Das große Reppa Münzen-Lexikon
W
63 Beiträge in dieser Lexikon KategorieWa-Do-Kai-Ho
Auch Wa-Do-Kai-Chin, sind die ersten eigenen japanischen Münzen, die vermutlich im ersten Jahr der Epoche Wado (708 v. Chr.) unter der Regierung der Kaiserin Genmyo eingeführt wurden. Die gegossenen Münzen ähneln in Stil, Größe und Gewicht zeitgenössischen chinesischen Münzen der Tang-Dynastie. Sie werden nach ihrer Aufschrift Wa-Do-Kai-Ho oder Wa-Do-Kai-Chin genannt, was in etwa "Eröffnung des japanischen Kupferschatzes" bedeutet. In Japan bestand ...
Waffengeld
Vormünzliche Zahlungsmittel, die es schon in prähistorischer Zeit gab. Man vermutet, dass esAxt- und Beilgelder schon in der Stein- und Bronzezeit gab. Nicht jede Waffe wurde zum Zahlungsmittel, sondern nur bestimmte für diesen Zweck ausersehene Stücke, meist wertvolle und/oder über einen längeren Zeitraum gebräuchliche Waffen. Sie können nicht auf Anhieb als solche identifiziert werden, am ehesten noch Kümmer- oder Prunkformen, die sich nicht mehr zum Gebrauch als Waffen eignen, wie z....
Wahrheitstaler
Bezeichnung des Talers von 1597/98, den Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel - wie die vorausgegangenen Rebellen- und Lügentaler - anlässlich der Auseinandersetzung mit den Adligen schlagen ließ, die ihn vor dem kaiserlichen Gericht anklagten. Die Talermünze ist nach der Darstellung der stehenden, nackten Personifikation der Wahrheit auf der Rs. benannt, die auf die am Boden liegenden Personifikationen von Lüge und Verleumdung tritt. Es gibt einige Varianten des Wahrheitsta...
Währung
Bezeichnung für die innerhalb eines Währungsgebiets festgelegte Geldordnung und für Normen, die das Geldsystem regeln, im engeren Sinn auch das gesetzlich festgelegte Zahlungsmittel, die Währungseinheit eines Währungsgebiets. Das Währungsgebiet ist heute meist ein Staatsgebiet, kann aber auch mehrere Staaten umfassen. Das Wort ist abgeleitet vom mhd. "wërunge", das Gewährleistung bedeutet, die Gewährleistung für das Gewicht und den Feingehalt der Münzen zur Zeit der Metallwährungen. ...
Währungsreform
Neuordnung des Geldwesens durch gesetzliche Maßnahmen, die meist nach inneren oder äußeren Krisen, Kriegen, Revolutionen und Misswirtschaft infolge Inflation und Zusammenbruch der alten Währung notwendig wird. So war die Währungsreform von 1948 in den drei zusammengeschlossenen Westzonen die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufbau nach dem 2. Weltkrieg. Auf Anordnung der westlichen Besatzungsmächte unter Leitung der USA wurde die Währung am 20. Ju...
Wallfahrtsmarken
Wallfahrtspfennige
Kleine münzähnliche Zeichen oder Marken, die zum Andenken an Wallfahrtsorte oder als Weihemünzen an Pilger veräußert wurden. Siehe auch Pilgerpfennige.
Walzenwerk
Auch Walzenprägewerk, diente zur Streckung von Zainen und zum Prägen von Münzen. Das Walzenwerk funktionierte nach dem Prinzip zweier gegeneinander rotierender Walzen in Längsrichtung, in die zur Prägung mehrere Prägematrizen eingraviert waren. Die Prägung erfolgte durch das Durchwalzen der Zaine durch die gegeneinander rotierenden Walzen, erst nach der Walzenprägung wurden die Münzen ausgeschnitten. Die Walzen mussten sehr genau aufeinander abgestimmt sein, damit es nicht zu Fehlprägu...
Wampum
Muschelgeld der nordamerikanischen Indianer, das von der Ostküste bis zu den großen Seen umlief. Aus den weißen, purpur oder blau schimmernden Schalen der Muschel Venus mercenaria wurden rundliche Scheibchen geschliffen, die gelocht und auf Tuch- oder Lederstreifen aufgenäht wurden. Es gab verschiedene Sorten von Wampum, die auch unterschiedlich bewertet wurden. Die Indianer nutzten Wampum nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch bei Zeremonien, als Gastgeschenk und Friedensgabe sowie als ...
