Das große Reppa Münzen-Lexikon
R
151 Beiträge in dieser Lexikon KategorieR (Münzstättenzeichen)
1. Kennbuchstabe auf Münzen der französischen Münzstätten Rennes (bis 1540), St. André de Villeneuve (von 1540 bis ca. 1700) und schließlich Orleans (von 1700 bis 1794); ferner für Rom auf päpstlichen, napoleonischen (gekröntes R) und italienischen Münzen und schließlich für Rio de Janeiro (auch vierfach) auf portugiesisch-brasilianischen Münzen.2. Bezeichnung für den Grad der Seltenheit (vom lat. rarus) in Münz- und Auktionskatalogen oder in Lagerlisten. Früher wurde die Seltenh...
Rad
Das Wagenrad erscheint schon in archaischer Zeit auf Münzen, wie auf den Wappenmünzen Athens in Form eines vierspeichigen Rades oder - in inkuse Dreiecke eingelassen - auf den Silbermünzen der Stadt Chalkis (Insel Euböa) zwischen 510 und 480 v. Chr.; auf Bronzen (400-300 v. Chr.) der thrakischen Stadt Istros erscheint das vierspeichige Rad auf der Vs. Auch auf italischem Aes rude von Etrurien, Kalchedon usw. ist das Rad dargestellt. Im Mittelalter und in der Neuzeit ist das R...
Raderalbus
Volkstümliche Bezeichnung des Albus, der als Vereinsmünze der rheinischen Kurfürsten u.a. auch das Mainzer Rad als Wappen trug.
Raitpfennige
Zeitgenössische Bezeichnung der Rechenpfennige in Süddeutschland und Österreich, wohl weil "raiten" als Synonym für "rechnen" gebraucht wurde.
Österreichischer Raitpfennig 16. Jh.
Ramatanka
Bezeichnung kleiner schüsselförmiger Goldmedaillen aus Südindien, vor allem als eine Art Krönungsmünze der Könige von Vidschayanagar. Die Typen zeigen Rama - Held des altindischen Epos Ramayana und Inkarnation des Gottes Vishnu - und seine treue Gattin Sita. Es gab auch Mehrfachstücke. Nach dem Vorbild der alten Typen werden heute Amulette aus Messing gefertigt, die in Tempeln der Hindi an Pilger verkauft werden.
Rand
Nach dem Ausscheiden aus dem britischen Commonwealth 1961 führte die Republik Südafrika noch im selben Jahr den Rand als Währungsmünze ein. 1 Rand = 100 Cents. Der Rand wird seit 1961 in Gold, seit 1965 in Silber und seit 1979 in Nickel (seit 1991 Kupferbronze, Nickel galvanisiert) geprägt. Charakteristisch für den Rand ist das Motiv des Springbocks, sowohl auf den Umlaufmünzen als auch auf der Goldanlegermünze Krügerrand.
Randdukaten
Bezeichnung von Dukaten, die seit dem 18. Jh. mit verschiedenen Rändelungen geprägt wurden, welche die Goldmünzen vor dem Beschneiden und Befeilen am Rand sichern sollten. Die verschiedenen Randverzierungen wurden mittels eines
Rändeln
Die Beschriftung bzw. Verzierungen am Rand (Kante) der Münze wurde eingeführt, um die Münzen gegen Beschneidungen zu schützen. Man unterscheidet das Vorrändeln (Stauchen) vom eigentlichen Vorgang des Rändelns, mit dem gleichzeitig das Einprägen von Verzierungen oder der Randschrift erfolgen kann. Beim Vorrändeln werden alle Ronden angestaucht, ganz gleich, ob die vorgesehenen Münzen einen glatten, geriffelten oder einen mit Ornamenten bzw. Schrift versehenen Rand erhalten sollen. Bei de...
Rändelwerk
Auch Kräuselwerk oder Rändelmaschine, ist ein Werkzeug, das am Ende des 17. Jh.s in die Münztechnik eingeführt wurde. Es besteht im Wesentlichen aus zwei geraden oder bogenförmigen Rändel- oder Kräuseleisen, deren Innenseiten mit vertieften Zeichen versehen waren. Durch Drehen einer Kurbel wurde mittels einer Zahnradübersetzung das eine Rändeleisen gegenüber dem anderen fest montierten Eisen in Bewegung gesetzt und gleichzeitig die Ronde rollend ...
Randschaden
oder Randkerben sind Beschädigungen von Münzrändern, die durch äußere Einflüsse wie Schlag, Fall, Einschneiden oder durch das Entfernen von Trageösen( Henkelspur) verursacht wurden. Sie wirken sich wertmindernd auf die Münze aus und müssen in Auktionskatalogen und Lagerlisten angegeben werden, abgekürzt meist Rdsch.
Randschrift
Schrift auf dem Rand (Kante) der Münze, zwischen Vorder- und Rückseite, die - ebenso wie die Randverzierungen - das Beschneiden und Fälschen von Münzen erschweren sollte.
Randverzierungen
Verzierungen auf dem Münzrand, die neben ihrem ornamentalen Charakter das Beschneiden und Fälschen der Münze erschweren sollten. Es handelt sich meist um gekerbte oder geriffelte parallele Linien( Kerbrand, Riffelrand), seltener kommen Kettenrand oder Laubrand vor.
Rappen
Als Hauptwährungseinheit war der Rappen Währung des Rappenmünzbundes. Der Rappenmünzbund wurde 1377 als Münzunion im westoberdeutschen Raum zur Erleichterung des Zahlungsverkehrs gegründet und existierte bis in die frühe Neuzeit. Im Jahr 1584 wurde der Bund aufgelöst. Noch heute sind Schweizer Pfennige (Centimes), zu 1/100 Schweizer Franken (Franc) von der Schweizerischen Nationalbank ausgegeben, unter dem Namen „Rappen“ bekannt.
Während die Prägung vom Zweiräppler (2 Rappen) 1974...
Rappenmünzbund
Münzgemeinschaft oberrheinischer Münzherren und Städte, die nach ihrem wichtigsten Münznominal, dem Rappen, benannt wurde. Nachdem bereits die Herzöge von Österreich und verschiedene Städte und Gebiete im 14. Jh. mittels Absprachen versucht hatten, das Münzwesen am Oberrhein einheitlicher zu gestalten, schloss Herzog Leopold I. (durch seinen Landvogt im Elsass, Sundgau und Breisgau) 1403 einen Vertrag mit den Städten Basel, Breisach, Colmar und Freiburg. Der Rappenmünzbund umfasste das...
Rathaustaler
1. Medaillenähnliche Taler der Stadt Nürnberg, die ohne Jahresangabe (etwa 1688) geprägt wurden. Die Vs.n zeigen das Rathaus der Stadt mit der Stadtgöttin im Vordergrund, die Rs.n die Stadtansicht. Es gibt zwei Typen: das Rathaus mit geschlossenen Türen und der Stadtansicht von Süden und - seltener - das Rathaus mit geöffneten Türen und der Stadtansicht von Südosten nach einem Stempelschnitt von Philipp Heinrich Müller. Es gab auch Dickabschläge (Dicktaler) und seltene Goldabschläge...
Ratszeichen
Auch Ratspräsenzmarken, wurden vorwiegend zwischen dem 16. und 18. Jh. den meist ehrenamtlich tätigen Ratsherren zur Entschädigung oder Belohnung für die Teilnahme an Ratssitzungen oder Verdienste um die Stadt ausgehändigt. Teilweise wurden auch andere Bürger, wie die Stadtmusiker, mit Ratszeichen belohnt. In rheinischen Städten konnten die Marken meist im Ratskeller gegen eine gewisse Menge Wein eingelöst werden. Deshalb zeigen die Rs.n. oft Weinkannen oder Pokale und Trinksprüche, wie...
Raugewicht
Das Bruttogewicht oder Gesamtgewicht einer Münze, im Gegensatz zum Netto- oder Feingewicht, das nur den Anteil des Edelmetalls einer Münze aufwiegt. Das früher auch Schrot genannte Raugewicht bezog sich auf die raue Mark, wie z.B. " 1/9 der rauhen Mark" bei einem Taler im 9-Talerfuß. Auch in Lot (16 Lot = 1 Kölner Mark = 233,856 g) oder später in Gramm kann das Raugewicht angegeben sein.
Raumfahrtmedaillen
Medaillen auf die Raumfahrt sind ein junges Sondersammelgebiet, vor allem in den USA. Die Mehrzahl der Medaillen, die mittlerweile in die Hunderte gehen, sind auf die bemannte Raumfahrt ausgegeben worden. Auch aus Russland gibt es einige offizielle Ausgaben, wie die Rubelstücke von 1981 und 1991 auf den 20. bzw. 30. Jahrestag der ersten Erdumkreisung eines Menschen im All durch den Russen J.A. Gagarin am 12. April 1961 (mit dem Raumschiff Wostok). Viele Stücke gedenken Edwin Aldrins un...
