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Scudo

Vom ital. "Schild" abgeleitete Bezeichnung, die zunächst allgemein jedes italienische Gold- oder Silbernominal bezeichnete, das einen heraldischen Wappenschild zeigte. Der goldene Scudo (Scudo d´oro) war weniger bedeutend und wurde zwischen 1350 und 1800 (vor allem im 16. und 17. Jh.) von einigen Münzständen in Italien geprägt. Die Scudi d´oro waren vor allem in Form von Vielfachstücken als prachtvolle Schaumünzen beliebt, wie sie z.B. Francesco I. d´Este (1629-1658) zwischen 1631 und 1633 (Vielfache bis 24 Scudi d´oro) prägen ließ. Auch die Könige von Savoyen und Sardinien, Vittorio Amadeo I. (1630-^637) und Carlo Emanuele II. (1638-1675) gaben prächtig Scudi d´oro aus. Vittorio Amadeo I. ließ zwischen 1633 und 1636 (Vielfache bis 30 Scudi), Carlo Emanuele II. zwischen 1639 und 1671 (bis 40 Scudi) diese Stücke prägen.
Der silberne Scudo (Scudo d´argento) entwickelte sich im Laufe des 16. Jh. s zur Großsilbermünze in ganz Italien, u.a. wurden Scudi d´argenti in Ancona, Bergamo, Bologna, Florenz, Genua, Lucca, Mantua, Mailand, Modena, Turin und Venedig geschlagen. Bekannte Scudo-Typen sind der seit 1596 in Genua geprägte Scudo stretto (gekröntes Tor/Kreuz mit Sternen in den Winkeln), dem der Typ Madonnina folgte. Der venezianische Haupttyp Scudo della croce (Blumenkreuz/Löwenwappen) wurde bis herunter zum Achtelstück und bis zum Ende der Republikzeit geprägt. Die Reihe der päpstlichen Silber-Scudi erstreckt sich von der Mitte des 16. Jh.s über einen Zeitraum von 2 1/2 Jahrhunderten.

    

Vatikan, Scudo1675 auf das Heilige Jahr

    

Habsburg, Scudo 1853 für Lombardei-Venetien