Das große Reppa Münzen-Lexikon
H
177 Beiträge in dieser Lexikon KategorieH (Münzstättenzeichen)
Münzzeichen der Münzstätten Günzburg auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs 1782-1805, Darmstadt auf Münzen des Deutschen Kaiserreichs (1872-1882) und La Rochelle auf französischen Münzen (1539-1837), Heaton Mint (Privatmünze in Birmingham) und Hermosillo (Mexiko).
Hackengeld
Objekte in Form einer Hacke oder einer Grabegabel, die in China während der Zhou-Dynastie (1122-255 v. Chr.) als Zahlungsmittel verwendet wurden. Das Gerätegeld wurde aus Bronze gegossen und mit Schriftzeichen versehen. In Zentral- und Westafrika, wo sich ein fast ausschließlich von Frauen betriebener Ackerbau entwickelte, war früher der Pflug unbekannt. Der Boden wurde mit Hacken bearbeitet, die sich aus dem Grabstock entwickelten. So verwundert es nicht, dass sich in ...
Hackmessergeld
Das Geld der mixtekischen Kultur in Mittelamerika, von den Spaniern Hachita de Cobre genannt. Die bronzenen und kupfernen Stücke in verschiedenen Größen und Gewichten ähneln in ihrer Form Axtklingen und finden sich auch als Grabbeigaben.
Hacksilber
Geldersatz in Form von zerkleinertem silbernem Schmuck, Draht, Münzen, Barren und Rohsilber. Analog zu zerhackter Bronze der Italiker( Aes rude) fand das Hacksilber im Handel Ägyptens mit Griechenland und Vorderasien im 6. bis 4. Jh. V.Chr. Verwendung. Im frühen Mittelalter finden sich Hacksilberschätze im Ostseeraum, im Gebiet östlich der Elbe, also in Polen, Russland und Skandinavien. Dort diente vorgewogenes Hacksilber (neben Silberbarren) im Handel zur Bezahlung von ...
Hadersfelder Notgeld
In der inflationären Zeit nach dem ersten Weltkrieg gab die österreichische Gemeinde Hadersfeld im Wienerwald Geld in Form von Sperrholzplatten aus, die von Holzfabriken der Umgebung hergestellt wurden. Die bebilderten Holzstücke sind mit Angaben zu Wert und Einlösungszeitraum versehen.
Hades
Griechischer Gott der Unterwelt und Herrscher des Totenreichs. In der Spätantike verschob sich die Bedeutung und bezeichnete den Ort der Toten. Auf griechischen Münzen der römischen Kaiserzeit finden sich Darstellungen des Hades im Synkretismus mit Serapis, der ebenfalls als Attribut den Polos trägt. Manchmal zeigt ihn das Münzbild mit Kerberos, dem dreiköpfigen Höllenhund, einige phrygische Münzen stellen den Raub der Persephone dar.
Hagenauer Ratsgeld
Bezeichnung für die guthaltigen Batzen, die der Stadtrat der elsässischen Reichsstadt Hagenau nach der Kipper- und Wipperzeit ausbringen ließ. Die Stücke zeigen die Rose im Wappen der Stadt.
Hagenauer, Friedrich
Deutscher Medailleur der Renaissance, der meist einseitige gegossene Medaillons anfertigte, die durch meisterhafte Porträts bestechen. Die frühen biographischen Daten sind unbekannt, wahrscheinlich stammte er aus Straßburg. Zum ersten Mal in Erscheinung tritt er als Künstler 1525/26 in München, 1527 wechselte er nach Augsburg. Dort schuf er eine Reihe von Personenmedaillen auf Augsburger Persönlichkeiten aus dem Bürgertum. Der Augsburger Reichstag von 1530 gab...
Hahnenkämme
Zeitgenössische Bezeichnung für die brandenburgischen 2-Pfennig-Stücke, die von 1670 bis 1700 in der Münzstätte Minden geprägt wurden. Das Volk verspottete die beiden Palmzweige, die ein Zepter auf der Rs. der Münze umgaben, als Hahnenkämme.
Hahnrei-Medaillen
Sammelbegriff für erotisch-satirische Spottmedaillen, die sich auf die Hahnreischaft beziehen. Hierzu zählen z.B. die privaten Nürnberger Medaillen des 17. Jh., die auf der einen Seite einen auf einem Hahn reitenden Mann mit Geweih zeigen, auf der anderen Seite eine Truhe mit der Inschrift "Das kommt in die Hahnrey-Lade". Münzcharakter haben die Hahnrei-Taler des vom dänischen König Christian IV. eingesetzten Kommandanten der Festung Wolfenbüttel, Philip Reinha...
Haie d'or
Beiname der seltenen niederländischen Goldmünze, die Wilhelm IV. (1404-1417) im Hennegau ausbrachte. Die Benennung ist vom frz. Haie (Hecke) abgeleitet, die auf der Vs. des Münzbildes den Engel mit Schild umgibt. Wilhelm IV. ließ die Hecke wohl in Erinnerung an die Belagerung der Festung Hagestein 1406 auf seine Münzstempel schneiden. Die offiziell als Ange d'or oder Thuyne d'or bezeichneten Stücke zeigen auf der Rs. das Blumenkreuz mit Doppeladler und Löwe in den Winkeln. Die Umschrift z...
Haj Pilgergeld
Banknoten des moslemischen Staates Pakistan, die speziell für die religiöse Pilgerfahrt (Haj) nach Mecca (Saudi-Arabien) ausgegeben werden. Zur Unterstützung der Pilgerreise, die jeder gläubige Moslem mindestens einmal im Laufe seines Lebens unternehmen sollte, gibt der pakistanische Staat mehrsprachige Noten zu 10 und 100 Rupien heraus, deren Gebrauch auf die Pilgerfahrt beschränkt ist.
Halala
Kleine Münzeinheit Saudi-Arabiens seit 1964. 100 Halala = 1 Saudi-Riyal. Bis 1963 wurde in der Republik Jemen die Kleinmünze aus Kupfer ausgeprägt. 80 Halala = 40 Buqsha = 1 Jemen-Riyal.
Halbbatzen
Im ausgehenden 16. Jh. wurden im oberrheinischen Kreis des Römisch-Deutschen Reichs Halbbatzen im Wert von 2 Kreuzern in großen Mengen geprägt. Neben den 3-Kreuzer-Stücken dienten auch sie zur Bezahlung der Heere. Denn nur mit der Prägung von Scheidemünzen ließen sich die großen finanziellen Aufwendungen für die Heere ohne Verluste bewältigen. Vor allem die Grafen von Salm, Solms und die Stadt Worms gaben so große Mengen an Halbbatzen a...
Halbbrakteaten
Anderer Ausdruck für Dünnpfennige, die im Gegensatz zu den Brakteaten aber noch zweiseitig geprägt wurden.
Halber Gulden
Halbstück des Guldens, das aber nie in so großen Mengen ausgeprägt wurde wie das ganze Guldenstück. Mit dem Beitritt des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg zum Zinnaischen Münzvertrag Kurbrandenburgs und Kursachsen einigten sich besagte Länder auf die Ausprägung eines Zweidritteltalers, der als Gulden bezeichnet wurde, und auf die Ausprägung seines Halbstücks, das die Wertangabe 1/3 (Taler) trug. Auch nach dem etwas leichteren Leipziger Münzfuß (1690) blieb diese Wertrelation bestehen....
Halber Silbergroschen
Preußische Billonmünze, die seit 1821 geprägt wurde. Die Vs. Zeigt den Kopf des Königs, die Rs. Ist beschriftet mit "60 einen Taler" (oben) und "Scheidemünze" (unten), im Feld "1/2 Silbergroschen", darunter die Jahresangabe.
Halber Taler
Das Halbstück des Talers ist wegen der hohen Prägekosten nur in wenigen silberreichen deutschen Staaten (z.B. Sachsen, Braunschweig) geprägt worden, und das in weit geringeren Mengen als die ganzen Talerstücke.
Sachsen-Weimar-Eisenach, Avers des 1/2 Talers 1764
Hälbling
Helling
Bezeichnung des Halbstücks des mittelalterlichen Denars, weit seltener als dieser geprägt. Auch als Helling, Obol oder Schärf bezeichnet.
Halbschoter
Groschenmünze des Deutschen Ordens, die im Wert von 16 Pfennigen unter dem Großmeister Winrich von Kniprode im Jahr 1370 in Ostpreußen eingeführt wurde. Die Stücke zeigen auf der Vs. den Großmeisterschild in 5-bogiger Einfassung, auf der Rs. das Blumenkreuz im Vierpass. Die Benennung leitet sich von Schoter (auch Skot, Schot) ab, ursprünglich ein osteuropäisches Silbergewicht und eine Rechnungsmünze (1/24 Kulmische Mark) in Preußen, Polen und...
Haler
Von Heller abgeleitete Bezeichnung für die kleine Münzeinheit der Tschechoslowakei, die seit 1993 in zwei völkerrechtlich unabhängige Staaten, die Tschechische und die Slowakische Republik, getrennt ist. 100 Haleru bzw. Halierov = 1 tschechische bzw. slowakische Koruna (Krone).
