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Münzfunde

Münzen aus vergangenen Zeiten, die als Einzel-, Streu- oder Schatzfunde entdeckt werden. Am häufigsten kommen Einzelfunde vor. Wenn solche Einzelfunde sich auf archäologisch bedeutenden Gebieten häufen, so spricht man von Streufunden. Einzel- oder Streufunde können auch als Grabbeigaben, Opferplatz- oder Grundsteinfunde vorkommen, letztere meist in Verbindung mit anderen Gegenständen und Urkunden. Handelt es sich um viele Münzen aus verschiedenen Epochen, so spricht man von Mischfunden. Wenn die Fundstücke aus einer relativ kurzen Epoche stammen (homogene Massenfunde), so spricht man von einem Schatzfund. Die aussagekräftigen Schatzfunde werden auch in Krügen, Töpfen, Kästen oder anderen Behältnissen gefunden. Sog. Auslandsfunde enthalten Münzen, die fern von der Fundstelle geprägt wurden, wie die römischen Münzen in germanischen oder innerasiatischen Gebieten. Sie geben Aufschluss über Handelswege und Geldfluss, Beispiele sind etwa die arabischen Dirhems und die mittelalterlichen Handelsdenare aus der Zeit der Salier und Staufer, die sich in großen Mengen in Schatzfunden aus Skandinavien (Otto-Adelheid-Pfennige) und in Polen (Sachsenpfennige) finden. 
Aufgrund der historischen Bedeutung besteht für den Finder von Münzen oder anderen Funden (Schmuck, Keramik, Waffen, Reste von Bauwerken u.ä.) Meldepflicht. Das Besitzrecht an den Funden regeln die Ausgrabungsgesetze. Die Bedeutung von Münzfunden nimmt zu, je weniger schriftliche Dokumente und Beifunde aus der Periode bekannt sind. Funde von Münzwerkzeugen sind für den Numismatiker von höchstem Interesse, da sie Rückschlüsse auf die Münzherstellung zulassen. Die Fundbeschreibungen und -berichte sind Teil der wissenschaftlichen Numismatik und finden sich in münzkundlichen und archäologischen Schriften.