Wanzen
Spottbezeichnung für geringwertige Pfennige aus Billon, die im 18. Jh. in Brandenburg-Bayreuth geprägt wurden.
Wappen
Farbiges und ursprünglich unveränderliches Abzeichen, das eine Person, ein Geschlecht und eine Körperschaft oder eine Institution repräsentiert. Das Wort ist von Waffen (mittelhochdeutsch wafen) abgeleitet (engl. arms, frz. armes), wobei die wichtigsten Schutzwaffen des Mittelalters, der Wappenschild (bei modernen Münzbeschreibungen als Wappen bezeichnet) mit dem Schildbild (Wappenfigur) und der Helm mit Helmzier und Helmdecken die bedeutendste Rolle bei den Wappen spielen. Dazu können Ran...
Wappenmantel
Mantel- oder vorhangähnliche Drapierung, die den Wappenschild umgibt. Der Wappenmantel kam im 17. Jh. in Frankreich auf und findet sich seitdem auf Wappendarstellungen vieler Münzen, vereinzelt sogar bis ins 20. Jh.
Wappenmünzen
Die ersten Münzen Athens, die im archaischen Stil nach attischem Münzfuß geprägt wurden. Sie zeigen auf den Vs.n wappenartige Darstellungen wie Rad oder Triskeles. Man sah darin die Wappen aristokratischer Familien Athens. Die Rs.n zeigen das Quadratum incusum. Die Wappenmünzen wurdenals Vorläufer der berühmten Eulen von Athen,die Mehrzahl der Münzen stammt aber wohl nicht von Athen, sondern von derbenachbarten Insel Euböa.
Wappenschild
Bei Münzbeschreibungen ist es üblich, den Wappenschild einfach als Wappen (engl. arms, frz. armes) zu bezeichnen. Bei der Angabe der Felder muss der häufig vorhandene Mittelschild (Pfahl- oder Herzschild) extra gezählt werden. Im Gegensatz zur heraldischen Zählung (vom Schildhalter aus) werden in der (modernen) Numismatik die Schilder vom Betrachter aus gezählt. Die wichtigsten Formen der Wappenschilde sind folgende: Der französische Schild hat die Form eines auf die Spitze gestellten Dr...
Wardein
Münzbeamter, dem früher die Überwachung des vorschriftsmäßigen Münzbetriebs, insbesondere die Überwachung der Qualität des Prägeguts auf Gewicht und Feingehalt sowie die Kontrolle über den Münzmeister oblag. An einigen Münzstätten fiel auch die Verwahrung von Münzstempeln und deren Schutz vor Missbrauch in den Aufgabenbereich des Wardeins. Der Münzwardein entwickelte sich aus dem Beruf des Bergwardeins im Bergwesen, der ...
Warin, Jean
Berühmter französischer Stempelschneider und Medailleur flämischer Herkunft, der das Münzwesen Frankreichs neu ordnete. Sein Name taucht auch in der romanisierten Schreibweise "Varin" auf. Nachdem Nicolas Briot die Pariser Münze im Jahr 1625 in Richtung England verlassen hatte, gelang es dem münztechnisch interessierten Warin, das Spindelprägewerk so zu verbessern, dass die französischen Münzer ihren fast ein Jahrhundert dauernden Widerstand gegen die mechanische Prägung aufgaben. So v...
Warou, Daniel
Berühmter Medailleur, Münzgraveur und Münztechniker schwedischer Herkunft, der zwischen 1699 und 1629 an der bedeutenden Münzstätte Kremnitz arbeitete. Seine Bedeutung für die ungarisch-österreichische Münze ist vielleicht vergleichbar mit der Bedeutung, die Jean Warin in Frankreich zukommt. Warou führte an der Kremnitzer Münze das Spindelprägewerk und die Rändelmaschine ein. Seine künstlerischen Medaillen sind mit D. WAROU oder D. W. signiert, seine Münzen blieben unsigniert. Trot...