Half Cent
Kleinste US-amerikanische Münze im Wert eines halben Cents, die von 1793 bis 1857 ausgegeben wurde. Das Halbstück des Large Cent wurde in Kupfer ausschließlich in der Münzstätte Philadelphia geschlagen. Ursprünglich war ein Gewicht von 132 grains vorgesehen, das aber noch vor Prägebeginn auf 104 grains (6,74 g) reduziert und 1795 endgültig auf 84 grains (5,44 g) gesetzt wurde. Nach den verschiedenen Entwürfen der Liberty auf den Vs.n unterscheidet ma...
Half Dime
US-amerikanische Kleinsilbermünze im Wert von 5 Cents, die als Halbstück des Dime 1794 eingeführt wurde. Der erste Typ zeigt auf der Vs. die Freiheitsgöttin (Liberty) mit wehendem Haar, darüber LIBERTY umgeben von 13 Sternen, auf der Rs. den naturalistischen Adler. Dieser Dime wechselt häufig das Münzbild: Die Liberty ist mit drapierter Büste (Draped Bust) oder phrygischer Mütze (Liberty Cap) dargestellt, die Anzahl der Sterne wechselt, die Adlerdarst...
Half Dollar
Halbstück des US-amerikanischen Dollar, das 1794 im halben Gewicht des ganzen Stücks auch als Liberty-Typ eingeführt wurde. Seit 1837 mit sitzender Liberty, die phrygische Mütze in Händen haltend. Auf den nach ihrem Designer benannten Barber-Half-Dollar (1892-1915), der den belorbeerten Kopf der Liberty zeigt, folgt der Typ "Walking Liberty". Seit 1948 zeigt das Münzbild Benjamin Franklin und die Freiheitsglocke (Franklin-Half), seit 1964 John F. Kennedy und das große Staatssiegel (Kenned...
Half Eagle
Goldmünze der Vereinigten Staaten von Amerika zu 5 Dollars, das Halbstück des goldenen US-amerikanischen Eagle, beide seit 1795 geprägt. Der Half Eagle zeigt auf den Rs.n immer verschiedene Adler-Darstellungen (Eagle), die Vs.n zeigen bis 1907 verschiedene Liberty-Darstellungen, die 1908 vom Kopfbild eines Indianerhäuptlings (Indian Head) abgelöst wurden.
Half Groat
Englische Silbermünze zu 2 Pence, deren Einführung als Halbstück des Groat mit der regelmäßigen Ausprägung des Einfachstückes im Jahr 1351 zusammenfällt.
Half Penny
Gelegentliche Prägungen des Halbstücks des Penny gab es schon im frühen Mittelalter. König Edward I. (1272-1307) führte dann den Half Penny in Form des verkleinerten Pennystücks zusammen mit dem Farthing in das englische Münzwesen ein. Die Kleinsilbermünzen wurden bis in die Mitte des 17. Jh.s geprägt. Zur Zeit des Commonwealth wurde die Prägung des Kleingelds sehr vernachlässigt, obwohl die großen Mengen der umlaufenden Token bezeugen, dass eine enorme Nachfrage nach Kleingeld in En...
Halfcrown
1. Die goldene Halfcrown zu 2 Shillings 6 Pence wurde im Jahr 1526 als Halbstück der Crown of the Double Rose in der zweiten Münzperiode Heinrichs (Henry) VIII. in England eingeführt. Sie wurde bis in die zweite Münzperiode (1604-1619) unter König Jakob (James) I. weitergeprägt.2. Mit der Einführung der englischen Crown in Silber (1551) wurde auch ihr Halbstück als Silbermünze von König Edward VI. (1547-1553) eingeführt. Die Halfcrown hielt ...
Halifax Currency
Bezeichnung der nordamerikanischen Währung, die im 18. Jh. im Gebiet der kanadischen Provinz Neuschottland galt. Sie bewertete den Piaster mit 5 Shillings statt dem sonst üblichen Kurs von 4 Shillings 6 Pence.
Haliotis
Aus den perlmutthaltigen Scheibchen des Gehäuses der Haliotisschnecke (Meerohr) stellten die Indianer vom Stamm der Pomos Geldschnüre und Schmuck her. Die Pomos waren an der amerikanischen Pazifikküste im Nordwesten der heutigen USA beheimatet und sind auch als Hersteller des Dentaliumgelds bekannt. Die Haliotidae, die auch als schmackhafte Delikatesse gelten, finden sich in seichten Gewässern, wo sie sich mit einem Saugfuß an Steinen festhalten. Mit Meißeln aus W...
Haller
oder Häller, lat. Hallenses sind veraltete Bezeichnungen für die Heller, die ursprünglich als leichte Pfennige der Reichsmünze im schwäbischen Hall geprägt wurden.
Hamerani
Name einer Dynastie von Medailleuren und Münzgraveuren, deren Begründer Johann Andreas (gest. 1644) aus Hermannskirchen in Bayern von Papst Paul V. (1605-1621) an die Zecca (päpstliche Münze) in Rom berufen wurde. Sein Sohn Alberto (1620-1677) arbeitete unter den Päpsten Clemens IX. (1667-1669) und Clemens X. (1669-1676), die Tochter Anna als Goldschmiedin und Steinschneiderin. Ihr Bruder Giovanni (1649-1705) war der bekannteste und bedeutendste Medailleur der Familie. Er stand in den Diens...
Hammered coins
Englischer Ausdruck für handgeprägte Münzen, im Gegensatz zu milled coins (maschinengeprägte Münzen). In England haben sich viele Sammler auf das Gebiet der "hammered coins" spezialisiert. Obwohl schon im Jahr 1561 die erste Prägemaschine zur Verfügung stand, war der Widerstand der Münzarbeiter gegen die mechanische Prägung so groß, dass handgeprägte Münzen bis ins Jahr 1662 hergestellt wurden.
Hammerprägung
Handprägung
Münztechnischer Begriff zur Bezeichnung des alten Prägeverfahrens mit dem Hammer, im Gegensatz zur mechanischen Prägung. Dabei wurde die Ronde in den festgesetzten Unterstempel (Stock) gelegt, darauf kam der Oberstempel (Eisen), auf den mehrere Schläge mit dem Hammer ausgeführt wurden. Dadurch entstanden häufig Doppelprägungen. Eine Verbesserung erfuhr das Herstellungsverfahren durch die Verwendung von Prägezangen. Die Einführung des Klippwerks stellte eine weitere Verbesse...
Handelsmünzen
Münzen, die im Herstellungsland selbst zwar meist kein gesetzliches Zahlungsmittel sind, aber sich im überregionalen Handel zu beliebten Zahlungsmitteln entwickelt haben oder speziell dafür geprägt wurden. Schon in der Antike wurden Prägungen griechischer Staaten in den Nachbarstaaten als Zahlungsmittel benutzt. Beispielsweise waren die Eulen von Athen in anderen griechischen Staaten und im gesamten Mittelmeerraum als Zahlungsmittel verbreitet. Zur Zeit des Römischen Kaiserreichs wurden au...
Handelsperlen
Sammelbegriff für Schmuckperlen, die als Zahlungsmittel im Handel zwischen verschiedenen Kulturen dienten. Sie waren aus verschiedenen meist minderwertigen Materialien, häufig aus Glas( Glashandelsperlen). Dabei wurden die Perlen von überlegenen Geschäftspartnern in Europa, Arabien oder China hergestellt und als Währung zum Kauf wertvoller Rohstoffe bei sog. primitiven Kulturen in Afrika oder der Südsee verwendet. Die sog. Naturvölker schätzten die Handels...
Händleinheller
Händelheller
Auch Händelheller, bezeichnet die Haller Pfennige oder Heller. Die Münzen erhielten ihren Namen nach der Darstellung der offenen Handfläche auf dem Münzbild.
Hannover Sovereign
Spottmedaille von 1837 auf Ernst August II., Herzog von Cumberland und seit 1837 König von Hannover. Die Medaille zeigt auf der Vs. Königin Victoria, auf der Rs. einen Reiter (den Herzog) und einen Drachen (Katholizismus), darüber die Schrift "TO HANOVER". Ernst August hatte sich als Führer der Ultrakonservativen im britischen Oberhaus unbeliebt gemacht, vor allem, indem er die Emanzipation des Katholizismus forderte. Als der Herzog 1837 den Thron von Hannover bestieg, machte...
Hansatsu
Bezeichnung für das im feudalen Japan dezentral ausgegebene Papiergeld , das zwischen 1680 und der Zeit der Meiji-Restauration (1868-1902) im Umlauf war. Bis auf drei kurzzeitige zentrale Ausgaben der Regierung wurden praktisch alle Noten dezentral ausgegeben. Es soll sich um etwa 1700 verschiedene Typen des Hansatsu gehandelt haben.
