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Vormünzliche Zahlungsmittel

Bezeichnung für frühe Formen des Geldes und Vorformen der Münze, die auch unter den Ausdrücken Primitivgeld, traditionelle Zahlungsmittel oder ursprüngliches Geld bekannt sind, die aber den Gegenstand ebenso unzureichend beschreiben. Der Ausdruck sollte keinesfalls rein zeitlich als "Geld vor dem Aufkommen der Münze" verstanden werden, sondern bildet eher eine kulturgeschichtliche Vorstufe. Vormünzliche Zahlungsmittel haben sich unter der Voraussetzung der Arbeitsteilung im Allgemeinen auf der Stufe des Tauschhandels entwickelt, sodass man ihre Existenz praktisch in allen Kulturen nachweisen kann. Es gibt verschiedene Entwicklungsstufen, wie Naturalgeld (tierische und pflanzliche Produkte), Schmuckgeld, Gerätegeld, Waffengeld und schließlich das Metallgeld (Barren), bei denen das Metall schon als Wertmesser gilt. Über die kulturellen Grenzen hinweg haben sich bestimmte beliebte Geldformen entwickelt, wie das Muschel- oder Beilgeld oder Ringgelder. Das bedeutendste und lange Zeit meistverbreitete vormünzliche Zahlungsmittel war das Kaurigeld. Vormünzliche Zahlungsmittel sind ein interessantes Sammelgebiet, leider sind aber viele Gegenstände für immer verloren gegangen, sodass heute nur wenige Objekte angeboten werden. Mit dem komplexen Untersuchungsgegenstand beschäftigen sich neben Numismatikern auch Ethnologen, Soziologen, Archäologen und Wirtschaftswissenschaftler.