Das große Reppa Münzen-Lexikon
E
118 Beiträge in dieser Lexikon KategorieE (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der Münzstätten: Eilenburg (1621) auf Münzen des Kurfürstentums Sachsen, Königsberg (1751-1798) auf preußischen Münzen und Karlsburg (Siebenbürgen) auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs (1766-1806) und Österreich/Ungarns (1806-1867). Kennbuchstabe von Dresden (1872-1887) auf Münzen des Deutschen Kaiserreichs und der Nachfolgemünzstätte Muldenhütten (Sachsen) auf Münzen des Deutschen Kaiserreichs (1887-1948), der Sowjetischen Besatzungszone (1948/49) und der DDR (1...
E C U
Abkürzung für European Currency Unit (ECU), des vom Europäischen Rat am 13. März 1979 beschlossenen künstlichen Europäischen Währungssystems (EWS) zur engeren währungspolitischen Zusammenarbeit der EG-Staaten. Der ECU löst die Europäische Rechnungseinheit (ERE) ab, die seit dem Verlust der Leitwährungsfunktion des US-Dollars 1972 als gemeinsame Bezugsgröße der europäischen Währungen diente. Am 1. Januar 1981 wurde der ECU zur ausschließlichen Rechnungseinheit der Europäischen Ge...
Eagle
Goldmünze der USA zu 10 Dollar, die 1795 bis 1804 mit einem Feingewicht von 16,037 g und 1838 bis 1933 mit einem Feingehalt von 15,046 g geprägt wurde. Ihr Name leitet sich von Adler (engl. eagle) ab, der in verschiedenen Typen auf den Rs.n der Goldstücke erscheint: 1795-1797 ein kleiner Adler mit einem Palmzweig in den Fängen und einem Kranz im Schnabel, 1797-1804 ein großer heraldischer Adler mit großem Brustschild (Landesschild) und dem Motto E PLURIBUS UNUM (Aus Vielem zu Einem), darü...
Ebenezer-Krone
Dänische Krone zu 4 Mark aus den Jahren 1659/60 in Erinnerung an die erfolgreiche, aber blutige Verteidigung von Kopenhagen durch die Bürger der Stadt gegen das schwedische Heer Karls X. Gustav (1654-1660) am 10./11. Februar 1659. Die Rs. zeigt das Schwert Gottes, das die nach der Krone greifende Hand des schwedischen Königs abschlägt. Die Vs. zeigt das bekrönte Monogramm Friedrichs III. (1648-1670), darunter den Ebenezer-Stein, den biblischen "Stein der Hilfe" (Erstes B...
Ebereckzähne
Die gerundeten Eckzähne von männlichen Hausschweinen, die Eberhauer, stellten auf Neuguinea und den Inseln Melanesiens einen beträchtlichen Geldwert dar. Die Wertobjekte wurden sowohl als Zahlungsmittel und "Reichtumsanzeiger" wie als auch Hals- und Nasenringe zu Schmuckzwecken genutzt. Als besonders wertvoll galten kreisrunde, möglichst geschlossene Formen, die das Ergebnis sorgfältiger Züchtung waren. Damit sich die Eckzähne rund und unabgenutzt entwickeln ko...
Ebergulden
Saugulden
Satirische Medaillen im Gewicht eines halben Talers, die Landgraf Ludwig VIII. (1739-1768) von Hessen-Darmstadt als Teil seiner Jagdmünzen schlagen ließ. Die Vs. zeigt einen Eber neben einem Baum, die Rs. eine aufgespannte Wildschweindecke mit der Aufschrift GELD VERBINDET, SVCHT UND FINDET. Oftmals wird der Ebergulden auch als Saugulden bezeichnet. Zu den Jagdprägungen gehören auch die Hirschdukaten, -taler und -gulden sowie der Saudukat.
Hessen-Darmstadt,...
Eckel, Joseph
Österreichischer Numismatiker, der mit dem Eckhelschen System, der Ordnung der antiken griechischen Münzen,eine vorbildliche Einteilung für die Numismatik schuf. Der Professor für Altertumskunde und historischeHilfswissenschaften an der Universität Wien begleitete 1775 bis zu seinem Tod das Direktorium derAntiken-Abteilung des Wiener Münzkabinetts. Sein achtbändiges Hauptwerk Doctrina nummorum veterum (DieLehre von alten Münzen), Wien 1792-1798, gilt als g...
Ecu
1. Bezeichnung französischer Goldmünzen seit dem Mittelalter (um 1270-1654). Der Name Ecu (Schild) geht auf die Darstellung der Wappenschilder auf den verschiedenen Typen des Ecu d'or zurück.
Ecu d'or au soleil des Königs Charles VIII.
2. Französische Entsprechung zum deutschen Taler, die zwischen 1641 und 1793 geprägt wurde. Die französische Großsilbermünze wird zur Unterscheidung zum Ecu d'or (Goldschild) als Ecu blanc (weißer Schild) oder Ecu d'argent (Silbe...
Ecu blanc
Louis d Argent
Die dem deutschen Taler entsprechende Silbermünze, die unter König Ludwig (Louis) XIII. (1610-1643) im Jahr 1641 zu 60 Sols eingeführt wurde. Die ersten Silber-Ecus hatten ein Raugewicht von 25,98 g (913/1000 fein). Da die Münze unter vier Königen mit dem Namen Louis ausgegeben wurde, bekam sie auch den Namen Louis d'argent. Fast alle Typen sind auch als Halb-, Viertel- und Zwölftelstücke ausgebracht worden. Im Zuge der sog. Réformation wurden die Münzen nach 1880 oft wie...
Ecu d'or
Erste französische Goldmünze, die von König Ludwig IX. (1226-1270), Saint Louis (der Heilige), um 1270 im Wert von 10 Sols tournois oder 120 Deniers tournois eingeführt wurde. Das Feingewicht des ersten Ecu d'or (Denier d'or à l'écu) lag bei ca. 4,2 g. Die Vs. zeigt den charakteristischen Lilienschild, die Rs. das Blumenkreuz. Philipp VI. (1328-1350) ließ 1337 einen im Feingehalt leicht verbesserten Ecu d'or herausgeben: Dieser stellt den König auf reich verziertem gotischen Thron sitzen...