Hao
Bezeichnung für das 10-Cent-Stück in Hongkong. Nach anderer Transkription auch Chiao. 10 Hao = 1 Hongkong-Dollar (Yuan)
Haraldsslåtten
Spottname für die minderwertigen Silbermünzen aus der späten Regierungszeit des Königs Harald III. Hardrådi (der Harte) von Norwegen (1047-1066). Mit einem Feingehalt von 500/1000 waren sie praktisch zu Billonmünzen herabgesunken. Die Legenden der barbarisierten Münzen sind meist unleserlich. Seltene Stücke waren mit Runen beschriftet (vgl. Runenmünzen). Sie zählen damit zu den wenigen Münzen des Mittelalters, die nicht in lateinischer Sprache beschriftet sind. Die Bezeichnung Harald...
Hard Time Tokens
US-amerikanische Tokens, die privat in den Jahren 1833-1844 ausgegeben wurden. Da die Herausgabe in die Zeit der tiefen amerikanischen Depression nach 1837 fiel, werden sie Hard Time Tokens genannt. Die Stücke waren meist kupfern, einige Stücke ähnelten den regulären großen Centstücken ( Large Cent). Manche Hard waren als Spott-Tokens auf Präsident Andrew Jackson gedacht und bezogen sich satirisch auf die damalige Auseinandersetzung zwischen dem Präsidenten und der Bank of the United Sta...
Hardhead
Schottische Billonmünze zu 1 1/2 Pence, die Königin Mary Stuart im Jahr 1555 einführte. Unter König James VI. (1567-1625) wurde die Prägung fortgeführt und der Wert auf 2 Pence erhöht. Die Benennung leitet sich von dem französischen Hardi ab.
Hardi d'argent
Von den englischen Königen in Aquitanien im 14. Jh. geprägte Silbermünze im Wert von 3 Deniers tournois, die dann die französischen Könige in der zweiten Hälfte des 15. Jh.s und in der ersten Hälfte des 16. Jh.s nachahmten, zuletzt König Franz (François) I. (1515-1547).
Hardi von Aquitanien, Eduard "der schwarze Prinz"(1355-1375)
Hardi d'or
Beiname der seltenen niederländischen Goldmünze, die Wilhelm IV. (1404-1417) im Hennegau ausbrachte. Die Benennung ist vom frz. Haie (Hecke) abgeleitet, die auf der Vs. des Münzbildes den Engel...
Harington Tokens
Englische Kupfertokens im Wert eines Farthing, nach Lord Harington von Exton benannt, der die Prägeerlaubnis im Jahr 1613 von König Jakob (James) unter der Bedingung erhielt, den König am Münzgewinn zu beteiligen. Die Prägelizenz wurde später vom Herzog von Lennox übernommen. Da ihr Kupferwert nicht dem Nominalwert entsprach, waren die minderwertigen Tokens unbeliebt.
Harnisch
Teil der Rüstung zum Schutz des Oberkörpers des Ritters. Der Harnisch besteht aus zwei Teilen, dem Brust- und Rückenstück. Diese bestanden in der Antike meist aus Bronze, seit dem 13. Jh. wurden sie aus Eisenplatten und -ringen gefertigt. Die Darstellung der Herrscher im Harnisch (geharnischt) auf Münzbildern entfaltete im Zeitalter des Barock ihre Blüte und sollte die Wehrhaftigkeit und Stärke des Fürsten ausdrücken.
Harps
Beiname der irischen Groats und ihrer Halbstücke, die unter König Heinrich (Henry) VIII. etwa seit 1535 mit der Darstellung einer Harfe (engl.: harp) erschienen. Es sind die ersten Münzen überhaupt, die auf dem Münzbild das irische Symbol zeigen, das seitdem auf vielen irischen Münzen dargestellt ist. Diese Tradition wurde auch von der Republik Irland beibehalten. Die Harfe bedeutete in der Mythologie die Brücke zwischen Himmel und Erde.Außerhalb Irland...
Harpyien
Sturm- und Todesdämonen der griechischen Mythologie, die meist als Vögel mit Menschenkopf dargestellt sind. Die Darstellung von Harpyien findet sich auf antiken Elektron-Münzen von Kyzikos (Kyzikenern) sowie im Wappen von Ostfriesland (Harpyienschild).
Darstellung einer Harpyie auf einem Taler von Ostfriesland
Hartgeld
Hartgeld, auch bekannt als Münzgeld, bezeichnet volkstümlich in der Numismatik und im allgemeinen Finanzwesen Kleingeld und Münzen, die aus Metall geprägt sind. Im Gegensatz zu Banknoten – Papiergeld – oder elektronischem Geld besteht Hartgeld aus physischen, festen Materialien, meist aus Metallen wie Gold, Silber, Kupfer oder neueren Legierungen.
In der Numismatik, der Wissenschaft, die sich mit Münzen und Medaillen beschäftigt, hat Hartgeld eine besondere Bedeutung. Sammlermünzen in...
Härtung
Verfahren zur Verfestigung und Erhöhung der Verschleißfestigkeit bei Münzen sowie von Präge- und Stanzwerkzeugen aus gehärtetem Stahl. Letztere werden in Härteöfen auf eine hohe Temperatur erhitzt (über 750° C) und anschließend rasch in Wasser, Mineralölen oder Luft abgekühlt (abgeschreckt). Durch diese Behandlung entstehen Spannungen im Werkstück, die eine Sprödigkeit des Stahls verursachen. Um dies auszugleichen, wird das Werkstück angelassen, d.h. in einem Anlassofen auf höchs...
Hat Piece
Seltene schottische Goldmünze, die König Jakob (James) VI. im Jahr 1591 im Wert von 4 (schottischen) Pounds prägen ließ. Die Benennung Hat-Piece (Hutstück) geht auf die Darstellung eines bemerkenswert hohen Hutes zurück, den der König trägt. Links neben der Hutkrempe zeigt die Vs. der Münze die schottische Distel. Die auch etwas seltsame Rs. zeigt einen sitzenden Löwen, der mit der Pfote ein Zepter in eine Wolke hält, darüber in hebr&a...
Hau
Münzeinheit des Archipels Tonga seit Einführung des Dezimalsystems 1967. 100 Pa'anga = 1 Hau. Dabei ist der Pa'anga (Tonga-Dollar) in Währungsparität mit dem australischen Dollar (1:1) eigentlich die Währungseinheit, die Bezeichnung Hau findet nur für Gedenkmünzen und Proben Verwendung. Die ersten Viertel-, Halb- und Einfachstücke zur Krönung des Königs Taufa'ahau Tupou IV. von 1967 tragen die Randschrift "Historically the first Palladium Coinage...
Hauptseite der Münze
Als Haupt- oder Vorderseite der Münze wird die staatsrechtlich bedeutendere Seite der Münze bezeichnet, im Gegensatz zur Rückseite. Bei Münzen monarchischer Staaten zeigt die Hauptseite stets das Bild, den Namen oder das Monogramm des Herrschers. Wenn diese Elemente auf die beiden Seiten verteilt sind, so wird nach oben genannter Reihenfolge entschieden. Münzen republikanischer Staaten zeigen auf der Vs. entweder die Landes- oder Stadtbezeichnung, das Wappen oder ersatzweise ein anderes Sym...
Hausgenossenschaft
Als der König im Mittelalter (vor allem im 11. Jh.) das Münzrecht an weltliche und geistliche Herrscher übergab, mussten die neuen Münzherren eine Organisationsform für die Münzbetriebe finden. Dabei stellte sich für die Münzherren, die auf ihrem Herrschaftsgebiet nicht genügend Metallvorkommen hatten, das Problem der Rohstoffbeschaffung für die Münze. Zur Beschaffung des Rohmaterials, später auch zur Aufsicht und Leitung der Prägu...
Hausknechtstaler
Bezeichnung für die Talermünzen, die Herzog August d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel in den Jahren 1653 bis 1666 prägen ließ. Die Benennung entstand als Spott auf das Münzbild, das den Wilden Mann zeigt, der die Tanne quer vor sich hält, als würde er Hausknechtsarbeit für den Landesherrn verrichten. Die Umschrift zeigt das Motto des Herrschers "ALLES MIT BEDACHT". Auf der Vs. ist das Wappen mit reichlich Helmzier dargestellt.
Hazienda-Token
Münzähnliche Privatmarken, die in Mittel- und Südamerika von Großgrundbesitzern an die Arbeiter zur Bezahlung der Löhne ausgegeben wurden und immer noch werden. Viele Stücke tragen den Namen der Großgrundbesitzer auf ihrem Gepräge. Das private Kleingeld diente der Behebung des Kleingeldmangels in den dünn besiedelten Regionen. Da sich die Güter in Mexiko und Argentinien über mehrere hundert Quadratkilometer erstrecken und deren Besitzer &u...
Heaume d'argent
Französische Groschenmünze, die König Karl (Charles) VI. (1380-1422) im Jahr 1420 im Wert von 20 Denier tournois einführte. Die Vs. zeigt einen Helm auf dem Lilienschild, die Rs. das Blumenkreuz. Auch Johann von Heinsberg (1419-1455) ließ für Lüttich Heaume schlagen.