Rautengroschen
In den Jahren 1456/57 unter Herzog Wilhelm III. (1445-1482) für Thüringen geschlagener seltener Groschentyp. Der Rautengroschen hielt ebenso wie der zeitgleich von seinem Bruder Kurfürst Friedrich II. von Sachsen geprägteSchwertgroschen 1,03 g Silber.
Rautenheller
Unter Herzog Wilhelm III. von Sachsen (1440-1482) um die Mitte des 15. Jh.s geprägte Heller im Wert eines halben Pfennigs (Gewicht etwa 0,24 g). Die Benennung der einseitigen Billonmünze leitet sich von dem Münzbild ab, das einen Rautenschild zeigt.
Rautenkranz
Stirnreif, mit blattförmig ausgebildeten Zinken besetzt, benannt nach der Mauerraute, der er ähnlich gewesen sein soll, als er in der heraldischen Frühzeit als schräg über ein Schild gezogenes Beizeichen benutzt wurde. Der durchgehende Rautenkranz im Wappen von Sachsen stellte das Beizeichen einer jüngeren Linie des askanischen Fürstenhauses dar, deren ursprüngliches Wappen neunmal (gold-schwarz) geteilt war. Nach Einsetzung der Wettiner in die sächsi...
Rautenschild
Der Rautenschild wird durch mehrere schrägrechte und schräglinke Linien in gleichen Abständen gebildet( gerauteter Wappenschild). Die Damenwappen wurden in Westeuropa oftmals rautenförmig (auch oval) dargestellt.
RDR
Abkürzung für Römisch-Deutsches Reich in der numismatischen Literatur. Unter diesem Begriff sind meist die kaiserlichen Prägungen gemeint, vor allem die Prägungen der Habsburger für ihre Stammlande( Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation).
Real
Bezeichnung spanischer und portugiesischer Silbermünzen, die um die Mitte des 14. Jh.s eingeführt wurden, sich in beiden Ländern aber verschieden entwickelten. Auf der Insel Mallorca ließ König Pedro IV. von Aragon (1343-1387) Goldmünzen schlagen, die auf der Vs. den König auf dem Thron, auf der Rs. das Patriarchenkreuz zeigen. Dieser goldene Real wurde auch in Halb-, Viertel und Achtelunterteilungen geschlagen, letzterer im Gewicht von nur 0,4 g. Die Prä...
Rebellentaler
Der erste von fünf emblematischen Prägungen (Talern), die Herzog Julius Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel im Jahr 1595 auf die Streitigkeiten mit Adligen seines Landes prägen ließ. Der Rebellentaler zeigt auf der Vs. den braunschweigischen Wilden Mann mit Fackel und einem doppelseitig gespitzten Pfeil in Händen. Der zu seinen Füßen liegende Hund leckt eine Pfeilspitze "wider dessen Stachel". Die Rs. stellt das biblische Motiv "Untergang der Rotte Korah" (4. Mose 16 f.) dar, die vom ...
Rechenpfennige
Rechenpfennige bezeichnen münzähnliche Marken aus unedlen Metallen, die zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert als Hilfsmittel für das "Rechnen auf den Linien" genutzt wurden. In Österreich und in Süddeutschland nannte man sie Raitpfennige, in den Niederlanden Werpp- oder Legpenninge, in Frankreich Gectoirs oder Jetoirs, später Jetons, in England counters und in Spanien contadores. Sie wurden auf Rechentische, Tücher oder Rechenbretter gelegt und symbolisierten Recheneinheiten nach dem deka...
Rechnungsmünze
Kein tatsächlich ausgeprägtes Geldstück, sondern eine Rechnungsgröße, nach der bei Geschäften abgerechnet wurde. Hierzulande sind die mittelalterliche Mark und der norddeutsche Schilling urkundlich als Rechnungseinheiten erwähnt, bevor sie ausgeprägt wurden. Ähnliches gilt eine Zeit lang für den Rubel in Russland. Umgekehrt konnten Rechnungsmünzen auch dadurch entstehen, dass im Geldverkehr an einem langem bestehenden Wert einer Münze festgehalten wurde, wenn das tatsächlich ausgepr...
Reckbank
Auch Streck- oder Reckwerk, früher auch "Rockenbank" genannt, ist ein Gerät, das zwischen dem 16. und 18. Jh. verwendet wurde, um die langen Zaine auf eine gleichmäßige Dicke zu bringen. Bis zum 16. Jh. wurden die langen Zaine durch mühsames und zeitraubendes Dünnklopfen mit dem Hammer bearbeitet. Beim Reck- oder Streckwerk wurden die entweder per Hand oder durch ein Walzenstreckwerk vorbereiteten Zaine durch einen Durchlass zwischen den zwei eisernen Backen der Re...
Redend
1. Redende Münzen sind im Gegensatz zu stummen Münzen beschriftet und erleichtern in der Regel die Bestimmung der Münze, es sei denn, die Schrift ist unleserlich oder unverständlich.2. Redende Abzeichen, Symbole oder Wappen finden sich schon in der Antike auf Münzen, wie die Rose der Stadt Rhodos oder wenn der Name des Beamten, z.B. Apollas oder Fortunatus, zur Wahl des Münzbilds führten, in diesem Fall z.B. die Darstellung des Apollo oder der Fortuna. Auch auf mittelalterlichen Münzen u...
Reduktionsmaschine
Die Reduktionsmaschine dient der Übertragung des in größerem Maßstab entworfenen Modells auf die gewünschte Größe der Patrize. Das positiv geschnittene Gipsmodell des Künstlers wird zunächst in gleicher Größe auf eine Hartkopie (positiv) übertragen und dann von dem Abtaststift der Reduktionsmaschine dreidimensional abgetastet. Die Bewegungen des Stiftes werden maßstabsgetreu auf die gewünschte Größe reduziert (...
Reformation
Flan Neuf
Französischer Ausdruck für die Überprägung von Münzen. Unter den Monarchen Ludwig XIV. (1643-1715) und Ludwig XV. (1715-1774) wurden nach 1680 vor allem die alten Münztypen des Ecu blanc in rascher Folge verrufen, eingezogen, überprägt und mit erhöhten Werten wieder in Umlauf gesetzt. Der daraus gezogene Gewinn diente vor allem der Kriegführung des absolutistischen Staats. Auch Typen des Louis d'or waren von den Réformations betroffen.
Die eingezogenen alten Ausgaben wurden ...
Reformationsmedaillen
Reformationsmünzen
Im engeren Sinn Münzen und Medaillen, die anlässlich der Reformations-Jubiläen geprägt wurden. Der Reformationstag ist auf die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers am 31. Oktober 1517 festgelegt. Zur Jahrhundertfeier ließ Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen 1617 einen Taler ausgeben, der die Hüftbilder Johann Georgs (Vs.) und den Beschützer Luthers, Kurfürst Friedrich den Weisen (Rs.) mit geschulterten Schwertern zeigen. Ein Jh. später erschienen zur Zwei...
Regenbogen-Schüsselchen
Sammelname für verschiedene Typen keltischer Goldmünzen, die im Gebiet von Ungarn, Österreich, Süddeutschland, Hessen und im rheinischen Raum gefunden wurden. Sie werden den keltischen Stämmen der Boier und Vindeliker und den Rheingermanen zugeordnet. Der Name Regenbogenschüsselchen entstand aufgrund ihrer charakteristischen Schüsselform und nach der Legende, wonach die Goldstücke am Berührungspunkt des Regenbogens auf der Erde hinterlassen worden seien. Die Goldstücke wurden oft nach ...
Regensburger
Die Regensburger Pfennige werden dokumentarisch auch lat. als Ratisponenses oder als "lange Pfennige", letzteres im Gegensatz zu den Würzburger Pfennigen, die als "kurze Pfennige" bezeichnet wurden. Herzog Otto III. von Bayern und Bischof Heinrich von Regensburg ließen die mittelalterlichen Pfennige seit 1290 gemeinschaftlich in Regensburg (lat. Ratisbona) prägen. Ein Vorderseitentyp zeigt das Bild des bayerischen Herzogs zwischen den Initialen H-O, ein anderer den Bischof ohne B...
Regimentstaler
Eigentlich Schautaler oder Medaillen einiger schwäbischer Städte, die sich auf das "Stadtregiment" (Regierungsgewalt) der Ratsherren bezogen. Der Ulmer Regimentstaler aus dem Jahr 1622 zeigt auf der Vs. die Stadtansicht, auf der Rs. einen Schildhalter, der acht Wappen der Ratsherren zeigt.
