Das große Reppa Münzen-Lexikon
B
306 Beiträge in dieser Lexikon KategorieB (Münzstättenzeichen)
1. Zeichen für verschiedene Münzstätten: Barcelona bis 1858 (neben BA), Bayreuth (1796-1804) auf Münzen von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth, Bern (1798-1802) auf Schweizer Münzen, Bologna auf Münzen der Republik Rom, des Kirchenstaates und des Königreichs Italien, Breslau auf preußischen Münzen (1750-1825), Brüssel auf niederländischen Münzen (1818-1830), Hannover für das Königreich Hannover (bis 1866), Preußen (bis 1872) und das Deutsche Kaiserreich (bis 1878), Kremnitz auf österre...
BA
Münzzeichen der Münzstätte Basel und zeitweise auch für Barcelona und Buenos Aires (neben dem Münzbuchstaben B).
Babelon, Ernest
Französischer Numismatiker und Archäologe, Direktor des Pariser Münzkabinetts der Bibliothèque Nationale. Der Spezialist der Antiken Numismatik ist vor allem durch sein neunbändiges Monumentalwerk "Traité des monnaies grecques et romaines" (Versuch über die griechischen und römischen Münzen), Paris 1901-1932, bekannt geworden, das unvollendet blieb. Es wird meist als Babelon oder kurz als "Traité" (Versuch) zitiert. Sein Sohn Jean, ebenfall...
Bac
Silberbarrennominale der bis ins 18. Jh. hineinreichenden Barrenwährung in Mittelvietnam. Die Barren haben brotähnliche Form mit aufgestempelter Gewichtsangabe auf den schmalen Seiten. Sie waren in 10-, 5-, 1- und 1/2-Stücken im Umlauf.
Bacchus
Römischer Gott des Weines, entspricht dem griechischen Gott Dionysos.
Silbermedaille um 1820 mit Büste des Baccus und Weinmotiven
Badehosentaler
Sammlerbezeichnung für eine Nassauer Talermünze aus dem Jahr 1681. Die Gestaltung der Münzvorderseite zeigt das Bild der fünf Fürstenbrüder von Nassau in Rüstungen, die aufgrund der Darstellung wie Badehosen aussehen.
Bag marks
Englische Bezeichnung für Münzbeschädigungen, wie sie bei der automatisierten Entnahme nach der Prägung entstehen, beispielsweise beim Fallen der Münzen in Kästen oder bei der Abfüllung in Säcke.
Bagarone
Bezeichnung des Halbstücks des Bolognino piccolo. Der kupferne Bagarone wurde in Bologna, Ferrara, Modena und anderen italienischen Münzstätten vom 15. bis ins 18. Jh. geprägt.
Bagattino
In Italien im Spätmittelalter gebräuchliche Bezeichnung des Piccolo, des leichten Silber-Denars, der in den oberitalienischen Städten später in Billon und schließlich in Kupfer geprägt wurde. Ursprünglich galten 20 Bagattini einen Aquilino(Adlergroschen). Es gab verschiedene Typen, darunter einen venezianischen Bagattino unter dem Dogen Nicolo Trono (1471-1474). Er war neben der Lira Tron die einzige Porträtmünze der Republik Venedig. Bagattini und ihre Mehrfachstücke wurden bis weit i...
Bäggeli-Angster
Volkstümlicher Name für die in der Stadt Luzern im 16./17. Jh. geprägten Angster. Die deutliche Darstellung der dicken Bäckchen (Bäggeli) des heiligen Leodegar, des Schutzpatrons der Stadt, gab den Hohlpfennigen ihren Namen. Es existieren viele Varianten.
Bagi
Halsketten aus roten Muschelscheibchen, Perlen, weißen und andersfarbigen Muschelscheibchensträngen aus Ovula- und Kaurischneckengehäusen, Austernschalen und Bananensamen. Zusammen mit den Mwali (Armreifen) stellen sie die symbolischen Wertobjekte des traditionellen Kula-Ringtauschs dar, der den Rahmen für ein kompliziertes Tauschhandelssystem bildet. Daran nimmt eine begrenzte Anzahl von Gemeinschaften teil, die auf Südseeinseln zwischen der Südostspitze Neuguineas und den Salomonen behei...
Bahagani
Bezeichnung mittelalterlicher Kupfermünzen aus dem Gebiet des indischen Kaschmir im Wert von 8 Shahi.
Bahar Azadi
Die Goldmünze der Islamischen Republik Iran trägt seit 1979 den Namen Bahar Azadi (Frühling der Freiheit). Ihr Gewicht entspricht ihrem Vorläufer( Pahlewi), der Typ zeigt auf der Vs. das Siegel des 4. Kalifen Ali Ibn-e-Abi Taleb (um 600-661), auf der Rs. den Heiligen Schrein (Moschee) von Imam Reza in Mesched. Es gibt auch 1/4-, 1/2-, 2 1/2- und 5-fache Stücke.
Baht
Währungseinheit im Königreich Siam (seit 1939 Thailand genannt). Der Baht stellt praktisch die im Gewicht entsprechende Münzbezeichnung zum alten Tikal im Gewicht von 15,4 g dar, der früher in Form kugelförmiger Münzen oder Barren ausgegeben wurde. Unter Rama IV. (Chom Klao, 1851-1868) wurde in Siam die moderne Prägung eingeführt: Im Jahr 1860 wurde die Münzstätte in Bangkok mit modernen Prägemaschinen aus Birmingham eingerichtet, die eine P...
Baiarda
Bezeichnung der im 16. Jh. geprägten Billonmünze in der italienischen Grafschaft Modena. Sie entspricht der Moraglia (oder Muragliola) genannten Billonmünze zu 2 bzw. 3 Soldi, wie sie auch in anderen oberitalienischen Münzorten geprägt wurde.
Baiocchella
Päpstliche Billonmünze aus der zweiten Hälfte des 16. Jh.s. Sie wurde wegen ihrer vielen Nachahmungen und Fälschungen 1592 abgeschafft und durch den kupfernen Quattrino ersetzt.
Baiocco
Ursprünglich das kleinste Silbernominal des Kirchenstaates, das 1464 den Bolognino Romano ablöste. Die Baiocchi liefen seit der Mitte des 16. Jh.s als Billonmünze um, bis sie ab 1725 in Kupfer geprägt wurden. Sie galten 5 Quattrini. Ihr kupfernes Halbstück, der Mezzo Baiocco, wurde unter Papst Clemens VIII. (1592-1605) in Rom eingeführt. Meist wurden Werte zu 2, 2 1/2 und 5 Baiocchi ausgeprägt, letzteres auch als Baioccone bezeichnet. Während der Napoleonischen Eroberungen (1796-1799) un...
Baioccone
Bezeichnung des kupfernen 5-Baiocco-Stücks zur Zeit des Papstes Pius IX. (1846-1878).
Baisa
Beiza
Auch Beiza, ist die Währungseinheit des Sultanats Oman. In der Währungsreform vom 7.5.1970 wurde im Sultanat Maskat und Oman, 1971 in Oman umbenannt, der Rial Saidi auf 1000 (Neue) Baisa gesetzt. Seit dem 11.11.1972 war der Rial Saidi durch den Rial Omani gleichwertig ersetzt. Baisa leitet sich von der Münzbezeichnung Paisa ab, einer aus Indien stammenden Münze, die - ebenso wie die indische Rupie - früher in Oman galt.
Baisse
Anhaltender allgemeiner Kursrückgang, das Sinken von Wertpapieren und Preisen, im Gegensatz zuHausse. Der Ausdruck ist an der Börse gebräuchlich.
Bajoire
Bezeichnung der einander zugewandten Porträts von Mann und Frau, vom franz. baiser (Kuss) abgeleitet. Die berühmtesten und vielleicht auch frühesten Vis-à-vis-Porträts sind die einander zugewandten Büsten des Herrscherpaares Ferdinand und Isabella (1469-1504) von Kastilien und Aragon auf goldenen Excelentes. Nach der Vermählung von Maria Tudor von England mit Philipp II. von Spanien (1554) erschienen für wenige Jahre ihre Vis-à-vis-Porträts a...
Balance Half Merk
Schottische Silbermünze aus den Jahren 1591 und 1592 im Wert von 6 Shillings und 8 Pence. Die Benennung geht auf das Münzbild der Rs. zurück, das eine Waage mit einem Schwert zeigt. Auf der Vs. ist der gekrönte Schild zwischen zwei Disteln dargestellt. Das Stück enthält 5,95 g Silber, bei einem Raugewicht von 6,80 g. Es gibt auch ein Halbstück (Quarter Merk).
Balastraca
Brasilianischer Peso aus der Zeit des Kriegs mit Paraguay (1866-1869). Durch die Überstempelung mit der Wertzahl 400 wurde die Münze aufgewertet. Sein Halbstück wurde ebenfalls von den Heereslieferanten mit der Zahl 200, sein Viertelstück mit 100 überstempelt.
Balboa
Währungseinheit von Panama, nach dem spanischen Konquistador Vasco Nuñes de Balboa benannt (1475-1517). Er erreichte als erster Europäer über die Landenge von Darien den Pazifik (1513), den er Südsee nannte. In Panama gilt neben der Balboa-Währung auch die US-Dollarwährung: 1 Balboa = 1 US-Dollar = 100 Centesimos.
Baldwin & Co.
Baldwin und seine Partner unterhielten 1850/51 in San Francisco eine Privatmünzanstalt, in der kalifornisches Gold zu 5-, 10- und 20-Dollar-Stücken vermünzt wurde. Die Stücke zu 20 $ verursachten im April 1851 Schlagzeilen in der Presse: Man sprach vom "großen Goldschwindel". Die Presseleute entdeckten, dass die Goldstücke minderwertig waren. Zudem wollte die Firma bei Einlösung in Silber noch 5% des Nominalwerts abziehen. Der Skandal zog so weite Kreise, dass...
Ballonmedaillen
Medaillen auf Ballone, Schauflüge und Luftschiffer, die eine bedeutende Gruppe innerhalb der Luftfahrtmedaillen bilden.
Bronze-Medaille 1783 auf den ersten Aufstieg einesWasserstoffballons
Bambus-Dollar
Sammlerbezeichnung für ein sehr seltenes 1-Dollar-Stück aus der Provinz Kweichow (Republik China). Es handelt sich sehr wahrscheinlich um eine Versuchsprägung aus dem Jahr 1949. Die Münze ist nach der Darstellung der Bambuspflanze im Perlkreis auf ihrer Vorderseite benannt.
Bambusstäbchengeld
Chinesisches Bankgeld aus ca. 4-15 cm langen, fein geglätteten Bambusstäbchen, das um 1875 und noch einmal vor und während der Weltkriege ausgegeben wurde. Auf Chinesisch heißen sie „Dai yong bi“, was etwa „vorübergehende Währung“ bedeutet. Sie stellen also eine Art Ersatzwährung dar, ähnlich wie das deutsche Notgeld. Sie wurden meist von Banken, aber auch von Firmen und Zollbehörden ausgegeben. Die Stäbchen sind mit Schriftzeichen aus Tusche und Stempeln der Ausgabestellen ver...
Ban
1. Bezeichnung für japanische Goldmünzen mit flach-ovalem Aussehen, die zwischen dem ausgehenden 16. Jh. bis zum Beginn der Meiji-Ära (1867) ausgegeben wurden. Die großen Stücke zu 10 Rio werden Oban genannt. Sie wiegen ca. 165 g bei wechselndem Feingehalt (bis zu 734/1000 im Jahr 1725) und tragen neben mehreren Stempeln beidseitig als Besonderheit die Signatur des Münzvorstehers, meist in japanischer Tinte. Das kleinere Stück, der Koban zu 1/10 Oban bzw. 1 Rio lief seit dem Jahr 1601 um....
Banaldenare
Marderdenare
Sammelbezeichnung für mittelalterliche ungarische Handelsmünzen, die unter Aufsicht des jeweiligen Banus (daher ihr Name) von Slowenien seit der Mitte des 13. Jh.s etwa 100 Jahre lang geprägt wurden. Da sie nicht der Münzverrufung unterlagen, blieb das Münzbild der Banaldenare unverändert. Es zeigt revers unter einem Doppelkreuz zwei gekrönte Häupter, den jeweiligen König und den Banus. Die Münze wird nach der Vorderseitendarstellung, einem Marder, auch als Marderdenar bez...
Banco
Zusatz auf kleinen schwedischen Kupfermünzen der Bancosedlar-Währung von 1835, bis zur Einführung des Dezimalsystems 1855. Der Zusatz diente zur Unterscheidung der Scheidemünzen der Bancosedlar-Währung der Stockholms Banco (heute Sveriges Riksbank) von denen der gleichzeitig gültigen Riksgeld-Währung des Riksgäldskontor. Die beiden Währungen verloren in unterschiedlichem Ausmaß an Wert gegenüber dem silbernen Riksdaler Species und wurden in einer Drittelunterteilung (Banco) und Vierte...
Bank Tokens
Englische und irische Notmünzen von 1804 bis 1818 zur Behebung des Münzmangels(Bankdollar). Diese Silbermünzen wurden in England in Nominalen zu 3 Shillings und 18 Pence, in Irland zu 30, 10 und 5 Pence ausgegeben und sind mit der Inschrift BANK TOKEN versehen.
Bankdollar
Notmünze in England im beginnenden 19. Jh. Wegen zu hoher Kosten vernachlässigte England im ausgehenden 18. Jh. die Prägung von Silbermünzen, sodass es zur Münzknappheit kam. Als der Staat dann im Krieg große Mengen spanisch-amerikanische 8-Reales Stücke erbeutete, wurden diese 1804 gegengestempelt und im Wert von 4 Shillings herausgegeben. Diese Gegenstempelung wurde mit einem Goldschmiedestempel vorgenommen und konnte leicht nachgeahmt werden. Aufgrund zahlr...
Bankfrisch
Prägefrisch
Erhaltungsgrad moderner Münzen, die noch nicht in Umlauf waren und vollen Stempelglanz aufweisen müssen. Diese unzirkulierten Münzen dürfen nur kleine Beschädigungen zeigen, die vom Prägen, Verpacken und Transportieren herrühren. Der Erhaltungsgrad „bankfrisch“ wird oft auch mit dem Ausdruck „prägefrisch“ gleichgesetzt.
Banking-Theorie
Eine Geldtheorie, die um die Mitte des 19. Jh.s aus der kritischen Auseinandersetzung mit der Currency-Theorie in England entwickelt wurde. Die Banking-Theorie geht nicht davon aus, dass die Banknote Geld ist, sondern sieht sie als Kreditpapier der ausgebenden Bank. Darum genüge es auch, die Banknoten zu 1/3 in Münzmetall und zu 2/3 in erstklassigen Handelswechseln bankmäßig zu decken (daher die Bezeichnung Banking-Theorie). Die Preußische Bank (1856) und die amerikani...
Banknote
Geldschein, der als unbeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel gilt. Das Papiergeld wird von einer vom Staat privilegierten Notenbank herausgegeben. Zunächst durfte das Papiergeld nur bei ausreichender Edelmetalldeckung herausgegeben werden. Die Unterscheidung zwischen Banknoten und direkt vom Staat ausgegebenen Staatsnoten verschwand erst, nachdem die Einlösepflicht gegen Gold und Silber aufgehoben wurde. In Deutschland geschah dies 1914.
Bankomark
Bancomark
Rechnungseinheit der Hamburger Bank, die von 1619 bis 1770 nur Speciestaler für die Giroeinlagen zuließ. Sie berechnete den vollwertigen Reichstaler mit 3 Bankomark, wobei 27 Bankomark also einer feinen Gewichtsmark entsprechen mussten. Da die Speciestaler aber selten den vollen Feingehalt an Silber erreichten, berechnete die Bank de facto nur 27 5/8 Bankomark auf die feine Gewichtsmark. Siehe dazu auch Bankotaler.