Wasa-Garbe
Wappen des schwedischen Geschlechts der Wasa, die 1523 durch Gustav I. Wasa (1523-1560) erblich auf den schwedischen Thron kamen. Ihm folgten Erich XIV.(1560-1568), Johann III. (1592-1599) und Sigismund (1592-1599), der seit 1587 bereits König von Polen war, aber wegen seiner katholischen Politik von der protestantischen Opposition in Schweden abgesetzt wurde. Schließlich zählen auch Karl IX. (Reichsverweser 1598-1604, König 1604-1611), der protestantische Heerführer Gu...
Washington Pieces
Token mit dem Porträt George Washingtons, die mit Jahresangaben von 1783 bis 1795 versehen sind, teilweise aber erst später ausgegeben wurden. Sie beziehen sich auf die erst kurz zuvor gewonnene Unabhängigkeit der USA und zeigen den 1. Präsidenten (1789-1797) u.a. als General und Freiheitshelden mit Lorbeerkranz. Teilweise erschienen Symbole wie der amerikanische Adler oder Sterne, die ähnlich bald auf den ersten offiziellen Münzen der USA auftauchen. Später wu...
Washington Quarter
Typ des von John Flanangan entworfenen US-amerikanischen Viertel-Dollarstücks (Quarter Dollar), benannt nach dem Kopfbild des 1. Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington (1789-1797) auf der Vs. Die Rs. zeigt den Weißkopf-Seeadler mit ausgebreiteten Flügeln, eine Schriftrolle in den Klauen. Der Typ war als silberne Gedenkmünze zum 200. Geburtstag von George Washington (geb. 1732, gest. 1799) gedacht, löste aber - nach einjähriger Prägepause (...
Wass, Molitor & Co.
Die aus Ungarn stammenden Auswanderer S. C. Wass und A. P. Molitor gründeten ihre private Prägeanstalt 1852 in San Francisco. Sie prägten Goldstücke zu 5 und 10 Dollars, vermutlich weil Goldmünzen in kleineren Werten zu dieser Zeit fehlten (wie aus zeitgenössischen Presseberichten zu entnehmen ist). Im Jahr 1855 gaben sie auch goldene 20- und 50-Dollar-Stücke heraus. Die Münzbilder orientieren sich an den offiziellen Münztypen dieser Zeit, sind aber t...
Waterloo-Taler
Gedenkmünze des Königreichs Hannover im Fuß des Vereinstalers aus dem Jahr 1856, die an den 50. Jahrestag des endgültigen Siegs der Allianz über Napoleon Bonaparte bei Waterloo (1815) erinnert. Der Taler soll den Veteranen bei der Auszahlung der Militärpension ausgehändigt worden sein. Die Vs. zeigt das Kopfbild König Georgs V. von Hannover (1851-1866), die Rs. die Schrift DEN SIEGERN BEI WATERLOO GEWIDMET AM 18. JUNI 1865.
Wechsel
An bestimmte formale Vorschriften gebundene schriftliche Zahlungsversprechen, die an einem anderen Ort eingelöst wurden. Wechsel waren schon im 12. und 13. Jh. auf Messen der Champagne in Gebrauch. Im 14./15. Jh. entwickelte sich der "gezogene Wechsel" (Tratte), wobei der Auftragsteller, der den Wechsel verkaufte, auf seinen Bankier "zog". Der Wechsel wurde vom Bezogenen durch Unterschrift angenommen oder akzeptiert und damit zum Akzept. Bei Weitergabe des Wechsels wurde er vom Weitergebend...
Wechseltaler
Sächsische Talermünzen, die unter Kurfürst Johann Georg 1670 speziell nach burgundischem Münzfuß (861/1000 fein) geprägt wurden und nicht nach dem landesüblichen Zinnaischen Münzfuß. Da die sächsischen Zweidritteltaler im Handel gegenüber den nach dem Burgundischen Fuß kursierenden Talern unterbewertet wurden, sollte der Wechseltaler für die Leipziger Kaufleute Abhilfe schaffen und den Handel mit Hamburg und den Niederlanden erl...
Weckeler
Bezeichnung der pfälzischen Weckenschildpfennige des 14. und 15. Jh.s, die einen Weckenschild (mit langgezogenen Rauten) zeigen.
