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private Münzen und Münzstätten

Münzen, die nicht von staatlichen Münzstätten, sondern von Privatleuten, Unternehmern oder Gesellschaften ausgegeben wurden. Die Frage, ob die ersten Münzen aus Elektron, die aus dem Gebiet Lydien-Ionien stammen, private oder staatliche Ausgaben sind, ist bisher nicht geklärt. Die zentralistische und straffe Organisation im Römischen und Byzantinischen Reich ließ jedenfalls keine privaten Geldprägungen zu. Die merowingischen Münzen im frühen Mittelalter wurden von umherziehenden Münzern geschlagen, sie stellen also eine Art halbprivater Münzen dar. Dies gilt erst recht später für die verpachteten Münzstätten. Dabei übertrug sich das Pachtrecht häufig vom Vater auf den Sohn. In der Neuzeit wurden seit dem 16. Jh. private Medaillen (siehe z.B. Maler) und Plaketten (z.B. Flötner) in den großen Künstlerwerkstätten hergestellt, ähnliches gilt für die Nürnberger Rechenpfennige (z.B. Lauer). Im späten 16. Jh. prägte die holländische Münzstätte Gorcum (inoffizielle) Nachahmungen des englischen Rosenobel sowie die seltenen Gold- und Silbermünzen für Don Antonio, der zwischen 1580 und 1590 Philipp II. von Spanien den portugiesischen Thron streitig machte. In der Kipper- und Wipperzeit und der sog. 2. Kipperzeit entstanden eine Reihe von Feld- und Heckenmünzen, die Kippermünzen, Fälschungen und verminderte Nachahmungen vollwertiger Münzen prägten. Daran beteiligten sich auch offiziell autorisierte Münzprägeanstalten, die sozusagen einen „illegalen Zweig“ unterhielten.
Zu den privaten Münzen zählen die englischen Token, die im 17./18. Jh. in großen Mengen von vielen verschiedenen Privatleuten und Firmen geschlagen wurden. Sie kamen aufgrund des Kleingeldmangels in Großbritannien und seinen Kolonien (auch noch im 19. Jh.) in Umlauf. Die von den Kolonialgesellschaften ausgegebenen Münzen waren in den dafür vorgesehenen Ländern offizielle Währungsmünzen, liefen aber auch in anderen Kolonialstaaten um. Im späten 18. Jh. setzte sich mit der Soho Mint Boultons eine private Münzstätte durch. Sie prägte auch im Auftrag anderer Staaten offizielle Münzen. Ihrem Beispiel folgten andere private Münzen in und um Birmingham (z.B. Heaton Mint), dem Zentrum der frühen englischen Industrialisierung. Ähnliches gilt später für die bekannte Franklin Mint in Pennsylvania, USA. Im 19. Jh. wurden die privat ausgegebenen Pei (siehe auch Porzellannotmünzen) in Thailand zu offiziellen Zahlungsmitteln. Auch das Notgeld in anderen Ländern sowie Marken mit lokal begrenztem Zahlungsmittelcharakter, wie die Haciendamarken Mittel- und Südamerikas oder die schwedischen Polletter, sind unter Privatgeld zu rechnen, sofern sie von Privatleuten oder Firmen ausgegeben wurden.
In Deutschland stellt die Münzproduktion seitens großer Firmen die Ausnahme dar, wie z.B. die 1894 von der Firma Krupp für Italien hergestellten Kupfermünzen. Zu den privaten Geldausgaben zählt aber ein Großteil des deutschenNotgelds, das gegen Ende und nach dem 1. Weltkrieg zur Ausgabe gelangte.

Private Notmünzen von Firmen in Rauxel bzw. Erle bei Buer    Private Notmünzen von Firmen in Rauxel bzw. Erle bei Buer

Private Notmünzen von Firmen in Rauxel bzw. Erle bei Buer    Private Notmünzen von Firmen in Rauxel bzw. Erle bei Buer

Private Notmünzen von Firmen in Rauxel bzw. Erle bei Buer

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