Bankopfund
Bancopfund
Rechnungseinheit der preußischen Königlichen Giro- und Lehnbank, die Friedrich der Große 1765 in Berlin nach dem Vorbild der Hamburger Bank gründete. Ein Jahr nach der Gründung gab der König der Bank die Erlaubnis, Banknoten auszugeben. Die Herausgabe erfolgte in 10-, 20-, 50-, 100-, 500- und 1000- Nominalen, wobei 4 Bankopfund zu einem Friedrich d'or gerechnet wurde. Die Bank prägte den Gegenwert der Banknoten in Bankotalern aus, die jedoch nicht in Umlauf gebracht wurden.
Bankotaler
Hamburger-Bankotaler, Bancotaler
Zunächst Einlagemünze der Banken, entstanden durch den Umstand, dass die 1619 gegründete Hamburger Bank den nicht mehr ganz vollwertigen deutschen Reichstaler zum selben Kurs berechnete wie den geringhaltigeren niederländischen Albertustaler. Aus diesem Grund beschlossen die niedersächsischen Stände 1695, einen Taler nach dem Vorbild des Albertustaler zu prägen, bald Bankotaler genannt. Dieser wurde jedoch nur von Brandenburg 1695/1696, Kursachsen 1702 fü...
Bankozettel
Österreichisches Papiergeld, von der Wiener Stadt Banco in den Jahren 1762, 1771, 1784, 1796, 1801 und 1806 in Nennwerten zwischen 5 und 1000 Gulden herausgegeben. Zunächst waren die Banknoten sehr beliebt, verfielen aber infolge des vermehrten Ausstoßes, denn der Staat benötigte sie dringend zur Kostendeckung der Kriege gegen Napoleon. Die inflationäre Entwicklung führte schließlich 1811 zum Staatsbankrott. Die Bankozettel wurden zu einem Fünftel ihres ...
Bankportugaleser
Gedenkmünze von 1667 aus Anlass der Errichtung der Hamburger Bank. Die Münze war der portugiesischen Goldmünze (Portuguez) nachgebildet. Die später in Norddeutschland ausgegebenen goldenen 10-, 5- und 2 1/2- Dukatenstücke wurden Portugaleser genannt.
Banovac
Bezeichnung der im 13./14. Jh. im Banat und in Slowenien (damals ungarisches Lehensgebiet) geschlagenen Silberpfennige. In zeitgenössischen Dokumenten werden die Banovci lat. als "Denarii banales" bezeichnet, danach auch Banaldenare genannt. Die kleinen Silberpfennige sind etwa zwischen 1240 und 1384 geprägt. Viele zeigen als Münzbild einen laufenden Marder, das Wappentier des Fürstentums, deshalb auch Marderdenare genannt. Die andere Seite zeigt oftmals das Stufenkreuz, in d...
Banu
Die rumänische Währungseinheit ( Leu) wird in 100 Bani unterteilt. Die Bezeichnung Banu wurde nur auf die ersten Ausgaben des 1-Ban-Stücks 1867 geprägt. Die Ausgaben seit 1900 weisen alle die Bezeichnung Ban (Einzahl), meist aber Bani (Mehrzahl) auf, da sie überwiegend in größeren Nominalen ausgeprägt wurden.
Bar Cent
Auch Bar Copper, bezeichnet eine Kupfermünze, die zuerst etwa im November 1795 in New York umlief. Herkunft und Prägedatum sind ungewiss, möglicherweise handelt es sich um Proben oder Tokens, die in England für die USA hergestellt wurden. Das Kupferstück ist sehr einfach gestaltet, ähnlich wie die Knöpfe von Armeejacken. Die Vs. zeigt die Buchstaben USA als Monogramm verschlungen, die Rs. 13 waagerechte Stäbchen (bars) als Symbol für die 13 Staaten de...
Barbarina
Bezeichnung oberitalienischer Münzen zu 10 Soldi, die Mitte des 16. Jh.s in der Münzstätte Mantua geprägt wurden. Der Name leitet sich von der Darstellung der heiligen Barbara ab. Der im 17. Jh. gebräuchliche Zusatz "con girasole" geht auf die Darstellung einer Sonnenblume auf dem Münzbild zurück
Barbarische Nachprägungen
Sammelbegriff für nachgeahmte Münzen, deren Bilder und Beschriftungen als "verwildert" angesehen werden. Das kann bedeuten, dass die Schrift der nachgeahmten Münzen nur in kleinen Details abweicht, aber auch, dass eine gegenüber dem Original vollkommen veränderte Beschriftung aus Phantasiezeichen vorliegt. Letzteres kommt häufig vor, wenn die barbarischen Nachprägungen ihrerseits als Vorlage für weitere Nachahmungen dienen und dies über einen längeren Zeitraum hinweg. Vor allem germani...
Barber-Typen
Nach dem Chefgraveur Charles E. Barber benannte Typen des Dime (10-Cent),Quarter (1/4-Dollar) und Half (1/2-Dollar), die zwischen 1892 und 1915/16 ausgegeben wurden. Am 28. September 1891 wurde dem US-amerikanischen Schatzamt die Erlaubnis erteilt, den Entwurf der Münzen zu erneuern, deren Gepräge ein Vierteljahrhundert oder länger unverändert geblieben war. Das Schatzamt entschied sich, die Dimes, Quarters und Halves zu erneuern, die seit 1830 die von Christian Gobrecht konzipierte "sitzend...
Barbonaccio
Volkstümliche Bezeichnung des 1806 auf 6 Soldi gesunkenen toskanischen Barbone, einer toskanischen Münze, die auf die Hälfte ihres ursprünglichen Werts gesunken war. Die italienische Bezeichnung ist eine Verkleinerungsform von Barbone und bedeutet Bärtchenträger.
Barbone
Toskanische Groschenmünze zu 12 Soldi, die seit der Mitte des 15. Jh. in Lucca geprägt wurde. Den Namen Barbone (Bartträger) erhielt die Silbermünze nach der bärtigen Darstellung des Christus auf ihrem Münzbild.
Barbuda
Portugiesische Silbermünze zu 3 Dinheiros, unter Ferdinand I. (1367-1383) geprägt. Die Vs. zeigt das Profil des behelmten Kopfes des Königs mit offenem Visier, die Rs. Schild über Kreuz. Es wurden auch Halbstücke herausgegeben.
Barduleck, Max
Deutscher Medailleur, Münzgraveur und Stempelschneider, der zwischen 1865 und 1911 in Kursachsen arbeitete. Bis 1887 war er an der Münzstätte Dresden und - nach deren Schließung im Zuge der Modernisierung 1887 - an der neuen sächsischen Münzstätte Muldenhütten tätig. Das Gros der Entwürfe und Stempelschnitte für die königlich-sächsischen Münzen während eines Zeitraums von 46 Jahren geht auf Bardoleck zurück. Zudem ...
Bärenklauengroschen
Bezeichnung der Kippermünzen (Groschen) des Herzogs Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, die auf den Vs.n die Bärenklauen des Wappens der Grafschaft Hoya tragen.
Bärentaler
Zeitgenössische Bezeichnung für Talermünzen der Stadt St. Gallen aus dem 17. und 18. Jh., die nach dem Münzbild - einem Bären im Wappen - benannt wurden.
Bargeld
Bezeichnung von gesetzlichen Zahlungsmitteln in Zirkulationsform. Zur Zeit der Metallwährung wurde in Form klingender Münze, mit der Einführung der Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel zusätzlich mit Geldscheinen bezahlt. In neuerer Zeit nimmt die bargeldlose Zahlung mittels Scheck, Überweisung und Abbuchungsermächtigung zu. Aufgrund dieser Entwicklung wird bisweilen eine Zukunft prognostiziert, in der das Bargeld überflüssig werden wird.
Barinha
Notgeld von Portugiesisch-Mosambik, nach seinem rechteckig-barrenförmigen Aussehen benannt: Die goldene Barhina von 1835 im Wert von 400 Reis trug eingepunzt ein "M" im Perlkreis und die Gewichtsangabe 2 1/2 (Matical). Die halbe Barinha zu 1 1/4 Matical verschwand wegen ihres versehentlich zu hohen Feingoldgehalts sofort wieder. Die meisten Exemplare wurden eingeschmolzen und sind deshalb heute sehr selten. Die silberne Barinha von 1843 entsprach einer Onca (Unze) und galt 6 Cruzados. Sie ...
Barock
Bezeichnung des Kunststils und der Epoche (etwa zwischen 1600 und 1730). Das Zeitalter des Barock folgte auf die Renaissance und wurde vom Rokoko abgelöst. Der Begriff Barock ist vermutlich von "barucca" abgeleitet, der Bezeichnung für eine unregelmäßig geformte Perle. Im Gegensatz zum Renaissance-Stil, der durch ein Gleichmaß gekennzeichnet ist, lässt sich das Barock durch ein Übermaß, eine emotionaleÜberschwänglichkeit, charakterisieren. Der...
Barre
Französische Stempelschneider- und Medailleurs-Familie, die an der Pariser Münze tätig waren. Der bedeutendste ist Jean-Jacques Barre (1793-1855), der im Jahr 1843 den Posten eines "Graveur général" (Chefgraveur aller Münzateliers Frankreichs) an der Pariser Münze antrat. Er schnitt seit den 30er Jahren des 19. Jh.s die Stempel für die französischen Münzen unter "Bürgerkönig" Louis-Philippe und nach der Februar-Revolution 1848 für Louis Napoleon. Als Medailleur hinterließ er eine V...
Barren
In verschiedene Formen gegossene Metalle zu Tausch- und Zahlungszwecken von vorgeschichtlicher Zeit bis in die Neuzeit. Schon im 2. Jahrtausend v. Chr. finden sich doppelbeilförmige Kupferbarren, die sich kaum von Kümmerformen des Gerätegelds unterscheiden. Von Barren spricht man aber eigentlich erst, als vorgewogene Gusskuchen auftauchen, die wie der Boden des Tiegels, in dem sie gegossen wurden, geformt sind. Die ältesten stammen aus dem 8. Jh. v. Chr. mit dem eingeritzten Namen eines Heth...
Bartgroschen
Volkstümliche Bezeichnung für einen sächsischen Groschentyp, der 1492 und 1493 in Schneeberg und Zwickau geprägt wurde. Die Münze ist nach der Darstellung der Vorderseite benannt, die den sächsischen Kurfürsten Friedrich III. (1486-1525) mit Bart zeigt. Der Bartgroschen enthielt 1,28 g Silber und galt 12 Pfennige, auf einen Goldgulden entfielen 21 Bartgroschen.
Bärtichter Groschen
Beiname des sächsischen Judenkopfgroschens aus der Mitte des 15. Jh.s im Wert von 9 Pfennigen oder 18 Hellern. Der Name leitet sich von der Darstellung des bärtigen Kopfes als Helmschmuck ab.
Bartkopeken
Volkstümliche Bezeichnung, die sich eingebürgert hat und noch heute von Sammlern verwendet wird. Eine missverständliche Bezeichnung, denn es handelt sich nicht um Kopeken (Münzen), sondern um Kupfermarken, die als Zeichen der Bezahlung der Bartsteuer im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jh. geschlagen wurden. Deshalb werden sie exakter als Bartzeichen bezeichnet.
Bartzeichen
Kupfermarken, die 1698, 1699, 1705, 1724 und 1725 als Zeichen für die Bezahlung der Bartsteuer geprägt wurden und oft irrtümlich als Bartkopeken bezeichnet werden. Damals war Peter der Große (1682-1725) Zar des rückständigen Russland, das - gemessen an westeuropäischen Standards - noch in mittelalterlichen Zuständen verharrte. Der weitgereiste Zar befand sein Land für dringend reformbedürftig. Seinem Ziel, Russland durch Reformen (u.a. durch ein...
Baselstab
Das Wappenbild von Basel, das sich aus dem Bischofsstab entwickelte. Der kurze Stab ist ungewöhnlich geformt und lässt sich in einen unteren und einen oberen Teil gliedern. Das untere Gebilde läuft fächerförmig, seitlich nach außen geschwungen aus, in der Mitte ist eine hervorstehende, spitz zulaufende Zunge zu sehen, ähnlich wie eine Kirchenglocke (mit Klöppel). Der obere Teil des Stabes läuft schneckenförmig eingerollt aus. Der Baselstab tauch...
Basilikon
Zeitgenössische Bezeichnung der byzantinischen Silbermünze im Wert von 1/12 Hyperpyron, zu Beginn des 14. Jh.s zur Bezahlung katalanischer Söldner geprägt. Der Name leitet sich aus dem griechischen Wort Basileus (König bzw. Kaiser) ab, nach der Darstellung der byzantinischen Kaiser Andronikos II. und Michael IX. auf der Rückseite der Münze.
Basilisk
Antikes Fabeltier, ein Mischwesen zwischen Drachen und Hahn. Das Wort leitet sich vom griech. Wort für kleiner König ab. Der Basilisk ist als Schildhalter des Wappens (Baselstab) auf Baseler Prägungen zu sehen.
Battezone
Volkstümliche Bezeichnung für eine florentinische Groschenmünze aus dem beginnenden 16. Jh. Der Name leitet sich von "battista" (Täufer) ab, nach der Darstellung Johannes des Täufers auf der Vorderseite.
Batzen
Schweizerische, süddeutsche und oberitalienische Silbermünzen zu 4 Kreuzern, die Ende des 15. Jahrhunderts eingeführt wurden, als die Groschen in der Schweiz und Süddeutschland knapp geworden waren. Die Herleitung der Benennung „Batzen“ oder „Rollbatzen“, wie die frühe zeitgenössische Bezeichnung lautete, ist bis heute umstritten. Früher wurde der Münzname meist aus der Bezeichnung für das Berner Wappentier „Bätz“ (Bär) abgeleitet, denn in Bern wurden 1492 zum erstenmal Ba...
Baudekin
Im weiteren Sinn Bezeichnung der spätmittelalterlichen kleinen Groschenwerte (Doppelsterling), die in den Niederlanden noch vor den Nachprägungen des französischen Gros tournois ausgegeben wurden. Im engeren Sinn ist mit Baudekin ein Typ des Doppelsterlings gemeint, der einen galoppierenden Reiter auf der Vs. zeigt. Die Münze im Wert von 2/3 des Gros tournois wurde 1269 von Margarete von Konstantinopel (Gräfin von Flandern und Hennegau) im Hennegau eingeführt. Ihre ...
Bauerngroschen
Volkstümliche Bezeichnung für Groschenmünzen der Stadt Goslar zu 12 Goslarer Pfennigen, die von 1477 bis ins 16 Jh. geprägt wurden. Der Name leitet sich von der schlechten Ausprägung des Münzbildes ab: Die Apostel Simon und Judas mit Stab und Säge wurden von der Bevölkerung für Bauern gehalten.
Bauerntaler
Keine Münze, sondern eine Marke zur Einladung der Bauern zu Versammlungen in den ländlichen Gebieten Westfalens. Der Gemeindevorsteher (Burrichter) verteilte je eine Marke an zwei ausgewählte Bauern, die sie ihrerseits möglichst schnell weitergaben usw., bis sie schließlich bei einem Bauern zusammentrafen, der sie dem Vorsteher sofort wieder zurückgeben musste. Die Bauern- oder Burtaler waren meist mit Inschriften versehen, die zur eiligen Weitergabe mahnten.
Bauschen
Kupfermünze der Reichsstadt Aachen im 17. und 18. Jh. Das 4-Heller-Stück wurde ab 1604, das 3-Bauschen-Stück zu 12 Hellern in sehr großen Mengen in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s geprägt.