Weidenbaumtaler
Bezeichnung einer Reihe von hessischen Talermünzen, die Landgraf Wilhelm II. von Hessen-Kassel (1627-1637) prägen ließ. Sie sind nach der Rückseitendarstellung eines von Blitzen und Sturm gebeugten Weidenbaums benannt, der unter den Strahlen Gottes steht. Die lat. Umschrift lautet DEO VOLENTE HUMILIS LEVABOR (Wenn Gott will, werde ich Erniedrigter aufgerichtet werden). Bild und Text spielen auf den Dreißigjährigen Krieg an, der zu dieser Zeit in Hessen tobte. Vermutungen zufolge sollte vie...
Weigand, Emil
Deutscher Medailleur und Stempelschneider, der seit 1866 an der Berliner Münze arbeitete und nach 1887 als Chefgraveur viele Stempel für Münzen des deutschen Kaiserreichs unter Wilhelm I. und II. schnitt. Außerdem stellte er Stempel für die Münzen deutscher Kolonien (Deutsch-Ostafrika und Neuguinea) und für einige deutsche Fürstenhäuser her. Auch Stempelschnitte von Auftragsprägungen der Berliner Münze für andere Staaten (u.a. Ägypten) wurden von ihm ausgeführt. Außerdem stammen a...
Weihemedaillen und -münzen
Münz- und medaillenartige Zeichen, die Heilige verherrlichen oder besondere kirchliche Einrichtungen bzw. Gebäude verehren und oft selbst von der Kirche geweiht sind. Besondere Weihemünzen sind z.B. die Wallfahrtspfennige sowie die Weihemünzen von geistlichen Bruderschaften.
Weißpfennig
Spätmittelalterliche Groschenmünze, die in der 2. Hälfte des 14. Jh.s im westdeutschen Raum Verbreitung fand. Vor allem die rheinischen Kurfürsten (Köln, Trier, Mainz, Pfalz) prägten sie als Vereinsmünze des rheinischen Münzbundes. Der Name leitet sich von ihrem "weißen" Aussehen ab, da sie im Vergleich zu den Pfennigen einen hohen Silbergehalt aufwies. Sie wurde auch Albus oder Raderalbus genannt.
Jüllich, Weißpfennig des Wilhelm III. (1393-1402)
Weißsieden
Weißsud
Beizvorgang, um Münzen, die aufgrund ihres geringen Silberanteils eine dunkle Farbe haben, einen silbrigen Glanz zu verleihen und so den Anschein zu erwecken, es handele sich um eine gute Silbermünze. Aufgrund der Oxidation des Kupfers nehmen Münzen, die einen geringen Silberanteil besitzen, während des Prägevorgangs eine dunkle Farbe an. Durch Beizen mit verschiedenen Säuren, die nur das Kupfer angreifen, wurden die Münzen so lange gesotten, bis das Kupfer an der Münzoberfläch...
Weltliche Herren
In der Literatur, in Auktionskatalogen und Lagerlisten häufig benutzter Begriff für weltliche Fürsten und Souveräne zur Unterscheidung von der prägeberechtigten Geistlichkeit (Päpste, Fürst- und Erzbischöfe, Bischöfe, Äbte, Domkapitel) und den prägenden Städten. Zu den weltlichen Herren gehören Kaiser, Könige, Kurfürsten, Herzöge, Fürsten, Pfalz-, Mark-, Burg- und Landgrafen sowie andere Grafen. Die Fürsten unterteilte man in Altfürsten, die vor dem Jahr 1582 in den Fürstenst...
Wendepfennig
Veraltete Bezeichnung für die mittelalterlichen Sachsenpfennige des 10./11. Jh.s, die in Funden vom niedersächsischen Raum bis nach Polen vorkommen. Früher glaubte man, sie wären von den Wenden geprägt worden, da ihre Herkunft schwer erkennbar war und vielleicht auch aufgrund ihrer etwas merkwürdigen Randgestaltung (beidseitig aufgebördelter Rand). Polnische Numismatiker sahen darin Pfennige polnischer Bischöfe, sie stammen aber zweifelsfrei aus verschiedenen Münzstätten in Sachsen.
Wendetaler
Talermünze der Stadt Lüneburg von 1541 im Wert von 2 Mark, die auf einer Seite die Wappen der Städte Rostock, Stralsund und Wismar, auf der anderen Münzseite die Wappen von Hamburg, Lübeck und Lüneburg zeigt. Die Städte zählten alle (zumindest zeitweise) zum Wendischen Münzverein.
