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Schiffsdarstellungen

Münzen mit Schiffsmotiv erfreuen sich bei den Sammlern hierzulande seit Jahrzehnten großer Beliebtheit und zählen zum Sammelgebiet Numisnautik. Schon auf frühen antiken Münzen sind Galeeren dargestellt, vor allem auf Münzen des phönizischen Seefahrervolkes (in Arados, Byblos, Sidon) seit dem späten 5. Jh. v. Chr. So zeigen die etwa seit 425 v. Chr. geschlagenen Schekel der Stadt Sidon eine Kriegsgaleere unter vollem Segel auf Wellen, der im späten 5. Jh. folgende Typ eine Galeere vor der Stadtmauer. Die Prora (Bug des Schiffes) erscheint schon im späten 6./frühen 5 Jh. auf Silbermünzen der Stadt Phaselis in Lykien (im Südwesten Kleinasiens). Die Prora ist ein häufig dargestelltes Motiv auf römischen Münzen und erscheint von Anfang an auf dem Aes grave der Republikzeit. Unter dem Flottenpräfekten Antonius wird Anzahl der Schiffe (3, 2 und 1) und die Prora zum Unterscheidungsmerkmal und dient der Wertabstufung der AE-Münzen. Prora- und Schiffsdarstellungen im Zusammenhang mit Getreidelieferung, Reisen der Kaiser usw. erscheinen auf römischen Münzen bis in die späte Kaiserzeit. Das Schiffshinterteil (lat. puppis) findet sich vor allem auf Münzen der Makedonen.
Im Mittelalter sind Schiffe auf karolingischen Denaren von Dorestad und auf einigen Nachahmungen in Schweden (Hedeby-Münzen) dargestellt. Auch auf dem goldenen englischen Nobel (und seinen niederländischen Nachahmungen) ist aus Anlass des Seesiegs von Sluys (1340 v. Chr.) über die Franzosen das Hüftbild des siegreichen Königs Edward III. in einem Schiff dargestellt. Mit dem Aufkommen der Medaille in der Renaissance kommen Schiffe oder Darstellungen mit nautischem Bezug auch auf Medaillen häufig vor. Zu den ersten Medaillen mit nautischem Bezug zählt eine für Papst Sixtus IV. 1454 hergestellte Medaille, die den Papst in einem Nachen zeigt, der lat. als "Eclesia" (Kirche) bezeichnet ist. Im 17. Jh. sind zu Ehren der Admirale Ruyter und Tromp niederländische Medaillen geprägt worden. Im 17. und 18. Jh. erscheint in Holland ein Typ von Schillingen zu 6 Stuiver, der nach dem Segelschiff-Motiv auf der Rs. Scheepjesschelling genannt wird. Die von Herzog August dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel (1635-1666) ausgegebenen Talermünzen mit Schiffsmotiven werden Reise- oder Schiffstaler genannt. Ein Typ der Nürnberger Rechenpfennige wird nach seiner Darstellung als Schiffspfennig bezeichnet. In jüngerer Zeit erscheinen viele Münzen mit Schiffsmotiven, vor allem von den Inselstaaten in der Karibik (Westindies). Ihre Schiffsdarstellungen gedenken oft Schiffen und Entdecker aus Spanien, Portugal oder England. Berühmte Schiffe wie die Nina, Pinta und Santa Maria (die drei Schiffe der 1. Entdeckungsreise des C. Kolumbus) oder die Bounty sind auf Münzen oft dargestellt worden.

    

Galeere auf einem Denar des Marcus Antonius (83-30 v. Chr.)

    

Schiffsmotive auf einer amerikanischen Medaille in der Größeeines Half Dollars

    

Medaille 1666 mit der Büste des Admirals Ruyter und einerSeeschlacht