Regimentstaler 1622 von Ulm
Regling, Kurt
Archäologe, Historiker, klassischer Philologe und hervorragender Numismatiker auf dem Gebiet der antiken Münzen. Seit 1899 gehörte er dem Berliner Münzkabinett an und wurde als Nachfolger Julius Menadiers 1921 zu dessen Direktor ernannt. In diesem Jahr wurde er zum Honorarprofessor für Numismatik der Universität Berlin ernannt, an der er ab 1907 als Privatdozent wirkte. Seit 1922 war Regling Mitherausgeber der „Zeitschrift für Numismatik“, die von 1847 bis 1935 in Berlin erschien. Zu ...
Reichsapfel
Der Reichsapfel des Römisch-Deutschen Reichs in Form der Weltkugel mit aufgesetztem Kreuz gehört zu den Reichsinsignien und war das Symbol der Kaiser- bzw. Königsherrschaft. Er geht historisch auf den Globus der Römer zurück, der die Weltherrschaft des Römischen Reichs symbolisierte. Auf mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzen sind die deutschen Kaiser und Könige nicht selten mit dem Reichsapfel in der linken Hand dargestellt. Auch auf Münzen der rheinischen Pfalzgrafen (kurfürstlic...
Reichsbank
Zusammen mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 erfolgte auch eine neue Geldverfassung mit der Mark als nationaler Währung. Konzipiert wurde das Währungssystem als Goldwährung – das heißt, die Banknoten waren jederzeit in Gold umtauschbar. Den Preis und die Menge des Geldes bestimmte bis 1876 die Preußische Bank als Hauptnotenbank des Deutschen Reichs. Ab 1876 und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die Reichsbank diese Aufgabe.
Geschichte der Reichsbank
Als Nachfol...
Reichsdeputations-Hauptschluss
Beschluss der letzten außerordentlichen Reichsdeputation von 1803, bestehend aus Kur-Mainz, Böhmen (Österreich), Sachsen, Brandenburg (Preußen), Pfalz-Bayern, dem Hoch- und Deutschmeister, Württemberg und Hessen-Kassel. Ihre Vertreter verhandelten über die Entschädigung der durch Abtretung der linksrheinischen Gebiete an Frankreich betroffenen weltlichen Fürsten. Die geistlichen Fürstentümer - mit Ausnahme des Deutschen Ordens und des Maltesero...
Reichsgoldwährung
Im Jahr 1871 wurde das Deutsche Kaiserreich gegründet und die Reichswährung "Mark und Pfennig" eingeführt. Das Gesetz vom 4. Dezember 1871 "betreffend der Ausprägung von Reichsgoldmünzen" definierte die Mark als 10. Teil der auszuprägenden Reichsgoldmünze (10-Mark-Stück), von der 139 1/2 Stücke aus einem Pfund Feingold ausgebracht werden sollten. Auch das entsprechende Doppelstück zu 20 Mark wurde geprägt, das ebenfalls zunächst ausgeprägte 5-Mark-Stück in Gold konnte sich nicht du...
Reichsguldiner
Auch Reichsguldener, bezeichnet die Großsilbermünzen, die von den Reichsmünzordnungen im 16. Jh. geschaffen wurden. Der Guldiner der Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 im Wert von 21 Groschen sollte im Gesamtgewicht von 29,23 g (davon 27,41 g Feinsilber) ausgebracht werden, wurde aber nur in wenigen Versuchen geprägt (Rs. Reichsadler). Ähnlich erging es dem auf der 1. Augsburger Reichsmünzordnung von 1551 geschaffenen Guldiner zu 72 Kreuzern, der diese Wertzahl als Aufschrift trug. Sein...
Reichsinsignien
Hoheitsabzeichen der Kaiser des Römisch-Deutschen Reiches. Sie bestehen aus den Reichskleinodien Krone, Zepter, Reichsapfel, den Reichsheiligtümern Heilige Lanze, Schwerter und Kleidungsstücke des Krönungsornates. Die Reichskleinodien wurden auf Reichsburgen und Pfalzen (im Mittelalter) und in der Heilig-Geist-Kirche in Nürnberg (1424-1796) verwahrt und schließlich vor den anrückenden Franzosen nach Wien in Sicherheit gebracht. Seit der Flucht sind kunsthistorisch bedeutende Stücke versc...
Reichskassenscheine
Bezeichnung des Staatspapiergeldes, das vom Deutschen Kaiserreich nach dem Gesetz vom 30. April 1874 ausgegeben und an die Einzelstaaten des Kaiserreichs gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerungszahl verteilt wurde. Es sollte die Kassenscheine ersetzen, die von den Einzelstaaten vor der Reichsgründung 1871 ausgegeben wurden( Kassenanweisungen). Da aber der ursprüngliche Betrag in Höhe von 120 Millionen Mark nur zur Einlösung von zwei Dritteln der einzelstaatliche...
Reichskredit-Kassenmünzen
Münzen der 1940 gegründeten Reichskreditkasse, die für die besetzten Gebiete Zinkmünzen zu 5 und 10 Reichspfennigen prägte. Sie waren in der Mitte mit einem Loch versehen, um Verwechslungen mit den Prägungen für das Reich zu vermeiden. Deshalb wurden sie auch als Lochgeld bezeichnet. Die Reichskreditkasse hatte während des 2. Weltkriegs die Notenbankrechte für die besetzten Gebiete und gab auch Banknoten zu 0,50, 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Reichsmark heraus. Die gelochten Münzen wurden zwa...
Reichskreise
In der Regierungszeit unter Kaiser Maximilian I. (1493-1519) wurde das Römisch-Deutsche Reich auf dem Kölner Reichstag (1512) zunächst in sechs, auf dem Wormser Reichstag (1524) in zehn Reichskreise unterteilt. Ihre Aufgaben waren die Wahrung des Landfriedens, die Aufstellung der Kreistruppen, die Erhebung von Reichssteuern und Aufsicht über Zoll und Münze. Der Riesenkomplex des Heiligen Römischen Reichs lässt eine Einteilung der Münzstände in Reichskreise als sinnvoll erscheinen. Unter...
Reichsmarkwährung
Die Reichsmark löste die Rentenmark ab, die 1923 als Übergang zur Stabilisierung der Währung gedient hatte, nachdem die Mark des Kaiserreichs durch die Hyperinflation nach dem 1. Weltkrieg völlig entwertet war. Sie wurde nach dem Münzgesetz vom 30. August 1924 als gesetzliches Zahlungsmittel (1 Reichsmark = 100 Reichspfennige) eingeführt und trat am 11. Oktober 1924 in Kraft. Danach galten weiter die Goldmünzen des Kaiserreichs zu 10- und 20 Mark, deren weiter...
Reichsmünzen
Bezeichnung der Münzen, die vom Deutschen Reich zwischen 1871 und 1945 geprägt wurden. Das Sammelgebiet der Reichsmünzen umfasst ungefähr 600 verschiedene Typen (ohne Jahrgangs- und Münzstätten-Varianten) und erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Neben Typensammlern gibt es auch Jahrgangssammler, die versuchen, von jedem Jahrgang die Münzen aller Münzstätten zusammenzutragen. Aufgrund der großen Nachfrage hat sich der Preis f&uum...
Reichsmünzordnungen
Darunter versteht man die Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 und die beiden Augsburger Reichsmünzordnungen von 1551 und 1559. Letztere blieb formell bis zum Ende des Römisch-Deutschen Reichs (1803/06) in Kraft, auch wenn sie bald nach ihrem Erscheinen ergänzt (Augsburger Münzedikt 1566) und umgangen wurde. Im Mittelalter war das Münzwesen im Römisch-Deutschen Reich zur Sache der Territorialherren geworden. Seit dem Interregnum war kein König stark genug, die Münzhoheit auszuüben und ...
Reichspfennigmeister
Auch Reichskassierer. Die Abgaben gingen im Römisch-Deutschen Reich seit dem 16. Jh. von den Reichsständen in den "Legstätten" Augsburg, Frankfurt a.M., Leipzig, Nürnberg, Regensburg an die zuständigen Reichskreise weiter, die sie den Reichspfennigmeistern ablieferten. Bei den Abgaben handelte es sich um die Kammerzieler und die Römermonate, die auf der Grundlage der Bewaffneten zu Pferd und Fuß erhoben wurden. Die Kammerzieler fanden zur Finanzierung des Kamm...
Reichsstädte
Unmittelbar dem Kaiser und seinen Behörden unterstellte Städte im Römisch-Deutschen Reich, die sich von den geistlichen oder weltlichen Fürsten unabhängig gemacht hatten. Die Reichsstädte standen unter dem Schutz des Kaisers, von dem sie auch besteuert wurden. Die Freiheit von den Landesherren, auf deren Gebiet sie lagen, konnte durch Krieg oder Kauf erworben werden. Wenn die Linie der Landesherren ausstarb, konnte die Stadt auch an den König fallen (sog. Anfal...