Werk
Alter münztechnischer Ausdruck für den gesamten Schmelzansatz eines Tiegels, zu dem neben den Münzen auch noch der ganze Abfall zählte, wie z.B. die durch das Ausschneiden der Zaine entstandenen Zaingitter. Das Werk musste auf seinen Feingehalt hin überprüft werden, damit der vorgeschriebene Münzfuß eingehalten werden konnte.
Wermuth, Christian
Der produktivste deutsche Medailleur und Stempelschneider des Barock und Rokoko, der nach seiner Ausbildung als Medailleur und Graveur in Dresden 1685 eine Anstellung an der Münze des Grafen von Schwarzburg-Sondershausen fand. Dort arbeitete er schon für den Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg, der ihn 1688 an die Münze nach Gotha holte. Er schnitt weiterhin sehr viele Münzstempel, auch für andere Münzstätten. Zudem betätigte er sich als überaus erfolgreicher Medaillenkünstler und erhie...
Wertangaben
Wertangaben sind zur Unterscheidung der Wertstufen von Bedeutung, vor allem, wenn Münzen in vielen verschiedenen Stückelungen vorkommen. So denken wir heute, aber ein Rückblick auf die europäische Münzgeschichte zeigt, dass Wertangaben nur selten und erst spät für notwendig gehalten wurden. Das Erkennen des Werts einer Münze muss sich also nach anderen Gesichtspunkten wie das Erkennen des Typs oder nach dem Gewicht gerichtet haben. Bei antiken griechischen Münzen kommen nur ausnahmsweis...
Wespentaler
Mückentaler
Auch Mückentaler genannt, setzt die Reihe der emblematischen Talermünzen fort, die Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel auf den Streit mit einigen Adligen seines Landes prägen ließ. Er folgte dem Rebellen-, Lügen- und Wahrheitstaler im Jahr 1599, nachdem Kaiser Rudolf II. die gegen den Herzog rebellierenden Adligen bestraft hatte. Die Rs. zeigt einen Löwen (Herzog), der von einem Adler (Kaiser) vor zehn Wespen (Adlige) beschützt wird, die ihn attackieren. Es ...
westfälische Kupfermünzen
Aus den Bursarienzeichen der Domkapitel entwickelte sich in Westfalen im 17. und 18. Jh. eine umfangreiche Kupferprägung, die aus Mangel an silbernen Kleinmünzen entstand. Von den Bischöfen von Münster, Osnabrück und Paderborn sowie von einigen westfälischen Dynastien und Städten wurden Kupfermünzen in Werten von 1 Heller bis zu 12 Pfennigen geprägt, die ein umfangreiches Sammelgebiet darstellen.
Wewelinghöfer
Westfälische Pfennige, die unter Kaiser Friedrich II. (1212-1250) in Dortmund, von dem Kölner Erzbischof Konrad in Soest sowie von den Bischöfen von Münster und Osnabrück vom 13. bis ins 15. Jh. geprägt wurden. Die kleinen und dicken Schrötlinge boten den umfangreicheren Münzstempeln nicht genug Platz, sodass viele Umschriften nicht auf die Münze passten und nur fragmentarisch zu erkennen sind. Den Namen erhielten die Münzen von Lorenz von Weweli...
Whan
Koreanische Münzeinheit von 1892 bis 1902. 100 Fun = 1 Yang, 1 Yang = 5 Whan. Der Whan wurde als Großsilbermünze im Gewicht von 26,95 (900/1000) nur im Jahr 1893 ausgeprägt. Ein Jahr zuvor erschien eine Silbermünze in demselben Gewicht und derselben Feinheit. Diese trägt die Wertbezeichnung 5 Yang.
