Das große Reppa Münzen-Lexikon
S
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Kennbuchstabe der gräflich Mansfeld'schen Münzstätte Schraplau seit dem 16. Jh., der württembergischen Münzstätte Stuttgart im 17. Jh., Schwabach auf Münzen des fränkischen Kreises und auf österreichisch-ungarischen Münzen für Schmölnitz (Smolnik, Slowakei). Ebenfalls auf Münzen der Helvetischen Republik für Solothurn (1798-1803), auf französischen Münzen für Troyes von ca. 1540 bis 1698 (zeitweise gekrönt) und Reims von 1679 bis 1772 (mit der hl. Ampulle), auf spanischen Münz...
S C
Abkürzung für "Senatus consulto" (auf Beschluss des Senats), die vor allem auf den Rs.n römischer AE-Münzen der Kaiserzeit vorkommt. Die Abkürzung S C bedeutet, dass die betreffenden Münzen auf Anordnung des römischen Senats geprägt wurden, der bei den AE-Münzen bestimmte Rechte innehatte, während die Gold- und Silberprägung dem römischen Kaiser unterstand.
SC auf einem As des Augustus (27 v. Chr.-14 n. Chr.)
Saalfelder Heller
Kleine Kupfermünzen des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld (Sachsen-Saalfeld wurde 1735 mit Coburg vereinigt), die seit 1646 in großen Mengen geprägt wurden. Die Saalburger Hellersorte wurde weit über den Bedarf des kleinen Herzogtums hinaus geprägt (ähnlich wie der Coburger Heller) und geriet im 17. und 18. Jh. in den Umlauf der umliegenden Gebiete, besonders im Kurfürstentum Sachsen und Nordbayern.
Sachsenpfennige
Anonyme mittelalterliche Pfennige aus dem 10. und 11. Jh., die - neben Otto-Adelheid-Pfennigen - die häufigst gefundenen Pfennigmünzen ihrer Zeit sind. Neuerdings werden sie auch Hochrandpfennige genannt, aufgrund ihres hohen aufgebörtelten Randes. In der älteren numismatischen Literatur werden sie als Wendenpfennige bezeichnet, da sie häufig in den von Wenden und anderen slawischen Völkern besiedelten Gebieten gefunden wurden. Ursprünglich stammten sie nicht v...
Sachsenspiegel
Bedeutendes Rechtsbuch des Mittelalters, das um 1224 von dem sächsischen Ritter und Richter Eike von Repgow in niederdeutscher Sprache verfasst wurde. Dem Autor wird auch die "Sächsische Weltchronik", das erste deutsche Geschichtswerk in Prosa, zugeschrieben. Der Sachsenspiegel überliefert nicht nur das sächsische Gewohnheitsrecht aller Stände, sondern geht auch auf feudalrechtliche Bestimmungen des Münzwesens, auf Neuprägungen, Verrufungen und die Kaufkraft vo...
Sacrosanctae-Münzen
Bezeichnung für päpstliche Münzen, die nach dem ersten Wort in der Aufschrift "Sacrosanctae Basilicae Lateranensis Posessio" benannt sind. Die Lateran-Basilika war der Sitz der Bischöfe von Rom und wurde von den Päpsten beansprucht. Der Bischofssitz wurde anlässlich einer Prozession zur Lateran-Basilika in Besitz genommen, in deren Verlauf die Sacrosanctae-Münzen, meist Baiocci, Grossi oder Giulii, an die Armen verteilt wurden. Papst Clemens IX. führte im Jahr 1667 diesen Brauch ein, der...
Saigern
Seigern
Auch seigern, ist ein aus dem Mittelalter stammender Ausdruck für das Aussondern von Münzen. Das Wort ist vom mhd. seigen (senken, neigen) abgeleitet und bedeutete zunächst soviel wie wiegen. Der Saiger war im Mittelalter eine Feinwaage, die der Münzmeister zum Wiegen und Justieren der Münzen benutzte. Früher justierte man die Kleinmünzen al marco, d.h. die vorgeschriebene Anzahl der Münzen, die auf eine Gewichtsmark gingen, wurde gemeinsam gewogen. Dadurch stimmte das Durchschni...
Saint Urbain
Französische Medailleurs- und Stempelschneiderfamilie. Ferdinand de Saint Urbain (1658-1738) war seit etwa 1673 an der Münze in Bologna und von 1683 bis 1704 an der Münze in Rom beschäftigt. In dieser Zeit arbeitete er unter vier Päpsten. Neben vielen päpstlichen Münzen schuf er auch eine Reihe von Medaillen, u.a. eine unvollendete Suite der Päpste. Der auch als Architekt tätige Münzkünstler (Signatur: F.D.Sv oder S.V.S.) kehrte um 1704 in seine Heimatstadt Nancy zurück und trat in d...
Säkularmünzen, -medaillen
Vom lat. saeculum (Jahrhundert) abgeleitet, sind Münzen oder Medaillen, die sich auf den Beginn eines neuen Jahrhunderts oder auf die Jahrhundertfeier historisch bedeutsamer oder denkwürdiger Ereignisse beziehen. Es gibt zahlreiche Säkularmünzen auf die Augsburger Konfession von 1530, auf Jahrhundertjubiläen von Universitäten und auf den kalendarischen Beginn neuer Jahrhunderte.
Salung
Siamesisches Nominal im Wert 1/4 Baht nach dem Münzsystem des Königreichs Siam (Thailand).
Salus
Römische Göttin der Gesundheit und der öffentlichen (Salus populi Romani) und kaiserlichen (Salus Augusti) Wohlfahrt, entspricht der griech. Göttin Hygieia. Sie ist auf römischen Münzen der Kaiserzeit meist mit Patera, Zepter und Schlange dargestellt, die sie manchmal füttert. Auf einigen Münzen lehnt sich Salus an eine Säule an (Gefühl der Sicherheit), gelegentlich erscheint sie zusammen mit Aesculap. Auf älteren Münzen der Republikzeit wird die Göttin der Gesundheit auch Valetudo ...
Salut d'or
1. Die ersten Goldmünzen, die das religiöse Motiv der Verkündigung darstellen, gaben Karl I. von Anjou (1264/66-1275/85) und sein Nachfolger Karl II. (1285-1309) für die Grafschaft Provence und das Königreich Neapel aus. Sie zeigen auf der Vs. die Verkündigungsszene: Der Engel Gabriel, verkündet Maria die Geburt Jesu, letzterer symbolisch dargestellt durch einen Rosenstock. Die Rs. zeigt den Wappenschild (Kreuze/Lilien). Es gab auch Halbstücke.
Salut d'or d...
Salvatortaler
Typ des schwedischen Riksdalers, der als Rückseitenmotiv die Ganzfigur von Christus als Heiland (lat. salvator) darstellt, der seine Wunden zeigt, in der Hand den Reichsapfel. Die Inschrift lautet entweder SALVATOR MVNDI ADIVVA NOS (Heiland der Welt, hilf uns) oder SALVATOR MUNDI SALVA NOS (Heiland der Welt, errette uns). Die Vs.n zeigen meist Darstellungen des regierenden schwedischen Monarchen, unter denen die als Amulettmünzen beliebten Taler zwischen 1542 bis 1653 geprägt wurden, besonder...
Salzgeld
Salzgeld zählt zum Natural- bzw. Nutzgeld und taucht schon in verschiedenen voneinander unabhängigen Frühkulturen auf. Römische Legionäre bekamen zusätzlich zu ihrem Sold eine Ration Salz als Lohn, das "salarium". Davon leitet sich die Bezeichnung "Salär" (frz. salaire) für Lohn und Gehalt von Soldaten und Beamte ab, der sich bis heute erhalten hat. Salz war als Nahrungsmittel und zur Haltbarmachung (z.B. für Fische) lebensnotwendig und auch als Genussmittel zum Würzen sehr beliebt und...
Sammelgebiete
Es gibt viele Gesichtspunkte, eine numismatische Sammlung einzugrenzen, d.h. einem Sammelgebiet zuzuordnen. Im folgenden ist eine Auswahl von Aspekten und Beispielen von Sammelgebieten aufgeführt, die auch untereinander kombiniert werden können:Nach territorialen Aspekten wie z.B. Münzen bestimmter Städte, Gebiete, Länder, Staaten, Ländergruppen, Reiche, Kontinente oder Teilkontinente), aber auch nach historischen (römische Kaiserzeit, Dynastien) oder währungspolitischen Gesichtspunkten ...
Sammlerzeichen
Auf Münzen eingeritzte oder eingeschlagene Zeichen ( Monogramme, Wappen) früherer Sammler, die damit deutlich machten, dass sich die betreffenden Sammelstücke in ihrem Besitz befanden. Sammlerzeichen traten seit dem 16./17. Jh. bis ins 19. Jh. auf. Sie wirken sich oft wertmindernd aus, es sei denn, die Stücke sind als Teil einer bedeutenden Sammlung ausgewiesen oder tragen das Zeichen einer bekannten Persönlichkeit.
San Thomé
Goldmünze Portugiesisch-Indiens, die seit 1545 (bis 1841) in Goa und 1684 bis 1757 in Diu geprägt wurde. Zwischen 1753 und 55 kam es auch in Daman (Damao) zur Ausgabe der nach St. Thomas, dem Apostel Indiens, benannten Goldmünze. Aufgrund der primitiven Prägebedingungen handelt es sich um oft sehr krude geprägte Stücke, das betrifft vor allem die aus Diu (Münzzeichen D-O) geschlagenen Stücke. Es gibt mehrere Typen, die früheren zeigen den Apostel Thomas (stehend oder sitzend) auf den Vs...
Sancta-Colonia-Typ
Mittelalterlicher Rückseitentyp der Agrippiner und deren Nachahmungen und Beischläge. Die Kölner Denare tragen die folgende dreizeilige Aufschrift: Ein mit einem waagrechten Strich versehenes S/COLONIA/A oder später AG (Sancta Colonia Agrippina). Der Typus soll aus der Zeit Ludwigs IV. (900-911 n. Chr.) stammen, der als Kind zum letzten karolingischen König (900-911 n. Chr.) in Deutschland gesalbt wurde. Konrad I. (911-918 n. Chr.) und Heinrich I. (919-936 n. Chr.) haben keine Kölner Pfenn...
Sandwich-Münzen
Die Schrötlinge moderner Münzen des 20. Jh.s bestehen oft aus mehreren Metall- oder Legierungsschichten, die wie ein Sandwich aufeinander liegen (siehe auch Dreischichtenwerkstoff).
Sandwirtszwanziger
Hoferzwanziger
Auch Hoferzwanziger, ist ein Beiname der silbernen 20-Kreuzer-Stücke, die während des Tiroler Aufstands unter Führung des "Sandwirts" Andreas Hofer 1809 in der Münzstätte Hall (Tirol) geprägt wurden. Die von dem Innsbrucker Uhrmacher Josef Beyrer gelieferten Prägestempel zeigen auf der Vs. den Tiroler Adler mit Ehrenkranz und die Umschrift GEFÜRSTETE GRAFSCHAFT TIROL, auf der Rs. die Aufschrift 20/KREUZER, darunter einen Palmen- und einen Lorbeerzweig gekreuzt und die Jahr...
Sanese d'oro
Goldmünze aus der norditalienischen Republik Siena, die seit 1340 im Gewicht des Florentiner Fiorino geprägt wurde. Der Typ zeigt auf der Vs. ein großes verziertes S, auf der Rs. ein Kreuz. Er wurde auch unter der Herrschaft Giovanni Galeazzos (1390-1404) weitergeprägt und hielt sich bis 1553.
Sanpietrino
Kupfermünze zu 2 1/2 Baiocchi, die Papst Pius VI. (1775-1799) zwischen 1795 und 1797 im Kirchenstaat schlagen ließ. Die Vs.n zeigen meist den hl. Petrus, die Rs.n den Wert (BAIOCCHI/ DVE E MEZZO), Ort und Datum
Santa Croce
Luccheser Münze zu 25 Soldi oder im Wert von 2 Barbone, die in der 2. Hälfte des 16. Jh.s eingeführt wurde. Die Silbermünze der Republik Lucca im Gewicht von 8,64 g (895/1000 fein) wurde zwischen 1615 und 1682 sowie 1734 und 1756 geprägt. Der Typ zeigt auf der Vs. das verzierte Wappen, auf der Rs. den gekreuzigten St. Vultus.
Santims
Kleine Münze der Republik Lettland von 1922 bis zur russischen Besetzung 1940 und - nach Anerkennung der Unabhängigkeit Lettlands 1991 - wieder seit der Münzreform vom 5. März 1993. 100 Santimu = 1 Lats. Die Bezeichnung lehnt sich landessprachlich an das frz. "Centime" an. Es gibt Stücke zu 1 Santims, 2 und 5 Santimi und 10, 20, und 50 Santimu.
Sapèque
Auch Sapek, französische Bezeichnung für das Geld von Annam, die aus dem Malaiischen sa (eins) und paku (Kette) abgeleitet ist, da man die durchlochten Münzen an einer Schnur aufreihte. Siehe auch Dong.
Saracenatus
Auch Sarazino oder Saraceno, wurden in Europa die nach dem Fuß des byzantinischen Solidus geschlagenen arabischen Goldstücke genannt. Um die Mitte des 12. Jh.s bezeichnete man dann die von den Kreuzfahrerstaaten nachgeahmten Stücke der ayubidisch-arabischen Dinare lat. als Saracenati. Die kufischen Aufschriften der Nachahmungen sind von den Kreuzfahrern anfangs meist nur vorgetäuscht worden (Trugschriften). Als im 13. Jh. fast identische Beischläge mit echten kufischen ...
Sassaniden Münzen
Das Sassanidenreich (224-651 n. Chr.) stellte bis zur arabischen Eroberung Persiens eine Großmacht dar. Es entstand im frühen 3. Jahrhundert n. Chr. und dauerte gute 400 Jahre an. Die Sassaniden hingen dem Zoroastrismus an, bei dem eine heilige Flamme in einem Feuertempel gehütet wurde – sie waren also sogenannte „Feueranbeter“. Bei den Sassaniden-Münzen handelt es sich um relativ flache Drachmen, deren Vorderseite meist das Abbild des regierenden Königs zeigt und deren Rückseite mei...
Satang
Kleine Münze des Königreichs Siam (heute Thailand). Seit 1897 wurden Mehrfachstücke (2 1/2, 5, 10 und 20) aus Kupfernickel ausgeprägt, es gab auch bronzene 1/2 und 1-Satang-Stücke (1908-1937) sowie ein silbernes 50-Satang-Stück (1929). Später wurden die Stücke in Werten von 1 bis 50 Satang in verschiedenen, meist unedlen Metallen bzw. Legierungen ausgegeben. 100 Satang = 1 Baht.
Satirische Medaillen
Medaillen, deren Darstellungen sich in beißendem Spott auf Personen, Missstände oder Anschauungen der Zeit beziehen. Satirische Darstellungen auf Kursmünzen sind selten, obwohl es gemilderte satirische (spöttische) Darstellungen gibt, wie die emblematischen Taler des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1589-1613) auf die Auseinandersetzung mit einigen Adligen des Landes (Rebellen-, Pelikan-, Wespen-, Lügen- und Wahrheitstaler). Zu den satirischen Medaillen gehören Volks...
Saudukat
Auch Schweins- oder Eberdukat, ist eine der zahlreichen Jagdmünzen des Landgrafen Ludwigs VIII. (1739-1768) von Hessen-Darmstadt. Siehe auch Ebergulden.
Säulenpiaster
Bezeichnung eines Typs des spanischen Acht-Reales-Stücks, der die Säulen des Herakles zeigt, die zum spanischen Wappen gehörten. Nach antiker Sage soll Herakles nach Vollendung seiner Taten im Westen zu beiden Seiten der Meerenge von Gibraltar je eine Säule als Grenze der Welt aufgestellt haben. Der Bezeichnung Säulenpiaster entspricht im engl. die Bezeichnung Pillar-Dollar, im Mittelmeerraum die ital. Bezeichnung Colonnato und arab. schließlich missverständli...
Scalptor
Von „scalpere“ (ritzen, gravieren) abgeleitete lat. Bezeichnung der römischen Gemmen- und Stempelschneider sowie der Münzgraveure.
Sceatta
Bezeichnung einer frühmittelalterlichen Münzsorte, die ursprünglich von den Angelsachsen seit der 2. Hälfte des 7. Jh.s geschlagen wurde und von der sich das Wort "Schatz" ableitet. Es handelt sich um kleine silberne Münzen im Gewicht von 1 bis 1,5 g (Durchmesser ca. 10-13 mm), die stilistisch - trotz starker Abstrahierung - an spätrömische Vorbilder und keltische Münzen erinnern. Es gibt viele Typen und Varianten, die in England teilweise bestimmten Gebieten zugeteilt sind. Die Sceattas...
Scellino
Währungseinheit von Somalia seit 1962. Die Münzen wurden erst seit 1967 in Kupfer-Nickel ausgeprägt. Goldene Mehrfachstücke wurden bereits zum 5. Jahrestag der Unabhängigkeit 1965 und 1966 geprägt. Die Bezeichnung ist von dem engl. Wort Shilling abgeleitet. 1 Scellino Somali = 100 Centesimi.
Schaeffer, Anton
Pfälzischer Medailleur, Stempelschneider, Sohn des Münzgraveurs Wiegand Schaeffer. Als Münzmeister der kurpfälzischen Münzstätte Mannheim, die 1735 von Heidelberg nach Mannheim verlegt worden war, gestaltete Anton Schaeffer eine Reihe kurpfälzischer Münzen, u.a. die Rheingolddukaten von 1763 und 1764 und die Konventionstaler von 1766 und 1775. Zu seinem umfangreichen Medaillenwerk zählt eine 26 Exemplare umfassende Medaillensuite auf die pfalzgräflichen Ahnen, die Anton Schaeffer (Sign...
Schaf
Toison d'argent
Bezeichnung des doppelten Stübers in Ostfriesland im 16. Jh., der wohl im beginnenden 16. Jh. ursprünglich 3 Stüber gegolten hat. Die Bezeichnung leitet sich vermutlich von einem burgundisch-niederländischen Silbermünztyp aus dem ausgehenden 15. Jh. ab, der aus den Niederlanden in den Umlauf Ostfrieslands gelangte und dort mit drei Stübern bewertet wurde. Dieser in Anlehnung an die Darstellung des burgundischen Ordens vom Goldenen Vlies, ndl. als Zilveren Vliess (Silbernes ...