Heaume d'or
Flandrische und französische Goldmünzen, die einen Helm (frz.: heaume) auf dem Münzbild zeigen. Zuerst ließ Louis de Male (1346-1384) von Flandern den Vieil Heaume d'or 1367/68 in Gent prägen. Er zeigt auf der Vs. das von 2 Löwen gehaltene behelmte Schild, auf der Rs. die Initiale D im Vierpass in der Mitte eines Kreuzes, das Ganze im Spitzachtpass. Mit einem Gewicht von fast 7 g war der Heaume d'or die schwerste Münze des Grafen. Es gab auch Drittelstück...
Hebräermünzen
oder Ulfeldtsche Münzen, nach dem Namen des dänischen Reichshofmeisters Ulfeldt, war die Bezeichnung für dänische Kriegsmünzen, die König Christian IV. (1588-1648) in den Kriegsjahren 1644/45 ausgeben ließ. Dabei handelt es sich um minderwertige, später herabgesetzte 2- und 1-Mark-Stücke sowie um Stücke zu 4 Skilling. Sie zeigen auf der Rs. die Schrift IUSTUS/Jehova in hebräischer Schrift /IUDEX (Der Herr ist ein gerechter Richter),wohl als...
Heckenmünzen
Bezeichnung für illegale Münzstätten seit dem Mittelalter. Nicht nur Personen, die gar kein Münzrecht hatten, sondern auch einige Münzherren betrieben nebenbei Heckenmünzen oder ließen in den legalen Münzstätten minderwertige Beischläge beliebter Münzen prägen, indem sie z.B. das Metall guthaltiger Münzen einschmolzen, mit Kupfer streckten und daraus minderwertige Münzen prägten. Durch Weißsieden konnte die Minderwertigkeit der Legierung zumindest oberflächlich verdeckt werden. ...
Hedeby-Münzen
Bezeichnung der ersten in Skandinavien hergestellten Münzen, die nicht wie früher angenommen aus Birka, sondern aus Hedeby stammten. Beide Städte lagen am Handelsweg von Dorestad am Rhein (bei Utrecht) nach Russland (Nowgorod). Nach der Zerstörung Dorestads ahmten die Wikinger einfach die karolingischen Münzen nach: ohne Münzbild, auf der Vs. die Schrift CARO/LUS, auf der Rs. DOR/STAT. Es gab auch einige Stücke mit Tier- und Schiffsdarstellungen. Das übliche Zahlungsmittel blieb aber Hac...
Hedlinger, Johann Carl
Stempelschneider und Medailleur schweizerischer Herkunft (Schwyz), der nach einem kurzen Aufenthalt an der Pariser Münze (1717) als Hofmedailleur in Stockholm (1718-1745) die Stempel vieler schwedischer Münzen schnitt und etwa 150 Medaillen schuf. Hedlinger gilt als der wohl bedeutendste Medailleur des 18. Jh.s. Neben seinen Selbstbildnissen zählen die Porträts von Karl XII. von Schweden, Maria Theresia von Österreich und Georg II. von England zu seinen berühmtesten...
Heilandstaler
1. Nach dem rückseitigen Motiv der Auferstehung Christi benannte Talermünze aus der Regierungszeit des Fräuleins Maria von Jever (1536-1575). Die Vs. zeigt den Löwen von Jever.2. Sammlerbezeichnung der schwedischen Salvatortaler nach der Darstellung des Christus mit Wunden.
Heilige
Nach katholischer Kirchenlehre sind Heilige Verstorbene, die von den Lebenden verehrt und um Fürbitte bei Gott angerufen werden können. Der christliche Heiligenkult hat sich aus der Märtyrerverehrung der Urkirche entwickelt, wobei die Beliebtheit des Verstorbenen beim gläubigen Volk die entscheidende Rolle spielte. Seit dem 4. Jh. v. Chr. baute man Kirchen, die die Reliquien der Heiligen aufbewahrte. So entstanden die Schutzpatrone für Kirchen, Klöster, Städte ...
Heiliges Jahr
oder Jubeljahr (lat.: anno jubilei) wurde zum ersten Mal im Jahr 1300 von Papst Bonifaz VIII. (1294-1303) verkündet. Es findet in regelmäßigen Abständen von 25 Jahren statt, zuletzt 1975/1976. Daneben werden auch außerordentliche Heilige Jahre verkündet, z.B. 1933/1934 zum 1900-jährigen Jubiläum des Todesjahres Christi, zuletzt 1983/1984. Die erste Münze aus diesem Anlass ließ Papst Nikolaus (1447-1455) im Heiligen Jahr 1450 prägen. Die Gepräge zeigen manchmal die Heilige Pforte, die...
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Bezeichnung für das alte Römisch-Deutsche Reich bis 1806, das aus dem ostfränkischen Reich der Karolinger entstanden ist; gelegentlich auch als Erstes Deutsches Reich, heute meist als Römisch-Deutsches Reich (abgekürzt RDR) bezeichnet. Schon Otto der Große (936-973 n. Chr.) sah die Kaiserkrone als Symbol der Herrschaft über das Römische Weltreich. Der Ausdruck "Imperium Romanum" (Römisches Reich) für das Kaiserreich, das Deutschland, Reichsitalien und Burgund umfasste, ist 1032 n. Chr....
Heitje
Volkstümliche Bezeichnung für das auch Quartje genannte 25-Cent-Stück in den Niederlanden.
Hekte
Im weiteren Sinn bedeutet das griechische Wort Hekte eigentlich den sechsten Teil einer Einheit. Im engeren Sinn werden die Elektronmünzen im Wert eines Sechstelstaters aus Kyzikos, Mytilene und Phokaia als Hekten bezeichnet. Sie sind teilweise inschriftlich auch so genannt. Die Hekten von Mytilene und Phokaia wiegen etwa 2,6 g. Dabei sind die Münzen aus künstlich hergestelltem Elektron nach einem heute verlorengegangenen Münzvertrag zwischen beiden Städten geprägt worden. Die phokaisch-m...
Helfferich, Dr. Karl
Der Politiker und Finanzwissenschaftler entwickelte als Staatssekretär im Finanzministerium im Sommer 1923 den Plan einer Roggenwährung zur Überwindung der die Wirtschaft lähmenden Inflation. Da eine Goldwährung aufgrund zu geringer Goldreserven undurchführbar war, schlug der Reformer vor, auf eine Roggenmark, die 5 kg Roggen entsprach, auszuweichen. Die etwas abgeänderten Vorschläge Helfferichs führten zur Einführung der Rentenmark durch Schacht.
Medaille auf ...
Helfricht Friedrich Ferdinand
Stempelschneider und Graveur an der Münze in Gotha. Zeitweilig Mitarbeiter an der Medaillenanstalt von Loos in Berlin. Seine Arbeitumfasst mehr als 150 Medaillen, Münzen, Petschaften, darunter zählen seine Porträtmedaillen auf berühmte sächsische Zeitgenossen.
Helios
Griechischer Sonnengott, der im Vergleich zu anderen Kulturen (z.B. Re in Ägypten) in Griechenland nicht kultisch verehrt wurde. Eine Ausnahme ist die Stadt Rhodos auf der gleichnamigen Insel im Mittelmeer, deren kultische Verehrung des Helios in dem Koloss von Rhodos (eines der sieben Weltwunder) ihren Höhepunkt fand. Auf seiner Fahrt mit dem Sonnenwagen über den Himmel tauchte er die Erde in gleißendes Licht und konnte alles sehen, was sich darauf abspielte. Helios galt als unmittelbares N...
Heller
Bezeichnung einer Pfennigmünze, die unter Kaiser Friedrich I. im ausgehenden 12. Jh. in der Reichsmünzstätte Hall (heute: Schwäbisch Hall) eingeführt wurde. Deshalb auch die Bezeichnung Haller oder Häller. Die Vs. zeigt ein Spaltkreuz und die Umschrift FRISA (Fridericus Rex Imperator Semper Augustus), die Rs. die Innenfläche einer Hand, deshalb auch die Namen Händleinsheller. Die ursprünglich ca. 0,55 g leichten Pfennige (675/1000 fein) wurden sehr schnell durch eine Trugschrift ersetzt...
Helm
1. Bezeichnung einer sehr seltenen englischen Goldmünze im Wert eines Viertelflorins, die unter Edward III. im Jahre 1344 geprägt wurde. Sie ist das Halbstück des Leopard und zeigt auf der Vs. den behelmten Leoparden, auf der Rs. das Blumenkreuz mit einem Vierpass in der Mitte.
2. Auf vielen Münzen seit der Antike erscheint der von Kriegern und Göttern getragene Kopfschutz auf Münzen. Auf griechischen Münzen wird vor allem die Schutzgöttin Pallas Athene mit hochgeschobenem Helm dargestel...
Helmdecke
Ein wohl zunächst aus praktischen Gründen auf die Schädel- und Nackenpartie gelegtes Tuch. Durch die künstlerische Gestaltung entwickelte sich die Helmdecke zu einem beliebten Ornament der Heraldik, da die Helmdecke den Künstlern eine größere Freiheit ließ als beispielsweise die strenge Form des Schildinhaltes.
