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Peso

Kurzform für den Peso de a ocho, d.h. Gewicht von acht, wobei Real zu ergänzen ist, also das Stück im Gewicht von acht Reales. Das spanische Acht-Reales-Stück (und sein Halbstück zu 4 Reales) wurde von dem Königspaar Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien und Leon gemäß der Münzordnung von Medina del Campo (1497) zum ersten Mal gemünzt, aber nur in geringer Anzahl. Kaiser Karl V., der in Spanien als König Karl I. (1516-1556) mit seiner Mutter Johanna herrschte, nahm die Prägung der Reales de a ocho in den 40er Jahren des 16. Jh.s wieder auf. Der Sohn und Nachfolger Karls V., Philipp II. (1556-1598), schuf einen Typ mit dem Schild von Spanien auf der Vs. und dem durch ein Kreuz viergeteilten Wappen auf der Rs. Diese Münze wurde zum Vorbild späterer Typen der spanischen Peso-Prägung.

Die Bezeichnung Peso entstand in den amerikanischen Kolonien Spaniens. Die Spanier sollen in der Neuen Welt schon vor Errichtung der ersten Münzstätte in Mexiko-Stadt (1535) Silberstücke im Peso-Gewicht als Geld verwendet haben. Das Feingewicht der Pesos lag bei 25,5 g und wurde im Zeitraum von 2 1/2 Jahrhunderten nur unwesentlich verringert. In Mexiko City wurden zuerst Teilstücke des Peso zu 3, 2, 1 und 1/2 Real, später auch halbe (4-Reales-Stücke) und ganze Pesos geprägt. Das Münzbild der mexikanischen Stücke zeigt von Anfang an die Säulen des Herkules als Rückseitendarstellung (Säulenpiaster). Mit der Ausbeute der Silberlager in Peru, vor allem des Cerro Potosi, nahm die Pesoproduktion gewaltige Ausmaße an. In Potosi, der Hauptprägestätte Hochperus (Bolivien) seit etwa 1570, sollen allein in der ersten Hälfte des 17. Jh.s 5 bis 6 Millionen Pesos jährlich ausgemünzt worden sein. Diese Menge machte etwa zwei Drittel der Silbereinfuhr Spaniens aus. In den mexikanischen Münzstätten sollen im Zeitraum von 1537 bis 1888 über 3 Milliarden (geschätzt) Pesos ausgemünzt worden sein. Aufgrund der negativen Handelsbilanz Spaniens und zur Kriegsfinanzierung flossen die Pesos nach Frankreich, Italien, England und in die Niederlande, wo sie zum Rohstoff der Münzprägung wurden. Die Niederländische Ostindische Kompanie exportierte auch große Mengen als Handelsmünze nach Asien, insbesondere auf die indonesischen Inseln. Aufgrund der großen Mengen wurde die Peso-Prägung auf teilweise eckigen Schrötlingen nur sehr schlecht ausgeführt, was ihnen in Mexiko die Bezeichnung Macuquina (in Nordamerika Cob) einbrachte. Deshalb dachte man in Europa, die Stücke seien während der Überfahrt auf den Schiffen geprägt worden, was ihnen die Benennung Piraten- oder Schiffsgeld (-piaster oder -peso) einbrachte. Erst mit dem Aufschwung der kolonial-mexikanischen Silberproduktion im 18. Jh. setzte dort die maschinelle Prägetechnik in der Pesoproduktion ein. Diese spanisch-mexikanischen Dollars (in Nordamerika Spanish milled Dollars genannt) fanden weite Verbreitung und hielten sich im US-amerikanischen Umlauf bis in die Mitte des 19. Jh.s.
Nach dem Untergang des spanischen Weltreichs im frühen 19. Jh. blieb der Peso in vielen süd- und mittelamerikanischen Ländern (z.B. Argentinien, Chile, Guatemala, Honduras, Mexiko) die gängige Silbermünze. Es entstanden verschiedene neue Landestypen. In der zweiten Hälfte des 19. Jh.s wurden die Pesos der betreffenden südamerikanischen Länder auf das Dezimalsystem umgestellt und in Anlehnung an die Lateinische Münzunion geprägt, ohne dass die einzelnen Länder Mitglieder der Münzunion wurden. Seit 1870 folgte auch die Ausprägung von Peso-Vielfachen (2 1/2, 5, 10, 20) in Gold. Das 50-Peso-Stück von Mexiko (Centenario) im Gewicht von 41,667 g (37,5 g Feingewicht) war von 1921 bis 1947 die größte im Umlauf befindliche Goldmünze der Welt, bis die Nachprägungen zu Bullion-Handelsmünzen wurden.

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