Schafsträger
Volkstümliche Bezeichnung der Doppelschillinge des Wendischen Münzvereins des 16. Jh.s im norddeutschen Raum nach dem rückseitigen Motiv, das Johannes den Täufer mit einem Schaf auf dem Arm zeigt.
Schah
Persische Bezeichnung für König. Der Titel war auch schon für die Dynastie der Achaemeniden und Sassaniden sowie für kleinere Dynastien gebräuchlich. Er bezeichnet auch die Herrscher der indischen Mogul-Dynastie.
Schanzentaler
Züricher Talertyp aus dem 18. Jh., der die Stadt am Limmat innerhalb ihrer neuen Schanzen (Befestigungen) zeigt, die im 17. Jh. erbaut wurden. Die Vs. zeigt zwei Löwen, die das Wappen halten.
Scharff, Anton
Bedeutender österreichischer Medailleur, Münzgraveur und Stempelschneider, der an der Wiener Münze tätig war. Sein Hauptwerk besteht aus einer Vielzahl Medaillen im Stil des Realismus, die sich durch die künstlerische Gestaltung ausdrucksvoller Porträts auszeichnen. Außerdem gravierte Scharff, der meist mit A. SCHARFF signierte, Münzen für Österreich und andere Länder, die ihre Münzen in Wien herstellen ließen. Dazu zählen der goldene persische Toman von 1879 mit dem Porträt des S...
Scharfrichterpfennige
Keine Münzen, sondern Hamburger Silbermedaillen, die im Gewicht etwa einem doppelten Taler entsprechen. Nach einem alten Brauch übergaben die Hamburger Scharfrichter den aus dem Amt scheidenden Richtern der Stadt die Medaillen als eine Art Treue- oder Lehensgabe. Die Tradition der Ausgabe von Hamburger Stadtrichterpfennigen bestand seit 1541 und wurde bis 1810 gepflegt.
Schaumünzen
Gelegenheitsmünzen und Gedenkprägungen, die sich durch niedrige Stückzahlen und ihre prächtige Gestaltung von den Umlaufmünzen abhoben, auch wenn die meisten alten Schaumünzen sich in Größe und Münzfuß nach den Umlaufmünzen richten. In der Regel fanden die Schautaler, -dukaten, -gulden, - groschen und -pfennige keinen Eingang in den Umlauf, sondern wurden aufbewahrt und gingen in Münzsammlungen ein. Oftmals handelt es sich um Kunstmedaillen aus der Renaissance und dem Barock.
Scheck
Der Scheck ist ein Mittel des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, eine auf den Namen des Empfängers oder auf den Inhaber ausgestellte übertragbare schriftliche Anweisung an ein Geldinstitut (Bank) zur Zahlung einer Geldsumme aus dem Guthaben des Ausstellers. Nach dem für Deutschland gültigen Scheckgesetz vom 14. 8. 1933 muss der Scheck als solcher gekennzeichnet sein, die Anweisung auf eine bestimmte Geldsumme lauten, die Angabe des Geldinstituts, Zeit und Ort der Ausstellung und die Unterschrift...
Scheepjesgulden
Niederländischer silberner Guldentyp (Schiffsgulden), der nach der Rückseitendarstellung eines Dreimasters benannt ist. Die Vs. zeigt den bekrönten Löwenschild. Die Schiffsgulden und ihre Teilstücke (1/16, 1/8, 1/4 und 1/2) wurden 1802 im westfriesischen Enkhuisen (Münzzeichen: Stern) geprägt und sollten ursprünglich in die Kapkolonie gehen, die jedoch an Großbritannien verloren ging. Die Scheepjesgulden brachte man per Schiff nach Batavia (heute Jakarta) auf der Insel Java, das zu Nied...
Scheepjesschelling
Niederländischer Schillingtyp zu 6 Stuiver, der nach der Darstellung eines Segelschiffs (nach rechts) auf der Rs. benannt ist. Die Vs.n zeigen die Wappenschilde der prägenden Provinzen Holland (1670-1793), Westfriesland (1673-1771) und Utrecht (1700-1794). Sie wurden konstant im Gewicht von 4,95 g (583/1000 fein) ausgebracht, die ersten Westfriesischen (zwischen 1673 und 1679) stammen aus der Privatmünzstätte von Dirk Bosch aus Enkhuisen. Es gibt auch einen Scheepjesschelling...
Schega Franz Andreas
Angesehener Medailleur und Stempelschneider, der seit 1738 in München tätig war und zahlreiche Münzen für Bayern und die Pfalz fertigte (Signatur meist F. A. S.). Im Jahr 1751 wurde er von den Widersachern zum Ersten Bayerischen Hofmedailleur ernannt und schuf eine Reihe von künstlerisch wertvollen Medaillen (Signatur meist F. A. SCHEGA F.). Hedlinger nannte ihn „den ersten Stempelschneider Europas“.
Medaille 1747 von Schega auf die Vermählung Maximilians III.J...
Scheidemünzen
Kleinmünzen zum Ausgleich kleiner Wertdifferenzen zwischen Käufer und Verkäufer, also, um an einem Geschäft beteiligte Leute friedlich „zu scheiden“, was bei groben Münzsorten wie Taler und Gulden nicht möglich war. Der Begriff "Schieds- oder Scheidemünze" bildete sich im 16. Jh., da mit dem Umlauf der Großsilbermünzen eine differenzierte Geldwirtschaft gefordert war. Die Prägung von Scheidemünzen war von Anfang an mit Problemen verbunden. Einerseits sollte sich ihr innerer Wert, ...
Scheiden
Das Trennen von Metall aus Erzen und Legierungen durch Amalgamation, Elektrolyse und andere Verfahren.
Scheidewasser
Bezeichnung der Salpetersäure (HNO 3) in einer Konzentration von 50 bis 55%, die früher in Münzstätten zur Scheidung von Silber und Kupfer aus Goldlegierungen und zur Feingehaltsbestimmungen von Goldmünzen verwendet wurde. Diese Lösung greift Gold (und Platin) nicht an, löst aber Silber und Kupfer aus der Goldlegierung heraus und bildet mit diesen Nitratsalze.
Schekel
1. Auch Shekel oder Sheqel (Plural: Shekalim oder Sheqalim), leitet sich in den alten semitischen Sprachen von der Bezeichnung für „Wiegen“ ab. Ursprünglich war der Schekel ein altorientalisches Gewicht (nachweisbar in Babylon und Kanaan). 60 Schekel gingen auf eine Mine, die allerdings lokal im Gewicht verschieden war. Da die Mine im einfachen (leichte Mine) und doppelten Betrag (schwere Mine) unter dem gleichen Namen vorkommt, erklären sich so auch die unterschiedlichen Bezeichnungen de...
Scherf
Halber Pfennig, Schärf
Auch Schärf, Skärf (nordisch), Hälbling, Helling oder Obol, wird das Halbstück des mittelalterlichen Pfennigs genannt. Erst als sich im 14. Jh. der Heller (Haller) als Halbpfennig durchsetzte, wurde die Bezeichnung zurückgedrängt.
Scheuern
Nach dem Weißsieden wurden die Münzen früher gescheuert, um sie zu polieren. Bei wertvollen Gold- und Silbermünzen geschah dies per Hand durch eine Mischung aus Kohlenstaub und Wasser, später benutzte man Sägespäne und pulverisierten Weinstein. Münzen aus minderen Materialien wurden in Rollfässern gescheuert.
Schiffsdarstellungen
Als Sammlermünzen erfreuen sich Münzen und Medaillen mit Schiffsdarstellungen hierzulande seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Schiffmotive auf Münzen zählen zum Sammelgebiet der Numisnautik, einem Teilbereich der Numismatik (Münzkunde) mit Prägungen der Nautik (Schiffskunde). Von Antike über Mittelalter bis Renaissance: In jeder Epoche finden sich Sammlungen historischer Münzen mit kunstvoll verzierten Darstellungen der Seefahrt und Weltmeere.
Antike: Vielfältige Schiffsmotive auf fr
Schiffsgeld
Als Schiffsgeld werden die roh geprägten spanisch-amerikanischen Silbermünzen in Werten von 1 bis 8 Reales bezeichnet, die Acht-Reales-Stücke dieser groben Machart wurden Schiffspesos oder -piaster genannt. Aufgrund der schlechten Gepräge und der nur unvollkommen runden Formen nahm man an, dass die Stücke in aller Eile während der Überfahrt von den spanischen Kolonien Süd- und Mittelamerikas nach Spanien geschlagen wurden. Tatsächlich war aber das Verbot, in den spanischen Kolonien unge...
Schiffstaler
Auch Reisetaler, werden die von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666) undatierten Talermünzen genannt, die auf den Rückseiten Schiffsmotive zeigen. Sie zeigen in verschiedenen Varianten entweder zwei Schiffe oder einen Dreimaster; auf allen Stücken steht rechts unten am Ufer ein Mann. In der Umschrift der Wahlspruch des Herzogs ALLES MIT BEDACHT und ALEA EST IACTA (Der Würfel ist gefallen).
Schild
Wichtige Schutzwaffe, die schon lange vor Entstehen der mittelalterlichen Heraldik zum Symbol seines Trägers wurde. Der auf den Vs.n städtischer Gepräge Böotiens (u.a. Theben, Akraiphia, Haliartos, Koroneia, Mykalessos, Orchomenos, Pharai, Tanagra) schon in archaischer und klassischer Zeit erstaunlich einheitlich dargestellte Ovalschild mit zwei seitlichen Einbuchtungen wurde praktisch zum Wahrzeichen der griechischen Landschaft Böotien (nördlich von Attika). Auch auf makedonischen und rö...
Schildgroschen
Landsberger Groschen, Schildige Groschen
Typ des Meißner Groschen, bei dem zum ursprünglichen Typ auf beiden Seiten der Landsberger Pfahlschild tritt, deshalb auch als Landsberger Groschen bezeichnet. Auf der Vs. ist der Schild in der Umschrift zu sehen, teilweise mit einem kleinen Löwen darüber. Auf der Rs. befindet er sich im Münzfeld, links neben dem Löwen. Der Schildgroschen wurde erstmals unter den Markgrafen Friedrich IV., Wilhelm II. und dem Landgrafen Friedrich dem Einfältigen von...
Schildhalter
Heraldische Figuren, die bei der Wappendarstellung den Schild halten oder bewachen. Sie kommen u.a. in Gestalt von Wilden Männern (in Brandenburg und Braunschweig), Wildem Mann und Wilder Frau (Schwarzburg), Engeln (Sachsen), Hirsch und Löwe (Württemberg), Löwe und Greif (Köln), Greifen (Brandenburg-Bayreuth und Baden) und Basilisken (Basel) seit dem 15./16. Jh. auf Münzen vor. Das Auftreten der Schildhalter steht oft in Zusammenhang mit dem Wappen oder der Geschichte der jeweiligen Stadt ...
Schilling
Bezeichnung für viele Münzen, die zu verschiedenen Zeiten zu verschiedenen Gewichten, Werten, Gestaltungen und Münzmaterialien ausgebracht wurden. Ihr gemeinsamer Ursprung wurzelt in Bezeichnungen, wie "Skullinger", "Skilligs" "Scilling" o.ä., die germanische Völker zur Völkerwanderungszeit vermutlich für den byzantinischen Solidus bzw. für seine Nachahmungen verwendeten. Spätere Schillinge tragen auch offiziell als lateinische Bezeichnung den Namen Solidus. Das unter Karl dem Großen a...
Schinderlinge
Bezeichnung der schlechten spätmittelalterlichen Pfennige, die 1457 bis 1460 im österreichischen und süddeutschen Raum geprägt wurden und mit der ersten großen monetär bedingten Inflation der deutschen Geldgeschichte verbunden sind. Der Grund für diese Entwicklung liegt in der Edelmetallknappheit und im Gewinnstreben der Münzherren. Der Wiener Pfennig war in der ersten Hälfte des 15. Jh.s in Österreich und Bayern, das 1395 den Münzfuß des Wiener Pfennigs übernommen hatte, eine wicht...
Schlafrocktaler
Spöttische Bezeichnung für den sehr seltenen sächsischen Konventionstaler von 1816, der auf der Vs. das Brustbild des Königs Friedrich August I. (1763-1827, seit 1806 König) von Sachsen in sehr weitem Uniformrock (ohne Epauletten) zeigt. Die Rs. zeigt einen gekrönten, mit einer Lorbeergirlande behängten ovalen Wappenschild zwischen gekreuzten Palmzweigen.
Schlägel und Eisen
Das Wahrzeichen des Bergbaus wird aus sich kreuzenden Schlägel oder Hämmer und einem Spitzmeißel gebildet. Das Zeichen erscheint auf den meisten Ausbeutemünzen, auf dem Kopf stehend bedeutet es, dass die Grube stillgelegt ist. Ähnlich sieht das Münzzeichen der norwegischen Münzstätte Kongsberg aus, das durch ein sich mit einem Hammer kreuzenden Schlägel gebildet wird.
Schlagschatz
Münzgewinn
Der Schlagschatz ist der Reingewinn, den der Münzherr oder die Regierung mit der Münzprägung macht. Der Schlagschatz einer Prägung ergibt sich, wenn man von der Summe ihres Nennwertes den Metallwert und die Kosten, die durch ihre Herstellung entstehen (u.a. Prägekosten, Herstellungskosten der Stempel, Transportkosten) abzieht. Der Schlagschatz fiel bei den verschiedenen Münzsorten unterschiedlich aus. Bei Hauptwährungsmünzen war der Schlagschatz immer knapper bemessen, um die...
Schlesien
Schlesien gehörte - wie Böhmen - formell zum heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, war aber nicht in Reichskreise eingeteilt, sodass hier die Münzstände und ihre Prägezeiten gesondert aufgeführt werden: Bistum Breslau/Fürstentum Neiße (von 1505-1796 ), die Herzogtümer Jägerndorf (1560-1621), Liegnitz-Brieg (1503-1675 ), Münsterberg-Öls 1502-1623, Württemberg-Öls 1671-1785, Oppeln-Ratibor 1622-1664, Teschen (1559-165...
Schleuderguss
Gusstechnisches Verfahren, das in der Zahntechnik, von Goldschmieden, aber auch von Falschmünzern benutzt wird. Eine Gussform wird in eine schnelle Rotation versetzt, wobei die dadurch entstehenden Fliehkräfte genutzt werden, um das Metall mit hohem Druck eng an die Form zu pressen.
Schlicksche Prägungen
Die Prägungen der Grafen Schlick sind vor allem aufgrund der Bedeutung der Joachimstaler, die auch Schlicktaler oder Schlick'sche Taler genannt wurden, international ein beliebtes Sammelgebiet. Dazu gehören auch die späteren Prägungen der gräflichen Familie. In nur acht Jahren (1520-1528) hatten der mit dem Münzrecht ausgestattete Stephan Schlick und seine Brüder in Joachimsthal die für damalige Verhältnisse immense Anzahl von ca. 2 Millionen Joachimstalern (und in geringeren Mengen auc...
Schlüssel
Symbolische Wappenfigur des Heiligen Petrus in den Wappen von Bremen, Genf und Regensburg (gekreuzte Schlüssel).
Schmale Groschen
Zeitgenössische Bezeichnung für beschnittene Groschenmünzen, im Gegensatz zu breiten Groschen.
Schmalkaldischer Bundestaler
Bundestaler
Der im Jahr 1531 in Schmalkalden gegründete Bund protestantischer Fürsten und Städte unter Führung des Kurfürsten von Sachsen und des Landgrafen von Hessen hatte die Wahrung des Glaubens und der Selbstständigkeit zum Ziel. Zwischen 1541 und 1546 wurden in Goslar Schmalkaldische Bundesmünzen geprägt. Es waren Taler, Halb- und Vierteltaler, die auf einer Seite das Hüftbild des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen (1532-1547) und auf der anderen Seite das des Landgrafen Phi...
Schmetterlingstaler
Talermünze des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen (1694-1733) mit einem Schmetterling auf der Rs. und dem gekrönten Monogramm des Herrschers auf der Vs. Die Prägung soll Gräfin Cosel, die Mätresse des Herrschers, veranlasst haben, genaues ist nicht bekannt. Es gibt auch Teilstücke.
Schmuckgeld
Zahlungsmittel, die sich aus Schmuck entwickelt haben oder gleichzeitig als Schmuck und Geld Verwendung fanden. Schmuck wird von jeher von Menschen aller Völker als Zierrat getragen und ist sehr begehrt, sodass es naheliegt, ihn zum Erwerb von Gütern oder als Entgelt für Leistungen zu benutzen. Schmuck und Wert waren schon früher eng miteinander verbundene Begriffe: Noch heute wird Schmuck als Kapitalanlage, Wert- und Statussymbol gesehen, Funktionen, die in vielen Fälle...
Schnapphahn
Snapphaan
Niederländisch Snapphaan, bezeichnet niederländisch-niederrheinische Silbermünzen im Wert von 6 Stübern (ndl. Stuiver), die erstmals von Herzog Karl von Geldern 1509 geprägt wurden. Die Vs. zeigt den reitenden Herzog mit geschwungenem Schwert, den das Volk als Raubritter (dt. Schnapphahn, ndl. Snapphaan) deutete. Die Münze wurde auch von anderen Münzständen wie Lüttich, Nimwegen, s'Heerenberg und der Mark nachgeprägt und nach 1581 auch auf wertgleiche Schillinge der niederlä...
Schnepfenheller
Hellerähnliche Gepräge, die die Fürsten von Isenburg seit dem beginnenden 19. Jh. zur Erinnerung an die Teilnahme bei Schnepfenjagden verteilten. Die Erinnerungsstücke tragen auf einer Seite den Namen des Fürsten, die andere Seite zeigt eine Schnepfe. Sie zählen zu dem Sammelgebiet der Jagdmünzen und -medaillen.
Schnepfenheller um 1824 mit Monogramm ECGJ des Grafen ErnstKasimir III. (1801-1848)
Schockgroschen
Schock bedeutete im Mittelalter eine Anzahl von 60 Stück. Der Name wurde auf die ersten Prager und Meißner Groschen übertragen, von denen 60 Stück auf die Mark gingen. Die später von Friedrich II. und Wilhelm III. zwischen 1444 und 1451 geschlagenen, im Gewicht verminderten Meißner Sechshellergroschen oder "kleinen Landsberger" (mit dem Landsberger Schild) nannte man "neue Schockgroschen", weil 60 Stück auf den rheinischen Gulden gingen. Diese in Freiberg (Sachsen) geprägten Groschen zei...
