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Goldgulden

Bezeichnung des Floren und seinen Nachahmungen in Deutschland und den Niederlanden. Im beginnenden 14. Jh. kamen die Florene nach Deutschland und entwickelten sich unter dem Namen Gulden schnell zu einem Hauptzahlungsmittel, vor allem in West- und Süddeutschland. Die Bezeichnung Goldgulden ist eigentlich ein Pleonasmus, denn Gulden (Güldener) bedeutete eigentlich schon "Goldener" (Pfennig). Die Bezeichnung Goldgulden entstand erst nach 1559, zur Unterscheidung vom silbernen Gulden (Reichsguldiner). 
Nachdem der Kaiser durch die Goldene Bulle das Privileg der Goldprägung an alle Kurfürsten vergeben hatte, schlossen sich die Kurfürsten von Mainz, Trier und Köln sowie der Pfalzgraf zu Rhein 1386 zu einem Münzverein zusammen und gaben eine umfangreiche Prägung des rheinischen Goldgulden aus. Diese Goldgulden hielten ein Goldgewicht von 3,39 g und wurden im rheinischen Gebiet zur Währungsmünze. Gegen Ende des 15. Jh.s begann aufgrund des Goldmangels eine Verschlechterung des Feingewichts, das im 16. Jh. Auf 2,5 g fiel. In der 2. Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 setzte sich der Silbergulden durch, als Goldmünze traten die Dukaten neben den Goldgulden und setzten sich bald durch. Allmählich versiegte die Prägung der rheinischen Goldgulden, die letzten Stücke wurden 1634 in Köln geprägt. Als Rechnungsmünze (zu 60 Kreuzern) taucht der Gulden noch bis ins 17. Jh. Auf. 
Neben den rheinischen Goldgulden gab es noch kaiserliche Apfelgulden (seit 1400). Die minderwertigen Goldgulden (vor allem aus den Niederlanden) werden Arnolds-, Davids-, Horn-, Reinolds-, Ruprechts- und Postulatsgulden genannt.

    

Kurpfalz, Goldgulden Ludwigs III. "des Bärtigen"(1410-1436)