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Matthiasgroschen

Im weiteren Sinn Bezeichnung für alle Groschenmünzen, die das Bild des Apostels Matthias aufweisen. Zu Beginn des 15. Jh.s waren die Pfennigmünzen im Silbergehalt und im Wert so weit abgesunken, dass sich die Stadt Goslar und das Bistum Hildesheim entschlossen, dem Beispiel anderer Münzstände zu folgen und ihrerseits Groschen auszuprägen. Sie einigten sich im Jahr 1410 auf die Prägung eines Gemeinschaftsgroschens, der auf der Vs. den Schild des Stiftes und das Hoyaer Wappen des Bischofs, auf der Rs. den hl. Matthias zeigt. Daneben gab es im 15./16. Jh. auch noch Brakteaten, dünne, einseitig beprägte Pfennige mit dem Bild des hl. Matthias.
Die im engeren Sinn als Matthiasgroschen oder ursprünglich "Goslarische neue Mathiasser" bezeichnete Silbermünze entstand erst im Jahr 1496. Sie zeigt auf der Vs. den Goslarer Adler, auf der Rs. den hl. Matthias mit Schwert und Buch. Sie wurde auch von anderen Münzständen nachgeahmt und verlor das ursprüngliche Münzbild (St. Matthias). Bei zunehmender Verschlechterung seines Silbergehalts entwickelte sich der Matthiasgroschen zum Teilstück des Mariengroschens. In Lippe wurde er eine Zeit lang zu einem Drittel des Fürstengroschens und zu einem halbenMariengroschen gerechnet. Später wurde er sogar zu 1/6 und 1/12 Mariengroschen gerechnet.
Die im 17. Jh. geprägten Stücke hatten einen Wert von 4 Pfennigen, wie die 1624 und 1629 unter Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1613-1634) geprägten Groschen, die auf der Vs. das Monogramm des Fürsten (F in V), auf der Rückseite die Schrift EIN MATIER zeigen. Der Mattier mit dem Braunschweiger Löwen auf der Vs. und der Schrift I MATTIR zeigt das Datum 1647 auf der Rs. Die Stadt Hildesheim emittierte 1663 und 1666 Billonmünzen mit der Umschrift MO. NO. CIVIT. HILDES. (Neues Geld der Stadt Hildesheim). Eine Ausgabe ließ Johann Friedrich von Calenberg 1675 prägen, ferner Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1640-1688) nach 1644 für Ravensberg.
Interessant ist die als Ausgleichsmünze während der französischen Besatzungszeit in der Münzstätte Braunschweig 1758 geprägte Kupfermünze mit der Bezeichnung I DENIER auf der einen und 13 EINEN MATTIER auf der anderen Seite.

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