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Beiname

Seit Alexander dem Großen (356-323 v. Chr.) legten sich die hellenistischen und später auch die römischen Herrscher Beinamen zu, die in der Regel in abgekürzter Form auf Beschriftungen antiker Münzen erscheinen. Dabei handelt es sich meist um Beinamen, die Eigenschaften ausdrücken wie etwa Philipator (der seinen Vater liebende), Epiphanes (der Glänzende) oder Soter (der Retter). Die römischen Kaiser führen oft Ruhmes- und Siegesnamen wie Invictus (der Unbesiegbare), auch Ehrennamen wie Pius Felix (rechtschaffen, glücklich) oder Divus (göttlich), meist aber sind die Namen auf die militärischen Siege über Völkerschaften zurückzuführen, vgl.: GERMANICUS (Drusus senior, Caligula, Claudius, Nero, Vitellius, Domitian, Nerva, Trajan, Hadrian, Antonius Pius, Marc Aurel, Commodus, Caracalla, Maximus, Gallienus, Lucius Verus), BRITANNICUS (Claudius, Commodus, Septimius Severus, Caracalla, Geta), ARABICUS (Caracalla), PARTHICUS (Trajan) oder gar PARTHICUS MAXIMUS (Marc Aurel, Lucius Verus, Septimius Severus, Caracalla) u.a. 
Zur Völkerwanderungszeit finden sich Beinamen auf Münzen der westgotischen Könige wie Felix (der Glückliche), Victor (der Sieger), Inclitus (der Ruhmreiche) oder Pius (der Rechtschaffene). Später verringern sich die Beinamen der Münzherren, auf den Straßburger Pfennigen Ottos I. (936-973) erscheinen z.B. die Zusätze Pacificus (der Friedensstifter) und Magnus (der Große).
Auch die Städte der Antike und des Mittelalters führen Beinamen. So trägt Rom die Zusätze Aeterna (ewig), Perpetua (dauerhaftig), Invicta (unbesiegbar) oder zeitweise Renascens (wiedergegründet). Ravenna erhielt den Beinamen Felix (glücklich). Bestandteil des lat. Namens vieler Städte sind römische Kaiser, wie z.B. Augustus, auf den das erste Wort der Namen Augusta Vindelicorum (Augsburg) und Augusta Treverorum (Trier) zurückgeht. Letztere erhielt in konstantinischer Zeit den Zusatz Secunda Roma als zweite Hauptstadt des römischen Kaiserreichs und führte, ebenso wie Bonn, zeitweise den Beinamen Beata (glücklich). Schließlich wäre noch der Zusatz Sancta oder Sanctorum (heilig) zu nennen, den die Städte Köln und Xanten zeitweise trugen.