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Schreckenberger

Engelgroschen oder Schreckenberger wurden die ursprünglich guthaltigen sächsischen Silbergroschen genannt, die seit 1498 aus den kurz zuvor entdeckten reichen Silbervorkommen des Schreckenberges bei St. Annaberg geschlagen wurden. Sie zeigen auf den Vs.n den von einem Engel gehaltenen sächsischen Kurschild (gekreuzte Schwerter), auf den Rs.n das Wappen der Herzöge von Sachsen. Sie wogen ca. 4,5 g (ca. 933/1000 fein), seit 1558 etwa 5 g (908/1000 fein). Zuerst gingen sieben, seit 1558 sechs Engelgroschen auf einen Gulden. Die bis 1571 geprägten Schreckenberger waren über Sachsen und Thüringen hinaus beliebte Münzen. Wegen ihrer Größe wurden sie auch Mühlsteine benannt. 
Ihren schlechten Ruf erhielt die Münzsorte, als man in der Kipper- und Wipperzeit (1618-1623) in Massen unterwertige Schreckenberger im Nominalwert von 4 Groschen oder 12 Kreuzern prägte. Ihr Gewicht betrug ebenfalls etwa 5 g, aber bei einem Feingehalt, der (anfangs) nur bei ca. 370/1000 lag und noch weiter fiel. Ihre Vs.n waren ähnlich wie die des ursprünglichen Typs, die Rs.n zeigten zwei Engel und drei Schilde. Sie wurden nicht nur von sächsischen Münzständen geprägt, sondern von umliegenden Münzständen noch schlechter nachgeahmt und überschwemmten das ganze Land. Der Name Schreckenberger wurde auf ähnliche Sorten mit anderen Geprägen übertragen und wurde schließlich zum Inbegriff (und Schimpfwort) für die schlechten Münzen derKipper- und Wipperzeit. Der tatsächliche Wert dieser Kipper-Schreckenberger lag weit unter dem angegebenen Nominalwert.