Das große Reppa Münzen-Lexikon
N
71 Beiträge in dieser Lexikon KategorieN (Münzstättenzeichen)
Münzbuchstabe der französischen Münzstätte Montpellier vom 16. bis 18. Jh. auf französischen Münzen.
Nachahmungen
Als Nachahmungen oder Beischläge werden Münzen bezeichnet, die auf der Imitation von Münzen anderer Herkunft (Münzstände, Staaten) beruhen. Im Gegensatz zur Falschmünzerei wurden die Nachahmungen in der Regel von landesherrlichen Münzstätten hergestellt, nicht von Heckenmünzen. Die Nachahmungen müssen nicht in jedem Detail mit dem Vorbild übereinstimmen. Nachgeahmt werden können Münzfuß, Durchmesser, Münzbild, Legende und Rau- bzw. Feingewicht der Vorbilder. Einerseits konnten die...
Nachbeschickung
Bis zum beginnenden 19. Jh. wurde der Zusatz an Kupfer Nachbeschickung genannt, im Gegensatz zur Vorbeschickung, das ist der Zusatz an Kupfer, der bereits vor der Schmelze der Legierung zum Ausgleich des Kupferverlusts zugegeben wurde. Die Nachbeschickung wurde nach der Tiegelprobe - also nachträglich - der Schmelze zugegeben, um den Verlust des Kupfers auszugleichen. Die Ursache für die Differenz zwischen berechnetem (in der Regel 0,3%) und tatsächlichem Kupferabgang konnte durch Irrtümer (...
Nachprägung
Neuprägungen
Der Begriff bezeichnet die von Berechtigten zeitlich später geprägten Münzen früherer Münzeditionen, meist mit Hilfe der frühen Originalstempel oder möglichst exakt nachgearbeiteter Stempel. Charakteristisch für die Nachprägung ist die Absicht, die ursprüngliche Münze möglichst genau zu kopieren. Berechtigt, frühere Münzen später noch einmal zu prägen, sind die Münzherren der Originalprägungen bzw. deren Nachfolger. So gibt es von Ungarn offizielle Nachprägungen ...
Nachschnitte
Stempelausbesserungen und Nachschärfungen von Stempeln während des Prägeprozesses, ohne zusätzliche Veränderungen des Prägebilds (Umschnitte). Nach neueren Untersuchungen ist die Häufigkeit der Nachschnitte von der Numismatik bisher unterschätzt worden. Da die Stempel während des Prägevorgangs großen Kräften bzw. Druck ausgesetzt sind, verformen sie sich mit der Zeit. Vor allem bei den aus Bronze (statt Eisen oder Stahl) gefertigten St...
Nachtschilling
Bezeichnung des österreichischen 50-Groschen-Stücks von 1934, das wegen seiner Größe im Dunkeln leicht mit dem Schilling verwechselt werden konnte und bald wieder eingezogen wurde. Es zeigt auf der Vs. den nimbierten Doppeladler mit Staatswappen, auf der Rs. die Wertzahl im Quadrat.
Namenszahl
Die hinter gleichlautenden Namen der Herrscher in römischen Ziffern beigegebene Ordnungszahl, wie Karl I., Karl II., Karl III. etc. Gezählt wurde meist in chronologischer Reihenfolge, bei Doppelnamen bezieht sich die Ordnungszahl auf den Namen, hinter der sie steht, wie z.B. bei Maximilian III. Joseph (1799-1805) von Bayern, der dritte bayerische Kurfürst mit dem Namen Maximilian. Mit dem Niedergang des alten Römisch-Deutschen Reichs und der Umwandlung Bayerns in ein Kön...
Nami Mon
Japanische Münze zu 4 Mon. Charakteristisch ist die wellenförmige Zeichnung auf der Rs. Die Münze wurde zwischen 1759 und 1867 in Kupfer (gegossen), Eisen oder Messing ausgegeben.
Näpfchenheller
Umgangssprachliche Bezeichnung in Sachsen für geringhaltige Hohlringheller aus Billon und Kupfer, die im 17. Jh. als kleinste Scheidemünzen umliefen. Die dünnen Blechmünzen aus fast reinem Kupfer mit einem Durchmesser unter 10 mm wogen in der Regel unter 0,2 g. Zu den Näpfchenhellern zählen auch die späten Kölner Möhrchen. In zweiten Hälfte des 17. Jh.s wurden sie in Massen - wohl in hessischen Heckenmünzen um Frankfurt - geschlagen und in die armen Gegenden Thüringens und Sachsens e...
