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Plaketten

Kunsthistorisch versteht man unter Plaketten einseitige Metallreliefs, die aus einem Modell aus Holz, Stein oder Schiefer geschnitten, in Wachs und Gips geformt oder nach einer Treibarbeit gegossen sind und ihrerseits selbst als Modell oder Vorlage dienen. Zumindest trifft diese Rolle als Zwischenmodell für die Renaissance- und frühe Barock-Plakette zu. Man bezeichnet aber nicht nur Reliefmodelle als Plaketten, sondern auch einseitige Metallreliefs, die medaillenartigen Charakter haben, vor allem bei Arbeiten aus dem 19. und 20. Jh. 
Das Wort ist vom französischen "plaque", "plaquette" (dünne Platte) abgeleitet und noch relativ jung in der deutschen Sprache. Zu ihrer Zeit nannte man sie Bleie, Kunst oder Patronen. Es gibt quadratische, rechteckige, vieleckige, ovale, aber auch runde Objekte, letztere einseitig beprägt und meist großformatiger als Medaillen. Sie sind aus Silber, Bronze oder Eisen gegossen, geprägt oder getrieben, auch graviert und ziseliert. Stilistisch und thematisch sind sie manchmal nur schwer von den Medaillen zu trennen. Viele Plaketten waren zur dekorativen Verwendung in der Innenarchitektur vorgesehen, wie z.B. als Einlagearbeiten bei Möbeln und Wänden. Deshalb sind sie auch meist einseitig, manche haben Aufhängevorrichtungen. Kleine Trage-Plaketten wurden oft als Schmuck verwendet.
Die Plakette entstand im 16. Jh. in Italien. Die italienischen Renaissance-Plaketten wurden vorwiegend von Bronzegießern als Vorlagen oder Modelle benutzt. Auch italienische Reproduktionen von Kleinkunstwerken, die als Sammelobjekte fungieren, wie etwa Abgüsse von geschnittenen Steinen, fallen unter die Rubrik Renaissance-Plaketten. Bald fasste die neue Kunstgattung auch bei den Goldschmieden nördlich der Alpen Fuß, vor allem in Deutschland und den Niederlanden. Die cisalpinen Plaketten wurden meist in Blei gegossen. Sie dienten vielen Handwerkern, u.a. Tischlern, Elfenbeinschnitzern, Zinn- und Bronzegießern, manchmal auch Bildschnitzern und Bildhauern als Vorlage.