lirale
Die im Jahr 1472 unter dem Dogen Nicolo Trono (1471-1474) von Venedig ausgemünzte Lira zu 20 Soldi war die erste Silbermünze mit der Nominalbezeichnung Lira. Sie zeigt auf der Vs. die Büste des Dogen und zählt - neben dem Bagattino aus derselben Zeit - zu den einzigen Porträtdarstellungen auf Münzen der Republik Venedig. Das für Münzen der Republik Venedig ungewöhnliche Bildnis (im Stil von Monarchen) erregte wohl das Misstrauen republikanischer Kreise und wurde auf der folgenden...
Lis
Seltene französische Gold- und Silbermünze (Lis d'or und Lis d'argent), die Louis XIV. (1643-1715) im Dezember 1655 proklamierte. Die Goldmünze zeigt auf der Vs. das aus vier Lilienblüten (Fleur de lis) gebildete Kreuz mit vier Lilienblüten in den Winkeln, auf der Rs. das gekrönte Wappen von Frankreich, das von zwei Engeln gehalten wird. Die Silbermünze zeigt auf der Vs. das geharnischte Bildnis des Königs, auf der Rs. acht Lilienblüten. Sie war ca. 8 g schwer (958/1000 fein) und entspr...
Litas
Der Litas war Litauens Währung der Jahre 1922 bis 1941 sowie 1993 bis 2014. Ein Litas wurde unterteilt in 100 Centu. Münzen Litauens zeigen auf der Vorderseite meist einen Reiter zu Pferd, auf der Rückseite ist die Wertbezeichnung zu sehen.
Die litauischen Bezeichnungen lauteten wie folgt:
Singular: 1 litas/centas
Plural: 2 (bis 9) litai/centai
Plural für 10 Einheiten und mehr sowie Genitiv: litų/centų (Litu/Centu)
Eckdaten des litauischen Litas
Merkmal
Beschreibung
Zeitraum
1922 bi...
Litra
Antikes Gewichtsmaß in Sizilien und Unteritalien, das in 12 Unzen (Oncia) unterteilt war, ähnlich wie das römische Pfund in 12 Unzen (Uncia). Im Gewicht von etwa 109 g wurde die Litra als Bronzemünze in Lipara im 4. Jh. v. Chr. ausgeprägt. Weitere Bronzelitren sind die mit XII bezeichneten Münzen von Katane, Rhegion und den Mamertinern (auf Sizilien). Wichtiger jedoch sind die beliebten silbernen Litren, die im Gewicht von etwa 0,86 g in vielen Städten Unteritaliens und Siziliens ausgemü...
Lituus
Römisches Priestergerät in Form eines gekrümmten Stabs, der als Insignium (Abzeichen) der Auguren zeremoniellen Zwecken diente. Der Lituus (Augurenstab) wurde von dem 15-köpfigen Kollegium (Cäsar ernannte einen 16. Auguren) zum Abstecken eines Beobachtungsfeldes am Himmel (Templum) verwendet. Daraus lasen die Auguren die Vorzeichen, aus denen sie ihre (staatlichen) Weissagungen vornahmen. Der Lituus ist als Zeichen der Auguren auf römischen Münzen dargestellt.
Den...
Livornino
Bezeichnung zweier toskanischer Talertypen, an deren Prägung sich drei toskanische Großherzöge aus dem Haus der Medici im 17./18. Jh. beteiligten. Auf den Vs.n der Taler (ital. Talleri) ist das Kopfbild bzw. die Büste des jeweiligen Herrschers zu sehen. Der erste Typ, der auf der Rs. den Hafen von Leghorn (Livorno) zeigt, wurde von Ferdinando II. Medici (1621-1670) im Jahr 1656 eingeführt und unter Cosimo III. Medici (1670-1723) bis 1704 beibehalten. Von diesem Typ wurden unter beiden Herz
Livre
Das französische Pfund, vom lat. Libra abgeleitet, ursprünglich französische Rechengeldeinheit auf der Basis des Karlspfunds, ähnlich der Lira in Italien. Die Livre wurde zu 20 Sols (Sous) à 12 Deniers = 240 Deniers gerechnet. Die wichtigste Silbergewichtseinheit war zunächst dieLivre parisis, später setzte sich die leichtere Livre tournois durch. Die Livre behielt die Bewertung von 20 Sols bzw. Sous bei und fiel mit den Münzverschlechterungen im Gewicht. Lediglich zweimal wurde die Livr...