Wiedertäufertaler
Von der Sekte der Wiedertäufer zur Reformationszeit in Münster geschlagene Talermünzen. Eine radikale Gruppe der Wiedertäufer hatte 1534 im westfälischen Münster (Westfalen) ein "Reich der Wiedertäufer" errichtet, dessen Herrscher der Schneider Johann von Leyden war. Es soll eine Schreckensherrschaft voller Gewalt und Ausschweifungen gewesen sein, der das Heer des Bischofs von Münster 1534 ein Ende bereitete. Die Taler der Wiedertäufer zeigen kein Bild, sondern sind mit religiösen Spr
Wiener
Drei Brüder, Jacques (1815-1899), Leopold (1823-1891) und Charles (1832-1888), die sich allesamt als Medailleure betätigten. Jacques, der älteste der Brüder, ging nach seiner Lehrzeit in Aachen über Paris 1839 nach Brüssel und schnitt dort eine große Menge von Medaillen, bis ein Augenleiden seinem Schaffensdrang 1875 ein Ende setzte. Neben einer Unmenge von Ereignis- und Personenmedaillen schuf er eine ganze Reihe von Architekturmedaillen, die berühmte Kirchen, Paläste und andere intere...
Wiener Münzvertrag
Im Jahr 1857 abgeschlossener Vertrag zwischen den deutschen Zollvereinsstaaten und Österreich. Die Kölner Mark wurde durch das Zollpfund zu 500 g als gemeinsames Bezugsgewicht ersetzt. Der 30-Taler-Fuß wurde eingeführt, d.h. aus dem Zollpfund (500 g Silber) sollten 30 Taler geprägt werden. Vereinsmünze wurde der Halbwert des Vereinsdoppeltalers von 1838, der auf dem Dresdner Münzvertrag von 1837 beruhte. Dieser Vereinstaler war praktisch der preußische Taler nach dem Graumannschen Münzf...
Wiener Pfennig
Mittelalterliche Pfennigmünze aus Wien, die vom 13. bis zur Mitte des 15. Jh.s aus konstant gutem Silber geprägt wurde. Über den österreichischen Raum hinaus bis nach Bayern im Norden und Florenz im Süden spielte der Wiener Pfennig die Rolle einer Leitmünze und wurde im Handel gerne angenommen. Aufgrund der häufigen Einberufungen und Neuprägungen gibt es viele Typen und Varianten. Erst zu Beginn des 15. Jh.s entstand ein konstanter Typ mit dem österreichischen Wappen und dem Namen des H...
Wildemann-Münzen
Münzen mit der Sagengestalt des Harzes, dem Wilden Mann, ein beliebtes Münzmotiv der Welfenfürsten zwischen dem 16. und 18. Jh. Der Wilde Mann ist auf verschiedenen Münzsorten (auch Teil- und Mehrfachstücken) dargestellt, von Pfennigmünzen über Mariengroschen, Gute Groschen, Kreuzern bis hin zu Talern und Dukaten. Der erste Wilde Mann erschien 1539 auf Münzen des Herzogs Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel, in Calenberg unter Erich d. J. 1557. Es gibt verschiedene Darstellungen...
Wilder Mann
Sagengestalt des Harzes, ein furchterregender Riese, behaart und fast nackt, nur mit einem Eichenkranz als Lendenschurz bekleidet, der in der Hand einen ausgerissenen Baum trägt. Ähnliche Sagengestalten (Faune und Silvane) kommen in allen Teilen der Welt vor, z.B. der „einäugige Zyklop“ der antiken griechischen Sagen oder Rübezahl im Riesengebirge. Im Harz begann der Bergbau zwar schon in ottonischer Zeit im 10. Jh. v. Chr., aber nach der Pest im 14. Jh. verödete das Gebiet. Als man um ...
Wilhelm d'or
1. Preußische Goldmünze (Doppelpistole), die im Jahr 1737 von Friedrich Wilhelm I. (1713-1714) eingeführt wurde. Sie löste die seit der 2. Hälfte des 16. Jh.s geprägten Dukaten ab. Die Stücke zeigen auf den Vs.n die Büste des preußischen Königs, auf den Rs.n den preußischen Adler im Rundschild, darum vier bekrönte, ins Kreuz gestellte Initialen. Sie wurden bis zum Ende der Regierungszeit 1740 geprägt. Seit 1738 wurde auch das Halbstück geprägt, das zum Vorläufer des Friedrich d'o...