Ecu Pistolet
Erste Goldmünze der Stadt Genf aus den Jahren 1562 bis 1586 und 1638 bis 1642 mit dem Doppeladler auf der Vs. und der Sonne auf der Rs. Im Jahr 1563 ließ der spanische König Philipp II. (1556-1598) ebenfalls einen Ecu Pistolet mit gekröntem Wappen und Blumenkreuz in Dôle schlagen für die noch beim Reich verbliebene Freigrafschaft Burgund (Franche Comté).
Edelmetalle
Die Edelmetalle Gold, Silber und das erst später entdeckte Platin sind sehr beständig gegen die Naturelemente Wasser, Luft und sogar Feuer. Chemisch sind sie nur in stark oxydierenden Säuren auflösbar. Aufgrund ihrer Schönheit, Geschmeidigkeit und der damit verbundenen Formbarkeit wurden Gold und Silber schon in frühen Kulturen zur Verwendung von Schmuck und als Zahlungsmittel verwendet. Ihrer Seltenheit und dem damit verbundenen hohen Tauschwert und billigen Transp...
Edelmetallfluss
Das in Bergwerken gefundene Gold und Silber und das in Flüssen gewaschene Gold wurde regional und international auf Goldschmieden und Münzstätten verteilt und dort zu Schmuck verarbeitet bzw. zu Münzen verprägt. Die Bergbauunternehmer brachten es meist in Form von Barren in die Handelszentren. Die Kaufleute wählten bei großen Aufträgen häufig auch diesen Weg, bei kleineren Aufträgen wechselten sie ihre Münzen an den jeweiligen Münzst&a...
Edelstahl
Durch Legierung von Chrom, Nickel und anderen Stoffen verhärteter, rostfreier Stahl, der u. a. für die Prägung von Münzen( Acmonital) und für die Herstellung von Münzwerkzeugen benutzt wird.
Edergold-Dukaten
Aus dem Waschgold des Flusses Eder (Edder) geprägte doppelte Goldgulden, Dukaten und Halbdukaten der Landgrafen von Hessen-Kassel. Das älteste Stück ist ein Doppelgulden aus dem Jahr 1677, den Landgraf Karl (1670-1730) mit der Flusslandschaft und Schrift beprägen ließ. Im Abschnitt ist die Herkunft des Stückes mit AEDERA AVRIFLVA (goldführende Eder) angegeben. Unter dem schwedischen König Friedrich I. (1730-1751) als Landgraf von Hessen wurden 1731 Halbdu...
Edikt von Péronne
Das französische Edikt von 1641 schuf ein neues Münzsystem, das bis zur Französischen Revolution galt. Es basiert auf dem 1640 eingeführten goldenen Louis d'or und der im Edikt von Péronne 1641 eingeführten Großsilbermünze, dem Ecu blanc, der mit 60 Sous bewertet wurde. Die Hauptstücke hielten sich bis zur Französischen Revolution, die Teilstücke (1/2, 1/4, 1/8 und 1/16) solange, bis sie 1718 nach einem Edikt von John Law im Duodezimalsystem (1/6 und 1/12) verrechnet wurden.
Effekte
Urkundlich verbriefte Wertpapiere, die leicht zu übertragen (fungibel) sind und an der Börse gehandelt werden. Man unterscheidet Teilhaber-Effekte (Aktien und Kuxe), Schuldverschreibungen auf den Inhaber (Pfandbriefe, Obligationen) und Zertifikate über Anteile an Investmentfonds.
Ehrenmedaillen
Staatliche, kommunale oder korporative Verdienstmedaillen, die seit dem 18. Jh. zur Dekoration getragen wurden. Sie wurden für zivile oder militärische Verdienste verliehen und oft am Bande getragen (wie die Orden). Ihr Aussehen ist rund, kreuz- oder spangenförmig.
Ehrenmünzrecht
Das Recht, mit Schrift, Bild oder Wappen auf Münzen zu erscheinen, ohne selbst an der Regierung oder am Münzrecht teilzuhaben. Regling gibt als Beispiel römische Statthalter aus der Zeit des Augustus auf provinzialen Münzen an.
Eichung
Die amtliche Abstimmung der Maße und Gewichte auf die behördlich festgesetzten Normalwerte. Der gewerbliche Gebrauch von eichungspflichtigen Messgeräten und Gewichten wird nach dem Gesetz für das - und Eichwesen vom 11. 7. 1969 erst durch Eichung statthaft. Das Gesetz wird durch die Eichordnung vom 15. 1. 1975 ergänzt. Dabei vergleicht die betreffende Behörde (in Deutschland die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig) die entsprechenden Messgerä...
Einfassung
Umrahmung der Münze in Form von Kranz, Perlkreis, Bandmuster oder Kreislinien. Die Einfassung des Münzbildes konnte ornamentalen Charakter haben, ihr Hauptzweck diente jedoch zur Verhinderung von Fälschung und Beschneidung.
Einhieb
Auch Einschnitt nennt man die Echtheitsprüfung bei Münzen im Altertum und im Mittelalter. Dabei wurden mit dem Meißel ein oder mehrere (X-förmige) tiefe Einschnitte in die Münze geschlagen, um eine Metallprobe abzunehmen. Zu demselben Zweck wurden auch Abschläge am Rand der Münze geschlagen. Solche Einhiebe wurden in Ländern ausgeführt, in denen Edelmetall nur nach Gewicht akzeptiert wurden, nicht als vorgezählte Münzen.
Einhorngulden
Sammlerbezeichnung für den unter Herzog Ernst August (1692-1698) von Braunschweig-Lüneburg im Jahr 1694 geprägten Zweidritteltaler im Wert eines Gulden. Er erhielt seinen Namen nach einer Erhebung auf der Stirn des welfischen Rosses (Münzrückseite), die durch einen Stempelriss verursacht wurde. Danach sah das Pferd wie ein Einhorn aus.
Einlösungsscheine
Österreichisches Papiergeld aus dem Jahr des Staatsbankrotts 1811, das zur Einlösung der Bankozettel im Verhältnis 1:5 ausgegeben wurde. Die Scheine wurden als "Wiener Währung" in Nennwerten bis zu 100 Gulden von der "Privilegierten Vereinigten Einlösungs- und Tilgungsdeputation" ausgegeben. Seit 1816 bestanden sie neben dem wiederbelebten Konventionsfuß und wurden im Umfang von ca. 212 Millionen Gulden bis 1848 gegen Noten der Österreichischen Nationalbank al...
einseitige Prägung
Bezeichnung für Münzen, Medaillen und Proben, die nur mit einem Stempel auf der Vs. geprägt wurden. Solche Prägungen gab es vor allem in Form von Not- und Belagerungsmünzen und bei Fehlprägungen und Abschlägen. Aber auch reguläre Münzen konnten einseitig geprägt werden, so z.B. die Schüsselpfennige und die Brakteaten.
