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Marienmünzen

Bezeichnung für Münzen mit dem Bild der hl. Maria. Die ersten Darstellungen der christlichen Heiligen erschienen auf Byzantinischen Münzen seit Kaiser Leo VI. (886-912). Auf karolingischen Münzen von Reims und Puy kommen Mariensymbole wie Stern, Rose oder Lilie vor. Seit Mitte des 11. Jh.s finden sich die ersten Mariendarstellungen auf niederländischen (Maastricht, Verdun) und deutschen Denaren (Augsburg, Hildesheim, Speyer), im 12. Jh. auf Brakteaten aus Magdeburg. Die Mariendarstellungen nehmen im späten Mittelalter zu. Auf Münzen um die Jahrhundertwende des 15./16. Jh.s finden sich Mariendarstellungen auf Geprägen der deutschen Staaten sehr häufig, z.B. auf Goldgulden der Pfalz (1505) und Bayerns (1506), auf Groschenmünzen von Aachen (1491/92) und Goslar (Mariengroschen), um nur einige zu nennen. Ende des 15. Jh.s werden auch Schautaler und Groschenmünzen mit Madonnendarstellung hergestellt. Um diese Zeit beginnt wohl auch die Verwendung von Marienmünzen als Amulette, die aus ungarischen Madonnendukaten hergestellt werden. In Ungarn spielt die Madonnendarstellung als Landespatronin (Patrona Hungariae) auf allen Münzsorten eine große Rolle. Zur Zeit der Gegenreformation wurden von katholischen Fürsten vor allem in Bayern und in Italien Großsilbermünzen mit Madonnendarstellungen geprägt (Madonnentaler). Auch die Ritterorden (Deutscher Orden) und die Päpste ließen eine ganze Reihe von Marienmünzen ausgeben.

    

Mariendarstellung auf der Rückseite eines Talers desDeutschen Ordens