Das große Reppa Münzen-Lexikon
O
54 Beiträge in dieser Lexikon KategorieO (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der französischen Münzstätte Riom (1555 - ca. 1640 und 1715-1772), der portugiesischen Münzstätte Lissabon (Olisippo) seit dem Anfang des 16. Jh.s (daneben auch L), der US-amerikanischen Münzstätte New Orleans/Louisiana (1838-1861, 1879-1909) sowie von Oaxaca (Mexiko).
Oak Tree-Münzen
Teil des Massachusettsgelds, das in der damaligen nordamerikanischen Kolonie Englands geprägt wurde. Die Oak-Serie wurde wie alle anderen zum Massachusettsgeld gehörigen Serien in den Wertstufen Threepence, Sixpence und Shilling ausgeprägt, die Besonderheit besteht in der Ausprägung des Twopence-Wertes. Der Münztyp ist nach der Darstellung eines Eichbaums auf der Vs. benannt; um die Eiche steht im Perlkreis die Umschrift MASATHVSETS. Die Stücke sind auf der Rs. mit der Wertzahl (bezogen au...
Oban
Kostbare japanische Goldstücke im Wert von 10 Rio Gold, die in ovaler Form seit der Tensho-Ära (1572-1592) ausgegeben wurden. Sie werden in sieben verschiedene Typen unterteilt, die nach den Epochen des Shogunats bezeichnet sind: Die beiden Tensho-Typen werden nach der diamantförmigen bzw. runden Form der Stempel unterschieden. Es folgten die Typen der Epochen Keicho (1601), Genroku (1695), Kyoho (1725), Tempo (1838) und Manen (1860). Sie messen etwa 150 x 100 mm, der letzte Typ (...
Oberrheinischer Kreis
Einer der Reichskreise nach der Einteilung des Römisch-Deutschen Reichs, wie sie 1521 auf dem Reichstagsbeschluss in Worms vorgenommen wurde. Die geographische Abgrenzung folgt der politischen Zugehörigkeit zum Reichsverband, auch wenn das nicht den numismatischen Gegebenheiten entspricht. Vor allem die Prägungen der Herzogtümer Lothringen und Bar erfolgten vorwiegend nach französischem Standard. Nicht "eingekreiste" Münzstände wurden dem nächstliegenden ...
Obersächsischer Kreis
Einer der silberreichsten Reichskreise des Römisch-Deutschen Reichs war der Obersächsische Kreis (und Lausitz). Einige wichtige Münzstände vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende des Alten Reichs (1806) waren die anhaltinischen Fürstentümer: Anhalt-Zerbst (1605-1767), A.-Köthen (1624-1751), A.-Bernburg (1635-1799), A.-Bernbg.-Harzgerode (1675-1698), A.-Dessau (1660-94), sowie Gemeinschaftsprägungen vor (1471-1595) und nach der Teilung von 1603 (von 1614-1689). Ferner zählt dazu (kurzfristig...
Oberstempel
Auch Obereisen, bezeichnet den frei beweglichen Stempel, im Gegensatz zum fest verankerten Unterstempel. Zur Zeit der Hammerprägung wurde der Prägeschlag direkt auf das Obereisen ausgeübt. Es unterlag einer erhöhten Abnutzung, da die Prägekraft direkt auf den Oberstempel einwirkte, wohingegen die durch das Münzplättchen abgeschwächte Kraft den Unterstempel nur geringfügig verformen konnte. Deshalb wurde der Oberstempel in der Regel früher ausget...
Oberwähr
Bezeichnung der höherwertigen Groschenmünzen der Doppelwährung, die 1444 in Sachsen und Thüringen eingeführt wurde. Als Oberwähr galten die Judenkopfgroschen (im Verhältnis 20:1 zum Goldgulden), die eigentlich nur für den Außenhandel gedacht waren. Da die Prägung der Judenkopfgroschen (durch das ungünstige Verhältnis Gold zu Silber) teuer war, wurde nur eine begrenzte Anzahl geschlagen. Die Beiwähr in Form der minderwertigen Schildgroschen (26:1), die als innerstaatliches Zahlungsmi...
