Das große Reppa Münzen-Lexikon
Q
39 Beiträge in dieser Lexikon KategorieQ (Münzstättenzeichen)
Kennbuchstabe der französischen Münzstätten Chalons sur Marne (bis 1572), Narbonne (1586-1710) und anschließend Perpignan (bis 1837).
Quadrans
Römische Bronzemünze der Republik- und Kaiserzeit. Der Quadrans erschien zuerst in der Reihe des Aes grave als 1/4 des Asses (im Libralfuß). Nach dem Duodezimalsystem (1 As = 12 Unciae) wird der Quadrans mit 3 Unciae bewertet und ist daher auch mit drei Kugeln als Wertzeichen versehen. Die charakteristische Vorderseitendarstellung des Quadrans ist der Kopf des Herkules, die Rs. zeigt - wie die anderen Wertstufen der Aes-grave-Reihe - die Prora. In der Folge durchläuft der Quadrans gemeinsam ...
Quadratum incusum
Lateinischer Ausdruck (dt.: etwa „eingeschlagenes Viereck“) für eine besondere Rückseitengestaltung bei älteren griechischen Münzen der Antike, die vor allem in archaischer Zeit zu finden ist, als die Münzprägung noch in den Anfängen war. Ursprünglich diente der Oberstempel nicht zur bildlichen Gestaltung, sondern lediglich als Instrument, um den Schrötling festzuhalten, damit er beim Hammerschlag nicht abrutschte. Deshalb waren Linien und Kerben eingeschnitten, die dem Schrötling ...
Quadratum supercusum
Bezeichnung des leicht erhabenen, quadratischen Zentrums, das zuerst auf Pfennigen aus Metz sowie auf süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Vierschlagpfennigen und Rappenmünzen im Mittelalter erscheint. Das Quadratum supercusum erklärt sich aus der eigentümlichen Herstellung und Bearbeitung der betreffenden Schrötlinge. Zur Vermeidung von Materialverlust wurden sie nicht wie üblich rund, sondern annähernd quadratisch aus den stangenförmigen Zainen geschnitten. Um die Schrö...
Quadratzwanziger
Bezeichnung der nach dem Konventionsfuß geprägten 20-Kreuzer-Stücke, die als auffälliges Element des Münzbildes ein auf der Spitze stehendes (um 90° gedrehtes) Quadrat aufweisen. Die Verwendung des Quadrats war nach der Konvention von 1753 eigentlich den halben Konventionsgulden zu 30 Kreuzern vorbehalten. Trotzdem setzten einige süddeutsche Münzstände (u.a. Kurfürstentum Bayern, Württemberg und Nürnberg) das trapezförmige Quadrat auf ihre 20-Kreuzer-Stücke. Wegen der Verwechslungs...
Quadriga
Lateinische Bezeichnung des vierspännigen Wagens der Antike. In der Mythologie taucht die Quadriga als Gefährt des Sonnengottes Helios und als Kampfwagen der homerischen Helden auf. Der Vierspänner wurde in historischer Zeit bei Kampfspielen benutzt, in Olympia seit 680 v. Chr. Ähnlich wie die Biga (Zweigespann) ist das Viergespann sehr häufig auf Münzen der Antike dargestellt. Künstlerisch besonders gelungene Darstellungen der Quadriga finden sich auf Geprägen aus dem sizilischen Syraku...
Quadrigatus
Verschiedene römische Silbermünzen der Republikzeit sind nach der Darstellung der Quadriga auf der Rückseite Quadrigatus benannt, was etwa "mit einer Quadriga versehenes Gepräge" bedeutet. 1. Die ersten Quadrigati (etwa von 225 bis 213/12 v. Chr.) stellen das Bindeglied zwischen den frühen römischen Didrachmen und dem Prägebeginn der Denare dar. Ihr Gewicht betrug ursprünglich ca. 6,6 g, verminderte sich zuletzt aber sehr, wohl aufgrund der finanziellen Anstrengungen Roms im 2. Puni...
Quadrupla
Auch Quadrupel, ist die italienische Bezeichnung für große Goldmünzen, die 1547 im vierfachen Wert und Gewicht des Scudo d'oro unter der spanischen Herrschaft Karls V. in Neapel und Sizilien eingeführt wurden. Auch der Kirchenstaat und Savoyen gaben zwischen dem ausgehenden 16. und dem beginnenden 18. Jh. Quadrupla aus, später im Wert von 80 Lire.
