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Pesete
Bei der Pesete handelt es sich um die ehemalige Währung Spaniens. Peseten waren bis zur Euroeinführung im Jahr 2002 gültige Zahlungsmittel in Spanien. Im Spanischen wurden die Geldstücke als pesetas bezeichnet. Auch in Andorra galten Peseten als gültige Zahlungsmittel.
Die Eckdaten der Peseten
| Merkmal | Beschreibung |
| Zeitraum | 1808 bis 2002 |
| Abkürzung | Pts, pta |
| ISO-4217-Code | ESP, EDP |
| Staaten | Spanien und Andorra |
| Wechselkurs (fix) | 1 EUR = 166,386 ESP 100 ESP = 0,601012 EUR |
| Untereinheit | 100 Céntimos |
Namensherkunft und -bedeutung der Peseten
Die Bezeichnung „pesetas“ wird meist als Ableitung des Diminutivs (Verkleinerungsform) des Wortes „peso“ (deutsch: Gewicht) aufgefasst. Diese häufige Rückführung ist darin begründet, dass „Peso“ selbst der Name einiger Währungen ist. Diese mögliche Wortherkunft lässt sich bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen, als man die "Peseta provinzial" für den lokalen Umlauf prägte. Sie galt seit 1728 einen Viertelpeso (zwei silberne Reales), seit 1772 einen Fünftel-Peso.
Der spanische Name der Peseten könnte jedoch auch vom katalanischen Wort „peceta“ abstammen. Übersetzt bedeutet das Diminutiv des Wortes „peca“ so viel wie „kleines Stück“. Für diese Namensherkunft sprechen sowohl sprachliche als auch historische Gründe, denn die ersten Prägungen, die als „peseta“ bezeichnet wurden, stammten aus Barcelona. Zudem finden sich in spanischen Wörterbüchern aus dem 18. Jahrhundert Worterklärungen, die zusätzlich von dem Wort „pieza“ (deutsch: Stück) ausgehen.
Die Geschichte der Peseten
Die ersten pesetas-Münzen wurden zwischen 1808 und 1814 geprägt. Damit stammen die ersten Peseten aus der napoleonischen Zeit. Das erste Geldstück mit dem Nennwert 1 Pesete stammt aus dem Jahr 1809.
Als Spanien 1868 seine Währung an der Lateinischen Münzunion orientierte, wurde die Pesete zur neuen Währungseinheit Spaniens gemacht: 100 Céntimos = 1 Peseta. Die Silbermünze (Feingewicht: 4,157 g) wurde seit 1869 in Entsprechung zum Franken der Lateinischen Münzunion geprägt.
Seit 1870 wurden gelegentlich auch Goldmünzen zu 10, 20, 25 und (selten) sogar zu 100 Pesetas geprägt, die später mit den Jahresangaben 1961 und 1962 nachgeprägt wurden. Die erste Peseta aus unedlem Metall (Messing) gaben die Republikaner während des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) im Jahr 1937 aus. Sie zeigt auf der Vorderseite das Kopfbild der Hispania, auf der Rückseite Weintrauben neben der Wertzahl, darunter die Wertbezeichnung über der Jahreszahl.
Aufgrund der nach dem Spanischen Bürgerkrieg auftretenden Inflation verlor die Währung enorm an Wert. Deshalb wurden die Pesete-Münzen nur noch aus Eisen, Messing oder Aluminium hergestellt. Die spanische Wirtschaft konnte sich Ende der 1950er-Jahre stabilisieren und es wurde neues Münzgeld geprägt:
- 10 und 50 Céntimos aus Aluminium
- 1 Pesete aus nordischem Gold (Messinglegierung aus 89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn)
- 5, 25 und 50 Peseten aus Kupfernickel
- 100 Peseten aus Silber
Während eine Pesete im Jahr 1933 noch 4,2 Gramm Silber entsprach, kam der Wert der Münzen 1966 lediglich auf 0,15 Gramm. Dies entspricht einer Inflation mit dem Faktor 28.
Die Inflationsrate Spaniens stieg in den 1970er-Jahren erneut an. Angesichts dessen wurden 1975 erneut neue Münzen eingeführt. Zunächst wurde hierfür die Silbermünze mit dem Nominal 100 Peseten durch ein Geldstück ersetzt, welches nicht aus Edelmetall gefertigt war. Ab Mitte der 1980er wurden die 200- und 500-Peseten-Banknoten durch entsprechende Münzen ersetzt. Die Geldscheine blieben jedoch bis zur Euroeinführung gültig.
1991 erfolgte die Prägung eines vollkommen neuen Münzsatzes: 1, 5, 10, 25, 50, 100, 200 und 500 Peseten. Dieser neue Satz blieb bis zur Einführung des Euros im Jahr 2002 im Umlauf. Eine Ausnahme stellt lediglich die 1-Pesete-Münze dar – das aus Aluminium gefertigte Geldstück verschwand bereits vor dem Währungswechsel größtenteils aus dem täglichen Zahlungsverkehr.
Zusätzlich zu den neuen Münzen wurden 1991 auch neue Scheine ausgegeben. Diese ersetzen die alten Banknoten. Auf die Ausgabe neuer 200 und 500 Peseten wurde jedoch verzichtet. Die neue Banknotenserie wurde von Reinhold Gerstetter – damaliger Chefgrafiker der Deutschen Bundesdruckerei – entworfen.
Ablösung der Peseten durch den Euro
Am 1. Januar 1999 wurde der Euro zur Verrechnungseinheit der Pesete. Der Umrechnungskurs wurde hierbei auf 1 EUR = 166,386 ESP festgelegt. Als Bargeld wurde der Euro schließlich 2002 eingeführt. Der Eintausch von Peseten gegen Euro war auch nach 2002 noch bei der spanischen Nationalbank sowie bei einigen Dienstleistern möglich. Bei der Nationalbank war ein Tausch bis zum 30. Juni 2021 möglich. Heute gelten nur noch Euromünzen in Spanien.
Auch in Andorra waren pesetas im Umlauf: Die Währung war neben dem französischen Franc als gültiges Zahlungsmittel anerkannt. Andorra wechselte ebenfalls zum Euro, allerdings erst 2012.
FAQ: Pesete
Welche Währung hatte Spanien vor dem Euro?
Die Pesete war Spaniens Währung vor dem Euro.
Wie viel ist eine peseta wert?
Der Wert von 100 Peseten entspricht laut fixem Wechselkurs 0,601012 Euro. Damit ist eine Pesete deutlich weniger Wert als die heutige Währung Spaniens. Peseta-Münzen mit Sammlerwert können jedoch durchaus mehr wert sein.
Wie viele Peseten sind ein Euro?
166,386 Peseten entsprechen einem Euro.
Wie viele Peseten waren eine D-Mark?
Eine D-Mark entsprach etwa 85,0718 Peseten.