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Schmuckgeld

Zahlungsmittel, die sich aus Schmuck entwickelt haben oder gleichzeitig als Schmuck und Geld Verwendung fanden. Schmuck wird von jeher von Menschen aller Völker als Zierrat getragen und ist sehr begehrt, sodass es naheliegt, ihn zum Erwerb von Gütern oder als Entgelt für Leistungen zu benutzen. Schmuck und Wert waren schon früher eng miteinander verbundene Begriffe: Noch heute wird Schmuck als Kapitalanlage, Wert- und Statussymbol gesehen, Funktionen, die in vielen Fällen auch auf Geld zutreffen. Amts-, Würde- oder Kriegsschmuck dient zur Auszeichnung des Besitzers. Oftmals dient Schmuck auch dazu, das Vermögen oder den Reichtum des Besitzers zur Schau zu stellen (Reichtumsanzeiger). Schmuckobjekte, die als Amulette getragen werden, erfüllen die Funktion, vor Unheil und Krankheit zu schützen oder magische Kräfte zu übertragen. 
Ringgelder in Form von Arm-, Hals-, Finger-, Bein- oder Fußringen stellen einen wichtigen Bestandteil des Schmuckgelds dar. Im Alten Ägypten hatten um 1490 v. Chr. aus Gold und Silber gegossene Ringe Zahlungscharakter, wie u.a. ein bemaltes Relief aus dem Grab des Benia-Prahekamen (Theben) über das Abwiegen von Gold- und Silberringen zeigt. Auch bei den Kelten und wohl auch bei den Germanen, später vor allem in Schwarzafrika, fanden Ringgelder aus verschiedenen Metallen Verwendung. In Asien, Amerika, Australien und den Inseln der Südsee wurden Schmuckgelder aus Perlen, Muschelschalen, Glas oder Steinen hergestellt. In Westafrika und der Südsee wurden Glasperlen aus europäischer Produktion als Tausch- und Zahlungsmittel verwendet. Perlen, Muschel- und Seeschneckenschalen erhielten erst ihren Geldcharakter, wenn sie in bestimmter Reihenfolge auf Schnüre aufgezogen waren. Seltener konnten auch Zähne, Pflanzenfasern, Federn u.ä. als Bestandteile oder Ornamente für Geldschnüre oder Schmuckgeldobjekte dienen. Solche teilweise kunstvoll gefertigten Schmuckgelder kommen vor allem im Bereich der Inselwelt Papua-Neuguineas, Melanesiens und Mikronesiens vor.