Quaestor
Römischer Kassenbeamter, dem zur Republikzeit die Verwaltung der Staatskasse oblag. Daher waren die Quaestoren zur Republikzeit auch mit dem Münzwesen Roms, seiner Provinzen und Kolonien befasst. Gelegentlich kommt die Bezeichnung - meist mitQ abgekürzt - auf republikanischen, provinzialen und kolonialen Münzen Roms vor.
Quantitätstheorie
Klassische Geldtheorie, die einen (proportionalen) Zusammenhang zwischen der Geldmenge und dem Preisniveau annimmt. Erste Ansätze zur Quantitätstheorie gab es bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s, als die großen Preiserhöhungen als eine Folge der verstärkten Edelmetallzufuhr aus den amerikanischen Kolonien interpretiert wurden. Thomas Mun und Jean Bodin sahen die vergrößerten Geldmengen im Vergleich zur Gütermenge als Ursache für die Preisrevolution des 16. Jh.s. Diese Sicht impl...
Quart d'ecu
Französische Bezeichnung des 1/4-Ecu-Stücks im Wert von 15 Sols. Das Teilstück des silbernen Ecu wurde 1578 unter Heinrich (Henri) II. im Jahr 1578 eingeführt. Es zeigt auf der Vs. das Wappen zwischen II und II, auf der Rs. das Blumenkreuz. Das Viertelstück des Ecu war nicht nur in Frankreich eine beliebte Umlaufmünze, sondern auch in Deutschland, den Niederlanden, England und Italien.
Quartenses
Zeitgenössische Bezeichnung der schlesischen Silbermünzen, die zwischen 1292 und 1322 von vielen Münzständen Schlesiens geprägt wurden. Ihre lateinische Benennung (die Viertelteile) leitet sich von ihrem Wert her, denn sie bildeten ein 1/4-Skot oder -Schoter, eine damals in dieser Gegend gängige Recheneinheit (= 1/24 eines polnischen Markgewichts). Das Gewicht der Quartenses schwankte zwischen 1,4 und 2 g. Sie weisen sich in der Umschrift als DENARII GROSSI, also al...
Quarter Eagle
US-amerikanische Goldmünze zu 2 1/2 Dollars, das Viertelstück des Eagle. Der Quarter Eagle wurde zwischen 1796 und 1929 geprägt und zeigt auf der Rs. verschiedene Adler-Typen, auf den Vs.n bis 1907 verschiedene Darstellungen der Liberty, danach das Kopfbild eines Indianers (Typ Indian Head).
Quarterolus
Zeitgenössische lateinische Bezeichnung einer Billonmünze des 13. Jh.s aus Venedig. Die italienisch auch als Quartarolo und Quartero bezeichnete kleine Münze wurde wahrscheinlich im beginnenden 13. Jh. von dem Dogen Enrico Dandolo im Gewicht von etwa 0,77 g in Venedig eingeführt. Sie zeigt auf der Vs. die vier Buchstaben VEN(etia) C(ivitas) in Kreuzform um einen Punkt angeordnet, auf der Rs. ein Kreuz mit vier Lilien in den Winkeln. Später wurden auch schwerere Quarterol...
Quartinho
Bezeichnung des Viertelstücks der portugiesischen Goldhandelsmünze Moidor( Moeda de ouro zu 4000 Reis). Der Quartinho wurde zum ersten Mal 1677 geprägt. Auch nach Einführung der goldenen Escudos (1722) wurde der Quartinho zu 1000 Reis bis weit ins 19. Jh. weiter geprägt, zuletzt 1821.
Quartje
Bezeichnung des niederländischen Viertelguldens zu 25 Cents, volkstümlich auch Heitje genannt. Manchmal erscheint noch die alte Schreibweise Kwartje.
Quarto
Bezeichnung des Viertelstücks des spanischen Real, aber in der Regel Cuarto geschrieben. Die Schreibweise "Quarto" erscheint z.B. auf den in London 1842 geprägten Münzen für Gibraltar im Wert von 1/24 Real, der mit der Wertbezeichnung One Quart versehen ist. Es gab auch kupferne Half- und Two-Quarts. 24 Quarts = 1 Real.
Quartuncia
Das Viertelstück der Uncia stellt wohl das kleinste Nominal der römischen Republik dar. Die Bronzemünze wurde nur selten und in wenigen Jahren (etwa um 221 v. Chr.) ausgegeben. Ihr Gewicht beträgt ca. 3 g, das Gepräge zeigt - wie die Uncia - den Kopf der Bellona und die Prora.