Bawbee
Schottische Kleinmünze aus Billon von König James V. (1513-1543) eingeführt. Das Gepräge zeigt avers einen Distelkopf, auf der Rs. ein Andreaskreuz und wurde unter Maria Stuart weitergeprägt. Zur Zeit Charles II. (1660-1685) wurden kupferne Bawbees zu 6 schottischen Pence ausgegeben. Die Herleitung des Namens ist umstritten: Schrötter vermutet eine Verballhornung der Bezeichnung "bas billon" (unterwertige Billonmünze). Die Münzbezeichnung wird auch vom Ade...
Bay-Münzen
Auch Boston-Münzen, sind ursprüngliche Bezeichnungen der in der Stadt Boston (New England) 1652 ausgebrachten Münzserie zu 3, 6 und 12 Pence. Die Benennung ist von der Bezeichnung der Meeresbucht (Boston- oder Massachusetts-Bay) abgeleitet, an der die Hauptstadt von Massachusetts (vormals englische Kolonie, heute US-Bundesstaat) liegt. Die später (seit etwa 1680) Pine Tree-Münzen (dt.: Kiefernbaum) genannte Münzserie gehört zum Massachusettsgeld, den ersten in den Kolonien New Englands ge...
Bayrischer Kreis
Zu den Münzständen des Bayrischen Reichskreises im Römisch-Deutschen Reich zählen das Herzogtum (Kurfürstentum) Bayern (Münzprägungen von 1506 bis 1805), die Pfalzgrafschaften Oberpfalz (1500-1794), Pfalz-Neuburg (1504/5-1535, 1621-34, 1674/75) und Pfalz-Sulzbach (1682, ca. 1700), die Grafschaft Haag (1545-49), die Landgrafschaft Leuchtenberg (1514-1553), die Reichsstädte Regensburg (1508-1803) und Donauwörth (1543-48), ferner das Erzbistum Salzburg (1500-1803, 1803-1806 Kurfürstentum)...
Bazarucco
Portugiesische Kolonialmünze im ostindischen Goa und Diu zwischen dem 16. und 19. Jh. Die Kleinmünze wurde aus einer Kupfer-Zinn-Legierung mit Bleibeigabe ausgemünzt. Seit 1700 wurden nur noch Mehrfachnominale geschlagen, 1722 galten 75 Bazarucco ein Xerafim, Ende des 18. Jh.s entfielen in Diu 750 Bazarucco auf eine Rupie.
BB
1. Münzzeichen der Münzstätte Straßburg von 1697 bis zur Schließung der städtischen Münze 1870.2. Abkürzung für den Erhaltungsgrad bellissimo ("sehr schön") in Italien.
BC
Abkürzung für die spanische Bezeichnung des Erhaltungsgrades "schön" (bien conservada) in den spanisch sprachigen Münzkatalogen.
Beau
Französische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad „schön“ einer Münze, in Münzkatalogen meist mit B abgekürzt.
Bechot, Marc
Französischer Stempelschneider, der 1547 mit dem Posten eines "Graveur général" betraut wurde, der die Aufsicht über die Herstellung der Münzstempel vorsah. Die Münzstempel für die Münzen des französischen Königreichs wurden nun in der Pariser Münze gefertigt und an die kleinen Provinzmünzstätten verteilt, die zuvor zum Teil dilettantische Stempelschnitte in Eigenregie besorgt hatten. Die zentralistische Reformmaßnahme f&...
Bechtler
Die deutschstämmigen Metallurgen und Mechaniker August und Christopher Bechtler zählen zu den Pionieren der Territorialgoldmünzung( Territorial Gold) in den USA. Ihre private Münzanstalt in Rutherforton (North Carolina) ist wohl die langlebigste Prägeanstalt ihrer Art. Dort prägten sie zwischen 1831 und 1842 aus dem ausgebeuteten Gold 1-, 2 1/2- und 5-Dollar-Stücke. Die vollwertigen Goldstücke tragen alle Wert-, Feingehalt- und Gewichtsangaben, die Umschr...
Becker'sche Fälschungen
Große Anzahl von Fälschungen und Phantasieprägungen des zugleich größten und genialsten Münzfälschers Carl Wilhelm Becker (1772-1830). Er brachte sich die Stempelschneidekunst autodidaktisch bei und begann etwa um 1805 mit den Fälschungen antiker Münzen. Als Schrötlinge benutzte er häufig abgegriffene und billige Originale und schlug seine Prägungen darüber. Daneben erfand er auch Gepräge, die es nie gegeben hatte. Das antike Aussehen verlieh er seinen Kopien, indem er sie, in eine...
Beichlingtaler
Spezieller Typ des Bankotalers aus dem Jahr 1702, der einen politischen Skandal auslöste. Normalerweise zeigten die Prägungen des polnisch-sächsischen Bankotalers im Jahr 1702 auf ihrer Münzvorderseite die um ein Wappen gelegte Kette des dänischen Elefantenordens, dem August II. (der Starke) angehörte, der in Personalunion Kurfürst von Sachsen und König von Polen war. Der auf Veranlassung des kursächsischen Großkanzlers Graf von Beichlingen geprägte Beichlingtaler zeigte statt der Ord...
Beichttaler
Breite Schaumünzen aus dem Jahr 1663 zu 4, 1 1/2 und 1 Taler, die der sächsische Kurfürst Georg II. (1656-1680) vermutlich als Beichtgeld - das ist die Abgabe des Beichtenden an den Beichtvater - benutzt hat.
Beiersgulden
Jansgulden
Auch Beyers- oder Jansgulden ist die niederländische Bezeichnung für die unter Johann von Bayern (Jan van Beieren, 1420-1425), dem Regenten von Holland geschlagenen Goldgulden (Florene), die auf der Vs. fünf Schilde, auf der Rs. Johannes den Täufer zeigen.
Beilgeld
Axtgeld
Vormünzliches axt- und beilförmiges Zahlungsmittel, das zum Gerätegeld zählt. Äxte und Beile waren ursprünglich multifunktionale Arbeitsgeräte und Waffen, die beim Hausbau, dem Schlachten, der Jagd und im Krieg unentbehrlich waren. In voneinander unabhängigen Kulturen haben sich zu verschiedenen Zeiten die alltäglichen Gebrauchsgegenstände, darunter auch Hacken, Spaten, Messer, Lanzen- und Speerspitzen zu Zahlungsmitteln entwickelt. Die Verwendung von Steinbeilen und -äxten al...
Beiname
Seit Alexander dem Großen (356-323 v. Chr.) legten sich die hellenistischen und später auch die römischen Herrscher Beinamen zu, die in der Regel in abgekürzter Form auf Beschriftungen antiker Münzen erscheinen. Dabei handelt es sich meist um Beinamen, die Eigenschaften ausdrücken wie etwa Philipator (der seinen Vater liebende), Epiphanes (der Glänzende) oder Soter (der Retter). Die römischen Kaiser führen oft Ruhmes- und Siegesnamen wie Invictus (de...
Beischlag
Nachprägung einer verbreiteten Münze durch einen anderen Münzherrn. Die Nachahmungen imitierten nur selten detailgenau ihre Vorbilder. Meist wurden absichtlich ein paar Kleinigkeiten verändert, um so dem Vorwurf des Münzbetrugs zu begegnen. Hinter einigen Beischlägen verbarg sich oftmals eine Münzverschlechterung, vor allem einige italienische Münzherren erzielten im 16. und 17. Jh. mit den Nachahmungen deutscher, schweizerischer, österreichischer und niederländischer Münzen betrüger...
Beischrift
Schriftliche Beifügung auf Münzen, die sich auf das Münzbild beziehen. Dabei kann es sich um ein Wort handeln, das die Darstellung auf der Münze einfach benennt, z.B. "Apollo" zum Bildnis des gleichnamigen Gottes. Beispiele für Mehrwortbeischriften sind die vielen Münzumschriften, die den dargestellten römischen Kaiser mit allen Titeln und Beinamen nennen. Es gibt auch erläuternde Beischriften, z.B. die Darstellung des Kaisers Germanicus begleitend "SIGNIS...
Beiwähr
Bezeichnung der minderwertigen Währung, die im Rahmen der Doppelwährung in Sachsen und Thüringen in der Mitte des 15. Jh.s galt. Nach der Münzordnung 1444 wurden die minderwertigen Schildgroschen, von denen 26 auf den Gulden gingen, als Beiwähr ausgegeben. Als Oberwähr galten die guthaltigen Judenkopfgroschen (Bärtichter Groschen), von denen 20 Stück auf einen Goldgulden gingen. Da das Volk die Beiwähr nicht annahm, wurde die Oberwähr (wegen des ungünstigen Verhältnisses Silber zu Go...
Beizeichen
Bastardfaden
Bilder, Buchstaben oder sonstige kleine Zeichen, die auf Münzen häufig wechseln. Der Begriff ist der mittelalterlichen Heraldik entlehnt und bezeichnet die kleinen Zeichen im Wappen, die eine Linie der Familie von der anderen unterscheidet. Meist legten sich die Seitenlinien der Fürstenhäuser ein Beizeichen im Wappen zu, die Stammlinien verwendeten Wappen ohne einen Zusatz. Zu den heraldischen Beizeichen gehört auch der Bastardfaden, ein schmaler Balken von links oben nach rech...
Beizen
Chemisches Verfahren zu Beseitigung von Münzbeschädigungen, die durch Oxidation bei der Herstellung von Münzen entstehen. Das Beizen ist eine Fortentwicklung des Weißsiedens und wurde seit dem beginnenden 19. Jh. zur chemischen Behandlung bei der modernen Produktion von Silbermünzen angewendet. Die vormals verwendeten Lösungen aus Kochsalz und Weinstein wurden durch Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid ersetzt, das Beizverfahren fortlaufend automatisiert. In D...
Belagerungsmünzen
Sammelbezeichnung für Notmünzen in belagerten Städten und Festungen zur Aufrechterhaltung des Zahlungsverkehrs und zur Bezahlung der Soldaten. Diese Münzen wurden meist in Klippenform (Klippen), aber nicht immer mit vollem Metallwert ausgegeben und sollten nach dem Krieg gegen Kurantgeld umgetauscht werden, was aber nicht immer eingehalten wurde. Die Münzbilder waren sehr einfach gestaltet, meist mit Inschriften, Abkürzungen der einzelnen Nominalen und/oder dem Stadtwappen versehen.Zu den ...
Belgischer Franken
Beim belgischen Franken, der auch als belgischer Franc (Plural: Francs) bezeichnet wird, handelt es sich um die Währung Belgiens, die von 1832 bis 2001 im Umlauf war. Während die Währung in der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Franken genannt wurde, bezeichnete man sie in Österreich und Deutschland in der Regel als Franc. Auf den Münzen finden sich die Umschriften „Frank“ (niederländisch) und „Franc“ (französisch), auf den Banknoten ist zusätzlich auch die Umschrift „Fra...
Belli, Valeriano
Berühmter Gemmenschneider der Renaissance, der auch Stempel für Münzen und Medaillen schnitt, nach eigenem Zeugnis über 150 Stück. Unter den Päpsten Clemens VII. (1523-1534) und Paul III. (1534-1545) und dem Kardinal Farnese arbeitete er an der vatikanischen Münzstätte und schnitt Stempel für Münzen des Kirchenstaats, u.a. für einen doppelten Ducato di Camera unter Clemens VII. Eine seiner Medaillen zeigt ein schönes Selbstporträt.
Bellissimo
Italienische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad „sehr schön“ einer Münze, meist mit BB abgekürzt.
Bello
Italienische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad „schön“, in italienischen Münzkatalogen mit B abgekürzt.
Bellona
Römische Kriegsgöttin, deren Kopf auf frühen Bronzemünzen der Römischen Republik auf der Uncia und der seltenen Quartuncia erscheint.
Belohnungsmedaillen
Sammelbezeichnung für Prämien-, Preis-, Schulprämien- und Verdienstmedaillen.
Benediktuspfennige
Keine Münzen, sondern Wallfahrtspfennige, Weihe- und Amulettmünzen, die auf ihren Geprägen den heiligen Benedikt von Nursia (480-503) zeigen. Dieser wird meist mit erhobenem Kreuz auf der Münzvorderseite dargestellt, revers zeigt sich ein ovales Schild mit einem länglichen Kreuz, das mit dem Benediktussegen versehen ist: In den Kreuzwinkeln stehen die Großbuchstaben für C(rux) S(ancti) P(atris) B(enedicti), im Längsbalken C(rux) S(acra) S(it) M(ihi) L(ux), im Querbalken N(on) D(raco) S(i...
Benehmschere
Sehr starke Stückelungsschere zum Ausschneiden der Metallplatten (Schrötlingen) aus Metallstreifen (Zainen). Die Benehmschere hielt sich an einigen Münzstätten bis in das 18. Jh., trotz der aufkommenden Stanztechnik seit dem 16. Jh.
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Bergeron, Etienne
Einer der ersten Münzmeister, der sich in Frankreich mit dem damals neuartigen Balanciers( Spindelprägewerk) beschäftigte. Bereits in Troyes (1550-1553) arbeitete er erfolgreich mit dem Stoßwerk, bevor er nach Paris berufen wurde. Dort beschleunigte er die Münzprägung mittels der neuen Techniken. Dies führte zu Widerständen der Münzarbeiter, die sich in ihrem Gewerbe bedroht sahen. Deshalb wechselte er 1557 in das lothringische Herzogtum nach Nancy und führte an der dortigen Münze ebe...
Bergischer Kassentaler
Geringhaltige Talermünze, die 1802-1807 von Kurfürst Maximilian Joseph von Bayern und seinem Nachfolger Joachim von Murat, dem Erzherzog von Berg, in Düsseldorf im Wert von 21 Groschen geprägt wurde. Die Vs. zeigt den Kopf des Fürsten, die Rs. die Wertbezeichnung und später das Landeswappen. Zu Beginn des 19. Jh.s wurde der Wert des Bergischen Talers per Edikt auf 60 Stüber festgelegt, im Geldverkehr aber nur mit 57 Stüber bewertet.
Bergsegentaler
Sammelbezeichnung für alle Ausbeutemünzen, die mit dem Silber einer Region, nicht aus einer bestimmten Grube, geprägt wurden und deren Münzbeschriftung auf die betreffende Region hinweist.
Berieben
Zusätzliche Bezeichnung bei der Beschreibung von Erhaltungsgraden von Münzen. Oft wird der Zusatz „berieben“ oder „leicht berieben“ bei den Erhaltungen „polierte Platte“ (PP) oder „Spiegelglanz“ (PL) gebraucht. Durch unsachgemäße Behandlung kann die polierte (spiegelnde) Fläche kleine Kratzer oder einen unschönen Glanz aufweisen. Diese kleinen Kratzer werden mit dem Zusatz „berieben“ bezeichnet und wirken sich wertmindernd auf den Sammlerwert der Stücke aus.
Berlinga
Volkstümlicher Name für die Lira im Mailand des 16. und 17. Jh.s. Der Name leitet sich möglicherweise vom italienischen Wort "berlingare" ab, was soviel wie "schmausen und dabei schwatzen" bedeutet. Die Berlinga wäre demnach eine Münze, für die man sich einen kleinen Schmaus leisten konnte, vielleicht sogar inklusive eines kleinen Schwätzchens.
Berner
Perner
In der kaiserlichen Münzstätte Verona, althochdeutsch Bern (durch Konsonantenverschiebung), wurden im 11. und zu Beginn des 12. Jh.s kleine schüsselförmige Pfennige, lat. Denarii Veronenses, geprägt. Aufgrund des kleinen Kreuzes auf beiden Münzseiten sind sie auch als Denarii cruciati dokumentiert. Durch ihre ständigen Verschlechterungen wurden sie zu Parvuli Veronenses, zu kleinen Bernern oder Pernern. Trotzdem wurde der Berner zum Vorbild des Piccolo veneto, der von den Dogen Ven...
