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Blanc

Sammelbegriff für französische Münzen aus dem Spätmittelalter, die analog dem deutschen Albus oder der spanischen Blanca nach ihrer weißen (blanc) Farbe benannt sind. Die Farbe wurde durch den hohen Silberanteil bewirkt oder entstand durch das Weißsieden der Billonmünzen. Die Erstprägungen bestanden meist aus höherwertigen Legierungen(Billon blanc), die ihre weiße Farbe im Umlauf beibehielten. Die Legierungen verschlechterten sich mit der Zeit aber zunehmend. Der französische Blanc wurde zum Vorbild für den lothringischen Metzblanken, den rheinischen Blanken oder Albus und den italienischen Bianco.
Als erste Prägung gilt der Blanc à l´épi (mit der Ähre) unter König Johann II. (1350-1364), der nach der Ornamentik auf seinem Münzbild benannt ist. Den Blanc aux écus (mit den Schilden) ließ der englische König Heinrich VI. (1422-1461) in Frankreich mit dem französischen und dem englischen Wappenschild ausprägen. Weitere Benennungen nach dem Münzbild waren Blanc à couronne (mit der Krone), Blanc à la fleur de lis (mit der Lilienblüte), Blanc dentillé (gezahnt) etc.
Wenn sich das Wort auf Goldmünzen bezieht, wie im Fall des Bésant blanc, weist es auf eine stark silberhaltige Legierung, also eine Verschlechterung des Goldgehalts der Münze hin.

   

Blanc aux écus