Obligation
Abgeleitet vom lat. obligatio (Haftung, Verbindlichkeit, Verpflichtung), bezeichnet eine beurkundete Schuldverschreibung, wobei sich der Aussteller dem Gläubiger gegenüber zu einer Geldleistung mit laufender Verzinsung verpflichtet. Eigentlich handelt es sich um ein langfristiges Darlehen, das dem Herausgeber der Anleihe vom Käufer gewährt wird. Zu den ersten Obligationen zählen die Rentmeisterbriefe, die um die Mitte des 16. Jh.s in den Niederlanden ausgegeben wurden. D...
Obol
Bezeichnung des (silbernen) Halbstücks des Pfennigs bzw. Denars im Mittelalter. Die Benennung bildete sich über die lateinische Form des griechischen Obolos und hat sich in dem Ausdruck „den Obolus entrichten“ bis heute erhalten. Die Bezeichnung Obol kam über die romanischen Sprachen (französisch) auch in Ungarn und Deutschland in Gebrauch. Daneben gab es im deutschen Sprachraum noch die Bezeichnung Hälbling (Hellinc), aus der sich die Benennung Heller bildete. Im mittel- und niederdeut...
Obolino
Verkleinerungsform für Obol im Italienischen. Der Obolino kam in Oberitalien (Mailand und Como) vor.
Obolos
1. Altgriechische Kleinmünze, das Sechstel der Drachme. Der Ausdruck soll sich über die Bezeichnung "Obelos" (eiserner oder bronzener Bratspieß) gebildet haben. Solche Spießchen haben bei den alten Griechen wohl als Gerätegeld gedient, vor allem auf dem Peloponnes. In Gräbern und im Heraheiligtum (Votivfunde) von Argos gefundene Spieße aus dem 8. und 7. Jh. v. Chr. sind als Gerätegeld zweier Entwicklungsstufen (verschieden in Gewicht und Größ...
Obsidionalmünzen
Aus dem Französischen (monnaies obsidionales) übernommene Bezeichnung für Belagerungsmünzen.
obverse
Englische Bezeichnung für die Vorder- oder Hauptseite einer Münze; die Entsprechung im Deutschen ist avers.
Ochavo
Bezeichnung des Achtels des spanischen Real, das im Rahmen des neuen Münzsystems 1497 unter dem Königspaar Ferdinand und Isabella eingeführt wurde. Der Ochavo wurde zuerst als viereckige (ochavo quadrado) Silbermünze, später als runde Kupfermünze ausgeprägt.
Octavo
Bezeichnung des mexikanischen Achtelstücks des Real, der im frühen 19. Jh. von den Aufständischen und nach Ausrufung der föderativen Republik von 1823 von der Republik und Einzelstaaten bzw. Departements in verschiedenen Typen ausgegeben wurde.
Oexlein, Johann Leonhard
Deutscher Stempelschneider, Medailleur und Gemmenschneider, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Rokokostils. Er lernte die Kunst von seinem Vater Christian Daniel Oexlein in Regensburg und Bengt Richter in Wien. Der Künstler arbeitete für verschiedene Fürstenhöfe, Bischöfe und Münzstätten, seit 1737 vorwiegend in seiner Heimatstadt Regensburg, seit 1740 in Nürnberg. Die zahlreichen Ereignis- und Porträtmedaillen zeigen Herrscher und Patrizier seiner Zeit, u.a. Zarin Katharina II....
off-center
Englischer Ausdruck für dezentrierte Prägung, wie sie häufig auf Münzen des Römischen Reichs vorkommt.
Officina
Bezeichnung der Werkstätte, in der römische Münzen hergestellt wurden. Jede größere römische Münzstätte war in zwei oder mehr solcher Officinae unterteilt, der ein Officinator vorstand. Auf römischen Münzen der späten Kaiserzeit finden sich an verschiedenen Stellen (oft vor oder hinter dem Münzzeichen, im Feld oder im Abschnitt) Zeichen der Werkstätten, im weströmischen Kaiserreich Zahlen oder Buchstaben: P (prima) für die erste, S (secunda) für die zweite, T (tertia) für die dr...
Oktadrachmen
1. Griechische Silbermünzen zu 8 Drachmen, die im ausgehenden 6. Jh. bis in das erste Viertel des 5. Jh.s v. Chr. im makedonisch-thrakischen Raum gemünzt wurden. Auch Alexander I. von Makedonien ließ nach 480 v. Chr. noch Oktadrachmen in phönikischem Münzfuß (im Gewicht von etwa 28,8 g) ausgeben, so in der Stadt Abdera. Geringfügig leichter waren die Oktadrachmen der (phönikischen) Stadt Sidon, die etwa seit 480 v. Chr. ausgemünzt wurden. 2. Die in Ägypten herrschende Dynastie der...
