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Boratinki

Zeitgenössische polnische Bezeichnung für die in immensen Stückzahlen geprägten polnischen und litauischen Kupferschillinge. Die übermäßige Produktion der Kupferstücke geht auf den italienischen Münzmeister Titus Livius Boratini zurück, der sich über alle Beschränkungen hinwegsetzte und sogar eine berechtigte Klage gegen ihn niederschlug. Zwischen 1659 und 1668 münzte er die ungeheure Menge von schätzungsweise 1,8 Milliarden Kupferstücke aus. Dazu kamen noch etwa eine weitere Milliarde Stücke, die sich aus den Suczava-Fälschungen und aus polnischen, preußischen und baltischen Kupferschillingen zusammensetzten. Auch diese Stücke gingen vorwiegend nach Polen. Die immense Menge der kupfernen Boratinki mussten in Polen zum Zwangskurs herausgegeben werden und vertrieben das Edelmetallgeld aus dem Umlauf, so dass im Land praktisch eine Kupferwährung herrschte. Erst gegen Ende des 18. Jh.s gelang es dem polnischen König Stanislaus August Poniatowski die letzten echten und falschen Boratinki aus dem Verkehr zu ziehen.