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Peelsche Bankakte

Die nach Robert Peel, Premierminister von England, benannte Peelsche Bankakte (engl. Peel's Act) von 1844 ist ein Gesetz, das vordergründig die Organisationsstruktur der Bank of England reformierte und zur Grundlage des Goldstandards sowie zum Vorbild der Währungsgesetzgebung des 19. Jh.s wurde. Das Gesetz beendete mit der Wiedereinführung der Goldwährung eine einmalige Experimentier- und Reformphase in der englischen Währungspolitik und richtete sich an den Forderungen der Currency-Theorie aus. 
Kern des Gesetzes ist die Teilung der Bank of England in zwei Abteilungen: eine von den Direktoren geleitete Bank-Abteilung, die weiterhin frei von staatlichen Restriktionen ihre Bankgeschäfte abwickeln konnte, und eine Notengeld-Abteilung, deren fiduziäre (nicht durch Metall gedeckte) Notenemission kontingentiert wurde. Ziel war eine Geldmengenbewegung nach den Regeln einer reinen Metallwährung, sodass die Ausgabe von Banknoten nur entsprechend dem Metallbestand der Noten-Abteilung verändert werden konnte. Mit dieser restriktiven Gesetzgebung glaubte man das Ideal einer "liberalen Währungspolitik" zu verwirklichen, indem man die Währungspolitik nun automatisch auf die scheinbar natürlichen Erfordernisse des Zahlungsbilanzausgleichs ausrichtete. Um ein Unterlaufen des Goldautomatismus zu verhindern, kontingentierte das Gesetz auch die Noten ausgebenden englischen Zettelbanken, indem man die zwischen Februar und März 1844 ausgegebenen Noten zur künftigen Obergrenze der Notenemission erklärte. Damit wurde verhindert, dass die Zettelbanken künftig einen entscheidenden Einfluss auf die Währungspolitik haben konnten. Das Ziel, die Ausgabe der Banknoten für Zettelbanken so unattraktiv zu machen, dass sie künftig darauf verzichten würden, ging jedoch nicht auf. Eine Monopolstellung der Bank-of-England-Note konnte in den Folgejahren nicht erzielt werden. Weniger restriktiv fiel die 1845 in Schottland und Irland eingeführte Peelsche Bankakte gegenüber den Zettelbanken Schottlands und Irlands aus, wo eine Zentralnotenbank fehlte. Die Ausgabe von Banknoten verteilte sich gleichmäßig auf mehrere Banken, deren Emissionen - wie die der Bank of England - der fiduzitären Kontingentierung unterworfen wurden. Zugleich wurde der Kreis der Noten ausgebenden Banken auf den Status quo eingefroren. Diese Zugeständnisse gelten als diplomatischer Schachzug der Regierung, den Widerstand (vor allem in Schottland) gegen die Peelsche Bankakte zu schwächen. 
Das Ausbleiben eines Zusammenbruchs der Zahlungsmittel- und Kreditversorgung Großbritanniens wurde im Wesentlichen durch zwei Umstände verhindert: zum einen durch den Pragmatismus der Regierung, Bestimmungen (vor allem die Deckungsvorschriften) der Peelschen Bankakte in den folgenden Geldkrisen aufzuheben, zum anderen durch das "Versehen", das Buchgeld - gemäß derCurrency-Theorie - nicht als Geld zu betrachten, was es erlaubte, das knappe Notengeld durch Schecks und Wechsel zu ersetzen.