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Mariengroschen

Niedersächsische Groschenmünze vom 16. bis zum 19. Jh., deren Name sich von der Darstellung der Mutter Gottes mit Kind auf dem ursprünglichen Münzbild ableitet. Kennzeichnend für Niedersachsen waren die seit dem Spätmittelalter relativ mächtigen, unabhängigen Städte, die neben den Fürsten der Welfen-Dynastie das Münzwesen der Region bestimmten. Abgesehen von der Nachahmung der Meißner Groschen durch die Welfen begann die Groschenprägung in Niedersachsen erst spät. Im 15. Jh. entstanden allmählich Groschennominale verschiedener Wertstufen, am wichtigsten wohl der Matthiasgroschen, der später zum Teilstück des Mariengroschens wurde. Im 16./17. Jh. wurde das erst kurz zuvor von den Städten und Fürsten geschaffene Groschensystem durch den Mariengroschen abgelöst, der zuerst im Jahr 1505 in Goslar ausgemünzt wurde. Andere Städte und das Welfenhaus folgten mit Mariengroschen in verschiedenem Gewicht. Um 1555 entschied der Niedersächsische Münzverein, den schwereren Fürstengroschen (2) auszumünzen, der den Mariengroschen allerdings nicht vollständig verdrängen konnte. Nach der Kipper- und Wipperzeit lebte die Prägung der Mariengroschen und ihrer Mehrfachstücke (vor allem 2, 4, 6, 12, 24) wieder auf. 36 Mariengroschen à 8 Pfennige gingen auf einen Taler. Sie wurden häufig sogar aus Feinsilber geprägt; ihr Münzbild veränderte sich zusehends: Die Darstellungen zeigten den hl. Andreas, das Monogramm des Fürsten, den Wilden Mann und das Springende Pferd. Sie verbreiteten sich auch in Westfalen und wurden von dort aus als verschlechterte Spekulationsprägungen im 17. und 18. Jh. wieder nach Niedersachsen ausgeführt. Manchmal trugen die Ein- und Zweidritteltaler die Wertbezeichnung 12 bzw. 24 Mariengroschen. Die letzten Mehrfachstücke der Mariengroschen (24 Mariengroschen) wurden im Jahr 1834 im Herzogtum Braunschweig geprägt.

    

24 Mariengroschen 1669 von Hildesheim