Bernstein
Bernstein zählt zu den frühesten Zahlungsmitteln im Norden Europas. Es handelt sich um Versteinerungen aus dem Harz von Nadelhölzern, die schon vor 30 bis 50 Millionen Jahren abgestorben sind. Bernstein wird bei Sturmfluten an die Küsten der Nord- und Ostsee angeschwemmt, vor allem in Jütland (Dänemark) und Samland (Ostpreußen). Die Beliebtheit der Steine zur Schmuckherstellung beruht auf einer Palette nuancenreicher Farbtöne, die von hellem Gelblich-weiß bis zu tiefem Braun-rot reichen...
Bernwardsgroschen
Zwei Groschenmünzen der Stadt Hildesheim mit dem Hüftbild des heiligen Bernward auf ihrer Rückseite, der als Bischof von Hildesheim (993-1022) die Bernwardskunst begründete.
Der kleine Bernwardsgroschen wurde erstmals 1468 als Körtling zu 6 Hildesheimer Pfennigen ausgeprägt. Dieser kleine Bernwardsgroschen sank im Wert auf 2 Pfennige und wurde 1495 zum letzten Mal geprägt.
In den Jahren 1522/23 wurde ein großer Bernwardsgroschen zu 12 Hildesheimer Pfennigen ausgeprägt, der ein Drittel d...
Bes
Sehr seltene AE-Münze der Republikzeit im Wert von 8 Unciae. Es ist nur eine einzige Ausmünzung (für C. Cassius), etwa um 115 v. Chr., bekannt. Ihre Vs. zeigt den Kopf des Bacchus n.r., die Rs. einen Schiffsbug, darüber die Schrift C CASSI.
Besa
Kleine Kupfermünze, die von 1909 bis 1924 in der Kolonie Italienisch-Somaliland geprägt wurde. Es gab Stücke zu 1, 2 und 4 Besa. 100 Bese galten 1 Rupie.
Besant blanc
Mittelalterliche Bezeichnung in Westeuropa für eine geringhaltige Goldmünze( Bézant) aus dem Königreich Zypern. Der Legierung war so viel Silber beigemischt, dass die Münze eine weißliche Farbe (blanc) annahm.
Besatzungsgeld
Eingriffe in das Geldwesen eines besetzten Landes von Seiten der Besatzungsmacht waren nach der Haager Landkriegsordnung von 1899 nicht grundsätzlich verboten. Im 1. Weltkrieg gab das Deutsche Kaiserreich in den besetzten Gebieten sog. Besatzungsgeld aus, das meist aus minderwertigen Metallen hergestellt wurde. Auch das von den Alliierten kurz nach dem 2. Weltkrieg ausgegebene Papiergeld wird als Besatzungsgeld bezeichnet.Im 1. Weltkrieg entzog die deutsche Militärverwaltung der belgis...
Beschickung
Im weiteren Sinn ein Ausdruck für die einzelnen metallischen Zusätze und die Brennstoffe in einem metallurgischen Ofen. Auch die gesamte Ofenfüllung wird so genannt. Im alten münztechnischen Sinn bezeichnete der Ausdruck die Zusetzung von Kupfer zur Silberschmelze bzw. von Kupfer und Silber zur Goldschmelze.
Beschneidung
1. Bis über das Mittelalter hinaus war das Beschneiden die gebräuchliche Methode der Justierung. In den Münzstätten wurden übergewichtige Münzen und Klippen so lange an ihren Rändern beschnitten, bis sie das vorgesehene Gewicht erreicht hatten.2. Illegale Verminderung der Münzen durch Schneiden, Bohren und Feilen zu betrügerischen Zwecken. Der Betrug rührte daher, dass der Münze durch Beschneidung Edelmetall abgezwackt und gewinnbringend ver...
Beshlik
Name des türkischen 5-fachen Kurush (5-Piaster-Stücks) im Wert von 200 Para. Der Name leitet sich aus dem türkischen Zahlwort besh (fünf) ab.
Bettlertaler
Talermünzen aus dem 16. und 17. Jh. mit dem Motiv des St. Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel teilt. Nach der Darstellung des Bettlers wurden sie auch Kröpeltaler (mundartlich für Krüppel) und Prachertaler (niederdt. für Bettler) genannt. Die beliebten Sammlermünzen stammen aus Kur-Mainz, Berg, Schwarzburg, Horn, Schwyz und Lucca.
Beutegroschen, -pfennige
Münzen aus dem 16. Jh., die aus erbeutetem Metall, z.B. aus Silbergeschirr oder Kanonen geschlagen worden sein sollen. Die berühmtesten Beutegroschen, die Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen 1542 angeblich aus dem Silbergeschirr des besiegten Herzogs Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel schlagen ließen, sind wahrscheinlich Fälschungen. Der Nürnberger Kriegskommissar Gabriel Nützel, der 1554 die Festung Hohenlandsb...
Bézant
Bisant
Sammelbezeichnungen für die mittelalterlichen Goldmünzen des Byzantinischen Reiches und deren Nachahmungen, auch Besam, Bésant, Bisant und latinisiert Besantius, Byzantius genannt. Sie waren bis zum beginnenden 13. Jh. die bestimmenden Goldhandelsmünzen, auch in Südeuropa. Durch die Kreuzzüge fanden orientalische Goldstücke weite Verbreitung in Europa. In einigen Kreuzfahrerstaaten wurden sie nachgeprägt, so entstanden arabisch-christliche Mischformen dieser Goldmünzen: Die sog. ...
Bezemstuiver
Volkstümliche Bezeichnung für den niederländischen Stuiver aus dem 17./18. Jh. Seinen Namen erhielt er von der Rückseitendarstellung der sieben Pfeile, Symbol für die sieben Provinzen der Generalstaaten, vom Volk als Besen (ndl.: Bezem) verspottet.
Bezzo
Selten geprägte venezianische Billonmünze zu einem halben Soldo. Nach Schrötter leitet sich der Name von dem illyrischen Wort Becs (Kleinmünze) ab. Der Bezzo wurde zuletzt unter dem Dogen Paulo Renier (1779-1789) ausgebracht.
Bezzone
Verkleinerungsform von Bezzo, als Kupfermünze im Wert von 6 Bagattini seit 1626 in großen Mengen für die venezianischen Besitzungen in Dalmatien, Albanien, Kandia (Kreta), und Morea (Peloponnes) ausgegeben.
Bianchetto
Bezeichnung des in Savoyen und im Piemont von der Mitte des 14. bis in das 16. Jh. geprägten Denaro zu 1/12 Grosso. Die Münzbezeichnung hat sich aus dem Diminutiv (Verkleinerungsform) von Bianco gebildet. Es sind auch Beischläge aus der Münzstätte Casale bekannt.
Bianco
Benennung italienischer Denari und Grossi verschiedener italienischer Staaten, die im 16. Jh. weite Verbreitung fanden. Die Bezeichnung leitet sich aus dem italienischen Wort bianco (weiß) ab und bezieht sich, wie beim deutschen Albus und dem französischen Blanc, auf die weiß schimmernde Farbe der Bianchi, ein Zeichen für den hohen Silbergehalt der Münze. Sie wurden besonders häufig zwischen 1563 und 1583 in Savoyen als Groschenmünzen geprägt. Der Kirchenstaat ließ Bianci von der Mitte ...
Bibersteiner
Greger-Selige
Pfennigmünzen der Stadt Görlitz aus der 2. Hälfte des 15. Jh.s. Sie wurden nach dem damaligen Bürgermeister der Stadt benannt.
Bicentennial-Rückseiten
Zur 200-Jahrfeier (Bicentennial) der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1976 schrieb das Schatzamt bereits im Oktober 1973 einen offenen Wettbewerb zur Gestaltung der Rückseiten des Dollars und seiner Teilstücke (Half Dollar und Quarter) aus. Die Vs.n (Kopfbilder der ehemaligen Präsidenten) blieben unverändert, mit Ausnahme der Zeitraum-Datierung "1776-1976". Der Dollar (Vs. Dwight D. Eisenhower) zeigt auf der Rs. der Bicentennial-Ausgabe die gesprungene Freiheitsglo...
Bielefelder Seidengeld
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden im ostwestfälischen Bielefeld "Scheine" aus Seide in Papiergeldformat hergestellt, das zu den Städteausgaben des deutschen Notgelds zählt. Der Wert richtete sich nach der Größe des Formats und war auf den "Stoffscheinen" angegeben. Der Schein konnte bei allenKassen der Leinenweberstadt und des benachbarten Kreises Halle eingelöst werden. Das Seidengeld war meist mit bebilderten Geschichten bedruckt, wie beispielsweise der Seidensche...
Biga
Lateinischer Name für einen antiken zweirädrigen Kampfwagen, der von zwei Pferden gezogen wurde. Das Zweigespann war ein sehr verbreitetes Motiv auf Denaren der frühen römischen Republik, daraus entstand der Ausdruck Bigatus. Die Biga wird als Gefährt für die Götter Victoria, Diana, Luna, Sol, Jupiter etc. mit ihren entsprechenden Zugtieren (neben zwei Pferden auch Stiere, Hirsche, Löwen und sogar Eroten) dargestellt. Siehe auch Quadriga.
Bigatus
Sammelbegriff für die silbernen Denare der römischen Republik. Die Bezeichnung wurde ursprünglich wohl nur für Denare mit dem Motiv der Biga (röm. Zweispänner) verwendet. Schon Tacitus bezeichnete alle Denare der Republikzeit als Bigatus, im Gegensatz zu den späteren Denaren der römischen Kaiserzeit.
Republik-Denar mit Revers-Darstellung einer Biga
Biglietti di credito
Bezeichnung der Einzahlungsquittungen ( Fedi dicredito) im italienischen Genua des 17. Jh.s.
Billets de confiance
Kleingeldscheine, die während der Französischen Revolution von Städten und Privatleuten in Nominalen zu 5, 10, 15 und 20 Sous herausgegeben wurden. Sie dienten als Wechselgeld für die Assignaten.
Billets des Receveurs Généraux
Schuldscheine des absolutistischen Staates Frankreich, die von den Generalsteuereinnehmern (Receveurs Généraux) ab 1710 ausgegeben wurden. Zu diesem Zweck wurde die Caisse Legendre gegründet, die zur Aufgabe hatte, durch den Verkauf der Billets und Steuereintreibung dem Staat Geld zu beschaffen. Diese Billets waren als kurzfristige, verzinsliche Anleihen gedacht, wurden aber in so großen Mengen ausgegeben, dass 1715 Billets im Wert von 32 Millionen Livre tournois nicht m...
Billets patriotiques
Französische Kleingeldscheine, die während des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 nach dem Vorbild der Billets de confiance ausgegeben wurden.
Billon
Französische Bezeichnung für ungemünztes Edelmetall im Mittelalter. Im Englischen hat das Wort "bullion" bis heute diese Bedeutung bewahrt. Der Name leitet sich vermutlich aus dem Französischen "bille" ab, was soviel bedeutet wie "große Kugel", im numismatischen Zusammenhang auch "kugelförmiger Gusskuchen". Im 15. Jh. verschob sich die Bedeutung des Wortes auf Legierungen, die aus Kupfer und Silber geprägt wurden. Die aus einer hochwertigen Kupfer-Silber-Legierung hergestellten Münzen wu...
Billon blanc
Französische Bezeichnung der vorrevolutionären Zeit für die Legierung hochwertiger Billonmünzen, d.h. mit einem Silberanteil von ca. 50%. Zuweilen wurden aber auch große und gewichtige Billonmünzen so genannt, die den vorgeschriebenen Anteil Silber nicht erreichten.
Billonmünze
Münzen, die aus einer Kupfer-Silber-Legierung hergestellt wurden, deren Silberanteil bis zu maximal 50% (500/1000 fein), meist jedoch weniger betrug. Billonmünzen gab es schon seit der Antike, so z.B. viele keltische Münzen; der römische Silberdenar sank unter Kaiser Septimius Severus (193-211) ebenso zur Billonmünze ab wie der Antoninian 50 Jahre später. Dabei war es beliebt, den Münzen durch Weißsieden einen oberflächlichen Silberglanz zu verleihen, um das Absinken des Feingehalts kur...
Binio
Bezeichnung für das Doppelstück des Aureus. Die römische Goldmünze wurde in diesem Nominal nur sehr selten zur Zeit der Severer-Dynastie unter Caracalla, Julia Domna und Elagabal ausgeprägt. Auf den Münzbildern ist der Kaiser mit Strahlenkrone dargestellt.
Binnengeld
Bezeichnung für unterwertige Scheidemünzen, die nur im Inland(Landmünzen) oder in einer Stadt (Stadtgeld) zu ihrem Nennwert galten, außerhalb dieser Bereiche jedoch zu ihrem (geringeren) Metallwert umliefen. Vor allem während der Kipper- und Wipperzeit gab es erhebliche Wertschwankungen.Später wurde das Geld derjenigen Staaten als Binnengeld bezeichnet, deren Währungen strengen Ausfuhrbestimmungen unterlagen, wie dies in einigen Staaten Afrikas oder in Ländern des "Ostblocks" nach dem 2....
Bipkwele
Die Pluralform von Ekwele, die zwischen 1980 und 1984 Münzeinheit der Republik Äquatorial-Guinea war.
Birkamünzen
Schwedisch Birkamynter, ist eine frühere Bezeichnung für Hedeby-Münzen, da man irrtümlich glaubte, die ältesten skandinavischen Münzen wären in der Wikingerstadt Birka hergestellt worden.
Birok
Schweinegeld
Das von den Einheimischen im Süden Neu Irlands (Bismarck-Archipel) Birok genannte Zahlungsmittel wird aufgrund seiner Verwendung für den Kauf von Schweinen hierzulande in Sammlerkreisen als Schweinegeld bezeichnet. Die Geldstränge können eine außerordentliche Länge von bis zu 60 m erreichen, wobei etwa 20.000 Muschel- und Schneckenscheibchen aneinander gereiht sind. Ihre Länge macht die Stücke zu einer der interessantesten Formen des Naturalgeldes. Ein Birok beginnt mit eine...
Birr
Amharische Bezeichnung für die Währungseinheit Äthiopiens (früher Abessinien), die 1893 unter Kaiser Menelik II. auf der Basis des Maria-Theresien-Talers (Talari) eingeführt wurde. Der Birr wurde in Achtel-, Viertel-, Halb- und Ein-Birr-Stücken ausgeprägt. Die Vs. der Münze zeigt den Kopf des Kaisers, die Rückseite einen nach links schreitenden Löwen mit Banner. Bis zur Währungsreform 1933 galt 1 Birr = 16 Gersh = 32 Besa, danach 1 Birr = 10...
Bissolo
Name eines Mailänder Denaro, der unter der Herrschaft der Visconti in der 2. Hälfte des 14. Jh.s im Wert von 1/18 Soldo eingeführt wurde. Das auf dem Münzbild dargestellte Wappentier der Visconti, die Natter (ital. biscia), gab der Billonmünze den Namen.
Bissona
Mailänder Silbermünze, die unter der Herrschaft des französischen Königs Ludwig XII. (1500-1512) im Wert von 3 Soldi herausgegeben wurde. Der Name leitet sich von dem Münzbild zweier bekrönter Nattern (ital. bissolo) zwischen zwei französischen Wappenschilden her.
Bisti
Georgisches Münznominal, das zuletzt 1804-1833, schon unter Leitung zaristisch-russischer Münzmeister, in der Münzstätte Tiflis ausgeprägt wurde. 1 Bisti = 20 Fuli. Seit 1934 galten nur noch russische Zahlungsmittel.