Napoleon
Eigentlich Napoleon d'or, ist die volkstümliche Bezeichnung für die noch unter dem Konsulat von Napoleon Bonaparte 1803 eingeführten goldenen 20-Francs-Stücke, die von Tiolier geschnitten wurden. Die Bezeichnung wird unabhängig davon gebraucht, ob die Goldstücke von den Geschwistern und Abkömmlingen Napoleons, von der Monarchie oder der Republik ausgegeben wurden. Es gibt viele Typen. Die Vs.n der in den beiden Kaiserreichen entstandenen Stücke tragen die Bildnisse der Kaiser, entspreche...
Nasenblutengulden
Die Bezeichnung hat sich für einen Zweidritteltaler von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg aus dem Jahr 1693 eingebürgert, der aus der Münzstätte Clausthal stammt. Die Stücke sind nach einer Merkwürdigkeit auf der vorderseitigen Darstellung der Münze benannt, die die Büste von Herzog Ernst August von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg (1679-1698) zeigt: Ein Stempelriss unterhalb der Nase verursachte, dass der dargestellte Herzog aussieht, als hät...
Nasse Probe
Maßanalytisches Verfahren zur exakten Feststellung des Feinsilbergehalts. Das auf der Maßanalyse beruhende chemische Verfahren löste die ungenauere Kupellenprobe ab. Die chemische Analyse wird mit Hilfe der Titrierung vorgenommen: In die zu analysierende Lösung mit salpetersaurem Silber(Silbernitrat) lässt man die Messlösung mit Kochsalzlösung (Natriumchlorid) aus einer Bürette (Messröhre mit Skala) fließen (titrieren). Das Ende der Titration ...
Naturalgeld
Naturalgeld gilt als die wohl ursprünglichste und gleichzeitig am wenigsten entwickelte Geldform, welche auf dem Prinzip des Warenaustauschs beruht. Bei der Naturalgeldwirtschaft wird zur Bezahlung von Gütern kein Münzgeld oder Papiergeld benötigt. Stattdessen wird einer Ware ein bestimmter Wert zugesprochen, sodass sich diese gegen andere Waren tauschen lässt. Damit beschreibt das Naturalgeld also eine nicht-monetäre Tauschwährung.
So funktioniert Naturalgeld
Die Naturalgeldwirtschaft fu...
NB
Münzbuchstabe der Münzstätte Nagybánya (Neustadt), heute Baia Mare, die seit dem 17. Jh. für das Römisch-Deutsche Reich und zwischen 1805 und 1851 für Österreich-Ungarn prägte.
Negenmanneke
Volkstümliche Bezeichnung (in Flandern) einer Kupfermünze des 17. Jh.s aus den südlichen Niederlanden. Sie zeigt das Landesschild auf der Vs., auf der Rs. Andreaskreuz, Krone und Goldenes Vlies. Siehe auch Gigot.
Negotiepenning
Niederländische Handelsgoldmünze, die nach Einführung der Silberwährung 1848 und 1850 bis 1853 geprägt wurde. Die Goldstücke zeigen auf der Vs. den Kopf der Könige Wilhelm II. (1840-1849) und Wilhelm III. (1849-1890), auf der Rs. das gekrönte Staatswappen im Kranz und die Jahreszahl, jedoch keine Wertangaben. Statt dessen ist die Rs. mit Angaben zu Gewicht (6,729 g) und Feingehalt (900/1000) versehen. Obwohl sie zu festen Kursen gehandelt wurden, waren sie...
Nennwert
Der auf der Münze bei der Ausgabe angegebene Wert, der sich später ändern konnte. Bis ins 19. Jh. war der Nennwert (lat.: valor impositus) häufig umstritten. Die schwierige Bewertung von umlaufenden Edelmetallmünzen war früher Gegenstand von Flugschriften, die einheimische und auswärtige Münzen tarifierten (Valvation). Die Aufgabe der Tarifierung fiel dem Wardein zu. Der Metallwert war bis ins 19. Jh. die Basis der Bewertung von Münzen, dazu kamen Prägekosten, Remedium und Schlagschatz...
