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Prora

Griechische und lateinische Bezeichnung für den Bug (Vorderteil) größerer Schiffe. Die Prora kommt als Symbol für ganze Schiffe auf verschiedenen griechischen und römischen Münzen der Antike vor. Die Prora läuft in zwei Enden aus, einem spitzen, unter Wasser liegenden Rammsporn und einem nach oben gebogenen Schnabel, der aus dem Wasser ragt. Die antiken Proradarstellungen laufen oft in einer Tierdarstellung aus (Vogelkopf, Delfin oder Seepferd). Eine der frühesten Proradarstellungen (spätes 6./frühes 5. Jh.) auf Silbermünzen aus Phaselis (Lykien) ähnelt der Schnauze eines Ebers. Als standardisierte Rückseitendarstellung erscheint die Prora nach der Mitte des 3. Jh.s v. Chr. auf den Münzen des römischen Aes grave. Dabei zeigt die Spitze des Schiffsbugs manchmal auf die rechte, manchmal auf die linke Seite. Das Motiv wurde auf Kupfermünzen der Republikzeit bis ins 1. Jh. v. Chr. beibehalten. Ein Zusammenhang mit der Darstellung der Prora und dem Streben Roms nach der maritimen Vormachtstellung auf dem Mittelmeer, das die Römer "mare nostrum" (unser Meer) nannten, ist naheliegend. Deshalb wird die Proradarstellung auf römischen Münzen als Symbol der (römischen) Seemacht gedeutet.