Oktobol
Selten geprägte griechische Silbermünze zu 8 Oboloi, die u.a. von den euböischen Städten Chalkis und Histiäa ausgegeben wurde. Das Nominal entsprach im Gewicht etwa einem Drittel der attischen Drachme. Außerdem werden Silbermünzen im Gewicht von 5 g aus dem 3. Jh. v. Chr. aus Bruttium als Oktobol bezeichnet.
Old Coppernose
Spitzname König Heinrichs VIII. von England (1507-1547), der zur Behebung des Geldmangels der englischen Krone eine "versteckte Steuer" erhob, indem er den Silbergehalt der silbernen Umlaufmünzen verminderte. Dies betraf vor allem die Testoons der dritten Prägeperiode (1544-1547), die das Porträt des Königs zeigten. Um die Münzen mit dem gleichen Gewicht ausgeben zu können, ließ der König den Anteil des billigeren Kupfers erhöhen, bis die Legierung ein Verhältnis von 1:1 erreichte. Di...
Olympia-Münzen
Schon in der Antike wurden anlässlich der Olympischen Spiele Preismedaillen ausgegeben, die aber eigentlich nicht als Münzen zu bezeichnen sind. Sie zählen mit den anlässlich der neuzeitlichen Olympischen Spiele ausgebrachten Münzen zum Sammelgebiet der Olympia-Münzen. Die Gepräge zeigen alle Motive, die sich auf die Olympischen Spiele beziehen. Die ersten Olympia-Münzen der neuzeitlichen Spiele wurden von Finnland 1951/52 ausgegeben, anlässlich der XV. Olympischen Spiele in Helsinki. D...
Omajjaden
Auch Umayyaden, bezeichnet die erste Kalifen-Dynastie, begründet durch Moawija I. (661-680), der sich selbst zum 5. Kalifen ausrufen ließ. Das Islamische Reich wurde nach Turkistan, dem Panschab und Nordafrika bis nach Spanien ausgedehnt. Um 750 v. Chr. wurden die Omajjaden in Damaskus durch die Abbasiden vom Kalifenthron gestürzt. In Spanien errichteten sie ein Emirat, das 929-1031 v. Chr. in ein Kalifat umgewandelt worden war, das zur Blüte der arabischen Kultur in Spanien führte. Di...
Oncia
Vom lateinischen Uncia abgeleitet, war die Oncia im 10. Jh. ein Goldgewicht (um 1220 in 600 Grana unterteilt) in Italien. Um 1335 wurde die Oncia Rechnungsmünze in Florenz (100 Oncia = 5 Fiorini). Im frühen 18. Jh. wurde die Oncia auf Malta in Silber und in Palermo als Goldmünze Siziliens ausgeprägt. Die Goldstücke wurden zuerst 1720 geprägt und zeigen auf der Vs. das Kopfbild Karls III. (1720-1734), auf der Rs. den Vogel Phönix. Als 1735 das Königreich b...
One tenth of a Penny
Der Zehntelpenny ist ein ungewöhnliches Nominal, das von der britischen Krone zwischen 1906 und 1957 nur für Britisch-Westafrika ausgegeben wurde. Damit sind die Gebiete Britisch-Kamerun (1961 zu Kamerun), -Togoland (1957 zu Ghana), Gambia, Goldküste (seit 1957 Ghana), Nigeria und Sierra Leone zusammengefasst. Die Stücke wurden in Aluminium (1906-1908), Kupfernickel (1908-1950) und Bronze (1952-1957) geprägt. Die Schrötlinge sind in der Mitte mit einem runden Loch versehen, darum ein sechs...
Opfergeräte
In der Antike waren Pontifikalgeräte, die als Gerätschaften der Priester dienten, als Attribute auf Münzen zu finden.
Opfermark
Dänischer Sechsteltaler (1/6 Rigsdaler Courant) aus der Münzstätte Altona von 1808. Die Vs. zeigt das königlich gekrönte Monogramm Friedrichs (Frederik) VI. (1808-1839), die Rs. eine Inschrift zur Erinnerung daran, dass die Münze als "freiwilliges Opfer für das Vaterland" aus gespendeten Silbergegenständen der Bevölkerung geprägt wurde. Das Bündnis Frederiks VI. mit dem napoleonischen Frankreich zog das zunächst neutrale Dänemark m...