Neptun
Römischer Gott, ursprünglich wohl ein Gott des Süßwassers, im 4. Jh. v. Chr. dem griechischen Poseidon - als Gott des Meeres - gleichgesetzt. Alljährlich wurde am 23. Juli zu Ehren des Meergottes in Rom das Neptunalia oder Laubhüttenfest gefeiert. Auf römischen Münzen erscheint der Meeresgott meist mit dem charakteristischen Dreizack, häufig den Fuß auf dem Schiffsbug.
Neuabschläge
Bezeichnung für Münzen, die mit einem alten Stempel zeitlich später nachgeprägt werden. Private Neuabschläge sind grundsätzlich nicht legal, es sei denn, sie werden zu "wissenschaftlichen Zwecken" hergestellt und sind mit einem auch für Laien kenntlichen Merkmal versehen. Manche Regierungen lassen von erfolgreichen Sonderausgaben noch einmal nachträglich Abschläge prägen. Die bekanntesten Neuabschläge sind wohl die russischen Novodely.
Neue Zweidrittel
Zweidritteltaler oder Gulden im Leipziger Fuß, die in Pommern im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jh. kursierten. Sie kamen u.a. aus Sachsen, Braunschweig-Lüneburg, Brandenburg und Mecklenburg, da in Pommern Guldenmangel herrschte. In schriftlichen Quellen wurden sie meist mit N 2/3 abgekürzt.
Neuer August d'or
Bezeichnung des im Siebenjährigen Krieg in den Jahren 1762/62 geprägten minderwertigen August d'or. Nachdem der preußische König Friedrich der Große im besetzten Sachsen bereits 1758-1760 die sächsische Goldmünze verschlechtern ließ (Mittel-August d'or), folgten weitere Verminderungen des Goldgehalts. Zuletzt hielten die Neuen August d'ors nur noch etwa ein Drittel (etwa 320/1000) des Goldanteils der originalen August d'ors (900/1000). Das Raugewicht wurde beibehalten, so dass die Stück...
Neufürsten
Im Unterschied zu den Altfürsten werden diejenigen Fürsten Neufürsten genannt, die erst nach dem Reichstag zu Augsburg 1582 gefürstet wurden. Auf dem Reichstag zu Augsburg wurde festgesetzt, welche Fürstenhäuser im Reichsfürstenrat saßen, die Reichstagsstimme wurde an das Territorium geknüpft (Territorialstaaten). Die später hinzukommenden Fürsten wurden als rangniedriger angesehen als die altfürstlichen Häuser. Zu den Neufü...
Neugroschen
Billonmünze im Königreich Sachsen und im Herzogtum Sachsen-Altenburg, die nach dem in der Münzreform von 1840 eingeführten neusächsischem Münzsystem geschaffen wurde. Es übernimmt den preußischen 14-Talerfuß, der Taler unterteilt in 30 Neugroschen, der Groschen unterteilt in 10 Pfennige. Die Dezimalteilung des Neugroschens war fortschrittlich, die anderen deutschen Talerstaaten hatten (bis zur Reichsgründung 1871) noch die Duodezimalteilung des...
Neuguinea-Münzen
Nachdem Großbritannien am 6. November 1884 den Südosten der zweitgrößten Insel der Erde durch ein Kriegsschiff zu ihrem Herrschaftsgebiet erklärt hatte, ließ Bismarck am 16. November des gleichen Jahres an der Nordostküste die deutsche Fahne hissen. Nachdem die beiden Länder ihre Interessen gegenseitig abgegrenzt hatten, erhielt die von dem Bankier Hansemann in Berlin gegründete Neuguinea-Kompanie am 17. Mai einen kaiserlichen Schutzbrief. Die Kolonialgesellschaft hatte bis 1899 die Hoh...
Neujahrsmedaillen
Würzburger-Neujahrsgoldgulden, Neujahrsmünzen
Schon Ovid berichtete, dass die Römer zu Neujahr Bronzemünzen mit der Darstellung des Janus als Hinweis auf den Jahreswechsel verschenkten. Aus der römischen Kaiserzeit gibt es Bronzemedaillen der Kaiser Hadrian (117-138), Antoninus Pius (138-161) und Severus Alexander (222-235) auf das Neujahr. Seit dem 17. Jh. häufen sich die Neujahrsmünzen, die meist allegorische und biblische Darstellungen zeigen und auch im privaten Bereich verschenkt wur...