Reichstaler
1. Der Reichstaler wurde mit dem Münzedikt von 1566 geschaffen und wurde bald zur Hauptwährungsmünze Deutschlands und zum Vorbild ausländischer Talerprägungen (siehe die niederländischen Rijksdaalder und die schwedischen Riksdaler). Im Grunde handelte es sich um die Legalisierung des sächsischen Guldengroschens als Reichsmünze. Die Reichsmünzordnungen hatten noch den süddeutschen Gulden und den Reichsguldiner den in Nord- und Mitteldeutschland verbreiteten Guldengroschen (Talern) sowie...
Reichsvikar
Auch Reichsverweser, verwaltete die Königsmacht bei Thronvakanz, Regierungsunfähigkeit oder längerer Abwesenheit des Königs. In Gebieten des sächsischen Rechts nahm der Herzog von Sachsen, in den Ländern fränkischen Rechts der Pfalzgraf bei Rhein das Stellvertreteramt wahr; in den Jahren 1623 bis 1724 beanspruchte der Herzog von Bayern das pfälzische Vikariat. Die Reichsverweser hatten das Recht Vikariatsmünzen zu prägen, die den Reichsadler, jed...
Reinigung
Münzen oder Medaillen sollten eigentlich nicht gereinigt werden. Eine Reinigung sollte nur im Notfall und mit äußerster Vorsicht vorgenommen werden, ganz gleich, ob es sich um eine mechanische oder chemische Reinigung handelt. Bei der chemischen Reinigung sind grundsätzlich die Vorschriften über Aufbewahrung und Behandlung der Chemikalien zu befolgen. Bei Zuhilfenahme von Reinigungsgeräten sollte genau die Bedienungsanleitung beachtet werden. Nach der chemischen Re...
Reinoldsgroschen
Auch Reinoldigroschen, bezeichnet die Groschenmünzen der Stadt Dortmund aus dem 15. Jh., die das Kopfbild des Stadtheiligen St. Reinold tragen. Die andere Seite zeigt den Reichsadler. Sie waren Hauptzahlungsmittel in Dortmund und in der Umgebung. Ihr Gewicht lag bei etwa 2,4 g, es gab auch Halb- und Viertelstücke.
Reinoldsgulden
Bezeichnung der minderwertigen Goldgulden, die Reinold IV. (1394-1423) zwischen 1402 und 1423 im Herzogtum Geldern schlagen ließ. Es gab verschiedene Typen, die meist auf den Vs.n Heilige, auf den Rs.n meist Wappenschilder zeigen. Ein Vorderseitentyp zeigt den Herzog unter gotischem Baldachin, ein anderer einen Engel mit dem Schild von Geldern.
Reisetaler
1. Dänische Kuranttaler zu 6 Mark aus dem 18. Jh., die für Reisen des dänischen Königs (oder Mitglieder des Königshauses) nach Norwegen geprägt wurden. Sie zeigen auf den Vs.n das Bildnis des Regenten, die Rs.n sind mit doppelter Umschrift, Wert und Datum versehen und zeigen 1704 den norwegischen Löwen (mit Hellebarde), 1732/33 den norwegischen Löwen im gekrönten Schild, 1749 und 1788 den bekrönten norwegischen Löwen auf Felsen. 2. Die ...
Rektorentaler
Italienisch Tallero Rettorale, bezeichnet die Talermünzen im Wert von 60 Grossetti aus Ragusa (heute Dubrovnik), früher ein bedeutendes See- und Handelszentrum an der Küste Dalmatiens. Die Silbermünze ist nach der Darstellung des Idealbilds eines ragusischen Rektors auf der Vs. benannt. Die Rs.n zeigen das Stadtwappen von Ragusa. Die Rektorentaler wurden etwa zwischen 1740 und 1779 geprägt, ebenso minderwertig wie die vorangegangenen Blasiustaler. Ihr Feingewicht betrug 15,626 g (das Silber...
Remedium
Früher war die Münztechnik nicht in der Lage, die Gewichtsbestimmungen des Münzfußes für ausgeprägte Münzen einzuhalten. Deshalb wurde gesetzlich ein bestimmter Toleranzbereich eingeräumt, den die Münzer einhalten mussten: das Remedium. Das Remedium betraf früher nur die Toleranz nach unten; es handelte sich also um das Mindergewicht zwischen dem für das Nominal festgelegten Gewicht und dem gesetzlich erlaubten Mindestgewicht. Dieses Mindestgewicht mussten die einzelnen Münzen Stück...
Rempelheller
Volkstümliche Bezeichnung eines Typs von Hellermünzen aus der Stadt Breslau, die etwa ab 1422 geschlagen wurden. Der Name geht auf die Deutung der Darstellung auf der Vs. zurück: Das Kopfbild des hl. Johannes (Stadtpatron) wurde von der Bevölkerung als Porträt des berüchtigten Ratsherrn Rempel gedeutet. Die Darstellung des böhmischen Löwen auf der Rs. wurde als Hund des ebenso unbeliebten Ratsherrn Beda angesehen. Die Kleinmünze war so beliebt, dass d...
Renaissance
Begriff für die tiefgreifende Kunst- und Kulturwende vom Mittelalter zur Neuzeit, die im 14. Jh. von Italien ausging. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet „Wiedergeburt“: Gemeint ist die Wiedergeburt der antiken Kunst, an deren Vorbildern sich die Renaissance-Künstler orientierten. Der Ausdruck wird sowohl für die Zeitepoche wie auch für den Kunststil verwendet, der sich in weiten Bereichen der Kunst entfaltete, u.a. in Architektur, Malerei und Skulptur. Die Renaissance bra...
Rentenkredit
Im Spätmittelalter und zu Beginn der Neuzeit war der Rentenkredit eine verbreitete Form des mittel- und langfristigen Kredits. Ein Kreditnehmer konnte sich dadurch Kapital verschaffen, dass er sein Haus, Grundstück oder seinen Acker mit einer Rente belastete. Zinssatz und Datum der fälligen Rückzahlungsbeträge waren vertraglich geregelt. Der Kreditnehmer haftete nicht persönlich, sondern mit der beliehenen Immobilie für die Einhaltung der vertraglich vereinbart...
Rentenmark
Einheit der Übergangswährung, die zur Zeit der Weimarer Republik im November des Jahres 1923 die Papiermark ablöste, die zur wertlosen Recheneinheit herabgesunken war. Zur Stabilisierung der Mark wurde übergangsweise die Rentenmark eingeführt. Die Rentenmarkscheine und Rentenpfennigmünzen (in Nominalwerten zu 1, 2, 5, 10 und 50 Rentenpfennigen) stellten aber kein gesetzliches Zahlungsmittel dar, d.h., es bestand keine Annahmepflicht für Privatpersonen. Mit der Verordnung vom 11. Februar 1...
Rentenpapier
Bezeichnung eines fest verzinslichen Wertpapiers, das auf dem Rentenmarkt gehandelt wird.
Repräsentationsmünzen
Bezeichnung für Münzen und Medaillen, die nicht in erster Linie für den Geldumlauf geprägt wurden, sondern um das Ansehen des Münzherrn oder des Fürstenhauses zu erhöhen. Dazu zählen neben Großsilbermünzen, Gedenkprägungen und staatlichen Medaillen, auch Dukatenvielfache und andere hochwertige Goldmünzen. Die Repräsentationsstücke dienten den Fürsten bis zur Zeit der französischen Revolution vorwiegend zu Geschenkzwecken (siehe auch Donativprägungen). Die Bezahlung von Gesandten...
Reproduktion
Replik
Als Reproduktion oder Replik bezeichnet man die Nachahmung schöner alter Münzen oder Medaillen nach historischem Vorbild. Es handelt sich meist um seltene oder verloren gegangene Münzen, die für Museen oder Ausstellungen speziell angefertigt werden. In Deutschland müssen Repliken als solche auch für den Laien kenntlich gemacht werden.
Reservewährung
Mit dem Aufkommen der Papierwährung hielten die Notenbanken immer eine Reserve im Währungsmetall (meist Gold) zur Notendeckung zurück. Mit den manipulierten Währungen (Ablösung des Geldwerts vom Metallwert) verlor das Gold an Bedeutung, vor allem in den beiden Weltkriegen. Guthaben in stabilen und international anerkannten Währungen, wie das englische Pfund Sterling oder der US-amerikanische Dollar, wurden wichtiger. Sie wurden als Reserve zum Zweck des internationalen Finanzausgleichs geh...