Helmpfennige
Im weitesten Sinn bezeichnet der Ausdruck alle Pfennige mit einem Helm im Münzbild. Im Besonderen wurden die von Kurfürst Friedrich I. (1415-1440) in Frankfurt/Oder für die Mark Brandenburg geprägten Hohlpfennige und die seit 1322 geprägten Pfennige der hannoverschen Stände als Helmpfennige bezeichnet.
Helmzier
Schon seit der Antike trugen die Krieger als Verzierung Rosshaarbüsche auf dem Helm. An verschiedenen Stellen des Helms finden sich Ornamente: Bei den Griechen waren vor allem die Sphinx, Skylla, Charybdis und andere mythologische Figuren sowie Schlangen, Greife und sonstige Untiere beliebt, die den Feind schrecken sollten. Daneben finden sich auf römischen Helmdarstellungen Flügel. Im Mittelalter erlangten die vor allem im Römisch-Deutschen Reich zahlreich geführten Hel...
Helvetica Münze
Eine Einführung in die Schweizer Numismatik
Die Helvetica Münze ist ein faszinierendes Stück Schweizer Geschichte und ein bedeutendes Sammlerstück in der Welt der Numismatik. Sie verbindet kunstvolle Gestaltung mit historischem und kulturellem Wert und repräsentiert die Identität der Schweiz. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Geschichte, Merkmale und Bedeutung der Helvetica Münze.
Historischer Hintergrund - Confoederatio Helvetica
Die Bezeichnung „Helvetica“ oder „Helvetia“...
Hemi ...
Das griechische Hemi bedeutet halb, die mit Hemi zusammengesetzten Worte weisen also auf ein Halbstück hin.
Hemiassarion
Münze im Wert eines halben Assarion (entsprechend 1/2 römischen As). Münzen mit diesem Wert liefen zur römischen Kaiserzeit häufig in Griechenland und Kleinasien um. Die Wertaufschrift findet sich aber nur auf Münzen von Chios aus dieser Zeit.
Hemidrachme
Das Halbstück der Drachme wird als häufigstes Teilstück der Drachme angesehen, in der Regel ein Triobol. Die Silbermünze von gewöhnlich ca. 2,2 g (nach dem attischen Münzfuß) ist als Präsenzgeld bei der Volksversammlung und als Taggeld für den athenischen Richter erwähnt. In vielen griechischen Städten wurde die Hemidrachme auch als Goldmünze geschlagen.
Hemidrachme aus Elis (Achäische Liga)
Hemihekton
Halbstück der Hekte, also 1/12 Stater. Die kleine Elektronmünze aus der Zeit der frühen Münzprägung in Griechenland und Kleinasien ist wohl seltener geschlagen worden als die Hekte.
Hemilitron
Griechische Silbermünze zu einer halben Litra, von vielen Städten auf Sizilien geprägt und meist mit H gekennzeichnet. Der Hemilitron entsprach dem römischen Semis, bei Dezimalrechnung dem Quincunx. Einige sizilianische Städte gaben bronzene Hemilitra mit 6 Kugeln (Duodezimalsystem) als Wertzeichen heraus. In Tarent und Kyrene gab es in der 2. Hälfte des 4. Jh.s v. Chr. sogar kleine goldene Halblitra-Stücke im Gewicht von ca. 0,43 g.
Hemiobol
Antike griechische Münze im Wert von einem halben Obol, die später auch in Bronze gemünzt wurde. In der Stadt Cumae (Campania) ist ein goldener Hemiobol aus dem 5. Jh. v. Chr. erwähnt.
Hemipelekon
Griechische Bezeichnung des einschneidigen, metallischen Axt- oder Beilgelds, das als Tausch- und Zahlungsmittel in prähistorischer und archaischer Zeit im ägäischen Raum genutzt wurde. Seine Verwendung als Gerätegeld ist noch bis in homerische Zeit gesichert: Der Bogenschuss des heimkehrenden Odysseus trifft durch die Ösen von 12 einschneidigen Beilen. Hesychios erwähnt in seinem Lexikon Hemipelekon und Pelekys (Doppelaxt). Die Verwendung von Steinbeilen als Zahlungsmittel in prähistoris...
Hemistater
Das Halbstück des Stater ist als Goldmünze für Kyrene erwähnt, kommt aber auch in Makedonien (Philipp und Alexander der Große), Athen (Peloponnesischer Krieg), Karystos, Citium (auf Zypern) und Tarent vor.
Hemitetartemorion
Griechische Kleinmünze zu einem halben Tetartemorion, als 1/8 Obol. Das Nominal ist meistens als Bronzemünze, in Athen aber auch als winzige Silbermünze mit einem Gewicht von etwa 0,09 g geprägt worden.
Henkelkreuz
Das Henkelkreuz, ein T mit einem ovalen Henkel oben, ist ursprünglich das ägyptische Sinnbild für „Leben“ und „Leben nach dem Tod“, also Unsterblichkeit. Das Zeichen findet sich nicht auf ägyptischen Münzen, aber leicht abgewandelt auf kilikischen (südöstliches Kleinasien), karischen (südwestliches Kleinasien) und kyprischen (Zypern) Münzen des 5./4. Jh.s v. Chr. Interessant ist eine kyprische Abwandlung in Form eines Kreises mit einem Kreuz unten. Nach Regling spielte dieses Ze...
Henkelspur
Löt-, Schweiß-, oder Feilspuren, die durch Entfernung von Henkeln und Ösen der zuvor als Amulette oder Schmuck getragenen Münzen herrühren. Manchmal sind Münzen, die zuvor als Schmuck gedient haben, so selten oder einzigartig, dass sich das Zurückversetzen in den früheren Zustand trotz der Bearbeitungsspuren lohnt. Die Mängel werden in den Auktionskatalogen und Verkaufslisten vermerkt. Dazu wird meist die Abkürzung Hksp. verwendet, manchmal Zus&...
Henri d'or
Französische Goldmünze, die König Heinrich (Henri) II. in den Jahren 1550-1559 mit einem Gewicht von 3,65 g (958/1000 fein) prägen ließ. Es gab drei Typen, der interessanteste ist der Henri d'or à la Gallia, der auf der Vs. die belorbeerte Büste des Königs zeigt, auf der Rs. (im Stil des römischen Kaisers Trajan) die sitzende Gallia, umschriftlich OPTIMO PRINCIPI. Diesem Typ kamen die von Aubin Olivier entwickelten Techniken des Balanciers und des geteilten Rings (virole brisée) zugute...
Hephaistos
Auf griechischen Münzen gelegentlich dargestellter Gott des Erdfeuers und der Schmiede(kunst), dem der römischeVulcanus entspricht.
Hera
Griechische Götterkönigin, Schutzgöttin der Frauen und der Ehe, Schwester und Gemahlin des Zeus. Ein Kult breitete sich von Argos her aus, blieb aber auf Teile des Peloponnes und die griechischen Inseln der Ägäis beschränkt. Auf Münzen von Argos, Samos und Elis finden sich meist Darstellungen des Kopfes der Göttin, manchmal mit Krone. Seltener sind ganzfigürliche Darstellungen Heras anzutreffen, wie der unter König Mithradates IV. (159-150 v. Chr...
Herabsetzung
Gesetzliche Verminderung des Nennwerts einer Münze, im Mittelalter regelmäßig durch die periodischen Münzverrufungen bewirkt. Später wurde die Herabsetzung einer Münze immer dann nötig, wenn der Nennwert über den tatsächlichen Verkehrswert hinausging. Manchmal setzte man eine Münzsorte auch absichtlich unter ihren inneren Wert, um den Aufkauf zum Einschmelzen zu erreichen bzw. zu verbilligen, wie im Falle der Kronentaler.
Herakles
Antiker Held, Sohn des Zeus und der Alkmene, der durch seine Kraft, seinen Mut und seine Heldentaten und Abenteuer - vor allem durch seine im Auftrag von Eurystheus ausgeführten zwölf Taten (Dodekathlos) - zum beliebtesten Heros Griechenlands wurde. In der Mythologie wurde Herakles als Unsterblicher in den Olymp aufgenommen. Sowohl die Dorer (auf dem Peloponnes) wie auch die makedonische Königsdynastie leiteten ihren Herrschaftsanspruch mythisch durch Herkunft von Herakles ab. Deshalb verwund...
Heraldik
Historische Hilfswissenschaft des Wappenwesens, bestehend aus der Wappenkunde, der Lehre von den zwischen dem 12. und 16. Jh. auf den Schilden getragenen Wappen, der Wappen- oder Heroldskunst, die sich mit der Darstellung der Wappen beschäftigt und dem Wappenrecht, das den Fragen nach Wappenfähigkeit und Recht auf Wappen nachgeht. Der Begriff leitet sich von Herold ab, der die heraldischen Regeln kannte, an die sich die Ritter bei Turnieren und Ritterspielen (bis zum Ende des 16. Jh.s)...
Heraldische Farben
Um die Farben der Wappen im Schwarzdruck darstellen zu können, wurden verschiedene Schraffierungen festgelegt, die in der Fachsprache Tinkturen genannt werden.