Bit
1. Singular (Einzahl) von Bits.2. Kleinste Unterteilung des Währungssystems in der Kolonie Dänisch-Westindien (St. Thomas und einige kleinere Inseln der Kleinen Antillen) im Wert von 1/5 Cent. 500 Bit = 100 Cents = 5 Francs = 1 Daler. Die Bezeichnung ist von Bits abgeleitet. Zwischen 1905 und 1913 wurden runde Bronzemünzen in den Werten von 1/2 Cent bzw. 2 1/2 Bit, 1 Cent bzw. 5 Bit und 2 Cents bzw. 10 Bit geprägt. Sie zeigen auf den Vs.n die Krone über dem Monogramm de...
Bits
Bezeichnung für Ausstanzungen und Ausschnitte, die aus größeren Silbermünzen, meist spanisch-amerikanischen Pesos( Cut money), herausgetrennt wurden, um den Geldmangel in den vorwiegend britischen Kolonien der Karibischen Inseln (Westindies) und Guyana zu beheben. Der Name leitet sich von dem englischen Wort "bit" (Bissen) ab. Die Bits liefen als Kleinmünzen zwischen der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jh.s zu verschiedenen Werten um, die sich nach Ort und Gewicht ric...
Biunx
Selten ausgeprägtes 2-Uncia-Stück des altitalischen Aes grave nach dem Dezimalsystem, das also dem Sextans im Duodezimalsystem entsprach.
Black Dog
Englischsprachige Bezeichnung für eine geringhaltige Billonmünze zu zwei Sous der Kolonie Französisch-Guyana, die Ende des 18. Jh.s wegen Kleingeldknappheit auch in der Karibik (u.a. British-Westindies) in Umlauf war. Die Bevölkerung der Karibik gab den Stücken wegen ihrer dunklen Färbung (Zeichen des schlechten Silbers) den Spottnamen Black Dogs (schwarze Hunde).
Black Farthing
Zeitgenössische Bezeichnung für die älteste Kupfermünze Schottlands, die 1466 unter König Jakob (James) III. (1460-1488) eingeführt wurde. Ursprünglich galt sie einen halben Penny, der Name geht auf ihren späteren Wert als Viertelpenny( Farthing) und ihre Schwarzfärbung zurück. Das Wort "black" (schwarz) ist allerdings irreführend, da im Mittelalter Geld aus schlechtem Silber als "black money" bezeichnet wurde. Der Typ zeigt auf der Vs. die ...
Blacksmith-Halfcrown
Spöttische Bezeichnung (Hufschmied) für die grobschlächtigen Beischläge des englischen Halbkronen-Stücks, das die katholischen Aufständischen 1642/43 in Irland nachahmten.
Blaffert
1. Bezeichnung norddeutscher und skandinavischer Hohlpfennige aus dünnem Silberblech zu zwei Pfennigen, die zwischen dem 14. und 16. Jh. hergestellt wurden. Der Name leitet sich wohl vom Niederländischen "blaf" (breit) ab und bezeichnet sein breites Erscheinungsbild im Vergleich zu den anderen Hohlpfennigen. Auch sein schlichtes Gepräge mit Strahlenrand trägt zur treffenden Bezeichnung der Münze bei (mittelniederdeutsch: blaff = schlicht).2. Abweichende Schreibweise des...
Blamüser
Neben "Blaumüser" oder "Blaue Mäuse" zeitgenössische spöttische Benennung für die seit 1527 in Nimwegen geprägten minderwertigen Halbstüber-Münzen. Im Niederländischen bedeutete "blau" geringwertig, schlecht. Trotzdem sollen sich die schlechten Münzen wie Mäuse ausgebreitet haben.Die Benennung ging im 17. und 18. Jh. im westdeutschen Raum auf den Arendschelling (Adlerschilling) über, allerdings mit einer Bedeutungsverschiebung. Nach Schröder (Blätter für Münzfreunde, 1/1910) soll...
Blanc
Sammelbegriff für französische Münzen aus dem Spätmittelalter, die analog dem deutschen Albus oder der spanischen Blanca nach ihrer weißen (blanc) Farbe benannt sind. Die Farbe wurde durch den hohen Silberanteil bewirkt oder entstand durch das Weißsieden der Billonmünzen. Die Erstprägungen bestanden meist aus höherwertigen Legierungen(Billon blanc), die ihre weiße Farbe im Umlauf beibehielten. Die Legierungen verschlechterten sich mit der Zeit aber zunehmend. Der französische Blanc wu...
Blanca
Spanische Entsprechung des französischen Blanc oder des deutschen Albus. Auch die spanischen Groschenmünzen wurden zwischen dem 14. und 16. Jh. unter fortlaufendem Wertverfall und bei sinkendem Feingehalt in verschiedenen Typen ausgeprägt, z.B. beim Typ Agnus Dei.
Blanken
Spätmittelalterliche Groschenmünzen aus dem Rheinland, die 1469 in Deutz unter dem Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (1463-1480) im Wert von 2 Weißpfennigen zum ersten Mal ausgeprägt wurden. Die Bezeichnung geht vermutlich auf den Metzblanken zurück, dessen Benennung sich von dem französischen Blanc ableitet. Der Blanken wurde u.a. in Trier, Kurköln, Kleve und Groningen nachgeprägt.
Blanken des Bistums Trier unter Bischoff Johann II. von Baden
Blasiustaler
St.-Blasiustaler
Unterwertige Talermünzen, die seit 1725 in Ragusa (heute Dubrovnik) im Wert von 1 1/2 Siberdukaten oder 60 Grossetti in ungeheuren Mengen geprägt und hauptsächlich ins Osmanische Reich verhandelt wurden. Das Feingewicht der Silbermünze lag nur bei 15,626 g und betrug nur ca. 60% des österreichischen oder deutschen Talers, bei etwa gleicher Größe und Raugewicht. Der Name leitet sich von dem Brustbild des heiligen Blasius ab, die andere Seite zeigt das Stadtwappen. In den 4...
Blasonierung
Beschreibung eines Wappens mittels heraldischer Fachbegriffe (Heraldik) nach genauen Regeln. Das Wort kommt vom französischen blasoner (dt.: ein Wappen erklären). In der Heraldik wurden die Wappen allein durch schriftliche Fixierung, nicht durch bildliche Darstellung bestimmt. Ziel der Blasonierung ist das zuverlässige Zeichnen eines Wappens nach der Beschreibung. Dadurch hatten die Künstler in bestimmten historischen Darstellungen der Wappen, vor allem stilistisch, einen künstlerischen Fre...
Blattgeld
Bezeichnung für gerundete, münzähnliche Metallscheibchen mit Silbergehalt aus dem Norden Thailands. Der Name entstand nach der Musterung auf der konvexen Seite, die Ähnlichkeit mit den Rippen des Blattes eines Laubbaums aufweist, deshalb auch Laubgeld genannt. Die silberhaltigen Scheiben haben einen Durchmesser von 30 bis 40 mm. Ob es sich um Amulette, traditionelle Zahlungsmittel oder Token handelt, ist noch ungeklärt.
Blaue Gulden
Niederländisch "blauwe guldens", war eine zeitgenössische Bezeichnung für drei unterwertige Goldmünzen aus den Niederlanden. Der 16-karätige Goldgulden unter Herzog Reinald von Geldern (1401-1423) erreichte nur zwei Drittel des Feingehalts des Rheinischen Goldguldens. Der Spottname ging danach auf die Ho(o)rngulden und Knappkuchen(Knappkoek) über, die im Vergleich zum Rheinischen Gulden nur die Hälfte des Feingehalts erreichten. In allen Fällen weist "blau" auf die Unterwertigkeit der M
Blei
Das chemische Element (Pb) wurde sehr selten zur Herstellung von Münzen verwendet, weil es zu weich ist und an der Luft zerfällt. Als Bestandteil von Bronze kommt das Metall gelegentlich als Ersatz des teureren Zinns vor. Die Reste von Blei in Legierungen antiker Münzen zerstörten die meisten alten Stücke (Bleifraß). Zur Herstellung griechischer Gewichte, Notmünzen und Marken, den römischen Tessarae, fand das Blei seit der Antike Verwendung, weil es sich leicht gießen und formen ließ. ...
Bleiabschlag
Die aus runden Bleistücken (Bleironden) hergestellten Abschläge wurden zu Prüfzwecken verwendet. Das weiche Blei hatte den Vorteil, dass es die manchmal noch nicht gehärteten, unfertigen Stempel nicht beschädigen konnte; außerdem war es billig. Sofern noch Stempel vorhanden waren, wurden auch nachträglich Bleiabschläge von seltenen Münzen und Medaillen gefertigt, um die fehlenden Stücke in Sammlungen zu ergänzen Vor allem im 18. Jh. wurden ...
Blindprägung
Numismatische Bezeichnung für die einseitige Beprägung einer Münze oder Medaille. Die unbeprägte Seite wird dann als blinde Seite bezeichnet.
Blob
Zeitgenössische Benennung der großen 5-Cents-Stücke, die in der britischen Kolonie Ceylon (heute Sri Lanka) zwischen 1870 und 1892 geprägt wurden. Die Vs. zeigt die Büste des englischen Monarchen, die Rs. eine Palme und die Wertangabe in der Umschrift. Im Jahr 1909 wurden sie durch kleinere viereckige Kupfer-Nickel-Münzen ersetzt.
Blum, Johann
Deutscher Medailleur, der fast dreißig Jahre (1631-1660) in Bremen vorwiegend für die braunschweigischen und sächsischen Fürsten sowie das Haus Oranien arbeitete. Bekannt wurde Blum als Barockmedailleur, der eine Vielzahl von Miscellaneamedaillen herstellte. Berühmt sind auch die Bremer Roland-Medaillen und die Hochzeitsmedaille auf die Vermählung des späteren englischen Königs Wilhelm von Oranien mit Maria (1677), der älteren Tochter des englischen ...
Blumengeld
Flower-Money
Sammlerbezeichnung (engl. Flower money) für runde, dünne und silberne Gusskuchen in den Bergen Nordthailands und in den Grenzregionen von Birma. Ihr Oberseitenmuster erinnert an Eisblumen, daher der Name. Es handelt sich um die ältesten Zahlungsmittel dieser Region. Ihr genaues Alter ist unbekannt, man vermutet, dass sie schon seit der 2. Hälfte des 14. Jh.s. in Gebrauch waren. Man nimmt an, dass die Barren mit der Oberfläche auf Lehmboden gegossen wurden, wodurch das Eisblumen...
Blumentaler
1. Schweizerische Bezeichnung für den Taler aus der Stadt Zug von 1564. Die Münze ist nach der Darstellung auf der Rs. benannt, einer Blume (Rose) als Beizeichen zwischen den Beinen des heiligen Michael.2. Zeitgenössische schweizerische Benennung für den französischen Ecu blanc (Typ: Ecu aux lauriers, in Deutschland Laubtaler genannt). Die Bezeichnung entstand nach den drei Fleur de lis (Lilienblüten) im bourbonischen Wappen.3. Sammlerbezeichnung für einen Tal...
Blutdollar
US-amerikanische Sammlerbezeichnung für die unter Landgraf Friedrich II. (1760-1787) in Hessen-Kassel geprägten Taler aus den Jahren 1776/78/79. Vermutlich wurde mit diesen Talern das Handgeld für die hessischen Söldner bezahlt, die in den Diensten Großbritanniens gegen die aufständischen amerikanischen Kolonien eingesetzt wurden. Im deutschsprachigen Raum ist die Münze unter der Bezeichnung Sterntaler bekannt.
Blutklippen
Schwedische Klippen (schwedisch: blodsklippingar) aus dem Jahr 1568 zu 8, 4, 2 und 1 Mark sowie 4 Öre (1/2 Mark), die Herzog Johann von Finnland (König Johann III. von 1569-1592) und sein jüngerer Bruder Karl Herzog von Södermanland (König Karl IX. von 1604 bis 1611) zur Besoldung ihrer Truppen im Kampf gegen König Erich XIV. (1560-1568) in Vadstena schlagen ließen. König Erich XIV. von Schweden hatte 1567 eine ganze Reihe schwedischer Adliger hinrichten ...
Blutzger
Bluzger
Kleine schweizerische Landmünze, die im frühen 16. Jh. vom Bistum Chur eingeführt und von der Stadt Chur, den Freiherren von Haldenstein und Reichenau, dem Halbkanton Appenzell-Innerrhoden und dem Kanton Graubünden übernommen wurde. Die Graubündner Blutzger hielten sich bis in die Mitte des 19. Jh.s im Wert eines Sechstelbatzens. Die Herleitung des Namens ist umstritten. In Münzkatalogen ist auch die Schreibweise Bluzger (ohne „t“) zu finden.
Bo(u)rdelois
Bezeichnung für den französischen Denier, der als Billonmünze von der Regierungszeit König Ludwigs XI. (1461-1483) bis zur Münzreform 1539 in Bordeaux (Muschel als Münzzeichen) geprägt wurde.
Böcke
Zeitgenössische Bezeichnung der schweizerischen Örtli oder Viertelgulden im 17. Jh. Der volkstümliche Name leitet sich von dem Wappentier Schaffhausens ab, einem Bock, der aus einem Tor springt. In Schaffhausen wurden 1656 erstmals Böcke mit einem Silbergewicht von nur 3 g ausgegeben. Nach Schrötter sollte der Münzmeister der Stadt die schweren Stücke mit einem Bockskopf nachstempeln, schmolz diese aber ein und stempelte nur die leichten nach. Ebenso schlechte Örtli wurden zwischen 1672 ...
Bocksmünzen
Süddeutsche Bezeichnung für die Prägungen der schweizerischen Stadt Schaffhausen, die mit der Darstellung des Wappentiers, des aus einem Tor springenden Bocks, versehen sind. Das Motiv taucht sowohl auf dem Taler (Bockstaler) wie auch auf Pfennigen (Bockspfennige) der Kantonshauptstadt auf.
Bodenseebrakteaten
Südschwäbische-Brakteaten, Constancienses
Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Brakteaten des 12. und 13. Jh.s aus dem Bodenseeraum. Im Unterschied zu anderen im mittelalterlichen Deutschland umlaufenden Hohlpfennigen charakterisiert diese Gruppe ihr verhältnismäßig kleiner Durchmesser von ca. 23 mm und vor allem ein verzierter Wulstrand. Die Randornamente bestanden bis etwa 1230 aus ca. 30 großen Perlen, dann aus einer Kombination von Kreuzen und Vierecken bzw. Kreisen, ab 1250 verziert...
Bodle
Beiname des Turner, einer schottischen Kleinmünze zu 2 Pence. Die Münze wurde zu Beginn des 17. Jh.s unter König Jakob VI. (in England Jakob I.) eingeführt, der in Personalunion das englische und schottische Königreich vereinte. Ursprünglich hieß die Münze Turner und bekam 1642 den Beinamen Bodle. Die Herkunft des Namens ist ungewiss.
Bogenschützen
Bezeichnung der Griechen (griech. toxotai) für antike persische Goldmünzen (Dareikos) nach dem Münzbild eines Bogenschützen (Knielauf-Figur) auf den Vs.n.
Dareike des persischen Großkönigs Artaxerrxes I.
Böhm
Name für das 3-Kreuzer-Stück, der wohl aus der Bezeichnung "böhmischer Groschen" herrührt, wie der Prager Groschen im deutschsprachigen Raum auch genannt wurde. In Schlesien ging der Name auf den preußischen Silbergroschen des 19. Jh.s und im späten 19. Jh. sogar noch auf das 10-Pfennig-Stück (Groschen) des Deutschen Reichs über.
