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Benediktuspfennige

Keine Münzen, sondern Wallfahrtspfennige, Weihe- und Amulettmünzen, die auf ihren Geprägen den heiligen Benedikt von Nursia (480-503) zeigen. Dieser wird meist mit erhobenem Kreuz auf der Münzvorderseite dargestellt, revers zeigt sich ein ovales Schild mit einem länglichen Kreuz, das mit dem Benediktussegen versehen ist: In den Kreuzwinkeln stehen die Großbuchstaben für C(rux) S(ancti) P(atris) B(enedicti), im Längsbalken C(rux) S(acra) S(it) M(ihi) L(ux), im Querbalken N(on) D(raco) S(it) M(ihi) L(ux), in der Umschrift die Segensformel V(ade) R(etro) S(atana), N(umquam) S(uade) M(ihi) V(ana): S(unt) M(ala) Q(uae) L(ibas), I(pse) V(enena) B(ibas). Letzteres ist gegen den Teufel gerichtet, also eine Beschwörungsformel gegen Besessenheit, die übersetzt etwa so lautet:

Weiche zurück, Satan!
Nimmer rate mir der Sünde Schimmer!
Du kredenzest bösen Wein;
Trinke selbst das Gift hinein!

Ursprünglich wurden die Benediktuspfennige als Amulette gegen die Pest getragen, denn St. Benedikt war der Schutzheilige gegen diese Seuche. Schließlich wurde die Abwehrfunktion auf alle Krankheiten und alle Gefahren ausgedehnt. Die Benediktuspfennige wurden schließlich auch in den Grundstock von Gebäuden gelegt. Sie fanden vor allem seit dem 17. Jh. in Österreich, der Schweiz, Süddeutschland, dem Rheinland und Böhmen Verbreitung.