Restituierte Münzen
In Typ und Art einer früher umgelaufenen Münze nachgeschlagene Prägung, besonders beliebt in der römischen Kaiserzeit. Dabei haben die Kaiser mit der Restitution der Münzen besonders bewunderte Staatsmänner aus der Vergangenheit verehrt. So haben die Kaiser Titus (79-81 v. Chr.), Domitian (81-96) und Nerva (96-98) vor allem Bronzemünzen vorangegangener Kaiser restituiert, Trajan ließ sogar Denare der Republikzeit prägen, allerdings nach dem Münzfuß seiner Zeit. Von den restituierten M...
Retrograd
Eine Schrift wird als retrograd (rückläufig) bezeichnet, wenn sie entgegen der üblichen Schriftrichtung und Leserichtung läuft, wobei die Buchstaben seitenverkehrt sind. Retrograde Schrift kommt auf archaischen und frühklassischen griechischen Münzen und bei barbarischen Nachahmungen der Kelten häufiger vor, gelegentlich auch auf römischen und byzantinischen Münzen. Manchmal findet sich die retrograde Schrift auch in Verbindung mit seitenverkehrter bildlicher Darstellung auf der Münze....
Reul
Bezeichnung des Sixpence-Stücks in der irischen Landessprache, das von 1928 bis zur Einführung der Dezimalwährung am 15. Februar 1971 im Freistaat Irland (seit 1922) bzw. in der Irischen Republik (seit 1937) geprägt wurde. Es zeigt auf der Vs. die Brian-Horn-Harfe (Staatsemblem), auf der Rs. den Irischen Wolfshund. Das irische Threepence-Stück, der halbe Reul, zeigt auf der Vs. ebenfalls die Harfe, auf der Rs. den Eurasischen Schneehasen.
Revers
Französische, international übliche Bezeichnung für die Rückseite einer Prägung, meist mit rv. oder rs. abgekürzt.
Rheinischer Gulden
Als rheinischer Gulden bezeichnet man die goldene Leitwährungsmünze im Rheingebiet des 14. und 15. Jh.
Ursprünglich waren den Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lediglich die Prägung von Pfennigen gestattet. Dies änderte sich mit dem Erhalt des Goldmünzprivilegs im Jahre 1356. Nun bestand die Möglichkeit, dass auch die Stände Goldmünzen prägten.
Bereits 1372 prägten die Erzbischöfe von Trier und Köln Gold- und Silbermünzen mit festgelegtem Feingehalt. Im J...
Rhodischer Münzfuß
Die auf der Insel Rhodos gelegenen Städte Ialysos Lindos und Kamiros hatten in der archaischen Periode nach dem attischen Münzfuß geprägt. Nach den Perserkriegen trat eine Prägepause ein. Schon bald nach der Gründung der gleichnamigen Hauptstadt Rhodos (408 v. Chr.), die sich schnell zu einer reichen Handelsmetropole entwickelte, ging man um 396 v. Chr. zu einem etwas leichteren Fuß, dem rhodischen Münzfuß, über. Das Gewicht der Tetradrachmen lag bei ca. 15 g, der rhodische Haupttyp ze...
Rhodium
Rhodium ist ein hartes, silbrig-weißes Edelmetall mit dem chemischen Zeichen Rh und gehört zu der Gruppe der Platin-Metalle. 1803 wurde es in einem Rohplatinerz aus Südamerika entdeckt und zählt seitdem zu den seltensten, nicht-radioaktiven und teuersten Metallen der Welt. Das als eigenständig anerkannte Mineral hat einen Schmelzpunkt von 1966 °C und eine Dichte von 12,41 g/cm³. Rhodium wird oft in Form von Legierungen eingesetzt und findet zudem Verwendung in Katalysatoren, bei der Besch...
Rial
In arabischen Staaten verbreitete Münzeinheit (siehe auch Riyal): 1. Im Iran wurde mit der Währungsreform vom 13. März 1932 der Rial, unterteilt in 100 (neue) Dinars (= 20 Shahi), eingeführt. Bis 1937 galten 100 Rials einen goldenen Pahlewi, danach wurde die Goldmünze zum Tageskurs (Gold-Silber) in Rial berechnet. Bis 1951 wurden 1/2- (nur 1932-1936), 1-, 2-, 5- und 10- Rial-Stücke in Silber ausgegeben, letztere nur 1944-47. Nach 1952 wurden die Nominale in Kupfer-Nickel ausgegeben, s...
Ricardo, David
Bedeutender britischer Nationalökonom, Politiker und Geschäftsmann, der sich als Theoretiker der klassischen Nationalökonomie einen Namen machte. Er entstammte einer jüdischen Familie portugiesischer Abkunft, die noch vor seiner Geburt in London von Holland nach England auswanderte. Bereits mit 14 Jahren trat er in die Börsenmaklerfirma seines Vaters ein und machte sich mit 21 Jahren selbstständig, nachdem es mit seiner Familie wegen seiner Heirat mit einer Christin zum Bruch gekommen war....
Richtpfennig
Der Richtpfennig ist der 256. Teil der Gewichtsmark. Je nach dem Gewicht der Mark, das im Mittelalter regional schwankte, wogen die Richtpfennige also etwa zwischen 0,9 und 1,1 g. Im Mittelalter war man wohl nur in einigen Handelszentren (Lübeck, Köln, Wien) befähigt, feinere Gewichte abzuwägen. Zur Unterteilung des Richtpfennigs in zwei Heller gelangte man erst in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s. In Frankreich wurden im beginnenden 16. Jh. genauere Waagen hergestellt, die eine Gewichtsunte...
Rider
Schottische Goldmünze, die unter Jakob III. (1460-1488) in Anlehnung an den französischen Franc à cheval (siehe Franc d'or) 1475 eingeführt wurde. Die Vs. zeigt den König in vollem Harnisch und mit gezücktem Schwert auf galoppierendem Pferd, die Rs. das gekrönte Wappenschild auf einem Langkreuz. Es gab auch Halb- und Viertelstücke. König Jakob VI. nahm den Typ 1593 wieder auf und gab 1593-1595, 1598/99 und 1601 1- und 1/2-Riders aus, allerdings ohne das Langkreuz.
Rigsbankdaler
Dänische Hauptsilbermünze, die nach dem Staatsbankrott 1813 zu 96 Rigsbank-Skilling bzw. 30 Schilling Courant (in Schleswig-Holstein) geprägt wurde. Der Rigsbankdaler im Gewicht von 14,447 g (875/1000 fein) wurde mit 1/2 Rigsdaler Specie (Speciesdaler) bewertet. Die Vs.n zeigen die Büste der jeweils herrschenden dänischen Könige Frederik VI. (1808-1839), Christian VIII. (1839-1848) und Frederik VII. (1848-1863), die Rs.n die Wappen. Seit 1854 wurde er mit der Bezeic...
Rigsbanktegn
Nach dem Staatsbankrott zwischen 1813 und 1815 von der dänischen Reichsbank (Rigsbank) ausgegebene kupferne Notmünzen zu 2, 3, 4, 6, 12 und 16 Skilling. Die Reichsbankmarken zeigen auf den Vs.n ein ovales Wappen unter der Königskrone, auf den Rs.n sind sie mit RIKSBANKTEGN, der Wertbezeichnung, dem Wert und der Jahreszahl beschriftet. Die Geldzeichen wurden bis 1843 wieder eingezogen.
Rigsdaler
Der Reichstaler in Dänemark und Norwegen (bis 1814 mit Dänemark verbunden). Die Bezeichnung Rigsdaler erscheint zum ersten Mal auf einem Speciestaler unter der Regentschaft des Kronprinzen Frederik (1784-1808), des späteren Königs Frederik VI. (1808-1839), der anstelle des senilen König Christian VII. (1766-1808) regierte. Dieser Reichsspeciestaler stammt aus der norwegischen Münzstätte Kongsberg (Münzzeichen "Hammer und Eisen gekreuzt") und wurde 1791 in Norwegen und 1795 in Dänemark z...
Rijder
Niederländische Gold- und Silbermünze, dessen Typ – wie der schottische Rider – dem französischen Franc à cheval angelehnt ist. Die Goldmünzen des Typs siehe unter Goldener Reiter, die Silbermünzen unter Silberner Reiter.
Rijksdaalder
Bezeichnung der nach dem Fuß des Reichstalers geschlagenen Talermünzen der Generalstaaten, zur Unterscheidung von Talermünzen (Daalder) nach anderem Münzfuß. Die ersten Rijksdaalder wurden 1583 mit dem Bildnis eines geharnischten Ritters mit Schwert von fast allen nördlichen Provinzen geprägt, teilweise auch als Typ gehelmter Rijksdaalder. Daraufhin folgte der Nederlandse Rijksdaalder (Niederländischer Reichstaler), der nach dem Beschluss der Generalstaaten seit 1606 geprägt wurde und 2...
