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Piécetten

In der Schweiz auch volkstümlich Piecli, Biesli oder Biesle genannte Kleinsilbermünzen im Wert von 6 bzw. 7 Kreuzern. Im Einzelnen sind dies:

1. Die 7-Kreuzer-Stücke (1786-1797) des Kantons Freiburg (Fribourg), die in entsprechenden Kreuzer-Werten auch als doppelte (1787-1789), vierfache (1793, 1798) und achtfache (1796/7) Piécetten umliefen. 7 Kreuzer = 5 französische Sols = 1/8 Gulden = 1/24 Laubtaler (zu 6 Livres). Sie zeigen auf den Vs.n die Kantonswappen, auf den Rs.n vier gekrönte aus F gebildete Spiegelmonogramme um die Wertzahl ins Kreuz gestellt. Außerdem gab es in dem aus wesentlichen Teilen des Kantons Freiburg und einem Teil des späteren Kantons Waadt 1798 gebildeten Kanton Sarine et Broye sechsfache Piécetten (42-Kreuzer-Stücke). Die Vs. zeigt ein mit einem Tellenhut bestecktes Liktorenbündel, die Rs. die Schrift VALEUR/DE/42 CR im Kranz.

2. Der preußische König als Landesherr des Fürstentums Neuenburg (Neuchâtel) ließ zwischen 1793 und 1796 nach französischem Münzsystem 4- und 8-fache Piécetten im Wert von 28 und 56 Kreuzern prägen: Sie galten also 20 und 40 französische Sous oder 1 und 2 Livres tournois. Auf der Vs. zeigen sie das gekrönte Landeswappen, auf der Rs. die Wertzahl (in Kreuzern) im preußischen Ordensstern. 

3. Die 1725 und 1793 geprägten 5- und 10-Schilling-Stücke von Luzern im Wert von 1/8 und 1/4 Gulden. Es gab verschiedene Typen, die meist ovales Wappen in Kartusche/Monogramm und Wertzahl (in Gulden) aufweisen. 

4. Die 6-Kreuzer-Stücke von St. Gallen (1725-1739, 1786 und 1790) und Appenzell (1737). Allmählich gelangten auch aus Frankreich und Straßburg stammende Münzen in den schweizerischen Umlauf, die mit 6 bis 7 Kreuzern bewertet und teilweise mehrfach verrufen wurden.