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Manilla

Auch Manilha oder Manilly, sind europäische Bezeichnungen für ein vormünzliches Zahlungsmittel aus Kupfer oder Messing, das in Form von hufeisenförmig gebogenen Dreiviertelringen mit verdickten, schnabelförmigen oder abgeplatteten Enden am Golf von Guinea und dem Hinterland als wichtiges Zahlungsmittel kursierte. Das Verbreitungsgebiet der Manillen reichte von Guinea bis in Teile Kameruns; je nach Gebiet hatten sie verschiedene afrikanische Namen und formale Abweichungen. Das Hauptverbreitungsgebiet der C-förmigen Manillen lag in der nordnigerianischen Provinz Sokoto.
Wahrscheinlich liefen Urformen der Manilla schon vor dem 15. Jh. um, als die portugiesischen Kaufleute in diesem Gebiet den Handel begannen. Zum Tauschhandel gegen Sklaven und Waren ließen die Portugiesen die beliebten Manillen in Europa herstellen, u.a. auch in Deutschland( Fugger). Aufgrund ihrer engen Verbindung zum Sklavenhandel wurden sie von den Kolonialherren auch als Sklavengeld bezeichnet. 
Die Engländer ließen seit dem 18. Jh. tonnenweise Kupfer-Hufeisen folgen, Standard- oder Birmingham-Manillas genannt, die in den letzten Jahrhunderten den Hauptumlauf ausmachten. Ihre Herstellungszentren waren Birmingham, Bristol, Kingsley und Nantes. Die Überproduktion und die Einführung von Kolonialgeld führte zunächst zu saisonalen Schwankungen im Wert und schließlich zum Wertverfall. Zu Beginn des 16. Jh.s erhielt man für eine Manilla noch einen Stoßzahn, für etwa 15 Stück einen Sklaven; in den 30er Jahren des 20. Jh.s galt die Standard-Manilla in Nigeria nur noch einige englische Pennys. Allerdings behielten die alten, reich verzierten und bis zu 14 kg schweren Stücke ihren hohen Wert bei. In Nigeria wurden die Manillas 1948 von der englischen Kolonialverwaltung eingezogen, bis auf eine bestimmte Anzahl, die jedem Nigerianer zu rituellen Zahlungen zugestanden wurde. Größere Mengen der zum Teil zum Einschmelzen nach Europa gebrachten Manillas entgingen ihrer Bestimmung und gelangten als Sammelobjekte in den Handel.

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