Neukreuzer
Bezeichnung der österreichischen Kreuzer, die nach dem Wiener Münzvertrag von 1857 mit den deutschen Zollvereinsstaaten ausgegeben wurden. Der Kreuzer wurde von nun an nach dem Dezimalsystem (in zehn Zehntel) unterteilt und nicht mehr nach dem Duodezimalsystem. Daher wurde die Prägung der 3- und 6-Kreuzer-Stücke aufgegeben. Das Halbstück zeigte die Wertzahl 5/10. Das Münzbild der Kreuzer und ihrer Teil- und Vielfachstücke änderte sich. Die Rückseiten ...
Neumann, Josef
Österreichischer Numismatiker, dessen Sammlung von etwa 30.000 Kupfermünzen und Marken die Grundlage seines 6-bändigen Werks über Kupfermünzen bildete, das 1966 nachgedruckt wurde. Es gilt heute noch als Standardwerk für Kupfermünzen, zumal in den siebziger Jahren ein Indexband dazu herausgegeben wurde. Darüber hinaus publizierte Neumann, der Oberlandesgerichtsrat in Prag war, weitere Schriften über böhmische Münzen und Joachimstaler Mü...
Neuner
Volkstümliche Bezeichnung für Münzen, die im neunfachen Wert verschiedener Nominale ausgeprägt wurden. Der Neunfachwert ergab sich aus dem Bruchteil einer Rechnungsmünze. So stellte z.B. das 9-Grote-Stück von 1807 aus Kniphausen einen Achteltaler dar (72 Grote = 1 Taler).
Neusilber
Auch Alpaka, Argentan und German silver (engl.), ist eine Legierung aus 50-70% Kupfer, 15-40% Zink und 10-26% Nickel, teilweise noch mit Zusätzen an Blei oder Mangan. Die Legierung ähnelt in seinen Eigenschaften dem Kupfernickel (ähnliche Farbe, etwas härter). Der Münzwerkstoff wurde in vielen Ländern verwendet, u.a. für das österreichische 10-Heller-Stück im Ersten Weltkrieg (1915/16) und den portugiesischen Escudo seit 1927. Die Legierung in Portugal und den Kolonien setzt sich wie fo...
Neutaler
1. Bezeichnung für den Ecu neuf in der Schweiz (in Deutschland Laub-, Lorbeer- oder Federtaler). Die seit 1726 ausgegebene französische Großsilbermünze wurde in der Schweiz - wie in Süddeutschland - zur Hauptumlaufmünze und mit 38 bis 40 Batzen bewertet (je nach Ort und Zeit). Gegengestempelte Neutaler liefen noch in einigen Kantonen nach 1815 um, nachdem die Eidgenossenschaft wieder hergestellt war. Ihr Wert lag (je nach Kanton) zwischen 38 und 42 Batzen. 2...
Neuzeit
Der Begriff wurde von den italienischen Humanisten zur Unterteilung in drei Zeitepochen (Antike, Mittelalter und Neuzeit) gebraucht. Die Geschichtswissenschaften setzten den Beginn der Neuzeit um 1500 v. Chr. an. Als Beginn der Neuzeit ist das Aufkommen von Renaissance, Humanismus, Reformation oder der Beginn des wissenschaftlichen Denkens genannt worden. Andere historische Eckdaten sind die Erfindung des Buchdrucks (1450), die Eroberung Konstantinopels durch die Türken (1453) oder die Entdecku...
New England-Münzen
Rohe, runde Silberplatten, die auf der Vs. mit der Abkürzung NE (für New England) und auf der Rs. mit den Wertzahlen XII, VI und III für die entsprechenden Werte zu 12 (Shilling), 6 (Sixpence) und 3 (Threepence) Pence gestempelt waren. Die Stempel wurden den Schrötlingen aufgepunzt und nahmen nur einen Bruchteil des Münzfelds ein. Sie wurden 1652 in Boston, Massachusetts, geprägt und sind Teil des Massachusettsgelds. Die Stücke sind rar: Nur noch zwei Exemplare des Threepence und sieben E...