Livre de la Compagnie des Indes
Livre d'argent fin
Beiname des Livre d'argent fin, nach dem Edikt vom 4. Dezember 1719 im Wert von 20 Sols ausgegeben. Die nur im Jahr 1720 geprägte Feinsilbermünze erhielt den Beinamen nach der von John Law gegründeten Kolonialgesellschaft "Compagnie des Indes". Sie stellte nur kurzzeitig den Wert der Recheneinheit Livre dar. Ihr Wert stieg und fiel ständig, bis die Münze im Gewicht von 3,73 g schließlich im Oktober 1720 demonetisiert wurde. Die Vs. zeigt die drapierte Büste des Königs...
Lochmünzen
Zentralloch
Im Gegensatz zu gelochten Münzen werden die Löcher bei Lochmünzen direkt beim Prägevorgang gestanzt und nicht erst nachträglich. Deshalb sind ungelochte Lochmünzen als Fehlprägungen anzusehen. Das Loch liegt immer im Zentrum der Münze (Zentralloch) und kann rund oder quadratisch sein. Beispiele für Lochmünzen sind die Ch'ien oder Käsch, die in China, Korea, Japan und Annam aus Messing geprägt oder aus Blei gegossen wurden. Das Loch diente zur Aufreihung der Münzen auf Sc...
Lombarden
Nach der oberitalienischen Region Lombardei bezeichnete ober- und mittelitalienische Kaufleute (aus Mailand, Florenz, Genua, Siena, Lucca und dem Piemont), die seit dem späten 12. Jh. hauptsächlich im nordwestlichen Europa (Champagne, Flandern) die Entwicklung des Geld- und Finanzwesens nachhaltig beeinflussten. In der 2. Hälfte des 13. Jh.s schufen die Piemontesen (vor allem aus Asti und Chieri) in Burgund, Oberlothringen und der Schweiz ein dichtes Netz von Niederlassungen. Im ...
Lombardkredit
Kurzfristige Kreditgewährung gegen Verpfändung von Waren oder Wertpapieren. Die verpfändeten Gegenstände werden nicht zum vollen Wert beliehen, sondern bis zu 2/3 bei Waren und bis zu 3/4 bei Wertpapieren, damit Verluste möglichst vermieden werden. Dabei ist der Zinssatz 1 bis 2% höher als der Diskontsatz, weil das Lombardgeschäft mit höherem Risiko verbunden ist.
Lombardsatz
Festgelegter Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken durch Verpfändung von Effekten bei der Zentralbank refinanzieren können.
Long-Cross Penny
Englischer Silber-Penny (selten auch in Gold) oder Sterling, der in England von 1247 bis 1278 unter den Königen Heinrich (Henry) III. (1216-1272) und Eduard (Edward) I. (1272-1307) geschlagen wurde. Auch in Schottland gab es um die Mitte des 13. Jh.s Münzen, deren Rs.n ein langes Kreuz zeigten, das bis an den Rand reichte. Der zuvor geschlagene Typ Short-Cross Penny, der ein Zwillingsfadenkreuz mit kurzen Schenkeln zeigte, wurde eingezogen und zu Münzen mit Langkreuzen umgeprä...
Longinusgroschen
Kleine Groschenmünze von Herzog Heinrich d. Ä. von Braunschweig-Wolfenbüttel, die den heiligen Longinus mit Lanze zeigen. Nach der frühchristlichen Legende soll der römische Hauptmann Longinus, der bei der Kreuzigung die Seite Jesu Christi mit der Lanze durchstieß, als Märtyrer gestorben sein. Er ist damit einer der ersten christlichen Märtyrer. Das Blut Christi soll in einer Büchse nach Mantua gebracht worden sein, die Lanze erreichte über Burg...
Loon Dollar
Elfeckige kanadische Dollarmünze, die nach dem Rückseitenbild, einem in Kanada beheimateten Wasservogel, Loon (Eistaucher) benannt ist. Die Münze wurde 1987 in Kanada eingeführt, um die 1-Dollar-Banknote auf Dauer zu ersetzen. Mit einem Durchmesser von 26,5 mm war die Dollarmünze ungewöhnlich klein konzipiert. Damit sie nicht mit einem 25-Cent-Stück verwechselt werden konnte, wurde die Legierung aus Nickel, galvanisiert mit Bronze zusammengesetzt. Das verleiht ...
