Das große Reppa Münzen-Lexikon
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29 Beiträge in dieser Lexikon KategorieU (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der Münzstätte Turin unter Napoleon und der französischen Münzstätte Pau, deren Münzzeichen bis ins 18. Jh. eine kleine Kuh ( Vacquette) war.
Uber(i)tas
Römische Personifikation der Ergiebigkeit und Fruchtbarkeit, auf Münzen der römischen Kaiserzeit selten dargestellt. Uber(i)tas kommt z.B. als stehende Figur mit Füllhorn und Weintrauben in Händen auf Antoninianen des Kaisers Claudius II. Gothicus (268-270 v. Chr.) vor.
Übermünzung
Der Begriff wird in zwei Bedeutungen verwendet: 1. Für Ausgaben, die im Metallwert über dem auf den Münzen angegebenen Nennwert liegen, d.h., die betreffenden Münzen enthalten mehr Metall, als man auf dem Edelmetallmarkt für ihren Nennwert kaufen kann. Dadurch kann dem Ausgabestaat ein finanzieller Schaden entstehen. Beispiele für eine Übermünzung in diesem Sinne waren die kanadischen Silberdollars und die niederländischen 2 1/2-Gulden-Stücke in den frühen 70er Jahren des 20. Jh....
Überprägung
Unter Überprägung versteht man eine Verwendung eines älteren Schrötlings für eine Neuprägung, das alte Gepräge wird also durch ein neues ersetzt, ohne den Münzfuß zu ändern. Bei Überprägungen ist oft noch das alte Münzbild unter dem neuen Stempelbild sichtbar. Dies gilt besonders für antike oder mittelalterliche Münzen. Damals konnte man aus technischen Gründen das alte Gepräge (durch Glattwalzen) nicht vollständig beseitigen. Durch Überprägungen konnte sich der Münzherr Zei...
Uhlhorn, Dietrich
Deutscher Ingenieur, Mechaniker und Erfinder des Kniehebelprägewerks, das er 1817 in Grevenbroich (bei Köln) zum ersten Mal baute. Diese Erfindung Uhlhorns wurde ein Jahr später in Düsseldorf vorgestellt und bereits 1820 an der Berliner Münzstätte eingesetzt. An der Londoner Münze experimentierte man seit 1828 mit der neuen Technik, an der Pariser Münze verwendete man in den 30er Jahren ein von Thonnelier verbessertes Kniehebelprägewerk.
Ulrique
Schwedisches 2-Mark-Stück, das 1719 unter Königin Ulrika Eleonora (1719-1720) geprägt wurde.
Ultra High Relief
Ein Meilenstein der Münzprägung
Die Bezeichnung „Ultra High Relief“ steht in der Numismatik für eine außergewöhnliche Prägeart, die Münzen eine beeindruckende dreidimensionale Tiefe verleiht. Diese Technik, die erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde, erlebt in jüngster Zeit eine Renaissance und fasziniert Sammler weltweit.
Geschichte und Entwicklung der Ultra High Relief Prägung
Die Ursprünge des Ultra High Relief gehen auf das Jahr 1907 zurück, als der renommierte ...
Umlaufmünze
Auch Kursmünze, ist eine Münze, die meist längerfristig als Zahlungsmittel in einem bestimmten Gebiet (Umlaufgebiet) zirkulierte, im Gegensatz zu Sondermünzen oder zu einem bestimmten Anlass geprägten Münzen (z.B. Gedenkmünzen oder Sterbemünzen). Meist zeigen die Kurs- oder Umlaufmünzen über Jahre hinweg dasselbe Münzbild.
Umlaufsverlust
Der durch den längeren Umlauf entstandene Gewichtsverlust konnte insbesondere bei Edelmetallmünzen recht beträchtlich sein. Dies galt vor allem für reine Gold- oder Silbermünzen, die für den Umlauf eigentlich zu weich waren, oder für ungünstige Legierungen. Bei großem Umlaufsverlust fielen die Münzen unter das gesetzlich vorgeschriebene Passiergewicht und mussten eingezogen werden. Wer den volkswirtschaftlichen Verlust zu tragen hatte, war je na...
