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Bullen

Vom lat. "bulla" abgeleiteter Ausdruck für Kapsel. Römische Kinder trugen in Kapseln eingelassene Amulette um den Hals. Das Wort wurde auf eingekapselte Siegel übertragen, die zum Verschließen und Bestätigen der Echtheit von Dokumenten und Briefen verwendet wurden. Schließlich ging die Bedeutung des Wortes auf die Dokumente selbst über. 
Im Byzantinischen Reich und bei Päpsten, Kreuzfahrern und einigen europäischen Königen im Mittelalter waren Bleibullen in Gebrauch, die von einer Schnur durchzogen waren. Die vorgefertigten Bleigüsse wurden unter Verwendung von Prägezangen mit Bildern und Schriften versehen. Sie zeigen die Bilder der Kaiser, Päpste, von Heiligen oder andere Motive; auch Monogramme und Texte lassen sich finden. Aufgrund der Unbeständigkeit (Korrosion) des Materials sind die meisten Bleibullen heute zerstört. Gelegentlich tauchen heute noch ansehnliche Stücke im Handel auf, die mit einer Bleipatina umgeben sind. Ihre Ähnlichkeit zu den Münzen und Medaillen führte dazu, dass die Numismatik das Nebengebiet der Bullen schon früh untersucht hat. Heute kümmern sich jedoch nur noch wenige Sammler um dieses Spezialgebiet.