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Silber

Edelmetall mit dem chem. Zeichen Ag (lat. argentum), der Dichte 10,5 g/cm³ (Schwermetall) und dem Schmelzpunkt 960,8° C. Das weißglänzende Metall ist härter als Gold und weicher als Kupfer, mit dem es zur Verbesserung seiner metallurgischen Eigenschaften oft legiert wurde. Das gut zu verarbeitende, dehnbare Silber lässt sich dünn aushämmern und fein ausziehen und leitet hervorragend Wärme und Elektrizität. Es korrodiert nicht, bildet aber unter dem Einfluss von Schwefelwasserstoffen, die immer in Spuren in der Luft enthalten sind, eine dünne schwärzliche Schicht von Silbersulfid (Anlaufen). Das Metall war schon in prähistorischer Zeit bekannt und entwickelte sich seit dem 6. Jh. v. Chr. - bald nachdem in der antiken griechischen Welt die ersten Münzen aus Elektron aufkamen - zum wichtigsten Münzmetall. Diesen Rang konnte das Silber bis zum 19. Jh. behaupten, denn das wertvollere Gold war nicht in ausreichender Menge verfügbar und das Silber erwies sich als praktischer für die Stückelung in kleinere Nominale. Das Wertverhältnis der beiden Edelmetalle schwankte je nach Bedarf und Fördermenge. Das klassische Verhältnis von 12:1 wird u.a. mit der Einteilung eines Jahres in 12 Monate in Zusammenhang gebracht, denn das alchemistische Symbol für Silber ist der Mond (Luna), für Gold die Sonne (Sol). 
Zu den frühesten Münzprägungen aus Silber in archaischer Zeit zählen die silbernen Statere des sagenumwobenen Königs Kroisos von Lydien (560-546 v. Chr.) in Kleinasien, die nach äginäischem Münzfuß Schildkröten (Kröten) der griechischen Handelsstadt Aigina und die Wappenmünzen von Athen nach attischem Münzfuß darstellten. Umfangreiche Silberprägungen setzen den Silberbergbau voraus. Die erste und berühmteste Silberwährung der Antike waren die Eulen von Athen, deren Metall von den Silberbergwerken von Laurion stammte. Das meiste Silber der antiken Welt kam von der Iberischen Halbinsel. Bereits die Phönizier und später die Karthager verhandelten spanisches Silber rund um das Mittelmeer, bevor die Römer die iberischen Silbervorkommen systematisch ausbeuteten. 
Im Mittelalter begann der Silberabbau im Harz und Erzgebirge, in Böhmen, Tirol und Ungarn. Die Blütezeit des mitteleuropäischen Silberbergbaues ging mit dem 16. Jh. zu Ende. Nach der Entdeckung der Neuen Welt floss das überseeische Silber von den spanischen Kolonien Amerikas (Mexiko, Peru, Bolivien) nach Europa. Durch die großen Fördermengen in Amerika fiel der Wert des Silbers im Verhältnis zum Gold. Als Währungsmetall hatte das Silber im 19. Jh. ausgedient, als Münzmetall war es noch bis zum 2. Weltkrieg bedeutend. Nachdem das Deutsche Kaiserreich nach 1871 den Übergang zur Reichsgoldwährung ankündigte, drückte der Verkauf großer Mengen überschüssigen Silbers den Silberpreis. Bald darauf gingen mehrere Länder zur Gold- bzw. Doppelwährung über, sodass das Silber im Verhältnis zum Gold stark abfiel (von 15,5:1 auf 35,5:1 im Jahr 1910). Versuche der "Silberlobby", in verschiedenen Ländern durch Wiederbelebung der Silberwährung dem Preisverfall entgegenzusteuern, schlugen fehl (siehe z.B. Morgan Dollar in den USA). Nach kurzer Erholung im 1. Weltkrieg (19,9 :1) fiel das Silber weiter (auf 74,8:1 im Jahr 1931). Als letzter Staat gab China 1935 die Silberwährung auf. Noch heute kommt der größte Anteil der Weltsilberproduktion aus Amerika, aber auch in Australien und Sibirien befinden sich reiche Silbervorkommen.
Silber wurde praktisch nie rein vermünzt, sondern mit anderen Metallen legiert. Meist wurde dem Silber Kupfer beigemischt, um die Silbermünzen für den Geldumlauf geeigneter zu machen. Die Silberfeinheit der Währungsmünzen bewegte sich in der Regel zwischen 860 und 960 Promille (Tausendteile) Silber. Bei Scheidemünzen lag der Silberanteil bei der Hälfte (500/1000) oder darunter (Billon). Eine Ausnahme bilden die silbernen Münzen des Deutschen Kaiserreichs (Reichsgoldwährung), die als Scheidemünzen eine Feinheit von 900/1000 hatten. Heute werden von verschiedenen Staaten noch Gedenkmünzen, Sonderserien und einige Abschläge in Silber hergestellt. Sie dienen meist Sammelzwecken.

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