Heringe
Volkstümliche Bezeichnung für die Dreier (Dreipfennig-Münzen) des Herzogs Ulrich von Württemberg (1498-1519), die um 1509 in Schwaben in großen Mengen im Umlauf waren. Die Benennung geht auf die Deutung zweier springender Fische als Heringe im Münzbild zurück. Dabei handelt es sich um das Wappen der Herrschaft von Mömpelgard, die 1503 in den Besitz des Herzogs kam.
Herkules
Lateinischer Name des Herakles, der als Schutzgott der griechischen Kaufleute und durch die Etrusker (Hercle) Eingang in die römische Götterwelt fand. In latinisierter Form ist er als unbezwingbarer (invictus) Siegesgott (Victor) auf Münzbildern der Kaiserzeit dargestellt.
Herkulesgruppe
Nach Einführung des Franc wurde 1795 in Frankreich als erste Münze mit der Bezeichnung Franc das 5-Francs-Stück geprägt. Sein Münzbild zeigt die Herkulesgruppe (Umschrift: UNION ET FORCE). Die Gruppe wird dominiert von dem mit dem Löwenfell dürftig bekleideten Herkules (Sinnbild der Stärke), der die sich die Hand reichenden weiblichen Personifikationen der Freiheit (mit phrygischer Mütze) und Gleichheit (mit Waage) beschützt. Der vonAugustin Dupré geschaffene Typ war ursprünglich auc...
Hermes
Griechischer Götterbote, Gott der Reisenden, Kaufleute, Diebe, Hirten, Straßen und Wege. Der Sohn von Zeus und Maia führte auch die Seelen in die Unterwelt, erfand die Lyra und war Gott der Rhetorik. Seit der klassischen Zeit stellte man sich Hermes jugendlich-sportlich vor und sah ihn auch als Schutzgott der Jugend und der Gymnasien; in hellenistischer Zeit nimmt er als Hermes Trismegistos (in Synkretismus mit dem ägyptischen Thoth) Züge als Stifter der Wissenschaften,...
Heroldsbilder
Wappenfiguren, die aus abstrakten Formen oder durch geometrische Einteilung des Schildfeldes gewonnen werden.
Heros
Bei Homer zunächst Herren, Krieger und Helden wie Achill, später auch Halbgötter, z.B. Herakles, die ähnlich wie die christlichen Heiligen kultisch verehrt werden. Es bildet sich ein lokaler Heroenkult, fast jede Stadt (Polis) hat ihren Heroen. Dabei wird vom Namen der Stadt ausgehend nachträglich ein Heros geschaffen, der auch ein Wohltäter (Arzt) sein kann. In hellenistischer Zeit schwindet die Unterscheidung zwischen Heroen und Göttern, selbst lebende Herrs...
Herzog
Das Wort stammt aus dem ahd. herizogo, der mit dem Heer auszog (lat. dux), bei den germanischen Stämmen ein nur für die Dauer des Krieges gewählter Heerführer. Im Frankenreich wurden die Herzöge genannten Herrscher von Alemannien, Aquitanien, Bayern und Thüringen zur Bedrohung für den König. Von den Karolingern unterworfen, bildeten sich an den Rändern des Reichs zum Ende der Karolingerzeit halbsouveräne Stammesherzogtümer (Bayern, Schwaben,...
Herzschild
Wenn zwei oder drei Schilde aufeinander gelegt sind, wird der kleinste Schild, der zugleich meist auch das älteste bzw. wichtigste Wappen trägt, Herzschild genannt.
Hexagrammon
Byzantinische Silbermünze, die von Herakleios (610-641 v. Chr.) im Wert von 1/12 Solidus eingeführt wurde. Die Münzsorte im Gewicht von 6 Skrupeln (ca. 6,6 g) hielt sich bis ins beginnende 8. Jh.
Hibernia
Die lateinische Bezeichnung für Irland findet sich auf irischen Münzen bis ins beginnende 19. Jh. als Landesbezeichnung (heute Eire).
Hiberno-Norse Coins
Englische Bezeichnung für die Nachahmungen der englischen Denare, die die norwegischen Wikinger in Irland schlugen. Es handelt sich meist um stark barbarisierte Imitationen der Prägungen des englischen Königs Ethelred II. (978-1016). Die Schrift der barbarischen Nachprägungen ist entweder unleserlich oder nachgemacht, sodass sie den betreffenden englischen König nennt, der auf den Vorbildern vorkommt. Die Qualität der imitierten Münzbilder ist teilweise so schlecht, dass Porträts durch d...
Hidschra
Hedschra
Auch Hedschra, bezeichnet die Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina im September des Jahres 622 v. Chr. Der 1. Tag der mohammedanischen Zeitrechnung (nach Mondjahren) ist auf den 16. Juli 622 unserer Zeitrechnung festgelegt und wird international mit A. H. (Anno Hegirae) abgekürzt.
Hilaritas
Römische Personifikation der Heiterkeit mit den Attributen Füllhorn, Palmzweig, gelegentlich auch Zepter oder Patera, manchmal von einem oder zwei Kindern umgeben. Sie findet sich auf Münzen der römischen Kaiserzeit seit Hadrian (117-138 v. Chr.), oftmals auf Münzen der Kaiserinnen.
Darstellung der Hilaritas auf dem Revers eines Asses der JuliaDomna
Hildebrand, Bror Emil
Schwedischer Numismatiker, der einen vollständigen Katalog über schwedische Medaillen herausgab. Außerdem gab der am Münzkabinett in Stockholm beschäftigte Forscher ein Verzeichnis der in Schweden gefundenen angelsächsischen Denare heraus, das durch die genaue Angabe der Umschriften besticht.
Hinkende Währung
Bezeichnung für Währungssysteme, bei denen die Kurantmünzen in einem Edelmetall (z.B. Gold) frei ausprägbar sind, während die Kurantmünzen des anderen Metalls (z.B. Silber) zwar unbeschränktes Zahlungsmittel, aber nicht frei ausprägbar sind. So wurden z.B. die alten Vereinstaler im Deutschen Kaiserreich in den Jahren 1875-1907 unbeschränkt als Zahlungsmittel angenommen, aber nur nach Bedarf im Geldverkehr ausgegeben. Ebenfalls hinkende Goldwährun...
Hippokamp
Antikes Fabelwesen mit dem Vorderteil eines Pferdes und dem Hinterteil eines Fisches, (ähnlich dem Seepferdchen), das als Reittier von Göttern auf Münzen in Phönizien, Griechenland, Kleinasien und Italien vorkommt. In klassischer und römischer Zeit wurde es als Reittier der Verstorbenen auf der Reise ins Jenseits dargestellt.
Hirschdukaten
Dukaten mit der Darstellung eines Hirsches, im weitesten Sinne zählen darunter auch die seit Mitte des 17. Jh.s geprägten Dukaten der Grafen von Stolberg, die den Hirsch (als Wappentier) zeigen. Im Besonderen sind aber die Dukaten des Landgrafen Ludwig VIII. (1739-1768) von Hessen-Darmstadt gemeint. Der leidenschaftliche Jäger ließ einfache und doppelte Dukaten mit einem Hirsch auf der Rs. anlässlich großer Jagden ausgeben.
Hirschgulden
1. Bezeichnung der Kippergulden des Herzogtums Württemberg zu 60 Kreuzern aus den Münzstätten Christophstal, Stuttgart und Tübingen. Diese wurden in den Jahren 1622/23 mit der Darstellung eines liegenden Hirsches auf der Rs. geprägt. Aus dem Jahr 1623 gibt es auch doppelte Stücke, die zwei sich gegenüberliegende Hirsche zeigen.2. Stolbergsche Zweidritteltaler (1 Gulden) und ihre Halbstücke (1/3-Taler) von 1739 bis 1796, die auf der Rs. das Stolbergsche Wappentier, den stehenden Hirsch, v...
Hirtenpfennige
Bezeichnung der einseitigen Pfennige der ehemaligen Reichsstadt Buchhorn (heute Friedrichshafen) am Bodensee, die das Stadtwappen, ein Hirtenhorn, neben einer Buche zeigen.
Hispania
Lateinische Bezeichnung des Gebiets der iberischen Halbinsel, die nach der Eroberung durch Rom im 2. Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) in die Provinzen Hispania citerior und Hispania ulterior gegliedert wurde. Auf einigen römischen Münzen sieht man die Hispania als Personifikation Spaniens manchmal zusammen mit der Gallia dargestellt. Die Figur wurde in republikanischen Prägungen der Neuzeit (1931-1939) wieder aufgenommen.
Histamenon (nomisma)
Das Histamenon, auch Stamenon nomisma genannt, wörtlich "Standard (Goldmünze)", löste unter Kaiser Nikephoros II. (963-969 v. Chr.) den Solidus als Standardgoldmünze des Byzantinischen Reichs ab. Siehe Stamenon nomisma.
Histamenon des Kaisers Konstantinos X. (1059-1067)
Hobo Nickel
Als "Hobo Nickel" werden Stücke des offiziellen US-amerikanischen 5-Cent-Stückes – auch "Nickel" genannt – bezeichnet, die von den sogenannten Hobos modifiziert wurden. Die Blütezeit der Hobo Nickels fiel in die Zeit, in der der Typ Buffalo Nickel (1913-1938) umlief. Diese bewegte Epoche umfasste:
den 1. Weltkrieg,
die Prohibition,
die "Roaring Twenties" und
die tiefe wirtschaftliche Depression.