Schöner Taler
Bezeichnung einer Talermünze, die Herzog August der Jüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666) kurz vor seinem Tod in den Jahren 1665/66 schlagen ließ. Der Typ zeigt auf der Vs. einen Engel mit Posaune, der einen Lorbeerkranz über das mit einer Mütze versehene Haupt des Herzogs hält. Die Rs. zeigt den von Wilden Männern gehaltenen behelmten Schild und den Wahlspruch des Herzogs: ALLES MIT BEDACHT und die Jahresangabe.
Schoter
Auch Skot, war ursprünglich ein osteuropäisches Silbergewicht, vom 13. bis ins 15. Jh. eine Rechnungsmünze (1/24 der Gewichtsmark = 30 Pfennige) in Schlesien, Preußen und Polen. Der ganze Schoter wurde nie ausgeprägt, allerdings kam das Halbschoter genannte Halbstück durch den Hochmeister des Deutschen Ritterordens Winrich von Kniprode (seit etwa 1370) in Ostpreußen zur Ausprägung, wenn auch in geringen Mengen. Die Gewichtsmark( Mark I) zerfiel dabei nic...
Schraubtaler
Schraubmedaille
Halbierte, ausgedrehte und mit einem Schraubgewinde versehene Taler, die in ihrem Hohlraum Bilder aufnehmen können. Schraubtaler wurden zwischen dem ausgehenden 16. und dem 19. Jh. vorwiegend in Süddeutschland (vor allem in Augsburg) gefertigt. Sie wurden auf zwei verschiedene Arten aus einem oder aus zwei Talern hergestellt. Bei der frühesten Machart wurden aus zwei Talern die Rückseiten und der Großteil des Münzmaterials herausgedreht, ohne den Rand zu verletzen. Es entst...
Schreckenberger
Engelgroschen oder Schreckenberger wurden die ursprünglich guthaltigen sächsischen Silbergroschen genannt, die seit 1498 aus den kurz zuvor entdeckten reichen Silbervorkommen des Schreckenberges bei St. Annaberg geschlagen wurden. Sie zeigen auf den Vs.n den von einem Engel gehaltenen sächsischen Kurschild (gekreuzte Schwerter), auf den Rs.n das Wappen der Herzöge von Sachsen. Sie wogen ca. 4,5 g (ca. 933/1000 fein), seit 1558 etwa 5 g (908/1000 fein). Zuerst gingen sieben, seit 1558 sechs E...
Schrot und Korn
Schrot
Das Gesamt- oder Bruttogewicht einer Münze, also die Summe aus dem Edelmetall und den Legierungszusätzen einer Münze. Mit dem Ausdruck „Münzen von gutem Schrot und Korn“ ist gemeint, dass das Rau- und das Feingewicht einer Münze unverfälscht oder stimmig ist (mit den Vorschriften der Münzordnung übereinstimmt).
Der Ausdruck erschien erstmals im Jahr 1530 auf Talermünzen des albertinischen Herzogs Georg dem Bärtigen (1500-1539). Dieser weigerte sich, den verschlechterten Mün...
schroten
Als Verb bedeutet schroten das Ausstückeln oder Ausstanzen der Schrötlinge aus den Zainen. Das Substantiv „Schroten“ bezeichnet die Reste, die nach dem Ausschneiden oder Ausstanzen der Schrötlinge von den Zainen übrig blieben. Diese Rückstände wurden meist wieder eingeschmolzen.
Schrötling
In der alten Münztechnik wurde das ausgestanzte, aber noch ungeprägte Münzstück als Schrötling bezeichnet (von schroten = zerhacken, zerteilen, ausstanzen). Seit dem 18. Jh. haben sich andere Namen wie Plättchen, Platte oder Ronde eingebürgert.
Schrötlingsfehler
Fehler, die schon vor der Prägung dem Schrötling anhafteten. Sie konnten schon beim Gießen, Strecken oder Walzen der Zaine entstanden sein.
Schrötlingsrisse
Durch Ausdehnung der Schrötlinge beim Prägevorgang entstandene Risse am Rand oder im Feld der Münze. Schrötlingsrisse traten früher durch die Materialbeanspruchung, -verunreinigung oder bei sprödem Material auf, vorwiegend an extrem dicken antiken Münzen oder besonders dünnen mittelalterlichen Brakteaten. Seit der Ringprägung, spätestens aber seit der Einführung des Kniehebelprägewerks kommen diese Schönheitsfehler, die wertmindernd sein können, nicht mehr vor.
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Schrötter Friedrich Freiherr v.
Nationalökonom, Historiker und Numismatiker mit dem Schwerpunkt auf dem Gebiet des neuzeitlichen Münzwesens Brandenburg-Preußens, zu dem er zwischen 1904 und 1925 ein mehrbändiges Werk herausgab. Auch zu dem neuzeitlichen Geldwesen von Brandenburg-Franken, des Kurfürstentums Trier und Magdeburg liegen Veröffentlichungen vor. Das von ihm 1930 herausgegebene „Wörterbuch der Münzkunde“ zählt noch heute zum Standardwerk der numismatischen Literatur, wenn es auch stellenweise etwas veral...
Schuerken
Niederländische Spottbezeichnung für eine Silbermünze von Brabant im Wert eines halben Groot. Die Vs. zeigt die verunglückte Darstellung der Peterskirche von Leuwen, die im Volksmund zu Schuerken (Scheuer, Scheune) verballhornt wurde.
Schulprämienmedaillen
Auch Schulpreismedaillen, wurden von Schulen und Universitäten zur Belohnung fleißiger Schüler und Studenten ausgegeben und waren (später) teilweise auch mit Geldpreisen verbunden. Sie wurden meist am Ende des Schuljahrs, nach Abschluss von Examina oder aufgrund besonderer Preisaufgaben vergeben. Sie verbreiteten sich im späten 16. Jh. von der Schweiz (Altdorf, Bern) aus und wurden früher Brabeon (wörtlich: Kampfpreis) genannt. Im 17. und 18. Jh. wurden sie auch an deutschen Schulen und U...
Schultes
Georg Schultes (ca.1520-1556) war der erste Nürnberger Rechenpfennigmacher, dessen Signaturen (u.a. GEORG oder IORG SCHULTES) auf Nürnberger Rechenpfennigen auftauchte. Hans Schulte (1553-1583), der eine Vielzahl von verschiedenen Typen von Rechenpfennigen schlug, war vermutlich sein Sohn.
Schultz, Otto
Deutscher Medailleur und Stempelschneider, der nach seiner Ausbildung in Berlin und London seit 1881 an der Loos'schen Münzanstalt in Berlin arbeitete. Von 1889 an war er an der Berliner Münze angestellt und schnitt die Stempel einer Reihe von Münzen des Deutschen Kaiserreichs. Auch einige Entwürfe gehen auf Otto Schultz zurück, u.a. das 2- und 5-Mark-Stück von 1904 zur Vermählung des Großherzogs Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin (1897-1818) mi...
Schuppen
Zeitgenössischer Name leichter Pfennigmünzen, die im 11./12. Jh. von ostfriesischen und niederländischen Münzständen geschlagen wurden.
Schüsselpfennige
Auch „gehulchte Pfennige“, sind einseitig beprägte Pfennige, deren Ränder (meist Perlränder) sich durch den Hammerschlag bei der Prägung teller- oder schüsselartig hochwölbten. Auf der leicht nach außen gewölbten ungeprägten Seite drückte sich das Münzbild teilweise konkav durch. Vorläufer der Schüsselpfennige wurden schon im 14. Jh. in Straßburg, Trier und der Pfalz (seit 1374) in großen Mengen geschlagen. Durch die Aschaffenburger Konvention von 1424 wurde der Münzfuß der ...
Schützentaler, -medaillen
Schießprämie
Auch Schießprämienmünzen und –medaillen, sind Stücke, die seit dem 17. Jh. in großen Mengen und vielen Formen als Auszeichnung an gute Schützen vergeben wurden. Viele haben Talergröße, es gibt aber auch Jetone und Schützenmünzen in Klippenform, letztere waren besonders in Sachsen üblich. Solche Schießklippen wurden auch im Jahr 1590 auf das Große Geschützschießen in Straßburg geprägt. Im 19. Jh. wurden von verschiedenen Staaten in Deutschland vor allem zu Schüt...
Schwäbischer Kreis
Zu den neuzeitlichen Prägungen des schwäbischen Reichskreises (bis 1806) zählen die Münzen des Markgrafen Christoph I. von Baden (Stammhaus) und die von seinen Söhnen in seinem Namen geprägten Münzen (1501-1525) sowie die der Markgrafen von Baden-Baden (nach 1536-1714) und Baden-Durlach (1572-1803, 1803-1806 Kurfürstentum). Ferner gehören dazu die Prägungen der Herzöge von Württemberg (1501-1803, seit 1803 Kurfürstentum), der Graf...
Schwäbischer Münzbund
Spätmittelalterliche Münzvereinigung im schwäbischen Gebiet. Schon im Jahr 1404 kam es zu einer Münzvereinbarung zwischen Württemberg und den Bodenseestädten, nach denen Schillinge im Wert von 1/25 des (rheinischen) Goldguldens und Hellers geschlagen wurden. Der bedeutendere Schwäbische Münzverein wurde aber erst 1423 durch einen Riedlinger Vertrag zwischen den Bodenseestädten, den württembergischen Städten und den Grafen von Württember...
Schwalbach-Zeit
Sammlerbezeichnung für die Münzen des 19. Jh.s, die vor der Einführung der Reichswährung in Deutschland geprägt wurden. Die Bezeichnung entstand durch die Kataloge des sächsischen Sammlers C. Schwalbach "Die neuesten deutschen Münzen unter Talergröße vor Einführung des Reichsgeldes sowie die neuesten österreichischen und ungarischen Münzen vor Einführung der Kronenwährung" (Leipzig 1879, 1895, 1904). Die Kataloge wurden sp&au...
Schwaren
Die Benennung leitet sich vermutlich von der Bezeichnung "sware Penninge" (schwere Pfennige) ab, die im 14. Jh. in Bremen gebräuchlich war. Damit waren ursprünglich aber nicht die eigenen leichten Hohlpfennige gemeint, sondern die schweren westfälischen Dickpfennige, die im Verhältnis 1:3 in Bremen umliefen. Im Jahr 1369 verpfändete Erzbischof Albrecht II. der Stadt Bremen das Münzrecht, demnach dürften die ersten bremischen Schwaren nicht vor dem ausgehenden 1...
Schwarz Hans
Der gebürtige Augsburger gilt als erster Medailleur Deutschlands und ist gleichzeitig auch einer der bedeutendsten Vertreter seiner Zunft. Geburts- und Todesjahr sind nicht genau bekannt, seine Hauptschaffenszeit liegt zwischen 1516 und 1527. Heute sind über 130 Medaillen aus seiner Hand bekannt, am berühmtesten ist wohl das Porträt, das seinen Künstlerkollegen Albrecht Dürer zeigt. Außerdem ließen sich u.a. Kaiser Maximilian, Herzog Georg von Sachsen und Jakob Fugger von Schwarz modelli...
Schwarzburger
Sammelbegriff für die unter Bischof Gerhard von Schwarzburg (1372-1400) geschlagenen Pfennige und deren Beischläge.
Schwarzpfennige
Auch „schwarze Pfennige“, sind ungesottene Münzen, die schwarz oder dunkelfarbig aussehen, im Gegensatz zu den Weißpfennigen, die an der Oberfläche weißlich-silbrig glänzen. Der Unterschied liegt nicht im Silbergehalt - beide Pfennigsorten enthalten wenig Silber - sondern im Verfahren des Weißsiedens: Der Albus oder Weißpfennig, wie ihn z.B. einige fränkische Münzstände im 14. Jh. ausgaben, wurde gesotten, sodass eine silbrigglänzende Oberfläche entstand, die sich im Umlauf aber ...
Schwedische Besitzungsmünzen
Bezeichnung für Prägungen der schwedischen Könige in deren Besitzungen in Deutschland, Polen und im Baltikum. Dazu zählen die Münzen der Städte Tallinn/Reval (1561-1681), Narva (1670-72), Riga (1621-1707), Elbing (1627-35, 1656-60), Thorn (1654-1658) und die Münzen Livlands (1644-1669), letztere wurden in der Münzstätte Riga geprägt. Durch die schwedische Einmischung im Dreißigjährigen Krieg und durch seine Folgen kam es zwischen 1631 und 1635 zu einer ganzen Reihe von schwedischen M...
Schwefelsilber
Das Silbersulfid (Ag2S) ist eine Salzverbindung des Silbers, die meist durch den Schwefelwasserstoff-Gehalt in der Luft entsteht und sich als bläulich-schwarzer Belag auf Münzen niederschlägt. Die Schwefelsilber-Beläge treten vor allem in Städten mit hohemSchwefeldioxid-Gehalt in der Luft auf oder in Wohnungen, die mit Kohleöfen beheizt sind. Die Reaktion verstärkt sich, wenn die Münzen starken Licht- und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind (photochemis...
Schweine-Rupie
Bezeichnung einer Rupie, die 1911 unter König Georg V. (1910-1936) in Britisch-Indien geprägt wurde. Die Bezeichnung geht auf den missglückten Stempelschnitt des Elefanten (vom Elefantenorden) zurück. Die Darstellung des Tiers mit verkürztem Rüssel und kurzen Beinen wurde von der Bevölkerung als Schwein gedeutet, das in Indien als "unrein" angesehen wird. Nachdem etwa 700.000 Stück in den Umlauf gelangt waren, kam es zu Protesten. Die britische Kolonialreg...
Schweißpatina
Hässliche Oberfläche auf Münzen, die glatt und fettig wirkt und besonders bei Münzen auftritt, die längere Zeit als Schmuck auf der Haut oder auch auf Textilien getragen wurden (z.B. Amulettmünzen). Münzen mit Schweißpatina wirken selbst dann noch unansehnlich, wenn das Relief noch gut erhalten ist. Sie sollten nur Eingang in Sammlungen finden, wenn es sich um seltene Stücke oder numismatisch besonders bedeutsame Objekte handelt. Die Schweißpat...
Schwerttaler
Beiname der bayerischen Kronentaler von 1809 bis 1825, die auf der Rs. Schwert und Zepter gekreuzt zeigen.
Schwundmaß
Durch das Zusammenziehen des Metalls beim Erkalten entsteht eine Differenz zwischen den ursprünglichen Maßen des Modells und dem gegossenen (erkalteten) Stück, die als Schwundmaß bezeichnet wird. In welchem Umfang sich das Schwundmaß bewegt, hängt von dem Schmelzpunkt des Metalls ab (im Durchschnitt etwa 1 1/2%). Wenn Stücke in einem genau festgelegten Maß gewünscht werden (Maßanfertigungen), so muss das Modell um das Schwundmaß gr&oum...
Scilling
Irische Bezeichnung des Shilling. Südirland wurde 1922 Freistaat mit Dominionstatus (Irischer Freistaat) und nach Inkrafttreten der Verfassung am 29. Dezember 1937 unabhängige Republik. Der irische Scilling wurde seit 1928 im Gewicht von 5,6552 g ausgegeben und zeigt auf der Vs. die irische Harfe, auf der Rs. einen Stier. Das gleichzeitig geprägte Doppelstück im Gewicht von 11,3104 g (Rs. Atlantischer Lachs) wird landessprachlich als Flóirin bezeichnet. Beide Stücke wurden bis 1942/43 in 7...
Scripulum
Auch Scrupulum (Steinchen), ist die lateinische Bezeichnung eines kleinen und beliebten römischen Gewichts zu 1/288 des römischen Pfunds (Libra) bzw. 1/24 Uncia, umgerechnet 1,137 g. Der Sesterz, die kleinste Silbermünze der Römischen Republikzeit, wurde um 211/210 v. Chr. im Gewicht des Scripulums ausgeprägt.
Scudo
Vom ital. "Schild" abgeleitete Bezeichnung, die zunächst allgemein jedes italienische Gold- oder Silbernominal bezeichnete, das einen heraldischen Wappenschild zeigte. Der goldene Scudo (Scudo d'oro) war weniger bedeutend und wurde zwischen 1350 und 1800 (vor allem im 16. und 17. Jh.) von einigen Münzständen in Italien geprägt. Die Scudi d'oro waren vor allem in Form von Vielfachstücken als prachtvolle Schaumünzen beliebt, wie sie z.B. Francesco I. d'Este (1629-1658) zwischen 1631 und 1633...
Sculpsit
Lateinisches Wort (dt.: er modellierte), das sich auf Medaillen findet, meist sc. abgekürzt. Es weist auf den Künstler hin, der das Stück entwarf und modellierte, nicht aber den Stempel schnitt.
Seated Liberty
Ein Haupttyp der Darstellung der Liberty, der die Personifikation der Freiheit sitzend zeigt. Der Entwurf geht auf Christian Gobrecht zurück. Der Typ Seated Liberty ist auf mehreren US-amerikanischen Silbermünzen des 19. Jh.s zu sehen. Die zwischen 1836 und 1891 geprägten Half Dimes (1837-1873), Dimes (1837-1891), 20-Cent-Stücke (1875-1878), Quarter Dollars (1838-1891), Half Dollars (1839-1891) und Dollars (1836-1873) zeigen die sitzende Freiheitsgöttin.
Sebaldusgoldgulden
Bezeichnung eines seltenen Guldentyps der Reichsstadt Nürnberg, der auf der Rs. den hl. Sebaldus als stehende Figur mit Kirchenmodell darstellt. Die Sebalduskirche in Nürnberg beherbergte bis zur Reformationszeit die Reliquien des Stadtpatrons, dem Peter Vischer zwischen 1508 und 1519 ein kunstvolles Grabmal schuf. Die Sebaldusgoldgulden wurden bereits 1429 und von 1623 bis 1646 geprägt. Die frühen Goldstücke zeigen auf der Vs. das Wappen im Dreipass, die späteren e...
Sebastianstaler, -gulden
Talermünze des Fürsten Johann Aloys I. zu Öttingen-Wallerstein-Spielberg (1737-1780) von 1759 mit der Darstellung des Martyriums des heiligen Sebaldus, der nach der Legende von Pfeilen durchbohrt wurde. Die Rs. zeigt den Patron der Schützen und Schutzheiligen gegen die Pest auf einer Wolke von mehreren Pfeilen durchbohrt vor einem Baumstumpf. Die Vs. zeigt den Wappenschild von zwei Bracken (Wappentier der Öttinger) gehalten; darunter ist die Wertigkeit X/EINE FEINE/MARCK (10 Sebastianstaler...
Secespita
Römisches Pontifikalgerät, ein einschneidiges Opfermesser, mit dem der Priester die Stirnhaare des Opfertiers abschnitt.