Eintrachtstaler
Sammelbezeichnung für Talermünzen des 16.-18. Jh.s, die in Bild und/oder Schrift die Eintracht und Harmonie zwischen regierenden Brüdern ausdrücken. Eine der frühesten ist ein 1599 in Goslar geprägter Schautaler des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel auf die Einigkeit mit seinen Brüdern Philipp Siegmund, Joachim Carl und Julius August. Weitere Beispiele sind die braunschweig- lüneburgischen Taler der Brüder August und Julius Er...
Eiraku Sen
Japanische Bezeichnung einer ursprünglich chinesischen Käschmünze der Ming-Dynastie, Epoche Yung Lo (1403-1423). Dieser Münztyp wurde als Handelsmünze aus China importiert, als die Prägetätigkeit in Japan eingestellt worden war. Durch den Handel mit China und Korea erreichte der chinesische Münztyp Japan, das bis ins ausgehende 16. Jh. daran festhielt, auch als China bereits 1423 zu neuen Typen überging. In China wurde der Typ weiterhin speziell f&uum...
Eirene
Griechische Friedensgöttin (eine der Horen), Tochter von Zeus und Thetis. Sie ist gelegentlich auf griechischen Münzen der Antike dargestellt. Ihre Attribute sind Ölzweig, Ähren oder der Caduceus, manchmal erscheint sie zusammen mit Pluto. Sie gilt - besonders im ikonographischen Sinn - als Vorbild der römischen Pax.
Eisen
1. Das Metall, chemisches Zeichen Fe, fand schon früh Verwendung als vormünzliches Gerätegeld, z.B. in Form von eisernen Spießen im archaischen Griechenland (siehe Obolos) oder als afrikanisches Eisengeld. Im antiken Griechenland finden sich die ersten Eisenmünzen schon im 4. Jh., in China im 3. Jh. vor unserer Zeitrechnung. Aufgrund der unerwünschten Eigenschaft, leicht zu rosten, fand Eisen als Münzmetall sehr selten Verwendung. Während und nach dem Ersten Weltkrieg (1915-1922) wurden ...
Eisengeld
Allgemein wird aus Eisen hergestelltes Geld als Eisengeld bezeichnet. Im Besonderen ist der Ausdruck im Zusammenhang mit den vormünzlichen eisernen Zahlungsmitteln aus Afrika in Gebrauch. Hacken, Wurfmesser, Lanzen- und Speerspitzen, Eisenstäbe und Barren in mannigfaltigen Formen (Prunk-, Wucher- und Schwundformen) haben sich (südlich der Sahara) über den ganzen Kontinent verstreut gefunden. Der Großteil stammt aus dem Kongogebiet in Zentralafrika.
Eisenhower-Dollar
Der Eisenhower-Dollar bezeichnet den zwischen 1971 und 1978 geprägten Typs der US-amerikanischen 1-Dollar-Münze. Die Prägung erfolgte nach dem Entwurf von Frank Gasparro. Als Umlaufmünze wurde der Eisenhower-Dollar kaum genutzt.
Motiv der Münze
Seinen Namen verdankt der Eisenhower-Dollar der charakteristischen Vorderseitendarstellung des Kopfbildes von Dwight D. Eisenhower, der zwischen 1953 und 1961 Präsident der USA war. Eisenhower war im Jahr 1969, vor der Prägung der Münze, bereits v...
Ekuele
Währungseinheit der zentralwestafrikanischen Republik Äquatorialguinea von 1975 bis 1979. 1 Ekuele = 100 Céntimos.
Ekwele
Währungseinheit der Republik Äquatorialguinea von 1980 bis 1984. 1 Ekwele = 100 Céntimos. Die Mehrzahlform heißt Bipkwele.
Elector
Titel des Kurfürsten des Römisch-Deutschen Reiches, das Wort ist abgeleitet aus dem lat. eligere (wählen). Der Titel lautete ausgeschrieben Sacri Romani Imperii Elector, Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches. Alle Kurfürsten waren seit dem 13. Jh. im Römisch-Deutschen Reich zur Wahl des Königs berechtigt und hatten Münzrecht. Ursprünglich waren dies die Erzbischöfe von Trier (Kurtrier), Köln (Kurköln) und Mainz (Kurmainz), der Pf...
Eleemosyne-Zeichen
Präsenzzeichen des Domkapitels von Münster im 16./17. Jh. Die Eleemosyne war eine Wohlfahrtseinrichtung; sie wurde durch denNachlass der Domherren finanziert. Die münzähnlichen Zeichen wurden in bestimmten Gottesdiensten verteilt und konnten dann an der Kasse eingelöst werden, ähnlich wie die Bursarienzeichen.
Elefantenorden
Der älteste und höchste dänische Orden war ursprünglich ein geistlicher Ritterorden, der 1559 v. Chr. in einen weltlichen Orden umgewandelt wurde. Seit 1693 besteht er in seiner jetzigen Verfassung als einklassiger Orden des dänischen Königshauses. Dazu zählen der Großmeister (dänischer König), die Prinzen und 30 Ritter. Das Kleinod, das an einem hellblauen Band getragen wurde, zeigt einen Elefanten mit Thron und Lenker. Die Darstellung ist auf ...
Elektron
Eine natürlich vorkommende Legierung aus Gold und Silber, ursprünglich als eigenes Metall betrachtet. Das Elektron wurde im 7. Jh. v. Chr. in den griechischen Städten Kleinasiens (Lydien) zur Herstellung von Schmuck, Gerät und den ersten Münzen verwendet. Das griechische Wort wurde aus ungeklärten Gründen außerdem noch zur Bezeichnung von Bernstein verwendet. Als man ab dem 6. Jh. v. Chr. die Metallscheidung kannte, wurde in Kleinasien (Mytilene, Phokaia)...