In dieser Zeit sprangen die sogenannten Hobos auf Züge auf und durchstreiften Nordamerika a...
Hochmeister
Das Oberhaupt des Deutschen Ordens (auch Deutschritter- oder Deutschherrenorden; engl.: Teutonic order) in Ostpreußen war Fürst des Deutsch-Römischen Reichs. Kaiser Friedrich II. verlieh Hochmeister Hermann von Salza 1226 neben landesherrlichen Hoheitsrechten in Preußen auch das Münzrecht. Unter Hochmeister Winrich von Kniprode (1351-1382) hatte sich der Ordensstaat bis nach Estland und Gotland ausgedehnt. Aus dieser Zeit stammt auch die Prägung von Schilling und ...
Hochrandpfennige
Neuere Bezeichnung der Sachsenpfennige, da sie formal durch ihrenaufgebördelten hohen Rand auffallen. In alten numismatischen Werken wurden sie noch als Wendenpfennige bezeichnet.
Hochzeitsmünzen -medaillen
Ehemedaillen
Gedenkmünzen, die auf die Hochzeit oder das Hochzeitsjubiläum geprägt wurden. Es gibt solche Prägungen vom Altertum bis zur Gegenwart. Im ausgehenden 16. Jh. kommen Medaillen in Mode, die auf ihrem Gepräge die biblische Hochzeit zu Kana darstellen. Im 17. Jh. wandelt sich das Bild unter dem Einfluss der Sittengemälde der Zeit: Statt Christus wird nunmehr ein Engel oder eine Taube, als Sinnbild des Hl. Geistes, dargestellt, das Ehepaar wandelt sich zu einem Liebespaar. Als bibl...
Hochzeitstaler
Im weiteren Sinn werden alle Talermünzen, die auf die Hochzeit oder das Hochzeitsjubiläum (meist in den Fürstenfamilien) geprägt wurden, als Hochzeitstaler bezeichnet. Im engeren Sinn sind die Hochzeitstaler aus der Reihe der Glaubenstaler gemeint, die Herzog Ernst von Sachsen-Gotha (1640-1675) auf die Hochzeiten seiner Söhne Friedrich (mit Magdalena Sybilla von Sachsen-Weißenfels) und Bernhard (mit Maria Hedwig von Hessen-Darmstadt) in seinem Fürstenhaus 1669...
Hoedjesschelling
Niederländische Schillingmünze (Hutschilling) zu 6 Stuiver, die zwischen 1672 und 1783 von der Provinz Seeland ausgegeben wurde. Die Rs. zeigt einen Löwen mit Speer, auf dessen Spitze die Freiheitsmütze zu sehen ist.
Hoffaktor
Bezeichnung für den Leiter einer Faktorei, der im Auftrag des Fürsten die Geschäfte des Hauses leitete. Der Hoffaktor handelte mit Waren und Geld des Fürsten. Er war für den Bedarf des Hofs an Lebensmitteln, Luxusgütern, Kleidung u.a. zuständig und hatte deren Finanzierung sicherzustellen. Das Aufgabengebiet eines Hoffaktors konnte auf ein Tätigkeitsfeld beschränkt sein, wie im Titel eines Milizfaktors, Kriegsfaktors oder Kammeragenten ausgedrück...
Hog Money
Bezeichnung des ersten Kolonialgelds, das England etwa 1616 für Nordamerika (auf den Bermudas) ausgab. Die Benennung leitet sich von der Darstellung eines Schweins auf der Rs. ab. Diese Tiere sollen in großen Mengen auf der unbewohnten Atlantik-Inselgruppe vorgefunden worden sein, als Sir George Somers mit seinem Flaggschiff "Sea Venture" 1609 auf einer der Riff-Inseln landete, womit die Besiedlung der Bermudas (1612) eingeleitet wurde. Die Vorderseiten zeigen Segelschiffe mit der Ums...
Hohlmedaillen
Bezeichnung für Medaillen, die nicht durchgängig aus Metall bestehen, sondern innen einen Hohlraum aufweisen. Meist wurden beide Seiten getrennt hergestellt und dann miteinander verbunden (gelötet oder verschweißt). Ein Meister der Hohlmedaille war im 17. Jh. der niederländische Medailleur Pieter van Abeele, der die beiden Seiten der schweren Medaillen durch einen Ring verband.
Hohlmünzen
Im Gegensatz zu den Dichtmünzen nur einseitig mit einem Stempel geprägte Münzen aus dünnem Blech. Sie haben nur ein Münzbild, das sich auf der Rs. unscharf wiederholt. Zu diesen Geprägen zählen die Brakteaten, Hohlpfennige und Hohlringheller.
Hohlpfennige
Bezeichnung für kleine Brakteaten mit sehr einfachen, aber stark reliefierten Geprägen, die im 14. und 15. Jh. vor allem in Norddeutschland geschlagen wurden.
Hohlringheller
Einseitig geprägte Heller, die mit einem wulstartigen Hohlring umfasst sind. Sie sind im Rheinland vor allem im 15. Jh. verbreitet und werden dort auch Möhrchen genannt. Sie zeigen meist Wappen, im Hohlring häufig Buchstaben oder Beizeichen. Man unterscheidet die alten Hohlringheller des 16. Jh.s von den neuen des 17. Jh.s, die aus reinem Kupfer geprägt wurden. Letztere wurden vom Erzbistum und der Stadt Köln ausgegeben und tauchen während der Kipperzeit auch in anderen Gebieten auf (Näpf...
Holey Dollar
Gelochte Münzen in Dollargröße, meist spanisch-amerikanische Pesos. Die Benennung leitet sich aus dem englischen "hole" (Loch) ab. Seit der 2. Hälfte des 18. Jh.s liefen auf den Karibischen Inseln (Westindies) Holey Dollars als Notgeld um. Die wertvollsten Sammlerstücke sind die auch als Ringdollars bezeichneten seltenen Stücke aus Australien, die 1813 in der Provinz New South Wales geprägt wurden. Auch die ausgeschnittenen Teile in Gestalt von runden, eckigen, herz- oder sternförmigen S...
Holzgeld
In Europa ist Holz nur in den Notzeiten nach dem Ersten Weltkrieg in einigen deutschen und österreichischen Städten zur Herstellung von Notgeld verwendet worden, z.B. Hadersfelder Notgeld. Die amerikanischen Wooden Nickels sind vorwiegend zu Sammelzwecken hergestellt worden. In China wurden im 18. und 19. Jh. Bambusstäbchen als Bankgeld verwendet. Prämonetäre Formen des Geldes sind die aus dem afrikanischen Kongogebiet stammenden Bongotol, Barren aus Rotholzpulver.
Holzkirche
Bezeichnung für ein Münzbild auf mittelalterlichen Geprägen, die ein stilisiertes Kirchengebäude zeigen. Die vom karolingischen Tempel-Typ abgeleitete Holzkirche findet sich häufig auf Pfennigmünzen des 10. und 11. Jh.s, vor allem auf Sachsenpfennigen und auf Otto-Adelheid-Pfennigen.
Darstellung der Holzkirche auf einem Otto-Adelheid-Pfennig
Holzmedaillen
Mit großem Druck auf Holz geprägte Medaillen aus der Barockzeit, die meist als kunstvolle Brettsteine für das Damespiel gefertigt wurden( Dambrettsteine).
Hongkong-Dollar
Währungseinheit der britischen Kronkolonie Hongkong (1841-1997) bis heute. Als Zweigstelle der Royal Mint in London war Hongkong 1866-1868 Münzstätte, dort wurden Silberdollars, deren Halbstücke und Stücke zu 1, 5, 10 und 20 Cents geprägt. Die Währungsmünzen Hongkongs sind sowohl englisch als auch chinesisch beschriftet. 100 Cents (Hsien) = 10 Hao = 1 Hongkong-Dollar (Yuan).
Honos
Römische Personifikation der (militärischen) Ehre erscheint auf römischen Münzen meist zusammen mit Virtus. Selten allein mit den Attributen Füllhorn und Zweig (oder Zepter) auf Münzen der röm. Kaiserzeit aus dem 2. Jh. v. Chr.
Horngold
Bezeichnung für geringhaltige Goldlegierungen, die im Mittelalter gelegentlich zur Prägung von Goldmünzen verwendet wurden.
Horngroschen
Sächsischer Goschentyp, den die Herzöge Ernst und Albrecht gemeinsam mit Wilhelm III. zwischen 1465 und 1469 in Freiberg und Kolditz prägen ließen. Die Münzen zeigen auf der Vs. den behelmten sächsischen Schild, auf der Rs. den thüringischen Löwenschild und den Helm mit Büffelhörnern, wonach der Groschen benannt ist. Die auch Zinsgroschen benannte Münze zu 9 Pfennig mit einem Feingewicht von ca. 1,4 g enthielt etwa zur Hälfte Silber. 2...
