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Delfinmotiv

Bezeichnung für die Darstellung eines oder mehrerer Delfine auf Geprägen, vor allem in der Antike sehr beliebt. Sie finden sich besonders auf antiken Geprägen phönizischer und griechischer Städte (oder Stadtgründungen) sowie auf Sizilien, wie z.B. der Delfin im sichelförmigen Hafenumriss auf frühen Geprägen von Zankle (Dankle, später Messana). Auf den frühen Geprägen von Syrakus umkreisen meist vier Delfine den Kopf der Artemis-Arethusa( Arethusa), die Didrachmenserie der bedeutenden unteritalienischen Stadt Tarent (Taras) zeigt den jugendlichen Stadtheros Taras auf einem Delfin reitend. Ferner bilden auf AE-Münzen von Aigina (griechische Stadt auf der gleichnamigen Insel südwestlich von Athen) zwei senkrecht stehende Delfine in der Mitte den Anfangsbuchstaben der Stadt. Die Vs.n der archaischen Silberstatere der Stadt Thera (auf der gleichnamigen Kykladeninsel) zeigen zwei Delfine, später zeigt eine zwischen 400 und 200 v. Chr. geschlagene AE- Reihe die beiden Delfine im Abschnitt. Viele antike Gepräge der am Schwarzen Meer gelegenen Städte Olbia, Istros und Sinope zeigen einen Delfin in den Fängen eines Seeadlers. Auch im Zusammenhang mit der Darstellung des Meergottes Poseidon kommt das Meeressäugetier häufig vor. 
Nach 1349 finden sich Delfinmotive auf französischen Münzen: Hintergrund ist die Bedingung der Provinz Dauphiné, den Anschluss an Frankreich nur unter der Voraussetzung zu akzeptieren, dass die künftigen Thronfolger den Titel Dauphin tragen. Seitdem befinden sich Darstellungen des Delfins auf französischen Prägungen, manchmal ganz groß auf der Münzmitte, zuweilen bekrönt, manchmal im Wappen oder in Winkeln versteckt oder als Verzierung in der Umschrift.

   

Didrachme von Tarent