New Jersey Cent
Der Staat New Jersey beauftragte 1786 die drei Privatunternehmer Thomas Goadsby, Albion Cox und Walter Mould mit der Prägung von etwa 3 Millionen Kupferstücken. Die Prägung war auf zwei Jahre befristet, fünfzehn Kupferstücke galten im Zahlungsverkehr einen Shilling. Mould stellte seine Stücke in Morristown her; Cox und vielleicht auch Goadsby arbeiteten in Rahway, außerdem wurde auch in Elisabethtown und Newburgh geprägt. Die Stücke zeigen auf der Vs...
Newton, Sir Isaac
Der englische Physiker, Mathematiker und Astronom war seit 1696 als Wardein und nach seinem Umzug nach London 1699 als königlicher Münzmeister tätig. Er beschäftigte sich mit monetären Fragen aller Art, vor allem mit Maßnahmen gegen Fälschungen und Fragen zum Papiergeld, das er eher kritisch beurteilte. Die endgültige Festlegung des Werts der goldenen Guinea auf 21 Shillings im Jahr 1717 fällt auch in den Verantwortungsbereich des genialen Naturwisse...
Ngultrum
Bezeichnung der Währungseinheit des Königreichs Bhutan, das zwischen Tibet und Indien im Himalaja liegt. Der Name Ngultrum (dNgul Tam, "Silbermünze") wurde als bhutanesische Bezeichnung der indischen Rupie eingeführt und dient seit der Währungsreform von 1974 als offizielle Bezeichnung der Währungseinheit Bhutans. Der Ngultrum steht in Währungsparität zur Indischen Rupie. 1 Ngultrum = 100 Chetrum, seit 1979 Chhertum.
Nickel
1. Silberweißes, zähes Metall, chemisches Zeichen Ni, Dichte 8,9, Schmelzpunkt 1453° C, aufgrund seiner Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Oxidation als Münzmetall geeignet, in der Münzprägung meist in Kupferlegierungen verwendet. Das Metall hat unlegiert ferromagnetische Eigenschaften, was für die Herstellung von automatentauglichen Münzen genutzt wird.
Nickel ist bereits in baktrischen Münzen um 200 v. Chr. nachweisbar; vermutlich wurde ein Kupfererz zur Münzherstellung verwendet...
Nickel-Messing
Nickel-Messing ist ein goldgelber Münzwerkstoff, der in vielen Ländern zur Münzherstellung verwendet wird. Im Allgemeinen erfolgt die Legierung in der folgenden Zusammensetzung:
79 % Kupfer
20 % Zink
1 % Nickel
Kupfergehalt, Zinkgehalt und Nickelgehalt der Legierungen des Werkstoffs können von dieser Zusammensetzung jedoch in geringfügigen Prozent abweichen. So zum Beispiel in den folgenden drei Ländern:
Jugoslawien (75 % Cu, 21 % Zn, 4 % Ni)
Norwegen (81 % Cu, 10 % Zn, 9 % Ni)
Taiwan (...
Niederländischer Gulden
Bis zur Ablösung durch den Euro im Jahr 2002 war der Niederländische Gulden die offizielle Währung der Niederlande sowie ihrer Kolonie Niederländisch-Indien (der heutigen Republik Indonesien). Die Geschichte des Niederländischen Guldens reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück, wobei der Gulden selbst auf die weitaus ältere, mittelalterliche florentinische Goldwährung, den Floren, zurückgeht.
Ein Niederländischer Gulden entsprach seit 1816 und nach der Dezimalisierung der Währung 100 ...
Niederrheinisch-Westfälischer Kreis
Folgende Münzstände prägten im Niederrheinisch-Westfälischen Kreis (gemäß der Einteilung in Reichskreise von 1521): die Herzogtümer Jülich-Berg und Kleve-Mark, Jülich-Berg (1511-1806, zwischen 1609 und 1624 die possidierenden Fürsten), Westfalen(Köln., 1587-1743), die Fürstentümer Nassau-Siegen, Nassau-Dillenburg, Nassau-Diez, und Nassau-Hadamar gemeinschaftlich (1681-1685), mit Ausnahme von Nassau-Hadamar auch einzeln (zwischen 1...