Böhmisch
Seltsames kleines Münznominal der Abtei Fulda, das nur 1724 unter Fürstabt Konstantin von Buttlar (1714-1726) geprägt wurde. Es gab zwei Münzwerte, die beide auf den Vs.n ein gekröntes vierfeldiges Ovalwappen zeigen. Die Rs.n tragen die Wertbezeichnung I bzw. II/BÖH/MISCH zwischen Zweigen. Die Bezeichnung ist wohl von Böhmischer Groschen abgeleitet, der zu dieser Zeit schon lange nicht mehr im Umlauf war, aber im Gebiet von Fulda noch als Rechnungsmünze ga...
Böhmischer Groschen
Der Prager Groschen wurde in Deutschland später als Böhmischer Groschen bezeichnet und hielt sich, als die Prägung der einflussreichen Münze aufgegeben worden war, noch lange Zeit als Rechnungsmünze.
Boîte
Französische Bezeichnung für Büchse, Schachtel. In der französischen Numismatik entspricht die Bezeichnung "boîte" dem deutschen Ausdruck Fahrbüchse, die der Aufbewahrung und dem Transport von Münzproben diente. Im 16. Jh. wurden in Frankreich die "boîtes" regelmäßig zur Prüfung des Feingehalts und des Gewichts der Proben nach Paris geschickt.
Boletten
Das Wort ist vermutlich vom italienischen "bolla" = Siegel abgeleitet und geht auf das lateinische "bulla" zurück. Polletter.
Bolivar
Währungseinheit Venezuelas seit 1879, nach Simón Bolívar (1783-1830) benannt, dem südamerikanischen Nationalhelden und Befreiungskämpfer gegen den spanischen Kolonialismus. 1 Bolivar = 100 Céntimos.
Boliviano
Nach dem Nationalhelden Simón Bolívar benannte Währungseinheit der Republik Bolivien, die 1864 mit der Umstellung auf die Dezimalwährung eingeführt wurde und 1864 bis 1963 galt. Nach Inkrafttreten der Währungsreform wurde am 1. Januar 1987 der Name wieder auf den Nachfolger des bolivianischen Peso (Peso Boliviano) angewendet. 1 Boliviano = 100 Centavos (ursprünglich Centesimos). Der Bolivar wurde ursprünglich in 900er Silber im Gewicht von 25 g gem&uum...
Bolognino d'oro
Bezeichnung für eine Goldmünze, die zwischen 1376 und 1506 im oberitalienischen Bologna ohne Jahresangabe geprägt wurde. Auf der Vs. ist der hl. Petrus, auf der Rs. ein Löwe mit Banner dargestellt. Die Goldstücke wurden zur Republikzeit (1376-1500) und unter Giovanni Bentivoglio I. (1401/02) und Giovanni Bentivoglio II. (1463-1506) geprägt. Es gibt auch einige seltene Doppelstücke.
Bolognino grosso
Name der ab 1236 in Bologna geschlagenen Silbermünze (später Billon) zu 12 Bolognini piccoli. Die Groschenmünzen wurden in zahlreichen nord- und mittelitalienischen Städten nachgeahmt, z.B. in Rom, Ferrara, Modena, Mantua und Perugia. Vor allem die Päpste fertigten eine Reihe von Beischlägen an. So ließ Papst Urban V. 1368 einen sog. Bolognino Romano im halben Wert des Grosso papale prägen, der seinerseits wiederum nachgeahmt wurde. Papst Innozenz VI. (13...
Bolognino piccolo
Der Denaro ist nach seinem Prägeort, der oberitalienischen Stadt Bologna benannt. Die Prägung der Bolognini piccoli geht auf die Verleihung eines Münzprivilegs 1191 durch den deutschen Kaiser Heinrich VI. an die Stadt Bologna zurück. Die Bezeichnung piccolo (klein) bürgerte sich für die Pfennigmünze aus Bologna ein, zur Unterscheidung vom Bolognino grosso, der seit 1236 in Bologna geschlagenen Groschenmünze im 12-fachen Wert des Piccolo.
Boloko
Interessantes Zahlungsmittel bei einigen Stämmen im Gebiet des Kasai, einem südlichen Zufluss des Kongo im Südwesten von Zaire. Es handelt sich um etwa 10-15 mm dicke, rund gehämmerte, U-förmig gebogene Kupferstangen, die in angeschmiedeten nagelkopf-förmigen Enden auslaufen. Bei dem Volk der Songomeno bekam man für zwei Boloko eine Ziege oder einen Sklaven, bei den Kutshu für einen Boloko fünf davon. Mit dem Boloko wurde häufig der Brautpreis en...
Boltschauser, Johann Heinrich
Medailleur und Stempelschneider schweizerischer Herkunft, der in Zürich, Augsburg und Mannheim arbeitete. Als bedeutender Porträtist des klassizistischen Stils schuf er eine Reihe von Porträtmedaillen auf berühmte Persönlichkeiten, u.a. auf Lavater und Goethe. Um 1800 wurde er Münzgraveur der kurfürstlichen Münze der Pfalz in Mannheim, die 1802 als badische Münzstätte weitergeführt wurde (bis 1826). Der mit den Initialen B., H. B. oder mit vollem Namen zeichnende Medailleur schnitt au...
Bonifatiustaler
Bezeichnung einer Talermünze der Stadt Hameln aus der Mitte des 16. Jh.s, die nach der Rückseitendarstellung des hl. Bonifatius (als Bischof) benannt ist. Auch von der Abtei Fulda sollen im 16. Jh. Bonifatiustaler geprägt worden sein.
Bonken
Zerschnittene Kupferstäbe, die als Notgeld zwischen 1796 und 1819 von der niederländischen Kolonialgesellschaft (Vereinigte Ostindische Kompanie) in den niederländischen Kolonien (Niederländisch-Indien) ausgegeben wurde. Aufgrund der Koalitionskriege und der napoleonischen Besetzung der Niederlande konnte das Mutterland die Kolonien Ceylon (heute Sri Lanka) und Java (Indonesien) nicht mehr ausreichend mit Kleingeld versorgen. Zur Schaffung der benötigten Geldmittel lie&s...
Bonnet Piece
Schottische Goldmünze aus den Jahren 1539 und 1540 im Wert von 40 Schillings (schottisch). Sie wurde in der Regierungszeit Jakobs V. aus schottischem Gold geprägt und war die erste Münze Schottlands, die mit einer Jahreszahl versehen war. Der Münzname leitet sich von der "bonnet" (Mütze, Haube) genannten Kopfbedeckung her, die den Kopf des Königs ziert, dessen Büste auf der Vs. dargestellt ist.
Booth, William
Berühmter und dreister Fälscher von englischen Banknoten und Münzen im frühen 19. Jh. Erst als er 1811 einen Penny-Token unter eigenem Namen und Angabe seiner Adresse "herausgab", wurde er ertappt und fiel 1815 dem Henker zum Opfer.
Boratinki
Zeitgenössische polnische Bezeichnung für die in immensen Stückzahlen geprägten polnischen und litauischen Kupferschillinge. Die übermäßige Produktion der Kupferstücke geht auf den italienischen Münzmeister Titus Livius Boratini zurück, der sich über alle Beschränkungen hinwegsetzte und sogar eine berechtigte Klage gegen ihn niederschlug. Zwischen 1659 und 1668 münzte er die ungeheure Menge von schätzungsweise 1,8 Milliarden ...
Börse
Marktveranstaltung an örtlich klar begrenzten Treffpunkten zu fest vorgeschriebenen Zeiten, bei der vertretbare (fungible) abwesende Güter gehandelt werden. Das Wort wird vom lateinischen „bursa“ (Lederbeutel) oder von der Brügger Kaufmannsfamilie Van der Buerse abgeleitet. Obwohl in der Antike und im Mittelalter in bedeutenden Handelsstädten schon börsenähnliche Treffen stattfanden, ist die Regelmäßigkeit der Treffen erst im Spätmittelalter verbürgt. Die erste spätmittelalterlich...
Börsentaler
Sammlerbezeichnung für einen Gedenktaler, der im Auftrag der Bremer Handelskammer 1864 anlässlich der Eröffnungsfeier der Neuen Börse in einer Auflage von 5000 Stück geschlagen wurde. Die Vs. zeigt das Börsengebäude mit der Umschrift GOTT SEGNE HANDEL UND SCHIFFAHRT. Obwohl die Rs. die Aufschrift GEDENKTHALER trägt, handelt es sich eigentlich um eine Medaille ohne Kurswert, die aber in Katalogen als Gedenkmünze auftaucht und auch von Münzsammlern...
Böse Halser
Halser
Zeitgenössische Bezeichnung für die „bösen Schwarzpfennige“, die zur Zeit der Schinderlinge Mitte des 15. Jh.s unter den Leuchtenberger Landgrafen von Hals ausgemünzt wurden. Die Gepräge der unterwertigen Halser waren kaum von den bayrischen und besonders schwer von den österreichischen Pfennigen zu unterscheiden. Deshalb wurden sie zwischen 1448 und 1465 in Bayern viermal ausdrücklich verboten.
Botdrager
Zeitgenössische Benennung des silbernen Doppelgroschens, der unter Graf Ludwig van Male 1365 in Flandern eingeführt wurde. Der niederländische Name Botdrager (Topfträger) leitet sich von dem Münzbild ab, eine Darstellung des flandrischen Wappenlöwen mit einem Helm, der volkstümlich als Topf (Bottich) bezeichnet wurde. Sein Halbstück wurde Butken genannt. Die beliebte Münze wurde auch von Münzherren in den Niederlanden, in Nordfrankreich, Westfale...
Boulton Matthew
Bedeutender englischer Unternehmer und Münztechniker, der sich nach Erfindung der Dampfmaschine (1769) in Zusammenarbeit mit seinem Freund und Partner James Watt mit der Anwendung der Dampfkraft für die Münzherstellung beschäftigte. Um 1786 errichtete er in der Soho Mint bei Birmingham die ersten mit Dampf betriebenen Prägemaschinen, die für viele Länder Münzen prägten. Boulton stattete auch die Münzstätten in Kopenhagen, Madrid und St. Petersburg mit modernen Münzprägeanlagen aus. ...
Bourgeois
Französische Billonmünze, die unter König Philipp dem Schönen zwischen 1311 und 1313 in allen französischen Münzstätten der Zeit geschlagen wurde, um die Deniers und Doubles Parisis zu verdrängen. Der Name geht auf die Darstellung des Kreuzes der Stadt Bourges auf den Münzrückseiten zurück.
Bovy, Antoine
Bedeutender Medailleur und Stempelschneider schweizerischer Herkunft, der nach seiner Ausbildung in Paris im Dienste des "Bürgerkönigs" Louis Philippearbeitete. Im Jahr 1835 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an und wurde vor allem durch die flächig gestalteten Bildnisse seiner Porträtmedaillenberühmt, z.B. von Franz Liszt (1840) und Louis Philippe. Letzterer ist auf einer Medaille porträtiert, die anlässlich des Eisenbahnbaus 1843 gefertigt wurde. Für die schweizerische ...
BP
Zeichen der Münzstätte Budapest für ungarische Prägungen seit 1926. Zwischen den Weltkriegen ließen auch Bulgarien und Ägypten Münzen in der Hauptstadt Ungarns prägen.
Brabanter
Bezeichnung für die Beischläge zu Sterlingen, die seit der Regierungszeit Johannes I. von Brabant (1268-1294) im 13. und 14. Jh. geschlagen wurden. Sie wurden zeitgenössisch auch schon „Brabanti“ oder “Penninge brabante“ genannt und waren zeitweise beliebter als ihre englischen Vorbilder.
Brabanter Taler
Beinamen für verschiedene niederländische Talermünzen: für die spanisch-niederländischen Burgundischen Taler und Albertustaler sowie für die nachfolgenden österreichisch-niederländischen Kronentaler.
Brabeon
Bezeichnung für Medaillen, die von Schulen und Universitäten als Schulprämienmedaillen an fleißige Schüler und Studenten ausgegeben wurden. Die Benennung ist aus dem griechischen "brabeion" (Kampfpreis) abgeleitet und wurde für die Beschriftung der Medaillen seit dem späten 16. Jh. verwendet.
Brakteaten
Numismatischer Sammelbegriff für die aus dünnem Blech (lat. bractea) und nur einseitig geschlagenen Silberpfennige aus dem Mittelalter. Der Ausdruck wurde erst im 17. Jh. gebräuchlich; in den grundsätzlich lateinisch abgefassten Urkunden ihrer Zeit (12./13. Jh.) wurde der einseitige Pfennig, ebenso wie der zweiseitig geprägte Pfennig, als Denarius oder Nummus bezeichnet. Sie wurden nach ihrem Material auch als Blechmünzen, seit dem 14. Jh. als Hohlpfennige (siehe auch Hohlmünzen) bezeichn...
Bramante, Donato
Der berühmte italienische Architekt (Petersdom) und Maler der italienischen Renaissance gilt als Erfinder des Spindelprägewerks. Man vermutet, dass Bramante als erster ein von einer Spindel betriebenes Prägewerk benutzte, aber nicht zur Prägung von Münzen, sondern zur Herstellung päpstlicher Bullen. Das Bildnis Bramantes ist auf einer Porträtmedaille des Renaissance-Künstlers Caradosso dargestellt, die nur als Gussmedaille erhalten ist. Nach Vasari soll auch eine Prägemedaille existiert...
Brandschuttmünzen
Auch Stuttgarter Brandschutzproben. So werden von Sammlern Münzen bezeichnet, die aus dem Brandschutt der Münzstätte Stuttgart stammen. Die Stuttgarter Münze wurde 1944 durch Bomben teilweise zerstört und brannte aus. Die Münzen lagen jahrelang im Brandschutt und bei Schrotthändlern, bis sie 1967 von zwei Münzsammlern entdeckt wurden. Es handelte sich neben Münzen, Notmünzen, Marken, Plaketten, Orden usw. vor allem um zahlreiche Proben und Entwürfe. Viele der aus dem Brandschutt geret...
Brandt Henri François
Bedeutender Stempelschneider und Münzgraveur schweizerischer Herkunft. Er war nach seiner Ausbildung (u.a. bei Droz in Paris) seit 1817 in Berlin tätig und wurde bereits 1818 zum Chefgraveur der königlich-preußischen Münzstätte ernannt. Neben einer Vielzahl von Arbeiten für Preußen (Münzen, Medaillen, Siegel und Orden) schnitt er auch Stempel für Münzen von Anhalt, Hannover, Mecklenburg, Reuß und Sachsen.
Brandtaler
Bezeichnung einer Gedenkmünze der Stadt Thorn (Torun) auf die Verteidigung der 1629 von schwedischen Truppen in Brand geschossenen Stadt. Die Talermünze ist nach der Darstellung des von Flammen und Rauch überragten Stadtbilds auf der Vs. benannt. Es gibt auch Goldabschläge zu 5 und 10 Dukaten.
Bras(s)penning
Bezeichnung einer flandrischen Silbermünze, die unter Graf Johann ohne Furcht 1409 zu ursprünglich 2, später 2 1/2 Groot (1 1/4 Stuiver) eingeführt und auch im Rheinland nachgeahmt wurde. Die Herleitung des Wortes ist noch nicht vollständig geklärt. Van der Chijs brachte es mit dem Wort "brassen" in Verbindung, demnach war der Brasspfennig also eine Münze, für die man ordentlich schlemmen konnte. Eine andere Deutung bringt die Bezeichnung mit der Bedeutung...