Elektronische Zahlungsmittel
Bezeichnung für virtuelle Zahlungsmittel bzw. für nicht-gegenständliches Geld, das durch Chips und Computer als digitale Information gespeichert und transportiert wird. Vermutlich wird der Zahlungsverkehr mit bedrucktem Papiergeld und ausgestanzten Metallstücken (Münzgeld), wie wir ihn heute noch kennen, schon bald der Vergangenheit angehören. Er wird von dem elektronischen Zahlungsverkehr abgelöst, der als Zahlungsmittel das nicht-gegenständliche Plastikgeld nutzt. Diese Veränderungen ...
Eligius, St. (ca. 588-660)
Der Schutzpatron der Goldschmiede, Schmiede, Münzmeister und Münzgesellen arbeitete selbst als Goldschmied und Münzmeister in Paris, Marseille und Arles. Am Merowingerhof bekleidete er eine hohe Stellung und wurde unter König Dagobert (628-639) Kanzler. Schließlich leitete er als Bischof von Noyon die Missionierung der nordfranzösischen Germanenstämme. Nach seinem Tod wurde er von der Kirche heilig gesprochen. Seine Attribute sind Zange, Hammer oder Pferdehuf.
Elisabeth d'or
Zolotoj
Deutsche Bezeichnung für das goldene 10-Rubel-Stück, das unter der russischen Zarin Elisabeth I. (1741-1762) zwischen 1755 und 1759 ausgegeben wurde. Der russische Name Zolotoj(aus Gold) wird auf einem Probestück von 1755 sogar ausdrücklich als Münzbezeichnung verwendet.
Elisabeth-Taler
Beiname des sehr seltenen hessischen Guldiners, den Landgraf Wilhelm II. (1485-1509) 1502 in der Münzstätte Kassel prägen ließ. Die Vs. zeigt den Wappenschild mit dem hessischenLöwen, die Rs. die heilige Elisabeth mit dem Marburger Dom. Es gab auch Doppel-, Halb- und Viertelstücke, letztere auch aus den Jahren 1504 und1507.
Elisabether
„Elisabether“ ist in der Numismatik eine historische Münzbezeichnung und der Beiname des seit dem frühen 16. Jahrhundert im heutigen Hessen geprägten Albus zu 20 (hessischen) Pfennigen. Diese Münze wird „Elisabether“ genannt, weil sie auf der Vorderseite das Brustbild der heiligen Elisabeth trägt. Die Prägung dieser Münze reflektiert die historische Bedeutung und Verehrung der heiligen Elisabeth in der Region. Sie war eine bedeutende Heilige in Hessen, vor allem bekannt für ihre ...
Emaillierte Münzen / Medaillen
Farbmünzen
Durch Emaillierung konnten silberne oder goldene Medaillen mit verschiedenen Farben verziert werden. Das Verfahren war besonders in der Zeit der Spätrenaissance und im Frühbarock beliebt. In der 2. Hälfte des 19.Jh.s war die Emaillierung von Münzen zu Schmuckzwecken beliebt, besonders im viktorianischen England, Deutschland und den USA. Neuerdings werden dem Sammler auch (emaillierte) Farbmünzen angeboten, die meist in exotischen Ländern in kleinen Auflagen speziell zu Sammelzw...
Emalangeni
Pluralform von Lilangeni, der Währungsmünze im südafrikanischen Königreich Swasiland.
Emblem
Der aus dem Griechischen gebildete Ausdruck ("Hineingelegtes") wurde zunächst für Mosaiksteinchen und Schmuckeinlagen benutzt. In der Numismatik der Neuzeit steht Emblem für eine Zusammensetzung aus Bild und Wort. In diesem Sinn enthielten die emblematischen Prägungen in der Regel eine Devise, oftmals in Form von Bibelzitaten (Wortdevise) oder -motiven (Bilddevise), die sich symbolisch auf aktuelle Situationen bezog. In der Moderne wird unter Emblem meist ein Hoheitszeichen verstanden, das a...
Emblematische Prägungen
Emblematisch in der neuzeitlichen Bedeutung von Emblem. In diesem Sinn sind die Taler des Fräuleins Maria von Jever (1636-1675) emblematische Talerprägungen (z.B. der Dornenkronentaler), ebenso wie eine Reihe von Talern, die Herzog Heinrich Julius von Braunschweig am Ende des 16. Jh.s auf die Streitigkeiten mit den Adligen des Landes prägen ließ (Rebellen-, Lügen-, Wahrheits-, Wespen- und Pelikantaler).
Emdener Gulden
Bezeichnung für die Goldgulden, die aus der Münzstätte Emden stammen. Im 16./17. Jh. wurde die Bezeichnung für eine Rechnungsmünze gebraucht.
Emigrationsmedaillen
Sammelbezeichnung für eine Reihe von Medaillen, Schraubtalern und Rechenpfennigen, die auf die Ausweisung der Protestanten aus dem Erzbistum Salzburg im späten 17. und im 18. Jh. hergestellt wurden. Seit dem 16. Jh. hingen große Teile der Bevölkerung im Salzburger und Berchtesgadener Land, besonders Bauern und Knappen, der Lehre Luthers an. Dies führte zu Repressionen und Auseinandersetzungen der katholischen Fürsten des Erzbistums Salzburg gegen die Protestanten. Diese Entwicklung ku...
Emission
Vom lateinischen emittere (herausschicken) abgeleiteter Ausdruck, der in der Numismatik für die Ausgabe von Münzen, Wertpapieren oder Banknoten durch die autorisierten Herausgeber steht.
Emissionsbuchstabe
Buchstabe auf antiken Münzen. Er diente in der Abfolge des jeweiligen Alphabets der Kennzeichnung einer Münzausgabe, der Zählung der Stempel bei römischen Denaren oder der Kennung der Monate.
Enckele
Enkele
auch Enckelt ist die schwedische Bezeichnung für einfache (enkelt) Stücke; sie wurde bis ins 19. Jh. noch für das 1-Öre-Stück benutzt. Der Ausdruck wurde manchmal auch in Bremen für die 1-Schwaren-Stücke verwendet.
Engeladlerpfennige
Pfennigmünze der Stadt Straßburg aus dem ausgehenden 14. Jh., nach dem undeutlichen Münzbild der Stücke: Die Engeldarstellung konnte auch leicht als Adler interpretiert werden. Sie entstanden als Nachfolger der Engelpfennige des Bistums Straßburg.