Niedersächsischer Kreis
Nach der Einteilung der Reichskreise (basierend auf dem Reichstagsbeschluss zu Worms 1521) prägten im Niedersächsischen Kreis folgende Münzstände: die Herzogtümer Braunschweig (Br.)-Grubenhagen (Älteres Haus, bis 1596), Br.-Wolfenbüttel (Mittleres Haus, ca. 1510-1659), Br.-Calenberg (Mittl. Haus 1536-1584), Br.-Wolfenbüttel u. Calenberg gemeinsam (1551 ?, 1555/56), Br.-Lüneburg (Mittl. Haus, 1546/55-59), Br.-Lüneburg-Harburg (1616-1665), Br.-L&uu...
Nike
Griechische Göttin, die den Sieg verkörpert, in Entsprechung zur römischen Victoria. Sie ist eigentlich nicht selbst die Verleiherin, sondern die Überbringerin des Sieges, und zwar nicht nur im kriegerischen Sinn, sondern auch im friedlichen Wettstreit. Auf Münzen erscheint die Göttin als Einzelfigur, meist geflügelt, als jugendliche Frau mit den Attributen Siegeskranz, Palmzweig, manchmal auch mit Tropaeum. Vor allem unter Alexander dem Großen (336-323 v. Chr.) scheint Nike an Beliebthe...
Nimbus
Heiligenschein, Nimbiert
Der Heiligenschein (vom lat. nimbus = Wolke) spielt in der christlichen Kunst eine große Rolle. Er umhüllt den Kopf von Christus, Maria, den Aposteln und Heiligen. Schon in der Antike umgab ein Strahlenkranz als Zeichen der Erhabenheit die Götter, Heroen und Herrscher. Seit der konstantinischen Zeit wurde der Strahlen- oder Lichtschein zunächst für Christus benutzt, später auch für biblische Figuren, Märtyrer, Heilige, kirchliche Würdenträger und Herrscher auf ...
Nobel
Schiffsnobel
Auch Noble, Bezeichnung der mittelalterlichen, englischen Goldmünze und deren Nachprägungen, die sich zur Handelsmünze im Nord- und Ostseehandel entwickelte. König Edward III. (1327-1377) ließ auf das kurze Experiment des Leopard (1.Goldprägeperiode, Januar bis August 1344) im Herbst 1344 den neuen Typ in Erinnerung an seinen Seesieg von Sluys (1340) gegen die Franzosen gestalten: Die Vs. zeigt das Hüftbild des Königs, Schwert und Schild haltend, in einem Schiff auf Meereswo...
Nomenmünzen
Kleine römische Kolonialmünzen, die für die Gaue (Nomen) Ägyptens geschlagen wurden. Sie zeigen, wie die anderen Alexandriner eine reiche Typenvielfalt und sind griechisch beschriftet.
Nominal
Vom lat. Nomen (Name) abgeleiteter Ausdruck, der die Münze nach ihrem Namen bezeichnet, wie Mark, Franc, Dollar, Schilling, Pfennig oder Cent. Die Einfachstücke, also das 1-Mark-Stück oder das 1-Dollar-Stück werden als Nominalmünzen bezeichnet. Viele Nominale sind in Mehrfach- oder Teilwerten (Nominalwert) ausgeprägt.
Nominalwert
Der Wert, der in neuerer Zeit einer im Zahlungsverkehr gültigen Münze als Wert aufgeprägt ist. Der Nominalwert sagt nichts über den Materialwert, die Kaufkraft oder den Wechselkurs einer Münze aus.
Nomisma
Griechische Bezeichnung für Geld allgemein (auch Brauch, Einrichtung), später auf Goldmünzen übertragen und schließlich auf den goldenen byzantinischen Solidus. In der zweiten Hälfte des 10. Jh.s gab es im Byzantinischen Reich die Unterscheidung zwischen dem vollwertigen Solidus, dem schüsselförmigen Stamenon nomisma und dem Tetarteronnomisma.