Orden
1. Von lat. ordo (Regel, Stand, Reihenfolge, Ordnung), bezeichnet Gemeinschaften, die sich einer Lebensform nach bestimmten Regeln unterworfen haben. Fast alle Religionen haben religiös motivierte Lebensgemeinschaften ausgebildet. Im Christentum entwickelten sich aus der Askese der Einsiedler die Regeln mönchischer Gemeinschaften nach den Grundsätzen der Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams in Klöstern. In den Zeiten der Kreuzzüge (12./13. Jh.) bildeten sich "zum Schutz der Pilger" Rittero...
Ordensmünzen
Münzen der Ritterorden, wie z.B. die Münzen des Johanniterordens oder des Deutschen Ordens (Orden 1.).Münzen, die bildliche Darstellungen von Ordensemblemen (Orden 2. und 3.) zeigen, wie die sächsischen Münzen, die sich auf den engl. Hosenbandorden oder den dänischen Elefantenorden beziehen. Brandenburgische und preußische Münzen (Dukaten und Taler) zeigen Embleme aus dem Roten und Schwarzen Adlerorden. Die hessischen Sterntaler zeigen den Stern des Ordens vom Goldenen Löwen. Bayerische...
Öre
Øre oder Öre (Abkürzung: Ø) ist 1/100 der Währungen des skandinavischen Raums – also der Dänischen, Färöischen, Norwegischen und Schwedischen Krone. Heutzutage sind nur noch die 50 Øre Münzen der Dänischen Krone gültig, die 25 Öre Münzen wurden noch bis zum 1. Oktober 2008 verwendet. In Schweden waren 50 Öre Münzen bis zum 30. September 2010 im Umlauf und in Norwegen bis zum 1. Mai 2021. Der Name der Øre ist vom Aureus, einer römischen Goldmünze, abgeleitet.
Geschichte der
Oregon Exchange Company
Die Entdeckung von Gold in Kalifornien zog nicht nur Goldsucher an, sondern rief auch viele Siedler auf den Plan. Schnell entwickelte sich Goldstaub zum Tauschmittel, war aber für die Kaufleute aufgrund der unsicheren Qualität und Wiegevorrichtungen unbefriedigend. Petitionen für eine standardisierte Goldmünzenprägung wurden von der Legislatur aufgegriffen. Sie beschloss am 16. Februar 1849, in der damals größten Stadt der Gegend, Oregon City, eine Münze ...
Oresmius, Nicolaus
Der in der Nähe von Caen (Normandie) geborene Gelehrte, Philosoph, Theologe, Mathematiker, Geldtheoretiker und Bischof von Lisieux war einer der bedeutendsten Wegbereiter der neuzeitlichen Wissenschaft im Spätmittelalter. Er erkannte u.a. das Fallgesetz und die Grundgesetze der analytischen Geometrie (vor Descartes). Neben den naturwissenschaftlichen Studien beschäftigte sich der franz. Nicole Oresme genannte Wissenschaftler mit geldtheoretischen Fragen. Die Abwertungen der Mü...
Orfini, Emiliano
Eigentlich Emiliano Piermattei aus Foligno, wurde von Papst Pius II. (1458-1464) mit der Anfertigung päpstlicher Münzen betraut. Zur Finanzierung eines geplanten, aber nie ausgeführten Kreuzzuges gab der Papst eine ganze Reihe neu geschaffener Münzen heraus, für deren Gestaltung Orfini verantwortlich war. Auch unter den Päpsten Paul II. (1464-1471) und Sixtus IV. (1471-1484) leitete Orfini die päpstliche Münze und war u.a. für eine ganze Reihe von pr&...
Originalhenkel
Bezeichnung für die mitgegossene oder geprägte Öse an einer Medaille oder Marke, die zum Tragen des Stücks an einer Kette oder einem Band vorgesehen war. Im Gegensatz zu einer nachträglich angelöteten Öse kommt das Entfernen des Originalhenkels einer Entwertung gleich.