Engelköpfe
Zeitgenössische schlesische Bezeichnung der guthaltigen sächsischen Schreckenberger vor der Kipper- und Wipperzeit. Den Namen erhielten die Münzen nach der Darstellung des Engels mit Kurschild auf der Vs.
Engelot
1. Zeitgenössische deutsche Bezeichnung für den englischen Angel, nach der dänischen Bezeichnung Englot. Im Plural bezeichnen deutsche Urkunden die englischen Handelsgoldmünzen alsEnglotten.2. Engels
Engelpfennig
Spätmittelalterliche Pfennige des Bistums Straßburg aus dem 12. bis 14. Jh. mit der Darstellung verschiedener Engel, auch Engeler genannt.
Engels
Unterteilung des niederländischen Troy-Gewichts (auch Engelot). 1 Troy-Pfund = 2 Mark = 32 Lot = 320 Engels. Auf einen Engels entfielen 32 As oder Ässchen.
Engelsche
Mittelalterliche Bezeichnung für die englischen Sterlings und ihre Beischläge sowie für den etwa wertgleichen norddeutschen Witten. Der Name ist urkundlich bezeugt und fand wohl im Rheinland bis nach Niedersachsen Verwendung.
Engeltaler
1. Bezeichnung der kursächsischen Kippermünzen, die 1620-1623 zu 10, 20, 40 und 60 Groschen geprägt wurden. Ihren Namen erhielten sie nach der Darstellung der schildhaltenden Engel auf beiden Münzseiten. Sie werden in der numismatischen Literatur meist als Kippertaler bezeichnet, obwohl weder ihr Feingehalt noch ihre Bewertung einem Taler entsprechen.2. Habsburgische Talermünzen, die in den Jahren 1767-1792 in den Münzstätten Wien und Kremnitz hergestellt wurden. Sie zeigen auf der Vs. da...
Engenhoso
Bezeichnung der portugiesischen Goldmünze zu 500 Reis, die 1562 mit einem Raugewicht von 3,825 g (915/1000 fein) ausgegeben wurde. Ihre Vs. zeigt das bekrönte Landeswappen, die Rs. das Kreuz und die Jahreszahlangabe. Damit ist sie die erste portugiesische Münze mit Jahresangabe und darüber hinaus die erste portugiesische Münze, die mechanisch (nicht per Hammerprägung) geprägt wurde. Aufgrund der hohen Prägekosten wurde die Prägung des Engenhoso bereits 1566 wieder eingestellt.Die Herkun...
Englische
Zeitgenössische Bezeichnung für die englischen Sterlings, ihre Beischläge und den wertentsprechenden hanseatischen Witten vom 13. bis 15. Jh. in West- und Südwestdeutschland.
Latinisiert als ANGLIE findet sich die Bezeichnung auch auf Münzen zu 7 Hellern aus Frankfurt, die in der Mitte des 15. Jh.s ausgegeben wurden. Ihr Vorbild waren niederländische Beischläge von Sterlingen aus der Münzstätte Löwen. Die Frankfurter Englischen zeigen vier Adler in den Kreuzwinkeln, an Stelle der vier ...
Enkeltaler
Sammlerbezeichnung für eine habsburgische Talermünze aus dem Jahr 1518, die auf der Vs. das Brustbild des Kaisers Maximilian I. (1493-1519) und auf der Rs. seine Enkel, die späteren Kaiser Karl V. (1519-1556) und Ferdinand (1558-1564), zeigt.
Enrique
Beiname der goldenen Dobla, die König Heinrich (Enrique) IV. von Kastilien und Leon (1454-1474) als Halb-, Einfach- und 5-Dobla-Stück nach dem Vorbild der französischen Chaise d'or schlagen ließ. Die Vs. zeigt den thronenden König mit Krone und Schwert (mit oder ohne Löwe zu Füßen), die Rs. das durch ein Kreuz abgeteilte, gevierte Wappen von Kastilien (Kastell) und Leon (Löwe). Das Raugewicht der Einfachstücke beträgt 4,6 g. Es gab auch prachtvolle 10- und 50-Enriques mit einem Gewich...
Enzola, Gianfrancesco
Goldschmied, Medailleur und Stempelschneider aus Parma, der in den Jahren 1455-1478 neben vielen Plaketten hauptsächlich große und prachtvolle Gussmedaillen für die Fürsten F. Sforza von Mailand, P.M. Rossi von Barceto und C. Sforza in Pessaro schuf.
Ephraimiten
Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) von preußischen Münzpächtern verschlechterte Gold- und Silbermünzen (August d'or, Achtzehngröscher). Sofort nach Ausbruch des Kriegs besetzte der preußische König Friedrich der Große (1740-1786) das Kurfürstentum Sachsen unter Kurfürst Friedrich August II. (1733-1763), der in Personalunion als August II. auch König von Polen war. Der preußische König verpachtete die besetzten Münzstätten an preußische Münzpächter, die minderwerti...
Episcopus
Lateinische Bezeichnung für den Bischof, Mehrzahl episcopi. Die Bischöfe wurden stark in die Belange weltlicher Macht einbezogen und profitierten von den Münzrechtsverleihungen an die Kirche, die seit ottonischer Zeit im 10. Jh. vorgenommen wurden. Der Ausdruck Episcopat bezeichnet die Regierungszeit eines Bischofs.
Equipaga
Portugiesische Kolonialmünze zu 12 1/2 Reis bzw. 1/4 Macuta. Die Kupfermünze lief nur in den afrikanischen Besitzungen (Angola), nie im Mutterland Portugal selbst oder in den indischen oder südamerikanischen Kolonien um.
Erasion
oder Eradierung bezeichnet die Tilgung von Wort und Schrift auf öffentlichen Denkmälern und auf Münzen nach der Damnatio memoriae, der posthumen Verdammung römischer Kaiser. Bei Münzen ist die Ausführung der Ausradierung des Brustbilds oder der Beschriftung nur schwer nachweisbar. Sie ist wohl auch selten in die Tat umgesetzt worden. Am häufigsten sind wohl Bild und Name des Kaisers Geta (209-212 v. Chr.) auf griechischen Provinzialausgaben eradiert worden.