Sechsbätzner
Der Sechsbätzner zu 24 Kreuzern (6 Batzen) wurde seit dem beginnenden 17. Jh. im österreichischen und süddeutschen Raum geprägt. In der Kipper- und Wipperzeit (1619-1623) wurden sie in großen Mengen weit unter ihrem Nominalwert geprägt. Neben den Dreibätznern und den mitteldeutschen Schreckenbergern waren die verschlechterten Sechsbätzner die typischen Kippermünzen.
Sechser
Volkstümliche Bezeichnung für eine Reihe von Münzen, die das Sechsfache einer kleinen Münzeinheit darstellen, wie Sechspfennig-Stücke, Sechsbätzner, Sechsgröscher und Sechskreuzer. Letzterer wurde als Halbstück des Pfundners (zuerst auch Halbpfundner, später Sechser genannt) im Wert von 6 Kreuzern etwa zeitgleich mit dem Ganzstück um 1483 in Tirol unter Erzherzog Sigismund im Raugewicht von 3,19 g (Feingewicht ca. 2,99 g) eingeführt. Unter d...
Sechsgröscher
Polnisch-preußische Silbermünze, polnisch als Szostak bezeichnet. König Sigismund I. führte sie im Jahr 1526 im Gewicht von ca. 5,3 g (868/1000 fein) ein. Unter König Sigismund III. (1587-1632) verschlechterten sich die Sechsgröscher, im Laufe des 17. und 18. Jh. wurden sie u.a. auch in Königsberg geprägt. Die letzten Dreigröscher um 1764/5 waren Billonmünzen im Gewicht von etwa 3,1 g (ca. 333/1000 fein).
Sechshellergroschen
Sächsische Groschenmünze, die unter Kurfürst Friedrich II. und Landgraf Wilhelm III. von Thüringen zwischen 1444 und 1451 geprägt wurde. Drei Sechshellergroschen galten einen Groschen der sächsischen Oberwähr, 60 Stück gingen auf den rheinischen Gulden, demnach auch als neue Schockgroschen bezeichnet.
Sechsling
1. Niederdeutsch auch Sösling oder Sesling. Der Sechsling galt 6 Pfennige oder 1/2 Schilling und wurde seit dem beginnenden 15. Jh. als Billonmünze in Lübeck, Hamburg, Mecklenburg und Holstein geschlagen. Nach dem Hamburger Vertrag von 1622 gingen westlich der Elbe nach wie vor 64 Sechslinge auf einen Reichstaler, in den ostelbischen Gebieten entsprachen 96 Sechslinge dem Reichstaler. Die letzten Sechslinge prägte Hamburg 1855. Zum dänischen Sechsling siehe unter Sösling.
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Sechzehnerpfennig
Bezeichnung des Tagegelds, das in Bern an Ostern dem Wahlkollegium ausgezahlt wurde, das die oberste Behörde der Stadt wählte. Der Name entstand, weil sich der Wahlausschuss, außer den Mitgliedern des kleinen Rats, auch noch aus 16 gewählten Mitgliedern des großen Rats zusammensetzte, urkundlich erstmals 1485 erwähnt. Damals betrug das Tagegeld 4 Berner Plapparte (5 Schilling), später 2 Batzen (5 1/2 Schillinge), einen Dicken und einen Doppeldicken. Im Jahr 1666 kam erstmals der eigens ge...
Securis
Als Securis wurde im alten Rom das Liktorenbeil bezeichnet, mit dem zur Republikzeit die Strafe der Enthauptung vollzogen wurde, in der Kaiserzeit ist das Schwert an seine Stelle getreten. Weniger bekannt dürfte die Bedeutung als Pontifikalgerät sein, ein einschneidiges Opferbeil, das zum Töten der geopferten Tiere diente.
Securitas
Römische Personifikation der Sicherheit des römischen Volkes. Sie wurde auf Münzen der Kaiserzeit vor allem mit den Attributen Stab, Lanze, Füllhorn und Palmzweig dargestellt. Als sitzende Figur stützt sie meist den Kopf mit dem Arm ab, als stehende Figur ist sie meist an eine Säule angelehnt dargestellt.
Darstellung der Securitas auf einem Denar des Geta (209-212 v. Chr.)
Sedisvakanzmünzen
Sedisvakanzmünzen und -medaillen wurden von bestimmten Verwaltern in der Interrimszeit zwischen dem Tod eines geistlichen Münzherren und der Wahl eines neuen Amtsinhabers geprägt. Im Vatikan wurde die zeitlich begrenzte Prägeberechtigung in der Regel durch die Kardinalkämmerer, in Deutschland durch die Stifts- und Domkapitulare wahrgenommen (siehe auch unter Kapitelmünzen). Sedisvakanzmünzen sind oft an der Beschriftung SEDE VACANTE oder ähnlichen Hinweisen zu erkennen. Sie wurden nur se...
Seeländer, Nicolas
Der in Erfurt um 1683 geborene Medailleur und Kupferstecher folgte 1716 dem Ruf von Leibniz als Kupferstecher an die kurhannoversche Bibliothek. Dort illustrierte er das Werk Leibniz' über die Geschichte der Welfen (Origines Guelficae) und stach 151 Kupfertafeln der Welfenmünzen des Abtes Molan, dessen Münzen die Grundlage der von dem Numismatiker Fiala beschriebenen Sammlung der Könige von Hannover bildete. Numismatische Berühmtheit erlangte Seeländer als "Mün...
Seigneuriage
Französische Bezeichnung des Schlagschatzes oder Gewinnanspruches der Münzherren an der Prägung. Der Seigneuriage sank zugunsten einer höheren Besteuerung seit der unter König Franz (François) I. 1540 durchgeführten Münzreform zur Bedeutungslosigkeit herab. In Mailand schaffte das Edikt des Galeazzo Maria Sforza schon 1474 den ital. als Signoraggio bezeichneten Schlagschatz ab. Anders verfuhr der englische König Heinrich (Henry) VIII., der zwischen 1544 ...
Seiseno
Kleine katalanische Kupfermünze zu 6 Dineros, die von den aufständischen Katalanen, dem spanischen König Philipp IV. und französischen Königen (Ludwig XIII. und XIV.), zwischen 1640 und 1652 ausgegeben wurden. Ursprünglich wurden schon spätmittelalterliche katalanische Silbermünzen zu 6 Dineros, die als Teilstücke des Croat ausgeprägt wurden, als Seisenos bezeichnet.
Selene
Griechische Mondgöttin, deren Büste oder Kopfbild auf griechischen Geprägen meist zusammen mit einer Mondsichel dargestellt ist. Ihre römische Entsprechung ist Luna.
Seleukiden
Bei den Seleukiden handelt es sich um eine Diadochendynastie in Vorderasien. Sie ist nach dem Gründer des Seleukidenreichs Seleukos I. „Nikator“ benannt, der einer vornehmen Makedonenfamilie entstammte. Seleukos I. wurde 358/354 v. Chr. geboren und 281 v. Chr. ermordet. Nach 281 v. Chr. waren seine Nachkommen über Generationen die Herrscher über den hellenistischen Diadochenstaat. Das Kernland der Seleukiden befand sich in Syrien, Mesopotamien und der Elymais. Auf ihrem Höhepunkt fielen ...
Seligkeitstaler
Bezeichnung der beidseitig beschrifteten Talermünze, die Herzog Ernst von Sachsen Gotha (1640-1675) im Jahr 1672 ausgab. Die Vs. zeigt eine 11-zeilige, die Rs. eine 10-zeilige Inschrift.
Semilibralfuß
Von lat. semi libra (1/2 Pfund), Reduktionsstufe des Aes grave der Römischen Republikzeit. Der As wurde nur noch im (reduzierten) Gewicht eines halben römischen Pfundes (Libra) ausgebracht. Der reduzierte As schwankte im Gewicht etwa zwischen 160 und 132 g. Mit der Verminderung des Gewichts der Asses wurden auch die anderen Wertstufen der römischen Bronzemünzen im Gewicht auf den Semilibralfuß (engl. Semilibral Standard) gebracht. Die Gewichtsverringerung erlaubte die Herstellung der kleine...
Semis
Von lat. semi as (1/2 As), bezeichnet den halben Wert des römischen As. Bei der Duodezimalteilung (1 As = 12 Unciae) der Bronzeprägung der römischen Republikzeit war der Wert des Semis 6 Unciae. Der Semis wurde in allen Reduktionsstufen ausgegeben, ursprünglich als gegossene Münze des Aes grave, zuletzt als geprägte Bronzemünze. Die Stücke sind meist mit dem Wertzeichen S versehen und zeigen auf den Vs.n das Kopfbild von Jupiter oder Saturn, auf den Rs.n die Prora. In römischer Kaiserze...
Semissis
Zum erstenmal ist der Ausdruck "semissis aureorum" in der Biographie des Kaisers Alexander Severus (222-235 v. Chr.) in der Bedeutung "die Hälfte des Aureus" belegt. Seit konstantinischer Zeit wurde die Münzbezeichnung Semissis für das Halbstück (1/144 römisches Pfund) des Solidus (1/72 Pfund) gebräuchlich, der unter Kaiser Konstantin I. als Standardgoldmünze des spätrömischen Reichs eingeführt wurde. Die Semisses zeigen meist auf den Vs.n die B&...
Semuncia
Von lat. semi uncia (1/2 Uncia), bezeichnet den Wert einer halben Uncia (1/24 As). Ursprünglich war die Semuncia eine kleine und selten gegossene Wertstufe des Aes-grave der römischen Republik. Sie wurde nicht in allen Aes-grave-Reihen zwischen ca. 269 bis 222 v. Chr. gegossen. Ihr typisches Münzbild zeigt die Eichel und das griechische Zeichen für Sigma (auch spiegelverkehrt). Im Zuge der Reduktionen des As wurden die nach 222 v. Chr. erscheinenden Semunciae nicht mehr gegos...
Sen
Mit dem im Jahr 1870 unter Kaiser Mitsuhito (1868-1812) in Japan eingeführten modernen Münzsystem wurde der Sen als Münzeinheit eingeführt: 1 Yen = 100 Sen (1 Sen = 10 Rin). Die einfachen (und halben) Sen wurden seit 1873 in Kupfer geprägt. Mehrfachstücke zu 5, 10, 20 und 50 Sen wurden seit 1870/71 zunächst als Silbermünzen ausgemünzt, später nach und nach auch in unedlen Metallen. Schon seit einigen Jahrhunderten wurden auch gegossene Lochmü...
Seniti
Kleine Münzeinheit von Tonga (Polynesien) seit 1967. 100 Seniti (Cents) = 1 Pa'anga.
Senkverfahren
Auch Umsenkfahren wird ein münztechnischer Vorgang genannt, der zur Herstellung der negativen Matrize dient. Dabei wird die positive Patrize mittels einer hydraulischen Presse mit einem Druck von mehreren hundert Tonnen in einen ungehärteten Stahlpfropfen eingesenkt. Daraufhin kann die somit entstandene negative Matrize (Prägestempel) gehärtet werden.
Sent
Bezeichnung des kleinsten Münzwertes der Republik Estland zwischen 1928 und 1940 und seit der Währungsreform seit dem 20. Juni 1992: 100 Senti = 1 Kroon (Kronen). Die kleinen Werte wurden von 1 Sent bis 5 Senti wurden zwischen 1929 und 1939 in Bronze, die größeren Werte (10 bis 50 Senti) in Nickel-Messing ausgeprägt. Nach Wiederaufnahme der Prägung der aus dem Staatsverband der Sowjetunion ausgetretenen unabhängigen Republik Estland (1991) wurden Werte zwische...
Sentimo
Bezeichnung der kleinen Münzeinheit auf den Philippinen seit 1967. 1 Piso (zuvor Peso) = 100 Sentimos (zuvor Centavos).
Serafimer-Riksdaler
Bezeichnung der schwedischen Riksdalers (Reichstaler) und deren Viertelstücke mit dem Datum 17. April 1748. Sie wurden auf die Erneuerung des schwedischen Serafimer-Ordens durch König Friedrich (Frederick) I. (1720-1751) geprägt. Die Vs. zeigt die Büste des Königs, die Rs. das gekrönte Wappen (drei Kronen auf rundem schraffierten Feld), darum das Ordensband mit Collane und das Datum. Seitdem ist der Orden, der ursprünglich von König Magnus I. Ladulas (1260-1285) gestiftet worden sein sol...
Serapis
Auch Sarapis, griechisch-ägyptische Gottheit, den der Gründer der hellenistischen Dynastie der Ptolemäer in Ägypten, Ptolemaios I. "Soter" (323-285 v. Chr.), als Reichsgott einführte und der sich über die Grenzen des Ptolemäerreiches im hellenistischen Osten bis weit in die römische Kaiserzeit verbreitete. Der vielgestaltige pantheistische Allgott Serapis ist eine Verschmelzung aus dem altägyptischen Totengott Apis-Osiris (Hauptkultstätte Serapeum bei Memphis) und dem griech.-hellenist...
Serebrnik
Alte kirchenslawische Bezeichnung für "Silberling" (Silbermünze) in den Übersetzungen der Evangelien. Es fiel schwer, die Bezeichnung, einem bestimmten Münztyp zuzuweisen. Die Numismatik ist übereingekommen, diejenigen seltenen altrussischen Silbermünzen als Serebrniki zu bezeichnen, die zur Zeit des Großfürsten von Kiew, Wladimir dem Heiligen (978-1015 v. Chr.) und seinen Söhnen Jaroslaw (bis 1054) und Swatopolk (bis 1016) ausgegeben wurden. Es hand...
Serienmedaillen
Eine Serie von Medaillen zu einer bestimmten Thematik, wie z.B. über berühmte Künstler, Politiker oder Baudenkmäler, die besonders in jüngster Zeit hergestellt werden. Medaillen einer Serie gab es auch schon früher (siehe Suitenmedaillen), im 18. und 19. Jh. vor allem in Frankreich. Die einzelnen Stücke einer Serie haben meist einheitliche Größe und Ausführung und sind größtenteils aus Bronze hergestellt. Der Vertrieb von Serienmedail...
Serrati
Bezeichnung der am Rand sägeartig gezackt ausgeschnittenen römischen Denare der Republikzeit, die im Zeitraum von etwa hundert Jahren seit der Mitte des 2. Jh.s v. Chr. - neben der normalen Denarprägung - hergestellt wurden. Nach Fertigung der Schrötlinge wurden die von den Römern als „nummi serrati“ (lat. serratus = gesägt, gezackt) bezeichneten Stücke noch vor der Prägung an den Rändern eingeschnitten. Zur Erklärung der arbeitsaufwendigen Herstellung der Serrati wird meist angef
Sertum
Goldmünze des Bhutan zu 100 Ngultrum (Rupien) seit 1966. Es gibt auch Mehrfachstücke (2- und 5-fache Stücke).
Sesino
Kleine italienische Münze zu 6 Denari oder 1/2 Soldo, die zwischen dem 14. und 18. Jh. in verschiedenen Orten Italiens aus Billon oder Kupfer geprägt wurden. Der Sesino lief im 14. Jh. in Genua, Mailand und Perugia um, auch die Päpste prägten Sesini in Avignon und später in Parma. Die letzten Sesini wurden in den 90er Jahren des 18. Jh.s in Mantua und Parma ausgegeben.
Sesterze
Sesterze sind Münzen aus der Zeit der Römische Republik und des Römischen Kaiserreichs. Die Bezeichnung der Sesterze lässt sich auf ihren Wert zurückführen: Der Name der im Lateinischen als Sestertius (Plural: Sestertii) bezeichneten Münze lässt sich ableiten von semis tertius, was auf Deutsch „Dritthalber“ oder „der dritte halb“ (= 2 ½) bedeutet. Der Nennwert dieser römischen Münzen lag bei der Einführung um 211 v. Chr. bei zweieinhalb As. Ab circa 130 v. Chr. galt die Silbe...
Sestino
Neapolitanische Münze im Wert von 1/6 Tornese, die im ausgehenden 15. Jh. als Billonmünze eingeführt wurde. Bereits im beginnenden 16. Jh. wurden kupferne Sestini in Neapel geschlagen. Später prägte man kupferne Sestini im Wert von 1/6 Soldo oder 2 Denari in der Lombardei und in Venetien bis ins 18. Jh. geschlagen.
Seven Shilling Piece
Bezeichnung einer britischen Goldmünze zu 7 Shillings (1/3 Guinea), die im 18. Jh. kurzfristig geprägt wurde.
Severer
Aus dem Haus der Severer gingen die römischen Kaiser zwischen 193 und 235 v. Chr. hervor. Der erste Severer war der erste aus Nordafrika stammende Kaiser Septimius Severus, der nach der Ermordung des Pertinax 193 v. Chr. von seinen Soldaten zum Kaiser ausgerufen wurde und sich in den folgenden Jahren gegen seine Widersacher (Pescennius Niger im Osten und Clodius Albinus im Westen) durchsetzte. Nach dem Tod Septimius Severus 211 v. Chr. folgten die aus seiner zweiten Ehe mit Julia Domna hervorge...
Severin
Zeitgenössische Bezeichnung des im 18. Jh. in weiten Teilen Deutschlands als Handelsmünze umlaufende Souverain d'or, latinisiert auch Severinus genannt.
Sexagesimalsystem
Einteilung eines Ganzen in 60 Teile oder Zusammenfassung eines aus 60 Teilen bestehenden Ganzen. In der Antike galten 60 Minen ein Talent, im Mittelalter wurden aus einer feinen Mark 60 Prager oder Meißner Groschen geprägt, zusammengefasst zu einem Schock (= 60 Stück), daher die Bezeichnung Schockgroschen. Später galten in Süddeutschland 60 Kreuzer einen Gulden, in Großbritannien die Crown 60 Pence.
Sextans
Ein Sechstel einer zwölfteiligen Maß- oder Gewichtseinheit. Als Münzbezeichnung taucht der Name im Zusammenhang mit der Unterteilung des römischen Aes grave auf. Der Sextans wurde als 1/6 As, also im Wert von 2 Unciae ursprünglich gegossen und seit der Einführung des Semilibralfußes als AE-Münze geprägt. Die Münze kommt in nahezu allen Reduktionsstufen zwischen der Mitte des 3.Jh.s bis in die 2. Hälfte des 2. Jh.s vor, sein Wertzeichen sind zwei Kugeln. Die frühen Münzbilder zeigen ...
Sextantalfuß
Die frühen Münzen des Aes-grave der Römischen Republik wurden im Gewicht schrittweise abgesenkt. Eine wichtige Stufe ist der Sextantalfuß, in der anglo-amerikanischen numismatischen Literatur "sextantal standard" genannt. Dabei entsprach der As im Sextantalfuß im Gewicht 1/6 des römischen Pfundes (Libra) oder dem ursprünglichen Sextans (1/6 As), deshalb auch Sextantar-As genannt. Mit dem Erreichen des Sextantalfußes war man in der Lage, die Münzreihe (As und seine Unterteilungen) bis zu...