Loos
Berühmte deutsche Medailleurs- und Stempelschneiderfamilie, die über drei Generationen die Münz- und Medaillenkunst in Berlin prägte. Daniel Friedrich Loos (1735-1819) arbeitete nach seiner Ausbildung (1754) an den Münzstätten Leipzig und Magdeburg (1756-1767) und als Hauptmünzgraveur an der Berliner Münze (seit 1768). Er wurde 1787 in den Senat der Akademie der Künste berufen. Erst nach 1786 findet sich seine Signatur L auf Münzstempeln. Bedeutend sind seine Medaillen auf zeitgenössi...
Lorbeerkranz
Das Symbol des Lorbeerkranzes gab es bereits in der antiken Mythologie. Insbesondere im antiken Griechenland und Rom wurde ihm eine besondere Bedeutung zugesprochen. Heutzutage ist der Lorbeerkranz vor allem im Sport noch immer präsent. Er gilt als spezielle Siegesauszeichnung. Das „Silberne Lorbeerblatt“ wird daher als Auszeichnung für hervorragende sportliche wie musische Leistungen als staatliches Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Zudem sind die Blätter des Lorbeer...
Los
Die bei Auktionen oder in Katalogen vergebene Nummer für den Verkauf von Münzen oder sonstigen numismatischen Gegenständen. Dabei kann es sich bei einem Los um eine Sammlung, einen Fund (oder Teilfund), ein Lot oder ein Einzelstück handeln.
Losungsdukaten, -taler
Bezeichnung der unter der Besetzung des schwedischen Königs Gustav II. Adolph in Würzburg geprägten Silber- und Goldmünzen von 1631/32. Bei den Silberprägungen handelt es sich um Stücke, die vom Viertel- bis zum Doppeltaler reichten, die Goldprägung reichte vom einfachen bis zum zehnfachen Dukaten. Der schwedische König kam im Dreißigjährigen Krieg den bedrängten protestantischen Fürsten zu Hilfe, besiegte Tilly 1631 und Wallenstein 16...
Lot
1. Aussprache: kurzes o - Aus dem Englischen stammende Bezeichnung für die bei Auktionen oder in einem Katalog zusammengefassten numismatischen Gegenstände, die zusammen als ein Posten versteigert oder verkauft werden. Dabei kann es sich um eine Sammlung, einen Fund oder um einen nach anderen Gesichtspunkten zusammengestellten Posten handeln.2. Das Lot (Aussprache: langes o) diente als Gewicht und zur Bestimmung des Feingehalts bei Silbermünzen. Als Gewicht ist es wohl mit der Einführung der...
Lötigkeit
Veralteter numismatischer Begriff, der den Feingehalt einer Silbermünze bezeichnete, der früher in Lot und Grän ausgedrückt wurde.
Lotteriedukat
Bezeichnung einer goldenen Gedenkmünze in Dukatgröße, die der pfälzische Kurfürst Karl Theodor (1743-1799) auf die Errichtung der Mannheimer Lotterie 1767 schlagen ließ. Die Vs. zeigt die Büste des Kurfürsten, die Rs. die unbekleidete Glücksgöttin Fortuna.
Louis d'or
Französische Goldmünze, die im Rahmen der groß angelegten Münzreform von 1640/41 durch die Verordnung vom März 1640 mit Mehrfach- und Teilstücken eingeführt wurde. Bei einem Raugewicht von etwa 6,7 g wurde die Goldmünze 22-karätig (916 2/3 / 1000 fein) ausgemünzt und entsprach damit der spanischen Pistole (Dublone), die zuvor in großen Mengen nach Frankreich importiert worden waren. Unterstützt von Kardinal Richelieu spielte der bedeutende Münzgraveur Jean Warin (1604-1672) eine we...
Louisiana Cents
Bezeichnung für Kupfermünzen aus den Jahren 1721/22, die Frankreich als Kolonialgeld prägte. Die Münzen zu 4, 9 und 18 Deniers liefen vor allem in der damaligen französischen Kolonie Louisiana um, die nach König Louis XIV. benannt wurde.
Löwe
Der Ursprung des Löwen als Symbol der Kraft und Macht ist wohl orientalisch. Einigen orientalischen Gottheiten (Ammon, Kybele) ist das Raubtier heilig, auch in der griechischen Mythologie (Herakles) kommt der Löwe vor. Ausgangspunkt der Verbreitung der Löwendarstellung in Europa sind die griechischen Kolonien von Kleinasien. Dort ist der Löwe schon seit Beginn der Münzprägung auf Münzbildern dargestellt. Auf Münzen der griechischen Handelsstadt Samos auf der gleichnamigen Insel vor der K...
