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Sol

1. Französische Recheneinheit und Münze, in späterer Form Sou genannt. Ursprünglich stellte der Sol im mittelalterlichen Frankreich eine Recheneinheit von 12 Deniers dar und entsprach dem deutschen Schilling. Die Recheneinheit geht auf das karolingische Rechensystem zurück, nach der das Karlspfund, aus dem 240 Denare (Deniers) gemünzt wurden, in 20 Schillinge oder Sols unterteilt war (12 Denare wurden also zu 1 Schilling bzw. Sol gerechnet). Ausgemünzt wurde dieser Wert erstmals im Jahr 1266 in Form des Gros tournois (zu 12 Deniers), der zum Vorbild der Groschen nördlich der Alpen wurde. Seit König Ludwig XII. (1498-1515) wurde der Sol in Form des Gros de trois blanc zu 15 Deniers (entsprechend dem Wert des schwereren Gros parisis zu 15 Deniers) und des Douzain zu 12 Deniers ausgeprägt, letztere wurden seit 1640 gegengestempelt, um ihren Wert auf 15 Deniers zu erhöhen (Sou marqué). Unter König Ludwig XIV. (1643-1715) verfiel der Sol zur Billonmünze mit geringem Silbergehalt. Im 18. Jh. wurde das Halbstück des Sol als Kupfermünze, das 1-Sol-Stück zunehmend in Kupfer und das 2-Sol-Stück in Billon ausgegeben. Höhere Werte ab 6 Sols (1/20 Ecu) wurden in Silber geprägt. In den ersten Revolutionsjahren erschienen aufgrund des Metallmangels verschiedene Sols aus Bronze und Glockenmetall, zuletzt 1793/94 (im Jahr II nach republikanischem Kalender). 
Nach Einführung der Franc-Währung im Dezimalsystem wurde der historisch gewachsene Begriff in Form des Ausdrucks Sou wieder zur Rechenmünze und auf das 5-Centime-Stück (1/20 Franc) übertragen. Wenn also in der französischen Literatur im 19. Jh. von einem Sou-Stück die Rede ist, handelt es sich um diese Münze. 

2. In Peru wählte man 1863 den Namen Sol in der Bedeutung "Sonne" (Symbol des Landes schon seit der Inkazeit) als Währungseinheit im Dezimalsystem: 1 Sol (= 10 Dineros) = 100 Centavos. 10 Soles = 1 Libra. Bis 1917 entsprach das 1-Sol-Stück in Gewicht (25 g) und Feingehalt (900/1000) dem 5-Franc-Stück der Lateinischen Münzunion. Die 1/2- und 1/5-Stücke waren entsprechend ihrem Teilwert leichter, bei gleicher Feinheit. Nach 1917 beendete Peru die Prägung der 1/5-Stücke und brachte bis 1835 den Sol und sein Halbstück mit reduziertem Feingehalt (500/1000) aus, anschließend aus Nickel-Messing und Messing. Aufgrund der hohen Inflation ging Peru 1985 zum Inti von 100 Centimos (1000 Soles de oro = 1 Inti) und im Juli 1991 zum Nuevo Sol (1.000.000 Intis = 1 Nuevo Sol) über, letzterer ist aus Neusilber geprägt.

3. Nach Gründung der Republik Bolivien 1825 bekam der Real den Namen Sueldo, von 1852 bis zur Einführung der Dezimalwährung 1863 den Namen Sol. 8 Soles (Sueldos, Reales) = 1 Peso.

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