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Beilgeld

Vormünzliches axt- und beilförmiges Zahlungsmittel, das zum Gerätegeld zählt. Äxte und Beile waren ursprünglich multifunktionale Arbeitsgeräte und Waffen, die beim Hausbau, dem Schlachten, der Jagd und im Krieg unentbehrlich waren. In voneinander unabhängigen Kulturen haben sich zu verschiedenen Zeiten die alltäglichen Gebrauchsgegenstände, darunter auch Hacken, Spaten, Messer, Lanzen- und Speerspitzen zu Zahlungsmitteln entwickelt. Die Verwendung von Steinbeilen und -äxten als Geld wird häufig angenommen, ist aber nicht gesichert. Überliefert durch den griechischen Epiker Homer ist der Gebrauch von Beil- oder Axtgeld in metallischer Form als Doppeläxte (zweischneidiges Pelekys) und als einschneidige Beile ( Hemipelekon). Er spricht vom Aussetzen eines Kampfpreises in Form von 10 Doppeläxten (zweischneidige Äxte) und von 12 einschneidigen Beilen, durch deren Ösen der Bogenschuss des Odysseus geht. Ferner spricht Hesychios in seinem Lexikon über Gewichte von Doppeläxten und einschneidigen Beilen. Von prähistorischem Beil- oder Axtgeld spricht man dann, wenn große Mengen etwa gleichgroßer Äxte oder Beile in Hausschätzen (Hortgeld) oder Gräbern zusammen gefunden werden. Wenn Äxte und Beile als Schwund- oder Kümmerformen vorliegen, die für den Gebrauch als Schneidewerkzeug unbrauchbar waren, wird auch auf eine Geldform geschlossen. Funde von Kupferbarren in zweischneidiger Form stammen meist von Inseln der Ägäis und dem östlichen Mittelmeerbecken. Auch auf anderen Kontinenten waren Äxte und Beile in Gebrauch, die als Tausch- oder Zahlungsmittel dienten. In Afrika wurden Waffen - darunter reich verzierte Prunkbeile - als Brautgeld, zur Bezahlung von Strafen bei Vergehen, als Entgelt für Dienstleistungen, bei Kulthandlungen und als Grabbeigaben verwendet.