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Pistole

Volkstümliche Bezeichnung für eine weit verzweigte und wichtige Familie von Goldmünzen, die sich neben den Dukaten bildete. Die Herkunft der Bezeichnung Pistole ist nicht geklärt, man vermutet eine Ableitung von "pistola" oder "piastra" (Münzplättchen). Ausgangspunkt der Pistole ist das Doppelstück des Escudo de oro, die Dublone, die in Spanien unter Philipp II. (1556-1598) seit 1566 in großen Mengen ausgeprägt wurde. Grundlage waren die Goldfunde in den spanischen Kolonien Mittel- und Südamerikas, die nach ihrer Unabhängigkeit die Prägung des Doppel-Escudos zunächst beibehielten (Doblado). Frühe Nachprägungen ließ Herzog Karl III. (1545-1608) von Lothringen seit 1587 herausgeben, auch als Halb-, Doppel- und Vierfach-Stücke. Nach dem metrologischen Vorbild der Doppel-Escudos kam 1640 der französische Louis d´or heraus. In der Schweiz prägten einige Kantone Pistolen, vor allem Genf. Interessant und einzigartig sind die Pistolen, die Uri, Schwyz und Unterwalden 1569 von breiten Batzenstempeln schlugen. Heute befinden sie sich im Museum zu Bern. 
In Deutschland wird die Pistole im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jh.s zur Hauptgoldmünze. Die deutschen Pistolen werden oft auch als 5-Taler-Stücke, die doppelten Pistolen als 10-Taler-Stücke bezeichnet. In Anlehnung an den Louis d´or werden sie auch nach den Regenten der ausgebenden deutschen Staaten benannt, so z.B. Friedrich d´or, Georg d´or, Jérôme d´or oder Karl d´or. Die britischen Pistolen tauchen als Ormonde Money 1646 in Irland und 1701 als letzte Goldprägung aus der Münzstätte Edinburgh in Schottland auf. Beide zählen zu den seltenen Goldmünzen ihres Landes.