Sextantar-As
Der römische As im Gewicht von 1/6 des römischen Pfundes (Libra). Es wird angenommen, dass mit dem Erreichen dieser Reduktionsstufe (Sextantalfuß), der As nicht mehr gegossen, sondern geprägt wurde. Heute nimmt man an, dass der Sextantalfuß während des 2. Punischen Kriegs (218-201 v. Chr.) um etwa 211 v. Chr. eingeführt wurde.
Shahi
Feste persische (iranische) Einheit im Wert von 50 Dinar, erstmals 1501 n. Chr. als Silbermünze geprägt. Nach Einführung des Abbasi entsprachen 4 silberne Shahi einem Abbasi. Die Silbermünze wog im 17. Jh. 1,92 g, es gab Teil- und Mehrfachstücke und viele verschiedene Typen. Der Shahi verlor zunehmend an Gewicht und wurde im 19. Jh. - wenn auch selten - aus Kupfer geprägt. Der Wert des Shahi zu 50 Dinar blieb bis 1932 bestehen. Neben dem kupfernen Shahi wurde der s...
Shauri
Schauri
Auch Schauri, ist ein grusinisches (georgisches) Währungsnominal bis ins 19. Jh., das in etwa dem persischen Shahi entsprach und wie dieser 1/4 Abbasi galt. Nach der russischen Eroberung Georgiens entsprach der Schauri 5 Kopeken.
Sheradisiert
Rostgeschützte (sheradisierte) Eisenmünzen wurden z.B. während des 1. Weltkriegs zwischen 1915 und 1922 ausgegeben. Es handelt sich um 5- und 10-Pfennig-Stücke, die mittels des aufwendigen Verfahrens der Sheradisierung durch mehrstündiges Glühen in Zinkpulver vor Korrosion geschützt werden sollten.
Shield-Nickel
Bezeichnung des ersten Typs des US-amerikanischen 5-Cent-Stücks( Nickel), das als Nachfolger des silbernen Half Dime von 1866 bis 1883 geprägt wurde. Der von James B. Longacre entworfene Typ zeigt auf der Vs. den Wappenschild der USA, auf der Rs. die Wertzahl 5 in einem Kreis von Sternen und Strahlen, seit 1867 wurden die Strahlen weggelassen. Das Münzmetall besteht - wie der Nickel 3-Cent von 1865 - aus einer Legierung von Kupfer (75%) und Nickel (25%). Der Typ wurde ohne weiter...
Shilling
Der Shilling wurde in England schon in karolingischer Zeit als Recheneinheit zu 12 Pence oder 1/20 eines Pfundes (Pound) eingeführt und hielt sich die meiste Zeit in dieser Einteilung bis zur Dezimalwährung von 1970 (siehe auch Schilling). Erstmals ausgeprägt wurde der Rechenwert als Silbermünze, ursprünglich Testoon genannt, um 1504 unter König Heinrich VII., nach dem Vorbild des französischen Teston, der seinerseits wieder auf den Mailänder Testone zurückgeht. Die Silbermünze im Gewi...
Sho
Auch Shokang, ist eine tibetische Münze, die unregelmäßig zwischen 1792 und 1953 in Tibet geprägt wurde. 1 Sho = 10 Skar; 1 1/2 Sho = 1 Tangka; 10 Sho = 1 Srang. Die Münzen sind ursprünglich mit chinesischen Schriftzeichen versehen und nach dem Regierungsjahr chinesischer Kaiser und/oder zyklisch datiert (sino-tibetische Prägungen). Nach der Ablösung des chinesischen Kaiserreichs durch die Republik (1911/12) sah sich das lamaistisch-buddhistische T...
Short-Cross Penny
Typ des mittelalterlichen, englischen Penny (Kurzkreuz-Pfennig), dessen Rs. ein kurzes Zwillingsfadenkreuz zeigt, wobei die Kreuzenden nicht bis zum Rand der Münze reichen. Im Unterschied dazu wird der nachfolgende Typ Long-Cross Penny (Langkreuz-Pfennig) genannt, weil die vier Schenkel des Kreuzes die Umschrift durchbrechen und bis zum Münzrand reichen. Die silbernen Short-cross Pennys wurden unter König Heinrich II. um 1180 v. Chr. eingeführt und bis 1247 geschlagen. Die Vs.n zeigen das ze...
Shultz & Co.
Private US-Prägeanstalt im kalifornischen San Francisco, die 1851 ein Goldstück zu 5 Dollar ausgaben, das dem Typ "Coronet Head" (gekröntes Kopfbild der Liberty im Sternenkreis/Wappenadler mit ausgebreiteten Schwingen) des offiziellen US-amerikanischen Half Eagle gleicht, der zu dieser Zeit geprägt wurde. Im Unterschied zur Umschrift der offiziellen Half Eagles (United States of America) trägt die Rückseite dieser Goldmünzen die Umschrift PURE CALIFORNIA GOLD. ...
Sicca Rupee
Volkstümliche Bezeichnung der Rupie, die die britische East India Company zwischen 1773 und 1818 in Bengalen prägte. Sie sind immer mit islamischen Datum A. H. 1212 und mit dem Münznamen Murshidabad versehen, auch wenn sie in Calcutta oder anderen Münzstätten geprägt wurden.
Siebenkreuzer
Bereits Ende des 17.s Jh. stiegen in Österreich die 6-Kreuzer-Stücke auf den Wert von 7 Kreuzern. Trotzdem prägte man in der ersten Hälfte des 18. Jh.s weiter 6-Kreuzer-Stücke. Schließlich nahm man die Einführung des Konventionsfußes zum Anlass, die Prägung des 6-Kreuzer-Stückes zu beenden und das 7-Kreuzer-Stück im Gewicht von etwa 3,24 g (422/1000 fein) auszumünzen. Die im Volksmund auch Siebener genannten Stücke wurden in &Oum...
Siebzehnkreuzer
Im ausgehenden 17. Jh. stieg der Wert der österreichischen 15-Kreuzer-Stücke auf 17 Kreuzer. Mit Einführung des Konventionsfußes wurde anstelle des alten 15-Kreuzer-Stücks das silberne 17-Kreuzer-Stück im Gewicht von etwa 6,12 g (542/1000 fein) ausgemünzt. Die Stücke wurden zwischen 1751 und 1765 geprägt. Die Vs.n zeigen die Büste der Kaiserin Maria Theresia, die Rs.n den gekrönten Doppeladler mit der Wertzahl XVII darunter.
17-Kreuzer 1759
Siegel
Paramonetäre Formen, die als Zeichen der Echtheit des versiegelten Gegenstands (meist Schriftstücke oder Urkunden) im öffentlichen Rechtsleben dienten. Die Technik des Siegelschnitts (Petschafte) ist der Herstellung der Prägeeisen von Münzen und Medaillen verwandt und verlangt auch eine spiegelverkehrte Gravierung. Auch auf anderen Gebieten überschneiden und ergänzen sich Numismatik (Münzkunde) und Sphragistik (Siegelkunde). So ist z.B. die Deutung mittelalterlicher Gepräge nicht ohne Z...
Siegesmünzen, -taler
Münzen, deren Gepräge an militärische Erfolge oder siegreiche Schlachten erinnert. Solche Gepräge finden sich schon auf antiken Münzen des Römischen Reichs, vor allem auf denjenigen der Kaiserzeit. Am bekanntesten sind die unter Kaiser Vespasian (69-79 v. Chr.) ausgegebenen Judaea capta-Münzen, die auf die Unterwerfung der jüdischen Aufstände (67-74 v. Chr.) und die Eroberung Jerusalems geprägt wurden. Dieser Rückseitentyp zeigt einen gefesselten Juden vor einer Palme sitzend und die ...
Siglos
Griechisches Wort für die semitische Bezeichnung Schekel (Gewicht und Recheneinheit zu 1/50 und 1/60 der Mine). Der Siglos ist die persische Standardsilbermünze der'Achämeniden im Wert von 1/20 des goldenen Dareikos. Das Münzbild zeigt auf der Vs. die Knielauf-Figur (Bogenschütze) und auf der Rs. das Quadratum incusum, oftmals mit kleinen Gegenstempeln versehen. Es gab auch Doppel- und Halbsigloi. Auch die nach persischem Münzfuß geprägten Silbermünzen benachbarter Völker, die unter pe...
Signum
Lat. Ausdruck für das militärische Zeichen, die Fahne und vor allem das römische Feldzeichen. Das römische Signum war militärisch, taktisch, moralisch und religiös von größerer Bedeutung als die Truppenfahnen der Neuzeit. Das wichtigste Feldzeichen der römischen Legionen war der an einer Stange getragene Legionsadler (lat. Aquila). Signa hatten auch die militärischen Untereinheiten, umstritten ist, ob Centurien oder Manipeln. Kleinere militärische Einheiten (Kohorten) hatten keine Fel...
Sik
Bezeichnung des 2-Fuang-Stücks nach dem alten Münzsystem von Siam (heute Thailand). 2 Sik = 1 Fuang, 16 Sik = 4 Salung = 1 Baht.
Sikulo-punische Prägungen
Im späten 5. und 4. Jh. v. Chr. in Sizilien aufgekommene Prägungen, die der Bezahlung der karthagischen Söldner in Sizilien dienten. Die andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Karthager, den einheimischen Stämmen der Sikuler und den von griechischen Kolonisten gegründeten Städten wurden mit wechselndem Erfolg geführt, bis schließlich im Verlauf der Punischen Kriege das aufstrebende Rom um 227 v. Chr. die Vorherrschaft gewann und Sizil...
Silber
Edelmetall mit dem chem. Zeichen Ag (lat. argentum), der Dichte 10,5 g/cm³ (Schwermetall) und dem Schmelzpunkt 960,8° C. Das weißglänzende Metall ist härter als Gold und weicher als Kupfer, mit dem es zur Verbesserung seiner metallurgischen Eigenschaften oft legiert wurde. Das gut zu verarbeitende, dehnbare Silber lässt sich dünn aushämmern und fein ausziehen und leitet hervorragend Wärme und Elektrizität. Es korrodiert nicht, bildet aber unter dem Einfluss von Schwefelwasserstoffen, d...
Silberabschlag
Eine besondere Prägung in der Numismatik
Der Silberabschlag ist ein faszinierender Fachbegriff aus der Welt der Münzkunde, der eine spezielle Art der Münzprägung beschreibt. Entgegen der üblichen Praxis, bei der bestimmte Münzen in Kupfer oder Gold geprägt werden, bezeichnet der Silberabschlag eine Ausführung derselben Münze in Silber. Dieses Phänomen ist für Sammler und Numismatiker von besonderem Interesse, da es oft mit Seltenheit und historischer Bedeutung einhergeht. Ein klassisc...
Silbergroschen
Preußische Scheidemünzen zu 12 Pfennig, die von 1821 bis 1873 aus Billon (222/1000 fein) im Gewicht von 2,19 g geprägt wurden. 30 Silbergroschen gingen auf den preußischen Taler. Die Vs.n zeigen die Köpfe der preußischen Regenten, die Rs.n Wertzahl, Wertbezeichnung, Jahresangabe und Münzzeichen. Es gab auch Halbstücke, seit 1842 auch 2 1/2-Stücke. Auch die österreichischen Dreikreuzer oder Kaisergroschen aus dem 16./17. Jh. werden gelegentlich als Silbergroschen bezeichnet.
Silbergulden
Zur Vermeidung von Verwechslungen mit dem Goldgulden werden die aus Silber geprägten Gulden und Zweidritteltaler zu 60 Kreuzern (nach dem Leipziger Fuß) Silbergulden genannt. Auch die nach dem Konventionsfuß geprägten Halbtaler (siehe auch Konventionstaler) werden als Silber- oder Konventionsgulden bezeichnet.
Silberner Reiter
Zilveren Rijder
Talertyp der Vereinigten Niederlande, benannt nach der Vorderseitendarstellung eines geharnischten Reiters mit Schwert auf galoppierendem Pferd; darunter befindet sich das Provinzialwappen. Die Rs. zeigt den von zwei Löwen gehaltenen gekrönten Löwenschild der Generalstaaten; in der Umschrift CONCORDIA RES PARVAE CRESCVNT (Die kleinen Dinge wachsen durch Eintracht). Die niederländisch Zilveren Rijder genannte Silbermünze wurde 1659 mit einem Gewicht von 32,78 g (941/1000 fein...
Silberpatina
Bezeichnung einer feinen, dunklen und regelmäßigen Patina, die sich durch die Verbindung von Schwefelteilchen mit dem Silber im Laufe der Zeit auf Silbermünzen bilden kann. Ein feiner und regelmäßiger Silberbelag ist bei den Münzsammlern durchaus beliebt.
Silberstandard
Ein historisches Währungssystem
Der Silberstandard war ein bedeutendes Währungssystem, das über Jahrhunderte hinweg die globale Wirtschaft prägte. In diesem System basierte der Wert einer Währung auf einer festgelegten Menge des Edelmetalls Silber. Als eines der ältesten und am häufigsten verwendeten Währungsmetalle spielte Silber eine zentrale Rolle in der Entwicklung des internationalen Handels und der Finanzwelt.
Geschichte des Silberstandards
Die Wurzeln des Silberstandards reichen b...
Silberwährung
Von Silberwährung spricht man, wenn die Kurantmünzen in Silber ausgeprägt werden, der Wert einer Münzeinheit sich nach dem Wert ihres Feinsilbergehalts richtet. Wenn sich Papiergeld im Umlauf befand, musste dies in Silber einlösbar sein. Seit der Münzreform Karls des Großen galt in Mitteleuropa die Silberwährung. In der Neuzeit herrschte in weiten Teilen der Welt Silberwährung, Gold spielte nur als Nebenwährung oder als Handelswährung eine Rolle. Als im 19. Jh. zunehmend manipulierte ...
Sildeflas
Volkstümliche Bezeichnung des kleinen norwegischen Skilling aus Kupfer, der 1812 unter König Friedrich (Frederik) VI. ausgegeben wurde. Die Vs. zeigt das bekrönte Monogramm des Königs, die Rs. I/SKILLING/DANSK/1812 und das Münzzeichen (Hammer und Bergeisen gekreuzt) der norwegischen Münzstätte Kongsberg. Die skandinavische Bezeichnung Sildeflas bedeutet Heringsschuppe.
Siliqua
Römische Silbermünze, die unter Konstantin dem Großen (307-337 v. Chr.) um 320 v. Chr. eingeführt wurde und den Argenteus ersetzte. Die Siliqua entsprach 1/24 Solidus, ihr ursprüngliches Gewicht betrug ca. 3,4 g, sie wurde aber schon untergewichtig ausgebracht. Unter Constantius II. (337-361 v. Chr.) erfolgte die Ausgabe einer Neusiliqua zu reduziertem Gewicht von ca. 2,25 g, die also etwa 2/3 des Gewichts der Altsiliqua entsprach, die kurzfristig noch parallel ausgemünzt wurde. Die näher...
Simon, Thomas
Bedeutender englischer Medailleur, Münzgraveur und Siegelschneider. Simon war vielleicht der begabteste englische Stempelschneider. Bereits seit Ende der 30er Jahre arbeitete Simon für die gegen König Charles I. revoltierenden Schotten, seit der Mitte der 40er Jahre für die aufständischen Puritaner. Schon seine Porträtmedaillen auf zeitgenössische Puritaner zeigen seinen prägnanten Stil, der weniger fein und zierlich als der von Nicolas Briot ist. Durch Verzicht auf die sonst üblichen ...
Simpuvium
Auch Simpulum, Bezeichnung eines der ältesten römischen Pontifikalgeräte in Form einer Schöpfkelle aus Ton. Sie wurde im täglichen Gebrauch durch den metallenen Kyathos verdrängt, hielt sich aber als Kultgegenstand zum Schöpfen des Trankopfers (Weinspende). Das Simpuvium erscheint auf römischen Münzen auch als Abzeichen des Pontifex (hohes Priesteramt).
Sio
Phai
Bezeichnung des thailändischen 2-Att-Stücks aus Silber, zuletzt aus Kupfer geschlagen, auch Phai genannt.
Sistrum
Bei dem Sistrum (Mehrzahl: Sistren; von ägyptisch: sechem, griechisch: seistron) handelt es sich um ein rassel- beziehungsweise klapperartiges Schlaginstrument, das sowohl in Mesopotamien als auch im Alten Ägypten verbreitet war. Von den Ägyptern wurde das Sistrum insbesondere als kultisches Instrument im Rahmen der Isis-Kult-Zeremonien verwendet, da es als heiliger Gegenstand mit der Göttin Isis assoziiert wurde.
Das altägyptische Sistrum besteht aus einem U-förmigen Rahmen aus Bronze ode...
Sixpence
Englische Silbermünze zu 6 Pence, die (gemeinsam mit dem Threepence) als Halbstück des Shilling um 1551 unter König Edward VI. eingeführt wurde. Sie zeigt (wie Shilling und Threepence) auf der Vs. die bekrönte Büste des Königs von schräg vorne, rechts daneben die Wertzahl VI (Shilling XII, Threepence III), auf der Rs. den viergeteilten Wappenschild auf einem Langkreuz. In der Folge zeigen die Sixpence-Stücke häufig ein ähnliches Münzbild wie der Shilling, so z.B. das Vis-à-vis-Portr...
Sizain
Französische Billonmünze zu 6 Deniers, Halbstück des Douzain, das in der ersten Hälfte des 16. Jh.s unter den Königen Ludwig XII. (1498-1515) und Franz I. (1515-1547) ausgeprägt wurde. Im 17. Jh. wurde der Sizain nur sporadisch geprägt, zuletzt 1658. Die Münzbilder zeigen, in Entsprechung zum Dizain, meist auf den Vs.n den Lilienschild, auf den Rs.n das Kreuz.
Skandinavische Münzunion
Der 1873 zwischen Dänemark und Schweden gegründeten Münzunion trat 1875 auch Norwegen bei. Nach Umstellung von Silber- auf Goldwährung im Dezimalsystem (100 Öre = 1 Krone) galten die Münzen (gleiche Größe und Legierung) der einzelnen Staaten im gesamten Gebiet der Münzunion, später auch die Geldscheine. Im Währungsmetall Gold wurden Stücke zu 10 Kronen (4,4803 g schwer) und 20 Kronen (8,9606 g), nur in Schweden seit 1881 auch 5-Kronen-...