Ormonde Money
Bezeichnung eines Teils des irischen Notgelds, das während des Aufstands (Great Rebellion) der katholischen Bevölkerung gegen die protestantische Krone zwischen 1841 und 1849 geprägt wurde. Die aus drei Ausgaben bestehende Prägung wurde nach dem Earl of Ormande, dem Befehlshaber der Protestanten benannt, der sie als "Lieutenant of Ireland" (1643-1649) ausgeben ließ. Die erste Ausgabe (1641-1644) bestand aus Twopence, Threepence, Groat, Sixpence, Shilling, Halfcrown und Crown, die auf der Vs...
Ort
Alte Bezeichnung für „Viertel“, im Münzwesen das Viertel einer Münzeinheit, z.B. der Ortsgulden, Ortstaler, Örtli oder Örtgen. Der Reichsort (1/4 Reichstaler) war ein Sechsgroschenstück, das auch als Sechsling bezeichnet wurde. Das Dreigroschenstück wurde dementsprechend als halber Reichsort bezeichnet. Der polnisch-preußische Ort war der Achtzehngröscher oder Tympf.
Preußen, Ort 1621
Örtgen
Örtchen
Auch Oertjen, Oortje, Oord oder Oertchen, sind Bezeichnungen für die west- und nordwestdeutschen sowie für die niederländischen Viertelstüber (1/4-Stuiver) bzw. Doppeldeuten (2 Duits) oder 2 Plakken (in Overijssel), in den Südlichen Niederlanden Liards (zu 12 flandrischen bzw. 18 Brabanter Mijten) genannt. Die Örtgen wurden im 16. Jh. meist aus Billon, später in der Regel aus Kupfer geprägt. Die ostfriesischen Oortje kamen gemeinsam mit den Cifferten um 1572 auf und wurden ...
Örtli
Bezeichnung des schweizerischen Viertelguldens, Vierbätzners oder Fünfzehnkreuzers, der zum ersten Mal 1656 von Schaffhausen geprägt und bald von mehreren schweizerischen Münzständen nachgeahmt wurde. Die minderwertig ausgebrachten Silbermünzen wurden nach dem ursprünglichen Münzbild, einem springenden Bock (Schaffhausener Wahrzeichen), zeitgenössisch auch Böcke genannt. Der Örtli entwickelte sich im ausgehenden 16. Jh. zu einer der Hauptumlaufmünzen in der Schweiz. Mit den monetäre...
Örtug
Ursprünglich eine alte skandinavische Gewichts- und Recheneinheit der Wikingerzeit zu 1/24 Gewichtsmark bzw. 1/3 Öre im Gewicht von etwa 8 g. Als Silbermünze wurde der Örtug nur in Schweden und auf Gotland ausgeprägt, zum ersten Mal 1320 auf der Insel, auf dem schwedischen Festland von Albrecht von Mecklenburg (1364-1389). Als Vorbild dienten wohl der lübische Witten und der englische Sterling. Das Raugewicht des Örtug lag ursprünglich über 1,3 g (über 1 g Silbergewicht), sank aber all...
Osella
Bezeichnung der venezianischen Geschenkmünze, die in bescheidenem Umfang auch als Kursmünze umlief. Die Benennung leitet sich von "uccella", der weiblichen Form von "uccello" (Vogel) ab. Nach Umbildung der venezianischen Staatsordnung im aristokratischen Sinn (um 1297) überreichten die Dogen der Republik Venedig den Aristokraten der Stadt jährlich Geschenke, in der Regel Wildgeflügel. Seit 1521 wurden die Geschenke in Form einer Silbermünze überreicht, die ihre...
Osmanen
Bezeichnung des Herrschergeschlechts und der Bewohner des Osmanischen Reichs, nach dem Begründer der Dynastie Osman (1299-1326). Nach der Niederlage der Rum-Seldschuken gegen die Mongolen (1242) zerfiel das Reich der Rum-Seldschuken in Anatolien. Die schwache Zentralgewalt förderte die Bildung kleiner Fürstentümer (Begliks), die sich aus Turkvölkern zusammensetzten, die unter dem Druck der Mongolen eingewandert waren. Darunter befand sich das osmanische Fürstentum mit dem Zentrum in Brussa...