Brasher Doubloon
Sammlerbezeichnung für sehr seltene amerikanische Goldmünzen, die der Nachbar George Washingtons, der New Yorker Juwelier und Goldschmied Ephraim Brasher, 1787 geprägt hat. Sie entsprechen in Rau- und Feingehalt in etwa den spanischen Dublonen. Die Rs. zeigt eine Adlerdarstellung und die Umschrift UNUM E PLURIBUS, die Vs. ist umschriftlich mit NORA EBORACA (New York) versehen.
Brauzeichen
Sammlerbezeichnung für Marken, die vom Braugewerbe früher zu unterschiedlichen Zwecken herausgegeben wurden. Sie dienten etwa als Lizenzmarken für bestimmte Mengen an Bier oder als Bezugsmarken für festgelegte Mengen an Hopfen oder Malz. Erwähnenswert sind die Broyhanteken genannten Brauzeichen von Hannover.
Einseitige Braumarke aus Bayern
Brehmer, Heinrich Friedrich
Deutscher Medailleur und Münzgraveur, der von 1846 bis zur Schließung der Münzstätte (1878) in Hannover arbeitete. Er schuf eine Vielzahl von Stempelschnitten für Münzen von Hannover, daneben arbeitete er auch für Bremen, Hamburg, Oldenburg und Schaumburg-Lippe. Berühmt ist er auch für zahlreiche Medaillen und Gedenkmünzen, so z.B. zwei Gedenkmünzen auf den Besuch des Königspaars Georg V. und Friederike Marie an der Münzstätt...
Breisgauer Pfennig
Leitmünze des Breisgaus und der angrenzenden Gebiete in der Zeit des regionalen alemannischen Pfennigs zwischen dem 12. und 14. Jh. Urkundlich werden sie lat. Brisgaudienses, volkstümlich Brissger oder Brisker genannt. Die Entwicklung ging von viereckigen Pfennigen zu einseitigen Pfennigen( Brakteaten), die auf mehrzipfligen Schrötlingen geprägt wurden. Die Breisgauer Pfennige zeigen meist einfache Darstellungen wie Löwe (Löwenpfennige), Lindwurm (Lindwurmpfennige) ...
Breite Groschen
Zeitgenössische Bezeichnung für die Prager (Böhmischen) Groschen und die ältesten Meißner Groschen unter den Markgrafen Friedrich II. (1329-1349 und Friedrich III. (1349-1381). Urkundlich werden sie als grossi lati bezeichnet, vermutlich weil es sich um unbeschnittene Groschen handelte. Im Gegensatz dazu wurden beschnittene Groschen abwertend als schmale Groschen bezeichnet.
Breite Taler
Numismatische Bezeichnung für alle Taler mit einem Durchmesser über 44 mm, denn lt. dem Zusatz zur 2. Augsburger Reichsmünzordnung (1566) ist der Durchmesser der üblichen Talermünze auf 40 bis 44 mm festgelegt. Die breitere Form wurde meist für Gedenkmünzen benutzt, um so eine größere Fläche für die Darstellungen auf dem Gepräge zu finden. Auch Mehrfachtaler mit höherem Gewicht wurden als breite Taler ausgeprägt, im Gegensatz...
Breitgroschen
Numismatische Bezeichnung für verschiedene mitteldeutsche Groschenprägungen des ausgehenden 15. und frühen 16. Jh.s., u.a. für die Halberstädter, Stolberger und Quedlinburger Groschen aus dieser Zeit.
Bretzengulden
Umgangssprachliche Benennung eines Zweidritteltalers, der unter Johann Aloys I. von Oettingen-Spielberg (1737-1780) im Jahr 1759 geprägt wurde. Der Name geht auf die brezelartig aussehenden Ornamente des Wappenschilds und der Wertzahl zurück.
Briefmarken-Kapselgeld
Notgeld im Nominalwert der Briefmarke, die sich unter durchsichtigen oder mit Reklame versehenen Abdeckungen oder Ausstanzungen befindet. Das Briefmarken-Kapselgeld fungiert häufig als Kleingeldersatz. Als ältestes Briefmarken- Kapselgeld gelten die "encased postage stamps", die 1862 durch J. Gault in New York entstanden. Es handelt sich um eine oben eingebogene Metallplatte, die mit einem Plättchen abschließt, darunter befindet sich die Briefmarke. Auf der Rückseite des Metalls war ein Rek...
Brillant uncirculated
Englische Bezeichnung für den Erhaltungsgrad „Stempelglanz“, abgekürzt BU.
Brillenmünzen
1. Die im Jahr 1647 auf Veranlassung Christian IV. von Dänemark aus norwegischem Gold geprägten Halbdukaten werden als Brillenmünzen oder Brillendukaten bezeichnet. In der Silbermine Kongsberg in Norwegen soll 1644 etwas Gold gefunden worden sein, aus dem einige Dukaten geprägt wurden. Ihre Herkunft wurde angezweifelt, denn es war der erste Goldfund in Norwegen. Nach einem weiteren geringen Goldfund ließ der König daraus die Dukaten mit der Darstellung eines Kneifers und der Inschrift VIDE...
Brillentaler
Bezeichnung für die Talerstücke, die Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel in den Jahren 1586 bis 1589 in Goslar und Wolfenbüttel prägen ließ. Die Rs.n der auch in Mehrfach- und Teilstücken geprägten Taler stellen den Wilden Mann mit Kerze, Sanduhr und daran hängender Brille dar. Darauf die mit großen Anfangsbuchstaben abgekürzte Umschrift, die meist folgendermaßen aufgelöst wird: Was Hilft Den Augen Licht Vnd Brill Der Si...
Briot, Nicolas
Medailleur und Stempelschneider aus Lothringen, der an der Pariser Münze arbeitete, an der er die Techniken der maschinellen Prägung kennen lernte. Im Alter von 45 Jahren ging er 1625 nach London. Dort gelang es ihm mit Unterstützung des Königs Charles I. (1625-1649), den Widerstand der Münzarbeiter gegen die maschinelle Prägung zu brechen. Da der Münzbedarf die Kapazitäten der Prägemaschinen überstieg, wurde neben der maschinellen Prägung( ...
Briquet
Französische Bezeichnung für die niederländische Groschenmünze, die unter Karl dem Kühnen von Burgund (1467-1477) im Jahre 1474 als erste Münze der Niederlande mit Jahreszahl eingeführt wurde. Der Name leitet sich vom Münzbild des Doppelstücks ab, der Darstellung eines Feuerstahls zwischen zwei Löwen. Die Groschenmünze ist nach der französischen Bezeichnung des Feuerstahls "Briquet" benannt, einem Bestandteil des burgundischen Ordens vo...
Britain Crown
Goldmünze im Wert von 5 englischen Shillings, die unter König Jakob VI. von Schottland (als Jakob I. auch König von England) im Jahre 1604 eingeführt wurde. Der Sohn und Nachfolger der schottischen Königin Maria Stuart vereinigte nach dem Tod der englischen Königin Elizabeth I. im Jahre 1603 das englische und schottische Königreich in Personalunion. Die Britain Crown war die erste Münze, auf der der Name Großbritannien auftauchte, in Form der latein...
Britannia
Weibliche Personifikation von Britannien bzw. Großbritannien, die ursprünglich auf die römischen Kaiser Hadrian (117-138 v. Chr.) und Antoninus Pius (138-161 v. Chr.) zurückgeht. Der römischen Britannia ähnelt der Typ, der unter König Karl II. (1660-1685) auf neuzeitlichen Kupfermünzen (Halfpennies und Farthings) um 1672 eingeführt wurde. Er zeigt die weibliche Britannia sitzend mit Speer und Schild. Es geht das Gerücht, die moderne Darstellung ...
Britannia-Groat
Bezeichnung einer kleinen Silbermünze im Wert von 4 Pence, die in England unter König Wilhelm IV. im Jahr 1836 eingeführt wurde. Sieht man einmal von der Ausgabe des Maundy Money ab, war der Groat seit 175 Jahren nicht mehr geprägt worden. Die Bezeichnung des Typs leitet sich von der Darstellung der sitzenden Britannia auf der Rs. ab. Die Vs. zeigt die Büste des Königs. Die Münze soll von Kutschern den Beinamen "Joey" erhalten haben, nach dem Initiator der Neuprägung, dem Parlamentarier ...
Britannia-Metall
Zinnlegierung mit einem hohen Anteil Zinn (bis zu 95%), Antimon (bis zu 25%) und Kupfer (bis zu 5%). Manchmal werden auch kleine Zusätze (Wismut oder Blei) beigemengt. Die Legierung ist zwar härter als Zinn, wurde aber nur für die Prägung von Medaillen und Jetons verwendet.
Britischer Handelsdollar
British-Trade-Dollar
Seit 1895 geprägter britischer Dollar, der für den Handel in Südost- und Ostasien geprägt wurde, englisch als British Trade Dollar bezeichnet. Die Vs. zeigt die stehende Britannia mit Dreizack und Wappenschild vor einem Segelschiff (Symbol des Handels), darum ONE DOLLAR, die Rs. die Wertbezeichnung in Chinesisch (Zeichen für Yi Yuan) und Malaiisch (Satu Ringgit) in einem blumenförmigen Ornament; beide Seiten sind durch ein Mäanderband begrenzt. Die Britannia-Serie wur...
Broad
Englische Goldmünze, die unter Lordprotektor Cromwell 1656 und unter König Karl II. (1660-1662) im Wert von 20 Shillings geprägt wurde. Ihr Raugewicht lag bei 9,1 g (916/1000 fein). Die Vs. zeigt das Bildnis Cromwells, die Rückseite das Wappen mit der lateinischen Umschrift PAX QUAERITUR BELLO (Friede wird durch Krieg erworben).
Bromberger
Beiname der polnischen Dreipölker, die zumeist in der Kronmünzstätte Bromberg geprägt wurden. Sie wurden auch Brommer oder Brummer genannt.
Brömsentaler
Bremsentaler
Bezeichnung für Talermünzen der Stadt Lübeck, die in ihren Umschriften eine oder mehrere Bremsen (Stechfliegen) tragen. Sie sind während der Amtszeit der Bürgermeister Nicolaus (1537-1548) und Diderich Brömse (1594-1599) entstanden.
Bronze
Kupfer-Zinn-Legierung, die schon in der Antike als Münzmetall benutzt wurde. Das Material verlieh der Münze - im Vergleich zu reinem Kupfer - mehr Härte und Abriebfestigkeit. Bronze war das erste vom Menschen verwendete Metall überhaupt, hauptsächlich zur Herstellung von Werkzeug, Geräten, Waffen, Schmuck und Münzen. Die Verwendung von Bronze steht in engem Zusammenhang mit der Herausbildung von Hochkulturen. In China wurde es schon etwa ein Jahrtausend v. Chr. zum Guss von Gerätegeld be...
Bronzital
Aluminium-Nickel-Bronze
Eine moderne Legierung aus Kupfer (82%), Aluminium (16%) und Nickel (2%), die in Italien 1977 für die Prägung des 200-Lire-Stücks als Münzwerkstoff eingesetzt wurde. In Frankreich (nur 10-Francs-Stücke 1974-1988), Finnland und Australien wurden danach auch Münzen mit dieser Metalllegierung geprägt. Meist wurde ein höherer Kupferanteil verwendet, häufig 92% Kupfer, 6% Nickel und 2% Aluminium.
Brotmarken
Münzähnliche Marken, auch Brotpfennige genannt, die bei Teuerungen des Brots in Notzeiten, bei Getreideknappheit oder infolge von Missernten oder Kriegen von den Städten oder Gemeinden an die notleidende Bevölkerung verteilt (oder günstig verkauft) wurden. Die Brotmarken berechtigten zum Erwerb von Brot, einem unverzichtbaren Grundnahrungsmittel. Die Brotpfennige sind im weiteren Sinn zum Almosengeld zu rechnen. Noch bis 1914 wurden solche Marken verteilt.
Silberne Brotma...
Brucher, Antoine
Das Geburtsjahr des 1568 verstorbenen französischen Stempelschneiders und Medailleurs ist unbekannt. Gesichert ist hingegen das fruchtbare Wirken Bruchers an der Pariser Münze "Moulin des Etuves" in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod. Der Arbeit des Münzkünstlers kam zugute, dass diese Pariser Münzstätte bereits mit einem Spindelprägewerk ausgestattet war. Das ermöglichte ihm die Herstellung besonders schöner Medaillen und Jetons für Kön...
Bruchgold
Wertvolle Schätze aus altem Schmuck
Bruchgold ist ein Begriff, der in der Welt der Edelmetalle eine wichtige Rolle spielt. Es bezeichnet beschädigte, unmoderne oder unvollständige Goldschmuckstücke, die nicht mehr als Schmuck getragen werden, aber aufgrund ihres Goldgehalts einen beträchtlichen Wert besitzen. Für viele Menschen stellt Bruchgold eine Möglichkeit dar, aus altem oder ungeliebtem Schmuck bares Geld zu machen.
Zusammensetzung und Wert von Bruchgold
Bruchgold besteht in der Reg...
Brückenmarken
Marken, die als Quittung für die Bezahlung einer Gebühr ausgegeben wurden, die zur Passage einer Brücke berechtigte. Sie enthielten meist Angaben über die Höhe der Mautgebühr, Kennzeichen über den Ort, die Einzugsstelle und die Form des Verkehrs (Fußgänger, Pferd, Fahrzeug). Die Landsberger Pfennige von 1444 sollen zur Bezahlung der Arbeiter beim Bau der Elbbrücke (Augustusbrücke) in Dresden gemünzt worden sein.
Einseitige Brückenmarke aus Messingblech der Stadt Budapest
Brückenmünzen
Klanggerätegeld
Auch Klanggerätegeld oder Klanggeld werden alte, halbmondförmige Bronzeobjekte aus China genannt. Die brückenförmigen Bronzegüsse haben Zier- oder Randlinien und sind in der Regel mit einer Patina überzogen. Die meisten Stücke sind mit einer Lochaufhängung oder mit einem Henkel versehen. Da sie in China zusammen mit Gerätemünzen (Spaten- und Messergeld) gefunden wurden, nimmt man eine Verwendung als Zahlungsmittel an (ungesichert).
Brulé
Name einer Billon-, später Kupfermünze des Bistums Lüttich im 15./16. Jh., unter Bischof Johann von Heinsberg (1419-1455) eingeführt. Man unterscheidet die petits (kleinen) Brulés von den bons (guten) oder grands (großen) Brulés, die von kleinen Fürsten häufig beigeschlagen wurden. Im Jahr 1486 galt 1 grand Brulé = 2 petits Brulés = 8 Deniers.
Unter Bischof Gerhard von Groesbeck (1563-1580) wurde der Brulé im Wert von 4 Sols in Kupfer geschlagen und von seinem Nachfolger Ernst von Ba...
Brüning-Taler
Volkstümliche Bezeichnung des 4-Reichspfennig-Stückes von 1932, das in der Zeit der Deflation zur Sparsamkeit anregen und preissenkende Wirkung haben sollte. Die Benennung geht auf den damaligen Reichskanzler Heinrich Brüning zurück, der eine Deflationspolitik unter Inkaufnahme einer Verschärfung der Arbeitslosigkeit für erforderlich hielt. Die Münze zeigt auf der Vs. den Reichsadler, auf der Rs. die Wertzahl 4 im Kreis. Die Einführung des Stücks wurde durch die Notverordnung vom 8. Dez...
Brunnenfunde
Die Römer pflegten Münzen häufig als Opfergaben an Nymphen oder lokale Gottheiten in alte Brunnen und Heilquellen zu werfen( Votivfunde). Dieser Brauch hat sich an der Fontana di Trevi in Rom bis heute erhalten. Da die Münzen oft über einen langen Zeitraum an denselben Stellen versenkt wurden, zeichnen sich die Brunnen- und Quellenfunde durch eine besondere Münzvielfalt aus. Sie zeigen häufig entweder überhaupt keine Patina, da sie unter Ausschluss des Luf...