Rikets Ständers Riksgäldskontor-Polleter
Bezeichnung offizieller schwedischer Polletter aus Kupfer, Ersatzgeldmarken die zwischen 1799 und 1802 vom "Reichsschuldenamt der Reichsstände" in Werten zu 1/4 und 1/2 Skilling ausgegeben wurden.
Riksdaler
Die ersten schwedischen Talermünzen wurden um 1534 unter Gustav Wasa geprägt und Daler genannt. Die Hauptmünze war und blieb aber die schwedische Mark. Der Wert der Daler stieg bald auf 4 Mark und wurde weiterhin so gerechnet (Rechnungsmünze), die ausgeprägten Dalermünzen entfernten sich aber von diesem Wert. Der Riksdaler entstand nach dem Vorbild des deutschen Reichstalers und wurde zum ersten Mal wohl unter König Sigismund 1594 ausgemünzt. Die Vs. zeigt das Hüftbild des Königs mit g...
Riksdaler Riksmynt
Mit der Einführung der Dezimalwährung in Schweden (1855) wurde der Riksdaler Riksmynt zu 100 Öre eingeführt, 4 Riksdaler Riksmynt entsprachen dem Riksdaler (Species), ein Wertverhältnis, das auf den alten Rechnungswert des Dalers (4 Daler = 1 Riksdaler) aus dem 17. Jh. zurückgeht.
Rin
Kleinste japanische Münzeinheit, die mit der Einführung des modernen Münzsystems in Japan in der Meiji-Ära nach 1870 ausgegeben wurde. 1000 Rin = 100 Sen = 1 Yen. Das 1-Rin-Nominal wurde bis 1884, das 5-Rin-Nominal bis 1909 geschlagen.
Ringdollar
Das erste Geld Australiens aus der Provinz New South Wales (Neusüdwales) wurde aus etwa 40.000 spanischen Pesos hergestellt, die unter Gouverneur Lachlan Mac Quarie zu 4 Shilling 9 Pence je Stück aufgekauft wurden. In Sydney wurden die Mittelstücke ausgestanzt, umgeprägt und gelangten als Dumps zu 1 Shilling 3 Pence (oder im Wert von 15 Pence) in den Zahlungsverkehr. Die übriggebliebenen Ringe wurden auf der einen Seite mit der Wertbezeichnung FIVE SHILLINGS und auf der ...
Ringgelder
Einfache oder spiralförmige Ringe und Reife aus Halbedelsteinen, Muscheln, Palmfasern und fast allen Metallen (Gold, Silber, Kupfer, Bronze, Messing, Zinn, Eisen) waren nicht nur als zierender Schmuck für Arme, Beine, Finger, Füße, Hals, Ohren oder Stirn beliebt, sondern stellten (wie der meiste Schmuck) auch Wertobjekte dar, die in vielen Regionen der Welt und zu den verschiedensten Zeiten auch als Tausch- und Zahlungsmittel dienen konnten. Diese Ringgelder zählen zu den vormünzlichen Zah...
Ringgit
Malaiische Bezeichnung des spanisch-amerikanischen Pesos auf der malaiischen Halbinsel und Umgebung (Borneo, Sumatra) im 18./19. Jh., heute die Währungseinheit von Malaysia. 1 Ringgit (Malaysia-Dollar) = 100 Sen (Cents).
200 Ringgit 1976 auf den Fünfjahresplan
Ringprägung
Nach dem heutigen Stand der Technik erfolgt der eigentliche Prägevorgang in einem Ring. Nach dem Randstauchen und der Prägung der Randschrift werden die Ronden mit einer Vorschubzange einem glatten (ungeteilten) Prägering zugeführt, in dem durch den beweglichen Ober- und Unterstempel die Prägung erfolgt. Durch eine Bewegung des Unterstempels wird die Münze ausgeworfen. Die Technik des geschlossenen Rings ersetzte im ersten Viertel des 19. Jh.s den "gebrochenen Ring" (frz.: virole brisée),...
Rittenhouse, David
Berühmter US-amerikanischer Uhrmacher, Astronom und Wissenschaftler, der am 4. April 1792 von Präsident George Washington zum ersten Münzdirektor des Münzamts in Philadelphia bestellt wurde. Erst zwölf Tage zuvor war das Gesetz verabschiedet worden, das erste US-Münzamt in der damaligen Hauptstadt Philadelphia zu errichten. Der angesehene und hochdekorierte Rittenhouse (Präsident der American Philosophical Society und Professor für Astronomie an der University of Pennsylvania) war damals...
Rixdollar
Eine nach dem niederländischen Münzsystem geprägte Silbermünze zu 48 Stivers - so die engl. Bezeichnung des niederländischen Stuiver - der britischen Kolonie Ceylon, dem heute unabhängigen Sri Lanka. Nachdem 1785 französische Revolutionstruppen die Vereinigten Provinzen der Niederlande erobert und die Batavische Republik ausgerufen hatten, begann Großbritannien mit der Eroberung niederländischer Kolonien, darunter Ceylon. Die Münzausgaben der Ea...
Riyal
Auch Ryal oder Rial, bezeichnet ursprünglich die (europäischen) Großsilbermünzen (u.a. Taler, Peso) in den mohammedanischen Ländern Arabiens. Später wurde der Name in einigen Ländern auf (zunächst silberne) Münzeinheiten übertragen( Rial).
Robotmarken
Abgeleitet vom slaw. raboti (Arbeit, Fron), sind Marken, die in den slawischen Ländern Osteuropas als Gegenwert für Frondienste oder für Arbeitsleistungen vergeben wurden. Sie kommen in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien vor, auch aus Glas. Die meisten Robotmarken liefen in den großen landwirtschaftlichen Gütern um, vor allem in abgelegenen Gebieten im Osten Österreich-Ungarns (Böhmen, Mähren, Walachei, Banat, Siebenbürgen, Bukowina, Galizien, Lodomei) und konnten te...
Roettiers
Medailleurs- und Graveursfamilie flämischer Herkunft, die über ein Jh. lang in den Diensten englischer, französischer und spanischer Monarchen stand. Als der spätere englische König Charles (Karl) II. (1660-1685) zur Zeit der Diktatur unter Lordprotector Oliver Cromwell ins Exil nach Antwerpen ging, unterstützte ihn der dort ansässige Goldschmied Johann Roettiers finanziell. Aus Dankbarkeit stellte er die Söhne Roettiers, Johann (der sich in England Jean nannte), Joseph und Philipp, an d...
Rogus
Lateinische Bezeichnung des Scheiterhaufens, der auf Consecrationsmünzen der römischen Kaiserzeit zwischen Antoninus Pius (138-161 v. Chr.) und Nigrianus (gest. ca. 285 v. Chr.) erscheint. Der Rogus diente der Verbrennung des Körpers der verstorbenen Kaiser oder weiblicher Angehöriger der Kaiserfamilie. Er wurde als pompöses, mehrstufiges Bauwerk dargestellt, das oftmals von einer Biga oder Quadriga gekrönt war, die den Divus oder die Diva zu den Göttern geleiten sollte.
Rollbatzen
Auch „Rollenbatz“, ist eine zeitgenössische Bezeichnung für die Batzen zu 4 Kreuzer im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jh. in der Schweiz und in Süddeutschland. In Italien, wo die Rollbatzen schweizerischen Gepräges vielfach unterwertig nachgeahmt wurden, war die Bezeichnung Rollobasso (auch Rolabasso) verbreitet. Die Herleitung des Namens ist bis heute nicht geklärt.
Rollsiegel
In die Zeit der frühen Hochkultur Mesopotamiens (um 3000 v. Chr.) werden die ersten Rollsiegel datiert, die schon bei den frühen Hochkulturen der Sumerer die Hauptsiegelart bildeten und von den nachfolgenden Reichen in und um das Zweistromland (Assur, Elam, Altbabylon) übernommen wurden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, blieben die Handelspartner in Ägypten (ausgenommen die mesopotamischen Rollsiegelimporte der Djemet-Nasr-Zeit) und in Anatolien (ausgenommen altassyrische Handelskolonien) be...
Roma
Personifikation der Stadt Rom und damit des römischen Staates als weibliche Gottheit. Die Roma entwickelte sich nach dem Vorbild griechischer Stadtgottheiten und ist häufig auf römischen Münzen dargestellt. In der frühen Republikzeit ist die Darstellung des Romakopfes mit verziertem Helm vor allem auf Silber-Denaren vorherrschend. Schon auf den ersten Denaren um 211 v. Chr. erscheint der Kopf der Roma mit verziertem Helm. Der Vorderseitentyp wird im 2. Jh. v. Chr. beibehalten und tritt in d...