Skar
Auch Skarung ist eine tibetische Kupfermünze, die 1/10 Sho oder 1/15 Tangka galt. Ein früher Typ (Vs. ein Drachen im gepunkteten Kreis, darum tibetische Schriftzeichen, Rs. im Zentrum eine stilisierte Lotusblume im Perlkreis, darum vier chinesische Schriftzeichen) ist noch nach der Regierungsepoche "Hsüan Tung" des letzten chinesischen Kaisers (1909-1911) datiert (sino-tibetische Prägung). Davon gab es auch Halbstücke. Danach erschienen nur noch Mehrfachstücke (2 1...
Skilling
Der skandinavische Skilling (ausgesprochen wie der deutsche Schilling) war in Dänemark zunächst eine Rechenmünze, bevor er unter König Christoph III. (1440-1448) aus dem Hause Wittelsbach erstmals nach dem Vorbild des lübischen Schillings ausgeprägt wurde. 1 Skilling galt 12 Penninge. Ein Jahrhundert später war der dänische Silber-Skilling bereits eine Kleinmünze, die sich schneller verschlechterte als die lübischen Schillinge. Im Jahr 1588 wurden 2 Skilling dänisch (Skilling Danske) ...
Sklavenringe
Oder Sklavengelder sind keine numismatischen Begriffe, sondern werden in Sammler- und Händlerkreisen manchmal für afrikanische Ringgelder, Manillen oder Drahtringe- und spiralen verwendet, die im Sklavenhandel eine Rolle gespielt haben sollen. Angeblich konnte man früher gegen bestimmte Ringe einen Sklaven eintauschen. In die Neue Welt verschleppten afrikanischen Sklaven wurden zur Identifikation auch gelochte Münzen (meist kupferne Token) angehängt, die mit einem Zeich...
Skyphate
Scyphatus
Abgeleitet von griech. skyphos (Becher), lat. Scyphati (Singular: Scyphatus), bezeichnet schüsselförmige Münzen aus der späten Zeit des Byzantinischen Reichs. Es gibt verschiedene Münzen aus Gold, Elektron, Billon und Kupfer, die ein schüsselförmig gebogenes Aussehen haben.
Sletdaler
Volkstümliche dänische Bezeichnung (schlechte Taler) für die dänischen Kronen von 1618 bis 1771.
Slowakische Krone
Bei der Slowakischen Krone handelt es sich um die ehemalige Währung der Slowakei, die vom 8. Februar 1993 bis zum 31. Dezember 2008 als offizielles Zahlungsmittel im Umlauf war. Die Slowakische Krone wurde kurz nach der Teilung der Tschechoslowakei und der Entstehung der unabhängigen Slowakei am 1. Januar 1993 eingeführt und wurde am 1. Januar 2009 durch den Euro abgelöst. Auf Slowakisch wird die Währungseinheit als slovenská koruna bezeichnet. Unterteilt wurde die Krone in 100 Heller (slo...
Small Cent
Das Gesetz der US-Regierung vom 21. Februar 1857 brachte neben dem Umlaufverbot für ausländische Münzen (insbesondere für den spanisch-amerikanischen Peso) eine einschneidende Veränderung der Cent-Prägung. Der auf einem breiten Schrötling im Durchmesser von etwa 28,5 mm beruhende, aufwendige Large Cent (zuletzt im Gewicht von 10,89 g) wurde durch den kleineren und kostengünstigeren Small Cent ersetzt, der auf einem kleineren Schrötling im Gewicht von ...
Smithsonian Institution
Nach dem englischen Chemiker und Mineralogen James Smithson (1754-1829) benanntes Forschungsinstitut in Washington, der das Institut testamentarisch stiftete. Die 1846 gegründete Smithsonian Institution unterhält verschiedene große Museen, darunter u.a. die National Gallery und ein kunsthistorisches Museum. Letzteres beherbergt eine der schönsten Sammlungen von Renaissance-Medaillen, die Kress Collection. Die numismatische Abteilung des Forschungsinstituts zählt zu den ...
Soho Mint
Privatmünzstätte in Handsworth nahe Birmingham, deren Inhaber Matthew Boulton in enger Zusammenarbeit mit seinem Freund James Watt die ersten mit Dampfkraft betriebenen Prägemaschinen entwickelte, die er 1786 in der Soho Mint errichtete. Die Münze war Teil der Soho Werke, die im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jh. europaweit als Vorbild für großindustrielle Anlagen galten. Nach dem Vorbild der Soho Mint entwickelte Boulton Prägemaschinen für die Londoner Tower Mint und die Münzen in...
Sol
Sou
1. Französische Recheneinheit und Münze, in späterer Form Sou genannt. Ursprünglich stellte der Sol im mittelalterlichen Frankreich eine Recheneinheit von 12 Deniers dar und entsprach dem deutschen Schilling. Die Recheneinheit geht auf das karolingische Rechensystem zurück, nach der das Karlspfund, aus dem 240 Denare (Deniers) gemünzt wurden, in 20 Schillinge oder Sols unterteilt war (12 Denare wurden also zu 1 Schilling bzw. Sol gerechnet). Ausgemünzt wurde dieser Wert erstmals im Ja...
Sol aux Balances
Der zur Revolutionszeit in Frankreich geprägte letzte Typ des Sol ist nach dem Rückseitenbild einer umkränzten Waage (frz. balance) benannt. Im Kranz findet sich die Wertangabe (1 S), darüber die Freiheitsmütze, die die Umschrift LIBERTE und EGALITE trennt. Die Vs. zeigt die Verfassungstafel mit der Schrift LES HOMMES SONT EGAUX DE LA LOI (Die Menschen sind vor dem Gesetz gleich) zwischen Traube und Ähren, darüber ein Auge, das die Umschrift REPUBLIQUE FRANÇOISE trennt. Die nach dem Dekr...
Soldatenpfennig
Keine Münze, sondern eine Kupfermarke, die beurlaubte schwedische Soldaten unter den Königen Karl XI. (1672-1697) und Karl XII. (1697-1718) in den unter schwedischer Herrschaft stehenden Herzogtümern Bremen und Verden mit sich führen mussten, um nicht als Deserteure angesehen zu werden.
Soldo
Die italienische Entsprechung zum französischen Sol und dem deutschen Schilling. Der Soldo wurde gegen Ende des 12. Jh.s von Heinrich VI. (1190-1197) in Mailand eingeführt. Der König ließ ihn als Einfachstück im Gewicht von ca. 1,25 g und als Doppelstück (Doppio Soldo) im Gewicht von etwa 2,1 g schlagen. Andere italienische Städte nahmen die Prägung des Soldo auf, Bologna noch im 12. Jh., Genua im 13. Jh. und Venedig im 14. Jh. Der Soldo sank zur Billonmünze herab und wurde seit der 2. ...
Solidus
Lat.: „in der Bedeutung gediegen“, bezeichnete zum ersten Mal in konstantinischer Zeit eine Goldmünze, die Konstantin der Große (306/309-337) sukzessive in seinem Herrschaftsgebiet prägen ließ. Bereits vor 310 v. Chr. wurden Solidi in der Münzstätte Treveri (Trier), danach auch in anderen Münzstätten des konstantinischen Einflussgebiets geprägt. Nachdem der Kaiser durch den Sieg über Licinius 324 n. Chr. zum Alleinherrscher des Römischen Reichs wurde, machte er den Solidus zu 1/72...
Solot
Kleinster Wert aus dem Königreich Siam (heute Thailand), nach dem alten Gewichtssystem. 128 Solot = 64 Att = 8 Fuang = 1 Tikal (Baht). Der Solot war die kleinste Unterteilung des Tikal, der bis ins 19. Jh. als Kugelmünze ausgegeben wurde. Das Silbergewicht dieser Solot lag bei etwa 0,12 g. Nach Umstellung auf die Münzprägung nach europäischem Vorbild wurde der Solot in Zinn (1862), Kupfer (1874), Kupfernickel (1882) und Bronze (seit 1887) geprägt. Schon bald nach der Umstellung auf die Dez...
Som
Der Som (Solidus) wurde im November 1993 in Usbekistan als Parallelwährung (Kupon) ohne Unterteilung eingeführt, seit dem 1. Januar 1994 galt: 1 Som (Kupon) = 1 Russischer Rubel. Die Währungsreform vom 1. Juli 1994 brachte einen neuen Som = 1000 Som (Kupons), der in 100 Tiyin unterteilt war.
Somalo
Währungs- und Billonmünze von Somalia als italienisches Treuhandgebiet (1950-1960). 100 Centesimi = 1 Somali. Nach der Unabhängigkeit Somalias folgte dem Somalo 1962 der Scellino (Somalischer Shilling).
Sonderprägung
Keine Kursmünze, sondern eine Ereignis- und Gedächtnisprägung, die aber auch kursfähig ist.
Sonnenkrone
Deutsche Bezeichnung der französischen Goldmünze Ecu d'or au soleil (Ecu d'or), die schon vor der Mitte des 16. Jh.s als Haupthandelsmünze in den Niederlanden umlief und dort auch nachgeahmt wurde (Zonnekroon). Unter der Bezeichnung Sonnenkrone fanden die Goldstücke auch Eingang in den Geldverkehr des Römisch-Deutschen Reichs, vor allem in den Staaten West- und Süddeutschlands.
Sonnenpistole
Volkstümliche deutsche Bezeichnung des letzten unter Ludwig XIV. (1643-1715) geprägten Typ der französischen Goldmünze Louis d'or. Der Typ ist nach einer kleinen Sonne - dem persönlichen Kennzeichen des Königs - im Zentrum der Rs. benannt. In Frankreich wird der Typ Louis d'or au soleil genannt. Der zwischen 1709 und 1716 in großen Mengen geprägte Louis d'or au soleil war auch in West- und Südwestdeutschland im Umlauf.
Sophiendukat
Der Sophiendukat – auch Dreifaltigkeitsdukat oder Kinderdukat genannt – ist ein erstmals zu Weihnachten 1616 für Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen geprägter Dukat. Der Sophiendukat wurde später ein beliebtes Patengeschenk zur Taufe und wurde bis ins 19. Jahrhundert in der Dresdner Münze mit der ursprünglichen Jahresangabe nachgeprägt. Die Nachprägungen der Goldmünze wurden bis 1873 hergestellt.
Initiiert wurde die Prägung des Sophiendukats von der sächsischen Kurfürstin Sophie...
Sortengulden
In Kaufmannsbüchern aus der zweiten Hälfte des 17. Jh.s wird oft gefordert, die Bezahlung in "Sorten" zu leisten, d.h. mit groben Sorten (Währungsmünzen) und nicht mit unterwertigem Kleingeld zu bezahlen. Die Bezeichnung Sortengulden wurde also für die ausgeprägten Silbergulden( Zweidritteltaler nach ZinnaischemMünzfuß) angewendet und findet sich gelegentlich auch in Münzkatalogen des frühen 20. Jh.s
Bistum Mainz, Sortengulden 1673 des Lothar Friedrich v.Mette...
Sösling
Dänische Münze zu 6 Penning oder 1/2 Skilling, die durch den Hanserezess von 1424 zum ersten Mal in Dänemark ausgeprägt wurde. Das Feingewicht des silbernen Sösling von 0,96 g entsprach dem hanseatischen Sechsling lübischer Währung. Die letzten dänischen Söslinge wurden 1651 geprägt, der Ausdruck ging auf das 1/2-Skilling-Stück über, das auch 6 Penning galt. In Norwegen, das in Personalunion mit Dänemark verbunden war, sollen unter...
Sou marqué
Als Sou marqué (markierter Sou) wird der Douzain bezeichnet, der seit 1640 mit einer kleinen Lilie im Perlkreis gegengestempelt wurde, um seinen Wert von 12 auf 15 Deniers zu erhöhen. Auch die unter Ludwig XV. nach 1738 für einige Jahre geprägten Kolonialmünzen zu 2 Sou werden als Sou marqué bezeichnet. Sie wurden in den Kolonien mit verschiedenen Gegenstempeln versehen, um ihre Werte anzupassen.
Souverain d'or
Nach dem Vorbild des englischen Sovereign führten die Statthalter Albert und Isabella im Jahr 1612 in den Spanischen Niederlanden den Souverain d'or im Wert von 6 Gulden ein. Der ursprüngliche Typ zeigt auf der Vs. das thronende Statthalterpaar, später die Brustbilder, auf der Rs. den Landesschild. Sein Raugewicht beträgt 11,14 g, das Feingewicht 10,2 g. Es wurden vor allem Doppelstücke geprägt. Die Regenten aus der österreichischen Linie des Hauses Habsburg &...
Sovereign
Englische Goldmünze, die im Jahr 1489 von König Heinrich VII. (1458-1509) im Wert eines Pfundes Silbermünzen (entsprach 20 Rechnungsschillingen) eingeführt wurde. Die auf einem breiten Schrötling von ca. 43 mm Durchmesser geprägte Münze aus fast reinem Gold wog 15,55 g (Feingewicht ca. 15,47 g) und zeigt auf der Vs. den Souverän mit Reichsapfel und Zepter auf einem in spätgotischem Stil verzierten Thron. Die Rs. zeigt das viergeteilte Königswappen inmitten der großen Tudor-Rose, dem S...
Sovrano
Bezeichnung der in der Lombardei und Venedig unter der Herrschaft der österreichischen Habsburger im 18./19. Jh. (bis 1856) geprägten Goldmünze, die das italienische Gegenstück des Souverain d'or darstellt.
Sovrano 1793 des Franz II. (1792-1835)
Spade Guinea
Bezeichnung der zwischen 1787 und 1799 geprägten Guinea, die auf der Rs. einen gekrönten viergeteilten Wappenschild zeigt, der in Spatenform (engl. spade) spitz zuläuft.
Spanish milled Dollar
Bezeichnung des maschinengeprägten spanisch-amerikanischen Peso (8 Reales), der vor und nach der Unabhängigkeit in Nordamerika ein wichtiges und unverzichtbares Zahlungsmittel in den Kolonien bzw. den Vereinigten Staaten von Amerika war. Die im Norden des Kontinents umlaufende Großsilbermünze stammte meist aus der Münzstätte von Mexiko City.
Spatengeld
Spatengeld zählt zu den vormünzlichen Zahlungsmitteln, und zwar zum Gerätegeld. Das Spatengeld leitet sich vermutlich von einem frühen Ackergerät ab, ist aber für den Gebrauch als Gerät ungeeignet. Spatengeld kommt im Sudan vor, aber nicht in rechteckiger Form, wie unsere Spaten, sondern fladenförmig. Unter den chinesischen Gerätemünzen, die eine Zwitterform zwischen Gerätegeld und Münzen darstellen, stellen die von den Chinesen B&ugrav...
Spatenmünzen
Das chinesische Spatengeld war ursprünglich die Währung der immer größere Gebiete Nordchinas beherrschenden Tschou-Dynastie (1122-249 v. Chr.) und auch in den kleineren Feudalstaaten des Westens und Nordens (u.a. Chen, Song und Lu). Als Faustregel gilt: Je leichter und in der Form differenzierter die Spatenmünzen, desto später sind sie entstanden. Das frühe Spatengeld ist selten, die jüngeren Stücke fast alle beschriftet, wobei die Beschriftung zuneh...
Species
Lat. Wort (wörtlich: das Sehen, Aussehen), wird meist in Zusammensetzungen, wie z.B. Speciestaler oder Riksdaler Species gebraucht und bedeutet ausgemünztes Geld, im Gegensatz zu Rechnungsgeld. Der Ausdruck war vor allem in den skandinavischen Ländern und in Deutschland gebräuchlich. In der Mitte des 18. Jh.s wurden die Reichstaler, die nach dem 9-Talerfuß geprägt waren, als Speciestaler bezeichnet. Sie galten 32 Groschen, im Gegensatz zu den Rechnungs- oder Zähltalern, die nur 24 Grosche...
Sperandio
Eigentlich Bartolomeo Savelli, genannt Sperandio, ein vielseitiger italienischer Renaissance-Künstler, der in Mantua geboren und in Ferrara aufgewachsen war. Sperandio betätigte sich als Medailleur, Bildhauer und Goldschmied und arbeitete während der zweiten Hälfte des 15. Jh. in Mantua, Bologna, Faenza, Ferrara, Mailand und Venedig. Es sind etwa 50 Medaillen bekannt, die Sperandio zugeschrieben werden, die meisten sind mit der Signatur OPUS SPERANDEI versehen. Darunter befindet sich ein Exe...
Spes
Römische Personifikation der Hoffnung, auf römischen Münzen der Kaiserzeit meist als stehende oder schreitende Figur dargestellt, mit einer Blume in einer Hand, mit der anderen Hand ihr Gewand raffend. So ist sie als ein Rückseitentyp der Sesterz unter Kaiser Claudius (41-54 v. Chr.) zu sehen, der unter Kaiser Titus (79-81 v. Chr.) restituiert wurde.
Darstellung der Spes auf einem As des Vespasianus (69-79 v. Chr.)
Spezialsammlung
Im Gegensatz zur Querschnittssammlung ist eine Spezialsammlung auf einen bestimmten Teil der Münz- oder Geldgeschichte beschränkt. Eine Spezialsammlung kann sich z.B. auf bestimmte (historische) Zeiten, eine Epoche, bestimmte Motive oder Themen, Nominale oder Metalle spezialisieren. Die Spezialsammlung kann sich auch auf territoriale oder andere Gesichtspunkte beschränken, um das Sammelgebiet einzugrenzen.
Spielmarken
Marken, die bei Glücksspielen stellvertretend für Münzen benutzt wurden. Bei den Römern benutzte man schon bestimmte Tessarae zu diesem Zweck, in der Neuzeit waren dies vorwiegend Rechenpfennige, Münzmeisterjetone und andere Marken oder Jetone.
Spieße
Volkstümliche Spottbezeichnung brandenburgisch-preußischer Kleinmünzen, die das Zepter in den Fängen des Adlers so undeutlich darstellen, dass es von der Bevölkerung als Spieß gedeutet wurde. Vor allem die roten Sechser und die nachfolgenden 6-Pfennig-Stücke anderen Typs wurden bis ins 19. Jh. als Spieße bezeichnet.
Spindelprägewerk
Stosswerk, Anwurf
Auch Stoß- oder Balancierwerk (frz. balancier), wurde vermutlich in Italien erfunden. Die erste Verwendung eines noch einfachen Spindelwerks soll auf Donato Bramante (sehr eingeschränkt) und Benvenuto Cellini zurückgehen, es wurde hauptsächlich für die Herstellung von Medaillen benutzt. Um 1550 soll ein Spindelprägewerk des Augsburger Goldschmieds Max Schwab zur Prägung von Münzen verwendet worden sein. Bald darauf bemühte sich Elois Mestrelle, die Spindelprägung auch...