Brustschild
Auf der Brust eines heraldischen Adlers dargestellter Wappenschild, wie er u.a. auf Münzen des Römisch-Deutschen Reichs, deutscher Städte, Preußens, Russlands und der USA zu sehen ist.
Bryman
Brabantische Groschenmünze, die in der gemeinsamen Regierungszeit der Fürsten Johanna und Wenzeslaus seit 1371 in Maastricht geprägt wurde. Der Name geht auf die Darstellung eines Ritters mit Schwert und Schild zurück, der von der Bevölkerung als Bräutigam (Bryman) der Herzogin Johanna gesehen wurde. Man hat auch Halb- und Viertelstücke gemünzt. 1 Bryman galt 4 Groschen.
Bù
Die Spatenmünzen Chinas werden in der chinesischen Literatur Bù genannt. Das spatenförmige Geld lief im Norden und Westen Chinas zwischen dem 11./12. Jh. v. Chr. und dem 3. Jh. v. Chr. um. In veränderter Form kommen spaten- oder grabegabelähnliche Pu-Münzen später noch einmal unter dem Usurpator Wang Mang (9 v. Chr. - 23 n. Chr.) vor.
Bu (Japan)
Japanische Münzeinheit der Edo-Periode. Die goldenen Ni-Bu (2-Bu-Stücke) und Ichi-Bu (1-Bu-Stücke) wurden unter ständigem Verlust an Gewicht und Gehalt bis ins 19. Jh. in Form von rechteckigen, klippenähnlichen Goldplättchen hergestellt. In ähnlicher Form wurden ab 1837 auch silberne 1-Bu-Stücke (Ichi-Bu Gin) ausgegeben. Mit der Einführung der Dezimalwährung 1871 wurden die Münzen eingezogen. 1 Bu = 4 Shu, 1 Rio = 4 Bu.
Buaya
Bezeichnung der aus Zinn gegossenen Kleinplastiken in Form eines Krokodils, die auf der malaiischen Halbinsel (Malaysia) und in Teilen Surinams im 18./19. Jh. als Geld umliefen. Sie sind mit dem gleichzeitig umlaufenden Ayam verwandt.
Buchdruck-Medaillen
Sammelgebiet von Medaillen, die sich in Schrift oder Bild auf Bücher, Verlage, Druck, Druckereien, Presse(freiheit), Zeitungen, Zeitschriften beziehen. Auch Präsenzzeichen und Gildemarken der Drucker gehören zu diesem Gebiet. Die meisten dieser Medaillen in Deutschland sind wohl dem Erfinder des Buchdrucks, Johannes Gutenberg, und der Geschichte der Druckkunst gewidmet. Viele Sammlungen aus dem Gebiet der Buchdruck-Medaillen wurden im 19. Jh. angelegt.
Rückseite einer Medaille auf die Erfin...
Buchgeld
Giralgeld
Auch Giralgeld, ist kein Münz-, Papier- oder Bargeld; es handelt sich vielmehr um in den Büchern von Banken geführte Gutschriften, die jederzeit fällig werden können (Sichteinlagen) oder zur Zahlung per Überweisung verwendet werden können. Als Buchgeld im weiteren Sinn können auch Termin- und (kurzfristig verfügbare) Spareinlagen bezeichnet werden. Das Buchgeld wurde schon seit dem 13. Jh. bedeutsam, als die Wechsler ihren Kunden Bankdienstleistungen anboten.
Buck
Zeitgenössischer Slang-Ausdruck für den Dollar, wie er z.B. in dem Ausdruck "to make a fast buck" (eine schnelle Mark machen) vorkommt.
Budaer Denare
Mittelalterliche Pfennigprägungen aus Ungarn (ungarische Denare), die auf ihrem Gepräge mit einem Hinweis auf die Stadt Buda versehen sind. Sie tragen entweder das Stadtwappen (dreitürmiges Burgtor) oder die Umschrift MONETA BVDENSIVM und stammen aus der Zeit zwischen 1311 und 1355.
Budju
Auch Budschu oder Boudjou, ist eine algerische Münzeinheit und bezeichnet auch Silbermünzen, die unter der Oberherrschaft der ottomanischen Sultane im 18. und 19. Jh. für Algerien geprägt wurden. Seit Mitte des 18. Jh.s gab es Viertel- und Achtelstücke, es folgten halbe Stücke und erst seit dem frühen 19. Jh. ganze und doppelte Budju. Die Silberstücke tragen auf beiden Seiten arabische Schriften. In rückständigen Gebieten Algeriens lief der Budj...
Buffalo Nickel
Bezeichnung für den Typ des US-amerikanischen 5-Cent-Stücks (Nickel genannt), der 1913 den Typ Liberty ablöste. Wie alle 5-Cent-Stücke wurde er seit 1866 aus einer Legierung geprägt, die 75% Kupfer und 25% Nickel enthält. Die von James E. Frazer geschaffene Münze ist nach dem Rückseitenbild, einem Bison (buffalo = Büffel), benannt, die Vs. zeigt einen Indianer. Aufgrund eines Stempelrisses zeigen manche Stücke von 1937 einen dreibeinigen Büffel. Ein Jahr später wurde der Typ vom heut...
Bugatto, Zanetto
Der milanesische Bildhauer gilt als Modelleur der größten und schwersten Goldmedaillons aller Zeiten. Außer einem Dokument der Münzstätte Genua, die 1505 ein Stück eingeschmolzen hatte, gibt es keine weiteren Informationen zu diesem Thema. Das Goldgewicht der Medaillons soll bei ca. 36 kg gelegen haben, was dem Gewicht von mehr als 10.000 Dukaten entspricht. Ungewiss ist, ob alle 10 Medaillen, die Herzog Galeazzo Maria Sforza (1466-1476) in Auftrag gegeben hatte, ...
Buggel-Angster
Süddeutsche Benennung für den Bäggeli-Angster von Luzern. Die volkstümliche Bezeichnung spielt auf das hochgetriebene Gepräge, den "Buckel" der Münze an.
Bugne
Bezeichnung einer spätmittelalterlichen Münze der Stadt Metz, später auch vom Bistum Metz geprägt. Ihr Wert war 4 Deniers (Pfennige) oder ein 1/3 Gros (Groschen), danach auch als Tiercelle (Drittelstückchen) bezeichnet. Die Münze ist auch als Halb- und Viertelstück geschlagen worden. Sie zeigt die Darstellung des knienden St. Stephan auf der Vs. Der Name könnte sich aus dem französischen "bigne, bugne" (Beule) herleiten und sich auf die Beulen beziehen, die dem heilig gesprochenen Märt...
Bugslauer
Halbmarkstück oder schwerer Schilling, den Herzog Bogislaus X. von Pommern im Jahr 1500 zu 1 1/2 Schilling oder 1/6 Goldgulden in Stettin prägen ließ. Das etwa 4,87 g schwere Silberstück (885/1000 fein) zeigt auf der Vs. die Jungfrau Maria, auf der Rs. ein Kreuz auf viergeteiltem Wappen. Die sehr raren Stücke weisen bei der Angabe der Jahreszahl Varianten auf: Sie sind sowohl in arabischen Zahlen (1500) wie in lateinischen Zahlbuchstaben (MD) datiert.
Bujruk
Münznominal, das von der britischen East India Company 1677 in Bombay eingeführt wurde. Der Name ist vermutlich aus der englischen Bezeichnung "Buzerook" für den Bazarucco entstanden. Der mit einer Kupfer-Zinn-Legierung hergestellte Bujruk wurde auch Tinny (Zinnener) genannt.
Bullen
Vom lat. "bulla" abgeleiteter Ausdruck für Kapsel. Römische Kinder trugen in Kapseln eingelassene Amulette um den Hals. Das Wort wurde auf eingekapselte Siegel übertragen, die zum Verschließen und Bestätigen der Echtheit von Dokumenten und Briefen verwendet wurden. Schließlich ging die Bedeutung des Wortes auf die Dokumente selbst über. Im Byzantinischen Reich und bei Päpsten, Kreuzfahrern und einigen europäischen Königen im Mittelalter waren Bleibullen in Gebrauch, die von einer ...
Bullionmünzen
Bezeichnung für neue Platin-, Gold- oder Silbermünzen, die mit einem geringen Agio auf den Edelmetallwert gehandelt werden. Es handelt sich nicht um gesetzliche Zahlungsmittel eines Staates, sondern um den Absatz von Edelmetallen, die metallexportierende Länder privaten Geldanlegern bieten. Ein Teil des für den Export bestimmten Metalls wird sozusagen in Münzform verkleidet und den Anlegern auf dem Weltmarkt angeboten. Diese Münzen werden auch als Anlagemünzen ...
Bumia
Bezeichnung der goldenen 100-Piaster-Stücke, die in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s in Tunesien geprägt wurden. Der Name Bumia ist die arabische Bezeichnung für Hunderter. Es gab auch Halb- und Zehntel-Stücke des Bumia.
Bun-Penny
Volkstümliche Bezeichnung für die in der 2. Hälfte des 19. Jh.s geprägten britischen Pennys aus dem Viktorianischen Zeitalter (1837-1901). Der Name geht auf die Frisur Königin Viktorias zurück, die auf der Vs. der Münze mit einem Haarknoten (engl. "bun") dargestellt ist.
Bundesmünzen
Bezeichnung antiker Münzen, die aufgrund einer Münzkonvention zwischen zwei oder mehreren Städten bzw. Kleinstaaten geprägt wurden. Bundesmünzen wurden seit dem 6. Jh. v. Chr. geprägt, am bekanntesten sind die Gemeinschaftsprägungen der Arkadischen Liga (mittlerer Peloponnes). Die Münzen der frühen Prägeperiode (ca. 480-418 v. Chr.) zeigen meist auf den Vs.n den thronenden Zeus, auf den Rs.n das Kopfbild der Artemis. Die Münzen der beiden späteren Prägeperioden (370-280 und 280-234 ...
Bündner Gulden
Rechnungsmünze zu 70 Blu(t)zger im schweizerischen Kanton Graubünden bis ins 19. Jh.
Bungtown Coppers
Slang-Ausdruck für die Fälschungen englischer Halfpennies, die in der 2. Hälfte des 18. Jh.s in einigen Staaten Nordamerikas im Umlauf waren. Der Name leitet sich von to bung (betrügen) ab.
Buqsha
Jemenitische Währungseinheit zur Zeit des Imanats bis 1962. 1 Buqsha = 2 Halala = 4 Zalat. Nach der Ausrufung der Arabischen Republik Jemen 1962 trat der jemenitische Rial an Stelle des Riyal (Imadi), der wie sein Vorgänger mit 40 Buqsha bewertet wurde. Mit der Einführung der Dezimalwährung 1974 wurde der Buqsha aufgegeben.
Burbe
Kleines tunesisches Münznominal zu 6 Burbinen bis ins 19. Jh. 1 Piaster = 104 Burbe.
Burbine
Kleinste tunesische Kupfermünze bis ins 18. Jh., im 19. Jh. nur noch reine Rechnungsmünze. 6 Burbinen galten 1 Burbe.
Bürgerkriegsmünzen
Im Allgemeinen werden alle Münzen, die während eines Bürgerkriegs geprägt wurden, als Bürgerkriegsmünzen bezeichnet. Speziell werden aber die dänischen Denare so genannt, die in den Bürgerkriegen zwischen 1240 und 1340 so sehr verschlechtert wurden, dass sich die Bevölkerung mit ausländischen Münzen behalf. Schließlich mussten die dänischen Münzstätten ihre Tätigkeit einstellen, womit das ganze altdänische M&uu...
Burggraf
Der Titel des Burggrafen (lat. praefectus oder castellanus) wird im 11. Jh. in die Reichsverfassung eingeführt. Der Titelträger erhielt entweder den Oberbefehl über eine Burg mit Verwaltung und Gerichtsbarkeit für das umliegende Gebiet oder die Stadtkommandantur, insbesondere der 11 befestigten Reichsstädte Regensburg, Augsburg, Straßburg, Mainz, Trier, Köln, Würzburg, Magdeburg, Speyer, Worms und Utrecht. Die Burggrafschaft war ursprünglich ein Reic...
Burgundischer Kreis
In der Regierungszeit Kaiser Maximilians I. wurde auf dem Reichstag zu Köln (1512) das Römisch-Deutsche Reich erstmals in Reichskreise eingeteilt, später wurden die in den Reichsgrenzen verbliebenen Teile des burgundischen Erbes in den Burgundischen Kreis eingeteilt. Dazu zählten vor allem die Münzstätte Dôle der Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté) und die Reichsstadt Bisanz (Besançon). Bei der Reichsteilung 1556 fielen diese Gebiete - ebenso wie di...
Burgundischer Reichstaler
Nachdem der spanische König Philipp II. als Regent der Niederlande den Reichsabschied von 1566 angenommen hatte, wurde der Reichstaler auf den Wert von 30 Patards oder Stuiver festgelegt. Danachveranlasste Philipp 1567 bis 1571 die Prägung des Burgundischen Reichstalers (allerdings zu 32 Patards), der von den Generalstaaten (1580 und 1594) übernommen wurde. Das Gewicht des Burgundischen Rijksdaalders lag bei ca. 29,38 g. Die Vs. zeigt das Burgundische Kreuz, die Rs. das gekrö...
Burgundisches Kreuz
Bezeichnung einer Abart des Andreaskreuzes, das auf einer Reihe von Münzen aus Burgund dargestellt ist.
Burigozzo
Mailändischer Typ eines Testone zu 32 Soldi, der in der Regierungszeit Karls V. den hl. Ambrosius mit einer Kopfbedeckung zeigt. Die Münze ist vermutlich nach dem italienischen Wort "boricco" (Kapuze) benannt.
Bursarienzeichen
Kupferne Marken der westfälischen Domkapitel Münster, Osnabrück und Paderborn im 16. und 17. Jh. Aufgrund des Kleingeldmangels kursierten sie ursprünglich als Geldersatz oder als Quittung zwischen den Kapitelbeamten und dem Bursarius. Später wurden sie auch von der Bevölkerung gern als Zahlungsmittel angenommen, da sie jederzeit vom Bursarius gegen Kurantgeld eingetauscht werden konnten. Sie wurden in Nominalen zwischen 1 Heller und 12 Pfennigen (1 Schilling) geprägt. Die Stücke wurden z...
Buschmannperlen
Die von Europäern Buschmannperlen genannte vormünzlichen Zahlungsmittel Südafrikas gehören zu den ältesten afrikanischen Perlenarten überhaupt. Diese Perlen wurden von Buschmännern aus rundgeschliffenen Schalenteilchen von Straußeneiern hergestellt und sollen bei einigen Stämmen Namibias noch bis ins 20. Jh. als Zahlungsmittel in Gebrauch gewesen sein. Funde von Buschmannperlen bei Ausgrabungen prähistorischer Siedlungen in Kenia und im Sudan la...
Büste
Brustbild
Bezeichnung des klassischen Darstellungsstils für einen bestimmten Teilbereichs des menschlichen Körpers, im Gegensatz zum späteren Brustbild. Von Büste spricht man, wenn der Kopf und die Schulter- oder der Brustbereich nur angeschnitten dargestellt ist, wie es auf Münzen der Antike, der Renaissance, des Barocks und des Klassizismus häufig zu sehen ist. Abweichend vom antiken Muster zeigt die als Brustbild bezeichnete Darstellung einen größeren Ausschnitt des Oberkörpers der d...
Butut
Kleine Münze von Gambia, die mit der Dezimalwährung am 1. Juli 1971 in der jungen westafrikanischen Republik eingeführt wurde. 100 Bututs = 1 Dalasi (Dirham).