Umschrift
Die Schrift, die längs um den Rand auf der Vs. oder Rs. der Münze läuft. Die Umschriften sind meist nach der Stellung der Buchstaben rechtsläufig, in diesem Falle verläuft die Schrift von links nach rechts, wie wir es gewohnt sind. Seltener verläuft die Schrift von rechts nach links oder rückläufig, wie dies vor allem bei den römischen Münzen der Kaiserzeit der Fall ist, die unter der Dynastie der Flavier geprägt wurden. Auf neuzeitlichen Schaumünzen, Medaillen und Großsilbermünzen...
Uncia
Der lateinische Ausdruck Uncia (Unze) bezeichnete bei den Römern eine Maßeinheit: den zwölften Teil eines Ganzen. Die Uncia war zugleich eine Gewichtsbezeichnung und eine Münzbezeichnung. Als Münze war die Uncia die Grundeinheit, die den höheren Nominalen als Grundeinheit diente.
Entwicklung der Uncia
Als Gewicht unterteilte sie das römische Pfund (Libra) in 12 Teile (1 Libra = 12 Unciae), als Münze galt die Uncia 1/12 As (1 As = 12 Unciae). Die Uncia war ihrerseits wiederum in 24 Scripu...
Uncialfuß
Die Reihen des römischen Aes grave wurden ausgehend vom Libralfuß seit dem letzten Viertel des 3. Jh.s im Gewicht reduziert, zunächst über den Semilibralfuß, den Trientalfuß und den wichtigen Sextantalfuß bis hin zum Uncialfuß. Das Normgewicht des im Uncialfuß geprägten As entsprach 1/12 des römischen Pfundes (Libra), also etwa 27 g. Mit dem Erreichen des Uncialfußes wurden nicht mehr alle Wertstufen des As geprägt, die kleineren Werte, wie Semuncia und Uncia, fielen weg. Der Zeitpu...
Uncialis
Zeitgenössische lat. Bezeichnung von Guldinern, Guldengroschen und früher Talermünzen, da ihr Gewicht etwa einer Unze (nach der Kölner Mark etwa 29,23 g) entsprach.
Ungarischer Dukat
Bekannte ungarische Goldmünze, die auf der Vs. den hl. Ladislaus, auf der Rs. die Madonna zeigt. Der Typ wurde vor allem in italienischen Münzstätten oft kopiert und fand sogar den Weg nach Russland. Im Italienischen wird der Typ als Ungaro oder Ongaro bezeichnet.
Unikum
Auch Unikat, ein Kunstgegenstand oder eine Münze, die nur einmal vorkommt, also den höchsten Grad der Seltenheit erreicht und deshalb meist sehr teuer ist. Ein Unikum ist oft das letzte bekannte Exemplar einer kleinen Auflage. Wenn ein weiteres Exemplar des Typs auftaucht, kann die Münze schon nicht mehr als Unikum bezeichnet werden. Wenn allerdings in numismatischen Publikationen eine bisher nicht veröffentlichte Münze - eine sog. unedierte Münze - zum ersten Mal z...
Union latine
Französische Bezeichnung für die LateinischeMünzunion. Die zwischen Belgien, Frankreich, Italien und der Schweiz 1865 getroffenen Vereinbarungen über Gewicht, Gehalt, Form und Umlauffähigkeit der Gold- und Silbermünzen wurde anfangs schlicht Convention monétaire (Münzkonvention) genannt. Da die Sprachen der beteiligten Länder fast ausnahmslos aus dem lateinischen Sprachstamm hervorgehen, setzte sich die Bezeichnung Union latine durch.
Unite
Englische und schottische Goldmünze, die unter König Jakob (James) I. von England, der als Jakob VI. auch König von Schottland war und in Personalunion beide Königreiche vereinte, im Jahr 1604 in beiden Königreichen erstmals geprägt wurde. Die Münzbezeichnung und die lat. Umschrift FACIAS EOS IN GENTEM UNAM (dt.: Du sollst sie zu einem Volk machen) auf der Münze beziehen sich auf die Vereinigung der beiden Königreiche. Die Vs. zeigt die Büste des Königs, die Rs. das Wappen. Die aus de...
Universalsammlung
Sammelgebiet, das alle Länder und alle Zeiten umfasst, keine Münze bleibt ausgeschlossen. Universalsammlungen sind aufgrund der benötigten zeitlichen Beanspruchung und der Höhe der finanziellen Mittel heute den Museen vorbehalten. Privatsammler haben die Möglichkeit, einen Querschnitt repräsentativer Münzen aus allen Zeiten zu sammeln. Solche Querschnittssammlungen sind vom Sinn her mit Universalsammlungen vergleichbar, auch wenn der hohe Anspruch der Vollst&au...