Erbländischer Taler
Sammlerbezeichnung für eine Talermünze, die im Münzbild das Porträt des Markgrafen der Oberlausitz und Kurfürsten von Sachsen, Johann Georg II. (1656-1680), mit den Insignien der Kurwürde (Mantel, Kurschwert und Kurhut) zeigen. Aufgrund der Beschwerde der Stände aus der Oberlausitz ließ der Landesherr auch Taler schlagen, die ihn ohne die Insignien (der Kurlande) zeigen.
Erbstein
Die Brüder Richard Julius (1836-1907) und Heinrich Albert Erbstein (1840-1890) zählen zu den bedeutendsten Numismatikern ihrer Zeit. Nach einer Anstellung am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (1861-1866) gelangten sie nach Dresden. Am dortigen Münzkabinett katalogisierten sie verschiedene Sammlungen, u.a. das Schultheiß-Rechbergsche Talerkabinett. Schließlich avancierte Heinrich Albert zum Direktor des Münzkabinetts und Richard Julius zum Direktor des G...
Ereignismünzen, -medaillen
Münzen oder Medaillen, die auf bestimmte Ereignisse geprägt oder gegossen wurden und dies in Bild und Schrift auch dokumentieren. Dazu zählen Geburten, Hochzeiten, Tode, Kriege, Schlachten, Friedensverträge, Staatsgründungen, Zusammenschlüsse von Ländern, Erfindungen, Entdeckungen, Einweihungen und Jubiläen. Es ist damit der Oberbegriff für Friedens- und Geburtstags-, Gedenk-, Hochzeits-, Sterbe-, Ehe-, Freundschafts-, Liebesmedaillen, -münzen us...
Erfundene Münzen
oder erdichtete Münzen sind Gepräge, die nur in der Phantasie, nie real existiert haben. Teilweise wurde der Glaube an die Existenz der Münze durch Legenden oder gemalte Abbildungen in alten Münzbüchern genährt. Solche Münzen wurden dann auch von phantasievollen Fälschern hergestellt, beispielsweise Münzen aus der alttestamentarischen Zeit des Königs Salomon oder Münzen des Priamos von Troja. Auch ein Teil der Paduaner, beispielsweise die Sesterze des Kaisers Otho, der gar keine Seste...
Erhaltungsgrad
Die Erhaltung einer Münze ist ein wichtiges Merkmal zur Bestimmung ihres Wertes (neben der Seltenheit der Münze und den Markteinflüssen auf das entsprechende Sammelgebiet). Zur Messung des Erhaltungsgrads hat sich für den Münzhandel und die Münzsammler im Laufe der Zeit ein einheitliches System von Qualitätsstufen herausgebildet, deren Einteilung in der Numismatik international anerkannt ist. Lediglich in den besseren Erhaltungsgraden kommen geringfügige Abweichungen, gelegentlich auch Z...
Erlanger
Spätmittelalterliche Pfennigmünze, die Kaiser Karl IV. (1355-1378) von 1374 bis 1378 nach dem Vorbild der Regensburger Pfennige in der kaiserlichen Münzstätte Erlangen schlagen ließ. Ihre Rs. zeigt ursprünglich das Brustbild des Kaisers im Doppelspitzbogen, später stellvertretend Wappen oder Krone. Die Erlanger Pfennige waren vorwiegend in Franken und der Pfalz verbreitet. Karls Sohn Wenzel (1378-1400) ließ weitere Pfennige in Erlangen schlagen. Es gab a...
Ernst d'or
Goldmünze nach dem Vorbild des Karolin (Karl d'or) aus dem Jahr 1733, die Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (1678-1739) auch als Halb- und Viertelstücke schlagen ließ. Die Vs. zeigt den Kopf des Landesherrn, die Rs. die kreuzförmig viermal gegeneinander gestellten Initialen EL.
Erondelle Jean
Französischer Stempelschneider, der sich von 1552 bis 1554 an der Münzstätte in Paris mit dem Balancier (Spindelprägewerk) beschäftigte. Danach wechselte er an die Münzstätte Pau im Königreich Navarra und richtete dort Prägemaschinen ein. Als Graveur der Münzstätte arbeitete er eng mit Etienne Bergeron zusammen.
Eros
Griechischer Liebesgott, eng verbunden mit Aphrodite. Darstellungen zeigen ihn als schönen Jüngling oder geflügelten Knaben, meist unbekleidet mit den Attributen Pfeil und Bogen oder Köcher. Auf antiken Münzen ist Eros auf Delphinen reitend dargestellt oder als Begleiter zusammen mit Aphrodite. Manchmal kommt er auch im Streitwagen von Persephone vor, selten sieht man zwei Eroten (Plural). In hellenistischer Zeit wurde er sehr beliebt, verlor aber seine göttliche W...
Erotische Medaillen
Auch auf Medaillen und Spielmarken setzte man sich in allegorischer, symbolischer, satirischer und realistischer Weise in Schrift und Bild mit den Liebesbeziehungen zwischen Mann und Frau auseinander. Daneben gibt es auch Medaillen, welche auf die Eheschließung anspielen, unter anderem die sogenannten Hochzeitsmedaillen.
Avers eines Staters von Thasos (Thrakien) mit erotischem Motiv
Beispiele für erotische Medaillen sind etwa die römischen Spintriae, welche als Eintrittskarten f...
Erstabschläge
Die ersten 100 bis 200 Münzen, die von einem neuen Stempelpaar hergestellt werden. Nach der Prägung werden sie einzeln der Maschine entnommen und weisen deshalb auch keine Beschädigungen(bag marks) auf. Sie zeigen im Unterschied zu den gewöhnlichen Münzen einen stärkeren Glanz. In manchen Ländern, z.B. in der Schweiz und in Deutschland, werden sie gesondert zu Sammelzwecken vertrieben.
Erzämter
Ursprünglich Ämter, die bestimmten Persönlichkeiten am Hof des karolingischen, fränkischen und ottonischen Königs übertragen wurden. Die Ämter wurden erblich und die Inhaber der höchsten Ämter zu Electoren bzw. Kurfürsten. Durch die Goldene Bulle aus dem Jahre 1356 wurden die Erzbischöfe von Trier, Köln und Mainz sowie die vier weltlichen Kurfürsten mit den erblichen Erzämtern versehen: Der Erzbischof von Trier war Erzkanzler ...