Romanow
Russische Zarendynastie, ursprünglich Bojaren (russische Adlige), die durch Verwandtschaft mit den Rurikiden 1613 durch Michail Fjodorowitsch (Zar Michael I.) auf den Zarenthron gelangte. Die direkte Linie der Romanows herrschte bis 1730 (Peter II.) in männlicher und bis 1762 in weiblicher Folge (Elisabeth II.) über Russland. Mit Peter III., einem Neffen Zar Peters II., verheiratet mit Zarin Katharina II. (der Großen, 1762-1796), ging 1762 die Zarenwürde an die Seitenlinie Romanow-Holstein-...
Romanow-Rubel
Silberne Gedenkmünze zu einem Rubel von 1913 auf die 300-Jahrfeier der Dynastie Romanow. Sie zeigt auf der Vs. die Büsten des ersten (Michail I. Feodorowitsch) und letzten Zaren (Nikolaus II.) der Dynastie, auf der Rs. den gekrönten russischen Doppeladler über den Jahreszahlen 1613-1913.
Römische Zahlen
Die römischen Zahlzeichen wurden hauptsächlich in der Neuzeit (bis in die Moderne) zur Datierung von Münzen verwendet. Für die Wertzahlen auf Münzen sind lange Zeit römische Zahlzeichen verwendet worden, in Deutschland bis ins 19. Jh. Folgende römische Zahlenzeichen werden benutzt: I = 1, V = 5, X = 10, L = 50, C = 100, D = 500 und M = 1000. Die Zahlen wurden durch Zusammensetzungen gebildet, angefangen von der größten bis zur kleinsten Zahl, z.B. MD...
Römisches Münzwesen
Die relativ späte Entstehung des römischen Geldwesens spiegelt die politische und militärische Expansion Roms in Italien wider. Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurden nach dem Vorbild anderer italischer Staaten mit der Münzproduktion begonnen – zunächst wurden die Geldstücke gegossen, bevor sie schließlich geprägt wurden.
Vor den ersten Münzstücken waren jedoch zunächst gegossene und vorgewogene Bronzebarren – Aes rude – mittelitalischer Stämme im Umlauf. Im ausgehenden 4. bis 3....
Ronde
Bezeichnung für den ungeprägten Münzrohling, auch Plättchen oder Platte genannt; entspricht der alten Bezeichnung Schrötling.
Roosevelt-Dime
Der jüngste Typ des US-amerikanischen Dime ist nach dem Tod des 32. US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1882-1945) von John R. Sinnock kreiert und 1946 erstmals ausgegeben wurde. Er zeigt auf der Vs. das Kopfbild Roosevelts, auf der Rs. eine Fackel zwischen zwei Zweigen. Seit 1965 wurde der zuvor als Silbermünze (900/1000) ausgegebene Roosevelt-Dime aus Kupfer-Nickel (Legierung im Verhältnis 3:1) mit Kupferkern ausgegeben.
Roosschelling
Niederländischer Schillingtyp (Rosenschilling), der in der ersten Hälfte des 17. Jh.s geprägt wurde, benannt nach der Rückseitendarstellung einer Rose im Zentrum eines mit Blumen verzierten Kreuzes.
Rosa Americana
Bezeichnung kupferner Token, die der englische Fabrikant William Woods nach 1722 für die englischen Kolonien in Nordamerika ausbrachte. Ausgegeben wurden die drei Nominale Halfpenny, Penny und Twopence. Der Typ zeigt auf der Vs. die lorbeerbekränzte Büste König Georgs I., die Rs. eine meist bekrönte, voll-erblühte Rose mit der Umschrift ROSA AMERICANA UTILE DULCI (Amerikanische Rose, nützlich und reizend). Es gibt Varianten (neben bekrönter/ unbekrönter Rose). Ein undatierter Penny zeig...
Rose Ryal
Englische Goldmünze zu 30 Shillings, die König Jakob (James) I. (1603-1625) seit 1604 ausgeben ließ. Sie wurde zwischen 1612 und 1619 mit 33 Shillings bewertet. Die Vs. zeigt den König auf dem Thron sitzend mit Zepter und Reichsapfel in Händen, die Rs. den königlichen Wappenschild (vierfeldig) auf einer großen Rose. Die Rs. wurde nach 1619 abgeändert: Die Rose entfällt, der nun größere Wappenschild wird nun von einem Kreis von Emblemen (L...
Roseler
Vorläufer des Schildgroschens, eines Typs des Meißner Groschens, geprägt von Friedrich dem Streitbaren zwischen 1405 und 1402. Er zeigt als Rückseitenvariante den Löwenschild, von einer fünfblättrigen Rose umgeben.
Rosenobel
Spätmittelalterliche englische Goldmünze, die in der ersten Regierungszeit Eduards IV. (1461-1470, 1471-1483) entstand, mit dem erstmals die Dynastie York den englischen Kaiserthron usurpierte. Der Rosenobel oder Ryal unterscheidet sich im Typ vom Nobel (Schiffsnobel) auf der Vs. durch eine Fahne (mit Monogramm E) neben dem gewappneten Herrscher im Schiff und eine fünfblättrige Rose an der Seitenwand des Schiffes, die Rs. zeigt im Feld eine strahlenförmige Rose. Sie steht für die "weiße R...
Rössler
Volkstümliche Bezeichnung für neuzeitliche schweizerische Groschen, die nach dem Vorbild des italienischen Cavallotto einen Reiter auf dem Münzbild zeigen. Auf den schweizerischen Rösslern ist meist St. Martin als Reiter dargestellt, wie auch auf Groschen aus Bellinzona, Unterwalden und Uri.
Rosstaler
Bezeichnung der Taler in den braunschweigischen Landen, die das springende Sachsenross zeigen. Erstmalig erschien der Rosstaler im Jahre 1649 unter Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg-Celle (1648-1665). Bald wurden auch goldene Dukaten und Mehrfachdukaten (bis zu 4 Dukaten), Schautaler (bis zu 10 Talern) und Talerteilstücke (von 1/2- bis zu 1/96-Talern) sowie Mariengroschen, Gute Groschen und ihre Mehrfachstücke (bis 16 Gute Groschen bzw. 24 Mariengroschen) und schließlich auc...
Rosswerk
Wenn die Einrichtungen der Münzen nicht durch Wasserkraft angetrieben werden konnten, mussten sie (vor Erfindung der Dampfmaschine) mit Pferdekraft, den sog. Rosswerken, betrieben werden. Die geblendeten Pferde gingen an einem Göpel ständig im Kreis. Die Kraft der Pferde wurde auf eine senkrechte Achse übertragen, an der ein Rad befestigt war, das über Zahnräder die Kraft weiterleitete. Damit wurden z.B. Streckwerk, Walzenwerk oder Taschenwerk betrieben. Verschiedene Münzstätten arbeitet...
Rostralkrone
Lat. als corona rostrata oder corona navalis (Schiffsschnabelkrone) bezeichnet, ähnelt einer Strahlenkrone und ist mit kleinen Schiffsvorderteilen( Prora) verziert. Sie wurde den römischen Feldherren für Seesiege verliehen. Auf römischen Bronzemünzen ist z.B. Agrippa, der Jugendfreund, Flottenchef, Mitregent und designierter Nachfolger des Augustus, mit einer Rostralkrone dargestellt.
Rostrum
Lat. Bezeichnung (eigentlich Schnabel) des Rammsporns (griech. embolon), die wichtigste Waffe am Vorderteil( Prora) der Schiffe in der Antike. Solange man den Schiffsvorderteilen die Gestalt eines Tiers gab, war das spitze, keilförmige Rostrum in Gestalt der Schnauze eines Tiers (u.a. Fisch, Eber, Stier, Adler) gestaltet. Später ragte das Rostrum in Form eines Dreizacks in Höhe der Wasserlinie aus dem Bug des Schiffes heraus. Auf antiken Münzen ist meist der gesamte Vordertei...
Rote Sechser
Bezeichnung unterwertiger brandenburgisch-preußischer 6-Pfennig-Stücke. Die Prägung der unterwertigen Sechser, die schon nach kurzer Umlaufzeit nicht mehr silbern, sondern kupferrot aussahen, wurde noch ein Jahr vor dem Tod des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) im Jahr 1687 begonnen. Unter Friedrich III. (1688-1701), seit 1701 König Friedrich I. von Preußen (1701-1713), wurde die Prägung in großen Mengen fortgeführt und erst auf Betreiben des Kronprinzen und späteren Kö...
