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Spottmedaillen und -münzen

Spottmedaillen mit ironischen und satirischen Darstellungen und Beschriftungen kommen schon seit der Barockzeit vor. Vor allem Ereignisse des Zeitgeschehens, Institutionen und ihre Vertreter waren Gegenstand des Spotts. Der Pietismus, Revolutionen, Aufstände, Kriege und Antisemitismus gaben u.a. Anlass zu Karikaturen und ironischen Beschriftungen. Auch erotische Medaillen sowie Hunger- bzw. Teuerungsmedaillen sind oft von Spott begleitet. Ein Meister der barocken Spottmedaille war Christian Wermuth, in der neueren Zeit schuf Karl Goetz eine Reihe von Spottmedaillen. Mit spöttischen Darstellungen sind eine Reihe von Jetons (auch amtliche) und Volksmedaillen versehen. Kaiserliche Rechenpfennige sollen mit der Darstellung eines Fuchses, der den Enten predigt, den Papst verspotten.
Beabsichtigte Spottmünzen, wie die oben erwähnten Medaillen, gibt es eigentlich gar nicht. Allerdings regten mehr oder weniger geglückte Münzdarstellungen die Phantasie der Bevölkerung zu spöttischen Münzbezeichnungen an, die im Zusammenhang mit Missständen, Unterdrückung oder Fehlern und Schwächen der Regenten standen. Der Spott schlug sich in Münzbezeichnungen, wie z.B. Cosel-Dukaten nieder. Die spöttischen Münzbezeichnungen Vlieger oder Spieße beziehen sich auf die missratenen Darstellungen des Adlers bzw. des Zepters. Die Münzbezeichnung Angsttaler bezieht sich auf den fehlenden Hinweis des Gottesgnadentums auf der Münze, der vom Volk als Angst des Großherzogs Friedrich Franz II. (1842-1883) vor den revolutionären Ereignissen des Jahres 1848 gedeutet wird. Zu den Spottmünzen zählen auch ironisierende Umgravierungen von Münzen, wie sie während des Second Empire (1852-1870) in Frankreich entstanden sind (z.B. Empire français in Vampire français umgraviert).

    

Spottmedaille auf die Geistlichkeit

    

Spottmedaille 1710 auf die Einnahme von Douay im Spanischen Erbfolgekrieg

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