Erze
Natürlich vorkommende, metallhaltige Mineralien oder Gemische, die zu Werkstoffen weiterverarbeitet werden. Für die Münzprägung waren gold-, silber- und kupferhaltige Erze von großer Bedeutung.
Erzherzog
Lat. Archidux, ist seit der Anerkennung durch Friedrich III. 1453 der regelmäßig geführte Titel der österreichischen Prinzen. Das Zeichen des Erzherzogs war der Erzherzogshut, der durch einige spitze Zinken hinter dem Hermelinstulp gekennzeichnet ist. Der Titel verschwindet mit der Entmachtung der Habsburger nach dem 1. Weltkrieg.
Escalin
Bezeichnung des Schillings in den Niederlanden, vor allem Beiname des Arendschellings.
Escudillo
Diminutivform (kleines Schild) von Escudo, Münzbezeichnung des goldenen Halbstücks des Escudo. Der Escudillo wurde 1738 bis 1759, 1772 bis 1796 und 1817 in Madrid (Münzzeichen: gekröntes M) und Sevilla (Mzz: S, S/L) geprägt. Die Vs.n zeigen das Porträt des herrschenden Königs, die Rs.n das viergeteilte Landeswappen mit einer Krone darüber. Danach erhielt die Münze auch den Beinamen Coronilla (kleine Krone).
Escudo de oro
In Europa und im spanisch-amerikanischen Raum weit verzweigte Familie von Goldmünzen Spaniens vom 16. bis zum 19. Jh. In der Nachfolge des Excellente wurde der Escudo de oro zum ersten Mal 1537 in der Regierungszeit Karls I. und Johannas (1516-1556) mit einem Raugewicht von 3,38 g (914/1000) hergestellt. Der Name Escudo (Schild) leitet sich von dem Motiv auf der Vs., dem spanischen Landesschild, ab. Die Rs. zeigt ein Kreuz im Vierpass, seit 1729 wurde ein Typ mit Büste des Herrschers auf der V...
Espadin
1. Portugiesische Billonmünze, die Alfonso V. (1438-1481) im Jahr 1460 zum Gedenken an seinen im Vorjahr gegründeten Schwertorden (espada = Schwert) prägen ließ. Das Münzbild zeigt av. den gekrönten Wappenschild, rv. eine Hand mit gesenktem Schwert im Vierpass.
2. Wegen der Typengleichheit wird das Halbstück des Justo ebenfalls Espadin genannt. Diese 22-karätige Goldmünze wurde unter Alfonsos Nachfolger Johann (João) II. (1481-1495) im Gewicht von ca. 3 g ausgebracht.
3. Auch Spadin ...
Esphera
Beiname des halben Cruzado de ouro aus der portugiesischen Kolonie Goa, die unter dem Gouverneur Alfonso de Albuquerque (1509-1515) geschlagen wurde. Sie gilt als erste durch die europäischen Kolonialmächte in Übersee geprägte Goldmünze. Ihr Name leitet von dem Münzbild auf der Rs., einem Globus (port: esphera), ab, die Vs. zeigt die Schrift MEA unter einer Krone.
Essai
Französische Bezeichnung für Probemünzen. Die französischen Proben führen in der Regel die kleine Aufschrift „Essai“ mit sich. Es handelt sich um Modelle, die für das Parlament, das Finanzministerium oder die Banque de France hergestellt werden, um die Wirkung der Münze zu prüfen, Kritik oder Anregungen zu äußern, bevor die Münze emittiert wird. Im Gegensatz zum Piéfort soll die Größe (Dicke) der für den Essai verwendeten Schrötlinge möglichst der für die spätere Emission ...
Esslinger Reichsmünzordnung
Die erste Reichsmünzordnung, die am 10. November 1524 in Esslingen erarbeitet und von Kaiser Karl V. erlassen wurde. Der Kaiser und das Reich versuchten damit erstmals für gemeinsame Geldsorten zu sorgen, die auf Reichsebene gelten sollten. Der Reichstag zu Esslingen beschloss, den Goldgulden als Hauptgoldmünze des Reichs beizubehalten. Er sollte aber feinhaltiger geprägt werden als damals üblich, und zwar im Feingehalt von 22 Karat (916 2/3 /1000 fein). Man stellte eine...
Essmarken
Wertmarken zum Bezug von Lebensmitteln und Mahlzeiten in Kantinen, Gaststätten, Mensen usw.
Esterlin
Französische Bezeichnung für die mittelalterlichen englischen Pfennige und deren Beischläge. Vermutlich nannten schon die Normannen die englischen Pfennige (Sterling) Esterlin.
Esterlin des Gaucher V. de St. Pôl-Chatillon, geprägt inYves
Estnische Krone
Die Estnische Krone (EEK) war die Währung Estlands, die von 1928 bis 1940 und erneut von 1992 bis 2010 das gültige Zahlungsmittel Estlands war. Die estnische Bezeichnung lautet Eesti kroon. Herausgegeben wurde die Estnische Krone von der Zentralbank des Landes – auf Estnisch als Eesti Pank bezeichnet. Eine Krone war unterteilt in Senti.
Eckdaten der Estnische Krone
Merkmal
Beschreibung
Untereinheit
100 Senti
Zeitraum
1928-140 und 1992-2010
Wechselkurs (fix)
1 EUR = 15,6466 EEK100 EE...
Etschkreuzer
Ursprüngliche Form des Kreuzers, der als kleine Groschenmünze seit 1271 unter Meinhard II. von Görz-Tirol in Meran geschlagen wurde. Seine Vs. zeigt ein Doppel- oder Radkreuz aus zwei verschieden großen, gleichschenkligen Kreuzen mit der Umschrift MEINHARDUS, auf der Rs. einen heraldischen Adler mit der Aufschrift COMES TIROL. Nach Schrötter blieb das Gepräge bis 1363 unverändert. Zeitgenössisch wurde der Etschkreuzer aber nach seinem Wert von 20 Bernern oder Pernern als Zwainziger (lat....
Euainetos
Antiker Stempelschneider, der um 420-400 v. Chr. für drei sizilische Städte arbeitete: Syrakus, Katana und Kamarina. Seine Stempel zeichnen sich durch einen bisher nicht erreichten Detailreichtum und die Einführung der Perspektive (Dreiviertelprofil) aus, was die Darstellung der Bewegung vitaler erscheinen lässt als die seiner Vorgänger. Die Signatur auf seinen Arbeiten - ebenso wie bei Kimon – spricht für das Selbstbewusstsein und das hohe Ansehen der sizilischen Stempelschneidekunst im...
