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Penny

Der Penny entwickelte sich im angelsächsischen England nach dem Vorbild des karolingischen Denars. Seit etwa 765 v. Chr. begann im Königreich Kent die Ablösung der leichten Sceattas durch schwerere Silberstücke, die sich in Gewicht und Feingehalt an den karolingischen Pfennigen auf dem Festland orientierten, wie sie Pippin seit etwa 755 v. Chr. im Frankenreich schlagen ließ. Von einer Penny-Prägung wird eigentlich erst gesprochen, als unter König Offa von Mercia (757-796) seit 783/4 erstmals hohe Prägezahlen erreicht wurden. Zur Anpassung an den karolingischen Denar wurde das Gewicht des Silberpenny 792 v. Chr. etwas erhöht (auf knapp über 1,3 g). Typisch für die angelsächsischen Pfennige sind die Darstellungen der Kopfbilder der jeweiligen Herrscher, ein Kreuz als Münzbild und die Nennung des Münzherrn und des Münzers (bis ins 13. Jh.). Außerdem blieben die Pennys lange in Gewicht und Feingehalt stabil, im Gegensatz zur Entwicklung auf dem Kontinent. Die Entwicklungstendenzen einer gemeinsamen Währung für ganz England führten zu einem Umlaufverbot für ausländische Währungen (um 930), das später - bedingt durch den Silbermangel Englands - gelegentlich durchbrochen wurde. Im 10. Jh. setzte sich das königliche Münzregal durch und parallel dazu wuchs die Zahl der Prägestätten. Zu Beginn des 11. Jh.s überzog ein Netz von über 70 Prägestätten die Insel. 
Der Penny wurde selten als Goldmünze ausgeprägt. Einzelstücke sollen von den angelsächsischen Königen Edward (der Ältere) von Wessex (899-924), Ethelred II. (979-924) um ca. 1005 und Edward dem Bekenner (1024-1066) um ca. 1051 erhalten sein. Dabei handelt es sich wahrscheinlich nur um Einzelstücke für den königlichen Hof. Erst wieder um 1057 ließ König Heinrich III. (1216-1272) eine Goldpfennigprägung folgen. Die Vs. zeigt den König sitzend mit Regalien in den Händen , die Rs. ein Langkreuz mit vier Rosen und je drei Kugeln in den Winkeln. Die Stücke wogen das Doppelte der Silberpennys und wurden offiziell mit 20 Silberpfennigen (abgekürzt d) bewertet. Die Goldmünzen erwiesen sich - bei dem Verhältnis von Gold zu Silber (1:10) - als unterbewertet, was wohl zu einem massiven Export und zum Einschmelzen der Goldpennys führte.
Die normannische Eroberung (1066) ergab für den Penny keine wesentlichen Änderungen. Wilhelm der Eroberer stabilisierte Gewicht (1,3-1,45 g) und Feingehalt (925/1000), dessen stetige Beibehaltung später zu der Bezeichnung Sterling führte. Der normannische König übertrug die Herstellung der Prägestöcke als Erbmonopol auf den Goldschmied Otes, dessen Nachfahren das Monopol bis ins 14. Jh. ausübten. Unter Heinrich I. (1100-1135) und Stephan I. (1135-1154) verlor der Penny an Gewicht und Feingehalt. 
Die Münzreform Heinrichs II. (1157) stabilisierte Gewicht und Feingehalt der Hauptsilbermünze wieder, senkte die Prägestätten drastisch (auf 10 bis 20) und beendete den durch die Münzverrufungen verursachten ständigen Typenwechsel. Damit war die Voraussetzung zur Schaffung beständiger Münztypen (trotz Herrscherwechsel) geschaffen: Der Typ Short-cross Penny (mit kurzem Kreuz) wurde von 1180 bis 1247 geprägt. Die Verringerung der Prägestätten auf drei geistliche und eine weltliche Münzanstalt, die für das ganze Mittelalter Bestand hatte, ging mit der Einführung des Long-cross Penny (mit langem Kreuz) einher, der von 1247 bis 1279 geprägt wurde. Die Beständigkeit des Penny förderte dessen herausragende Bedeutung als Handelsmünze seit dem ausgehenden 12. Jh. Seine weite Verbreitung in Schottland, Skandinavien, den Niederlanden und im Rheinland setzte sich durch die Champagne-Messen nach Italien und bis ins östliche Mittelmeer fort. So fertigen im 13. und 14. Jh. auch viele Münzstände Nachprägungen an, u.a. in Westfalen, dem Rheinland, Lothringen und in den Niederlanden. Die schottischen Nachahmungen der englischen Pennys gelten als sehr detailgetreu, während minderwertige Beischläge aus dem Gebiet Belgien, Niederlande und Luxemburg einen schlechten Ruf hatten (Lushburnes). In Zeiten des Silbermangels flossen die Nachprägungen nach England ein. 
In der Neuzeit wurde das knappe Kleinsilber zunehmend vernachlässigt und durch private Prägungen ersetzt. Der silberne Penny wurde - mit Unterbrechungen und am Ende spärlich - bis in die zweite Hälfte des 18. Jh.s geprägt, später nur als Maundy Money am Gründonnerstag. Im Jahr 1797 wurde in Boulton´s Soho Mint der erste kupfernen Penny (auch Stücke zu 2 Pence) geschlagen, der schwere Cartwheel. Seitdem wurde der Penny - wie das Halb- (Half Penny) und Viertelstück (Farthing) in Kupfer gemünzt, bis zur Einführung des bronzenen "modernen Penny" im Jahr 1860. Mit der Einführung des Dezimalsystems wurde er durch den "New Penny" ersetzt (100 New Pence = 1 £).

    

Penny (Short-Cross Penny) des Heinrich II. (1154-1189)

    

One-Penny-Stück nach Einführung des Dezimalsystems 1971

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