Unze
Handelsgewicht in den deutschen Staaten, Österreich und der Schweiz. Das Gewicht der Unze schwankte örtlich analog dem Pfund oder der Mark. Auf Basis der Kölner Mark war 1 Unze = 1/8 Kölner Mark = 2 Lot = 29,227 g. Als Apothekergewicht schwankte die Unze zwischen 29,23 g in Preußen und Sachsen und 35 g in Österreich.
Upstalsboom-Taler
Hannoversche Talermünze, die Georg V. (1851-1866) im Jahr 1865 zur 50-Jahr-Feier der Vereinigung von Ostfriesland mit dem Königreich Hannover prägen ließ. Die Münzbezeichnung leitet sich von der niederdt. Bezeichnung Upstalsboom (etwa Aufstellungsbaum) ab. Unter diesem Baum in der Nähe von Aurich nahmen die Friesen im Mittelalter bei Ratsversammlungen Aufstellung. Die Rs. des Typs zeigt den Upstalsboom mit einem Ritter darunter, die Vs. den Kopf des Königs.
Upstal...
Urceus
Römisches Pontifikalgerät in Form eines einhenkeligen Krugs, der u.a. dem Weinopfer diente.
Urkantone
Die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden (später in Ob- und Nidwalden getrennt) gründeten 1291 die Eidgenossenschaft und nahmen gemeinsam 1503 in der Münzstätte Bellinzona die Prägung auf. Nach einem Konflikt prägte die Münzstätte zeitweise nur für Uri und Unterwalden und wurde nach der Wiedervereinigung bereits 1529 geschlossen. Die im Jahr 1548 eröffnete gemeinsame Münzstätte in Altdorf prägte auf genossenschaftlicher Basis Silber- und Billonmünzen (Taler, Halbtaler, Dicken...
Uroboros
Griech. Bezeichnung des Symbols der Unendlichkeit und der Unsterblichkeit, in schlangen- oder drachenähnlicher Gestalt, die sich in den Schwanz beißt, darstellt. Das Motiv stellt den universellen Kreislauf dar, die Kraft, die fortwährend verbraucht und erneuert. Der Uroboros ist in der Neuzeit selten auf Münzen, aber öfter auf Medaillen dargestellt, vor allem im Barock und Klassizismus).
Ursulataler
Dreikönigstaler
Auch Dreikönigstaler, werden die ersten Guldengroschen von Köln genannt, die zwischen 1512 und 1516 geprägt wurden. Sie zeigen auf der Vs. die Beschützer der Stadt, die Heiligen Drei Könige, und auf der Rs. die Patronin der Stadt, die hl. Ursula, mit ihren Gefährtinnen in einem Schiff, das sie nach Köln hinauf trägt. Nach der Legende fiel die britische Königstochter Ursula mit ihren Gefährtinnen vor Köln in die Hände der Hunnen, durch deren Pfeile sie getötet wurde....
Usualgeld
Usualalbus
Im 17. Jh. gebräuchlicher Begriff für Münzen, die nicht nach dem Reichsmünzfuß geprägt wurden und daher nur auf das Umlaufgebiet des jeweiligen Münzherrn beschränkt blieben. Da der größte Teil des im 17. Jh. umlaufenden Kleingeldes nicht nach dem Reichsmünzfuß ausgebracht wurde, machte das Usualgeld den Hauptteil des zirkulierenden Gelds aus. Da diese Münzen nur im Gebiet der jeweiligen Münzherren Geltung hatten, wurden sie auch Landmünzen genannt. Zur Kipper- und Wippe...
Usurpator
Als Usurpation (aus dem lateinischen usurpatio „Gebrauch“; usurpare „in Besitz nehmen“, „widerrechtlich die Macht an sich reißen“) wird die Anmaßung der öffentlichen Gewalt bezeichnet. Darunter fällt die gewaltsame Verdrängung eines legitimen Herrschers, der Umsturz der Verfassung und die Unterdrückung der Selbständigkeit eines Staates durch den entsprechenden Usurpator.
Ein „Usurpator“ bezeichnet daher eine Person, die unrechtmäßig oder durch Gewalt eine Machtposition o...