Osterpfennig
Berner Gedenkzeichen, das 1668 anlässlich der Wahl an Ostern von den Ratsherren der Stadt Bern an Kinder bis 10 Jahre verschenkt wurde. Die Osterpfennige sollten den Tischlivierer ersetzen, der wegen Missbrauchs in Verruf geraten war. Obwohl der Wert des Osterpfennigs (2 Batzen) um das 16-fache höher war als der Wert der Vierer, stieß er beim Volk auf wenig Gegenliebe, sodass 1670 wieder Tischlivierer verschenkt wurden. Der Osterpfennig im Gewicht von 3,3-3,5 g (etwa 440 fein) ze...
Österreichisch-Böhmischer Kreis
Der Riesenkomplex des Römisch-Deutschen-Reichs (RDR) wurde in Reichskreise eingeteilt, die manchmal auch von der Numismatik übernommen werden, um münzgeschichtlich differenzierter vorgehen zu können, als das eine bloße alphabetische Auflistung aller Münzstände ermöglichen könnte. Die Aufzählung der folgenden Münzstände richtet sich nach der Einteilung in 11 Reichskreise (gemäß dem Reichstagsbeschluss zu Worms 1521). Grob l&a...
Österreichischer Schilling
Der Schilling war die offizielle Währung der Ersten und Zweiten Republik Österreichs und löste die davor gültige Krone ab. Eingeführt wurde er im Jahr 1925 und hielt sich bis zum Anschluss Österreichs an das Dritte Reich im Jahr 1938. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Schilling 1945 erneut als Zahlungsmittel eingeführt und blieb bis zur Ablösung durch den Euro am 1. Januar 1999 die Landeswährung Österreichs. Unterteilt wurde der Schilling in 100 Groschen.
Neben dem österr...
Otto-Adelheid-Pfennige
Bezeichnung mittelalterlicher Denare, die als eine der umfangreichsten Prägungen des Mittelalters gelten. Sie zählen zu den Fernhandelsdenaren dieser Zeit, die - wie die Agrippiner - in großen Mengen rund um die Ostsee gefunden wurden. Aufgrund des hohen Anteils in schwedischen Funden (einschließlich Gotland) vermutet man, dass die Pfennigsorte den Wikingerhandel angeregt hat. Obwohl die Bearbeitung des schwedischen Fundmaterials noch nicht abgeschlossen ist - über 15.000 deutsche Münzen s...
Oudine Eugene Andre
Französischer Bildhauer und Medailleur, Schüler des Stempelschneiders André Galle. Auch wenn sich der Künstler vorwiegend dem Bereich der Plastik zuwandte, entwarf er doch eine Reihe französischer und ausländischer Münzen des 19. Jh.s. Am berühmtesten ist der "neue Ceres-Typ" der 2. Republikzeit (1848-1852) mit dem belorbeerten Kopf der Ceres auf der Vs., Wertangabe im Kranz auf der Rs., der auch als Typ Oudiné bezeichnet wird. Er wurde in Werten zu 20 und 50 Centimes, 1, 2 und 5 Francs...
Ouguiya
Währungseinheit der Islamischen Republik Mauretanien seit 1973. Die neue Währung war mit dem Austritt aus der Westafrikanischen Währungsunion (seit 1962) innerhalb der Währungszone des CFA Franc verbunden. Der Umtausch der neuen Geldzeichen erfolgte im Verhältnis 5 CFA-Francs = 1 Ouguiya. Das Fünftelstück des Ouguiya wird "Khoums" genannt.
Oxford Crown
Bezeichnung eines englischen Probestücks, das während des Bürgerkriegs zwischen Krone (cavaliers) und Parlament (roundheads) 1644 von dem begabten Münzgraveur Thomas Rawlings in der Münzstätte Oxford hergestellt wurde. Die sehr rare silberne Crown zeigt auf der Vs. den Reiter und die Ansicht der englischen Universitätsstadt Oxford zu Füßen des berittenen Königs. Die einzige britische Crown mit Stadtansicht ist sehr gefragt und dementsprechend ko...
Oxidation
Im weiteren Sinne die Abgabe von Elektronen, wodurch die Metalle eine Veränderung erfahren, z.B. der Übergang aus einem elementaren in einen ionischen Zustand; im engeren Sinne die Aufnahme von Sauerstoff (Oxygenium) oder der Entzug von Wasserstoff. Unter dem Einfluss von Sauerstoff(O2) oder anderen chemischen Stoffen bildet sich auf unedlen Metallen eine Oberflächenschicht, die nicht mehr die ursprüngliche Farbe des Metalls zeigt. Bei Liebhabern antiker Bronze- und Kupferm&...