Rote Seufzer
Bezeichnung unterwertiger sächsischer 6-Pfennig-Sücke, die ihre dünne Silberschicht im Umlauf schnell verloren und eine kupferrote Farbe annahmen. Kurfürst August I. von Sachsen (1694-1733) veranlasste in den Jahren 1701/02 in der Münzstätte Leipzig die Ausprägung enormer Mengen (nach Suhle 28 Millionen Stück) der unterwertigen Landmünzen. Sie wurden durch ein Edikt im Februar 1703 auf den Wert von 3 Pfennigen, aufgrund des Drucks der Bevölkerung im April des Jahres bereits auf 2 Pfenn...
Rothschild
Privatbankiersfamilie mit Banken in verschiedenen Ländern, die bis zum Ersten Weltkrieg ein "Gesamthaus Rothschild" bildeten. Der Aufstieg des Hauses Rothschild begann, als der Frankfurter Münz-, Antiquitäten-, Textilien- und Wechselhändler Meyer Amschel Rothschild im Jahr 1769 Hoffaktor des reichen Landgrafen von Hessen-Kassel wurde. Im Rahmen seines Sammlergeschäfts brachte er auch Kataloge heraus. Später hatte die Bankiersfamilie Rothschild auch Einfluss auf das ...
Rothschild Love Dollar
In den USA gebrauchte Bezeichnung von Vereinstalern (1857-1866) und Doppeltalern (1860-1866) der Freien Stadt Frankfurt (am Main), die nach dem Fuß des Wiener Münzvertrags geprägt wurden. Die Taler zeigen auf den Rs.n den gekrönten Adler, auf den Vs.n das Brustbild der Personifikation Frankfurts, der Francofurtia, wofür die Schauspielerin Janauschek Modell saß. Der Medailleur August von Nordheim signierte die Münzen am Schulteransatz der Francofurtia-Darstell...
Roty, Louis Oscar
Berühmter französischer Medailleur und Stempelschneider, Professor an der Ecole des Beaux Arts, gilt als Begründer der modernen Medaillenkunst (Impressionismus, Jugendstil). Nach seiner Lehre bei A. Dumont und H. Ponscarme begann er bald in einem realistischen, aber romantisch wirkenden Stil zu arbeiten. Seine Werke zeichnen sich durch zarte Linienführung mit weichen Übergängen in (niedrigem) Relief aus und haben häufig keine oder nur flache Ränder. Neben Medaillen stellte er auch Münzs...
Royal d'or
Französische Goldmünze, die schon in schriftlichen Dokumenten aus dem 13. Jh. genannt wird. Die frühesten bekannten Exemplare wurden unter König Karl IV. (1322-1328) nicht vor 1326 im Gewicht von etwa 4,2 g geprägt (24-karätig). Die Vs. zeigt den König mit Zepter in einer gotischen Estrade stehend, die Rs. ein Lilienkreuz im Vierpass. Es sind auch zwei Halbstücke bekannt. Philipp VI. (1328-1350) gab auch Doppelstücke aus. Der Royal d'or erschien zulet...
Royalin
Bezeichnung kleiner Münzen aus Tranquebar (Dänisch-Indien) an der Südostküste von Indien; die Mehrzahl lautet Royaliner. Sie entsprach im Gewicht (um 1,5 g), Silbergehalt und Wert dem Fano, den er um 1755 ablöste. Er wurde bis 1807 geprägt, danach folgte ihm wieder der Fano. Der Royalin von Tranquebar zeigt auf der Vs. das Monogramm des regierenden dänischen Königs, auf der Rs. das dänische Löwenwappen und die Wertbezeichnung ROYALIN. Es gab auch...
Rubel
Vermutlich ist der Ausdruck Rubel vom russ. "rubitj" abgeleitet und bezieht sich auf das Abschlagen von Teilen größerer Silberbarren. Diese Silberbarrenstücke waren in Nowgorod, Moskau und anderen russischen Fürstentümern bis ins ausgehende 14. Jh. das gebräuchliche Zahlungsmittel. Die Bezeichnung Rubel ist dokumentarisch zum ersten Mal im 13. Jh. in Nowgorod belegt. Der Rubel in Form eines länglichen Silberbarrens im Gewicht von ca. 200 g (um 850/1000 fein) löste im 13. Jh. die Grivna a...
Rübenbatzen
Batzen des Salzburger Fürstbischofs Leonard von Keutschach (1495-1519), benannt nach der Darstellung einer Rübe, die sich im Familienwappen des Erzbischofs befand. Die in großen Mengen geprägten Rübenbatzen wurden von 1500 bis 1519 geprägt.
Rübentaler
Keutschachtaler
Sehr seltener Guldengroschen von 1504, den Erzbischof Leonard von Keutschach vermutlich als Probe oder Schaustück in der Münzstätte Hall (Tirol) prägen ließ. Die Silbermünze ist nach der Darstellung der Rübe im Familienwappen des Fürstbischofs benannt. Es gibt mehrere Stempel und Abschläge, darunter auch ein doppelter Guldengroschen und Goldabschläge (auch in Form von Klippen).
Rufiyaa
Landessprachliche Bezeichnung der Malediven-Rupie, der Währungseinheit der Malediven, einem Archipel (über 100 Koralleninseln) im Indischen Ozean. 1 Rufiyaa = 100 Laari.
Runenmünzen
Münzen mit nordischer Runenschrift sind selten. Es gibt einige englische und friesische Sceattas aus dem 7./8. Jh. mit Runentypen. Außerdem sind ca. 500 dänische und etwa ebenso viele norwegische Exemplare bekannt. Unter Sven Estridsen (1047-1074) und spät unter Harald Hardrada (1047-1066) wurden die dänischen Runenmünzen geschlagen. Der Großteil der norwegischen Stücke ist 1878 im Schatz von Graeslid gefunden worden und stammt aus der späten Herrsc...
Runstycke
Schwedische Bezeichnung (Rundstück) für die seit 1522 ausgegebenen silbernen, runden Öre-Münzen, zur Unterscheidung von den Klippen. Die Benennung ging dann im 18. Jh. auf die Öre KM (Kupfermünze) und schließlich auf die im 1. Drittel des 19. Jh.s geschlagenen kupfernen 1/12-Skilling-Stücke über.
Rupia
Portugiesische Rupie, die von den Portugiesen für ihre indischen Besitzungen Diu und Goa seit 1725 geprägt wurde. Sie wurde mit 600 Reis bewertet und galt 2 Pardao oder 10 (später 16) Tanga. Die Mehrzahl der Silberstücke wurde in Goa ausgemünzt und zeigt auf den Vs.n das Kopfbild der portugiesischen Regenten, auf den Rs.n das gekrönte Wappen, seit 1845 auch die Wertbezeichnung. Nach der Schließung der Münzstätte durch die Briten 1869, kam die Rupia ...
Rupie
Die Rupie ist die wichtigste Silbermünze Indiens, die auch weit über die Grenzen des Subkontinents als Handelsmünze Bedeutung erlangte. Die Bezeichnung „Rupie“ kommt aus dem Sanskrit: „rupiya“ bedeutet „verarbeitetes Silber“. Eingeführt wurde die Rupie bereits im 16. Jh. n. Chr.
Historische Entwicklung der indischen Rupie
Die indischen Silbermünzen haben eine lange Geschichte hinter sich – verschaffen Sie sich im Folgenden einen Überblick über die Entwicklung, Nutzung und Be...
Ruprechtsgulden
Bezeichnung der unter dem Pfalzgrafen Ruprecht geprägten rheinischen Gulden aus Gold. Es gibt verschiedene Typen, darunter auch minderwertige Postulatsgulden.
Ruspone
Ruspo
Bezeichnung des Dukaten aus Florenz, den Herzog Cosimo III. (1670-1723) im Jahr 1719 einführte und der bis in die Mitte des 19. Jh.s geschlagen wurde. Es gab auch als Ruspone bezeichnete Dreifachstücke gleichen Typs. Sie zeigen auf der Vs. die florentinische Lilie, auf der Rs. Johannes den Täufer sitzend. Das Gewicht der Goldmünze aus fast reinem Gold betrug 3,487 g, das des Ruspone war entsprechend schwerer.
Ryal
1. Englische Goldmünze, die zuerst unter Edward IV. 1465 geschlagen wurde und volkstümlich als Rosenobel bezeichnet wurde.2. Sehr seltene schottische Goldmünze im Wert von 3 Pfund, die nur in den Jahren 1555 bis 1558 ausgeprägt wurde. Die Vs. zeigt die Büste der Königin Maria Stuart, die Rs. den bekrönten Löwenschild.3. Seltene schottische Großsilbermünzen zu 30 Shillings, die Maria Stuart zwischen 1565 und 1567 und Jakob VI. zwischen 1567 und 1567-1571 und 1582-1585 prägen ließen. S...