Nomos
Ursprünglich bedeutete das altgriech. Nomos Gesetz, Brauch, später Münze. Durch die Rückübertragung aus dem lat. Nummus tauchte der Ausdruck in der Schreibweise Nommos auf. Die griechischen Statere Unteritaliens, insbesondere die Goldstücke aus Tarent, wurden auf griechischen Dokumenten als Nom(m)os bezeichnet. Der Ausdruck wurde in der Antike allgemein für Geld verwendet, davon abgeleitet sind u.a. Begriffe wie Numismatik, Nominal und Nomisma.
Nonsunt
Volkstümliche Bezeichnung des schottischen Groat zu 12 Pence, der nur 1558/59 unter der Herrschaft von Maria Stuart und François geprägt wurde. Die Münze wurde nach zwei Worten aus der lat. Inschrift auf der Rs. benannt: IAM NON SUNT DUO SED UNA CARO (Nun sindsie nicht zwei, sondern ein Fleisch).
Nordisk Numismatisk Union
Zusammenschluss der sechs großen numismatischen Vereine Skandinaviens, die jährlich eine Jahresschrift und zehn Monatshefte für ihre Mitglieder herausgibt.
Northumberland Shilling
Bezeichnung des ersten unter König Georg III. 1763 ausgegebenen Shilling-Typs, nach dem Herzog von Northumberland benannt, der die Shillings anlässlich seiner Ernennung zum Vizekönig bestellte, um sie an die Armen in Irland zu verteilen. Aufgrund des Silbermangels ließ die nächste Ausgabe der Münzsorte bis 1887 auf sich warten, für die Northumberland-Ausgabe wurde nur 100 Pfund Silber vermünzt. Die Stücke kommen heute noch in auffallend guter Erhaltu...
Notenbank
Zur Ausgabe von Banknoten berechtigte Bank. In den meisten Nationalstaaten hat nur eine einzige Bank, die Zentralbank, das Recht, Noten auszugeben. In Deutschland ist es die Deutsche Bundesbank mit Sitz in Frankfurt. Am 1. Januar 1994 nahm das Europäische Währungsinstitut (EWI) in Frankfurt a.M. seine Arbeit auf; es war mit der Vorbereitung zur Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) beauftragt. Die künftige Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt a.M. sol...
Notendeckung
Schon das zu Zeiten der Edelmetallwährungen herausgegebene Notengeld musste von den ausgebenden Notenbanken, zumindest von der Zentralnotenbank, durch eine bestimmte, festgelegte Menge an Münzgeld (zumindest an ungeprägtem Münzmetall) gedeckt sein. Dem Anteil der Deckung liegt die schon früh gemachte Erfahrung zugrunde, dass niemals alle Noten zur gleichen Zeit zur Deckung vorgelegt werden. Damit konnten also mehr Banknoten ausgegeben werden, als der ausgebenden Notenbank an Edelmetallreser...
Notenkontingentierung
Bezeichnung des gesetzlich festgelegten Betrags, zu dem die berechtigten Notenbanken Banknoten ausgeben dürfen. Als die Banknoten noch als Geldersatz (Surrogat) für Münzgeld gesehen wurden, diente die Kontingentierung - neben der Notendeckung - als Schutzmechanismus gegen eine zu große Menge an umlaufenden Noten (Überemission), denn es galt das Versprechen der Einlösung in Münzgeld. In der Zeit des Goldstandards waren die Emissionen der meisten Notenbanken kontingentiert, wenn auch unters...
Notgeld
Bei Notgeld handelt es sich um Ersatzgeld, das im Falle einer nicht mehr funktionierenden Versorgung der Bevölkerung mit staatlichen Zahlungsmitteln wie Geldscheinen und Münzen eingesetzt wird. Im weiteren Sinn bezeichnet Notgeld die in Kriegs- oder Krisenzeiten, zum Beispiel in belagerten Städten oder Festungen, seit dem Mittelalter ausgegebenen Geldzeichen. Im engeren Sinn umfasst der Begriff die während und nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) im Deutschen Reich in großen Mengen ausge...
Nova Constellatio-Ausgaben
Die silbernen Nova Constellatio sind Muster oder Proben, die als Versuch zur Gestaltung des zukünftigen Münzwesens der Vereinigten Staaten von Amerika anzusehen sind, aber nicht über das Versuchsstadium hinaus reichten. Die Muster, die 1783 von Benjamin Dudley für den Gouverneur Morris (damals "Assistant Financier" der Konföderation) entwickelt wurden, sollten die unterschiedlichen Münzwerte standardisieren, die in den 13 Staaten im Umlauf waren. Das 1000-Einheiten-Stück wurde eine "Mark"...
