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Fugger

Das Geschlecht der Fugger ging aus einer Barchentweber- und Tuchhändlerfamilie hervor, die seit 1367 in Augsburg ansässig war. Jakob I. Fugger gründete das Fuggersche Handelshaus, das bereits unter seinen Söhnen ein bedeutendes Vermögen erwarb. Das Unternehmen engagierte sich im Montanbereich (vor allem Silber- und Kupferbergbau) und im Bereich des Handels mit Waren (vor allem Gewürze). Der jüngste der drei Söhne, Jakob II. (1459-1525), wurde bereits "der Reiche" genannt. Die Familie erwarb großen Grundbesitz in Schwaben und setzte den erworbenen Reichtum politisch ein. Jakob II. wurde zum Bankier von Kurie und Kaiser; Kaiser Maximilian I. erhob ihn 1507 in den Adelsstand. Nachdem Jakob II. die Wahl Karls V. zum Kaiser (1519) wesentlich finanziert hatte, wurden seine Erben 1526 in den Reichsgrafenstand erhoben. Die Stärke des Fuggerschen Bankhauses war das hervorragende Informations- und Kommunikationssystem, das es den Kaufleuten ermöglichte, Wechselkursdifferenzen an verschiedenen Orten zu ihrem Vorteil zu nutzen. Denn ihre Faktoreien und Filialen waren an den zentralen Hafen-, Messe- und Börsenplätzen des Welthandels platziert. Voraussetzung für die umfangreichen Aktivgeschäfte war, dass den Fuggern genügend Depositen großer und kleiner Einleger zur Verfügung standen, was einmalig für diese Zeit ist. Dazu gehörten sowohl die geheimen Depositen des Fürstbischofs zu Brixen, die zum Teil aus der Verpfändung der Tiroler Silberausbeute bestand, wie auch Einlagen einer Vielzahl von "kleinen Sparern" aus Augsburg. Viele Herrscher waren den Fuggern als Metalllieferanten verpflichtet. Das Kreditgeschäft der Fugger mit den Habsburgern, deren Wahl zum Kaiser im Wesentlichen mit Mitteln der Fugger finanziert wurden (u.a. Stimmenkauf und großzügige Wahlgeschenke), wurde langfristig zum Problem der Fugger, denn die Verbindlichkeiten, vor allem der Spanischen Linie der Habsburger, band große Mengen Kapital: Die Verbindlichkeiten der Spanischen Krone gegenüber dem Bankhaus beliefen sich im Jahr 1563 auf rund 4 Millionen Gulden. Durch die Staatsbankrotte Spaniens verlor das Bankhaus mehrere Millionen Gulden. Die Beziehung zu Spanien konnte erst 1645 gelöst werden, wobei Forderungen in einem Umfang von 4 bis 5 Mill. Gulden ungedeckt blieben. 
König Ferdinand I. verlieh 1535 den Fuggern das Recht zur Prägung von Gold- und Silbermünzen, das Anton Fugger (1493-1560), der Neffe Jakob II., bereits drei Jahre später in einer in Weißenhorn errichteten Münzstätte ausübte. Schon zuvor (um 1509) hatten Ulrich Fugger und seine Brüder in einem Vertrag (Laufzeit 15 Jahre) mit Papst Julius II. (1503-1513) die Münzprägung der päpstlich-römischen Münze übernommen. Papst Leo X. (1513-1521) brach die Abmachung mit der Begründung, dass der Vertrag für Jakob Fugger und seine Neffen keine Geltung habe. Im Jahr 1518 kam es erneut zu einem Vertrag, der 1521 wieder abgebrochen wurde. Papst Hadrian (1522/23) erteilte erneut für 15 Jahre ein Monopol, das alle Prägungen des Kirchenstaats betraf und das durch seinen Nachfolger Clemens VII. (1523-1534) wiederum vorzeitig gekündigt wurde. Die Fuggerschen Münzen des Kirchenstaats zur Zeit der Renaissance sind an einem Beizeichen - der Webergabel - zu erkennen, das als Symbol des Hauses Fugger fungierte.
Die im Römisch-Deutschen Reich geprägten Münzen der Fugger zählen zu den Prägungen der Neufürsten. Die Familie zerfiel in viele Linien (zwei Hauptlinien) und Zweige, von denen nur wenige Mitglieder sich als Münzherren betätigten. Diese Fuggerschen Prägungen sind an den zwei Lilien im Familienwappen zu erkennen. Zuerst prägte Anton Fugger in Weißenhorn. Die Grafen Marquard und Nikolaus von Fugger-Nordendorf prägten 1622/23 in Babenhausen, Franz Ernst vom Zweig Fugger-Glött 1694 in Augsburg. Die längste Prägezeit (1621-1684) nutzten die Grafen von Fugger-Babenhausen-Wellenburg. Zuletzt erschien 1781 eine gemeinschaftlich geprägte Talermünze von Kajetan Joseph v. Zinnenberg-Nordendorf (ältere Linie) und Johann Karl Alexander von Wörth-Nordendorf (jüngere Linie). Die goldenen Dukaten und silbernen Taler der Fugger sind heute selten und entsprechend teuer.

    

Fugger-Babenhausen-Wellenburg, 15 Kreuzer 1676

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