Quasiautonome Münzen
Pseudoautonome Münzen
Bezeichnung von Münzen aus der römischen Kaiserzeit, die weder durch die Legende noch durch das Münzbild auf den Kaiser hinweisen und die deshalb leicht mit autonomen Münzen verwechselt werden können. Sie werden manchmal auch als pseudoautonome Münzen bezeichnet. Es handelt sich oft um Prägungen mit geringem Wert( Kleinbronzen) oder kleinem Durchmesser, für die ein Hinweis auf den Kaiser zu aufwendig oder zu kostspielig gewesen sein mochte. Manchmal beruhte das Feh...
Quaternio
Bezeichnung des vierfachen römischen Aureus, der in der römischen Kaiserzeit nur selten geschlagen wurde. Vielleicht handelt es sich um Donativprägungen, denn es sind nur seltene Exemplare von wenigen Kaisern bekannt, u.a. von Augustus und Domitian. Die Numismatik hat zudem aus Geprägen von Münzen aus unedlen Metallen auf weitere Exemplare geschlossen, deren Originale der Nachwelt nicht erhalten blieben.
Quatrefoil
Englische Bezeichnung des vierblättrigen Kleeblatts, das öfter als Münzzeichen auf englischen Münzen erscheint, z.B. für 2 Jh.e als Mittelpunkt des Kreuzes auf Münzen der Erzbischöfe von York.
Quatrunx
Selten verwendete Bezeichnung der altitalischen AE-Münzen im Wert von 4 Unciae oder 1/3 As, gebräuchlicher ist die Bezeichnung Triens.
Quattrino
Kleine Silbermünze, die im Kirchenstaat und in vielen italienischen Staaten seit dem 14. Jh. geprägt wurde. Die Benennung leitet sich von ihrem Wert von vier (ital. quattro) Piccoli ab. Seit dem 16. Jh. wurden die Quattrini als kupferne Scheidemünzen ausgegeben, die päpstlichen Quattrini seit Clemens VIII. (1592-1605). Im Kirchenstaat galt der Quattrino 1/5 des Baiocco, in der Toskana 1/3 des Soldo. Es gab auch 2-, 3-, 5-, und 10-fache Stücke. Päpstliche Quattrini wurden zuletzt 1854 ausge...
Quattrocento
Kunsthistorischer Begriff für die Blütezeit der Frührenaissance in Italien, die ins 15. Jh. fällt. Die italienische Bezeichnung (wörtlich 1400) wird auch für das gesamte 15. Jh. (1400-1499) gebraucht. Der aus der Antike abgeleitete neue künstlerische Stil des Quattrocento (in Architektur, Malerei, Bildhauerei) strahlte später von Italien über die Alpen nach Norden aus. Im Quattrocento begann die Entwicklung der Medaille. Die ersten Gussmedaillen der Quattrocentro-Künstler (Quattrocenti...
Quecksilber
Chemisches Zeichen Hg (Hydrargyrum, „Wassersilber“), früher auch Mercurius genannt. Quecksilber ist ein äußerst giftiges Metall von silberartig glänzendem Aussehen, das meist in flüssigem oder gasförmigem Zustand vorkommt, da es sich erst bei minus 38,87° verfestigt. Bereits bei Zimmertemperatur neigt es zum Verdampfen, wobei die entstehenden Dämpfe sehr giftig sein können.
Geschichte des Quecksilberabbaus
Quecksilber aus Almadén (Spanien) wurde vermutlich schon von den Phöniziern...
Quellenfunde
Münzen, die man meist in oder nahe bei heilbringenden Quellen gefunden hat. Das Hervortreten des Wassers aus der Erde wurde schon in der Antike von den Griechen und Römern als heilig angesehen und meist in Form von Quellnymphen und lokalen Schutzgeistern (lat. genius loci) verehrt. Diesen brachte man als Opfergaben Münzen dar, die in Heilquellen, Brunnen oder Moore geworfen wurden. Oftmals standen die Opfergaben in Verbindung mit der Bitte um Heilung bei Krankheit oder als Dank f&...
Quentchen
Nach dem alten Gewichtssystem wurde die Gewichtsmark (Mark I) in 16 Lot zu je 4 Quentchen unterteilt. Ein Quentchen stellte also den 64. Teil der alten Gewichtsmark dar und wurde seinerseits wieder in 4 Richtpfennige unterteilt. Das Quentchen der Kölner Mark stellte umgerechnet ein Gewicht von 3,654 g dar. Diesem Gewicht entsprach das Privileg des Quentchens, das die Habsburger Kaiser zwischen 1524 und dem 18. Jh. für sich in Anspruch nahmen.