Eulen von Athen
Die Eulen von Athen sind die bekanntesten Münzen der Antike. Benannt sind sie nach der auf den Rückseiten dargestellten Eule, dem Stadtwappen Athens (eigentlich ein Steinkauz). Die Athener Eulen waren in der gesamten damals bekannten Welt rund um das Mittelmeer im Umlauf.
Tetradrachme von Athen, geprägt 450-400 v. Chr.
Einer veralteten Ansicht nach seien die Eulen von Athen in der Regierungszeit des Tyrannen Peisistratos (560 bis 528 v. Chr.) in der Mitte des 5. Jahrhunderts eingeführt word...
Eulendukaten
Ausbeutedukaten aus dem Gold der böhmischen Mine „Eule“, die Karl VI. (1711-1740) im nahe gelegenen Prag schlagen ließ. Die einfachen (1713-1722) und doppelten (1715-1722) Stücke zeigen das Bild des stehenden Herrschers mit Reichsapfel, Schwert und Banner auf der Vs. sowie den Globus und die Eule auf der Rs. Die seltenen 5-Dukaten-Stücke tragen auf der Rs. den hl. Nepomuk auf Wolken über dem Bergwerk Eule.
Euro
Aufgrund des Beschlusses der Regierungschefs der Mitgliedsstaaten im Dezember 1995 trägt die gemeinsame europäische Währung nicht den Namen ECU, sondern Euro. Die Einführung des Euro als Buchgeld (neben der weiterhin gültigen Landeswährung) für 11 europäische Länder fand am 1.1.1999 statt, im Jahr 2002 soll der Euro endgültig die Landeswährungen in Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, in Österreich, Portugal und Finnland ersetzen.
E...
Euro Einführung
Der Euro schreibt die größte Bargeldumstellung der Geschichte. Ins Leben gerufen wurde er im Januar 1999. Seit der Euro Einführung war die Euro-Münze in den ersten drei Jahren ihrer Existenz quasi „unsichtbar“, denn in seiner Debut Phase wurde der Euro nur für elektronische Zahlungen benutzt. Erst im Januar 2002, also nach den drei Jahren seiner „Unsichtbarkeit“, wurde der Euro in 11 EU-Ländern eingeführt. Nach der Einführung im Rahmen der europäischen Wirtschafts- und Währungs...
Euro-Starterkits
Euro-Starterkits wurden ab dem 17. Dezember 2001 – einige Wochen vor der offiziellen Einführung des Euros als Bargeld – von den europäischen Banken herausgegeben, um die Einführung des Euros als gemeinsame neue Währung einzuleiten. Die Starterkits wurden entwickelt, um den Bürgern das neue Währungssystem näherzubringen und ihnen eine gewisse Menge an Münzen vor der offiziellen Einführung zur Verfügung zu stellen. Diese Kits enthielten eine Auswahl an Euro-Münzen, die insgesamt ein...
Eurodollar
Giralgeld in Form von Bankguthaben in US-Dollars bei europäischen Banken, vergleichbar mit dem Petrodollar für ölerzeugende Staaten und Unternehmen.
Ewiger Pfennig
Der „Ewige Pfennig“ wurde im Spätmittelalter eingeführt, um die jährliche Münzverrufung zu beseitigen. Vor allem Handelsstädte waren in dieser Zeit daran interessiert, ein stabiles Zahlungsmittel zu schaffen, das nicht der Münzverschlechterung und dem damit verbundenen Zwangsumtausch mit Gebührenpflicht unterworfen war. Sie wollten die territorial eingeschränkte Gültigkeit der Brakteaten abschaffen und versuchten – gegen Abgaben zum Ausgleich der dadurch entstehenden fiskalischen ...
Exagium
Antikes Münzgewicht, vermutlich schon in Babylon im 3. Jh. v. Chr. mit einem Gewicht von ca. 17 g benutzt. Der Name leitet sich von dem lat. Verb exigere (prüfen, eichen, justieren) ab. In der spätrömischen Kaiserzeit und im späteren byzantinischen Reich gab es runde oder viereckige Bronzescheiben mit der Aufschrift „exagium solidi“ oder abgekürzt II SOL XII: 2 Unzen oder 12 Solidi. Nach Regling sind die gefundenen Bronzeplättchen im Gewicht allerdings sehr ungenau.
Excelente
Spanische Goldmünze, die das Königspaar Ferdinand und Isabella (1476-1516) erstmals 1497 nach dem Münzfuß des Dukaten schlagen ließ. Es gab auch doppelte und Halbstücke, sogar Schaustücke bis zu 50 Excelentes. Die Vs. zeigt die gekrönten Büsten des Paares einander zugewandt, die Rs. den Wappenschild vor dem Adler mit weit geöffneten Schwingen. Es gibt auch Gepräge ohne den Adler. Die Halbstücke tragen ein gekröntes F auf der Vs. und ein gekröntes Y auf der Rs. In den Niederlanden g...
Exchequer bills
Schuldverschreibungen des englischen Staates, die das Schatzamt (Exchequer) im 17./18. Jh. als übertragbare, verzinsliche (2 - 6%) Papierscheine ausgab. Der englische Staat benötigte sie zur Finanzierung des steigenden Finanzbedarfs und des Krimkrieges. Die Exchequer bills wurden zu einer beliebten Anlageform und erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s durch die Treasury bills abgelöst.
Exilprägungen
Bezeichnung für die Münzprägungen einer Exilregierung. Die Exilprägungen waren in der Regel zur Ausgabe nach Wiedererlangung der Herrschaft vorgesehen, wie im Falle der niederländischen Regierung nach dem 2. Weltkrieg. Sie sind aber auch speziell zu Sammelzwecken geprägt worden, so z.B. die kroatischen Stücke.
extraordinariamente bien conservado
Spanische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad vorzüglich.
Eyrir
Isländische Bezeichnung der Öre (Plural Aurar). 100 Aurar = 1 (isländische) Krona. Im Jahr 1981 wurde die alte Krona inflationsbedingt durch eine neue Krona (Nykrona) ersetzt: 100 alte (gamlar) Kronur = 1 Neue Krona (Nykrona).