Horngulden
Hoorngulden
Unterwertiger Goldgulden, den der Bischof von Lüttich, Johann von Hoorn (1484-1506), prägen ließ. Das Feingewicht zweier Goldgulden entsprach etwa dem Feingewicht eines rheinischen Guldens; im Rheinland rechnete man im Verhältnis 1:2. Der Feingehalt der Goldmünze lag bei 50% und darunter (10-12 Karat), daher leitet sich der Ausdruck Horngold ab. Später wurde die Bezeichnung Horngulden auch auf andere minderwertige Goldgulden ausgeweitet und somit zum Synonym für minderwertige ...
Hörnleinspfennige
Einseitig geprägte Pfennigmünze zu 2 Hellern aus dem 15. Jh. in Württemberg. Ihr Münzbild zeigt das Jagdhorn, daher auch Jagdhorn-Pfennige genannt.
Hornsilber
Chemisch Silberchlorid (AgCl), ist eine Salzverbindung, die sich auf Silber bildet. Sie entsteht durch Verbindung von Silber mit Salzsäure, Schmutz und organischen Stoffen. Dadurch bildet sich auf Silbermünzen ein fester graugelber bis dunkelbrauner Belag.
Horoskop
Aus dem Griechischen, wörtlich "der die Stunde der Geburt ansehende Stern", d.h. der Stern, der in der Geburtsstunde am Osthorizont aufsteigt. In der römischen Kaiserzeit im 2. Jh. v. Chr. verlagerte sich die Bedeutung des astrologischen Begriffs auf schematische Darstellung aller Planeten im Tierkreiszeichen im Hinblick auf die Geburtsstunde. Auf römischen Münzen ist vor allem der Steinbock (capricornus) dargestellt, das Zeichen, in dem Augustus geboren war.
Hosenbandorden
Höchster englischer Orden (Order of the Garter), der 1350 von König Edward III. (1327-1377) zu Ehren des hl. Georg gestiftet wurde. Er besteht aus dem Ordensband, dem Bruststern und einem am linken Knie getragenen Schnallenband mit der französischen Aufschrift "HONI SOIT QUI MAL Y PENSE" (Ehrlos sei, wer Schlechtes dabei denkt). Band und Aufschrift kommen nicht nur auf englischen Münzen vor, sondern beispielsweise auch auf den sächsischen Hosenbandtalern und -klippen, di...
Hubertusmünzen
Münzen mit der Darstellung des heiligen Hubertus (etwa 655-727), Bischof von Maastricht-Lüttich, der später durch die Hirsch-Legende zum Schutzpatron der Jäger wurde. Zu den Hubertusmünzen zählen u.a. die Guldengroschen des Herzogs Johann III. von Jülich-Cleve-Berg (1511-1531), der Snapphaan des Bischofs von Lüttich, Eberhard von der Mark (1525-1538), und die pfälzischen Reichstaler (Hubertustaler), die seit 1709 die Kette des erneuerten Hubertusordens zeigen. Sie zählen zum Sammelgebi...
Huitain
Genfer Achteltaler, die 1623-1628 mit dem Stadtschild Genfs auf der Vs. und dem Reichsadler auf der Rs. ausgegeben wurden.
Huldigungsmünzen
Gedenkmünzen von Städten oder Gebieten, die die Herrschaft eines (neuen) Herrschers feierlich anerkennen. Solche Münzen stehen oft in Zusammenhang mit der Krönung bzw. der Eroberung von Städten.
Hundesechstel
Volkstümliche Spottbezeichnung für den 1822 geprägten Sechsteltaler von Preußen. Auf der Rs. der Münzen deckte das Wappenbild die beiden oberen Glieder der sie umgebenden Ordenskette so ab, dass darin zwei sich gegenüberstehende Hunde gesehen werden konnten. Ein Jahr später wurde der Stempel so abgeändert, dass die beiden Kettenglieder klar zu sehen waren.
Hundesechstel, 1/6 Taler 1822 von Preußen
Hundsgulden
Bezeichnung des unter Albrecht Ernst I. von Öttingen (1659-1683) geprägten silbernen Gulden zu 60 Kreuzer aus dem Jahr 1675, benannt nach der Rückseitendarstellung eines Bracken (Wappentier der Öttinger), der nach links läuft. Die Vs. zeigt den Fürstenhut über dem Monogramm, das die Jahreszahl 1675 teilt. Albrecht Ernst I. (1659-1683) aus dem protestantischen Zweig der Grafen von Öttingen wurde 1674 gefürstet und ließ den Gulden wohl als Reaktion auf seine Erhebung in den Fürstenstand...
Hungermünzen
Solche Medaillen und Jetons sind eng verwandt mit Medaillen auf Missernten, Teuerungen und ähnliche Katastrophen. Aus dem Jahr 1816/17 gibt es eine Reihe Hungermünzen in Süddeutschland. Auch nach dem Ersten Weltkrieg gibt es Hungermedaillen, deren Aufschrift den Hunger als Leiden des Volkes thematisieren.
Hurenkarrentaler
Venustaler
Volkstümliche Bezeichnung für die prächtigen Schautaler, die 1622 zur Erinnerung an die Gründung der Stadt Magdeburg geschlagen wurden. Es gab einfache, anderthalbfache, doppelte (auch als hexagonale Klippe), dreifache Taler und 10-Dukaten-Stücke. Sie zeigen auf der Vs. Otto den Großen hoch zu Ross, auf der Rs. Venus mit den drei Grazien in einem von zwei Schwänen und zwei Tauben Richtung Burg gezogenen Wagen. Darunter der Vers: "Venus die heydnisch Gottin zart/ So blos hier an...
Hussitenpfennige
Einseitig geprägte Löwenpfennige von Böhmen aus der Zeit der Hussitenkriege (1419-1436).
Hustaler
Medaillen in Talergröße mit der Darstellung des tschechischen Reformators Hus, der während des Konstanzer Konzils 1415 trotz Zusage des freien Geleits als Ketzer verbrannt wurde. Dies löste im empörten Böhmen die Hussitenkriege aus. Die ursprünglichen Stücke wurden 1637 von Ludwig Neufahrer und Hieronymus Magdeburger hergestellt. Sie zeigen Hus auf dem Scheiterhaufen und wurden oft nachgegossen. Die zu den Reformationsmünzen und -medaillen zählenden Hustaler wurden oft als Amulette get...
Husumer Taler
Talermünze von 1522, die der dänische König Frederik (Friedrich) I. für das Herzogtum Schleswig und Holstein im Jahr 1522 ausgab. Der Name geht auf die Umschrift der Rs. zurück: MONET(A) NOVA* ARGENTA: HVSIMITI (Neues Geld: Silbergeld von Husum) zurück. Die Vs. zeigt die Büste Friedrichs mit Mütze im Perlkreis, in der Umschrift FRIDERICVS DEI GRA. SLESVICEN. ET. HOLSAC. DUX (Friedrich von Gottes Gnaden Herzog von Schleswig und Holstein).
Hvid
Skandinavische Bezeichnung für den Witten zu 4 Pfennig, nach dem dänischen Wort hvidt (weiß). Die ersten dänischen Nachahmungen der Münze des wendischen Münzvereins liegen zeitlich im letzten Drittel des 14. Jh.s. Im 15. Jh. entwickelten sich die Hvide zu einer Hauptmünzsorte, zeitweise sogar zur einzigen Münzsorte Dänemarks. Ein häufig geprägter Typ zeigt auf der Vs. einen Löwen, auf der Rs. ein großes Kreuz.
Hwan
Südkoreanische Münzeinheit, bis zur Währungsreform 1962 im Wert von 100 Chon. Danach wurden 100-Hwan-Stücke aus Kupfer-Nickel eingezogen, die 50-Hwan-Stücke wurden auf 5, die Nominale zu 10 Hwan auf 1 Won gesetzt und 1975 eingezogen.
Hybride Münzen
Auch Hybride oder Zwittermünzen genannte Prägungen, deren Münzseiten von nicht zusammengehörigen Stempeln geprägt wurden. Solche Fehler unterliefen vor allem größeren Münzstätten, die mehrere gleich große Münzsorten herstellte, sodass gelegentlich ein falsches Stempelpaar gekoppelt wurde.
Hydrostatische Probe
Mittels der hydrostatischen Probe lässt sich der Feingehalt einer Goldmünze durch das spezifische Gewicht bestimmen. Das spezifische Gewicht ist das Gewicht im Verhältnis zu dem gleichen Raumteil Wasser. Das spezifische Gewicht von Gold ist fast doppelt so hoch wie das von Silber (etwa 1:1,84) und mehr als doppelt so hoch wie das von Kupfer (etwa 1:2,18). Wenn man also das Gewicht zweier an der Luft gleichgewichtiger Münzen im Wasser misst, ergibt sich bei unterschiedlichem s...
Hyperpyron
Byzantinische Goldmünze, die in der Münzreform von 1092 unter Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118) als Standardgoldmünze die Nachfolge des Stamenon nomisma antrat. Sie wog - wie der Solidus - 4,5 g und hatte einen Feingehalt von 21 Karat, was einem Legierungsverhältnis von 21 Teilen Gold zu 3 Teilen anderem Metall entspricht.