Novgorodka
Bezeichnung der Denga der Republik Novgorod, die zwischen 1420 und 1535 als Silbermünze ausgegeben wurde, auch nach der Eroberung (1478) durch den Moskauer Großfürsten. Es gibt mehrere Typen: Auf der Vs. ist eine Huldigungsszene dargestellt, die Rs. ist beschriftet. Die Novgorodka war das Vorbild der russischen Kopeke.
Novodel
Auch Nowodel, bedeutet "Neuherstellung" und ist die russische Bezeichnung für amtliche Nachprägungen, die für Sammelzwecke hergestellt wurden. Sie sind von Sammlern sehr gesucht und erzielen auf Auktionen gewöhnlich hohe Preise. Sie wurden von dem Petersburger Münzhof seit etwa 1730 hergestellt, sowohl unter Verwendung alter, als auch neuer Münzstempel. Auch die Münzstätte von Jekaterinburg (dem heutigen Swerdlowsk) nahm in den letzten Jahren vor der Schließung im Jahr 1876 Aufträge vo...
Nugget
1. Die Bezeichnung für Goldklumpen oder Goldkörner leitet sich aus dem engl. Nugget (Klumpen) ab. Solche Goldklumpen kommen an allen reichen Goldfundstätten vor, populär wurden sie allerdings durch den kalifornischen Goldrausch von 1849. Repräsentative und interessant geformte Stücke werden über den bloßen Goldwert hinaus gehandelt. 2. Die australischen Bullionmünzen (Feingold-Barrenmünzen), seit 1986 im Gewicht einer Unze (1 Oz.), werden a...
Numismatica in Nummis
Bezeichnung des Sammelgebiets von Münzen und Medaillen, deren Gepräge numismatische Motive zeigen. Dabei kann es sich ebenso um Prägewerkzeuge oder -maschinen handeln wie um Darstellungen von Münzgebäuden und Medailleuren, Graveuren, Münzmeistern oder Numismatikern etc.
Drei verschiedene Medaillen mit Darstellung numismatischerMotive
Numismatik
Die Wissenschaft, die sich mit dem historischen Geldwesen beschäftigt. Der Begriff geht heute weit über den Begriff Münzkunde hinaus. Er leitet sich von griech. nomisma, lat. nummus ab (wörtlich übersetzt: Münze, sinngemäß: Geld). Die Numismatik beschreibt, analysiert und katalogisiert nicht nur die Münzen, sondern kümmert sich auch um andere Geldformen, u.a. Papiergeld, Münzersatzmittel und vormünzliche Zahlungsmittel. Aus Letzterem entwickelte sich in der 2. Hälfte des 7. Jh.s v. ...
Numisnautik
Bezeichnung von Motivsammlungen, die Darstellungen von Schiffen sowie die Geschichte der Seefahrt und des Seewesens auf Münzen und Medaillen zeigen. Die Numisnautik ist heutzutage ein beliebtes und umfangreiches Sammelgebiet. Vergleiche auch Schiffsdarstellungen, Schiffstaler oder Prora.
Medaille auf die Schlacht am Skagerrak und Admiral Scheer
Nummion
Auch Noummion oder Nummium, bezeichnet eine Einheit der reichen byzantinischen Kupferprägung, die nur in Vielfachen ausgeprägt wurde, 40 Nummia entsprechen einem byzantinischen Follis. Der Beginn der byzantinischen Kupferprägung fällt in die Regierungszeit von Anastasius I. (491-518 v. Chr.). Zu Beginn der Prägung wurden auch kleinere Werte ausgeprägt, in der Spätzeit der byzantinischen Kupferprägung überlebte fast nur noch der Follis zu 40 Nummia. In...
Nummus
Lateinische Bezeichnung für Geldstück, Münze. Das Wort ist aus dem Griech. entlehnt, möglicherweise von nomizo (als Brauch, Sitte, Recht anerkennen), nomimos (gebräuchlich, gesetzlich, rechtmäßig) oder nomos (Brauch, Sitte, Gesetz). Später wurde es wieder ins Griechische rückübertragen( Nomos)