Willow Tree-Münzen
Die Willow Tree-Münzen sind nach der Darstellung eines Weidenbaums (engl. willow tree) auf dem Münzbild benannt und zählen zu den drei Typen mit Baummotiven, die als Bestandteil des Massachusettsgelds in der englischen Kolonie Nordamerika geprägt wurden. Neben den Willow Tree-Münzen wurden noch Oak Tree- (Eichenbaum) und Pine-Tree-Münzen (Pinienbaum) geprägt. Es wurden drei Werte ausgeprägt: Shilling, Sixpence und Threepence, von letzterem sind heute nur noch drei Exemplare bekannt. Sie ...
Witten
Silbermünze zu 4 Pfennigen, die zuerst von den Hansestädten, die dem Wendischen Münzverein angehörten, im 2. Drittel des 14. Jh.s geprägt wurde. Der Name leitet sich von der "weißen" oder hellen Farbe ab, die sie aufgrund des relativ hohen Silbergehalts annahm (ähnlich wie bei den Bezeichnungen Weißpfennig oder Albus). Nach ihrem Wert wurden die Münzen auch Vierlinge (Veerlinge) genannt. Im westdeutschen Raum wurden sie ebenso wie die englischen Sterlinge auch als Engelsche bezeichnet.&...
Won
Koreanische Münzeinheit von 1902 bis zur Umwandlung in eine japanische Provinz 1910. 1 Won = 100 Chon. Zwischen 1905 und 1907 wurden silberne Halbstücke geprägt sowie goldene 10- und 20-Won-Stücke (1906-1910), die sehr selten und teuer sind. Sowohl Nordkorea (1959) wie auch Südkorea (1962) nahmen die Münzbezeichnung wieder auf.
Wood's Hibernia Tokens
Von William Wood in Bristol geschlagene Kupfertokens, die ursprünglich für den Umlauf in Irland vorgesehen waren. Es waren Halfpennies und Farthings, die auf den Vs.n die Königsbüste, auf den Rs.n die Hibernia (weibliche Personifikation Irlands) zeigen. Sie lösten einen Skandal aus, da die Legierung nur ein Achtel des erforderlichen Kupfers enthielt. Zudem hatte Wood das vom König vergebene Privileg für die Prägung über die Herzogin von Kendal, die Mätresse des Königs, erhalten. Die R...
Wormser Rentengeld
Nach der Kipper- und Wipperzeit gab die Verwaltung für städtische Einnahmen, die Rentkammer der Stadt Worms, reichlich Kleingeld heraus, das die Aufschrift Rentengeld oder abgekürzt R.G. trug. Es handelte sich um Pfennige und Weißpfennige, die für Regalien wie Zoll, Münze und Jagd dienten.
Stadt Worms, Rentengeld zu 1 Albus 1626
Wucherformen
Bei vormünzlichen Zahlungsmitteln wie Geräte-, Schmuck- oder Waffengeld treten Prunk- oder Wucherformen auf, d.h. die Form der als Zahlungsmittel verwendeten Objekte ist überdimensioniert. Der Grund für diese Wucherformen ist nicht genau bekannt, Prestigestreben oder der Versuch einer Werterhöhung werden vermutet. Bei Kultobjekten von Naturvölkern (z.B. Masken) sind auch Wucher- und Prunkformen feststellbar.
Wurfmessergeld
Woshele
Zum Waffengeld zählendes Zahlungsmittel, das in Zentralafrika (vor allem im Kongobecken) verbreitet war. Das Wurfmesser war eine gefährliche, aber wohl auch eine lebensnotwendige und wertvolle Waffe, die sich zum Zahlungsmittel entwickelte. Es gibt verschiedene Formen und Typen des Wurfmessergeldes, häufig kommen monströse Wucherformen vor. Das vielleicht bekannteste Wurfmessergeld ist das blitzförmige Woshele, das die Bushongo, Nkutshu und Bakela als Zahlungsmittel und Würdezeiche...
Wyon
Außergewöhnliche englische Stempelschneider- und Medailleurdynastie, die im 19. Jh. die Szene der Medaille und Münzprägung beherrschte und darüber hinaus auch viele Münzstempel für die englischen Kolonien schnitt. Der Gründer der englischen Medailleursfamilie war Peter Georg Wyon (1710-1744), der bereits für die Stadt und das Erzbistum Köln gearbeitet hatte, als er nach Birmingham übersiedelte, das zur Heimatstadt der Wyons wurde. Viele Familienmitglieder blieben in Birmingham und arb...