Spintriae
Eine bestimmte Gruppe römischer Tessarae, die aufgrund ihrer erotischen Darstellungen als Eintritts- oder Wertmarken für Bordelle gedeutet werden. Insbesondere eine gleichartige Folge der frühen Kaiserzeit, die auf den Vs.n erotische Darstellungen und auf den Rs.n die Ziffern I bis XVI tragen, werden als Spintriae bezeichnet.
Spitzgroschen
Sächsischer Groschentyp, der nach der Münzordnung vom 28. Dezember 1474 aus gutem Silber im Namen des Kurfürsten Ernst (1464-1486) und der Herzöge Albrecht (1464-1500) und Wilhelm III. (1445-1482) in Freiberg, Dresden, Zwickau und Kolditz geschlagen wurden. Dem Wert eines rheinischen Goldguldens sollten 20 Spitzgroschen entsprechen. Ihr Name leitet sich von dem spitzen Dreipass ab, mit dem der Landsberger Schild auf der einen und/oder der sächsische Rautenschild auf der ...
Spottmedaillen und -münzen
Spottmedaillen mit ironischen und satirischen Darstellungen und Beschriftungen kommen schon seit der Barockzeit vor. Vor allem Ereignisse des Zeitgeschehens, Institutionen und ihre Vertreter waren Gegenstand des Spotts. Der Pietismus, Revolutionen, Aufstände, Kriege und Antisemitismus gaben u.a. Anlass zu Karikaturen und ironischen Beschriftungen. Auch erotische Medaillen sowie Hunger- bzw. Teuerungsmedaillen sind oft von Spott begleitet. Ein Meister der barocken Spottmedaille war Christian Wer...
Spruchgroschen
Groschen mit Sprüchen oder Zitaten auf den Rs.n, die vor allem zur Reformationszeit und zur Kipper- und Wipperzeit ausgegeben wurden. Es handelte sich vor allem um Zitate aus der Bibel und um fromme Sprüche. Die Groschenmünzen waren als Träger der propagandistischen Parolen geeignet, denn sie stellten den Hauptgeldumlauf des einfachen Volkes dar. Die Sprüche sollten die "Taten" der Herrscher verbreiten und Friedens- oder Kriegsbereitschaft wecken. In der Kipper- und Wipperzeit versuchte man...
Spur Ryal
Englische Bezeichnung des halben Ryal, wie er in der zweiten und dritten Münzausgabe (1604-1619) unter König Jakob I. ausgegeben wurde. Die Goldmünze zu 15 Shilling ist nach einer Besonderheit der Rückseitendarstellung benannt: Die früher auf der Rs. des Ryal dargestellten Sonnenstrahlen sind so zugespitzt, dass sie eher an Sporen (engl. spurs) erinnern.
Srang
Tibetische Silbermünze im Wert von 10 Sho, die ursprünglich seit 1909 im Gewicht von 18,5 g ausgegeben wurde. In den Jahren 1909, 1914 und 1918/19 erschienen vier verschiedene Typen, teilweise mit Varianten. Zwischen 1918 und 1921 wurde ein Goldstück im Wert von 20 Srang geprägt. In den 30er Jahren erschienen 1 1/2- und 3-Srang-Stücke, allerdings nur mit einem Gewicht von 5 und 11,3 g, seit 1947 erschienen auch im Silbergehalt verminderte 10-Srang-Stücke, die auf d...
St. Gaudens Double Eagle
US-amerikanische 20-Dollar-Goldmünze, die 1907 nach einem Entwurf von Augustus Saint-Gaudens eingeführt wurde und für einen der schönsten Münztypen der Vereinigten Staaten gehalten wird. Die Vs. zeigt die stehende Liberty (Freiheitsgöttin) mit Fackel und Zweig in Händen, die Rs. den Steinadler im Flug vor der aufgehenden Sonne. Die ersten Proben waren sehr hoch reliefiert und mit römischen Zahlbuchstaben (statt der später verwendeten arabischen Zahlen...
St. Patrick Pieces
Mark Newby Halfpence, Patrick Pieces
Halfpennies (Halbpfennige) und Farthings (Viertelpfennige), die der irische Einwanderer Mark Newby 1681 nach New Jersey mitbrachte, danach auch Mark Newby Pieces genannt. Die Kupferstücke (es gibt auch seltene silberne Farthings) wurden vermutlich in den 70er Jahren in Dublin geprägt und im Mai 1682 von der Generalversammlung der nordamerikanischen Kolonie als legale Zahlungsmittel akzeptiert. Die Vs.n zeigen einen knienden, Harfe spielenden König, in der ...
Staatendaalder
Von einigen niederländischen Provinzen geschlagene Talermünze im Gewicht von 30,5 g, die nur in den Jahren 1578/79 vor der 1579 geschlossenen Union von Utrecht geschlagen wurde. Der Staatendaalder zeigt auf der Vs. das Hüftbild des spanischen Königs Philipp II. mit Krone auf dem Haupt und einem Zepter in der linken Hand, auf der Rs. den Wappenschild mit der Vlieskette darum, in der Umschrift PACE ET IVSTITIA (Mit Frieden und Gerechtigkeit). Sie galt ursprünglich 32 Stuiv...
Staatenschelling
Placeatenschelling, Klopschelling
Auch Rijder- oder Placeatschelling werden die seit 1672 geprägten niederländischen Schillinge zu 6 Stuiver genannt, die auf den Vs.n den Provinzialschild, auf den Rs.n einen Reiter mit Schwert zeigen. Da ihre Vollwertigkeit auf Plakaten betont wurde, werden sie auch Placeatschellinge genannt. Die Prägung endete 1692, die vollwertigen Stücke wurden 1693/94 mit einem Gegenstempel (ndl. Klop) in Form eines Pfeilbündel markiert und danach als Klopschelling beze...
Stäbchen
Randstab
Der auf der Münze als Kreisbegrenzung erscheinende erhöhte Rand wird als Stäbchen oder Randstäbchen bezeichnet. Das Stäbchen ist so hoch wie oder höher als der höchste Punkt des Reliefs des Münzbildes bzw. der Schrift und schützt diese vor der Abnutzung. Wenn gleich große Münzen mit Stäbchenrand aufeinander gestapelt oder nebeneinander gelegt eingerollt werden, liegen sie auf den Stäbchen.
Stäbler
Stebler
Auch Stebler, bezeichnet verschiedene Pfennigmünzen. Die ältesten Stäbler sind einseitige Pfennige, die von der Stadt Basel nach Erlangung des Münzrechts 1373 geschlagen wurden. Sie zeigen meist das Wappen der Stadt, den Baselstab. Nach Gründung des Rappenmünzbundes im oberrheinischen Gebiet ging der Name auf das Halbstück des Rappens über, auch wenn diese nicht mehr den Baselstab zeigten. 2 Rappen (Zweilinge) = 1 Stäbler. Diese wurden 1403 als Vereinsmünze des Münzbunds gesch...
Städtebilder
Das Sammeln von Münzen mit Darstellungen von Stadtansichten (dazu können auch Hafendarstellungen zählen), ist ein attraktives und beliebtes Sammelgebiet. Schon in der Antike wurden Münzen mit Stadtansichten hergestellt, zu den schönsten zählen römische Provinzialbronzen kleinasiatischer Städte. Vereinzelt wurden auch Städte in Griechenland dargestellt, römische Münzen zeigten meist nur einzelne Bauwerke, mit Ausnahme der Ansicht des Hafens von Ostia aus der Vogelperspektive auf Sester...
Städtemünzen
Bezeichnung für die unter der Münzhoheit von Städten herausgegebenen Münzen. Bereits frühe antike Münzen griechischer Städte und Stadtstaaten werden als Stadtprägungen bezeichnet. Dies änderte sich im wesentlichen erst mit der Entstehung verschiedener hellenistischer Königreiche, die von den Erben der Eroberungen Alexanders des Großen nach dessen Tod gegründet wurden. In Rom lag die Münzhoheit zunächst beim Senat (später auch beim Kaiser), der sie (nach anfänglichem Zögern) den ...
Stadtpyr
Pyr, Pinienzapfen
Heraldische Figur aus dem Mittelalter, die als Hauptbestandteil des Wappens von Augsburg auf vielen (auch neuzeitlichen) Münzen der Freien Reichsstadt (seit 1806 zu Bayern) zu sehen ist. Das Zeichen entwickelte sich aus der antiken Figur des Pinienzapfens und ähnelt diesem.
Der Stadtpyr auf einem 1/6 Taler 1628
Stamenon nomisma
Auch Histamenon, bezeichnet die byzantinische Standardgoldmünze, die unter dem Kaiser Nikephoros II. Phokas (963-969 v. Chr.) an die Stelle des Solidus trat. Sie wog 4,4 g, daneben führte Nikephoros eine zweite Goldmünze ein, die um 1/12 leichtere Tetarteron nomisma (4,05 g). Beide Goldmünzen zeigen zunächst gleichartige Münzbilder (Christusbüste auf den Vs.n), sind aber seit dem beginnenden 11. Jh. aufgrund ihrer äußeren Gestaltung unterscheidbar: Im Gegensatz zum etwas kleineren und d...
Stampfer, Jacob
Bedeutender schweizerischer Medailleur und Münzgraveur, Sohn und Schüler eines Züricher Goldschmieds und Münzmeisters, den er 1531 porträtierte. Stampfer schuf eine große Anzahl von Schaumünzen in Gold und Silber. Neben Stempeln für Münzen seiner Heimatstadt Zürich werden ihm auch Stempelschnitte für Münzen von Chur, Zug und St. Gallen zugeschrieben. Der Medaillen- und Münzkünstler schuf die als Schweizer Bundestaler bekannte Schaumünze, die auf der Vs. die Schilde der 13 Kantone ...
Stanniol
Stanniol (auch Zinnfolie oder Blattzinn genannt) ist eine dünn ausgewalzte oder gehämmerte silberglänzende Folie aus Zinn (lateinisch: Stannum). Ursprünglich handelt es sich hierbei um eine Bleisilberlegierung, die jedoch mit der Zeit durch das günstigere und leichter zu verarbeitende Zinn ersetzt wurde. Umgangssprachlich werden heutzutage auch Folien aus Aluminium („Alufolie“) als Stanniol bezeichnet – diese sind jedoch von den eigentlichen Zinnfolien zu unterscheiden.
Die Produkte a...
Stanzgitter
Bezeichnung für den in der modernen Münztechnik beim Ausstanzen der Münzplättchen anfallenden Abfall, in der alten Münztechnik Abschrote genannt. Heute schneidet das Stanzwerk gleichzeitig mehrere Ronden aus, die anfallenden Stanzgitter werden recycelt (zerschnitten und wieder eingeschmolzen).
Stanzgitter mit einer entsprechenden Münze zum Vergleich
Stater
Der Begriff „Stater“ war ursprünglich eine Gewichtsbezeichnung für das Doppelte einer unbestimmten Einheit und eines unbestimmten Metalls. Der Ausdruck stammt vermutlich vom griechischen Wort statikos (deutsch: „wägen”) ab und beinhaltet die auf beiden Seiten einer Waage gelegten identischen Gewichte, die eine Waage im Gleichgewicht halten. Der Name wurde auf verschiedene antike Münzen übertragen. Am häufigsten sind Stater Münzen als Gold- und Elektronmünzen anzutreffen.
Die Stat...
Steckmedaille
Variante der Schraubtaler bzw. -medaillen, die nicht miteinander verschraubt, sondern ineinander gesteckt werden. Sie sind meist aus weichen Metallen oder Legierungen hergestellt. Deshalb würde sich ein Schraubgewinde schnell abnutzen. Ihre Ränder sind meist konisch geformt, sodass die beiden Seiten der Medaille gut verschließen.
Bayern, Steckmedaille auf die Kriegsereignisse des 1.Weltkriegs mit Inhalt
Auszug aus der Bildeinlage zu obigen Steckmedaille
Steingeld
Vormünzliches Zahlungsmittel aus Stein, das in verschiedenen Teilen der Erde vorkam. In vorkolonialer Zeit gab es in Togo und Teilen Ghanas flache, rundliche und in der Mitte mit einem Zentralloch versehene Quarzscheibchen im Durchmesser von 3 bis 10 cm, die als Steingeld angesehen werden. Sie wurden von Sammlern Togosteine, von den Einheimischen Sokpé (Donnersteine) genannt, weil sie vom Himmel gefallen sein sollen. Sie sollen als Zahlungsmittel sowie für magische und rituelle ...
Stella
Bezeichnung der etwa im Umfang von 460 Exemplaren geschlagenen Proben (1879/80) des geplanten, aber nie verwirklichten US-amerikanischen Goldstücks zu 4 Dollars. Sie sind nach der Rückseitendarstellung benannt, die einen fünfstrahligen Stern zeigt, darin STELLA und die Wertbezeichnung in Cents. Das geplante Nominal sollte damals ein besseres Wertverhältnis zu den europäischen Goldmünzen herstellen. Es gibt auch Abschläge in unedlen Metallen.
Stempel
Münz- oder Prägestempel (engl. die) sind Prägewerkzeuge, die zur Prägung von Münzen eingesetzt werden, heute als Matrizen bezeichnet. Früher wurden die Schriften und Bilder unter Verwendung von Stichel, Meißel und Schaber von Stempel- oder Eisenschneidern von Hand in die Prägestempel eingeschnitten. Immer wiederkehrende Teile (Zahlen, Buchstaben, Münzmeisterzeichen und Verzierungen) wurden oft auch mit erhabenen Punzen negativ in die Stempel eingeschlagen. Zur Prägung der Vorder- und d...
Stempeländerungen
Änderungen von Stempeln wurden vor allem zu Zeiten vorgenommen, als die Stempel noch von Hand geschnitten wurden. Sie betrafen meist Jahreszahlen und Münzmeisterzeichen. Der Stempelschneider stach die zu ändernden (vertieft liegenden) Teile einfach aus und ersetzte die Stelle durch neue Zeichen. Häufig sind die alten Buchstaben oder Zahlen noch erkennbar.
Stempelfehler
Durch Irrtümer des Stempelschneiders oder Beschädigung des Stempels entstanden Stempelfehler. Die Irrtümer bestehen oft aus orthographischen, grammatikalischen oder sachlichen Fehlern: z.B. Fehlen oder Zusatz von Buchstaben und Zahlen, Verdrehungen der Reihenfolge, falsches Setzen oder Verrutschen des Abstands zwischen den Zeichen. Auch seitenverkehrte, nicht spiegelbildliche Stempelschnitte kommen ebenso vor wie fehlerhafte Wappen. Gelegentlich wurde bei Fehlern sogar Absicht unt...
Stempelglanz
Idealer Erhaltungsgrad (abgekürzt st) von Münzen, die frei von Kratzern, Schlägen und anderen Verletzungen sein müssen. Durch die wenig schonende Behandlung bei der automatischen Herstellung, Verpackung und Transport erreichen heute nur wenige prägefrische Münzen diese hohe Erhaltungsstufe. Früher legte der Sammler Wert auf den Glanzeffekt, der die stempelfrischen Münzen auszeichnete.
Stempelriss oder -sprung
Durch hohen Prägedruck oder Materialfehler entstehen Risse oder Sprünge in den Stempeln, die sich auf den damit geprägten Münzen abdrücken. Dieser erhabene hervorstehende Abdruck des gesprungenen Stempels auf den Münzen wird Stempelsprung oder -riss genannt. Solche Risse kommen auf antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Münzen häufiger vor und werden erst seit dem 19. Jh. seltener, da sie durch die moderne Prägetechnik und Materialien zunehmend ...
Stempelschneider
Der Stempelschneider oder Medailleur wurde früher auch Eisenschneider oder Eisengraber genannt, weil er die Münzbilder mittels Stichel, Meißel und Schaber spiegelbildlich in ein enthärtetes Eisen schnitt, das später wieder gehärtet wurde. Das änderte sich erst mit der Entwicklung der mechanischen Herstellung der Prägestempel. Heute wird meist die Hartkopie eines Gipsmodells mit einer Reduktionsmaschine auf die passende Größe der Patrize gebracht und mit einer Einsenkpresse auf die Matr...
Stempelstellung
Wendeprägungen, Kehrprägungen
Die Stellung der Stempel zueinander war bis zum 18. Jh. zufällig und nicht festgelegt, in manchen Staaten wurden die Münzen sowohl in Kehr- wie auch in Wendeprägung gemünzt. Seit dem 18. Jh. ist die Stellung der Stempel zwar festgelegt, aber der Gebrauch der "unglücklich gewählten" Ausdrücke Kehr- und Wendeprägung ist nicht einheitlich. Jäger definiert die Kehr- oder Kehrtprägung so, dass "oben" auf beiden Seiten der Münze an der gleichen Stelle ist, d....
Stephanephoren
Griechische Bezeichnung (Kranzträger) für Tetradrachmen aus hellenistischer Zeit, die auf den Rs.n mit einem Kranz (aus Eichenlaub, Lorbeer- oder Ölzweigen) um das Münzbild versehen sind. Sie wurden vermutlich nach dem Vorbild der Athener Tetradrachmen „im neuen Stil“ (Glaukes) auf breiten Schrötlingen nach attischem Münzfuß geprägt, ihre Hauptprägezeit liegt in der 1. Hälfte des 2. Jh.s (etwa zwischen 200 und 150 v. Chr.). Sie wurden vor allem in Kleinasien von Städten geprägt, ...
Stephanspfennige
Sargpfennige
1. Brakteaten des Bistums Halberstadt, die den Stiftsheiligen St. Stephan zeigen. Sie sind vor allem im 12. und 13. Jh. geprägt worden, aber auch im 14. und 15. Jh. entstanden noch Halberstädter Pfennige, die den Hl. Stephan zeigen. Es gibt verschiedene Darstellungen des Heiligen, darunter auch die Darstellung des Martyriums (Steinigung). Einige Stücke bezeichnen Aschersleben als Münzstätte, andere sind Beischläge aus Magdeburg. Die späten Stephanspfennige werden auch als Sar...
Sterbemünzen
Begräbnismünzen
Zur Erinnerung an den Tod eines Herrschers oder einen Angehörigen der Fürstenfamilie geschlagene Münze. In Deutschland kommen Sterbemünzen seit dem ausgehenden 16. Jh. vor; sie wurden von vielen Münzständen geprägt, besonders von den Herrschern von Sachsen, Braunschweig-Lüneburg, Reuß, Solms, Schwarzberg und Würzburg. Die Tradition der Sterbemünzen hält sich bis ins 20. Jh., als 2-, 3- und 5-Mark-Stücke auf den Tod der verschiedenen Reichsfürsten geprägt wurden. ...