Löwenbrakteaten
Bezeichnung der Brakteaten mit Löwenbild, die die Herzöge von Braunschweig seit der Mitte des 13. Jh.s ausgaben. Diese einseitigen Dünnpfennige wurden bis etwa 1412 geschlagen, als das Münzrecht endgültig in den Besitz der Welfenherzöge überging. Zuvor war ihnen das Münzrecht nur leihweise zur Verfügung gestellt worden.
Löwenbrakteat, geprägt unter Herzog Albrecht Magnus (1252-1279)
Löwenkopf
Sämtliche Tetradrachmen und viele andere Nominale der mit Athen verbundenen Handelsstadt Samos, auf der gleichnamigen Insel vor dem ionischen Kleinasien gelegen, zeigen den Löwenkopf. Die Insel war ein bedeutender Handelsplatz im Handel mit Ägypten, Asien und Phönizien. Aus der orientalischen Kunst wird der Löwe im 6. Jh. v. Chr. in den griechischen Kulturkreis übernommen. Der Löwenkopf verbreitet sich von Samos über den gesamten Kulturkreis von Magna Graecia und ist auf vielen Münzen z...
Löwenpfennige
Bezeichnung im weitesten Sinn für alle Pfennige und Heller, die einen Löwen auf dem Münzbild zeigen, wie z.B. die Prägungen aus Meißen aus dem 15. Jh. Im engeren Sinn sind damit die Pfennige und Heller gemeint, die in den braunschweigischen Herzogtümern geprägt wurden. Dazu zählen auch die Löwenbrakteaten.
Löwentaler
Leeuwendaalder
Niederländische Talermünze, die zur Zeit des Freiheitskampfes im Jahr 1575 in der Provinz Holland zum ersten Mal geprägt wurde. Sie zeigt auf der Vs. einen geharnischten Ritter mit wehendem Mantel und dem Schild der Provinz Holland, auf der Rs. den heraldischen Löwen. Schon bald ahmten die anderen Provinzen der 1579 gegründeten Union von Utrecht den Löwentaler nach, mit abweichendem Schild der jeweiligen Provinz auf der Vs.; es gab auch Doppelstücke. Das Gewicht des Löwent...
Lübische Mark
In einem 1501 geschlossenen Rezess beschlossen die Städte des Wendischen Münzvereins die Ausprägung von Silbermünzen zu 2/3 (32 Witten) und 1/3 Lübischer Mark (16 Witten), die jedoch in der Praxis nur von den Städten Lübeck und Lüneburg in geringen Mengen ausgeprägt wurden. Das Feingewicht der etwa 15-lötigen Silberstücke betrug etwa 13,5 bzw. 6,7 g. Die Münzen zeigen das Stadtwappen und Johannes den Täufer stehend. Zwei Mark ents...
Ludovicus
Beiname des unter König Ludwig XII. von Frankreich (1489-1514) im Jahr 1512 geprägten Dizain im Wert von 10 Deniers tournois. Sein Gewicht beträgt 2,64 g (319/1000). Die Vs. zeigt ein Monogramm (großes L) zwischen X und II, das durch eine Krone ragt, die Rs. ein Blumenkreuz, in den Winkeln zwei Fleurs de lis und zwei L in den Winkeln. Es gibt zwei Varianten (Ludovicus du Dauphiné) mit zwei Delfinen statt der beiden L bzw. einem Delfin statt einerFleur de lis in den Wi...
Luftfahrtmünzen, -medaillen
Beliebtes Sammelgebiet für Freunde des Flugwesens. Schon im 18. Jh. gab es eine Reihe Medaillen zum Thema Ballone und Ballonfahrten, u.a. auf die Ballonfahrten der Gebrüder Montgolfier und M. Blanchard. Im 19. Jh. wurden eine Reihe von Erinnerungsmedaillen auf Fesselballone hergestellt, die z.B. als Publikumsattraktionen bei Weltausstellungen dienten. Im frühen 20. Jh. folgten Medaillen auf Luftschiffe, vor allem auf Jungfernflüge, Abstürze und auf den Einsatz der Zeppeline im Weltkrieg. Da...
Luftpumpentaler
Schautaler auf die Lösung der brüderlichen Eintracht der Herzöge Rudolph August und Anthon Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel aus dem Jahr 1702. Der Bruderzwist soll durch die Gemahlin Anthon Ulrichs, Elisabeth Juliane von Holstein-Norburg, verursacht worden sein. Die Darstellung der Vs. zeigt zwei Pferde bei dem vergeblichen Versuch, zwei mit der Aufschrift RAV (Rudolph August Anthon Ulrich) versehene luftleere guerickesche Halbkugeln auseinanderzureißen, die durch a...