Querschnittssammlung
Münzsammlungen, die nach historischen, geographischen oder numismatischen Gesichtspunkten auf ein breites Spektrum hin angelegt sind. Die Querschnittssammlung soll ein anschauliches Beispiel der Münzprägung eines bestimmten Zeitabschnitts bieten und hebt nicht auf eine möglichst komplette Sammlung von Serien oder nach Katalognummern ab. Das Interesse kann sich auf den gesamten Zeitraum und alle Orte beziehen, in dem Münzen geprägt wurden, auch wenn die meisten Quers...
Quetschgeld
Zeitgenössische Bezeichnung aus einem Bericht der Münzstätte Zellerfeld (Harz) im Jahr 1780, der die Schrötlinge auf dem Weg zur Verarbeitung zu Münzen als Quetschgeld bezeichnet. In der Münze Zellerfeld wurde noch um 1780 teilweise mit der Hand- oder Hammerprägung gearbeitet, die sich seit 1500 nicht wesentlich verändert hatte. Der Bericht beschreibt folgende Arbeitsweise: Nachdem die Zaine mit der Benehmschere zerschnitten und justiert waren, wurden sie Schrötlinge genannt. Die auf ei...
Quetzal
Währungseinheit in Guatemala seit der Währungsreform am 26. November 1924, nach dem farbenprächtigen, langschwänzigen Tropenvogel Quetzal benannt, dem Wappenvogel der mittelamerikanischen Republik. 1 Quetzal = 100 Centavos. Das 1-Quetzal-Stück wurde als Silbermünze nur 1926 im Gewicht von 33,33 g (720/1000) geprägt, die Ausgaben von 1992, 1994 und 1997 sind Gedenkmünzen. Teilstücke zu 1/4-Quetzal (1925-1949) und 1/2-Quetzal (1925) sind ebenfalls als S...
Quilate
Spanische und portugiesische Bezeichnung für Karat, die den Feingehalt der Legierungen von Goldmünzen angibt.
Quinar
Lat. eigentlich Quinarius (Fünfer), bezeichnet eine römische Silbermünze, die um 211 v. Chr. zusammen mit dem Denar und dem Sesterz eingeführt wurde. Ihr Münzbild zeigt zunächst auf der Vs. das Kopfbild der Roma, auf der Rs. die galoppierenden Dioskuren und die Schrift ROMA. Der Quinar ist hinter dem Romakopf mit der römischen Wertzahl V gekennzeichnet. Die Benennung leitet sich von seinem ursprünglichen Wert zu 5 Asses ab und stellt den Halbwert des Denars und den Doppelwert des Sesterz...
Quinas
Das portugiesische Wappen mit den in Kreuzform gestellten fünf kleinen Schilden im Zentrum, von denen jedes wiederum fünf Punkte trägt. Die Quinas soll auf den Sieg der Portugiesen bei Ourique im Jahr 1139 anspielen, der die Reconquista (Rückeroberung) Portugals von den Mauren weitgehend abschloss. Anschließend nahm Graf Alfonso als erster den Titel König von Portugal an.
Quincunx
Lateinische Bezeichnung (nichtrömischer) Münzen im Wert von 5 Unciae, wie sie in den Aes-grave-Reihen ostitalischer Stämme vorkommt, deren Münzsystem dezimal geteilt ist, im Unterschied zum Duodezimalsystem der frühen römischen AE-Münzen. In Orten Apuliens - u.a. Luceria und Venusia - kommen in der zweiten Hälfte des 3. Jh.s auch geprägte Bronzemünzen im Wert von 5 Unciae vor. Sie tragen als Wertkennzeichnung 5 Punkte.
Quindar
Kleines Münznominal von Albanien (Plural Quindarka). Von 1925 bis 1939 galten 100 Quindar Leku = 1 Lek; 5 Lek = 100 Quindar Ari = 1 Franka Ar. Seit August 1965 gilt: 100 Quindarka = 1 Lek (Plural: Lekë)
Quinzain d'or
Bezeichnung einer französischen Goldmünze, die in der Regierungszeit König Louis' XV. (1715-1774) geschlagen wurde.
Quiranda de Dongo
Wohlklingender Name für eine Schmuck- und Geldschnur, die aus Scheibchen der Afrikanischen Riesenlandschnecke Achatina - deshalb auch als Achatinageld bezeichnet - gefertigt ist. Quirandas de Dongo wurden als vormünzliche Zahlungsmittel im südlichen Kongogebiet und Angola z.B. zur Begleichung des Brautpreises oder zur Bezahlung von Strafen verwendet. Die portugiesische Kolonialverwaltung nahm noch bis in die 2. Hälfte des 19. Jh.s Steuerabgaben in Form von Quirandas de Dongo ...