Sterling
Die Etymologie des Wortes ist noch nicht ganz geklärt, vielleicht ist es von dem späten altenglischen Ausdruck "steorling" in der Bedeutung "Münze mit einem Stern" abgeleitet, zumal einige frühe anglo-normannische Pfennige einen Stern auf der Rs. aufweisen. Vielleicht wurden auch schon anglo-normannische Pfennigmünzen als Sterling bezeichnet, sicher ist die Bezeichnung für die beständigen und hochwertigen mittelalterlichen Pfennigmünzen, die seit 1180 unter dem englischen König Heinrich...
Sterntaler
Volkstümliche Bezeichnung der Taler, die Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel (1760-1785) in den Jahren 1776, 1778 und 1779 prägen ließ. Sie zeigen den Stern des 1770 gestifteten Ordens vom Goldenen Löwen auf der Rs. Die Münze stammt aus der Zeit, als der Landgraf hessische Soldaten als Söldner an England verkaufte, die im Unabhängigkeitskrieg in Nordamerika gegen die aufständischen Siedler kämpften. Da die Münze (vielleicht als Handgeld) auch in die Hände der Söldner gelangt sei...
Stettiner Währung
Eine Abart der Lübischen Währung im 16. und 17. Jh. Sie entstand dadurch, dass die Stettiner Kaufleute an den alten, schweren Münzen festhielten, sodass der Wert bestehen blieb, als diese nicht mehr umliefen. Es wurden neue schwere Münzen geprägt, während Lübeck zu einem leichteren Münzfuß überging. Der Schilling hatte ein Raugewicht von 1,33 g (Feingewicht 0,54 g); um 1670 galten 11 Stettiner Schillinge 15 Schillinge Lübischer Währung...
Stiefelknecht
Spottbezeichnung für preußische Groschen ( GuteGroschen) und Halbgroschen aus Billon, die unter König Friedrich dem Großen (1740-1788) zwischen 1786 und 1786 geprägt wurden. Die Vs.n zeigen das gekrönte, offene Monogramm in Antiqua-Schrift, das einem Stiefelknecht ähnelt, der früher zum Ausziehen der Schuhe diente. Die Rs.n tragen die Wertbezeichnung 48 bzw. 24 / EINEN / THALER.
Stierle, Johann Jakob
Stempelschneider und Medailleur, der seine Kunst an der Loosschen Prägeanstalt lernte. Im Jahr 1784 wurde er an die Berliner Münze berufen. Neben zahlreichen Münzstempeln fertigte er auch eine Reihe von Medaillen auf zeitgeschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten seiner Zeit, u.a. auf die Hinrichtung König Ludwigs XVI. von Frankreich und seiner Gemahlin Marie Antoinette.
Medaille um 1820 von Stierle auf Bacchus und den Wein
Stockfischmedaillen
Spottmedaillen aus dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, die auf den Rs.n einen Stockfisch und zwei Oberarme mit Holzhämmern in Händen zeigen, die den Stockfisch klopfen, dazu die Umschrift NON NISI CONTVSVS: Nicht (genießbar), wenn nicht geklopft. Der erste, unter Herzog Heinrich Julius (1589-1613) im Jahr 1612 geprägte Typ, zeigt auf der Vs. das fünffach behelmte Wappen. Der unter seinem Nachfolger Friedrich Ulrich (1613-1634) im Jahr 1614 geprägte Typ ze...
Stoffgeld
In Schwarzafrika wurden vor allem aus der Faser der Bambuspalme (Raphia ruffia) stoff- oder mattenartige Zahlungsmittel hergestellt, die weit verbreitet waren, vor allem bei Völkern im heutigen Angola und Kongo. Man nimmt an, dass sich die Stoff- und Mattengelder meist aus Bekleidungsstücken (Lendenschürzen) ableiten. Beim dem in der Kongoregion lebenden Volk der Songye galt das als Mandiba bezeichnete Mattengeld aus Raphia- oder Raffiafasern als Zahlungsmittel zu zeremoniellen un...
Stoter
Beiname verschiedener, gleichwertiger Münzen in den Niederlanden. Ursprünglich wurde der englische Groat zu 4 Pence, der als Handelsmünze im 15./16. Jh. in den Niederlanden umlief, als Stoter bezeichnet. Er galt bis 1488 4, danach 6 und seit 1548 schließlich 2 1/2 niederländische Groten. Danach wurden die 1/20-Teilstücke des Philippstalers im Wert von 2 1/2 Stuiver und später noch andere Münzen, die 2 1/2 Stuiver galten, Stoter genannt.
Stotinka
Bulgarische Kleinmünze, die seit 1881 geprägt wird (Plural Stotinki). 100 Stotinki = 1 Lew.
Strahlenkrone
Der schmale, mit gezackten Strahlen versehene Stirnreif war ursprünglich das Zeichen des Sonnengottes Helios, später das der römischen Kaiser. Dieser Stirnreif trägt auch die Bezeichnung "Strahlenkrone" – Kaiser-Porträts auf Münzen aus dem römischen Reich zeigen diesen oft. Die Strahlenkrone war nach Vorbild der Ehrenkränze gebildet. Im Gegensatz zu diesen handelt es sich jedoch um einen fiktiven Gegenstand, der nur in bildlichen Darstellungen existiert.
Da das Bildzeichen sowohl den E...
Straits-Dollar
Die Straits Settlements (wörtlich: Meerengen-Siedlungen) waren eine britische Kronkolonie mit der Hauptstadt Singapur, die 1867 aus Erwerbungen und Vorbesitz entlang der Straße von Malakka zwischen der malaiischen Halbinsel und Sumatra gebildet wurden. Auf der malaiischen Halbinsel waren ursprünglich nur Malakka und Pinang echte Bestandteile der Straits Settlements, jedoch konnte die englische Krone ihr Herrschaftsgebiet durch Protektion und Föderation im ausgehenden 19. und...
Straubenpfennige
Auch Strauben genannt, werden in Dokumenten ein- und zweiseitige Pfennige aus dem 16./17. Jh. genannt, die aus dem Obersächsischen und dem Niedersächsischen Kreis stammen. Sie wurden in Einbeck, Göttingen, Regenstein, Magdeburg, Northeim und Quedlinburg geschlagen. Die Etymologie des Wortes ist ungeklärt.
Streckwerk
Mechanische Maschine, die in der Münztechnik dazu diente, die langen Zaine auf die gewünschte Dicke zu bringen (justieren). Dazu wurden die Zaine mehrfach zwischen zwei Rollen oder Walzen durchgelassen, daher auch Durchlass genannt. Zwischen den Durchgängen mussten die Zaine geglüht werden, um sie geschmeidig zu halten. Das noch unausgereifte Streckwerk, das ursprünglich noch von Hand betrieben werden musste und noch keine konstant dicken Zaine gewährleistete, kam i...
Strichelreif
Am Rand der Münzoberfläche aus kleinen Strichen gebildeter Reif, der seit dem 16. Jh. zum Schutz gegen die illegale Beschneidung der Münzen angebracht wurde, in England seit 1504, in Frankreich seit 1548 angeordnet. Der Strichelreif hielt sich bis ins 19. Jh. und wurde durch die Rändelung überflüssig.
Strichlidicken
Bezeichnung der Dicken oder Sechsbätzner (24-Kreuzer) der Stadt St. Gallen aus den Jahren 1631 und 1633. Sie zeigen die Wertzahl auf der Vs. und Jahreszahl auf der Rs. im Abschnitt unter einem trennenden Strich. Der Name wurde auch auf andere schweizerische Dicken mit ähnlicher Kennzeichnung übertragen.
Strichprobe
Probiernadel, Probierstein, Nadel
Verfahren zur Feststellung des Edelmetallgehalts in Legierungen mittels eines Probiersteins aus schwarzem Kupferschiefer (geschliffen). Eine Goldmünze wird auf dem Probierstein so gerieben, dass sie einen metallischen Strich hinterlässt, der mit einem Strich verglichen wird, der von Probiernadeln stammt. Ein Satz Probiernadeln besteht aus etwa 30 einzelnen Nadeln mit verschiedener Feinheit, die in Karat angegeben ist. Um den Goldgehalt der Goldmünze zu bestim...
Strohtaler
Spottbezeichnung für die sehr geringhaltigen 24-Kreuzer-Stücke aus Schlesien zur Kipper- und Wipperzeit (1621-1623).
Struwwelkopfpfennig
Einseitige Pfennige aus dem Breisgau, die in der ersten Hälfte des 13. Jh.s geprägt wurden. Die Bezeichnung leitet sich von der Darstellung eines struppigen Kopfes auf dem Münzbild ab.
Stschoty
Das Wort ist vermutlich vom russ. Stschot (Rechnung) abgeleitet und bezeichnet das russische Rechenbrett, das auf dem Dezimalsystem basierte. Wie der Abakus diente die Stschoty dem Rechnen auf den Linien und ist ähnlich wie das chinesische Rechenbrett (suan pan) konstruiert, unterscheidet sich aber im arithmetischen Aufbau. Typisch für die Stschoty ist ein gesondertes Bruchrechnungsbrett und das Fehlen der Einteilung in Fünfereinheiten. Statt der Rechenpfennige wurden im alten Rus...
Stüber
Auch Stüver, ist die deutsche Bezeichnung des niederländischen Stuiver und dessen Nachahmungen und Beischläge in Ostfriesland, Westfalen und im (nördlichen) Rheinland. Im ausgehenden 15. Jh. liefen in Ostfriesland Groninger und Emdener Stüber um, die mit 1/24 Goldgulden bewertet wurden, später gingen 30 Stüber auf den Gulden. Die ersten ostfriesischen Stüber wurden seit etwa 1561 geprägt. Der Viertelstüber wurde Örtgen, der Halbe Ciffert oder Zyfert, der Doppelstüber Schaf und der Dr...
Stückelung
1. Münztechnischer Begriff für das Ausschneiden der Schrötlinge aus den Zainen, das früher von Hand mit der Benehmschere oder mechanisch mit dem Durchschnitt geschah. Heute wird das Stückeln durch die Schneidewerkzeuge eines automatischen Stanzwerks erledigt.
2. Metrologischer Begriff für die Teilung eines Ganzen, wie z.B. die Mark in zwei 50-Pfennig-Stücke, zehn 10-Pfennig-Stücke usw. unterteilt oder gestückelt wird.
3. Von den mittelalterlichen Denaren oder den Brakteaten wurden keine...
Stuiver
Ursprünglich eine spätmittelalterliche Groschenmünze (Doppelgroot oder Plak) der Grafen von Flandern, die zur wichtigsten Klein- und Rechenmünze in den Niederlanden bis zur Einführung der Dezimalwährung (1815) wurde. Als burgundische Nachahmungen der flämischen Groschenmünze den Feuerstahl des Ordens vom Goldenen Vlies (Briquet) zeigten, kam der Name Stuiver (stuiven = Funken stieben) in Gebrauch. Es wurden Einfach- und Doppelstücke (Dubbeltje) geschlagen. Bis ins 16. Jh. wurde der Stui...
Stumme Münzen
Münzen, ohne jede Legende (zu Beginn der Münzprägung üblich) oder auch Münzen mit vorgetäuschten, nicht identifizierbaren Trugschriften, wie sie vor allem bei Nachahmungen in der Völkerwanderungszeit und noch im Mittelalter häufig vorkamen, zählt Suhle zu den stummen Münzen.
Stuyver
Volkstümliche Bezeichnung für das silberne 1-Öre-Stück SM (Sölff Mynt, Silbermünze) nach der Mitte des 17. Jh.s in Schweden. Nach 1776 ging der Name auf die Münzen zu 1/6 Skilling Banco und 1/4 Skilling Riksgäld über.
Styca
Eine Besonderheit der Penny-Prägung des Königreichs Northumbria (England) im 8./9. Jh. v. Chr. Ausgehend vom Sceatta entwickelte sich im restlichen England ein breiterer Pfennig, während sich in Northumbria eine reine Kupferprägung entwickelte, die erst mit der Eroberung Yorks durch die Wikinger 866/67 endete. Der kupferne Styca wiegt ca. 1,2 g, sein Gepräge ist sehr einfach (meist Kugeln, Punkte und Kreuze), die Umschriften nennen den König oder den Erzbischof von ...
Subaerat
Antike Münzen, die unter einem dünnen Edelmetallüberzug einen Kern aus unedlen Metall aufweisen, werden als subaerate Münzen bezeichnet (siehe auch gefütterte Münzen). Dabei muss es sich nicht unbedingt um Fälschungen handeln.
Sucre
Währungsmünze im südamerikanischen Ecuador, benannt nach dem Befreiungsgeneral und ersten Präsidenten der verfassungsgebenden Versammlung Kolumbiens, Antonio José de Sucre, dessen Bildnis die Münze zeigt. Der Sucre wurde 1884 als schwere Silbermünze( Peso) eingeführt, in den Jahren 1899 und 1900 gab es goldene 10-Sucres-Stücke im Gewicht von 8,136 g (900/1000 fein). Inzwischen wird er aus Nickel (mit Stahlkern) geprägt, sein Wert ist stark gesu...
Suczava-Fälschungen
In der Burg Suczava wurden 1895 die Reste einer Falschmünzerwerkstatt gefunden, aus der eine Masse von Münzfälschungen des 17. Jh.s stammen, vor allem Solidi( Schillinge), die unter den schwedischen Königen in Riga und Livland geprägt wurden. Die Falschmünzerwerkstatt an der Moldau schädigte vor allem das Münzwesen Rigas. Auch Fälschungen brandenburgisch-preußischer Solidi sollen aus der Burg Suczava stammen.
Sueldo
Nach Errichtung der Republik Bolivien 1825 wurde der Real vom Sueldo abgelöst (1852 in Sol umbenannt), bis schließlich 1864 mit der Umstellung auf die Dezimalwährung der Boliviano eingeführt wurde. 8 Sueldos ( Soles) = 1 Peso. Es gab silberne 1/2-, 1-, 2-, 4- und 8-Sueldo-Stücke (alle 903/1000 fein), letztere im Gewicht von 27 g. Sie zeigen auf den Vs.n einen Baum zwischen zwei Vikunja (Lamas) als Teil des Landeswappens, auf den Rs.n den Befreiungsgeneral und Staatsman...
Suhle, Artur
Einer der führenden deutschen Numismatiker, der vor allem auf den Gebieten der deutschen und mittelalterlichen Münzen forschte. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Freiburg (Breisgau) und Berlin wurde er bereits 24-jährig Kustos am Münzkabinett des Berliner Museums (1935 zum geschäftsführenden Direktor und seit 1945 zum Direktor ernannt). Suhle war Mitarbeiter an dem von Schrötter herausgegebenen „Wörterbuch der Münzkunde" (Berlin, 1930) und Mitherausgeber ...
Suitenmedaillen und Münzserien
Münzserien
Eine Folge (frz. suite) von Münzen oder Medaillen, die ein innerer Zusammenhang verbindet, wie Herrscher aus derselben Dynastie oder berühmte Persönlichkeiten. Sie werden oftmals nach dem Tod des verehrten Herrschers herausgegeben. Häufig weisen schematische Kennzeichen der äußeren Gestaltung wie gleicher Durchmesser oder gleiche Gestaltung einer Seite darauf hin, dass es sich um eine Suite oder Serie handelt. Manchmal sind die Seriennummern angegeben. Als erste Münzserie gelt...
Suku
Sehr selten geprägtes Währungsnominal in Indonesien bis ins 19. Jh. 1 Suku = 100 Kepings = 1/4 Spanischer Dollar (8 Reales).
Sultan
Arab. "Herrschaftsgewalt", Titel unabhängiger Herrscher in einem islamischen Gebiet (Sultanat), der in der Regel vom Kalifen verliehen wurde. Der erste Herrscher mit dem Beinamen Sultan war Mahmut von Gazna (999-1030), auf Münzen kommt der Name erstmals auf solchen des Seldschuken Tugril Beg (1038-1063) vor. Bei den ägyptischen Fatimiden war der Titel Sultan al-Islam, bei den Bujiden Sultan ad-Daula gebräuchlich. Bekannt ist der Titel vor allem im Zusammenhang mit den Herrschern des Osmanisc...
Sword and Sceptre Piece
Schottische Goldmünze im Wert von 120 Shillings (schottisch) oder 6 Pounds (schottisch), die unter König Jakob VI. (1567-1625) in den Jahren 1601 bis 1604 geprägt wurde. Die Goldstücke sind nach der Rückseitendarstellung benannt, die unter der Krone Schwert und Zepter (engl. sword and sceptre) gekreuzt zeigen. Die Vs. zeigt den bekrönten Wappenschild mit dem schottischen Löwen als Wappenbild. Es gab auch Halbstücke.
Sword Dollar
Schottische Silbermünze zu 30 Shillings schottisch (Ryal), die König Jakob VI. zwischen 1567 und 1582 herausgab. Eine Seite zeigt immer das gekrönte Wappen, es gibt aber verschiedene Rückseitendarstellungen: Zwischen 1567 und 1571 ist ein aufgerichtetes bekröntes Schwert mit einer Hand zu sehen, die auf die Wertzahl (XXX) hinweist. Diese Stücke sind häufig mit einer gekrönten Distel gegengestempelt, die ihre Werterhöhung auf 36 Shillings 9 Pence (schottisch) kennzeichnen. Seit 1582 ist ...
Sycee-Silber
Seidenschuhgeld
Chinesische Silberbarren in verschiedenen Formen (meist bootförmig), die in China bis um 1935 verbreitet waren und der Bezahlung größerer Beträge im Handel und als Geldanlage dienten. Die Benennung Sycee (ausgesprochen Saisi) leitet sich wohl vom chin. Si-tsu (feine Seide) ab und bezieht sich auf die seidenfadenähnlichen Linien, die sich nach dem Guss der Barren auf der Oberfläche zeigten. Die Sammlerbezeichnung Seidenschuh- oder Schuhgeld geht auf die Form der Stücke zur
Syli
Bezeichnung der Währungseinheit der Westafrikanischen Republik Guinea seit der Währungsreform vom 2. Oktober 1972, als der Staat aus dem Währungsverband des CFA-Francs ausstieg. Der Syli ist nach dem Wappentier Guineas (Elefant) benannt. 1 Syli = 100 Cauris. Durch die Währungsreform vom 6. Januar 1986 wurde der Syli durch den Guinea-Franc (ohne Unterteilung) ersetzt.