Lügentaler
Talermünze des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel von 1596/97 aus der Münzstätte Goslar. Es ist der zweite der Spotttaler - zuvor erschien bereits der Rebellentaler, die der Herzog aus der Welfen-Dynastie auf die Auseinandersetzung mit einigen Adelsfamilien seines Landes prägen ließ, die am Reichshof Klage gegen ihn führten. Der Spott des Herzogs richtete sich gegen die Geschlechter Steinberg, Stockheim und Saldern: Das Gepräge zeigt einen von einem Engel gekrönten L
Luigino
Bei der Luigino handelt es sich um eine historische Münze aus dem Oberitalien des 17. Jahrhunderts. Sie zählt zur Kategorie der Billonmünzen, welche in der Numismatik Münzen mit Silber-Kupfer-Legierungen in verschiedenen Zusammensetzungen bezeichnet. Dabei ist charakteristisch für die Münzen, dass der Silbergehalt weniger als 50 Prozent beträgt. Auch kommen häufig andere unedle Metalle in Billonmünzen vor – zumeist Zink und Zinn.
Entstehungsgeschichte
Der Luigino entstand erstmalig n...
Lulab
Sakraler Wedel aus verschiedenen Zweigen, den die Juden beim Laubhüttenfest verwenden. Er ist auf antiken Münzen und auf modernen Geprägen Israels abgebildet.
Luna
Römische Mondgöttin, in Entsprechung zur griechischen Selene oder in Synkretismus mit Diana Lucifera. Sie erscheint relativ selten auf römischen Münzen, meist zusammen mit Sol, mit dem sie in der römischen Kaiserzeit die Wagenrennen im Circus Maximus beschirmt. Auf Münzen von Julia Domna und Gallienus wird Luna zum ersten Mal beischriftlich genannt. Sie lenkt den Wagen einer Biga und trägt eine Lunula (Mondsichel) als Kopfschmuck. Manchmal kommen auch Sterne ...
Lunula
Bezeichnung der Mondsichel, die auf antiken römischen Münzen zunächst als Beizeichen über dem Haupt der Luna schwebend oder an deren Stephane (Kranz) befestigt dargestellt ist. In der Regierungszeit des Kaisers Caracalla (198-217) wird der Antoninian im Wert von zwei römischen Denaren als neues Nominal eingeführt. Als Zeichen des Doppelwerts erscheint im Zusammenhang mit der Darstellung männlicher Mitglieder der Kaiserfamilie die Strahlenkrone, ursprünglich ein Attribut des Sonnengottes ...
Luschburger
Volkstümliche deutsche Bezeichnung für luxemburgische Beischläge und Nachahmungen englischer Pfennige, die in großen Mengen unter Graf Johann dem Blinden (1309-1346) von Luxemburg geprägt wurden. Sie hatten in Westdeutschland einen schlechten Ruf und wurden dort "Lusshebournes" oder Luschburger, in England Lushburnes genannt.
Lushburnes
Zeitgenössisch "Lusshebournes" (Luxemburger) werden im englischsprachigen Raum die minderwertigen Bei- und Nachschläge englischer Sterlinge genannt, die in der Mehrzahl aus dem Raum Luxemburg stammten. Die massenhaft aus schlechtem Silber geprägten Stücke gelangten über englische Kaufleute, die im Gebiet von Flandern Handel betrieben, nach England. Dort sorgten minderwertige Nachahmungen schon zwischen 1299 und 1303 für eine groß angelegte Umprägung des englischen Penny, trotzdem nahm de...
Luxemburgischer Franc
Beim luxemburgischen Franc handelt es sich um die ehemalige Währung Luxemburgs. Die Währungseinheit wurde im Deutschen auch als Franken bezeichnet. Auf Luxemburgisch nannte man sie Frang, die Bezeichnung Franc kommt aus dem Französischen. Ein luxemburgischer Franc war unterteilt in 100 Centimes.
Eckdaten des luxemburgischen Francs
Merkmal
Beschreibung
Zeitraum
bis 2002
Abkürzung
LUF (ISO-4217-Code), Flux und lfr
Wechselkurs (fix)
1 EUR = 40,3399 LUF1 LUF = 0,0247894 EUR
Untereinhe...
Luzer
Auch Lutzer oder Lucer, bezeichnet Schillinge aus der Stadt Luzern, die im 17./18. Jh. in der Schweiz und am Oberrhein zirkulierten. Sie wurden auch von anderen schweizerischen Münzstädten (Basel, Zug, Schwyz) nachgeahmt.