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Satirische Medaillen

Medaillen, deren Darstellungen sich in beißendem Spott auf Personen, Missstände oder Anschauungen der Zeit beziehen. Satirische Darstellungen auf Kursmünzen sind selten, obwohl es gemilderte satirische (spöttische) Darstellungen gibt, wie die emblematischen Taler des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel (1589-1613) auf die Auseinandersetzung mit einigen Adligen des Landes (Rebellen-, Pelikan-, Wespen-, Lügen- und Wahrheitstaler). Zu den satirischen Medaillen gehören Volksmedaillen, die satirische Darstellungen auf Krieg, Inflation und Notzeiten zeigen. Auf den mit dem Hunger der Bevölkerung verbundenen Getreidewucher spielen die Kornjudenmedaillen des Medailleurs Wermuth von 1694 an. Auch religiöse Phänomene wie Reformation, Gegenreformation oder Pietismus werden ebenso satirisch beleuchtet wie erotische Themen (Hahnrei-Medaillen). Die größte Sammlung satirischer Medaillen von Prof. C. Fieweger stammt aus dem 19. Jh.